Sonntag Kantate | 2017 - 2024

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Wissenswertes zum Tag
14.5.2017 | Kantate | 4. Sonntag nach Ostern
 

Kantate

4. Sonntag nach Ostern

 
 
 Der Tag in den Jahren 2017 bis 2024
Kalender

Der Sonntag Kantate in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Sonntag Kantate zwischen dem 19. April und dem 23. Mai
  • 4. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der Sonntag Kantate liegt zwischen
    dem 19. April und dem 23. Mai eines Jahres
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 28 Tage nach Ostern
  • am 29. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
 
Der Sonntag Kantate im evangelischen Kirchenjahr
Zum Artikel

Sonntag Kantate 2017

Der Wochenspruch, der Wochenpsalm und die Textstellen für Bibellesungen und Predigten nach der Kirchenordnung in der Übersicht.

Mehr dazu in diesem Artikel.

 

Hintergründig

Die evangelischen Sonntage

zwischen Ostern und Pfingsten

Die Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten dienen dem Gedenken der Ereignisse zwischen Auferstehung und Himmelfahrt sowie dem Warten auf das Heilshandeln Gottes durch die Kraft des Heiligen Geistes an Pfingsten.

Ihre Inhalte betonen den Glauben an die Schöpfung, an die Kraft des Betens, an die Macht des Segnens und an die Wirksamkeit der Taufe. In diesen Wochen begehen die Kirchen die erste Heilige Kommunion und Konfirmationen. In keinem anderen Jahresbereich finden mehr Taufen und kirchliche Eheschließungen statt als in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten.

Sonntage in der Osterzeit im evangelischen Kirchenjahr

Die sechs Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten werden allgemein als »Sonntage nach Ostern« oder »Sonntage in der Osterzeit« bezeichnet. In der evangelischen Kirche tragen diese Sonntage Namen:

  • Ostersonntag
  • 1. Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti
  • 2. Sonntag nach Ostern: Miserikordias Domini
  • 3. Sonntag nach Ostern: Jubilate
  • 4. Sonntag nach Ostern: Kantate
  • 5. Sonntag nach Ostern: Rogate
  • 6. Sonntag nach Ostern: Exaudi
  • Pfingstsonntag
 

Die katholischen Sonntage

zwischen Ostern und Pfingsten

Römisch-katholische Zählung und Namensgebung

Die römisch-katholische Namensgebung dieser Sonntage unterscheidet sich in der Zählweise »Sonntag der Osterzeit« (nicht »Sonntag nach Ostern«), was sich auf die Nummerierung auswirkt, sowie in der Namensgebung bzw. in der Schreibweise der Namen.

Zusätzlich wurden mit der Liturgiereform von 1970 die beiden Sonntage »Misericordia Domini« und »Jubilate Deo« im Prinzip in der Reihenfolge getauscht.

Papst Johannes Paul II. bestimmte im Jahr 2000 den 2. Sonntag der Osterzeit (1. Sonntag nach Ostern, »Weißer Sonntag«, Dominica in albis) zum »Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit«.

Daraus ergeben sich seit 1970 deutliche Unterschiede des katholischen Kirchenkalenders zwischen Ostern und Pfingsten zum evangelischen Kir­chen­kalender, der aus der vorreformatorischen römisch-katholischen Liturgie her­vor­ge­gan­gen ist, sowie zum römisch-katholischen Kalender vor 1970.

Sonntage in der Osterzeit im römisch-katholischen Kirchenjahr

Die sieben Sonntage ab Ostern werden allgemein als »Sonntage der Osterzeit« bezeichnet. In der römisch-katholischen Kirche tragen diese Sonntage seit der Liturgiereform von 1970 diese Namen:

  • 1. Sonntag der Osterzeit: Ostersonntag
  • 2. Sonntag der Osterzeit: Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit (Weißer Sonntag)
  • 3. Sonntag der Osterzeit: Jubilate Deo
  • 4. Sonntag der Osterzeit: Misericordia Domini (Sonntag des guten Hirten)
  • 5. Sonntag der Osterzeit: Cantate Domino
  • 6. Sonntag der Osterzeit: Vocem iucunditatis
  • 7. Sonntag der Osterzeit: Exaudi Domine
  • Pfingstsonntag
Info

Wir stützen uns in unseren Kalendern auf die evangelische Kirchenordnung, der wir Zählung und Namensgebung der kirchenlichen Feste und Gedenktage entnehmen. Die katholischen Bezeichnungen und Daten werden in unseren Kalendern derzeit nicht gezeigt.

