6. Sonntag nach Trinitatis
Sonntag, 8. Juli 2018

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Titel: Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
8.7.2018 | 6. Sonntag nach Trinitatis
Sonntag
 

Kirchenjahr 2017/2018

6. Sonntag
nach Trinitatis

 

 
Symbol

Hl. Kilian
(† [der Legende nach] um 689 in Würzburg)

 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

Info

Fällt der →Tag der Apostel Petrus und Paulus (29. Juni) auf den 6. Sonntag nach Trinitatis, dann können die Lesungen dieses Gedenktages an die Stelle der Sonntagslesungen treten.

 

Fällt der→Tag des Besuchs Marias bei Elisabeth, Heimsuchung, (2. Juli) auf den 6. Sonntag nach Trinitatis oder auf einen Tag der vorausgehenden oder folgenden Woche, dann sollen die Lesungen dieses Gedenktages an die Stelle der Sonntagslesungen treten.

 

Fällt der →Tag des Apostels Jakobus des Älteren (25. Juli) auf diesen Sonntag, so ist er am Vorabend oder in der Woche danach zu begehen.

 

Wirkung in 2018

Achtung!

Der 2. Juli ist in diesem Jahr am Montag vor dem 6. Sonntag nach Trinitatis. Das →Proprium des→Tags des Besuchs Marias bei Elisabeth, Heimsuchung, (2. Juli) kann das Sonntagsproprium ersetzen.

 
Kalenderblätter
 
Bewegliches Datum
Der 6. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>28. Juni und dem 1. August eines Jahres.
  • 6. Sonntag nach Trinitatis
  • 14. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 6. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    28. Juni und dem 1. August eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 98 Tage nach Ostern
  • am 99. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
Symbol Evangelisch
 

Der evangelische

6. Sonntag
nach Trinitatis

Gottesdienstliche Ordnung

gültig in den Kirchenjahren 1978/1979 bis 2017/2018

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

 
Titel Perikopen

6. Sonntag nach Trinitatis

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre 1978/1979 bis 2017/2018

DieTexte für Lesungen und Predigt nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG AUS DEM EVANGELIUM UND PREDIGTTEXT

Evangelium nach Matthäus

Mt 28,16-20

REIHE

I

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. XXVIII.

 

 

Verse 16-20

Der Miſſionsbefehl

→Mk 16,15    ↑ →Lk 24,46-47    ↑ →Joh 20,21-23

 

DIe eilff Jünger giengen in Galilea / auff einen Berg / da hin Jheſus jnen beſcheiden hatte. 17Vnd da ſie jn ſahen / fielen ſie fur jm nider / Etliche aber zweiuelten. 18Vnd Jheſus trat zu jnen / redet mit jnen / vnd ſprach

Mir iſt gegeben alle Gewalt im Himel vnd Erden.

19Darumb gehet hin / vnd leret alle Völcker / vnd

teuffet ſie / im Namen des Vaters / vnd des

Sons / vnd des heiligen Geiſts /

20Vnd leret ſie halten alles was ich

euch befolhen habe.

Vnd ſihe /

Ich bin bey euch alle tage /

bis an der Welt ende.

 

 

 

LESUNG AUS DEN EPISTELN UND PREDIGTTEXT

Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom

Rom 6,3-8(9-11)

REIHE

II

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. VI.

 

 

Aus dem Abschnitt

Das neue Leben

Verse 3-8

 

 

Paulus schreibt:

 

WIſſet jr nicht / Das alle / die wir in Jheſum Chriſt getaufft ſind / die ſind in ſeinen Tod getaufft? 4So ſind wir je mit jm begraben durch die Tauffe in den Tod / Auff das / gleich wie Chriſtus iſt aufferweckt von den Todten / durch die Herrligkeit des Vaters / Alſo ſollen auch wir in einem newen Leben wandeln. 5So wir aber ſampt jm gepflantzet werden zu gleichem Tode / So werden wir auch der Aufferſtehung gleich ſein / 6Die weil wir wiſſen / Das vnſer alter Menſch ſampt jm gecreutziget iſt / Auff das der ſündliche Leib auffhöre / das wir hinfurt der ſunde nicht dienen. 7Denn wer geſtorben iſt / der iſt gerechtfertiget von der ſunden.

