Sonntag Miserikordias Domini

Sonntag, 19. April 2026

Symbol Tag

Der Tag im Jahreskalender

19.4.2026 | Miserikordias Domini | 2. Sonntag nach Ostern
Sonntag
 

Miserikordias Domini

2. Sonntag nach Ostern

 
Symbol

→2. Sonntag nach Ostern

Miserikordias Domini

Symbol

Philipp Melanch­thon

(† 19. April 1560 in Wittenberg)

Symbol

3. Sonntag der Osterzeit

Jubilate Deo

Info

Unterschiedliche Daten für den Sonntag
Miserikordias Domini in den Kirchen

Seit 1970 geänderte Folge in der römisch-katholischen Kirche

 

Evangelische Kirchen

Miserikordias Domini

→19. April 2026

Die evangelischen Kir­chen be­ge­hen die­sen Sonn­tag am 2. Sonn­tag nach Os­tern.

 

Römisch-katholische Kirche

Misericordia Domini

→26. April 2026

Die rö­misch-ka­tho­li­sche Kir­che be­geht die­sen Sonn­tag am 3. Sonn­tag nach Os­tern ( kath.: 4. Sonn­tag der Os­ter­zeit).

 

Wir geben in un­se­ren Ka­len­dern die Zäh­lung nach der evan­ge­li­schen Kir­chen­ord­nung wie­der.

 

Kalenderblätter
Kalender

Der Sonntag Miserikordias Domini in den Jahren 2026 bis 2033
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 

Bewegliches Datum
Sonntag Miserikordias Domini zwischen dem 5. April und dem 9. Mai
 
  • 2. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der Sonntag Miserikordias Domini liegt zwischen dem 5. April und dem 9. Mai eines Jahres
Symbol: Abstand zum Osterfest
 
  • 14 Tage nach Ostern
  • am 15. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag

 

Der Sonntag Miserikordias Domini im evangelischen Kirchenjahr
Das evangelische Kirchenjahr

→2. Sonntag nach Ostern 2025/2026

Der Artikel zeigt Spruch, Psalm und Lied­aus­wahl für die Wo­che so­wie die Bi­bel­tex­te für Le­sun­gen und Pre­dig­ten nach der Kir­chen­ord­nung.

 

Hintergründig

Wissenswertes

Symbol Evangelisch

 

Die evangelischen Sonntage

zwischen Ostern und Pfingsten

Die Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten dienen dem Gedenken der Ereignisse zwischen Auferstehung und Himmelfahrt sowie dem Warten auf das Heilshandeln Gottes durch die Kraft des Heiligen Geistes an Pfingsten.

Ihre Inhalte betonen den Glauben an die Schöpfung, an die Kraft des Betens, an die Macht des Segnens und an die Wirksamkeit der Taufe. In diesen Wochen begehen die Kirchen die erste Heilige Kommunion und Konfirmationen. In keinem anderen Jahresbereich finden mehr Taufen und kirchliche Eheschließungen statt als in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten.

Sonntage in der Osterzeit im evangelischen Kirchenjahr

Die sechs Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten werden allgemein als »Sonntage nach Ostern« oder »Sonntage in der Osterzeit« bezeichnet. In der evangelischen Kirche tragen diese Sonntage Namen:

  • Ostersonntag
  • 1. Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti
  • 2. Sonntag nach Ostern: Miserikordias Domini
  • 3. Sonntag nach Ostern: Jubilate
  • 4. Sonntag nach Ostern: Kantate
  • 5. Sonntag nach Ostern: Rogate
  • 6. Sonntag nach Ostern: Exaudi
  • Pfingstsonntag
 

Symbol Katholisch

 

Die katholischen Sonntage

zwischen Ostern und Pfingsten

Römisch-katholische Zählung und Namensgebung

Die römisch-katholische Namensgebung dieser Sonntage unterscheidet sich in der Zählweise »Sonntag der Osterzeit« (nicht »Sonntag nach Ostern«), was sich auf die Nummerierung auswirkt, sowie in der Namensgebung bzw. in der Schreibweise der Namen.

Zusätzlich wurden mit der Liturgiereform von 1970 die beiden Sonntage »Misericordia Domini« und »Jubilate Deo« im Prinzip in der Reihenfolge getauscht.

