Das Buch der Psalmen | Psalm 33

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Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

Der Psalter:
Die Bücher der Psalmen

Psalm 33

 

Ps 33

 

 

150 Psalmen, aufgeteilt in fünf Büchern

 

Das Wirken des HERRN

Hymus auf die Macht des HERRN

 
Auswahlverzeichnis
Der Psalm 33 aus Luthers Biblia 1545
 

Der Pſalter.

 

XXXIII.

1Ein Pſalm Dauids.

 

FRewet euch des HER­RN / jr Gerechten / Die Fromen ſollen jn ſchon preiſen.

2Dancket dem HERRN mit Harffen / vnd lobſinget jm auff dem Pſalter von zehen ſeiten.

3Singet jm ein newes Lied / Machts gut auff Seitenſpielen mit ſchalle.

4DEnn des HERRN wort iſt war­hafftig / Vnd was er zuſaget / das helt er gewis.

5Er liebet Gerechtigkeit vnd gericht / Die Erde iſt vol der Güte des HERRN.

Gen.1.2.

6DEr Himel iſt durchs wort des HERRN gemacht / Vnd all ſein Heer durch den Geiſt ſeines Munds.

7Er helt das Waſſer im Meer zuſamen / wie in einem Schlauch / Vnd legt die Tieffen ins verbor­gen.

8ALle Welt fürchte den HERRN / Vnd für jm ſchewe ſich alles was auff dem Erdboden wonet.

9Denn ſo er ſpricht / ſo geſchichts / So er gebeut / ſo ſtehets da.

10Der HERR macht zunicht der Hei­den Rat / Vnd wendet die gedan­cken der Völcker.

11ABer der Rat des HERRN bleibet ewiglich / Seines hertzen gedan­cken fur vnd fur.

12WOl dem Volck / des der HERR ein Gott iſt / Das Volck / das er zum Erbe erwelet hat.

13DEr HERR ſchawet vom Himel / Vnd ſihet aller Menſchen kinder.

14Von ſeinem feſten Thron ſihet er auff alle / Die auff Erden wonen.

(Lencket)

Das iſt / Was ſie gedencken / das lencket vnd wendet er wie er wil.

15Er lencket jnen allen das Hertz / Er mercket auff alle jre werck.

16EJm Könige hilfft nicht ſeine groſſe Macht / Ein Riſe wird nicht erret­tet durch ſeine groſſe Krafft.

17Roſſe helffen auch nicht / Vnd jre gro­ſſe ſtercke errettet nicht.

18SJhe / des HERRN Auge ſihet auff die ſo jn fürchten / Die auff ſei­ne Güte hoffen.


Pſal.34.37.

19Das er jre Seele errete vom Tode / Vnd erneere ſie in der Thewrunge.

20VNſer ſeele harret auff den HERRn / Er iſt vnſer Hülffe vnd Schild.

21Denn vnſer hertz frewet ſich ſein / Vnd wir trawen auff ſeinen heili­gen Namen.

22DEine Güte HERR ſey vber vns / Wie wir auff dich hoffen.

 

 
Aus dem Verzeichnis der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

Luthers Verweise auf biblische Bücher

 Kürzel

 Bezeichnung in Luthers Biblia 1545

 Moderne Bibel

 Kürzel

Gen.
Ge.
Gene.
Das erste Buch Moſe.
Geneſis.

Biblia Vulgata: Genesis

Das erste Buch Mose (Genesis)

Genesis

1. Buch Mose

1. Mose

Gen

1Mos

Pſal.
Der Pſalter.

Biblia Vulgata: Psalmi

Der Psalter

Die Psalmen

Das Buch der Psalmen

Ps

Ps

Ps

Erläuterungen siehe →Liste der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

 
 

Worterklärungen: Übersicht

Die folgenden Begriffe aus dem Text Ps 33 werden hier erläutert.