Hintergründig

4. Sonntag nach Ostern

Kantate

Klatschmohn am Gerstenfeld
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Klatschmohn am Gerstenfeld
Das Wunder der Schöpfung entfaltet sich immer wieder neu.
»Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder! « (Psalm 98,1)
Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

 

Der Name Kantate

 

»Singt!«

Der Name Kantate geht zurück auf die vorreformatorische Zeit und leitet sich ab von den ersten Worten des lateinischen Introitus (Messeingangs) der römisch-katholischen Messe für diesen Sonntag:

»Cantate Domino canticum novum, quia mirabilia fecit!«,
»Singt dem Herrn ein neues Lied, denn Wunderbares hat er getan!«

Dieser Name hat sich in den evangelischen Kirchen für den 4. Sonntag nach Ostern bis heute erhalten.

Biblisch stützt sich die Bezeichnung Kantate auf den Text in Psalm 98, 1 (Vulgata: Psalm 97,1).

 

Hier der Text aus der lateinischen Biblia Sacra Vulgata ( Ps 97,1 ) und
der Text →Ps 98,1 aus der Lutherbibel von 1545:

 

971 CANTICUM
Cantate Domino canticum novum quia mirabilia fecit salvavit sibi dextera eius et brachium sanctum eius

 

981 Ein Pſalm.
SInget dem HERRN ein newes Lied / Denn er thut Wunder.
ER ſieget mit ſeiner Rechten / vnd mit ſeinem heiligen Arm.

 

Die mittelalterlichen Bezeichnungen

 

Dominica Cantate

Für den 4. Sonntag nach Ostern sind keine besonderen Bezeichnungen bekannt. Die lateinische Bezeichnung Dominica Cantate entspringt bereits einem Wörterbuch von 1781.

Wir gehen davon aus, dass dieser Sonntag tatsächlich als Dominica cantate bezeichnet wurde oder schlicht durchgezählt wurde, beispielsweise als Quarta Dominica post albas, Vierter Sonntag nach Ostern, oder Dominica quattuor septimanarum pasche, Sonntag vier von sieben nach Ostern. Belege dafür fehlen derzeit.

 

Unsere Kalender verwenden die vorreformatorischen Bezeichnungen bis zum Jahr 1530 (Verlesung der →Confessio Augustana, des Augsburgischen Bekenntnisses).

Gedankenpausen

Singt!

Sonst tun es die Steine.

Freude über die Wunder und Taten Gottes

Singen ist Ausdruck von Emotionen. Nicht ohne Grund kennen alle Völker dieser Welt Freudengesänge, aber auch Trauergesänge. Am Sonntag Kantate geht es um die Freude. Es geht um die Freude über die Wunder, die uns Gott täglich bereitet.

Vieles davon, was manche Wunder nennen, erscheint uns längst völlig normal. Es scheint profan zu sein, keineswegs göttlich. So ist jedem klar, dass im Frühling Bäume und Büsche neues Laub austreiben und blühen. Es ist selbstverständlich, dass morgens die Sonne aufgeht und dass wir genug zu essen und zu trinken haben. Es verwundert niemanden, wenn unsere Kinder heranwachsen. Wir sehen, hören und fühlen, ohne darüber nachdenken zu müssen. Es ist natürlich, dass unser Herz schlägt.

Und wenn einmal etwas Außergewöhnliches, etwas Wunderbares passiert, dann findet sich dafür sicher eine rationale, eine natürliche Begründung. Wunder gibt es nicht – oder doch?

Felsen und Steine nahe dem Mount Kosciusko, Snowy Mountains, Australien.
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Felsen und Steine nahe dem Mount Kosciusko, Snowy Mountains, Australien.
Steine und Felsen gehören zu den ältesten Zeugen der Entstehung unserer Erde, Zeugen der Schöpfung Gottes.
»Jch sage euch / Wo diese werden schweigen / so werden die Steine schreien.« (Lk 19,40).
Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Das Wunder unseres Daseins

Die Welt um uns herum steckt doch voller Wunder! Schon allein die Tatsache, dass wir Leben, dass es uns gibt, ist ein Wunder!