8SInd wir aber mit Chriſto geſtorben / ſo gleuben wir / das wir auch mit jm leben werden.

 

(In ſeinen tod)

Das wir auch (wie er) ſterben / Denn wir ſterben der ſunde nicht gar abe / das Flei­ſch ſterbe denn auch leiblich.

 

 

 

 

Fakultativ: Verse 9-11

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9Vnd wiſſen / Das Chriſtus von den den Todten erwecket / hinfurt nicht ſtirbet / der Tod wird hinfurt vber jn nicht herrſchen. 10Denn das er geſtorben iſt / das er der Sünde geſtorben / zu einem mal / Das er aber lebet / das lebet er Gotte. 11Alſo auch jr / haltet euch da fur / das jr der Sünde geſtorben ſeid / vnd lebet Gotte / in Chriſto Jheſu vnſerm HErrn.

 

 

 

LESUNG AUS DEM ALTEN TESTAMENT UND PREDIGTTEXT

Buch des Propheten Jesaja

Jes 43,1-7

REIHE

V

 

 

 

Der Prophet Jeſáiá.

 

C. XLIII.

 

 

Verse 1-7

Gott erlöſt ſein Volk

 

SO ſpricht der HERR / der dich geſchaffen hat Jacob / vnd dich gemacht hat Iſrael. Fürcht dich nicht / Denn ich habe dich erlöſet / Ich habe dich bey deinem namen geruffen / Du biſt mein. 2Denn ſo du durch Waſſer geheſt / wil ich bey dir ſein / das dich die Ströme nicht ſollen erſeuffen / Vnd ſo du ins Fewr geheſt / ſoltu nicht brennen / vnd die Flamme ſol dich nicht anzünden. 3Denn ich bin der HERR dein Gott / der Heilige in Iſrael / dein Heiland / Ich habe Egypten / Moren vnd a Seba an deine ſtat zur verſünung gegeben. 4Weil du ſo werd biſt fur meinen Augen geacht / muſtu auch herrlich ſein / vnd ich hab dich lieb / Darumb gebe ich Menſchen an deine ſtat / vnd Völcker fur deine Seele.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a

Seba iſt ein

Heubtſtad in Mo­ren­land.

 

(Deine ſeele)

Das iſt / Ich laſſe ander Lender verſtören durch den König zu Aſſur / auff das du erhalten werdeſt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5SO fürcht dich nu nicht / denn ich bin bey dir / Ich wil vom Morgen deinen Samen bringen / vnd wil dich vom Abend ſamlen. 6Vnd wil ſagen gegen Mitternacht / Gib her / vnd gegen Mittage / wehre nicht / Bringe meine Söne von ferne her / vnd meine Töchter von der Welt ende. 7Alle die mit meinem Namen genennet ſind / nemlich / die ich geſchaffen hab / zu meiner Herrligkeit vnd ſie zubereit vnd gemacht.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM ALTEN TESTAMENT

Fünftes Buch Mose | Deuteronomium

5Mos 7,6-12

REIHE

III

 

 

 

Das Fünffte Bucĥ
Moſe.

 

C. VII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Warnung vor Gemeinſchaft mit den Heiden

Verse 6-8

 

 

Mose sprach zum Volk Israel:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Exo. 19.

DU biſt ein heilig Volck Gott deinem HERRN / Dich hat Gott dein HERR erwelet zum volck des Eigenthums / aus allen Völckern die auff Erden ſind. 7Nicht hat euch der HERR angenomen vnd euch erwelet / das ewr mehr were denn alle Völcker / Denn du biſt das wenigſt vnter allen völckern. 8Sondern das er euch geliebet hat / vnd das er ſeinen Eid hielte / den er ewren Vetern geſchworen hat / hat er euch ausgefüret mit mechtiger Hand / vnd hat dich erlöſet von dem Hauſe des dienſts / aus der hand Pharao des königes in Egypten.

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Abschnitt

Verheiſſung des göttlichen Segens

Verse 9-12

→Exo. 20.

