Sonntag Rogate | 2017 - 2024

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Wissenswertes zum Tag
21.5.2017 | Rogate | 5. Sonntag nach Ostern
 

Rogate

5. Sonntag nach Ostern

 
 
 Der Tag in den Jahren 2017 bis 2024
Kalender

Der Sonntag Rogate in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Sonntag Rogate zwischen dem 26. April und dem 30. Mai
  • 5. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der Sonntag Rogate liegt zwischen
    dem 26. April und dem 30. Mai eines Jahres
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 35 Tage nach Ostern
  • am 36. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
 
Der Sonntag Rogate im evangelischen Kirchenjahr
Zum Artikel

Sonntag Rogate 2017

Der Wochenspruch, der Wochenpsalm und die Textstellen für Bibellesungen und Predigten nach der Kirchenordnung in der Übersicht.

Mehr dazu in diesem Artikel.

 

Hintergründig

Die evangelischen Sonntage

zwischen Ostern und Pfingsten

Die Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten dienen dem Gedenken der Ereignisse zwischen Auferstehung und Himmelfahrt sowie dem Warten auf das Heilshandeln Gottes durch die Kraft des Heiligen Geistes an Pfingsten.

Ihre Inhalte betonen den Glauben an die Schöpfung, an die Kraft des Betens, an die Macht des Segnens und an die Wirksamkeit der Taufe. In diesen Wochen begehen die Kirchen die erste Heilige Kommunion und Konfirmationen. In keinem anderen Jahresbereich finden mehr Taufen und kirchliche Eheschließungen statt als in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten.

Sonntage in der Osterzeit im evangelischen Kirchenjahr

Die sechs Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten werden allgemein als »Sonntage nach Ostern« oder »Sonntage in der Osterzeit« bezeichnet. In der evangelischen Kirche tragen diese Sonntage Namen:

  • Ostersonntag
  • 1. Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti
  • 2. Sonntag nach Ostern: Miserikordias Domini
  • 3. Sonntag nach Ostern: Jubilate
  • 4. Sonntag nach Ostern: Kantate
  • 5. Sonntag nach Ostern: Rogate
  • 6. Sonntag nach Ostern: Exaudi
  • Pfingstsonntag
 

Die katholischen Sonntage

zwischen Ostern und Pfingsten

Römisch-katholische Zählung und Namensgebung

Die römisch-katholische Namensgebung dieser Sonntage unterscheidet sich in der Zählweise »Sonntag der Osterzeit« (nicht »Sonntag nach Ostern«), was sich auf die Nummerierung auswirkt, sowie in der Namensgebung bzw. in der Schreibweise der Namen.

Zusätzlich wurden mit der Liturgiereform von 1970 die beiden Sonntage »Misericordia Domini« und »Jubilate Deo« im Prinzip in der Reihenfolge getauscht.

Papst Johannes Paul II. bestimmte im Jahr 2000 den 2. Sonntag der Osterzeit (1. Sonntag nach Ostern, »Weißer Sonntag«, Dominica in albis) zum »Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit«.

Daraus ergeben sich seit 1970 deutliche Unterschiede des katholischen Kirchenkalenders zwischen Ostern und Pfingsten zum evangelischen Kir­chen­kalender, der aus der vorreformatorischen römisch-katholischen Liturgie her­vor­ge­gan­gen ist, sowie zum römisch-katholischen Kalender vor 1970.

Sonntage in der Osterzeit im römisch-katholischen Kirchenjahr

Die sieben Sonntage ab Ostern werden allgemein als »Sonntage der Osterzeit« bezeichnet. In der römisch-katholischen Kirche tragen diese Sonntage seit der Liturgiereform von 1970 diese Namen:

  • 1. Sonntag der Osterzeit: Ostersonntag
  • 2. Sonntag der Osterzeit: Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit (Weißer Sonntag)
  • 3. Sonntag der Osterzeit: Jubilate Deo
  • 4. Sonntag der Osterzeit: Misericordia Domini (Sonntag des guten Hirten)
  • 5. Sonntag der Osterzeit: Cantate Domino
  • 6. Sonntag der Osterzeit: Vocem iucunditatis
  • 7. Sonntag der Osterzeit: Exaudi Domine
  • Pfingstsonntag
Info

Wir stützen uns in unseren Kalendern auf die evangelische Kirchenordnung, der wir Zählung und Namensgebung der kirchenlichen Feste und Gedenktage entnehmen. Die katholischen Bezeichnungen und Daten werden in unseren Kalendern derzeit nicht gezeigt.

