10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag (I)
Sonntag, 25. August 2019

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Titel: Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
25.8.2019 | 10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag (I) | Israelsonntag: Kirche und Israel
Sonntag
 

Kirchenjahr 2018/2019

10. Sonntag
nach Trinitatis

Grün

 

Israelsonntag

Kirche und Israel

Gedenken der Ver­bun­den­heit der christ­li­chen Kir­che mit dem blei­bend er­wähl­ten Volk Israel

 

 
Symbol

Gregor von Utrecht
(† 25. August 775 [oder 776] in Utrecht, Niederlande)

Alternative Ordnung für den 10. Sonntag nach Trinitatis
Achtung!

Ab dem Kirchenjahr 2018/2019 stehen für den 10. Sonntag nach Trinitatis zwei verschiedene Ord­nun­gen bereit.

Dieser Artikel behandelt die Variante mit dem Leittext Mk 12,28-34Das größte Gebot«), li­tur­gis­che Farbe Grün.

Dieses Proprium wird in aller Regel den Sonntag bestimmen.

Alternativ: Die zweite Ordnung, Leittext Lk 19,41-48Jesus weint über Jerusalem«, »Reinigung des Tempels«), liturgische Farbe Violett, findet sich im diesem Beitrag:

Zum Artikel

10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag 2018/2019

Für den Israelsonntag stehen zwei verschiedene Liturgien bereit. Dieser Artikel zeigt die Variante, in der Lk 19,41-48 im Mittelpunkt steht (Farbe: Violett).

Mehr dazu in diesem Artikel.

Info

Die Gemeinde ist frei darin, zu entscheiden, ob für den 10. Sonntag nach Trinitais, dem Israelsonntag, dieses →Proprium (»Kirche und Israel«) oder das alternative Proprium (→Ge­denk­tag der Zerstörung Jerusalems) gewählt wird. Es wird empfohlen, das Proprium »Kirche und Israel« zu bevorzugen.

 

Fällt der →Tag des Apostels Bartholomäus (24. August) auf diesen Sonntag, so sollte er an einem Tag in der Folgewoche begangen werden.

Auch andere Anlässe sollten dem 10. Sonntag nach Trinitatis fern bleiben, damit sein besonderes Thema, Israel, gebührend gewürdigt werden kann.

 

Wirkung in 2019

Achtung!

Es ist festzulegen, ob das Proprium »Kirche und Israel« oder das Proprium »Gedenktag der Zerstörung Jerusalems« den 10. Sonntag nach Trinitais, den Israelsonntag, bestimmen soll.

 

Der 24. August ist in diesem Jahr am Samstag vor dem 10. Sonntag nach Trinitatis. Der→Tag des Apostels Bartholomäus (24. August) kann nur am Samstag oder an einem anderen Tag der Woche begangen werden, jedoch nicht am Sonntag.

 
Kalenderblätter
 
Bewegliches Datum
Der 10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag (I) liegt zwischen dem<br>26. Juli und dem 29. August eines Jahres.
  • 10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag (I)
  • 18. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag (I) liegt zwischen dem
    26. Juli und dem 29. August eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 126 Tage nach Ostern
  • am 127. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
Symbol Evangelisch
 

Der evangelische

10. Sonntag
nach Trinitatis | Israelsonntag (I)

Israelsonntag: Kirche und Israel

Gottesdienstliche Ordnung

gültig in den Kirchenjahren ab 2018/2019

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

 
 

Spruch und Psalm

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Wol dem Volck / des der HERR ein Gott iſt / Das Volck / das er zum Erbe erwelet hat.

→Psalm 33,12

Pſalm
122
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 122

 

 

 

Lied für die Woche

 
Liedauswahl
A EG 290 Nun danket Gott, erhebt und preiset
B EG 429 Lobt und preist die herrlichen Taten
 

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 

HERR thu meine Lipppen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Textlesung und Predigt

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2019 - 2024 die folgenden biblischen Texte vorgesehen:

 

Die biblischen Texte für die Lesungen

 
Lesung Text für die Lesung
Evangelium Zum TextMk 12,28-34
Epistel Zum TextRom 11,25-32
Altes Testament Zum Text2Mos 19,1-6
   

 

 

Die biblischen Texte für die Predigt

Im Kirchenjahr 2018/2019 gilt die Reihe I.