→Exo. 34.

Deut. 14.

SO ſoltu nu wiſſen / das der HERR dein Gott ein Gott iſt / ein trewer Gott / der den Bund vnd Barmhertzigkeit helt / denen / die jn lieben vnd ſeine Gebot halten / in tauſent Glied. 10Vnd vergilt denen die jn haſſen / fur ſeim Angeſicht / das er ſie vmbbringe / vnd ſeumet ſich nicht / das er denen vergelte fur ſeinem Angeſicht / die jn haſſen. 11So behalte nu die Gebot / vnd Geſetz / vnd Rechte / die ich dir heute gebiete / das du darnach thuſt.

Geſetzs

verheiſſunge.

Exo. 23.

Leui. 26.

Deut. 28.

 

 

 

12VND wenn jr dieſe Rechte höret vnd haltet ſie vnd darnach thut / So wird der HERR dein Gott auch halten den Bund vnd Barmhertzigkeit / die er deinen Vetern geſchworen hat /

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Apostelgeschichte nach Lukas

Apg 8,26-39

REIHE

IV

 

 

 

Das anderteil des Euangelij S. Lucas: Von der Apoſtel Geſcĥicĥte.

 

C. VIII.

 

 

Verse 26-39

Der Kämmerer aus Äthiopien

 

DEr Engel des HERRN redet zu Philippo / vnd ſprach / Stehe auff vnd gehe gegen mittag / auff die ſtraſſen die von Jeruſalem gehet hin ab gen Gaza / die da wüſte iſt. 27Vnd er ſtund auff vnd gieng hin. Vnd ſihe / ein Man aus Morenland ein Kemerer vnd gewaltiger der Königin Candakes in Morenland / welcher war vber alle jre Schatzkamer / der war komen gen Jeruſalem anzubeten / 28Vnd zoch wider heim / vnd ſaſſ auff ſeinem wagen / vnd las den Propheten Iſaiam.

Kemerer aus

Morenland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 53.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

29DEr Geiſt aber ſprach zu Philippo / Gehe hinzu / vnd mache dich bey dieſen wagen. 30Da lieff Philippus hinzu vnd höret / das er den Propheten Iſaiam las / vnd ſprach / Verſteheſtu auch was du lieſſeſt? 31Er aber ſprach / Wie kan ich / ſo mich nicht jemand anleitet? Vnd ermanet Philippum / das er aufftrete / vnd ſetzte ſich bey jn. 32Der inhalt aber der Schrifft / die er las / war dieſer / Er iſt wie ein Schaff zur ſchlachtung gefüret / vnd ſtill wie ein Lamb fur ſeinem Scherer / Alſo hat er nicht auffgethan ſeinen Mund. 33In ſeiner nidrigkeit iſt ſein Gerichte erhaben. Wer wird aber ſeines Lebens lenge ausreden? Denn ſein Leben iſt von der erden weggenomen. 34Da antwortet der Kemerer Philippo / vnd ſprach / Ich bitte dich / von wem redet der Prophet ſolches? Von jm ſelber / oder von jemand anders? 35Philippus aber that ſeinen mund auff / vnd fieng von dieſer Schrifft an / vnd prediget jm das Euangelium Jheſu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Lebens lenge)

Das iſt / wie lan­ge er regie­ren ſol / das iſt ewig­lich.

 

Philippus

prediget dem Ke­me­rer das Eu­an­ge­lium etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

36VND als ſie zogen der ſtraſſen nach / kamen ſie an ein waſſer. Vnd der Kemerer ſprach / Sihe / da iſt waſſer / Was hinderts / das ich mich teuffen laſſe? 37Philippus aber ſprach / Gleubeſtu von gantzem hertzen / So mags wol ſein. Er antwortet / vnd ſprach / Ich gleube / Das Jheſus Chriſtus Gottes Son iſt. 38Vnd er hies den wagen halten / vnd ſtiegen hin ab in das waſſer / beide Philippus vnd der Kemerer / vnd er teuffet jn. 39Da ſie aber her auff ſtiegen aus dem Waſſer / rücket der geiſt des HErrn Philippum hin weg / vnd der Kemerer ſahe jn nicht mehr. Er zoch aber ſeine ſtraſſe frölich.

