5. Sonntag nach Trinitatis | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
16.7.2017 | 5. Sonntag nach Trinitatis

Kirchenjahr 2016/2017

5. Sonntag
nach Trinitatis

 
 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

Regeln

Fällt der →Tag Johannes des Täufers (24. Juni) auf diesen Sonntag oder auf einen Tag der folgenden Woche, dann sollen die Lesungen dieses Gedenktages an die Stelle der Lesungen des 5. Sonntag nach Trinitatis treten.

Der →Gedenktag der Augsburgischen Konfession (25. Juni), der →Tag der Apostel Petrus und Paulus (29. Juni) und der →Tag des Besuchs Marias bei Elisabeth, Heimsuchung (2. Juli) können auf diesen Sonntag oder in die Woche danach fallen. Diese Gedenktage können dann am 5. Sonntag nach Trinitatis liturgisch gewürdigt werden, wenn sie auf den Sonntag fallen.

Fällt der →Tag des Apostels Jakobus des Älteren (25. Juli) auf diesen Sonntag, so ist er am Vorabend oder in der Woche danach zu begehen.

Nach der neuen Ordnung (ab dem Jahr 2019) können der →Tag des Apostels Thomas (3. Juli) und der →Tag der Maria Magdalena (22. Juli) auf diesen Sonntag oder in die Woche danach fallen.

 

Wirkung in 2017

- keine -

 
 5. Sonntag nach Trinitatis  IN DEN JAHREN 2017 BIS 2024
Kalender

Der 5. Sonntag nach Trinitatis in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Der 5. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>21. Juni und dem 25. Juli eines Jahres.
  • 5. Sonntag nach Trinitatis
  • 13. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 5. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    21. Juni und dem 25. Juli eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 91 Tage nach Ostern
  • am 92. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
 

Der evangelische

5. Sonntag
nach Trinitatis

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

5. Sonntag nach Trinitatis | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: 5. Sonntag nach Trinitatis
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

5. Sonntag nach Trinitatis

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Aus gnade ſeid jr ſelig worden / durch den glauben / vnd dasſelbige nicht aus euch / Gottes gabt iſt es.

→Eph 2,8

Pſalm
73
 

Psalm für die Woche

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Aus gnade ſeid jr ſelig worden / durch den glauben / vnd dasſelbige nicht aus euch / Gottes gabt iſt es.

→Eph 2,8

Pſalm
73
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 245
oder:
Lob und Dank sei Gott dem Herren A EG 241 Wach auf, du Geist der ersten Zeugen
EG 241 Wach auf, du Geist der ersten Zeugen B EG 394 Nun aufwärts froh den Blick gewandt
   

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

5. Sonntag nach Trinitatis

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextLk 5,1-11 Lk 5,1-11
Epistel Zum Text1Kor 1,18-25 1Kor 1,18-25
Altes Testament Zum Text1Mos 12,1-4a 1Mos 12,1-4a
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 16.7.2017 Zum TextJoh 1,35-42
IV 1.7.2018 Zum Text1Mos 12,1-4a
V 21.7.2019 1Kor 1,18-25
VI 12.7.2020 1Mos 12,1-4a
I 4.7.2021 Lk 8,1-3
II 17.7.2022 Joh 1,35-51
   

 

 

Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
MZum Text1Kon 19,19-21M1Kon 19,19-21
MZum TextHiob 28,12-14.20-28MHes 2,3-8a
MZum TextHes 2,3-8aMLk 10,1-12
MZum TextGal 1,11-24MLk 14,25-33
MRom 16,1-7(8-16)
MGal 1,11-24
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre 1978/1979 bis 2017/2018

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Lk 5,1-11

EV
I

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. V.

 

 

Verse 1-11

Der Fiſchzug des Petrus
Die Berufung der erſten Jünger

|| →Mt 4,18-22    || →Mk 1,16-20

 

ES begab ſich aber / da ſich das Volck zu

jm drang / zu hören das wort Gottes / Vnd er ſtund am ſee Genezareth / 2vnd ſahe zwey ſchiff am ſee ſtehen / die Fiſcher aber waren ausgetretten / vnd wuſchen jre Netze / 3Trat er in der ſchiff eins / welches Simonis war / vnd bat jn / das ers ein wenig vom lande füret. Vnd er ſatzte ſich / vnd leret das Volck aus dem ſchiff.