 
Kirchen-
jahr
Datum Reihe Text für die Predigt Pool weiterer Texte
2018/2019 25.8.2019 I Zum TextMk 12,28-34 Zum Text1Mos 25,19-34
2019/2020 16.8.2020 II Zum TextRom 11,25-32 Zum Text1Mos 33,1-16
2020/2021 8.8.2021 III Zum Text2Mos 19,1-6
2021/2022 21.8.2022 IV Zum TextMt 5,17-20
2022/2023 13.8.2023 V Zum Text5Mos 4,5-20
2023/2024 4.8.2024 VI Zum TextSach 8,20-23
   
 

Kirchenjahr und Datum:
Unsere Sortierung stellt jeweils das gewählte Kirchenjahr nach oben. Die Spalte »Datum« zeigt das tatsächliche Datum des Tages, für den der Predigttext gilt.

Reihen:
Die Perikopenordnung kennt drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen.
Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag.

Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren.

Die Zählung der Reihen begann im Kirchenjahr 2018/2019 mit Reihe I und wird kontinuierlich fortgeführt. Nach Reihe VI folgt wieder Reihe I.

Die Reihe I gilt für das Kirchenjahr 2018/2019, danach wieder für das Kirchenjahr 2024/2025.
Die Reihe II gilt für das Kirchenjahr 2019/2020, danach wieder für das Kirchenjahr 2025/2026,
usw.

Pool weiterer Texte:
Der Pool weiterer Texte stellt Bibeltexte zur Auswahl, die thematisch gut zum Tag passen. Aus ihnen kann die Gemeinde unabhängig von Reihe und Kirchenjahr einen Text für die Predigt wählen, der dann den vorgesehenen Predigtext der gültigen Reihe ersetzt.

 
Titel Perikopen

10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag (I)

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre ab 2018/2019

Texte für Lesungen und Predigt nach der Perikopenordnung 2018/2019

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG AUS DEM EVANGELIUM UND PREDIGTTEXT

Evangelium nach Markus

Mk 12,28-34

REIHE

I

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. XII.

 

 

Verse 28-34

Die Frage nach dem größten Gebot

|| →Mt 22,34-40    || →Lk 10,25-28

Matt. 22.

 

 

 

 

 

 

 

Luc. 10.

Deut. 6.

 

 

 

 

 

Luc. 10. 19.

→Rom. 13.

→Gal. 5.

 

 

28VND es trat zu jm der Schrifftgelerten einer / der jnen zugehöret hatte / wie ſie ſich mit einander befrageten / vnd ſahe das er jnen fein geantwortet hatte / vnd fraget jn / Welchs iſt das furnemeſt Gebot fur allen? 29Jheſus aber antwortet jm / Das furnemeſt Gebot fur allen geboten iſt das / Höre Iſrael / Der HERR vnſer Gott iſt ein einiger Gott / 30Vnd du ſolt Gott deinen HERRN lieben / von gantzem hertzen / von gantzer Seele / von gantzem Gemüte vnd von allen deinen Krefften / Das iſt das furnemeſte Gebot. 31Vnd das ander iſt jm gleich / Du ſolt deinen Neheſten lieben / als dich ſelbs. Es iſt kein ander gröſſer Gebot / denn dieſe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

32VND der Schrifftgelerter ſprach zu jm / Meiſter / du haſt warlich recht geredt / Denn es iſt ein Gott / vnd iſt kein ander auſſer jm / 33Vnd denſelbigen lieben von gantzem hertzen / von gantzem gemüte / von gantzer ſeele / vnd von allen krefften / Vnd lieben ſeinen Neheſten als ſich ſelbs / das iſt mehr denn Brandopffer vnd alle Opffer. 34Da Jheſus aber ſahe / das er vernünfftiglich antwortet / ſprach er zu jm / Du biſt nicht ferne von dem reich Gottes. Vnd es thurſte jn niemand weiter fragen.