Versnummer: Luthers Wort

1: Pſalm Dauids

1: HERR

1: fromen

2: Pſalter von zehen ſeiten

3: Seitenſpielen

4: helt

8: ſchewe

9: gebeut

10: Heiden

11: fur vnd fur

12: erwelet

13: ſchawet

16: Riſe

17: Roſſe

19: Seele

19: erneere

19: Thewrunge

21: frewet

21: trawen

21: heiligen

22: ſey

   

Klick auf ein Wort führt zum Eintrag mit den Erklärungen.

Das vollständige Verzeichnis findet sich hier: →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 
Aus dem Stilkunst.de-Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

Worterklärungen: Seltene Namen, Wörter und Begriffe im Text

Vers

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

1

Pſalm Dauids

Psalm Davids

Angabe der Urheberschaft im Titel von 50 Psalmen:

 

→Ps 3, →Ps 4, →Ps 5, →Ps 6, →Ps 8

→Ps 9, →Ps 11, →Ps 12, →Ps 13, →Ps 14

→Ps 15, →Ps 18, →Ps 19, →Ps 20, →Ps 21

→Ps 22, →Ps 23, →Ps 24, →Ps 25, →Ps 26

→Ps 27, →Ps 28, →Ps 29, →Ps 30, →Ps 31

→Ps 34, →Ps 35, →Ps 36, →Ps 37, →Ps 38

→Ps 39, →Ps 40, →Ps 41, →Ps 51, →Ps 61

→Ps 62, →Ps 63, →Ps 64, →Ps 65, →Ps 69

→Ps 70, →Ps 101, →Ps 103, →Ps 109, →Ps 110

→Ps 139, →Ps 140, →Ps 141, →Ps 143, →Ps 144

 

Die Formulierung besagt nicht verlässlich, dass David selbst diese Psalmen verfasst hat. Sie bedeutet wohl nur, dass sie zu einer Sammlung von Psalmen gehören, die ihm gewidmet ist.

 

In der Lutherbibel von 1545 benennen 73 Psalmen in der Überschrift David als Urheber.

 

a) Psalm Davids: 50x

Ps 3, 4, 5, 6, 8, 9, 11, 12, 13, 14

Ps 15, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26

Ps 27, 28, 29, 30, 31, 34, 35, 36, 37, 38

Ps 39, 40, 41, 51, 61, 62, 63, 64, 65, 69

Ps 70, 101, 103, 109, 110, 139, 140, 141, 143, 144

 

b) gülden Kleinod Davids: 6x

Ps 16, 56, 57, 58, 59, 60

 

c) Unterweisung Davids: 6x

Ps 32, 52, 53, 54, 55, 142

 

d) Lied Davids: 4x

Ps 122, 124, 131, 133

 

e) Psalmlied Davids: 2x

Ps 68, 108

 

f) Gebet Davids: 2x

Ps 17, 86

 

g) Unschuld Davids: 1x

Ps 7

 

h) Lob Davids: 1x

Ps 145

 

i) Davids: 1x

Ps 138

 

Zur Person Davids

 

Historisch kreisen um die Person Davids viele ungeklärte Fragen. Nach der biblischen Überlieferung war David nach Saul der zweite König Israels und lebte von etwa 1000 bis 961 v. Chr. Genauere Lebensdaten sind unbekannt.

 

David war zunächst Musiker am Hof Sauls und wurde später Offizier in seinem Heer.

 

Die Geschichte Davids wird ausführlich erzählt in den beiden Samuel­büchern (1Sam, 2Sam), in 1Kön 1-2 und in 1Chr 11-29.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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1

HERR

HERR, JHWH, Jahwe

Aussehen in unseren Frakturschriften:

HERR, HERR oder HERR

 

HERR im Alten Testament

 

hebräisch: יהוה (jhwh, das Tetragrammaton JHWH)

lateinisch (Biblia Sacra Vulgata): Dominus, Herr

 

Luthers Schreibweise HERR in Versalien (Großbuchstaben) folgt einer festen Regel. Sie weist darauf hin, dass im hebräischen Text an dieser Stelle das Tetragrammaton (das Vierfachzeichen) »JHWH« (hebr.: יהוה) steht. Es ist der unaussprechliche Name Gottes.

