Sonntag Miserikordias Domini | 2017 - 2024

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Wissenswertes zum Tag
30.4.2017 | Miserikordias Domini | Zweiter Sonntag nach Ostern
 

Miserikordias Domini

Zweiter Sonntag nach Ostern

 
Info

Unterschiedliche Daten für den Sonntag
Miserikordias Domini in den christlichen Kirchen

Seit 1970 geänderte Folge in der römisch-katholischen Kirche

 

Evangelische Kirchen

Miserikordias Domini

30. April 2017

Die evangelischen Kirchen begehen diesen Sonntag am 2. Sonntag nach Ostern.

 

Römisch-katholische Kirche

Misericordia Domini

7. Mai 2017

Die römisch-katholische Kirche be­geht diesen Sonntag am 3. Sonntag nach Ostern ( 4. Sonntag der Oster­zeit).

 

Wir geben in unseren Kalendern die Zählung nach der evangelischen Kirchenordnung wieder.

 
 Der Tag in den Jahren 2017 bis 2024
Kalender

Der Sonntag Miserikordias Domini in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Sonntag Miserikordias Domini zwischen dem 5. April und dem 9. Mai
  • 2. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der Sonntag Miserikordias Domini liegt zwischen
    dem 5. April und dem 9. Mai eines Jahres
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 14 Tage nach Ostern
  • am 15. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
 
Der Sonntag Miserikordias Domini im evangelischen Kirchenjahr
Zum Artikel

Sonntag Miserikordias Domini 2017

Der Wochenspruch, der Wochenpsalm und die Textstellen für Bibellesungen und Predigten nach der Kirchenordnung in der Übersicht.

Mehr dazu in diesem Artikel.

 

Hintergründig

Die evangelischen Sonntage

zwischen Ostern und Pfingsten

Die Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten dienen dem Gedenken der Ereignisse zwischen Auferstehung und Himmelfahrt sowie dem Warten auf das Heilshandeln Gottes durch die Kraft des Heiligen Geistes an Pfingsten.

Ihre Inhalte betonen den Glauben an die Schöpfung, an die Kraft des Betens, an die Macht des Segnens und an die Wirksamkeit der Taufe. In diesen Wochen begehen die Kirchen die erste Heilige Kommunion und Konfirmationen. In keinem anderen Jahresbereich finden mehr Taufen und kirchliche Eheschließungen statt als in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten.

Sonntage in der Osterzeit im evangelischen Kirchenjahr

Die sechs Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten werden allgemein als »Sonntage nach Ostern« oder »Sonntage in der Osterzeit« bezeichnet. In der evangelischen Kirche tragen diese Sonntage Namen:

  • Ostersonntag
  • 1. Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti
  • 2. Sonntag nach Ostern: Miserikordias Domini
  • 3. Sonntag nach Ostern: Jubilate
  • 4. Sonntag nach Ostern: Kantate
  • 5. Sonntag nach Ostern: Rogate
  • 6. Sonntag nach Ostern: Exaudi
  • Pfingstsonntag
 

Die katholischen Sonntage

zwischen Ostern und Pfingsten

Römisch-katholische Zählung und Namensgebung

Die römisch-katholische Namensgebung dieser Sonntage unterscheidet sich in der Zählweise »Sonntag der Osterzeit« (nicht »Sonntag nach Ostern«), was sich auf die Nummerierung auswirkt, sowie in der Namensgebung bzw. in der Schreibweise der Namen.

Zusätzlich wurden mit der Liturgiereform von 1970 die beiden Sonntage »Misericordia Domini« und »Jubilate Deo« im Prinzip in der Reihenfolge getauscht.

Papst Johannes Paul II. bestimmte im Jahr 2000 den 2. Sonntag der Osterzeit (1. Sonntag nach Ostern, »Weißer Sonntag«, Dominica in albis) zum »Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit«.

Daraus ergeben sich seit 1970 deutliche Unterschiede des katholischen Kirchenkalenders zwischen Ostern und Pfingsten zum evangelischen Kir­chen­kalender, der aus der vorreformatorischen römisch-katholischen Liturgie her­vor­ge­gan­gen ist, sowie zum römisch-katholischen Kalender vor 1970.

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Sonntage in der Osterzeit im römisch-katholischen Kirchenjahr

Die sieben Sonntage ab Ostern werden allgemein als »Sonntage der Osterzeit« bezeichnet. In der römisch-katholischen Kirche tragen diese Sonntage seit der Liturgiereform von 1970 diese Namen:

  • 1. Sonntag der Osterzeit: Ostersonntag
  • 2. Sonntag der Osterzeit: Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit (Weißer Sonntag)
  • 3. Sonntag der Osterzeit: Jubilate Deo
  • 4. Sonntag der Osterzeit: Misericordia Domini (Sonntag des guten Hirten)
  • 5. Sonntag der Osterzeit: Cantate Domino
  • 6. Sonntag der Osterzeit: Vocem iucunditatis
  • 7. Sonntag der Osterzeit: Exaudi Domine
  • Pfingstsonntag

Sonntag des guten Hirten oder Hirtensonntag

In der katholischen Kirche wird der Sonntag Miserikordias Domini auch »Sonntag des guten Hirten«, »Hirtensonntag« oder »Guthirtensonntag« genannt.

