Totensonntag

Sonntag, 23. November 2025

Titel: Wissenswertes zum Tag
23.11.2025 | Totensonntag | EwigkeitssonntagSonntag
 
 

Totensonntag

Ewigkeitssonntag

 
Symbol

Clemens von Rom

(† 97 [oder 101] in Rom [oder auf der Krim])

Symbol

Columban von Luxeuil

(† 23. November 615 in Bobbio (Provinz Piacenza), Italien)

Symbol

Gedenkfeiern und Friedhofsbesuche

 

Kalenderblätter

 

Beweglicher Gedenktag
Totensonntag | Ewigkeitssonntag zwischen dem 20. November und dem 26. November
 
  • Beweglicher Gedenktag Totensonntag oder Ewigkeitssonntag
  • Letzter Sonntag im →Kirchenjahr
  • Totensonntag ist der Sonntag vor dem →1. Advent
  • Abhängig vom Wochentag, auf den der →1. Weih­nachts­tag fällt:
    Totensonntag liegt zwischen dem 20. und 26. November eines Jahres
 
Brauchtum

Der Totensonntag ist ein Gedenk­tag für die Ver­stor­be­nen. Im Mit­tel­punkt des Brauch­tums ste­hen Friedhofsbesuche.

 
Evangelisches Kirchenjahr

Der Totensonntag wird in den evangelischen Kir­chen als Ge­denk­tag der Ent­schla­fe­nen mit einem Got­tes­dienst ge­fei­ert wird. Mehr dazu im fol­gen­den Artikel.

Letzter Sonntag des Kirchenjahres: Gedenktag der Entschlafenen
Zum Artikel

→Gedenktag der Entschlafenen 2024/2025

Spruch, Psalm und die Textstellen für Textlesungen und Predigten für den Gedenktag der Entschlafenen (Totensonntag) am letzten Sonntag des Kirchenjahres.

Mehr dazu in diesem Artikel.

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr, an dem auch der Gedenktag der Entschlafenen be­gan­gen werden kann, besitzt daneben als Ewigkeitssonntag eine eigene Gottes­dienst­ord­nung. Mehr dazu im folgenden Artikel.

Ewigkeitssonntag
Zum Artikel

→Ewigkeitssonntag 2024/2025

Spruch, Psalm und Liedauswahl für die Woche sowie die Bi­bel­tex­te für Le­sun­gen und Pre­dig­ten nach der Kir­chen­ord­nung.

Mehr dazu in diesem Artikel.
Hintergründig
Blick auf einen Soldatenfriedhof | Omaha Beach Cemetery, Normandie, France | Foto: ©Tristan Nitot | Lizenz: CC-BY 3.0
Creative Commons Attribution

Abbildung: Blick auf einen Soldatenfriedhof
Omaha Beach Cemetery, Normandie, France
Foto: ©Tristan Nitot | CC-BY 3.0

Symbol Evangelisch

Evangelisches Brauchtum

Ein Gedenktag der Entschlafenen

Geschichtliche Entwicklung

Der Totensonntag fand bis zum Kirchenjahr 1978/1979 im evangelischen Kir­chen­kalen­der keine besondere Berück­sich­tigung. Er wurde gottesdienstlich nicht aus­drück­lich ge­würdigt, wohl aber rituell begangen.

Den letzten Sonntag im Kirchenjahr als Totensonntag zu bezeichnen, entspricht kaum reformatorischer Übung. Die Waldecker Kirchenordnung von 1556 nennt den letzten Sonntag des Kirchenjahres (lat.: dominica novissima) »Fest des jüngsten Tags«, woraus sich sehr viel später die Idee des »Ewigkeitssonntags« entwickelte. Die Brandenburger Kirchenordnung von 1540 kennt »ein sonderlich Amt und dabei eine Predigt von den Verstorbenen«, also einen »Totensonntag«.

Martin Luther hatte den →Allerseelentag abgelehnt (Predigt vom 02.11.1522) allerdings im Blick auf die Beerdigungen pietätvolles Verhalten und Gesang der Glaubens- und Auferstehungslieder gefordert. Womit zunächst Allerseelen (2. November) inhaltlich zum evangelischen Totensonntag wurde, doch nur dort, wo er auf Tradition und Akzeptanz traf.

Das städtische Leben des 17. Jahrhunderts war durch die Bestattungen so stark geprägt, dass man sie als Reaktion darauf im 18. Jahrhundert völlig aus der Öffentlichkeit verdrängte. Daraus erwuchs die Forderung allgemeiner »Totenfeiern«.

Kirchlich angeordnet hat 1816 Friedrich Wilhelm der III. von Preußen einen »Feiertag zum Gedächtnis der Entschlafenen« (Kabinettorder vom 24.4.1816 und Verordnung vom 25.11.1816), der sich rasch auch in fast allen anderen deutschen Kirchen einbürgerte, wohl gefördert durch die Erinnerung an die Toten der Freiheitskriege.

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr

Führte der Tag in seiner außerkirchlichen Prägung auch zu unerwünschtem Gräberkult, so ging doch die Kirche längst den Friedhofsbesuchern mit Predigten, Choralsingen und Posaunenblasen nach, um sie von hoffnungsarmer Trauer zum evangelischen Trost zu führen.

Mitte der 1950er Jahre betonte theologische Kritik am Totensonntag, dass er seinem inneren Gehalt nach ungeeignet sei, das Kirchenjahr abzuschließen.

Es erwuchs der Vorschlag, die Bezeichnung »Ewigkeitssonntag« einzuführen. Die Idee war es, zu einer vertieften Verkündigung am bisherigen Totensonntag mitzuhelfen. Die Lutherische Agende I (1955) sah vor, dass der »Gedenktag der Entschlafenen« bis auf weiteres in Verbindung mit dem letzten Sonntag des Kirchenjahres begangen werden soll.

Interessant ist, dass heute der letzte Sonntag des Kirchenjahres als Ewigkeitssonntag und zugleich als Totensonntag begangen wird. Die Bezeichnung »Ewigkeitssonntag« hat den Namen »Totensonntag« nicht ersetzt, denn inhaltlich ergänzen sich beide Feierlichkeiten. Die evangelischen Christen gedenken damit zugleich der Bedeutung von Passion und Ostern für ihr Leben.

Die Feier des Totensonntags betont Grablegung und Trauer (Karfreitag), die Feier des Ewigkeitssonntags betont Auferstehung und Freude (Ostern). Somit hat sich der Ewigkeitssonntag zu einer freudigen, christlichen Antwort auf die Trauerrituale des Totensonntags entwickelt.

So schließt das Kirchenjahr, in dem noch einmal der Höhepunkt der christlichen Botschaft jedem evangelischen Christen in Erinnerung gerufen wird: Ja, wir sind sterblich und wir werden zu Grabe getragen werden, doch wir erwarten die Auferstehung und das ewige Leben.

 

Das historischen Datum

Wir haben in unseren historischen Kalendern vor 1955 den Totensonntag belassen, wenn er auch liturgisch keine Rolle gespielt haben mag. Tatsache ist wohl, dass ein Gedenktag der Entschlafenen zu jeder Zeit mindestens regional oder in gemeindlicher Praxis von evangelischen Christen begangen wurde.

Gleichzeitig haben wir den Totensonntag einheitlich dem letzten Sonntag des Kirchenjahres zugeordnet, wenn er auch zu bestimmten Zeiten oder regional an anderen Tagen begangen worden sein mag. Hier fehlen uns derzeit genaue Angaben und Quellen, um eine bessere Zuordnung des Totensonntags zu einem historischen Datum einzurichten.

Sabrina

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