 

 

 

LESUNG AUS DEN EPISTELN UND PREDIGTTEXT

Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom

Rom 11,25-32

REIHE

II

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. XI.

 

 

Verse 25-32

Iſraels endliche Errettung

 

 

Paulus schreibt:

 

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 59.

ICH wil euch nicht verhalten / lieben Brüder / dieſes Geheimnis / auff das jr nicht ſtoltz ſeid. Blindheit iſt Iſrael eins teils widerfaren / So lange / bis die fülle der Heiden eingegangen ſey / 26vnd alſo das gantze Iſrael ſelig werde. Wie geſchrieben ſtehet / Es wird komen aus Zion / der da erlöſe / vnd abwende das gottloſe weſen von Jacob.27Vnd dis iſt mein Teſtament mit jnen / wenn ich jre ſünde werde wegnemen.28Nach dem Euangelio halte ich ſie fur Feinde / vmb ewren willen / Aber nach der Walh habe ich ſie lieb / vmb der Veter willen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

**

(Gerewen)

Das iſt / Sie ſind vnwanckelbar / vnd er endert ſie nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Gal. 3.

 

 

 

29GOttes gaben vnd beruffung / mögen jn nicht ** gerewen. 30Denn gleicher weiſe / wie auch jr weiland nicht habt gegleubet an Gott / Nu aber habt jr barmhertzigkeit vberkomen / vber jrem vnglauben / 31Alſo auch jene haben jtzt nicht wolt gleuben an die barmhertzigkeit / die euch widerfaren iſt / Auff das ſie auch barmhertzigkeit vberkomen. 32Denn Gott hats alles *** beſchloſſen vnter dem vnglauben / Auff das er ſich aller erbarme.

***

(Beschloſſen)

Merck dieſen Heubtſpruch / der alle werck vnd menſchliche Ge­rechtigkeit ver­dampt / vnd al­lein Gottes barm­hertzigkeit hebet / durch den glauben zu erlangen.

 

 

 

LESUNG AUS DEM ALTEN TESTAMENT UND PREDIGTTEXT

Zweites Buch Mose | Exodus

2Mos 19,1-6

REIHE

III

 

 

 

Das Ander Bucĥ
Moſe.

 

C. XIX.

 

 

Verse 1-3a

Ankunft am Sinai

 

 

 

 

Num. 33.

 

 

 

 

 

 

 

IM dritten mond nach dem Ausgang der kinder Iſrael aus Egyp­ten­land / kamen ſie dieſes tages in die wüſten Sinai / 2Denn ſie waren ausgezogen von Ra­phi­dim / vnd wolten in die wüſten Sinai / vnd la­ger­ten ſich in der wüſten daſelbs / gegen dem Berg / 3Vnd Moſe ſteig hin auff zu Gott.

 

 

 

 

 

 

Verse 3b-6

Gott erläutert ſeinen Bund mit Iſrael

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→1. Pet. 2.

 

 

 

 

VND der HERR rieff jm vom Berge / vnd ſprach / So ſoltu ſagen zu dem hauſe Jacob / vnd verkündigen den kindern Iſrael. 4Ir habt geſehen / was ich den Egyptern gethan habe / vnd wie ich euch getragen habe auff Adeler flügeln / vnd hab euch zu mir bracht. 5Werdet jr nu meiner ſtimme gehorchen / vnd meinen Bund halten / So ſolt jr mein Eigenthum ſein fur allen Völckern / denn die gantze Erde iſt mein / 6Vnd jr ſolt mir ein prieſterlich Königreich / vnd ein heiliges Volck ſein. Das ſind die wort / die du den kindern Iſrael ſagen ſolt.

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Evangelium nach Matthäus

Mt 5,17-20

REIHE

IV

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. V.

 

 

 

 

 

 

Luc. 16.