 

Satztechnisch bedingte Varianten

Um beim Satz der Lettern Platz in einer Zeile zu sparen, wodurch übermäßgiger Sperrdruck oder ungünstige Wortumbrüche vermieden werden, sind in der Lutherbibel von 1545 häufig auch die Varianten HERr oder HERrn zu finden. Dabei sind mindestens die ersten drei Zeichen in Versalien gesetzt, womit sie hinreichend von HErr unterscheidbar sind.

 

HERR HErr:

Der Ausdruck HERR HErr steht dann, wenn im hebräischen Text »JHWH Adonaj« zu lesen ist. (Siehe dazu auch den Artikel →HErr.)

 

Auch die umgekehrte Reihenfolge HErr HERR ist möglich (»Adonaj JHWH«).

 

→Hes 2,4b-5a

4bSo ſpricht der HErr HERR / 5aſie gehorchen oder laſſens /

 

Die neuen Lutherbibeln übersetzen diesen Ausdruck stets mit »Gott der HERR«.

 

Das Wissen um die Aussprache der vier Zeichen, die den Gottesnamen ausmachen, ist schon früh in der Geschichte verloren gegangen. Sie werden heute oft mit »Jahwe« (vokalisiert geschrieben יְהוָה nach der Aussprache des hebräischen Adonaj, Herr) oder »Jehova« (יְהוָֹה ebenfalls nach dem hebräischen Adonaj, Herr, jedoch unter Berücksichtigung aller Vokale) transkribiert, aber auch mit »Jewah« (ebenfalls יְהוָה aber nach dem hebräischen Schema, der Name, zu lesen) oder »Jehowih« (יְהוִה nach dem hebräischen Elohim, Gott/Götter).

 

Luther kannte die vokalisierten Varianten und die transkribierten Formen und war wohl besonders dem Wort »Jehova« zugeneigt. Es bezieht alle drei Vokale aus dem Wort Adonaj, das »Herr« bedeutet. Dennoch hatte er es vermieden in seiner Übersetzung »Jehova« zu verwenden. Stattdessen nutzte er wie die lateinischen Bibeln einen Wortersatz. Er setzte das deutsche Wort ein, das gemäß der jüdischen Tradition zu lesen sei, wenn im Text das Vierfachzeichen erscheint, machte es aber durch die besondere Satzweise in Großbuchstaben kenntlich: HERR.

 

Luthers Schreibweise hat sich bis heute in etlichen Bibelausgaben gehalten.

 

 

HERR im Neuen Testament

 

Im neuen Testament verwendet Luther die Schreibweise HERR in Versalien (Großbuchstaben) für Gott, den Vater, an Stellen, wo sich Zitate aus dem Alten Testament auf »JHWH« beziehen.

 

Wichtig:

Davon zu unterscheiden sind die Schreibweisen

→»HErr« und →»Herr«.

 

 

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1

Frome

Fromme, der

a) der Brave, Tüchtige, Tapfere

b) der Nützliche, Gute

c) der Ordentliche, Ehrliche

d) der Unschuldige, Unsträfliche

e) der Gewissenhafte, Pflichtgetreue (gegenüber Gott)

f) der Fromme, Verehrende

 

 

Ein Mensch, der anhaltend (tüchtig) Gott und die Gebote pflichtgetreu verehrt, und dabei tapfer gegen alle Anfechtungen besteht.

 

 

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2

Pſalter

Psalter, der

Pſalter
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
57 56 1 0

Nicht mitgezählt ist das Wort Psalter in den Titeln und Seitenüberschriften des Buchs der Psalmen.