Papst Johannes Paul II. bestimmte im Jahr 2000 den 2. Sonntag der Osterzeit (1. Sonntag nach Ostern, »Weißer Sonntag«, Dominica in albis) zum »Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit«.

Daraus ergeben sich seit 1970 deutliche Unterschiede des katholischen Kirchenkalenders zwischen Ostern und Pfingsten zum evangelischen Kirchenkalender, der aus der vorreformatorischen römisch-katholischen Liturgie hervorgegangen ist, sowie zum römisch-katholischen Kalender vor 1970.

Sonntage in der Osterzeit im römisch-katholischen Kirchenjahr

Die sieben Sonntage ab Ostern werden allgemein als »Sonntage der Osterzeit« bezeichnet. In der römisch-katholischen Kirche tragen diese Sonntage seit der Liturgiereform von 1970 diese Namen:

  • 1. Sonntag der Osterzeit: Ostersonntag
  • 2. Sonntag der Osterzeit: Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit (Weißer Sonntag)
  • 3. Sonntag der Osterzeit: Jubilate Deo
  • 4. Sonntag der Osterzeit: Misericordia Domini (Sonntag des guten Hirten)
  • 5. Sonntag der Osterzeit: Cantate Domino
  • 6. Sonntag der Osterzeit: Vocem iucunditatis
  • 7. Sonntag der Osterzeit: Exaudi Domine
  • Pfingstsonntag

Sonntag des guten Hirten oder Hirtensonntag

In der katholischen Kirche wird der Sonntag Miserikordias Domini auch »Sonn­tag des gu­ten Hir­ten«, »Hir­ten­sonn­tag« oder »Gut­hir­ten­sonn­tag« ge­nannt.

Grund dafür ist der Psalm zu diesem Sonntag, Psalm 23, »Der gute Hirte«, der das Haupt­motiv für den Got­tes­dienst be­in­hal­tet und um den sich Le­sun­gen und Pre­dig­ten ran­ken.

Info

Wir stützen uns in unseren Ka­len­dern auf die evan­ge­li­sche Kir­chen­ord­nung, der wir Zäh­lung und Na­mens­ge­bung der kir­ch­li­chen Fes­te und Ge­denk­ta­ge ent­neh­men. Die ka­tho­li­schen Be­zeich­nun­gen und Da­ten wer­den der­zeit nur in den Blät­tern un­se­res Ewi­gen Ka­len­ders ge­zeigt.

 

Hintergründig

Hintergründig

2. Sonntag nach Ostern

Miserikordias Domini

Löwenzahn | Foto: © Reiner Makohl

Abbildung: Löwenzahn – Oft als Unkraut bezeichnet, verdient er doch die Barmherzigkeit des Gärtners.
Foto: © Reiner Makohl

 

Der Name Miserikordias Domini

 

»Die Güte des HERRN«

misericordia: Barmherzigkeit, Güte, Erbarmen
dominus: Herr
misericordias domini: die Güte des Herrn

 

Der Name Miserikordias Domini geht zurück auf die vorreformatorische Zeit und leitet sich ab von den ersten Worten des lateinischen Introitus (Messeingang) der römisch-katholischen Messe für diesen Sonntag:

»Miserikordias Domini plena est terra.«,
»Die Erde ist voll der Güte des Herrn«

Dieser Name hat sich in den evangelischen Kirchen für den 2. Sonntag nach Ostern bis heute erhalten.

Biblisch stützt sich die Bezeichnung Miserikordias Domini auf den Text in Psalm 33,5 (Vulgata: Psalm 32,5).

