5. Sonntag nach Trinitatis | Sonntag, 21. Juli 2019

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Titel: Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
21.7.2019 | 5. Sonntag nach Trinitatis
Sonntag
 

Kirchenjahr 2018/2019

5. Sonntag
nach Trinitatis

 

 
Symbol

John Eliot
(† 20. Mai 1690 in Roxbury, Massachusetts)

 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

Info

Fällt der →Tag Johannes des Täufers (24. Juni) auf den 5. Sonntag nach Trinitatis oder auf einen Tag der vorausgehenden oder folgenden Woche, dann sollen die Lesungen dieses Gedenktages an die Stelle der Sonntagslesungen treten.

 

Fällt der →Gedenktag der Augsburgischen Konfession auf den 5. Sonntag nach Trinitatis, dann kann sein →Proprium das Sonntagsproprium ersetzen, wenn dieser Sonntag nicht schon für die Feier des →Tags der Geburt Johannes des Täufers vorgesehen ist.

 

Fällt der →Tag der Apostel Petrus und Paulus (29. Juni) auf den 5. Sonntag nach Trinitatis, dann können die Lesungen dieses Gedenktages an die Stelle der Sonntagslesungen treten.

 

Fällt der→Tag des Besuchs Marias bei Elisabeth, Heimsuchung, (2. Juli) auf den 5. Sonntag nach Trinitatis oder auf einen Tag der vorausgehenden oder folgenden Woche, dann sollen die Lesungen dieses Gedenktages an die Stelle der Sonntagslesungen treten.

 

Fällt der →Tag des Apostels Thomas (3. Juli) auf den 5. Sonntag nach Trinitatis, dann können die Lesungen dieses Gedenktages an die Stelle der Sonntagslesungen treten.

 

Der →Tag der Maria Magdalena (22. Juli) kann in die Woche nach dem 5. Sonntag nach Trinitatis fallen. Er kann jedoch nicht an diesem Sonntag vorgeholt werden.

 

Fällt der →Tag des Apostels Jakobus des Älteren (25. Juli) auf diesen Sonntag, so ist er am Vorabend oder in der Woche danach zu begehen.

 

Wirkung in 2019

Achtung!

Der 22. Juli ist in diesem Jahr am Montag nach dem 5. Sonntag nach Trinitatis. Die Feier des →Tag der Maria Magdalena (22. Juli) kann nicht an diesem Sonntag begangen werden.

Der 25. Juli ist in diesem Jahr am Donnerstag nach dem 5. Sonntag nach Trinitatis. Der→Tag des Apostels Jakobus des Älteren (25. Juli) kann nur am Donnerstag oder an einem anderen Tag der Woche begangen werden, jedoch nicht am Sonntag.

 
Kalenderblätter
 
Bewegliches Datum
Der 5. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>21. Juni und dem 25. Juli eines Jahres.
  • 5. Sonntag nach Trinitatis
  • 13. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 5. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    21. Juni und dem 25. Juli eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 91 Tage nach Ostern
  • am 92. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
Symbol Evangelisch
 

Der evangelische

5. Sonntag
nach Trinitatis

Gottesdienstliche Ordnung

gültig in den Kirchenjahren ab 2018/2019

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

 
 

Hallelujavers

 
 

Halleluja.

Der HERR leſſt ſein Heil verkündigen / Fur den Völckern leſſt er ſeine Gerechtigkeit offenbaren.

Halleluja.

→Ps 98,2     

 
 

Spruch und Psalm

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Aus gnade ſeid jr ſelig worden / durch den glauben / vnd dasſelbige nicht aus euch / Gottes gabt iſt es.