1) ein Saiteninstrument von harfenähnlicher Gestalt

 

2) das biblische Buch der Psalmen

 

→Ps 33,2

 

lobſinget jm auff dem Pſalter von zehen ſeiten.

 

a) Lobsinget ihm auf dem Psalter mit zehn Saiten

b) Lobsinget ihm, begleitet mit der zehnsaitigen Harfe.

 

 

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3

Seitenſpiel

Saitenspiel, das

a) das Spielen auf Saiteninstrument

b) das Saiteninstrument

 

 

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4

halten

halten (Verb)

halten

 

Das starke Verb besitzt im Präsens einen heute nicht gebräuchlichen Vokalwechsel.

 

Formen in der Luther-1545

 

ich halte →Ps 18,22

1. Person Singular Präsens Aktiv Indikativ

 

er helt (er hält) →Ps 148,6

3. Person Singular Präsens Aktiv Indikativ: mit »e«

 

er hielte (er hielte) →Ps 19,5

3. Person Singular Präterituum Aktiv Konjunktiv

 

Beispiel Präsens, 1. Person

 

→Ps 18,22

 

Denn ich halte die Wege des HERRN

 

Denn ich halte die Wege des HERRN

 

Beispiel Präsens, 3. Person

 

→Ps 148,6

 

Er helt ſie jmer vnd ewiglich

 

Er hält sie immer und ewiglich

 

 

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8

ſchewen
ſchewet

scheuen (Verb)

(intransitiv) scheuen: zurückfahren, stutzen.

(transitiv) Furcht oder Abneigung haben vor etwas.

 

er ſchewet: er scheut

 

→Ps 31,14

 

Denn viel ſchelten mich vbel / das jederman ſich fur mir ſchewet

 

a) Denn viele beschimpfen mich so übel, dass jeder vor mir zurückschreckt.

b) Denn viele beschimpfen mich so übel, dass jeder mich alle meiden.

 

 

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9

gebieten

 

gebiete

 

gebeut

 

gebot

gebieten (Verb)

einen Auftrag geben

 

Das starke Verb besitzt im Präsens einen heute nicht gebräuchlichen Vokalwechsel.

 

Formen in der Luther-1545

 

ich gebiete, 1. Person Singular Präsens Aktiv Indikativ: immer mit »ie«

 

er gebeut (er gebietet), 3. Person Singular Präsens Aktiv Indikativ: mit »eu«

 

gebeut! (gebiete!), 2. Person Singular Imperativ: mit »eu«

 

er gebot (er gebot), 3. Person Singular Präteritum Aktiv Indikativ

 

Beispiel Präsens, 1. Person

 

→2Mos 4,23

 

Vnd ich gebiete dir / das du meinen Son ziehen lassest

 

Und ich gebiete dir, dass du meinen Sohn ziehen lässt

 

Beispiel Präsens, 3. Person

 

→Ps 148,5

 

Die ſollen loben den Namen des HERRN / Denn er gebeut / ſo wirds geſchaffen.

 

Die sollen den Namen des HERRN loben, denn er gebietet und so wird es erschaffen.

 

Beispiel Präteritum, 3. Person

 

→Ps 78,23

 

Vnd er gebot den Wolcken droben / Vnd thet auff die thüre des Himels.

 

Und er gebot den Wolken oben und öffnete die Tür des Himmels.

 

Beispiel Imperativ

 

→3Mos 6,8-9

 

8VND der HERR redet mit Moſe / vnd ſprach / 9Gebeut Aaron vnd ſeinen Sönen / vnd ſprich / Dis iſt das Geſetz des Brandopffers.

 

Und der HERR redete mit Mose und sprach: »Gebiete Aaron und seinen Söhnen und sprich: Dies ist das Gesetz des Brandofers«.

 

 

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10

Heiden

Heiden, die

Heide, der

Heiden
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
684 412 120 152

Im Alten Testament nur im Plural gebräuchlich.

 

(eigtl. Völker). Im religiösen Sinn sind Heiden Menschen, die nicht an Gott glauben bzw. angehörige fremder Religionen.