Grund dafür ist der Psalm zu diesem Sonntag, Psalm 23, »Der gute Hirte«, der das Hauptmotiv für den Gottesdienst beinhaltet und um den sich Lesungen und Predigten ranken.

Info

Wir stützen uns in unseren Kalendern auf die evangelische Kirchenordnung, der wir Zählung und Namensgebung der kirchenlichen Feste und Gedenktage entnehmen. Die katholischen Bezeichnungen und Daten werden in unseren Kalendern derzeit nicht gezeigt.

Hintergründig

2. Sonntag nach Ostern

Miserikordias Domini

Löwenzahn | Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
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Abbildung: Löwenzahn – Oft als Unkraut bezeichnet, verdient er doch die Barmherzigkeit des Gärtners.
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Der Name Miserikordias Domini

 

»Die Güte des HERRN«

misericordia: Barmherzigkeit, Güte, Erbarmen
dominus: Herr
misericordias domini: die Güte des Herrn

 

Der Name Miserikordias Domini geht zurück auf die vorreformatorische Zeit und leitet sich ab von den ersten Worten des lateinischen Introitus (Messeingangs) der römisch-katholischen Messe für diesen Sonntag:

»Miserikordias Domini plena est terra.«, »Die Erde ist voll der Güte des Herrn«

Dieser Name hat sich in den evangelischen Kirchen für den 2. Sonntag nach Ostern bis heute erhalten.

Biblisch stützt sich die Bezeichnung Miserikordias Domini auf den Text in Psalm 33, 5 (das ist in der lateinischen Biblia Sacra Vulgata Text Psalm 32,5).

 

Hier der Text Ps 32,1-5 aus der lateinischen Biblia Sacra Vulgata und
der Text →Ps 33,1-5 aus Luthers Biblia von 1545:

 

321 Laudate iusti Dominum rectos decet laudatio
2 confitemini Domino in cithara in psalterio decacordo cantate ei
3 cantate ei canticum novum diligenter psallite in iubilo
4 quia rectum est verbum Domini et omne opus eius in fide
5 diligit iustitiam et iudicium misericordia Domini plena est terra

331 Ein Pſalm Dauids.
FRewet euch des HERRN / jr Gerechten / Die Fromen ſollen jn ſchon preiſen.
2Dancket dem HERRN mit Harffen / vnd lobſinget jm auff dem Pſalter von zehen ſeiten.
3Singet jm ein newes Lied / Machts gut auff Seitenſpielen mit ſchalle.
4DEnn des HERRN wort iſt war­hafftig / Vnd was er zuſaget / das helt er gewis.
5Er liebet Gerechtigkeit vnd gericht / Die Erde iſt vol der Güte des HERRN.

 

Die mittelalterlichen Bezeichnungen

 

Dominica miserikordias domini

Der Sonntag Miserikordias Domini trug diesen Namen bereits im Mittelalter: Dominica miserikordias domini, wobei das lateinische Wort »Dominica« Sonntag bedeutet.

 

Unsere Kalender verwenden die vorreformatorischen Bezeichnungen bis zum Jahr 1530 (Verlesung der →Confessio Augustana, des Augsburgischen Bekenntnisses).

Der Psalm 33

Die unermessliche Güte (oder Barmherzigkeit) Gottes, genährt aus Gerechtigkeit, Recht und Treue, ist das Motiv dieses Psalms.

Den vollständigen Psalm 33 aus Luthers Biblia von 1545 finden Sie hier:

Psalm 33

Hymnus auf die Vorsehung Gottes

Der vollständige Psalm aus der Lutherbibel von 1545 mit Worterklärungen aus dem Wörterbuch »Luther-Deutsch«.

→Zum Psalm 33
Gedankenpause
 

Miserikordias Domini

Handeln aus
Barmherzigkeit

Jesus und die Barmherzigkeit

Auch Jesus kennt den Gott des Alten Testaments als einen barmherzigen Gott. Barmherzigkeit ist für Jesus eine Maxime in der zwischenmenschlichen Beziehung. Sie setzt sich beispielsweise über Not und Elend, aber auch über Ungerechtigkeit, Unrecht und Treulosigkeit hinweg. Sie ist die Grundlage für Vergebung und sie geht deutlich darüber hinaus: Sie gebietet nicht nur, zu vergeben, sondern auch, aus Liebe daraufhin aktiv zu werden, zu handeln. Christsein ist aktives Tun.

