17. Sonntag nach Trinitatis
Sonntag, 13. Oktober 2019

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Titel: Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
13.10.2019 | 17. Sonntag nach Trinitatis
Sonntag
 

Kirchenjahr 2018/2019

17. Sonntag
nach Trinitatis

 

 
Symbol

Théodore de Bèze
(† 13. Oktober 1605 in Genf)

 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

Info

Der →Tag des Apostels und Evangelisten Matthäus (21. September) kann auf diesen Sonntag fallen. Dann ist er am Samstag davor an einem Tag der folgenden Woche zu begehen.

 

Fällt der →Tag des Erzengels Michael und aller Engel (29. September) auf diesen Sonntag, oder auf einen Tag der folgenden Woche, oder auf Samstag vor diesem Sonntag, dann wird der 17. Sonntag nach Trinitatis als Tag des Erzengels Michael und aller Engel gefeiert.

 

Fällt →Ostersonntag auf die Zeit zwischen dem 9. und dem 15. April, dann ist an diesem Sonntag in der Regel →Erntedanktag.

 

Wirkung in 2019

- keine -

 
Kalenderblätter
Kalender

Der 17. Sonntag nach Trinitatis in den Kirchenjahren 2018/2019 bis 2025/2026
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Der 17. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>13. September und dem 17. Oktober eines Jahres.
  • 17. Sonntag nach Trinitatis
  • 25. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 17. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    13. September und dem 17. Oktober eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 175 Tage nach Ostern
  • am 176. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
Symbol Evangelisch
 

Der evangelische

17. Sonntag
nach Trinitatis

Gottesdienstliche Ordnung

gültig in den Kirchenjahren ab 2018/2019

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

 
 

Hallelujavers

 
 

Halleluja.

Ich wil ſingen von der Gnade des HERRn ewiglich / Vnd ſeine Warheit verkündi­gen mit meinem munde fur vnd fur.

Halleluja.

→Ps 89,2     

 
 

Spruch und Psalm

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Vnſer Glaube iſt der Sieg / der die welt vberwunden hat.

→1Joh 5,4c

Pſalm
138
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 138

 

 

 

Lied für die Woche

 
Liedauswahl
A EG 346 Such, wer da will, ein ander Ziel
B Wwdl 70 Mit dir, o Herr, die Grenzen überschreiten
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
Wwdl: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder

 
 

HERR thu meine Lipppen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Textlesung und Predigt

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2019 - 2024 die folgenden biblischen Texte vorgesehen:

 

Die biblischen Texte für die Lesungen

 
Lesung Text für die Lesung
Evangelium Zum TextMt 15,21-28
Epistel Zum TextRom 10,9-17(18)
Altes Testament Zum TextJes 49,1-6
   

 

 

Die biblischen Texte für die Predigt

Im Kirchenjahr 2018/2019 gilt die Reihe I.

 
Kirchen-
jahr
Datum Reihe Text für die Predigt Pool weiterer Texte
2018/2019 13.10.2019 I Zum TextJos 2,1-21 Zum Text1Mos 6,9-22
2019/2020 --- II entfällt Zum TextHebr 11,1-3
2020/2021 26.9.2021 III Zum TextRom 10,9-17(18) Zum TextJoh 9,35-41
2021/2022 9.10.2022 IV Zum TextJes 49,1-6
2022/2023 --- V entfällt
2023/2024 22.9.2024 VI Zum TextGal 3,26-29
   
 

Kirchenjahr und Datum:
Unsere Sortierung stellt jeweils das gewählte Kirchenjahr nach oben. Die Spalte »Datum« zeigt das tatsächliche Datum des Tages, für den der Predigttext gilt.

Reihen:
Die Perikopenordnung kennt drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen.
Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag.

Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren.

Die Zählung der Reihen begann im Kirchenjahr 2018/2019 mit Reihe I und wird kontinuierlich fortgeführt. Nach Reihe VI folgt wieder Reihe I.

Die Reihe I gilt für das Kirchenjahr 2018/2019, danach wieder für das Kirchenjahr 2024/2025.
Die Reihe II gilt für das Kirchenjahr 2019/2020, danach wieder für das Kirchenjahr 2025/2026,
usw.

