Neojulianischer Schalttag

Samstag, 29. Februar 2020

Titel: Wissenswertes zum Tag
Schalttag
 

Schalttag

im neojulianischen Kalender

 
 
 
Symbol

Suitbert

(† 713)

 
 
 

 

 

 

Das Jahr 2020
ist im neojulianischen Kalender ein Schaltjahr

Im Kalender wird nach dem 28. Februar ein zusätzlicher Tag, der 29. Februar eingeschoben.

Das Jahr 2020 ist 366 Tage lang.

 

Festes Datum
29. Februar
 
  • Der Schalttag ist im neojulianischen Kalender
    immer der 29. Februar eines Jahres.
 
Hintergründig

 

Was ist ein Schalttag?

 

1 Der Schalttag gleicht Kalenderabweichungen aus

Schalttage werden in den Kalender eingefügt, um die Ab­wei­chun­gen, die im Jahreslauf zwi­schen dem Sonnenstand und dem Kalenderdatum auftreten, aus­zu­glei­chen. Dabei wird in Abständen dem normalen Jahr mit seinen 365 Tagen ein zusätzlicher Tag hin­zu­ge­fügt. Diese Jahre haben 366 Tage und heißen Schaltjahre.

Durch die Schalttage verschiebt sich der Beginn der Jahreszeiten, der ja vom Sonnenstand ab­hängt, nur zwischen den Schaltjahren und wird mit dem Schalttag im Schaltjahr wieder mit dem Ka­len­der in Einklang gebracht.

 

2 Der Unterschied zum gregorianischen Kalender

Der Unterschied ist erst im Jahr 2800 zu merken

Der neojulianische und unser offizieller gregorianischer Kalender sind durch ihre Schalt­jahr­re­geln zur Zeit identisch. Erst im Jahr 2800 wird es den ersten Unterschied ge­ben. Wäh­rend das Jahr 2800 im gregorianischen Kalender ein Schaltjahr mit 366 Tagen ist, fügt der neo­ju­li­a­ni­sche Kalender im diesem Jahr keinen Schalttag ein. Den 29. Februar 2800 gibt es im neo­ju­li­a­ni­schen Kalender nicht.

Der Unterschied macht sich in den 100er-Jahren bemerkbar. Bis zum Jahr 2900 weichen die beiden Kalender von einander ab.

Dafür ist das Jahr 2900 im grergorianischen Kalender kein Schaltjahr, wohl aber im neo­ju­li­a­ni­schen Kalender. Der Unterschied ist damit ausgeglichen. Beide Kalender laufen wie­der für bis zum Jahr 3200 synchron und dann bis zum Jahr 3300 abweichend von­ein­an­der. Es folgen mehrere Wechsel unterschiedliche langer Phasen. Erst ab dem 1. März 5200 wer­den bei­de Ka­len­der ständig versetzt zueinander laufen.

Für unsere Lebenspanne und weit drüber hinaus sind beide Kalender identisch

Das alles liegt in ferner Zukunft und berührt uns heute nicht. Für uns sind neo­ju­li­a­ni­scher und gregorianischer Kalender identisch. Das betrifft auch ihre Schalt­jah­re und Schalt­ta­ge.

 

3 Kalenderjahr und tropisches Jahr sind unterschiedlich lang

Der neojulianischeKalender, der am 23. März 1924 in etlichen orthdoxen Kirchen als Kirchenkalender eingeführt wurde, ist nicht genau genug, um ein Sonnenjahr, das tropische Jahr → 1), ab­zu­bil­den. Die­ser Ka­len­der läuft geringfügig langsamer als die Erde um die Sonne.

Im nejulianischen Kalender besitzt innerhalb eines Schaltjahr-Zykluses (900 Jahre) das Jahr eine durchschnittliche Länge von 365,242222 Tagen, das sind 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 48 Sekunden.

Die Dauer des Umlauf der Erde um die Sonne schwankt und verändert sich geringfügig, doch als Durschnittswert des Erd­um­laufs für Berechnungen kann für den jetzigen Zyklus der Wert 365,242375 Tage angenommen werden. →*2) Das sind 365 Tage, 5 Stun­den, 49 Mi­nu­ten und 1,200 Sekunden.

Der neojulianische Kalender hinkt dem Sonnenlauf von Frühlingsbeginn zu Frühlingsbeginn für die nächsten 4000 Jahre faktisch etwas nach (die Erdumlaufzeit wird sich voraussichtlich nach dem Jahr 3000 verkürzen und um das Jahr 6000 kürzer werden als die durchschnittliche Jahreslänge im neojulianischen Kalender – immer vom heutigen Stand der Dinge aus betrachtet!).