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Erster Brief des Petrus

1Petr 2,2-10

REIHE

VI

 

 

 

Die erſte Epiſtel
S. Peters.

 

C. II.

 

 

Aus dem Abschnitt

Das neue Gottesvolk

Verse 2-10

 

 

Petrus schreibt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Matt. 21.

SEid girig nach der vernünfftigen lautern Milch / als die jtzt ge­bor­nen Kindlin / Auff das jr durch die ſelbigen zunemet. 3So jr anders geſchmackt habt / das der HERr freundlich iſt / 4Zu welchem jr komen ſeid / als zu dem lebendigen Stein / Der von den Menſchen verworffen / Aber bey Gott iſt er auſſerwelet vnd köſtlich. 5Vnd auch jr / als die lebendige Steine / bawet euch zum geiſtlichen Hauſe / vnd zum heiligen Prieſterthum / zu opffern geiſtliche Opffer / die Gott angenem ſind / durch Jheſum Chriſtum.

(Vernünfftigen)

Das iſt / geiſt­li­che milch / wel­che iſt das Euan­ge­li­um ſo mans mit dem Glau­ben faſ­ſet / nicht mit fleiſch­li­chem ſinn / Denn da mit wirds falſch vnd vn­rei­ne milch.

Jeſa. 28.

→Pſal. 118.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 8.

 

 

6DArumb ſtehet in der ſchrifft / Sihe da / Ich lege einen auſſerweleten köſtlichen Eckſtein in Zion / Vnd wer an jn gleubet / der ſol nicht zuſchanden werden. 7Euch nu / die jr gleubet / iſt er köſtlich / Den vngleubigen aber / iſt der Stein / den die Bawleute verworffen haben / vnd zum Eckſtein worden iſt / 8ein Stein des an ſtoſſens vnd ein Fels des ergernis / Die ſich ſtoſſen an dem wort / vnd gleuben nicht dran / darauff ſie geſetzt ſind.

→Exod. 19.

 

 

 

 

 

→Oſee. 2.

→Rom. 9.

 

 

 

9IR aber ſeid das auſſerwelete Geſchlecht / das kö­nig­li­che Prieſterthum / das heilige Volck / das volck des Eigenthums / Das jr verkündigen ſolt die Tugent des / der euch beruffen hat von der Finſternis / zu ſeinem wunderbaren Liecht. 10Die jr weiland nicht ein Volck waret / Nu aber Gottes volck ſeid / Vnd weiland nicht in gnaden waret / nu aber in gnaden ſeid.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Erstes Buch Mose | Genesis

1Mos 7 und 8 (in Auswahl)

in Auswahl

POOL

W
1

Achtung!

Es bleibt im Gottesdienst dem Prediger überlassen, geeignete Abschnitte und Verse als Grundlage seiner Predigt für die Gemeinde aus dem empfohlenen Textumfang auszuwählen.

Für das persönliche Studium und die Meditation außerhalb der gottesdienstlichen Praxis empfiehlt es sich, den gesamten Text heranzuziehen.

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. VII.

 

 

Die Sintflut

 

DEr HERR ſprach zu Noah / Gehe in den Kaſten / du vnd dein gantz Haus / Denn dich hab ich Gerecht erſehen fur mir zu dieſer zeit. 2Aus allerley reinem Vieh nim zu dir / ja ſieben vnd ſieben / das Menlin vnd ſein Frewlin. Von dem vnreinen Vieh aber je ein Par / das Menlin vnd ſein Frewlin. 3Des ſelben gleichen von den Vogeln vnter dem Himel / ja ſieben vnd ſieben / das Menlin vnd ſein Frewlin / Auff das ſame lebendig bleibe auff dem gantzen Erdboden. 4Denn noch vber ſieben tage wil ich regen laſſen auff Erden / vierzig tag vnd vierzig nacht / vnd vertilgen von dem Erdboden alles was das weſen hat / das ich gemacht habe.

→Mat. 24.

→Luc. 17.