 

Gemeint sind (allumfassend) Völker mit fremden Religionen und fremden Gotteskulten aus der Sicht des Sprechenden in Abgrenzung zum Volk Gottes.

 

Im Neuen Testament verwendet Luther das Wort auch im Singular:

 

→Mt 18, 17

 

Höret er die Gemeine nicht / So halt jn als einen Heiden vnd Zölner.

 

Hört er nicht auf die Gemeinde, dann halte ihn für einen Heiden und Zöllner.

 

 

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11

fur vnd fur

immerfort

eigentlich: vor und vor

 

vorwärts und vorwärts

weiter und weiter

 

unaufhörlich vorwärts in der Bewegung, andauernd, immerfort vorwärts, immerfort, auf Ewig, ewiglich, usw.

 

→Ps 61,7

 

DV gibſt einem Könige langes leben / Das ſeine jare wehren jmer fur vnd fur.

 

Du gibts einem König langes Leben, damit seine Jahre währen immer weiter und weiter.

 

→Ps 146,10

 

Der HERR iſt König ewiglich / Dein Gott Zion fur vnd fur

 

Der HERR ist König ewiglich, dein Gott, Zion, immerfort.

 

 

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12

erwelen

erwählen (Verb)

auslesen, auswählen, wählen

 

→Ps 119,173

 

Denn ich habe erwelet deine Befelh.

 

Denn ich habe deine Anordnungen gewählt.

 

 

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13

ſchawen

schauen (Verb)

blicken, hinsehen nach etwas, erblicken, sehen, zusehen

 

 

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16

Riſe

 

Rieſe

Riese, der

Riſe
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
26 20 6 0

Rieſe
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
4 4 0 0

mhd: rise

1) sich durch Körpergröße auszeichnendes Wesen der Mythologie

2) sich durch Körpergröße auszeichnender Mensch, sehr großer Mensch

3) übertragen auf Fähigkeiten: Mensch mit besonders großen Eingenschaften bestimmter Art (»ein geistiger Riese«)

4) übertragen auf Tiere, Pflanzen (Bäume), Berge, usw.: ein Riese seiner Art

5) übertragen auf Gegenstände aller Art, die durch ihre Größe herausragen

 

→Ps 33,16

 

Ein Riſe wird nicht errettet durch ſeine groſſe Krafft.

 

Ein Riese wird sich nicht mit seiner großen Kraft retten können.

 

1Sam 17,23

 

Da trat er auff der Rieſe mit namen Goliath / der Philiſter von Gath /

 

Da trat er auf, der Riese mit Namen Goliath, der Philister von Gath.

 

 

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17

Roſs

Ross, das

das Pferd

 

→Ps 32,9

 

SEid nicht wie Roſs vnd Meuler / Welchen man Zeum vnd Gebis mus ins Maul legen

 

a) Seid nicht wie Pferd und Maultiere, denen man Zaumzeug und Kandare ins Maul legen muss.

b) Seid nicht wie ein Pferd oder wie Maultiere, die mit Zaumzeug und Kandare gebändigt werden müssen.

 

 

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19

Seele

Seele, die

Seele
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
602 504 29 69

hebräisch: נֶ֫פֶשׁ (nεfεš), eigtl.: Hauch, Atem

1) was ein Wesen lebendig macht: Seele

2) Sitze der Empfindungen: Gemüt, Herz

3) lebendiges Wesen (worin Leben ist), Lebender, Person

griechisch: ψυχή (psyche), eigtl.: das (irdische) Leben

1) die Seele

2) das Leben

3) lebendiges Wesen (worin Leben ist), Lebender, Person, lebender Mensch

lateinisch: anima

Atem, Hauch, Seele, Gemüt, Leben, Lebenskraft

Der Begriff Seele erstreckt sich über ein weites Feld von Bedeutungen, die alle im individuellen Sein eines lebendigen Wesens, speziell eines Menschen angesiedelt sind. Es reicht vom belebenden Atem über den Sitz der Emotionen, über Emotionen selbst, über Gemütszustände bis hin zu Lebenskraft und zu Leben an sich.