Pool weiterer Texte:
Der Pool weiterer Texte stellt Bibeltexte zur Auswahl, die thematisch gut zum Tag passen. Aus ihnen kann die Gemeinde unabhängig von Reihe und Kirchenjahr einen Text für die Predigt wählen, der dann den vorgesehenen Predigtext der gültigen Reihe ersetzt.

 
Titel Perikopen

17. Sonntag nach Trinitatis

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre ab 2018/2019

Texte für Lesungen und Predigt nach der Perikopenordnung 2018/2019

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG AUS DEM EVANGELIUM UND PREDIGTTEXT

Evangelium nach Matthäus

Mt 15,21-28

REIHE

II

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. XV.

 

 

Verse 21-28

Die kanaanäiſche Frau
Heilungen

|| →Mk 7,24-30

Mar. 7.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IHeſus gieng aus von dannen / vnd entweich in die gegend Tyro vnd Sidon / 22Vnd ſihe / ein Cananeiſch weib gieng aus derſelbigen grentze vnd ſchrey jm nach vnd ſprach / AH HErr / du ſon Dauid / erbarm dich mein / Meine Tochter wird vom Teufel vbel geplaget. 23Vnd er antwortet jr kein wort. Da traten zu jm ſeine Jünger / baten jn / vnd ſprachen / Las ſie doch von dir / denn ſie ſchreiet vns nach. 24Er antwortet aber / vnd ſprach / Ich bin nicht geſand / denn nur zu den verloren Schafen / von dem hauſe Iſrael. 25Sie kam aber / vnd fiel fur jm nider / vnd ſprach / HErr hilff mir. 26Aber er antwortet vnd ſprach / Es iſt nicht fein / das man den Kindern jr Brot neme / vnd werff es fur die Hunde. 27Sie ſprach / Ja HErr / Aber doch eſſen die Hündlin von den broſſamlen / die von jrer Herrn tiſch fallen. 28Da antwortet Jheſus / vnd ſprach zu jr / O weib / Dein glaube iſt gros / Dir geſchehe wie du wilt. Vnd jre Tochter ward geſund zu der ſelbigen ſtunde.

 

 

 

LESUNG AUS DEN EPISTELN UND PREDIGTTEXT

Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom

Rom 10,9-17(18)

REIHE

III

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. X.

 

 

Aus dem Abschnitt

Iſraels falſche Entſcheidung

Verse 9-17

 

 

Paulus schreibt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 28.

 

 

 

 

→Joel. 2.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 52.

 

 

 

 

→Jeſa. 53.

 

 

 

 

 

 

SO du mit deinem munde bekenneſt Jheſum / das Er der HErr ſey / vnd gleubeſt in deinem hertzen / das In Gott von den Todten aufferwecket hat / ſo wirſtu ſelig. 10Denn ſo man von Hertzen gleubet / ſo wird man gerecht / Vnd ſo man mit dem Munde bekennet / ſo wird man ſelig. 11Denn die Schrifft ſpricht / Wer an In gleubet / wird nicht zu ſchanden werden. 12Es iſt hie kein vnterſcheid vnter Jüden vnd Griechen / Es iſt aller zu mal ein HERR / reich vber alle / die jn anruffen. 13Denn wer den Namen des HERRN wird anruffen / ſol ſelig werden.

14WIe ſollen ſie aber anruffen / an den ſie nicht gleuben? Wie ſollen ſie aber gleuben / von dem ſie nichts gehört haben? Wie ſollen ſie aber hören on Prediger? 15Wie ſollen ſie aber predigen / wo ſie nicht geſand werden? Wie denn geſchrieben ſtehet / Wie lieblich ſind die Füſſe dere / die den Friede verkündigen / die das Gute verkündigen. 16Aber ſie ſind nicht alle dem Euangelio gehorſam. Denn Iſaias ſpricht / HERR / Wer gleubet vnſerm predigen? 17So kompt der glaube aus der predigt / Das predigen aber durch das wort Gottes.

 

 

 

 

Fakultativ: Vers 18

→Pſal. 19.

 

 

18Ich ſage aber / Haben ſie es nicht gehöret? Zwar es iſt je in alle Land ausgegangen jrer ſchall / vnd in alle Welt jre wort.