Verfolgen wir die Kette unserer Ahnen einmal in Gedanken zurück bis zur Entstehung des ersten Lebens, bis zur Entstehung der Welt. Wie groß war die Wahrscheinlichkeit für jedes einzelne Individuum in dieser Kette, den richtigen Partner zu finden, und mit ihm mindestens einen Nachkommen zu zeugen, der überleben wird, um selbst Nachkommen zu zeugen?

Nicht nur Kriege, Hungersnöte, Krankheiten, Epidemien, Unfälle und andere Unwägbarkeiten hätten verursachen können, dass es Sie – Sie ganz persönlich! – nicht gibt.

Es hätte schon genügt, dass in der langen Geschichte dieser Kette in einem winzigen Moment ein anderer Samenfaden genau jene Eizelle befruchtet, aus der der entscheidende Vorfahre hervorgegangen ist. Und bedenken Sie: Das Zeitfenster, in der das Ei zu einer Befruchtung bereit ist, ist klein. Wäre es verpasst worden, dann gäbe es Sie heute nicht!

Schon bei jedem einzelnen Individuum in dieser unvorstellbar langen Kette der Ahnen war die Wahrscheinlichkeit dafür, zum genau richtigen Zeitpunkt ausgerechnet den einen Nachkommen zu zeugen, der in Ihre persönliche Kette gehört, äußerst gering. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es uns, dass es Sie und mich gibt, ist theoretisch null. Doch es gibt uns.

Natürlich lässt es sich erklären, dass es Sie als Menschen gibt, als Sohn oder Tochter, als einen der vielen Nachfahren unserer Ahnen. Das Leben geht eben weiter. Es lässt sich aber nicht erklären, dass es Sie als Person gibt, Sie ganz persönlich. Unter den Milliarden theoretischen Optionen, die schon allein Ihre Eltern in sich trugen aufgrund der vielen Kombinationsmöglichkeiten von Samenfäden und Eizellen, einen bestimmten Menschen zu zeugen, mit höchst individuellen Merkmalen, mit seinem ganz eigenen »ICH«, waren schließlich Sie es, der tatsächlich gezeugt wurde. Ist das nicht wunderbar?

Ich lebe! – Ein wahrer Grund zur Freude!

ICH lebe! – ist es nicht wunderbar, das sagen zu können? Sagen Sie es! Bevor es die Steine tun.

Freuen Sie sich darüber und genießen Sie die kurze Zeit auf Erden, so gut es geht!

Womöglich denken Sie nun: »So ein Quatsch!« Schließlich können Steine nicht reden! – Wirklich nicht?

Zumindest ist diese Idee, das Bild der redenden Steine, doch ganz nett, oder nicht? Etwas, von dem wir zu wissen glauben, dass es gar nicht reden kann, soll plötzlich reden und schreien?

Jesus benutzte einst dieses Bild, um zu erklären, dass Freude ein sehr natürlich Ausdruck ist, dass Freude unbändig sein kann, und dass es gut ist, sich zu freuen. Vor allem dann, wenn es für die Freude gute Gründe gibt.

Menschen freuen sich nun mal ab und zu. Und wenn sie ihrer Freude freien Lauf lassen, dann fangen sie womöglich an zu singen. Oder sie können nicht mehr an sich halten und erzählen jeden überschwänglich von den Dingen, die sie erfreuen – ob die anderen das hören möchten, oder nicht, interessiert sie dabei wenig. Sicher haben Sie derartiges auch schon erlebt.

Im Lukasevangelium (Lk 19, 37-40) wird uns darüber eine Geschichte erzählt.

So werden die Steine schreien

Jesus lief mit seinen Jüngern den Ölberg hinab. Unterwegs fingen doch tatsächlich seine Jünger an, laut und unverhohlen Gott zu preisen und zu loben wegen der vielen guten Dinge, die er getan hat, und die den Jüngern wie ein Wunder vorgekommen waren.