Jesus formt für die Jünger ein Gebot daraus. Er bringt es auf eine sehr kurze Formel (Evangelium des Lukas, 6, 36):

Evangelium des Lukas

 

6 36»Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist.«

Es ist eine sehr einfache Aussage. Sie lässt sich leicht einprägen. Und doch ist sie unglaublich schwer zu verstehen. Es ist noch sehr viel schwerer, sie umzusetzen!

Mit »Vater« meint Jesus in diesem Gebot »Gott«. Gott ist barmherzig. Das ist vielfach im Alten Testament belegt und jeder kann es in seinem eigenen Leben sehr leicht selbst nachvollziehen.

Jesus verwendet den Begriff »Vater« an dieser Stelle absichtlich. Dahinter verbirgt sich das Bild einer sehr normalen Vater-Kind-Beziehung: Ein Vater wird zu seinem Kind stehen. Er wird es lieben und er wird ihm so manche Verfehlung nachsehen, auch dann, wenn das Kind sogar gegen die Gebote und Anweisungen des eigenen Vaters grob und vorsätzlich verstoßen hat. Dann nämlich passiert etwas sehr natürliches, etwas gottgegebenes im Vater: Die Enttäuschung darüber führt zu einem elenden Gefühl (lat: miseria) im Herzen. Sie erfüllt das Herz des Vaters völlig (lat: cordi esse). Er wird nun entgegen alle Rationalität, entgegen seiner eigenen Gerechtigkeitsvorstellung eine Herzensentscheidung treffen: Er handelt aus Barmherzigkeit (lat: misericordia).

Die Barmherzigkeit des Herrn (Misericordias Domini) uns und unseren Mitmenschen gegenüber sollte uns immer bewusst sein! Barmherzigkeit sollte eine Maxime unseres Handelns sein oder werden.

Psalm 23 | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
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Abbildung: Der Text des Psalms 23 aus der Lutherbibel von 1545 als Bildschirmhintergrund
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König David und die Barmherzigkeit Gottes

König David hatte an anderer Stelle die Barmherzigkeit Gottes auf eindrückliche Weise in einem Liedtext beschrieben. In diesem Lied erzählt David von seiner großen Dankbarkeit und von seinem Vertrauen in die Führung Gottes. Er benutzt die Metapher eines guten Hirten, um seine Beziehung zu Gott zu beschreiben, die allein auf der Barmherzigkeit Gottes gründet (Psalm 23):

Das Buch der Psalmen

 

23 1 Ein Lied Davids.
Gott ist mein Hirte, ich leide keine Not.
2 Auf grünender Weide lässt er mich lagern.
Er führt mich an das Wasser der Ruhe.
3 Ruhe und Erfrischung spendet er meiner Seele.
Er leitet mich auf dem rechten Pfad, getreu seinem Namen.
4 Und muss ich auch wandern im finsteren Tal, ich fürchte kein Unheil, denn Du bist bei mir.
Dein Stock und Dein Hirtenstab, sie geben mir Zuversicht.
5 Du hast mir einen Tisch bereitet vor den Augen der Feinde.
Du salbtest mein Haupt mit Öl,
mein Becher ist gefüllt bis zum Rand.
6 Es geleiten mich Deine Barmherzigkeit und Deine Güte durch alle Tage des Lebens.
Und wohnen darf ich im Hause Gottes für immer und ewig.

König David beschreibt mit wenigen Beispielen, warum er zu diesem Credo kommt: Es geleiten mich Deine Barmherzigkeit und Deine Güte durch alle Tage des Lebens.

Er verliert kein Wort darüber, ob er all diese Vorteile verdient hat, oder nicht.

 

Den vollständigen Psalm 23 aus Luthers Biblia von 1545 finden Sie hier:

Psalm 23

Psalm 23

Der gute Hirte

Der vollständige Psalm aus der Lutherbibel von 1545 mit Worterklärungen aus dem Wörterbuch »Luther-Deutsch«.

→Zum Psalm 23

Der barmherzige gute Hirte

Der Psalm 23 und das Motiv des guten Hirten bestimmen die Inhalte des Sonntags Miserikordias Domini. Doch wie passt das zu den Themen der Osterzeit? Geht es nicht um Vergebung der Sünden, um Auferstehung und um das Warten auf die Aussendung des Heiligen Geistes? Ja, es geht aber auch darum, zu erkennen, dass ein wesentliches Motiv für die Ostereignisse in der Barmherzigkeit Gottes zu finden ist.

Die Barmherzigkeit Gottes, die sich durch das gesamte Alte Testament zieht, findet ihren Höhepunkt im Sühneopfer Jesu.

 
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Psalm 23
Titel

→Der Herr ist mein Hirte

Psalm 23 | Lutherbibel 1545

Der Herr ist mein Hirte /
Mir wird nichts mangeln ...

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