 

 

 

LESUNG AUS DEM ALTEN TESTAMENT UND PREDIGTTEXT

Buch des Propheten Jesaja

Jes 49,1-6

REIHE

IV

 

 

 

Der Prophet Jeſáiá.

 

C. XLIX.

 

 

Verse 1-6

Gottes Knecht wird das Licht der Völker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HOret mir zu jr Inſulen / vnd jr Völcker in der ferne mercket auff. Der HERR hat mir geruffen von Mutterleibe an / Er hat meines Namens gedacht / da ich noch in Mutterleibe war. 2Vnd hat meinen Mund gemacht wie ein ſcharff Schwert / mit dem ſchatten ſeiner Hand hat er mich bedeckt / Er hat mich zum reinen Pfeil gemacht / vnd mich in ſeinen Köcher geſteckt. 3Vnd ſpricht zu mir / Du biſt mein knecht Iſrael / durch welchen ich wil gepreiſet werden. 4Ich aber dacht / Ich erbeitet vergeblich / vnd brechte meine Krafft vmb ſonſt vnd vnnützlich zu / Wiewol meine Sache des HERRN / vnd mein Ampt meines Gottes iſt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Reinen)

Der fein glat / glw vnd wol bereit iſt zu ſchieſſen.

 

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 42.

Act. 13.

 

 

 

 

 

5VND nu ſpricht der HERR / der mich von Mutterleibe an zu ſeinemKnecht bereitet hat / das ich ſol Jacob zu jm bekeren / auff das Iſrael nicht weg geraffet werde / Darumb bin ich fur dem HERRN herrlich / vnd mein Gott iſt meine ſtercke. 6Vnd ſpricht / Es iſt ein gerings / das du mein Knecht biſt / die ſtemme Jacob auffzurichten / vnd das verwarloſet in Iſrael wider zu bringen / Sondern ich hab dich auch zum Liecht der Heiden gemacht / Das du ſeieſt mein Heil bis an der Welt ende.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chriſtus

der Heiden Liecht vnd Heil.

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM ALTEN TESTAMENT

Buch des Josua

Jos 2,1-21

REIHE

I

 

 

 

Das Bucĥ
Jóſua.

 

C. II.

 

 

Verse 1-7

Joſuas Kundſchafter bei Rahab in Jericho

Rahab.

IOſua aber der ſon Nun / hatte zween Kundſchaffer heimlich aus­ge­ſand von Sittim / vnd jnen ge­ſagt / Gehet hin / beſehet das Land vnd Jeriho. Die giengen hin / vnd kamen in das haus einer Huren / die hies Rahab / vnd kereten zu jr ein.

Kund-

ſchafter ausge­ſand / das Land zu­er­kun­den.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA ward dem Könige zu Jeriho geſagt / Sihe / es ſind in dieſer nacht Menner her ein komen von den kindern Iſrael / das Land zu erkunden. 3Da ſandte der König zu Jeriho zu Rahab / vnd lies jr ſagen / Gib die Menner heraus / die zu dir in dein haus komen ſind / Denn ſie ſind komen das gantze Land zu erkunden. 4Aber das Weib verbarg die zween Menner / vnd ſprach alſo / Es ſind ja Menner zu mir herein komen / Aber ich wuſte nicht von wannen ſie waren. 5Vnd da man die Thor wolt zuſchließen / da es finſter war / giengen ſie hinaus / das ich nicht weis / wo ſie hin gangen ſind / Jaget jnen eilend nach / denn jr werdet ſie ergreiffen. 6Sie aber lies ſie auff das Dach ſteigen / vnd verdecket ſie vnter die flachsſtengel / den ſie jr auff dem dach ausgebreitet hatte. 7Aber die Menner jagten jnen nach auff dem wege zum Jordan / bis an die Furt / vnd man ſchlos das thor zu / da die hin aus waren / die jnen nachiagten.

 

 

 

 

 

 

Verse 8-21

Der Bund Rahabs mit den Kundſchaftern

 

→Ebre. 11.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Exo. 14.