→Eph 2,8

Pſalm
73
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Liedauswahl
A EG 241 Wach auf, du Geist der ersten Zeugen
B EG 313 Jesus, der zu den Fischern lief
 

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 

HERR thu meine Lipppen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Textlesung und Predigt

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2019 - 2024 die folgenden biblischen Texte vorgesehen:

 

Die biblischen Texte für die Lesungen

 
Lesung Text für die Lesung
Evangelium Zum TextLk 5,1-11
Epistel Zum Text1Kor 1,18-25
Altes Testament Zum Text1Mos 12,1-4a
   

 

 

Die biblischen Texte für die Predigt

 
Kirchen-
jahr
Datum Reihe Texte für die Predigt Weitere Texte
2018/2019 21.7.2019 I Zum TextMt 9,35 - 10,1(2-4)5-10 Zum Text1Kon 19,19-21
2019/2020 12.7.2020 II Zum TextLk 5,1-11 Zum TextHes 2,3-8a
2020/2021 4.7.2021 III Zum Text1Kor 1,18-25 Zum TextLk 14,25-33
2021/2022 17.7.2022 IV Zum Text1Mos 12,1-4a Zum TextRom 16,1-16
2022/2023 9.7.2023 V Zum TextJoh 1,35-51
2023/2024 30.6.2024 VI Zum Text2Kor (11,18.23b-30); 12,1-10
   
 

Kirchenjahr und Datum:
Unsere Sortierung stellt jeweils das gewählte Kirchenjahr nach oben. Die Spalte »Datum« zeigt das tatsächliche Datum des Tages, für den der Predigttext gilt.

Reihen:
Die Perikopenordnung kennt drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen.
Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren.
Die Reihe I gilt für das Kirchenjahr 2018/2019, die Reihe II für das Kirchenjahr 2019/2020 usw.

Weitere Texte:
Für diesen Tag stehen weitere Bibeltexte zur Auswahl, die thematisch gut zum Tag passen. Aus ihnen kann die Gemeinde unabhängig von Reihe und Kirchenjahr einen Text für die Predigt wählen, der dann den vorgesehenen Predigtext der gültigen Reihe ersetzt.

 
Titel Perikopen

5. Sonntag nach Trinitatis

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre ab 2018/2019

Texte für Lesungen und Predigt nach der Perikopenordnung 2018/2019

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG AUS DEM EVANGELIUM UND PREDIGTTEXT

Evangelium nach Lukas

Lk 5,1-11

REIHE

II

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. V.

 

 

Verse 1-11

Der Fiſchzug des Petrus
Die Berufung der erſten Jünger

|| →Mt 4,18-22    || →Mk 1,16-20

 

ES begab ſich aber / da ſich das Volck zu

Jheſus drang / zu hören das wort Gottes / Vnd er ſtund am ſee Genezareth / 2vnd ſahe zwey ſchiff am ſee ſtehen / die Fiſcher aber waren ausgetretten / vnd wuſchen jre Netze / 3Trat er in der ſchiff eins / welches Simonis war / vnd bat jn / das ers ein wenig vom lande füret. Vnd er ſatzte ſich / vnd leret das Volck aus dem ſchiff.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4VND als er hatte auffgehört zu reden / ſprach er zu Simon / Fare auff die höhe / vnd werffet ewre Netze aus / das jr einen zug thut. 5Vnd Simon antwortet / vnd ſprach zu jm / Meiſter / wir haben die gantze Nacht geerbeitet / vnd nichts gefangen / Aber auff dein Wort / wil ich das Netze auswerffen. 6Vnd da ſie das theten / beſchloſſen ſie eine groſſe menge Fiſche / vnd jr Netz zureis. 7Vnd ſie wincketen jren Geſellen / die im andern ſchiff waren / das ſie kemen / vnd hülffen jnen ziehen. Vnd ſie kamen / vnd fülleten beide Schiff vol / alſo / das ſie ſuncken.

 

 

 

 

 

 

 

 

Matt. 4.

Mar. 1.