→1. Pet. 3.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND Noah thet alles was jm der HERR gebot. 6Er war aber ſechshundert jar alt / da das waſſer der Sindflut auff Erden kam. 7Vnd er gieng in den Kaſten mit ſeinen Sönen / Weibe / vnd ſeiner Söne Weibern / für dem geweſſer der Sindflut. 8Von dem reinen Vieh vnd von dem vnreinen / von den Vogeln / vnd von allem Gewürm auff erden / 9giengen zu jm in den Kaſten bey paren / ja ein Menlin vnd Frewlin / wie jm der HERR geboten hatte. 10Vnd da die ſieben tage vergangen waren / kam das geweſſer der Sindflut auff Erden.

Noah ge-

het in den Kaſten etc.

 

 

 

 

 

 

IN dem ſechshunderten jar des alters Noah / am ſiebenzehenden tag des andern Monden / das iſt der tag / da auffbrachen alle Brünne der groſſen Tieffen / vnd theten ſich auff die Fenſter des Himels / 12vnd kam ein Regen auff Erden vierzig tag vnd vierzig nacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

13EBen am ſelben tage gieng Noah in den Kaſten mit Sem / Ham vnd Japheth ſeinen Sönen / vnd mit ſeinem Weibe vnd ſeiner Söne dreien Weibern. 14Da zu allerley Thier nach ſeiner art / allerley Vieh nach ſeiner art / allerley Gewürm das auff Erden kreucht / nach ſeiner art / vnd allerley Vogel nach jrer art / Alles was fliegen kund / vnd alles was fittich hatte / 15das gieng alles zu Noah in den Kaſten bey Paren / von allem Fleiſch / da ein lebendiger Geiſt innen war / 16vnd das waren Menlin vnd Frewlin von allerley Fleiſch / vnd giengen hin ein / wie denn Gott jm geboten hatte. Vnd der HERR ſchlos hinder jm zu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Holzschnitt zum 1. Buch Mose, Kapitel 7: Die Sintflut

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA kam die Sindflut vierzig tage auff Erden / vnd die Waſſer wuchſen / vnd huben den Kaſten auff / vnd trugen jn empor vber der Erden. 18Alſo nam das Geweſſer vberhand / vnd wuchs ſeer auff Erden / das der Kaſte auff dem geweſſer fuhr. 19Vnd das geweſſer nam vberhand vnd wuchs ſo ſeer auff Erden / das alle hohe Berge vnter dem gantzen Himel bedeckt wurden / 20funffzehen Ellen hoch gieng das geweſſer vber die Berge / die bedeckt wurden.

→Mat. 24.

2.Par. 2.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→1. Pet. 3.

 

 

Geweſſer iſt geſtandten. 150. tage.

 

 

 

21DA gieng alles Fleiſch vnter / das auff Erden kreucht / an Vogeln / an Vieh / an Thieren / vnd an allem das ſich reget auff Erden / vnd an allen Menſchen / 22Alles was einen lebendigen Odem hatte im Trocken / das ſtarb. 23Alſo ward vertilget alles was auff dem Erdboden war / vom Menſchen an bis auff das Vieh / vnd auff das Gewürm / vnd auff die Vogel vnter dem Himel / das ward alles von der Erden vertilget / Allein Noah bleib vber / vnd was mit jm in dem Kaſten war. 24Vnd das Geweſſer ſtund auff Erden hundert vnd funffzig tage.

 

 

 

 

 

 

C. VIII.

 

 

 

 

 

 

Das Ende der Sintflut

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA gedachte Gott an Noah / vnd an alle

Thier / vnd an alles Vieh / das mit jm in dem Kaſten war / Vnd lies Wind auff Erden komen / Vnd die Waſſer fielen / 2vnd die Brünne der tieffen wurden verſtopffet ſampt den Fenſtern des Himels / vnd dem Regen vom Himel ward gewehret / 3Vnd das Geweſſer verlieff ſich von der Erden jmer hin / vnd nam abe / nach hundert vnd funffzig tagen.

 

 

 

Ararat.