Doch bei der Entwicklung des neojulianischen Kalenders war es das primäre Ziel, das Vorauseilen des gregorianischen Kalenders an den Frühlingspunkten durch Anpassung der Schaltjahrregeln etwas abzubremsen. Das ist gelungen, jedoch wurde dabei die durchschnittliche Erdumlaufzeit, die heutzutage ermittelt wird, um etwa 13 Sekunden unterschritten.

Für unsere Lebensspanne und auch für das Jahrtausend in dem wir leben, ist dieser Fehler ver­nach­läs­sig­bar. Aber ir­gend­wann in ferner Zukunft (vor­aus­sicht­lich nicht vor dem 8. Jahr­tausend → 3)) ein Schalt­tag aus­fal­len muss, um zu verhindern, dass der Ka­len­der dann dem Son­nen­stand in großen Schritten vo­r­aus­läuft.

 

4 Die Auswirkungen der Unterschiede

Gäbe es die Schalttage nicht, würden sich im Kalender die Jahreszeiten über die Jahr­hun­der­te massiv verschieben.

Auch der julianische Kalender, der bis zum 4. Oktober 1582 gültig war, kannte Schalttage. Aller­dings wurden sie so eingerichtet, dass ein julianisches Jahr gemittelt 365,25 Tage lang war. Weitere Korrekturen gab es nicht. Zwar erscheint die Abweichung auch hier gering, doch sie sum­mier­te sich bis zum Jahr 1582 derart auf, dass der astronomische Früh­lings­beginn im Jahr 1582 bereits am 11. März war, der kalendarische aber am 21. März an­ge­nom­men wurde.

Der julianische Kalender eilte dem Sonnenjahr voraus und schob sich immer weiter nach vorn. Der astronomische Frühlingsbeginn trat immer früher ein als erwartet Die Ab­wei­chung betrug im Jahr 1582 bereits zehn Tage. Diese zehn Tage wurden im Ok­to­ber 1582 durch die Kalenderreform gestrichen: Auf den 4. Oktober folgte der 15. Ok­to­ber 1582. Von nun an war der gregorianische Kalender, unser heutiger Kalender gültig.

Wäre der julianische Kalender weiterhin gültig geblieben, betrüge die Abweichung heute nicht mehr zehn Tage, sondern 13 Tage: Der astronomische Frühlingsbeginn 2020 würde auf den kalendarischen 7. März fallen, nicht auf den 20. März.

Das Problem des julianischen Kalenders war seine sture Regelmäßigkeit: Alle vier Jahre wur­de ein Schalttag eingefügt (und zwar durch die Verdoppelung des 24. Februars). Daraus er­gibt sich im Schaljahr-Zyklus von 4 Jahren die Rechnung (365+365+365+366)/4 = 365,25 Tage im Mittel.

Im neojulianischen Kalender wird die größere Genauigkeit gegenüber dem julianischen Kalender durch Sonderregeln erreicht.

 

Anmerkungen:

1) Die Zeit, die unsere Erde bei ihrer Reise um die Sonne benötigt (360°), heißt tropisches Jahr.

2) In vielen Publikationen wird der Wert »365,24219052 Tage« als Konstante für die durschnittliche tro­pi­sche Jahreslänge angegeben. Dieser Wert ist eine so genannte instantane Jahreslänge der modernen 360°-De­fi­ni­ti­on des Tropischen Jahres, ermittelt für den 1. Januar 2000. D. h. aus der Geschwindigkeit der Er­de am 1. Januar 2000 wurde eben diese Jahreslänge berechnet. Die instantane Jahreslänge ist jedoch nicht die wahre Umlaufzeit der Erde um die Sonne. Wären im Jahr 2000 (oder aus anderen Jahren) andere Ta­ge für die Berechnung gewählt worden, hätten sich andere Werte ergeben. Das Problem: Der Wert »365,24219052 Tage« weicht so stark von genaueren Berechnungen ab, dass sich daraus falsche Schlüsse für die Beurteilung der Genauigkeit von Kalendersystemen ergeben können.

Das Ziel der Kalenderreform war es, den astronomischen Frühlingsbeginn im Durchschnitt auf ei­nen fest­ge­leg­ten Tag im Kalender zu fixieren (21. März). Für Kalenderberechnungen ist daher die Zeit maß­geb­lich, die die Erde benötigt um sich auf der Umlaufbahn von Frühlingspunkt zu Früh­lings­punkt zu bewegen. Wir stützen uns auf eine Methode, in der das Tropische Jahr entsprechend be­rech­net wird und haben da­r­aus den angegebenen Mittelwert übernommen. Zu bedenken ist immer noch, dass konstante Größen zwangs­läu­fig über lange Kalenderzeiträume fehlerbehaftet sind. An dieser Stelle ge­nügt jedoch ein aus­rei­chend genauer Ver­gleichs­wert, um die Differenzen des Erdumlaufs zum Ka­len­der aufzuzeigen.
Die dazu auch →Wikipedia, Tropisches Jahr.