Hintergründig

Der Name

Rogate

Gerste im Juni | Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: : Gerste im Juni
Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Herkunft

Die evangelischen Kirchen wählten als Namen für diesen Sonntag den lateinischen Imperativ »Rogate!«, was übersetzt »Betet!« heißt.

Der Sonntag Rogate ist somit der Betsonntag. Im Vordergrund steht das Gebet. Der Zusammenhang mit der Osterzeit ergibt sich aus der neuen Beziehung zwischen Menschen und Gott, aus dem neuen Bund: Es steht jedem frei und einjeder ist aufgefordert selbst und direkt zu Gott zu beten.

Gleichzeitig wird in den evangelischen Kirchen der Sonntag Rogate als Missionssonntag begangen. Mit ihm beginnt die Missionsopferwoche.

 

Gedankenpausen

 

Die Macht des Betens

Ein Workshop

Gedanken über die Praxis des Betens

Einführung

Es ist der fünfte Sonntag nach Ostern, direkt vor Christi Himmelfahrt. Dieser Sonntag trägt im Kalender den Namen »Rogate«. Das ist Latein und bedeutet »Betet!« – Ein merkwürdiger Name für einen Sonntag, dazu noch für einen christlichen Sonntag!

Braucht es eine Ermahnung für Christen, zu beten? Braucht es einen Tag, der das Beten zum Thema macht? Eine Feier, in der uns erklärt wird, wie man betet? Offensichtlich.

Betet! – Na, dann! Folgen wir doch einfach einmal dieser Aufforderung! Wenn nicht jetzt, wann dann? Was riskieren wir schon dabei? Eigentlich doch nichts. Was kostet es uns, außer einigen wenigen Minuten Zeit, die wir vermutlich anderweitig kaum besser genutzt hätten?

Doch halt! So einfach ist es nun doch nicht!

Beten – wie geht das eigentlich? Da gibt es doch völlig unterschiedliche Vorstellungen von dem, was ein »gutes« Gebet ausmacht, oder? Schließlich soll es auch wirken, nicht nutzlos sein. Doch wie macht man das? Wie stellt man das an, dass es wirkt?

Gibt es nicht irgendwelche Handlungsanweisungen dafür? Eine Art Bedienungsanleitung? Einen User Guide? Die Macht des Betens soll ja enorm sein! Hört und liest man jedenfalls hin und wieder.

Die Macht des Betens! Das klingt ein wenig nach Kitsch, Fantasy-Romanen und »Möge die Macht mit Dir sein!« – Schön wäre es ja, wenn es sie gäbe. Oder nicht?

Wann haben Sie das letzte Mal gebetet? Wissen Sie, wie es geht? Kennen Sie die Macht des Betens?

Ein Workshop für das Beten

Ein Workshop – wozu das denn? Eigentlich sollte doch jeder Christ von Kindheit an gelernt haben, zu beten. Eigentlich sollte jeder evangelische Christ spätestens im Konfirmandenunterricht angeleitet worden sein und selbst erfahren haben, wie man richtig betet und was es dabei zu beachten gilt. Und eigentlich sollte jeder Christ von der Macht des Betens überzeugt sein. Nicht nur aus Glauben heraus, sondern aufgrund eigener Erfahrung. Eigentlich.

Wir glauben aber, dass es an dieser Stelle durchaus angebracht und hilfreich ist, ein paar Worte über das Beten zu verlieren.

Wir können Ihnen sagen, wie es geht. Wir können es hier niederschreiben. Doch was nutzen Worte! Lassen Sie uns daher einen Workshop daraus machen. Mit praktischem Übungsteil. Sie können sich selbst einbringen und überprüfen, was geht und was nicht. Wir sagen Ihnen also, wie es geht – theoretisch! –, und sie probieren es aus, ganz praktisch. Nehmen Sie sich die paar Minuten – es kostet außer Zeit fast nichts.