 

 

 

 

 

 

 

8DA das Simon Petrus ſahe / Fiel er Jheſu zu den knien / vnd ſprach / HErr / gehe von mir hinaus / Ich bin ein ſündiger Menſch. 9Denn es war jn ein ſchrecken ankomen / vnd alle die mit jm waren / vber dieſem Fiſchzug / den ſie mit einander gethan hatten / 10Deſſelbigen gleichen auch Jacobum vnd Johannem / die ſöne Zebedei / Simonis geſellen. Vnd Jheſus ſprach zu Simon / Fürchte dich nicht / Denn von nu an wirſtu Menſchen fahen. 11Vnd ſie füreten die Schiff zu lande / vnd verlieſſen alles / vnd folgeten jm nach.

 

 

 

LESUNG AUS DEN EPISTELN UND PREDIGTTEXT

Erster Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth

1Kor 1,18-25

REIHE

III

 

 

 

Die Erſte Epiſtel
S. Páuli:
An die Córinther.

 

C. I.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Weisheit der Welt iſt Torheit vor Gott

Verse 18-25

 

 

Paulus schreibt:

 

 

 

 

 

 

Jeſa. 29.

 

 

Jeſa. 33.

DAs wort vom Creutz iſt eine tor­heit / denen / die verloren wer­den / Vns aber / die wir ſelig werden / iſts eine Gottes krafft. 19Denn es ſtehet geſchrieben / Ich wil vmbbringen die weisheit der Weiſen / vnd den verſtand der Verſtendigen / wil ich verwerffen. 20Wo ſind die Klugen? Wo ſind die Schrifftgelerten? Wo ſind die Welt weiſen? Hat nicht Gott die weisheit dieſer Welt zur torheit gemacht?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

21DEnn die weil die Welt / durch jre weisheit / Gott in ſeiner weisheit nicht erkandte / Gefiel es Gott wol / durch törichte Predigte ſelig zu machen / die / ſo dar an gleuben. 22Sintemal die Jüden Zeichen foddern / vnd die Griechen nach Weisheit fragen. 23Wir aber predigen den gecreutzigten Chriſt / Den Jüden eine Ergernis / Vnd den Griechen eine Torheit / 24Denen aber die beruffen ſind / beide Jüden vnd Griechen / predigen wir Chriſtum / göttliche Krafft vnd göttliche Weisheit. 25Denn die göttliche Torheit iſt weiſer denn die Menſchen ſind / vnd die göttliche Schwacheit iſt ſtercker denn die Menſchen ſind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gött­li­che tor­heit vnd ſchwach­eit iſt das Eu­an­ge­lium / das fur den Klu­gen ner­riſch / fur den Hei­li­gen ket­ze­riſch / Aber fur den Chri­ſten mech­tig vnd wei­ſe iſt.

 

 

 

LESUNG AUS DEM ALTEN TESTAMENT UND PREDIGTTEXT

Erstes Buch Mose | Genesis

1Mos 12,1-4a

REIHE

IV

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. XII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Abrams Berufung und der Aufbruch nach Kanaan

Verse 1-4a

→Acto. 7.

→Ebre. 11.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Gal. 3.

DEr HERR ſprach zu Abram / Gehe aus deinem Vaterland / vnd von deiner Freundſchafft / vnd aus deines Vatershauſe / In ein Land / das ich dir zeigen wil. 2Vnd ich wil dich zum groſſen Volck machen / vnd wil dich ſegenen / vnd dir einen groſſen Namen machen / vnd ſolt ein Segen ſein / 3Ich wil ſegenen die dich ſegenen / Vnd verfluchen die dich verfluchen. Vnd in dir ſollen geſegenet werden alle Geſchlecht auff Erden.

Abram.

 

 

 

 

 

DA zoch Abram aus / wie der HERR zu jm geſagt hatte /

 

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Evangelium nach Matthäus

Mt 9,35 - 10,1(2-4)5-10

REIHE

I

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. IX.

 

 

Kapitel 9, Verse 35-38

Die große Ernte

Mar.6.

Luc.13.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Luc.10.