 

4VND als er hatte auffgehört zu reden / ſprach er zu Simon / Fare auff die höhe / vnd werffet ewre Netze aus / das jr einen zug thut. 5Vnd Simon antwortet / vnd ſprach zu jm / Meiſter / wir haben die gantze Nacht geerbeitet / vnd nichts gefangen / Aber auff dein Wort / wil ich das Netze auswerffen. 6Vnd da ſie das theten / beſchloſſen ſie eine groſſe menge Fiſche / vnd jr Netz zureis. 7Vnd ſie wincketen jren Geſellen / die im andern ſchiff waren / das ſie kemen / vnd hülffen jnen ziehen. Vnd ſie kamen / vnd fülleten beide Schiff vol / alſo / das ſie ſuncken.

 

 

 

 

 

 

 

 

Matt. 4.

Mar. 1.

8DA das Simon Petrus ſahe / Fiel er Jheſu zu den knien / vnd ſprach / HErr / gehe von mir hinaus / Ich bin ein ſündiger Menſch. 9Denn es war jn ein ſchrecken ankomen / vnd alle die mit jm waren / vber dieſem Fiſchzug / den ſie mit einander gethan hatten / 10Deſſelbigen gleichen auch Jacobum vnd Johannem / die ſöne Zebedei / Simonis geſellen. Vnd Jheſus ſprach zu Simon / Fürchte dich nicht / Denn von nu an wirſtu Menſchen fahen. 11Vnd ſie füreten die Schiff zu lande / vnd verlieſſen alles / vnd folgeten jm nach.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
1Kor 1,18-25

EP
II

 

 

 

Die Erſte Epiſtel
S. Páuli:
An die Córinther.

 

C. I.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Weisheit der Welt iſt Torheit vor Gott

Verse 18-25

 

 

 

 

 

 

Jeſa. 29.

 

 

Jeſa. 33.

18Denn das wort vom Creutz iſt eine torheit / denen / die verloren werden / Vns aber / die wir ſelig werden / iſts eine Gottes krafft. 19Denn es ſtehet geſchrieben / Ich wil vmbbringen die weisheit der Weiſen / vnd den verſtand der Verſtendigen / wil ich verwerffen. 20Wo ſind die Klugen? Wo ſind die Schrifftgelerten? Wo ſind die Welt weiſen? Hat nicht Gott die weisheit dieſer Welt zur torheit gemacht?

 

21DEnn die weil die Welt / durch jre weisheit / Gott in ſeiner weisheit nicht erkandte / Gefiel es Gott wol / durch törichte Predigte ſelig zu machen / die / ſo dar an gleuben. 22Sintemal die Jüden Zeichen foddern / vnd die Griechen nach Weisheit fragen. 23Wir aber predigen den gecreutzigten Chriſt / Den Jüden eine Ergernis / Vnd den Griechen eine Torheit / 24Denen aber die beruffen ſind / beide Jüden vnd Griechen / predigen wir Chriſtum / göttliche Krafft vnd göttliche Weisheit. 25Denn die göttliche Torheit iſt weiſer denn die Menſchen ſind / vnd die göttliche Schwacheit iſt ſtercker denn die Menſchen ſind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gött­li­che tor­heit vnd ſchwach­eit iſt das Eu­an­ge­lium / das fur den Klu­gen ner­riſch / fur den Hei­li­gen ket­ze­riſch / Aber fur den Chri­ſten mech­tig vnd wei­ſe iſt.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
1Mos 12,1-4a

AT
IV

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. XII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Abrams Berufung und der Aufbruch nach Kanaan

Verse 1-4a

→Acto. 7.

→Ebre. 11.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Gal. 3.

VND der HERR ſprach zu Abram /

Gehe aus deinem Vaterland / vnd von deiner Freundſchafft / vnd aus deines Vatershauſe / In ein Land / das ich dir zeigen wil. 2Vnd ich wil dich zum groſſen Volck machen / vnd wil dich ſegenen / vnd dir einen groſſen Namen machen / vnd ſolt ein Segen ſein / 3Ich wil ſegenen die dich ſegenen / Vnd verfluchen die dich verfluchen. Vnd in dir ſollen geſegenet werden alle Geſchlecht auff Erden.