→Num. 21.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND ehe denn die Menner ſich ſchlaffen legten / ſteig ſie zu jnen hin auff auff das Dach / 9vnd ſprach zu jnen / Ich weis das der HERR euch das Land gegeben hat / Denn ein ſchrecken iſt vber vns gefallen fur euch / vnd alle Einwoner des Lands ſind fur ewr zukunfft feig worden. 10Denn wir haben gehört / wie der HERR hat das waſſer im Schilffmeer ausgetrocknet fur euch her / da jr aus Egypten zoget / Vnd was jr den zween Königen der Amoriter Sihon vnd Og / jenſeid dem Jordan gethan habt / wie jr ſie verbannet habt. 11Vnd ſint wir ſolchs gehöret haben / iſt vnſer hertz verzagt / vnd iſt kein mut mehr in jemands fur ewer zukunfft / Denn der HERR ewr Gott / iſt ein Gott / beide oben im Himel / vnd vnten auff Erden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

12SO ſchweret mir nu bey dem HERRN / das / weil ich an euch barmhertzigkeit gethan habe / das jr auch an meines Vaters hauſe barmhertzigkeit thut / Vnd gebt mir ein gewis Zeichen 13das jr leben laſſet meinen Vater / meine Mutter / meine Brüder vnd meine Schweſter / vnd alles was ſie haben / vnd erretet vnſer Seelen von dem tode. 14Die Menner ſprachen zu jr / Thun wir nicht barmhertzigkeit vnd trew an dir / wenns vns der HERR das Land gibt / So ſol vnſer ſeele fur euch des tods ſein / So fern du vnſer Geſchefft nicht verrheteſt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

15DA lies ſie die ſelben am ſeil durchs Fenſter ernider / denn jr Haus war an der Stadmaure / vnd ſie wonet auch auff der mauren. 16Vnd ſie ſprach zu jnen Gehet auff das Gebirge / das euch nicht begegen die euch nachiagen / vnd verberget euch daſelbs drey tage / bis das die widerkomen / die euch nachiagen / Darnach gehet ewre ſtraſſe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DIe Menner aber ſprachen zu jr / Wir wollen aber des Eids los ſein / den du von vns genomen haſt / 18Wenn wir komen ins Land / vnd du nicht dis rote Seil in das fenſter knüpffeſt / da mit du vns ernider gelaſſen haſt / vnd zu dir ins haus verſamleſt / deinen Vater / deine Mutter / deine Brüder vnd deins Vaters gantzes haus. 19Vnd wer zur thür deins hauſes eraus gehet / des blut ſey auff ſeim heubt / vnd wir vnſchüldig. Aber aller die in deinem hauſe ſind / ſo eine hand an ſie gelegt wird / So ſol jr blut auff vnſerm heubt ſein. 20Vnd ſo du etwas von dieſem vnſern Geſchefft wirſt nachſagen / ſo wollen wir des Eids los ſein / den du von vns genomen haſt. 21Sie ſprach / Es ſey wie jr ſagt / vnd lies ſie gehen / Vnd ſie giengen hin / Vnd ſie knüpfft das rote Seil ins fenſter.

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Evangelium nach Markus

Mk 9,17-27

REIHE

V

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. IX.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Heilung des fallſüchtigen Knaben

|| →Mt 17,14-21    || →Lk 9,37-42

Verse 17-27

Mat. 17.

Luc. 9.

EIner aber aus dem Volck antwortet / vnd ſprach zu Jheſus / Meiſter / Ich habe meinen Son her bracht zu dir / der hat einen ſprachloſen Geiſt / 18vnd wo er jn erwiſſchet / ſo reiſſet er jn / vnd ſchewmet vnd knirſſchet mit den zeenen / vnd verdorret. Ich habe mit deinen Jüngern geredt / das ſie jn austrieben / vnd ſie könnens nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