3) Berechnungen, die mit der instantanen Jahreslänge 365,24219052 arbeiten, erwarten den Ausfall des Schalt­tags zwischen den Jahren 4324 und 4813. Diese Annahme ist sehr wahrscheinlich falsch (siehe An­mer­kung 2. Wir folgen der Frühlingspunktmethode. Sie zeigt für den neojulianischen Kalender erst im frühen 8. Jahrtausend so gro­ße Ab­wei­chun­gen des Kalenders, dass eine Schalttagkorrektur wahrscheinlich nötig würde.

Wichtig für unseren Kalender: Wir berücksichtigen mögliche Schalttagkorrekturen nicht. Wir gehen von heute gültigen Regeln und Zuständen aus. Je weiter Daten in un­se­rem Ka­len­der zurückliegen oder in die Zukunft reichen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für Ab­wei­chun­gen und Fehler, die sich aus ge­ge­be­nen Un­ge­nau­ig­kei­ten ableiten.

 
 
Hintergründig

 

Wann wird ein Schalttag eingefügt?

 

1 Die Schaltregel

Den 29. Februar gibt es als zusätzlichen Tag nur in ganz bestimmten Jahren. Um herauszufinden welche das sind, ist die dreistufige Schaltregel des neo­ju­li­a­ni­schen Ka­len­ders anzuwenden:

  • Regel 1: Ist eine Jahreszahl ganzzahlig durch 4 ohne Rest teilbar, dann ist dieses Jahr ein Schaltjahr.
  • Regel 2: Ist die Jahreszahl ganzzahlig zwar durch 4 aber auch durch 100 jeweils ohne Rest teilbar, dann ist dieses Jahr kein Schaltjahr.
  • Ist die Jahreszahl ganzzahlig durch 4 und durch 100 ohne Rest teilbar, und beträgt der Rest bei einer ganzzahligen Division durch 900 entweder 200 oder 600, dann ist dieses Jahr ein Schaltjahr.

 

2 Tabelle der Schaltjahre zwischen 1900 und 2100

Für alle, die nicht rechnen wollen, hier in der Übersicht alle Schalttage vom Jahr 1900 bis zum Jahr 2100.

 

Tabelle aller Schalttage
im 20. und 21. Jahrhundert

Schalttage im 20. Jahrhundert Schalttage im 21. Jahrhundert
1900 kein Schaltjahr! (Regel 2) 2000 →29. Februar 2000 (Regel 3)
1904 →29. Februar 1904 2004 →29. Februar 2004
1908 →29. Februar 1908 2008 →29. Februar 2008
1912 →29. Februar 1912 2012 →29. Februar 2012
1916 →29. Februar 1916 2016 →29. Februar 2016
1920 →29. Februar 1920 2020 →29. Februar 2020
1924 →29. Februar 1924 2024 →29. Februar 2024
1928 →29. Februar 1928 2028 →29. Februar 2028
1932 →29. Februar 1932 2032 →29. Februar 2032
1936 →29. Februar 1936 2036 →29. Februar 2036
1940 →29. Februar 1940 2040 →29. Februar 2040
1944 →29. Februar 1944 2044 →29. Februar 2044
1948 →29. Februar 1948 2048 →29. Februar 2048
1952 →29. Februar 1952 2052 →29. Februar 2052
1956 →29. Februar 1956 2056 →29. Februar 2056
1960 →29. Februar 1960 2060 →29. Februar 2060
1964 →29. Februar 1964 2064 →29. Februar 2064
1968 →29. Februar 1968 2068 →29. Februar 2068
1972 →29. Februar 1972 2072 →29. Februar 2072
1976 →29. Februar 1976 2076 →29. Februar 2076
1980 →29. Februar 1980 2080 →29. Februar 2080
1984 →29. Februar 1984 2084 →29. Februar 2084
1988 →29. Februar 1988 2088 →29. Februar 2088
1992 →29. Februar 1992 2092 →29. Februar 2092
1996 →29. Februar 1996 2096 →29. Februar 2096
    2100 kein Schaltjahr! (Regel 2)

 

 

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Der julianische DIES BISEXTVS, ist unser heu­ti­ger 24. Fe­bru­ar und Schalt­tag. Er gleicht alle vier Jahre Ab­wei­chun­gen zwi­schen Son­nen­jahr und Ka­len­der­jahr aus.

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