Die Macht des Betens

Abbildung: »Unser täglich Brot gib uns heute.«
»Wer von Euch wird, wenn ihn sein Sohn um Brot bittet, ihm einen Stein geben?
Wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten?
«(→Mt 7,9-11)
© Geschütztes Bildmaterial

Der Workshop
Beten

Die Vorbereitung

Was brauchen Sie dafür? Nicht viel. Das Gebet im Verborgenen ist die vollständige Kommunikationsform. Es bedarf für den Dialog mit Gott weder Mittler, wie Priester oder Pfarrer, und auch keine besonderen Orte oder Räume, wie Wallfahrtsstätten, Tempel, Kirchen oder Kapellen. Hilfsmittel, wie Heilige Bücher, Gebetsbücher, Kruzifixe, Reliquien oder Gebetskränze, sind überflüssig. Auch Altäre und Opfer irgendwelcher Art sind völlig unnötig.

Das Gebet wirkt aufgrund seiner Ehrlichkeit, mit der es gesprochen und gemeint ist. Dabei kommt es nicht auf die Worte an, sondern auf das Vertrauen in die Barmherzigkeit Gottes und in die gelebte Beziehung zu ihm. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

Es kommt also nicht darauf an, viel zu reden und mehr oder weniger kluge, womöglich irgendwie religiös anmutende Sätze loszuplappern, sondern darauf, was Sie vor dem Gebet taten und was Sie danach tun möchten.

Wie das zu verstehen ist? Das sehen wir gleich.

Die Anleitung zum Beten

Sie hatten schon richtig vermutet: Es gibt so etwas wie eine Anleitung zum Beten. Jesus gab uns für das Beten ebenso einfache wie klare Anweisungen. Wir finden Sie im Evangelium des Matthäus (Kapitel 6). Mehr ist nicht zu tun.

Gleichzeitig verwies Jesus darauf, wie wichtig für den Erfolg unserer Gebete unser eigenes Handeln ist. Die Schlüsselrolle nimmt dabei »Vergebung« ein. Wie im richtigen Leben: Eine gute Beziehung sollte unbelastet sein von Vorwürfen und Schuldgefühlen. Auch die Beziehung zwischen Ihnen und Gott.

Jedoch – so erklärt es Jesus! –, Vergebung kann nur erlangen, wer selbst vergeben hat! Bitte beachten Sie die Zeitform in diesem Ausdruck: Perfekt, vollendete Gegenwart. Da hilft kein Geschwätz und kein guter Vorsatz, erst recht kein geheuchelter: Wir müssen ehrlich sein und bereits vergeben haben, um selbst Vergebung zu erlangen.

Das ist heikel! Haben Sie jemandem irgendetwas zu vergeben? Und haben Sie bereits vergeben? Wenn nicht: Es ist ja nie zu spät! Tun Sie es jetzt. Aber vergessen Sie bitte nicht die ehrliche Absicht dahinter. Die Macht und die Wirksamkeit des Gebets werden nicht durch Rituale angeregt und erlangt, sondern durch die Ehrlichkeit unserer Beziehung zu Gott und zu unseren Mitmenschen.

Nun wird es Zeit, sich mit der »Anleitung« vertraut zu machen. Schauen wir uns an, was Jesus über das Beten sagte. Lesen Sie den folgenden, kurzen Text:

Das Evangelium des Matthäus

 

6 5 Wenn ihr betet, seid nicht wie die Heuchler, denn sie beten gern, wenn sie in den Kirchen und an den Straßenecken stehen, damit es die Leute mitbekommen. Ich sage euch: Sie haben damit ihren Lohn schon erhalten. So ist das. 6 Du aber, wenn du betest, geh in Dein Zimmer, schließe die Tür und bete zu deinem Gott, Deinem Vater, in dieser Abgeschiedenheit. Und dein Vater, der dich in der Abgeschiedenheit sehen kann, wird es Dir vergelten.

7 Wenn ihr betet, plappert nicht daher wie die Heiden, denn sie meinen erhört zu werden, wenn sie viele Worte machen.
8 Macht es einfach nicht wie sie. Euer Vater weiß doch, was ihr braucht, noch bevor ihn ihn bittet.

9 So sollt ihr beten:

Unser Vater im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
10 dein Reich komme,
dein Wille geschehe
wie im Himmel, so auf Erden.
11 Unser tägliches Brot gib uns heute.
12 Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir unsern Schuldnern vergeben haben.
13 Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

14 Wenn ihr nämlich den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, wird auch euch euer himmlischer Vater vergeben.

15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, wird euer Vater auch eure Verfehlungen nicht vergeben.

Das Praktikum

Alles klar? Dann kommen wir jetzt zum praktischen Teil. Suchen Sie also einen ruhigen, abgeschiedenen Ort auf. Ein Zimmer, einen Raum, in dem Sie ungestört sind. Es muss und sollte niemand mitbekommen, dass Sie nun beten werden.