 

 

 

 

AM ſiebenzehenden tag des ſiebenden Monden / lies ſich der Kaſte nider auff das gebirge Ararat. 5Es verlieff aber das Geweſſer fort an vnd nam abe / bis auff den zehenden Mond / Am erſten tag des zehenden Monds / ſahen der Berge ſpitzen erfür.

 

 

 

RABE.

 

 

 

NAch vierzig tagen / thet Noah das Fenſter auff an dem Kaſten / das er gemacht hatte / 7vnd lies einen Raben ausfliegen / Der flog jmer hin vnd wider her / Bis das Geweſſer vertrocket auff Erden.

 

Taube.

 

 

 

 

 

 

 

DARnach lies er eine Tauben von ſich ausfliegen / Auff das er erfüre / ob das Geweſſer gefallen were auff Erden. 9Da aber die Taube nicht fand / da jr fuſs rugen kund / kam ſie wider zu jm in den Kaſten / Denn das Geweſſer war noch auff dem gantzen Erdboden / Da thet er die hand er aus / vnd nam ſie zu ſich in den Kaſten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA harret er noch ander ſieben tage / vnd lies aber mal eine Taube fliegen aus dem Kaſten / 11Die kam zu jm vmb Veſperzeit / Vnd ſihe / ein Oleblat hatte ſie abgebrochen / vnd trugs in jrem Munde / Da vernam Noah / das das Geweſſer gefallen were auff Erden. 12Aber er harret noch ander ſieben tage / vnd lies eine Taube ausfliegen / die kam nicht wider zu jm.

 

(Oleblat)

Das blat be­deut das Euan­ge­li­um / das der hei­li­ge Geiſt in die Chri­ſten­heit hat pre­di­gen laſ­ſen / Denn Ole be­deut barm­her­tzig­keit vnd frie­de / da­uon das Euan­ge­li­um le­ret.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IM ſechshunderſten vnd einem jar des alters Noah / am erſten tage des erſten Monden / vertrockte das Geweſſer auff Erden. Da thet Noah das dach von dem Kaſten / vnd ſahe / das der Erdboden trocken war. 14Alſo ward die Erde gantz trocken am ſieben vnd zwentzigſten Tage des andern Monden.

 

 

 

 

 

Noah verläſſt die Arche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA redet Gott mit Noah / vnd ſprach / 16Gehe aus

dem Kaſten du vnd dein weib / deine Söne vnd deiner ſöne weiber mit dir. 17Allerley Thier das bey dir iſt / von allerley Fleiſch / an Vogeln / an Vieh / vnd an allerley Gewürm / das auff erden kreucht / das gehe er aus mit dir / Vnd reget euch auff Erden / vnd ſeid fruchtbar vnd mehret euch auff Erden. 18Alſo gieng Noah er aus mit ſeinen Sönen vnd mit ſeinem Weib vnd ſeiner ſönen Weibern. 19Da zu allerley Thier / allerley Gewürm / allerley Vogel / vnd alles was auff erden kreucht / das gieng aus dem Kaſten / ein jglichs zu ſeines Gleichen.

 

 

 

 

 

Noahs Opfer und die Verheißung des HERRN

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 54.

 

 

 

 

 

 

 

→Gen. 1.

 

 

 

NOah aber bawet dem HERRN einen Altar / vnd nam von allerley reinem Vieh / vnd von allerley reinem Geuogel / vnd opffert Brandopffer auff dem Altar. 21Vnd der HERR roch den lieblichen Geruch / vnd ſprach in ſeinem hertzen / Ich wil hin furt nicht mehr die Erde verfluchen vmb der Menſchen willen / Denn das tichten des menſchlichen Hertzen iſt böſe von Jugent auff / Vnd ich wil hinfurt nicht mehr ſchlahen alles was da lebet / wie ich gethan habe. 22So lange die Erden ſtehet / ſol nicht auffhören / Samen vnd Ernd / Froſt vnd Hitz / Sommer vnd Winter / Tag vnd Nacht.