 

Seele grenzt immer lebende und empfindende Wesen von Gegenständen, toten Körpern und Verstorbenen ab, die alle diese Eigenschaften, also die Seele, entweder nicht besitzen oder verloren haben.

 

Das heutige Verständnis

 

Der Begriff der Seele ist religionsgeschichtlich in allen Kulturen vorhanden, aber mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen verbunden. Heute gibt es viele Interpretationsversuche, die oft zur Erklärung und Abgrenzung verschiedene Seelen-Typen beschreiben, wie die Körper-Seele, die Frei-Seele, die Schatten-Seele u.a.

 

Allen gemein scheint nur zu sein, dass mit Seele eine individuelle »Lebenskraft« gemeint ist, die jedoch nicht näher greifbar ist. Sie belebt den Körper, wenn der Mensch aktiv und bewusst ist (Körper-Seele). Sie existiert vom Bewusstsein aber auch unabhängig, beispielsweise, wenn der Mensch schläft oder bewusstlos ist (Frei-Seele). Sie beinhaltet die Gedanken und Gefühle (Ich-Seele). Die Hauch-Seele ist eine Art ätherisches Fluidum, und eine spezielle Gabe des Höchstens Wesens (ein Beispiel ist der Odem, den Adam eingeblasen bekommt). Die Schatten-Seele ermöglicht es, im Schlaf in den Träumen zu reisen, ohne den schlafenden Körper mitzunehmen, usw.

 

Im christlichen Abendland ist die Idee einer Seele zwar selbstverständlich, der Gebrauch des Begriffs aber längst nicht einheitlich. Bis heute steht der Begriff Seele im Zentrum theologischer Untersuchungen und Diskussionen. So ist das hebräische Wort נֶ֫פֶשׁ (Seele) eines der am meisten untersuchten Wörter im Alten Testament, nicht zuletzt, um die Grundlagen zu schaffen für ein christlich religiöses Verständnis.

 

Die Frei-Seele entspricht in etwa dem christlichen Verständnis: Sie ist von Körper und Geist unabhängig (frei). Die Frei-Seele vertritt den ganzen Menschen mit all seinen persönlichen Eigenschaften, Fähigkeiten, Gedanken und Erinnerungen. Sie kann in Träumen, Trancen oder in Bewusstlosigkeit den Körper vorübergehend verlassen und eigenständig existieren (frei). Kehrt sie nicht zurück, stirbt der Mensch, doch die Frei-Seele überlebt, womit die Persönlichkeit des Menschen nach seinem Tod erhalten bleibt.

 

Damit grenzt sich der Begriff Seele von der Bedeutung Lebenskraft oder von Leben eindeutig ab. Während die Lebenskraft und das Leben mit dem Tod verloren gehen, existiert die Seele weiter. Um eine »lebendige Seele« zu werden (→1Mos 2,7), braucht es einen Körper (Materie), einen Geist (Denken und Handeln), eine Seele (das individuelle »Ich«) und das Leben an sich (das Luther Odem nennt).

 

Die Interpretation des Wortes Seele
in den biblischen Texten

 

Die heutigen, z. T. sehr weitgreifenden Interpretationen des Begriffs der Seele, die bemüht sind, das breite Wortspektrum in einem einzigen Bild zu vereinen, wie auch unser heutiges christliches Verständnis von Seele sind nur bedingt eine Basis für die Betrachtung der Bibelstellen, in denen das Wort Seele vorkommt. Hier können die Grundbedeutungen der hebräischen (AT) und griechischen (NT) Wörter nicht ausgeblendet werden.