Die Pharisäer hörten und sahen das und fühlten sich belästigt. Für Wunder waren allein sie und die Priester zuständig. Alles, was göttlich »wunderbar« sein sollte oder gar »heilig«, fiel in ihre Zuständigkeit. Sie erklärten Vorgänge als Wunder und Menschen als Heilige. Dies stand den Jüngern Jesu nun mal nicht zu. Deshalb forderten sie Jesus auf, er möge für diese Missachtung der kirchlichen Obrigkeit seine Jünger bestrafen.

Doch Jesus antwortete: »Ich sage euch / Wo diese werden schweigen / so werden die Steine schreien.«

Auch dann, wenn Menschen nicht mehr über die Wunder der Schöpfung und über die Wunder Gottes reden und singen, wird es die Natur tun. Es lässt sich nicht verbieten. Jede Pflanze am Wegesrand, die wächst und gedeiht ohne unser Zutun, ja sogar gegen unsere Unkrautbekämpfungsmaßnahmen, berichtet davon.

Und auch der Klatschmohn, der zwischen Gerstenhalmen seine Blüten so gut es eben geht in den Himmel reckt, kann auf eine lange Kette von Ahnen zurückblicken, länger als unsere eigene, ohne deren Existenz es ihn gar nicht gäbe. Er berichtet vom Wunder seines Daseins – ob wir es sehen wollen, oder nicht, ist ihm egal. Er lebt. Und er wird alles daran setzen, die Freude über sein Dasein (sofern man das so bezeichnen kann!), das Wunder seines Lebens, weiterzugeben an seine Nachkommen. An den Klatschmohn, der im nächsten Jahr an dieser Stelle oder in der Nähe seine Blüten entfalten wird.

Die Natur ist ein Wunder der Schöpfung. Die Steine aber sind die ältesten Zeugen seit Anbeginn der Welt. Und sie reden davon. Geologen bemühen sich, ihre Sprache zu verstehen, und sie haben bereits viel verstanden. Sie haben aus den Steinen heraus viel von dem ergründen können, was damals passierte, als sich die Erde zu dem formte, was heute unser Lebensraum ist.

Nicht umsonst war es der NASA sehr wichtig, dass ihre Astronauten Mondgestein mitbrachten von ihrem Besuch auf unserem Trabanten. Steine reden vom Wunder der Schöpfung.

Cantate!

Die Wunder können groß sein. Oft sind sie klein und finden sich am Wegesrand. Freuen wir uns darüber, dass es sie gibt. Wir sollten es zulassen, anders als die Pharisäer. Wir sollten dieser Freude Raum geben, sich zu entfalten, wo immer wir den Drang dazu verspüren. Um mehr geht es nicht.

Ich wünsche Ihnen in und mit Ihrem Leben viel Freude!

Möge sich diese Freude darin begründen, dass Sie die Wunder erkennen, die sich an Ihrem ganz persönlichen Wegesrand auftun, kleine und große, egal wie steinig der Weg ist, den Sie gehen.

Möge sich diese Freude überschwänglich darin ausdrücken, dass Sie anderen Freude bereiten.

Cantate!

 

Was uns die Bibel erzählt

Der Text aus dem Evangelium nach Lukas, Kapitel 19, Verse 37-40, ist der Text für die Lesung des Evangeliums am Sonntag Kantate.

Wir zeigen hier Lk 19,37-40 aus der Lutherbibel von 1545, gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift.

Biblia
1545

 

 

Euangelium S. Lucas.

 

 

 

 

C. XIX.

37–40

 

37VND da er nahe hin zu kam / vnd zoch den Oleberg erab / fieng an der gantze Hauffe ſeiner Jünger / mit freuden Gott zu loben mit lauter ſtimme / vber alle Thaten / die ſie geſehen hatten / 38vnd ſprachen / Gelobet ſey der da kompt ein König in dem Namen des HERRN / Friede ſey im Himel / vnd Ehre in der Höhe. 39Vnd etliche Phariſeer im Volck ſprachen zu jm / Meiſter ſtraffe doch deine Jünger. 40Er antwortet / vnd ſprach zu jnen / Jch ſage euch / Wo dieſe werden ſchweigen / ſo werden die Steine ſchreien.

 

*

 

 

 

 

 

 
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