IHeſus gieng vmbher in alle Stedte vnd Merckte / leret in jren Schulen / vnd prediget das Euangelium von dem Reich / Vnd heilete allerley Seuche vnd allerley Kranckheit im volcke. 36Vnd da er das Volck ſahe / jamert jn deſſelbigen / Denn ſie waren verſchmacht vnd zurſtrewet wie die Schafe / die keinen Hirten haben. 37Da ſprach er zu ſeinen Jüngern / Die Erndte iſt gros / Aber wenig ſind der Erbeiter. 38Darumb bittet den HERRN der Erndte / Das er Erbeiter in ſeine erndte ſende.

 

 

 

 

 

C. X.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Berufung der zwölf Jünger

|| →Mk 3,13-19    || →Lk 6,12-16    || →Apg 1,13

Kapitel 10, Vers 1

Luvc. 3. 6.

 

 

 

 

 

 

 

 

VND er rieff ſeine zwelff Jüngere zu ſich / vnd gab jnen macht / vber die vnſaubern Geiſter / Das ſie die ſelbigen austrieben / vnd heileten allerley Seuche vnd allerley Kranckheit.

 

 

 

 

Fakultativ: Kapitel 10, Verse 2-4

Luc. 3 .9.

Act. 1.

 

 

 

 

 

 

 

 

2DIe namen aber der zwelff Apoſtel ſind dieſe / Der erſt / Simon / genant Petrus / vnd Andreas ſein bruder / Jacobus Zebedei ſon / vnd Johannes ſein bruder / 3Philippus vnd Bartholomeus / Thomas vnd Mattheus der Zölner / Jacobus Alphei ſon / Lebbeus mit dem zunamen Thaddeus / 4Simon von Cana / Vnd Judas Iſcharioth / welcher jn veriet.

 

 

 

 

 

 

 

(Lebbeus)

Iſt der frome Judas.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Ausſendung der Jünger
Die Ausſendungsrede

|| →Mk 6,7-13    || →Lk 9,1-6

Kapitel 10, Verse 5-10

Mar. 6.

Luc. 9.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DIeſe zwelffe ſandte Jheſus / gebot jnen / vnd ſprach / Gehet nicht auff der Heiden ſtraſſen / vnd ziehet nicht in der Samariter ſtedte / 6Sondern gehet hin zu den verloren Schafen / aus dem hauſe Iſrael. 7Gehet aber vnd predigt / vnd ſprecht / Das Himelreich iſt nahe her bey komen. 8Machet die Krancken geſund / Reiniget die Auſſetzigen / Wecket die Todten auff / Treibet die Teufel aus / Vmb ſonſt habt jrs empfangen / vmb ſonſt gebet es auch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9IR ſolt nicht Gold / noch Silber / noch Ertz in ewren Gürteln haben / 10auch keine Taſchen zur wegfart / auch nicht zween Röcke / keinen Schuch / auch keinen Stecken. Denn ein Erbeiter iſt ſeiner Speiſe werd.

 

(Haben)

Das heiſſt hie ha­ben / wie die Gei­tzi­gen den Mam­mon ha­ben / wel­che mit dem her­tzen da­ran han­gen / vnd ſor­gen / welchs hin­dert das Pre­dig­ampt. Aber zur not vnd brauch hatte Chri­ſtus ſelbs Gelt / Beu­tel vnd Brot­körbe.

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Evangelium nach Johannes

Joh 1,35-51

REIHE

V

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. I.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die erſten Jünger

Verse 35-42

 

DES andern tags ſtund abermal Johannes / vnd zween ſeiner Jünger. 36Vnd als er ſahe Jheſum wandeln / ſprach er / Sihe / das iſt Gottes Lamb.37Vnd zween ſeiner Jünger höreten jn reden / vnd folgeten Jheſu nach. 38Jheſus aber wandte ſich vmb / vnd ſahe ſie nach folgen / vnd ſprach zu jnen / Was ſuchet jr? Sie aber ſprachen zu jm / Rabbi (das iſt verdolmetſcht / Meiſter) Wo biſtu zur herberge? 39Er ſprach zu jnen / Kompt vnd ſehets. Sie kamen vnd ſahens / vnd blieben denſelbigen tag bey jm. Es war aber vmb die zehende ſtunde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