 

Das Ergebnis wird sein, dass das Wort Seele sehr unterschiedliche Dinge, Eigenschaften und Zustände ausdrückt, die sich in unserer Vorstellungswelt, und damit in unserem Sprachgebrauch, nicht vereinen lassen.

 

Welche Bedeutung mit dem Begriff Seele in Luthers Übersetzungen verbunden ist, und welches heutige Wort den Sinn am besten ausdrückt, kann nur aus dem Kontext in der jeweiligen Bibelstelle erarbeitet werden.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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19

erneeren
erneren

ernähren (Verb)

erneeren
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
12 6 2 4

erneren
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1 0 1 0

mhd: ernern

1) ernähren, füttern, aufziehen, unterhalten

2) auch: heilen (von Menschen)

3) erretten, erlösen

 

→Ps 33,19

 

Das er jre Seele errete vom Tode / Vnd erneere ſie in der Thewrunge.

 

a) Dass er ihre Seelen errette vom Tode und ernähre sie in der Zeit der Teuerung.

b) Dass er ihr Leben rette und sie ernähre während der Hungersnot.

 

→Weish 16,26

 

Auff das deine Kinder lerneten / die du HERR lieb haſt / Das nicht die gewachſſen Früchte den Menſchen erneren / Sondern dein Wort erhelt die / ſo an dich gleuben.

 

Damit deine Kinder, die du, Herr, lieb hast, lernen, dass nicht die gewachsenen Früchte den Menschen ernähren, sondern dein Wort erhält die, die an dich glauben.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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19

Thewrunge

Teuerung, die

deutlicher Preisanstieg für Waren, Güter und Dienstleistungen, das Teuerwerden, ggf. Inflation.

 

Die Teuerung resultierte aus Mittelknappheit, beispielsweise schlechten Ernten, und war oft verbunden mit Hungersnöten, weil sich die Bevölkerung selbst Grundnahrungsmittel nicht mehr in ausreichendem Maß leisten konnte.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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21

frewen

 

ſich frewen

freuen (Verb)

 

sich freuen (Verb)

Luther verwendet in seiner Bibelübersetzung ausschließlich das reflexive »sich freuen«.

 

→Ps 14,7

 

So würde Jacob frölich ſein / vnd Jſrael ſich frewen.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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21

trawen

trauen (Verb)

a) glauben, vertrauen, zutrauen, hoffen

b) vermuten, denken, meinen

c) fest vertrauen, fest glauben

d) jemandem etwas zutrauen

e) glauben, Vertrauen schenken, seine Zuversicht setzen auf

f) gläubig, zuversichtlich sein

g) leichtgläubig, vertrauensselig sein

 

 

→Ps 25,20

 

Las mich nicht zu ſchanden werden / Denn ich trawe auff dich.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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21

heilig

heilig (Adjektiv)

(In Abgrenzung zum Irdischen:) göttlich vollkommen und verehrungswürdig.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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22

ſey

er/sie/es sei (Verb)

von: sein (Verb)

 

Das »ei« am Wortende wird nach den Regeln des Luther-Deutsch zu »ey«.

 

→1Mos 1,6

 

Es werde eine Feſte zwiſchen den Waſſern / vnd die ſey ein Vnterſcheid zwiſchen den Waſſern.

 

Es werde ein Himmelsgewölbe zwischen den Gewässern, und das sei die Trennung zwischen den Gewässern.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

Erläuterungen siehe →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel auf dieser Seite ist in Anlehnung an das Druckbild des Ori­gi­nals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Typografie Lesehilfen be­reit­zu­stel­len, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 
Der Psalm 33 im evangelischen Kirchenjahr

23. Sonntag nach Trinitatis

Der Psalm 33,13-22 ist der Wochenpsalm
ab dem 23. Sonntag nach Trinitatis.

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23. Sonntag nach Trinitatis 2017

Der Wochenspruch, der Wochenpsalm und die Textstellen für Bibellesungen und Predigten nach der Kirchenordnung in der Übersicht.

Mehr dazu in diesem Artikel.

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