Entspannen Sie sich. Machen Sie es sich bequem. Es ist nicht nötig, irgendeine besondere Körperhaltung einzunehmen. Sie müssen nichts tun. Sie müssen weder knien, noch auf dem Boden liegen, noch die Hände falten. Sie können es tun, wenn Sie mögen. Sie müssen aber nicht. Nehmen Sie eine Haltung ein, die Ihnen ganz natürlich, selbstverständlich und entspannt vorkommt. Sie sollten sich dabei wohlfühlen.

Seien Sie nur einfach locker und versuchen Sie, die Welt um sich herum zu vergessen. Sie sollten wirklich ungestört sein und sich durch nichts stören lassen. Nur für zwei, drei Minuten.

Wenn Sie soweit sind, fangen Sie an, zu beten. Versuchen Sie zunächst nicht, Ihr Gebet mit eigenen Sätzen oder Wünschen anzureichern. Sprechen Sie einfach die Sätze, die uns Jesus empfohlen hat. Da steckt alles drin, was Sie brauchen, um das Gespräch mit Gott erfolgreich zu führen. Mehr ist wirklich nicht nötig. Alles andere, was Sie bewegt, ist darin impliziert.

Sprechen Sie das Gebet laut und hören Sie sich selbst dabei zu.

Die Auswertung

Und nun: Seien Sie kritisch mit sich selbst! Wie klang das? War das ehrlich? Würden Sie dem, der da gesprochen hatte – also sich selbst! – das abnehmen, was er da von sich gab?

Wenn nicht: An welcher Stelle klang es weniger oder gar nicht überzeugend? Wenn Sie diese Stelle (oder auch mehrere) ausgemacht haben, dann können Sie Ihrem Sprecher vielleicht ein paar hilfreiche Tipps geben: Was muss er tun, damit sein Gebet ehrlich klingt und überzeugt? Geben Sie ihm die nötigen Handlungsempfehlungen! Und geben Sie ihm eine zweite Chance, oder auch eine dritte. – Es muss nicht gleich sein. Vielleicht heute Abend oder morgen oder nächste Woche.

Abschließende Erläuterungen

Sie haben nun gesehen: Das Gebet besteht aus zwei Teilen. Dem eigentlichen Gebet und dem Tun drumherum bzw. zwischen zwei Gebeten. Da passiert ja immer irgendetwas. Das lässt sich auch gar nicht vermeiden. Aber einiges von dem, was da passiert, wird im Gebet womöglich bedeutsam. Ein Beispiel sei hier angeführt.

Unser tägliches Brot gib uns heute

 

Wir beten die Zeile »Unser tägliches Brot gib uns heute«. Vielleicht fragen Sie sich, was denn Gott damit zu tun habe. Schließlich gehen Sie arbeiten, verdienen Geld, und kaufen sich, was Sie an Lebensmitteln benötigen. Oder Ihr Partner verdient das Geld. Oder Ihre Eltern. Oder Sie beziehen Rente, Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe. Aber: Ist das alles so selbst­ver­ständ­lich?

Als Rentner haben wir lange hart gearbeitet. Unser Rentensystem gewährt uns nun den Ruhestand. Auch, wenn es nicht viel sein mag: Rentner bekommen Geld, ohne dafür weiterhin arbeiten zu müssen.

Auch Arbeitslose und sozial Schwache fallen nicht völlig ins Bodenlose. Alles ist zwar knapp und Geld gibt es nur wenig, aber es gibt Brot. Niemand verhungert.

Die Rechte der Arbeitnehmer werden bei uns gesetzlich geschützt. Sklaverei, Fronarbeit und Ausbeutung werden geächtet. Selbst über den Lohn, der zu zahlen ist, bestimmen Gesetze und ver­han­deln Interessengruppen. Für Arbeit gibt es Lohn.

Das sind Errungenschaften unserer Gesellschaft, die keineswegs selbst­ver­ständ­lich sind. Beispiele, wie es anders laufen kann, erleiden viele Millionen Menschen täglich auf dieser Welt.

Ebenso wenig ist es selbstverständlich, Arbeit zu haben. Man hat sie, aber man kann sie sehr schnell verlieren. Auch in unserem Staat.