 

 

 

Die Holzschnitte der Bibel

Holzschnitt in 1Mos 7

»Die Sintflut«

Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Die Bildsprechung finden Sie in diesem Artikel:

Bild zu 1Mos 7

→»Die Sintflut« (1Mos 7)

Die Sintflut war eine Katastrophe ungeheuren Ausmaßes. Das Bild zeigt Angst, Verzweiflung, Hilflosigkeit, den Kampf um das Überleben und das große Sterben. Doch es zeigt auch die Hoffnung und den Neubeginn.

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Zweites Buch Mose | Exodus

2Mos 14,8b-31

in Auswahl

POOL

M
2

Achtung!

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Das Ander Bucĥ
Moſe.

 

C. XIIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Iſraels Durchzug durchs Schilfmeer

Verse 8b-31

 

 

 

 

 

 

 

 

DIe kinder Iſrael waren durch eine hohe Hand ausgegangen. 9Vnd die Egypter jagten jnen nach / vnd ereileten ſie (da ſie ſich gelagert hatten am meer) mit Roſſen vnd Wagen vnd Reutern vnd allem Heer des Pharao / im tal Hiroth gegen BaalZephon.

 

 

 

 

 

Iſrael

murret wi­der Moſe etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND da Pharao nahe zu jnen kam / huben die kinder Iſrael jre augen auff / Vnd ſihe / die Egypter zogen hinder jnen her / Vnd ſie furchten ſich ſeer / vnd ſchrien zu dem HERRN. 11Vnd ſprachen zu Moſe / Waren nicht Greber in Egypten / das du vns muſteſt wegfüren / das wir in der wüſten ſterben? Warumb haſtu vns das gethan / das du vns aus Egypten gefüret haſt? 12Iſt nicht das / das wir dir ſagten in Egypten / Höre auff / vnd las vns den Egyptern dienen? Denn es were vns je beſſer den Egyptern dienen / den in der wüſten ſterben. 13Moſe ſprach zum Volck / Fürchtet euch nicht / ſtehet feſt / vnd ſehet zu / was fur ein c Heil der HERR heute an euch thun wird / Denn dieſe Egypter die jr heute ſehet / werdet jr nimermehr ſehen ewiglich / 14Der HERR wird fur euch ſtreiten / vnd jr werdet ſtill ſein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

c

Hülffe.

 

 

 

Sap. 19.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

15DEr HERR ſprach zu Moſe / Was ſchreieſtu zu mir? Sage den kindern Iſrael / das ſie ziehen. 16Du aber heb deinen Stab auff / vnd recke deine Hand vber das Meer / vnd teile es von einander / das die kinder Iſrael hinein gehen / mitten hin durch auff dem trocken. 17Sihe / Ich wil das hertz der Egypter verſtocken / das ſie euch nachfolgen / So wil ich Ehre einlegen an dem Pharao / vnd an aller ſeiner Macht / an ſeinen Wagen vnd Reutern. 18Vnd die Egypter ſollens innen werden / das ich der HERR bin / wenn ich Ehre eingelegt habe an Pharao / vnd an ſeinen Wagen vnd Reutern.

(Was ſchreieſtu)

Mercke hie ein treff­lich Exem­pel wie der Glau­be kempf­fet / zap­pelt vnd ſchrei­et in nö­ten vnd fer­lig­keit / Vnd wie er ſich an Got­tes wort blos helt / vnd von Gott Troſt em­pfe­het / vnd vber­win­det.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Holzschnitt, Bild zu: Das 2. Buch Mose, Kapitel 14, Der Zug durchs Schilfmeer

Engel

→Pſal. 78.

→Pſal. 105.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA erhub ſich der Engel Gottes / der fur dem Heer Iſrael her zoch / vnd macht ſich hinder ſie / Vnd die Wolckſeule macht ſich auch von jrem angeſicht / vnd trat hinder ſie / 20vnd kam zwiſſchen das Heer der Egypter vnd das Heer Iſrael. Es war aber ein finſter Wolcken / vnd erleuchtet die nacht / das ſie die gantze nacht / dieſe vnd jene / nicht zuſamen komen kundten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Erleuchtet)

Das iſt / Es war ein wet­ter­leuch­ten in der di­cken wol­cken.

Kinder

Iſrael ge­hen durchs Rote Meer

→Pſal. 78.

→Pſal. 106.

→Ebre. 11.