Abram.

 

DA zoch Abram aus / wie der HERR zu jm geſagt hatte /

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Joh 1,35-42

III

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. I.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die erſten Jünger

Verse 35-42

 

DES andern tags ſtund abermal Johannes / vnd zween ſeiner Jünger. 36Vnd als er ſahe Jheſum wandeln / ſprach er / Sihe / das iſt Gottes Lamb. 37Vnd zween ſeiner Jünger höreten jn reden / vnd folgeten Jheſu nach. 38Jheſus aber wandte ſich vmb / vnd ſahe ſie nach folgen / vnd ſprach zu jnen / Was ſuchet jr? Sie aber ſprachen zu jm / Rabbi (das iſt verdolmetſcht / Meiſter) Wo biſtu zur herberge? 39Er ſprach zu jnen / Kompt vnd ſehets. Sie kamen vnd ſahens / vnd blieben denſelbigen tag bey jm. Es war aber vmb die zehende ſtunde.

 

40EIner aus den Zween / die von Johanne höreten / vnd Jheſu nachfolgeten / war Andreas der bruder Simonis Petri. 41Derſelbige findet am erſten ſeinen bruder Simon / vnd ſpricht zu jm / Wir haben den Meſſias funden (welches iſt verdolmetſcht / der Geſalbete) 42Vnd füret jn zu Jheſu. Da jn Jheſus ſahe / ſprach er / Du biſt Simon Jonas ſon / du ſolt Kephas heiſſen / das wird verdolmetſcht / ein fels.

 

 

 

 

 

 

(Meſſias)

Chriſtus Griech­iſch / Geſalbe­ter deudſch / vnd Meſſias Ebre­iſch / iſt ein ding.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Lk 14,25-33

V

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XIIII.

 

 

Verse 25-33

Die Bedingungen der Nachfolge

ES gieng aber viel Volcks mit jm / Vnd er wandte ſich / vnd ſprach zu jnen / 26So jemand zu mir kompt vnd haſſet nicht ſeinen Vater / Mutter / Weib / Kind / Brüder / Schweſter / auch dazu ſein eigen Leben / der kan nicht mein Jünger ſein. 27Vnd wer nicht ſein Creutz tregt / vnd mir nachfolget / der kan nicht mein Jünger ſein.

 

28WEr iſt aber vnter euch / der einen Thurn bawen wil / vnd ſitzt nicht zuuor / vnd vberſchleget die Koſt / ob ers habe hinaus zu füren? 29Auff das nicht / wo er den Grund gelegt hat / vnd kans nicht hin aus füren / alle die es ſehen / fahen an ſein zu ſpotten / 30vnd ſagen / Dieſer Menſch hub an zu bawen / vnd kans nicht hin aus füren. 31Oder welcher König wil ſich begeben in einen Streit / wider einen andern König / vnd ſitzt nicht zuuor vnd ratſchlaget / Ob er künde mit zehen tauſent begegen / dem / der vber jn kompt mit zwenzig tauſent? 32Wo nicht / ſo ſchickt er Botſchafft / wenn jener noch ferne iſt / vnd bittet vmb Friede. 33Alſo auch ein jglicher vnter euch / der nicht a abſaget allem das er hat / kan nicht mein Jünger ſein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a

(Abſaget)

Fur dem göttlich­en Gerichte mag niemand beſtehen. Er verzage denn an alle ſeinem ver­mügen / vnd ſuche gnade / vnd bitte vmb hülffe in Chriſto.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
2Thess 3,1-5

VI

 

 

 

Die ánder Epiſtel
S. Páuli:
An die Theſſalonicĥer.

 

C. III.

 

 

Verse 1-5

Gegenſeitige Fürbitte

 

WEIter / lieben Brüder / betet fur vns /

das das wort des HErrn lauffe / vnd gepreiſet werde / wie bey euch / 2Vnd das wir erlöſet werden von den vnartigen vnd argen Menſchen. Denn der glaube iſt nicht jedermans ding / 3Aber der HErr iſt trew / der wird euch ſtercken vnd bewaren fur dem argen. 4Wir verſehen vns aber zu euch in dem HErrn / das jr thut vnd thun werdet / was wir euch gebieten. 5Der HErr aber richte ewre hertzen zu der liebe Gottes / vnd zu der gedult Chriſti.