19Er antwortet jm aber / vnd ſprach / O du vngleubiges Geſchlecht / wie lange ſol ich bey euch ſein? wie lange ſol ich mich mit euch leiden? Bringet jn her zu mir. 20Vnd ſie brachten jn her zu jm. Vnd als bald da jn der Geiſt ſahe / reis er jn / vnd fiel auff die erden / vnd waltzet ſich vnd ſchewmet. 21Vnd er fraget ſeinen Vater / Wie lange iſts / das jm widerfaren iſt? Er ſprach / Von kind auff / 22vnd offt hat er jn in fewr vnd waſſer geworffen / das er jn vmbbrechte. Kanſtu aber was / ſo erbarm dich vnſer / vnd hilff vns. 23Jheſus aber ſprach zu jm / Wenn du kündeſt gleuben / Alle ding ſind müglich dem der da gleubet.24Vnd als bald ſchrey des kindes Vater mit threnen / vnd ſprach / Ich gleube / Lieber HErr Hilff meinem vnglauben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

25DA nu Jheſu ſahe / das das Volck zulieff / bedrawet er den vnſaubern Geiſt / vnd ſprach zu jm / Du ſprachloſer vnd tauber Geiſt / Ich gebiete dir / das du von jm ausfareſt / vnd fareſt hinfurt nicht in jn. 26Da ſchrey er / vnd reis jn ſeer / vnd fur aus / Vnd er ward als were er tod / Das auch viel ſagten / er iſt tod. 27Jheſus aber ergreiff jn bey der hand / vnd richtet jn auff / Vnd er ſtund auff. 28Vnd da er heim kam / Frageten jn ſeine Jünger beſonders / Warumb kundten wir jn nicht austreiben? 29Vnd er ſprach / Dieſe Art kan mit nichte aus faren / denn durch beten vnd faſten.

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Brief des Paulus an die Gemeinden in Galatien

Gal 3,26-29

REIHE

VI

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Páuli:
An die Gálater.

 

C. III.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der Glaube löſt das Geſetz ab

Verse 26-29

 

 

Paulus schreibt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IR ſeid alle Gottes Kinder / durch den glauben an Chriſto Jheſu. 27Denn wie viel ewer getaufft ſind / die haben Chriſtum angezogen. 28Hie iſt kein Jüde noch Grieche / hie iſt kein Knecht noch Freier / hie iſt kein Man noch Weib / Denn jr ſeid allzumal einer in Chriſto Jheſu. 29Seid jr aber Chriſti / ſo ſeid jr ja Abrahams ſamen / vnd nach der verheiſſunge Erben.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Erstes Buch Mose | Genesis

1Mos 6,9-22

POOL

W
1

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. VI.

 

 

Verse 9-22

Die Ankündigung der Sintflut

Noah

Söne.

DIS iſt das Geſchlecht Noah. Noah war ein from Man vnd on wan­del / vnd füret ein göttlich Le­ben zu ſeinen zeiten. 10Vnd zeu­get drey Söne / Sem / Ham / Japheth. 11Aber die Erde war verderbet fur Gottes augen / vnd vol freuels. 12Da ſahe Gott auff Erden / vnd ſihe / ſie war verderbet / Denn alles Fleiſch hatte ſeinen weg verderbet auff Erden. 13DA ſprach Gott zu Noah / Alles Fleiſches ende iſt fur mich komen / Denn die Erde iſt vol freuels von jnen / Vnd ſihe da / Ich wil ſie verderben mit der Erden.

Noah

Kaſten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MAche dir einen Kaſten von tennen Holtz / vnd mache Kammern drinnen / vnd verpiche ſie mit Bech inwendig vnd auswendig / 15Vnd mache jn alſo. Drey hundert Ellen ſey die lenge / funffzig ellen die weite / vnd dreiſſig ellen die höhe. 16Ein Fenſter ſoltu dran machen oben an / einer ellen gros. Die Thür ſoltu mitten in ſeine ſeiten ſetzen. Vnd ſol drey Boden haben / Einen vnten / den andern in der mitte / den dritten in der höhe. 17Denn ſihe / Ich wil eine Sindflut mit waſſer komen laſſen auff Erden / zu verderben alles Fleiſch / darin ein lebendiger Odem iſt / vnter dem Himel / Alles was auff Erden iſt / ſol vntergehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