 

Hier der Text Ps 32,1-5 aus der lateinischen Biblia Sacra Vulgata und
der Text →Ps 33,1-5 aus Luthers Biblia von 1545:

321 Laudate iusti Dominum rectos decet laudatio
2 confitemini Domino in cithara in psalterio decacordo cantate ei
3 cantate ei canticum novum diligenter psallite in iubilo
4 quia rectum est verbum Domini et omne opus eius in fide
5 diligit iustitiam et iudicium misericordia Domini plena est terra

331 Ein Pſalm Dauids.
FRewet euch des HERRN / jr Gerechten / Die Fromen ſollen jn ſchon preiſen.
2Dancket dem HERRN mit Harffen / vnd lobſinget jm auff dem Pſalter von zehen ſeiten.
3Singet jm ein newes Lied / Machts gut auff Seitenſpielen mit ſchalle.
4DEnn des HERRN wort iſt warhafftig / Vnd was er zuſaget / das helt er gewis.
5Er liebet Gerechtigkeit vnd gericht / Die Erde iſt vol der Güte des HERRN.

 

Die mittelalterlichen Bezeichnungen

 

Dominica miserikordias domini

Der Sonntag Miserikordias Domini trug diesen Namen bereits im Mittelalter: Dominica miserikordias domini, wobei das lateinische Wort »Dominica« Sonntag bedeutet. (Genauer: »Tag des Herrn« als christliche Bezeichnung zur Unterscheidung vom profanen römischen Namen »Dies solis«, Tag der Sonne, Sonn(en)tag.)

 

Unsere Kalender verwenden die vorreformatorischen Bezeichnungen bis zum Jahr 1530 (Verlesung der →Confessio Augustana, des Augsburgischen Bekenntnisses).

Der Psalm 33

Die unermessliche Güte (oder Barmherzigkeit) Got­tes , genährt aus Gerechtigkeit, Recht und Treue, ist das Motiv dieses Psalms.

Den vollständigen Psalm 33 aus Luthers Biblia von 1545 finden Sie hier:

Das Buch der Psalmen

→Psalm 33

Hymnus auf die Vor­se­hung Got­tes

Der vollständige Psalm 33 aus der Lu­ther­bibel von 1545 mit Wort­er­klä­run­gen aus dem Wör­ter­buch »Luther-Deutsch«.

 

Gedankenpausen

 

Miserikordias Domini

Handeln aus
Barmherzigkeit

Jesus und die Barmherzigkeit

Auch Jesus kennt den Gott des Alten Testaments als ei­nen barm­her­zi­gen Gott. Barm­her­zig­keit ist für Je­sus ei­ne Ma­xi­me in der zwi­schen­mensch­li­chen Be­zie­hung. Sie setzt sich bei­spiels­wei­se über Not und Elend, aber auch über Un­ge­rech­tig­keit, Recht und Un­recht, wie auch über Schuld und Treu­lo­sig­keit hin­weg. Sie ist die Grund­la­ge für Ver­ge­bung und sie geht deut­lich da­rü­ber hi­n­aus: Sie ge­bie­tet nicht nur, zu ver­ge­ben, son­dern sie ge­bie­tet auch, aus Lie­be ak­tiv zu wer­den, aus Lie­be zu han­deln. Christ­sein ist ak­ti­ves Han­deln.

Jesus formt für die Jünger ein Gebot daraus. Er bringt es auf eine sehr kur­ze For­mel (Evangelium des Lukas, 6, 36):

Evangelium des Lukas

 

6 36»Seid barmherzig, wie es auch euer Va­ter ist.«

Es ist eine sehr einfache Aussage. Sie lässt sich leicht ein­prä­gen. Und doch ist sie un­glaub­lich schwer zu ver­ste­hen. Es ist noch sehr viel schwe­rer, sie um­zu­set­zen!

Mit »Vater« meint Jesus in diesem Gebot »Gott«. Gott ist barm­her­zig. Das ist viel­fach im Al­ten Tes­ta­ment be­legt und je­der kann es in sei­nem ei­ge­nen Le­ben sehr leicht selbst nach­voll­zie­hen.