 

 

 

 

 

 

(Vnartigen)

Das ſind die wil­den / ſtör­ri­gen / wün­der­li­chen / Ketz­er­iſchen köpf­fe.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
1Kon 19,19-21

M1

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
von den Kònigen.

 

C. XIX.

 

 

Verse 19-21

Die Berufung des Eliſa zum Propheten

 

VND er gieng von dannen / vnd fand Eliſa den ſon Saphat / das er pflüget mit zwelff Jochen fur ſich hin / vnd er war ſelbs vnter den zwelffen / vnd Elia gieng zu jm / vnd warff ſeinen Mantel auff jn. 20Er aber lies die Rinder / vnd lieff Elia nach / vnd ſprach / Las mich meinen Vater vnd meine Mutter küſſen / ſo wil ich dir nachfolgen. Er ſprach zu jm / Gehe hin vnd kom wider / denn ich hab etwas mit dir zu thun. 21Vnd er lieff wider von jm vnd nam ein joch Rinder vnd opffert es / vnd kochet das fleiſch mit dem holtzwerg an den rindern / vnd gabs dem Volck das ſie aſſen / Vnd macht ſich auff vnd folgete Elia nach / vnd dienete jm.

Eliſa.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Hiob 28,12-14.20-28

M2

 

 

 

Das Bucĥ Hiob.

 

C. XXVIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Das Lied von der Weisheit Gottes

Verse 12-14

 

WO wil man aber Weisheit finden? Vnd wo iſt die ſtete des verſtands? 13Niemand weis wo ſie ligt / vnd wird nicht funden im Lande der lebendigen. 14Der abgrund ſpricht / Sie iſt in mir nicht / vnd das Meer ſpricht / ſie iſt nicht bey mir.

 

 

 

Verse 20-28

 

20WO her kompt denn die Weisheit? vnd wo iſt die ſtete des Verſtands? 21Sie iſt verholen fur den augen aller Lebendigen / auch verborgen den vogeln vnter dem Himel. 22Das verdamnis vnd der tod ſprechen / Wir haben mit vnſern ohren jr gerücht gehöret. 23Gott weis den weg dazu / vnd kennet jre ſtete. 24Denn er ſihet die ende der Erden / vnd ſchawet alles was vnter dem Himel iſt. 25Da er dem Winde ſein gewicht machete / vnd ſetzete dem Waſſer ſeine gewiſſe maſſe. 26Da er dem Regen ein ziel machete / vnd dem Blitzen vnd Donner den weg. 27Da ſahe er ſie / vnd erzelet ſie / bereitet ſie vnd er fand ſie. 28Vnd ſprach zum Menſchen / Sihe / die furcht des HERRN / das iſt die Weisheit / vnd meiden das böſe / das iſt Verſtand.

 

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Hes 2,3-8a

M3

 

 

 

Der Próphet Heſekiel.

 

C. II.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Berufung zum Prophetenamt

Verse 3-8a

 

3VND er ſprach zu mir / Du Menſchenkind / Ich ſende dich zu den kindern Iſrael / zu dem abtrünnigen Volck / ſo von mir abtrünnig worden ſind / Sie ſampt jren Vetern / haben bis auff dieſen heutigen tag wider mich gethan. 4Aber die Kinder / zu welchen ich dich ſende / haben harte Köpffe / vnd verſtockte Hertzen / Zu den ſoltu ſagen / So ſpricht der HErr HERR /5ſie gehorchen oder laſſens / Es iſt wol ein vngehorſam Haus / Dennoch ſollen ſie wiſſen / das ein Prophet vnter jnen iſt.

 

VND du Menſchenkind / ſolt dich fur jnen nicht fürchten / noch fur jren worten fürchten / Es ſind wol widerſpenſtige vnd ſtachliche Dornen bey dir / vnd du woneſt vnter den Scorpion / Aber du ſolt dich nicht fürchten / fur jren worten / noch fur jrem Angeſicht dich entſetzen / Ob ſie wol ein vngehorſam Haus ſind. 7Sondern du ſolt jnen mein wort ſagen / ſie gehorchen oder laſſens / Denn es iſt ein vngehorſam Volck.

