
Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545
Verzeichnis
Gliederung und Strukturierung
Die Stücke zu Daniel, Ester und dem 2. Buch der Chronik sind Zusätze, die sich in der Septuaginta, der altgriechischen Übersetzung des Alten Testaments finden, nicht aber in der hebräischen Bibel.
Sie fanden über die Septuaginta Einzug in die frühen lateinischen Bibelausgaben. Dort sind sie wie in der Septuaginta innerhalb der Bücher Daniel, Esther und 2. Chronik zu finden. Luther hatte diese Teile abgesondert, wollte sie aber nicht völlig verwerfen. Sie wurden von ihm in seinem Teil der Apokryphen des Alten Testaments eingeordnet.
Martin Luther hatte dazu eine kurze Vorrede verfasst:
Luther erläutert, dass er diese Stücke, die im hebräischen Text der Bücher Esther und Daniel nicht vorkommen, aus den griechischen und lateinischen Ausgaben herausgelöst hat.
Die Geschichte von Susanna und Daniel erzählt, wie der Prophet Daniel die junge Susanna vor der gekränkten Eitelkeit zweier Richter und vor dem sicheren Tod rettet.
Daniel weigert sich, den Bel, ein Götzenbild in Babel, anzubeten. Er beweist dem König mit kriminalistischem Geschick, dass dieser Götze kein verehrungswürdiger, lebender Gott ist.
Daniel weigert sich, den Bel, ein Götzenbild in Babel, anzubeten. Er beweist dem König mit kriminalistischem Geschick, dass dieser Götze kein verehrungswürdiger, lebender Gott ist.
Eine nahezu zeitlose Geschichte mit grausigem Hintergrund: Asarja soll bei lebendigem Leib verbrannt werden. Doch Asarja betet, Gott steht ihm im Feuer bei, und diesmal geht es gut aus.
Vor dem Hintergrund einer grausigen Geschichte steht im Mittelpunkt des Textes ein formelhaftes Gebet, das alles und jeden auf dieser Welt aufruft, Gott zu danken und zu loben.
Dieses Gebet ist (obwohl es zu den Apokryphen gehört) ein gutes Beispiel für christliche Demut, für das Bekenntnis von Verfehlungen und für die Bitte um Barmherzigkeit.
Eine ausführliche Übersicht zu den Apokryphen des Alten Testaments der Lutherbibel von 1545.