40EIner aus den Zween / die von Johanne höreten / vnd Jheſu nachfolgeten / war Andreas der bruder Simonis Petri. 41Derſelbige findet am erſten ſeinen bruder Simon / vnd ſpricht zu jm / Wir haben den Meſſias funden (welches iſt verdolmetſcht / der Geſalbete) 42Vnd füret jn zu Jheſu. Da jn Jheſus ſahe / ſprach er / Du biſt Simon Jonas ſon / du ſolt Kephas heiſſen / das wird verdolmetſcht / ein fels.

 

 

 

 

 

 

(Meſſias)

Chriſtus Griech­iſch / Geſalbe­ter deudſch / vnd Meſſias Ebre­iſch / iſt ein ding.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DES andern tages / wolte Jheſus wider in Galilean ziehen / vnd findet Philippum / vnd ſpricht zu jm / Folge mir nach. 44Philippus aber war von Bethſaida aus der ſtad Andreas vnd Peters. 45Philippus findet Nathanael / vnd ſpricht zu jm / Wir haben den funden / von welchem Moſes im Geſetz vnd die Propheten geſchrieben haben / Jheſum Joſephs ſon von Nazareth. 46Vnd Nathanael ſprach zu jm / Was kan von Nazareth gutes komen? Philippus ſpricht zu jm / Kom / vnd ſihe es.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Gen.28.

 

 

 

47JHEſus ſahe Nathanael zu ſich komen / vnd ſpricht von jm / Sihe / ein rechter Iſraeliter / in welchem kein falſch iſt. 48Nathanael ſpricht zu jm / Wo her kenneſtu mich? Jheſus antwortet / vnd ſprach zu jm / Ehe denn dir Philippus rieff / da du vnter dem Feigenbawm wareſt / ſahe ich dich. 49Nathanael antwortet vnd ſpricht zu jm / Rabbi / Du biſt Gottes ſon / du biſt der König von Iſrael. 50Jheſus antwortet / vnd ſprach zu jm / Du gleubeſt weil ich dir geſagt habe / das ich dich geſehen habe vnter dem Feigenbawm / Du wirſt noch gröſſers denn das ſehen. 51Vnd ſpricht zu jm / Warlich warlich / ſage ich euch / Von nu an werdet jr den Himel offen ſehen / vnd die Engel Gottes hinauff vnd erab faren / auff des menſchen Son.

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Zweiter Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth

2Kor (11,18.23b-30); 12,1-10

REIHE

VI

 

 

 

Die Ander Epiſtel:
An die Córinther.

 

C. XI.

 

 

Aus dem Abschnitt

Paulus in der Rolle des Narren

 

 

Paulus schreibt:

 

 

Fakultativ: Kapitel 11, Vers 18

 

Sintemal / viel ſich rhümen nach dem fleiſch / wil ich mich auch rhümen.

 

 

 

 

 

Fakultativ: Kapitel 11, Verse 23b-30

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

23bIch habe mehr geerbeitet / Ich habe mehr ſchlege erlidden / Ich bin offter gefangen / Offt in todes nöten geweſt. 24Von den Jüden habe ich fünff mal empfangen viertzig Streich / weniger eines. 25Ich bin drey mal geſteupet / Einmal geſteiniget / Drey mal habe ich Schiffbruch erlidden / Tag vnd nacht hab ich zubracht in der tieffe des meers / 26Ich hab offt gereiſet. Ich bin in ferligkeit geweſen zu waſſer / In ferligkeit vnter den Mördern / In ferligkeit vnter den Jüden / In ferligkeit vnter den Heiden / In ferligkeit in den Stedten / In ferligkeit in den wüſten / In ferligkeit auff dem meer / In ferligkeit vnter den falſchen Brüdern. 27In mühe vnd erbeit / In viel wachen / In hunger vnd durſt / In viel faſten / In froſt vnd blöſſe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

28ON was ſich ſonſt zutregt / nemlich / das ich teglich werde angelauffen / vnd trage ſorge fur alle Gemeinen. 29Wer iſt ſchwach / vnd ich werde nicht ſchwach? Wer wird geergert / vnd ich brenne nicht? 30So ich mich je rhümen ſol / wil ich mich meiner ſchwacheit rhümen.