 

 

 

 

 

 

 

21DA nu Moſe ſeine Hand recket vber das meer / lies es der HERR hin weg faren / durch einen ſtarcken Oſtwind die gantze nacht / vnd macht das meer trocken / Vnd die Waſſer teileten ſich von einander. 22Vnd die kinder Iſrael giengen hin ein / mitten ins Meer auffm trucken / vnd das Waſſar →*2) war jnen fur Mauren / zur rechten vnd zur lincken. 23Vnd die Egypter folgeten / vnd giengen hin ein jnen nach alle roſs Pharao / vnd wagen vnd Reuter mitten ins meer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ALS nu die Morgenwache kam / ſchawet der HERR auff der Egypter Heer / aus der Fewrſeulen vnd Wolcken / Vnd macht ein ſchrecken in jrem Heer / 25vnd ſties die reder von jren wagen / ſtürtzet ſie mit vngeſtüm. Da ſprachen die Egypter / Laſſt vns fliehen von Iſrael / Der HERR ſtreitet fur ſie wider die Egypter. 26Aber der HERR ſprach zu Moſe / Recke deine hand aus vber das Meer / das das waſſer wider her falle vber die Egypter / vber jre wagen vnd Reuter. 27Da recket Moſe ſeine Hand aus vber das Meer / Vnd das meer kam wider fur morgens in ſeinen ſtrom / vnd die Egypter flohen jm entgegen. Alſo ſtürtzet der HERR mitten ins meer / 28das das waſſer wider kam / vnd bedecket Wagen vnd Reuter / vnd alle Macht des Pharao / die jnen nachgefolget waren ins Meer / das nicht einer aus jnen vberbleib.

→Pſal. 106.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

29ABer die kinder Iſrael giengen trocken durchs Meer / vnd das Waſſer war jnen fur Mauren zur rechten vnd zur lincken. 30Alſo halff der HERR Iſrael an dem tage / von der Egypter hand. Vnd ſie ſahen die Egypter tod am vfer des Meers / 31vnd die groſſe Hand / die der HERR an den Egyptern erzeigt hatte. Vnd das Volck fürchtet den HERRN / vnd gleubten jm / vnd ſeinem knecht Moſe.

 

 

 

Die Holzschnitte der Bibel

Holzschnitt im 2. Buch Mose, Kapitel 14

»Der Zug durchs Schilfmeer«

Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Die Bildsprechung finden Sie in diesem Artikel:

Bild zu 2Mos 14

→»Zug durchs Schilfmeer« (2Mos 14)

Das Bild zeigt auf kleinstem Raum die dramatische Situation des Zugs der Israeliten durch das Schilfmeer. Tausende Menschen ziehen trockenen Fußes zum Ostufer, während im Westen die Wogen über die Ägypter zusammenbrechen.

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

AUS DEN APOKRYPHEN

Gebet Manasses 1-6

POOL

M
3

Achtung!

Das Gebet Manasses ist Teil der →Apokryphen des Alten Testaments.
Diese Texte sind nicht in jeder Bibelausgabe abgedruckt!

 

 

 

Das Gebet Manaſſe /
des Königes Juda /

Da er gefangen war zu Babel.

 

Zu 2Chr 33,12.13.18

 

Verse 1-6

 

HERR allmechtiger Gott

vnſer Veter / Abraham /Iſaac vnd

Jacob / vnd jres gerechten Samens / 2Der du Himel vnd Erden / vnd alles was drinnen iſt / gemacht haſt. 3Vnd haſt das Meer verſiegelt mit deinem Gebot vnd haſt die Tieffe verſchloſſen vnd verſiegelt / 4zu ehren deinem ſchrecklichen vnd herrlichen Namen / Das jederman mus fur dir erſchrecken / vnd ſich fürchten fur deiner groſſen macht / 5Denn vntreglich iſt dein Zorn / den du dreweſt den Sündern / 6Aber die Barmhertzigkeit / ſo du verheiſſeſt / iſt vmmeſſig vnd vnausforſchlich.

 

 

 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt wird, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen.

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, mit der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 

Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe der Lutherbibel von 1545

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
 
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