 

»Unser tägliches Brot gib uns heute« erinnert uns daran, dass es eben nicht selbstverständlich ist, jeden Tag satt sein zu dürfen. Die Generationen vor uns und wir selbst haben dafür gerungen, und wir müssen in politischen Auseinandersetzungen immer wieder dafür neu eintreten, dass unser soziales Netz nicht reißt. Renten, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Mindestlöhne stehen immer wieder auf dem Prüfstand, wenn der Gürtel enger zu schnallen ist oder politische Machtspiele gespielt werden.

 

Wir müssen täglich dafür sorgen, dass wir unseren Arbeitsplatz behalten. Möglichst lange. Immer weniger Menschen rechnen damit, dass sie in ihren Jobs bis zum Rentenalter bleiben werden. Immer mehr junge Menschen wechseln von erfolgreich abgeschlossenen Ausbildungen und Studiengängen direkt in die Ar­beits­lo­sig­keit.

Es ist der Kampf um immer weniger Arbeitsplätze, von denen viele nicht einmal mehr zum Leben das nötige Einkommen beisteuern. Immer mehr Menschen haben zwei oder drei kleinere Jobs gleichzeitig. Selbst Rentner sind längst darauf an­ge­wie­sen, um ihr Auskommen zu bestreiten.

Das alles ist anstrengend und kostet Kraft. Die Angst vor dem sozialen Abstieg macht immer mehr Menschen krank. Gut, wenn wir uns darüber im Klaren sind und um Kraft bitten. Denn es kann uns selbst treffen.

 

»Unser tägliches Brot gib uns heute« meint: Sich bewusst sein, dass man dafür eintreten muss. Es ist eben nicht selbstverständlich. Es fällt auch nicht vom Himmel.

Man muss für sich sorgen können, aber auch für andere. Man muss dafür eintreten, dass unser soziales Netz fester und engmaschiger wird. Dort, wo es schwach und löchrig geworden ist, kann und sollte man selbst aktiv werden und einen winzigen Faden spinnen, der für irgendeinen anderen, bedürftigen Mitmenschen »Unser tägliches Brot gib uns heute« meint. Solche Fäden könnten Spenden sein, aber auch die aktive Mitarbeit in einer kleinen, regional aufgestellten Hilfsorganisation. Auch in Ihrer Nähe gibt es vielleicht Organisationen und Vereine, die Ihre Hilfe gut brauchen könnten.

»Unser tägliches Brot gib uns heute« meint darüber hinaus die konkrete Bitte und Hoffnung, dass wir selbst nicht in Not geraten und durch ein rissiges Loch im Netz plumpsen. Und wenn doch, dann möge jemand da sein, der einen Faden spinnt, der uns trägt. Treffen kann es jeden.

Wir haben keine Garantien dafür, unbeschadet durch das Leben zu gleiten. Und so, wie wir selbst auf Hilfe und Unterstützung hoffen und angewiesen sind, wenn es schief läuft, können wir selbst helfen und unterstützen, wo für einen Mitmenschen Hilfe nötig ist.

 

Welche Aspekte in »Unser tägliches Brot gib uns heute« für Sie ganz persönlich wichtig sind, das wissen nur Sie. In Ihrem Gebet werden genau diese Aspekte sehr deutlich mitschwingen, wenn Sie das Gebet ernst nehmen. Es ist keine leere Floskel. Es ist ihr vertrauliches Gespräch mit Gott, in dem nur eins Bedeutung hat: Sie selbst.

Fazit

Sie sehen: Der erste Teil unseres Workshops ist leicht zu praktizieren. Man betet einfach. Doch vergessen Sie den zweiten Teil nicht! Je nachdem, wie sie ihn gestalten, kann sich diese Übung über lange Zeiträume erstrecken. Womöglich über den Rest Ihres Lebens.

Wir haben versucht, am Beispiel der Bitte um das tägliche Brot aufzuzeigen, welchen Sinn beten haben kann. Vielleicht haben Sie nun Lust, einmal über die anderen Sätze im Vaterunser nachzudenken. Vielleicht finden Sie selbst heraus, was diese Bitten für Sie und für das Zusammenleben mit Ihren Mitmenschen bedeuten mögen. Es kann gut sein, dass auch Sie dann zu dem Schluss kommen: Beten tut nicht nur gut, es hilft. Sehr konkret, sehr praxisnah, und es wirkt! Beten entfaltet seine Macht dort, wo Menschen das Gebet ernst meinen.

Die Macht des Betens – sie steckt auch in Ihnen!

 
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Sabrina

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