 

 

 

 

 

 

 

 

(Schwach)

Mit den Schwa­chen im glau­ben / thet vnd lies er viel / des er wol an­ders macht hat­te / Wie er. j. Corin 9. vnd j2. ſa­get. Vnd brand­te (das iſt) Es ver­dros jn hart / wenn man die Schwa­chen er­ger­te.

 

 

 

 

 

 

C. XII.

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 12, Verse 1-10

Offenbarung des HErrn und die Schwachheit des Paulus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ES iſt mir ja das rhümen nichts nütze /

Doch wil ich komen auff die Geſichte vnd Offenbarung des HErrn. 2Ich kenne einen Menſchen in Chriſto / vor vierzehen jaren / Iſt er in dem Leibe geweſen / ſo weis ichs nicht / Oder iſt er auſſer dem Leibe geweſen / ſo weis ichs auch nicht / Gott weis es / Derſelbige ward entzücket / bis in den dritten Himel. 3Vnd ich kenne denſelbigen Menſchen / Ob er in dem Leibe oder auſſer dem Leibe geweſen iſt / weis ich nicht / Gott weis es / 4Er ward entzücket in das Paradis / vnd höret vnausſprechliche wort / welche kein Menſch ſagen kan. 5Dauon wil ich mich rhümen / Von mir ſelbs aber wil ich mich nichts rhümen / on meiner ſchwacheit. 6Vnd ſo ich mich rhümen wolte / thet ich darumb nicht törlich / denn ich wolte die warheit ſagen. Ich enthalte mich aber des / auff das nicht jemand mich höher achte / denn er an mir ſihet oder von mir höret.

7VND auff das ich mich nicht der hohen offenbarung vberhebe / Iſt mir gegeben ein a Pfal ins Fleiſch / nemlich / des Satanas engel / der mich mit Feuſten ſchlahe / auff das ich mich nicht vberhebe. 8Dafur ich drey mal dem HErrn geflehet habe / das er von mir wiche / 9Vnd er hat zu mir geſagt / Las dir an meiner Gnade genügen / Denn b meine Krafft iſt in den Schwachen mechtig. Darvmb wil ich mich am allerliebſten rhümen meiner ſchwacheit / auff das die krafft Chriſti bey mir wone. 10Darumb bin ich guts muts / in ſchwacheiten / in ſchmachen / in nöten / in verfolgungen / in engſten / vmb Chriſtus willen. Denn wenn ich ſchwach bin / ſo bin ich ſtarck.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a

(Pfal)

Heisſt hie nicht des Flei­ſches an­fech­tung zur vn­keuſch­eit / Son­dern groſ­ſe pla­ge vnd ſchreck­en vom Teu­fel. Denn Pfal iſt / da man die Leu­te an­ge­ſpieſ­ſet / ge­creutz­iget / oder ge­henckt hat.

 

b

(Meine krafft)

Mit dieſ­em wort trö­ſtet Chri­ſtus al­le / die in ſchwa­cheit oder lei­den ſind. Denn er kann ſei­ne ſter­cke in vns nicht be­wei­ſen / wir ſein denn ſchwach vnd lei­den.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Erstes Buch der Könige

1Kon 19,19-21

POOL

W
1

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
von den Kònigen.