 

8aABer du Menſchenkind / höre du / was ich dir ſage / vnd ſey nicht vngehorſam / wie das vngehorſame Haus iſt /

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Gal 1,11-24

M4

 

 

 

Die Epiſtel S. Páuli:
An die Gálater.

 

C. I.

 

 

Verse 11-24

Das Amt und die Autorität des Paulus als Berufener und Apoſtel

 

ICH thu euch aber kund / lieben Brüder / das das Euangelium / das von mir geprediget iſt / nicht menſchlich iſt / 12Denn ich hab es von keinem Menſchen empfangen / noch gelernet / Sondern durch die offenbarung Jheſu Chriſti. 13Denn jr habt je wol gehöret meinen wandel weiland im Jüdenthum / Wie ich vber die maſſe die gemeine Gottes verfolgete vnd verſtörete ſie / 14vnd nam zu im Jüdenthum / vber viel meines Gleichen / in meinem Geſchlecht / vnd eiuert vber die maſſe vmb das veterliche Geſetz.

 

15DA es aber Gotte wolgefiel / der mich von meiner Mutterleibe hat ausgeſondert / vnd beruffen durch ſeine gnade / 16Das er ſeinen Son offenbaret in mir / das ich jn durchs Euangelium verkündigen ſolte vnter den Heiden. Alſo bald fur ich zu / vnd beſprach mich nicht darüber mit Fleiſch vnd Blut / 17Kam auch nicht gen Jeruſalem / zu denen / die vor mir Apoſtel waren / Sondern zoch hin in Arabiam / vnd kam widerumb gen Damaſcon. 18Darnach vber drey jar / kam ich gen Jeruſalem / Petrum zu ſchawen / vnd bleib funffzehen tage bey jm. 19Der andern Apoſtel aber ſahe ich keinen / on Jacobum des HErrn bruder. 20Was ich euch aber ſchreibe / Sihe / Gott weis / ich liege nicht.

 

21DArnach kam ich in die lender Syria vnd Cilicia. 22Ich war aber vnbekand von angeſichte / den Chriſtlichen gemeinen in Judea. 23Sie hatten aber alleine gehöret / Das / der vns weiland verfolgete / der prediget jtzt den glauben / welchen er weiland verſtörete / 24Vnd preiſeten Gott vber mir.

 

 

 

 
Text: Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Habt mit allen Menschen Friede. (Römer 12, 15.18)

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlägt die Ordnung der evangelischen Kirchen biblische Texte vor.

Sie sind jedoch nicht nur für den Vortrag im Gottesdienst gedacht. Es sind gleichzeitig Leseempfehlungen für alle Gemeinde­mit­glie­der, für Christen, die sich nicht in der Gemeindearbeit engagieren können oder wollen, und für jeden, der sich für die christliche Religion oder für die Bibel in der praktischen Anwendung interessiert.

Wir möchten Sie daher ausdrücklich dazu ermuntern, die Textstellen einmal in Ihrer Bibel zu lesen.

Über das Jahr betrachtet und im Verlauf der Jahre werden Sie auf diese Weise in kleinen Einheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, die wesentlichen Textzeugnisse kennenlernen, auf die sich die christliche Religion stützt.

Text der Lutherbibel von 1545

Eine Besonderheit weisen unsere Seiten auf: Etliche biblische Texte (wie beispielsweise den Wochenspruch, die Psalmen und die Perikopen) geben wir nicht in der modernen, von der evangelischen Kirche vorgege­be­nen Textgestalt wieder, sondern in der Schreibweise und in der Sprache der Lutherbibel aus dem Jahr 1545.

Es ist der Text, den Martin Luther selbst aus den Quellen übersetzt und formuliert hatte. Er führt uns zurück in die Anfänge der Reformation, als die Bibel populär wurde und es Laien erstmals möglich war, biblische Texte zu lesen und über ihren Inhalt und Sinn nachzudenken.

Diese Texte sind gut geeignet für den Vergleich mit modernen Übersetzungen, vor allem aber für sehr private Medita­tio­nen über ihre Botschaften und über ihre gewaltige, sprachliche Aussagekraft.

 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die man nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen..

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
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