Jesus verwendet den Begriff »Vater« an dieser Stelle ab­sicht­lich. Da­hin­ter ver­birgt sich das Bild ei­ner sehr nor­ma­len Va­ter-Kind-Be­zie­hung: Ein Va­ter wird zu sei­nem Kind ste­hen. Er wird es lie­ben und er wird ihm so man­che Ver­feh­lung nach­se­hen, auch dann, wenn das Kind so­gar ge­gen die Ge­bo­te und An­wei­sun­gen des ei­ge­nen Va­ters grob und vor­sätz­lich ver­sto­ßen hat. Dann näm­lich pas­siert et­was sehr Na­tür­li­ches, et­was Gott­ge­ge­be­nes im Va­ter: Die Ent­täu­schung da­r­über führt zu ei­nem elen­den Ge­fühl (lat: miseria) im Her­zen. Sie er­füllt das Herz des Va­ters völ­lig (lat: cordi esse). Er wird nun ent­ge­gen al­ler Ra­ti­o­na­li­tät, ent­ge­gen sei­ner ei­ge­nen Ge­rech­tig­keits­vor­stel­lung ei­ne Her­zens­ent­schei­dung tref­fen: Er han­delt aus Barm­her­zig­keit (lat: misericordia).

Die Barmherzigkeit des Herrn (Mi­se­ri­cor­di­as Do­mi­ni) uns und un­se­ren Mit­men­schen ge­gen­über soll­te uns immer be­wusst sein! Barm­her­zig­keit soll­te ei­ne Maxime un­se­res Han­delns sein oder wer­den.

König David und die Barmherzigkeit Got­tes

König David hatte an anderer Stelle die Barm­her­zig­keit Got­tes auf ein­drück­li­che Wei­se in ei­nem Lied­text be­schrie­ben. In die­sem Lied er­zählt Da­vid von sei­ner gro­ßen Dank­bar­keit und von sei­nem Ver­trau­en in die Füh­rung Got­tes. Er be­nutzt die Me­ta­pher ei­nes gu­ten Hir­ten, um sei­ne Be­zie­hung zu Gott zu be­schrei­ben, die al­lein auf der Barm­her­zig­keit Got­tes grün­det (Psalm 23):

Das Buch der Psalmen

 

23 1 Ein Lied Davids.
Gott ist mein Hirte, ich leide keine Not.
2 Auf grünender Weide lässt er mich lagern.
Er führt mich an das Wasser der Ruhe.
3 Ruhe und Erfrischung spendet er meiner Seele.
Er leitet mich auf dem rechten Pfad, getreu seinem Namen.
4 Und muss ich auch wandern im finsteren Tal, ich fürchte kein Unheil, denn Du bist bei mir.
Dein Stock und Dein Hirtenstab, sie geben mir Zuversicht.
5 Du hast mir einen Tisch bereitet vor den Augen der Feinde.
Du salbtest mein Haupt mit Öl,
mein Becher ist gefüllt bis zum Rand.
6 Es geleiten mich Deine Barmherzigkeit und Deine Güte durch alle Tage des Lebens.
Und wohnen darf ich im Hause Got­tes für immer und ewig.

König David beschreibt mit wenigen Bei­spie­len, wa­rum er zu die­sem Cre­do kommt: Es ge­lei­ten mich Dei­ne Barm­her­zig­keit und Dei­ne Gü­te durch al­le Ta­ge des Le­bens.

Er verliert kein Wort da­r­ü­ber, ob er all diese Vorteile verdient hat, oder nicht.

 

Den vollständigen Psalm 23 aus Luthers Biblia von 1545 finden Sie hier:

Das Buch der Psalmen

→Psalm 23

Der gute Hirte

Der vollständige Psalm 23 aus der Lu­ther­bibel von 1545 mit Wort­er­klä­run­gen aus dem Wör­ter­buch »Luther-Deutsch«.

Der barmherzige gute Hirte

Der Psalm 23 und das Motiv des guten Hirten be­stim­men die In­hal­te des Sonn­tags Mi­se­ri­kor­di­as Do­mi­ni. Doch wie passt das zu den The­men der Os­ter­zeit? Geht es nicht um Ver­ge­bung der Sün­den, um Auf­er­ste­hung und um das War­ten auf die Aus­sen­dung des Hei­li­gen Geis­tes? Ja, es geht aber auch da­rum, zu er­ken­nen, dass ein we­sent­li­ches Mo­tiv für die Os­ter­er­eig­nis­se in der Barm­her­zig­keit Got­tes zu fin­den ist.

Die Barmherzigkeit Got­tes , die sich durch das ge­sam­te Al­te Tes­ta­ment zieht, fin­det ihren Hö­he­punkt im Süh­ne­op­fer Je­su.

 

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