 

C. XIX.

 

 

Verse 19-21

Die Berufung des Eliſa zum Propheten

 

ELia gieng weiter / vnd fand Eliſa den ſon Saphat / das er pflüget mit zwelff Jochen fur ſich hin / vnd er war ſelbs vnter den zwelffen / vnd Elia gieng zu jm / vnd warff ſeinen Mantel auff jn. 20Er aber lies die Rinder / vnd lieff Elia nach / vnd ſprach / Las mich meinen Vater vnd meine Mutter küſſen / ſo wil ich dir nachfolgen. Er ſprach zu jm / Gehe hin vnd kom wider / denn ich hab etwas mit dir zu thun. 21Vnd er lieff wider von jm vnd nam ein joch Rinder vnd opffert es / vnd kochet das fleiſch mit dem holtzwerg an den rindern / vnd gabs dem Volck das ſie aſſen / Vnd macht ſich auff vnd folgete Elia nach / vnd dienete jm.

Eliſa.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Buch des Propheten Hesekiel

Hes 2,3-8a

POOL

W
2

 

 

 

Der Próphet Heſekiel.

 

C. II.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Berufung zum Prophetenamt

Verse 3-8a

 

 

Hesekiel berichtet von seiner Vision:

 

GOTT ſprach zu mir / Du Menſchenkind / Ich ſende dich zu den kindern Iſrael / zu dem abtrünnigen Volck / ſo von mir abtrünnig worden ſind / Sie ſampt jren Vetern / haben bis auff dieſen heutigen tag wider mich gethan. 4Aber die Kinder / zu welchen ich dich ſende / haben harte Köpffe / vnd verſtockte Hertzen / Zu den ſoltu ſagen / So ſpricht der HErr HERR /5ſie gehorchen oder laſſens / Es iſt wol ein vngehorſam Haus / Dennoch ſollen ſie wiſſen / das ein Prophet vnter jnen iſt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND du Menſchenkind / ſolt dich fur jnen nicht fürchten / noch fur jren worten fürchten / Es ſind wol widerſpenſtige vnd ſtachliche Dornen bey dir / vnd du woneſt vnter den Scorpion / Aber du ſolt dich nicht fürchten / fur jren worten / noch fur jrem Angeſicht dich entſetzen / Ob ſie wol ein vngehorſam Haus ſind. 7Sondern du ſolt jnen mein wort ſagen / ſie gehorchen oder laſſens / Denn es iſt ein vngehorſam Volck.

 

 

 

 

 

8aABer du Menſchenkind / höre du / was ich dir ſage / vnd ſey nicht vngehorſam / wie das vngehorſame Haus iſt /

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Evangelium nach Lukas

Lk 14,25-33

POOL

W
3

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XIIII.

 

 

Verse 25-33

Die Bedingungen der Nachfolge

ES gieng aber viel Volcks mit Jheſus / Vnd er wandte ſich / vnd ſprach zu jnen / 26So jemand zu mir kompt vnd haſſet nicht ſeinen Vater / Mutter / Weib / Kind / Brüder / Schweſter / auch dazu ſein eigen Leben / der kan nicht mein Jünger ſein. 27Vnd wer nicht ſein Creutz tregt / vnd mir nachfolget / der kan nicht mein Jünger ſein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

28WEr iſt aber vnter euch / der einen Thurn bawen wil / vnd ſitzt nicht zuuor / vnd vberſchleget die Koſt / ob ers habe hinaus zu füren? 29Auff das nicht / wo er den Grund gelegt hat / vnd kans nicht hin aus füren / alle die es ſehen / fahen an ſein zu ſpotten / 30vnd ſagen / Dieſer Menſch hub an zu bawen / vnd kans nicht hin aus füren. 31Oder welcher König wil ſich begeben in einen Streit / wider einen andern König / vnd ſitzt nicht zuuor vnd ratſchlaget / Ob er künde mit zehen tauſent begegen / dem / der vber jn kompt mit zwenzig tauſent? 32Wo nicht / ſo ſchickt er Botſchafft / wenn jener noch ferne iſt / vnd bittet vmb Friede. 33Alſo auch ein jglicher vnter euch / der nicht a abſaget allem das er hat / kan nicht mein Jünger ſein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a

(Abſaget)

Fur dem göttlich­en Gerichte mag niemand beſtehen. Er verzage denn an alle ſeinem ver­mügen / vnd ſuche gnade / vnd bitte vmb hülffe in Chriſto.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom

Rom 16,1-16

POOL

W
4

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. XVI.