18ABer mit dir wil ich einen Bund auffrichten / Vnd du ſolt in den Kaſten gehen / mit deinen Sönen / mit deinem Weibe / vnd mit deiner ſöne Weibern. 19Vnd du ſolt in den Kaſten thun allerley Thier von allem Fleiſch / ja ein par / Menlin vnd Frewlin / das ſie lebendig bleiben bey dir. 20Von den Vogeln nach jrer art / von dem Vieh nach ſeiner art / vnd von allerley Gewürm auff erden nach ſeiner art. Von den allen ſol je ein Par zu dir hinein gehen / das ſie leben bleiben. 21Vnd du ſolt allerley Speiſe zu dir nemen / die man iſſet / vnd ſolt ſie bey dir ſamlen / das ſie dir vnd jnen zur Narung da ſeien. 22Vnd Noah thet alles was jm Gott gebot.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Brief an die Hebräer

Hebr 11,1-3

POOL

W
2

 

 

 

Die Epiſtel:
An die Ebreer.

 

C. XI.

 

 

Aus dem Abschnitt

Von der Schöpfung bis Noah

Verse 1-3

 

 

 

Der Apostel schreibt:

 

 

 

 

 

 

 

 

→Gene. 1.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ES iſt aber der Glaube / eine gewiſſe

zuuerſicht / des / das man hoffet / Vnd nicht zweiueln an dem / das man nicht ſihet. 2Durch den haben die Alten zeugnis vberkomen. 3Durch den Glauben mercken wir / das die Welt durch Gottes wort c fertig iſt / Das alles das man ſihet / d aus nichte worden iſt.

c

(Fertig)

Das iſt / Sie iſt in ſchwang ge­bracht das ſie ge­het vnd ſte­het nach Got­tes wort on vn­ter­las / vn­ge­hin­dert vnd on auff­hö­ren.

d

(Aus nicht)

Das hie ſte­het / Inui­ſi­bi­li­bus

→*1) / heiſ­ſen wir / Nichts / vnd iſt auch noch nichts / bis es ge­ſchicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*1) lat.: Invisibilibus, dt.: »geistig, unsichtbar«

Luther erklärt, warum er das lateinische Wort invisibilibus mit aus nichte, und nicht mit aus unſichtbarem bzw. aus geiſtigem (aus dem Geist) übersetzt hat.

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Evangelium nach Johannes

Joh 9,35-41

POOL

W
3

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. IX.

 

 

Verse 35-41

Das Bekenntnis des geheilten Blinden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ES kam fur Jheſum / das ſie den Blinden, den Jheſus geheilt hatte, ausgeſtoſſen hatten / Vnd da er jn fand / ſprach er zu jm / Gleubſtu an den Son Gottes? 36Er antwortet / vnd ſprach / HErr welcher iſts? auff das ich an jn gleube. 37Jheſus ſprach zu jm / Du haſt jn geſehen / vnd der mit dir redet / der iſts. 38Er aber ſprach / HErr / Ich gleube / Vnd betet jn an.

39VND Jheſus ſprach / Ich bin zum Gerichte auff dieſe Welt komen / Auff das die da nicht ſehen / ſehend werden / Vnd die da ſehen / blind werden. 40Vnd ſolches höreten etliche der Phariſeer / die bey jm waren / vnd ſprachen zu jm / Sind wir denn auch blind? 41Jheſus ſprach zu jnen / Weret jr blind / ſo hettet jr keine ſünde / Nu jr aber ſprecht / Wir ſind ſehend / bleibet ewre Sünde.

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Ge­stal­tung der Gottes­dien­ste schla­gen die Ord­nun­gen der evan­ge­li­schen Kir­chen bib­li­sche Texte vor.

Sie sind je­doch nicht nur für den Vor­trag im Gottes­dienst ge­dacht. Es sind gleich­zei­tig Lese­emp­feh­lun­gen für je­den, der sich für die christ­li­che Re­li­gi­on oder für die Bi­bel in der prak­ti­schen An­wen­dung in­ter­es­siert.

Wir möch­ten Sie daher aus­drück­lich da­zu er­mun­tern, die Text­stel­len ein­mal in Ihrer Bi­bel zu le­sen!

Über das Jahr be­trach­tet, wer­den Sie auf die­se Wei­se die we­sent­li­chen Text­zeug­nis­se ken­nen­ler­nen, auf die sich die christ­li­che Re­li­gi­on stützt.

 

Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe der Lutherbibel von 1545

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt wird, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen.

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, mit der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 
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