 

 

Verse 1-16

Empfehlung der Phebe
Grüſſe

 

 

Paulus schrieb:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ICH befehl euch vnſer Schweſter Phe-

ben / welche iſt am dienſte der Gemeine zu Kenchrea / 2Das jr ſie auffnemet in dem HErrn / wie ſichs zimet den Heiligen / Vnd thut jr beyſtand in allem Geſcheffte / darinnen ſie ewer bedarff / Denn ſie hat auch vielen beyſtand gethan / auch mir ſelbs.

GRüſſet die Priſcan vnd den Aquilan / meine gehülffen in Chriſto Jheſu / 4welche haben fur mein Leben jre helſe dargegeben / Welchen nicht allein ich dancke / ſondern alle Gemeine vnter den Heiden / 5Auch grüſſet die Gemeine in jrem Hauſe. Grüſſet Epenetum / meinen liebeſten / welcher iſt der Erſtling vnter den aus Achaia in Chriſto. 6Grüſſet Mariam / welche viel mühe vnd erbeit mit vns gehabt hat. 7Grüſſet den Andronicum vnd den Junian meine gefreundte / vnd meine Mitgefangene / welche ſind berümpte Apoſtel / vnd fur mir geweſen in Chriſto. 8Grüſſet Amplian meinen lieben in dem HErrn. 9Grüſſet Vrban vnſern Gehülffen in Chriſto / vnd Stachyn meinen lieben. 10Grüſſet Apellen den bewerten in Chriſto. Grüſſet die da ſind von Ariſtobuli geſinde. 11Grüſſet Herodionem meinen gefreundten. Grüſſet die da ſind von Narciſſus geſinde / in dem HErrn. 12Grüſſet die Tryphena / vnd die Tryphoſa welche in dem HErrn geerbeitet haben. Grüſſet die Perſida meine liebe / welche in dem HErrn viel geerbeitet hat. 13Grüſſet Ruffum den auſſerweleten in dem HErrn / vnd ſeine vnd meine Mutter. 14Grüſſet Aſyncritum vnd Phlegonten / Herman / Patroban / Hermen / vnd die Brüder bey jnen. 15Grüſſet Philologum vnd die Julian / Nereum vnd ſeine Schweſter / vnd Olympan / vnd alle Heiligen bey jnen. 16Grüſſet euch vnternander mit dem heiligen Kus. Es grüſſen euch die gemeinen Chriſti.

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Ge­stal­tung der Gottes­dien­ste schla­gen die Ord­nun­gen der evan­ge­li­schen Kir­chen bib­li­sche Texte vor.

Sie sind je­doch nicht nur für den Vor­trag im Gottes­dienst ge­dacht. Es sind gleich­zei­tig Lese­emp­feh­lun­gen für alle Ge­mein­de­mit­glie­der, für Chris­ten, die sich nicht in der Ge­mein­de­ar­beit en­ga­gie­ren können oder wollen, und für je­den, der sich für die christ­li­che Re­li­gi­on oder für die Bi­bel in der prak­ti­schen An­wen­dung in­ter­es­siert.

Wir möch­ten Sie daher aus­drück­lich da­zu er­mun­tern, die Text­stel­len ein­mal in Ihrer Bi­bel zu le­sen!

Über das Jahr be­trach­tet und im Ver­lauf der Jahre wer­den Sie auf die­se Wei­se in klei­nen Ein­hei­ten, die nicht viel Zeit in An­spruch neh­men, die we­sent­li­chen Text­zeug­nis­se ken­nen­ler­nen, auf die sich die christ­li­che Re­li­gi­on stützt.

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt wird, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen.

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, mit der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
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