 

Verse 17-19

Die Erfüllung des Geſetzes

|| →Lk 16,17

 

Jesus sprach zu seinen Jüngern:

IR ſolt nicht wehnen / das ich komen bin / das Geſetz oder die Propheten auffzulöſen / Ich bin nicht komen auffzulöſen / ſondern zu erfüllen. 18 Denn ich ſage euch warlich / Bis das Himel vnd Erde zurgehe / wird nicht zurgehen der kleineſt Buchſtab / noch ein Tütel vom Geſetze / bis das es alles geſchehe. 19 Wer nu eines von dieſen kleineſten Geboten e aufflöſet / vnd leret die Leute alſo / Der wird der f kleineſt heiſſen im Himelreich. Wer es aber thut vnd leret / Der wird g gros heiſſen im Himelreich.

 

 

 

 

 

 

 

 

e

(Aufflöſet)

Alſo thut der Pa­pi­ſten hauff / ſa­gen die­ſe Ge­bot Chri­ſti ſei­en nicht Ge­bot / ſon­dern Rete.

f

(Kleineſt heiſſen)

Das iſt / nichts ſein vnd ver­wor­ffen wer­den.

g

(Gros heiſſen)

Das iſt / gros vnd auſſer­le­ſen ſein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vers 20

Die neue Gerechtigkeit

20DEnn ich ſage euch / Es ſey denn ewer Gerechtigkeit beſſer / denn der Schrifftgelerten vnd h Phariſeer / So werdet jr nicht in das Himelreich komen.

 

h

(Der Phariſeer)

Der Pha­ri­ſeer from­keit / ſte­het al­lein in euſſer­li­chen wer­cken vnd ſchein. Chri­ſtus aber foddert des her­tzen from­keit.

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM ALTEN TESTAMENT

Fünftes Buch Mose | Deuteronomium

5Mos 4,5-20

REIHE

V

 

 

 

Das Fünffte Bucĥ
Moſe.

 

C. IIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Ermahnung zum Gehorſam gegen das Geſetz

Verse 5-20

 

 

Mose sprach zum Volk Israel:

 

SIhe / ich hab euch geleret Gebot vnd Rechte / wie mir der HERR mein Gott geboten hat / das jr alſo thun ſolt im Lande / darein jr komen werdet / das jrs einnemet.

Erma-

nung zu halten das Geſetz etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Pſal. 147.

 

 

 

6SO behaltets nu vnd thuts / Denn das wird ewr weisheit vnd verſtand ſein bei allen Völckern / wenn ſie hören werden alle dieſe Gebot / das ſie müſſen ſagen / Ey / welch weiſe vnd verſtendige Leute ſind das / vnd ein herrlich Volck. 7Denn wo iſt ſo ein herrlich Volck / zu dem Götter alſo nahe ſich thun / als der HERR vnſer Gott / ſo offt wir jn anruffen? 8Vnd wo iſt ſo ein herrlich Volck / das ſo gerechte Sitten vnd Gebot habe / als alle dis Geſetz / das ich euch heuts tags fürlege?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Exod. 19.

 

 

 

HVt dich nu vnd beware deine Seele wol / das du nicht vergeſſeſt der Geſchicht / die deine Augen geſehen haben / vnd das ſie nicht aus deinem Hertzen komen alle dein lebenlang. Vnd ſolt deinen Kindern vnd Kindskindern kund thun 10den tag / da du fur dem HERRN deinem Gott ſtundeſt an dem berge Horeb / da der HERR zu mir ſagt / Verſamle mir das Volck / das ſie meine wort hören / vnd lernen mich fürchten alle jr lebetag auff Erden / vnd leren jre Kinder.

 

 

→Exod. 19.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Exod. 34.

 

 

 

 

 

11VND jr trattet erzu / vnd ſtundet vnten an dem Berge / Der berg brandte aber bis mitten an den Himel / vnd war da finſternis / wolcken vnd tunckel. 12Vnd der HERR redet mit euch mitten aus dem Fewr / Die ſtim ſeiner wort höretet jr / Aber kein Gleichnis ſahet jr auſſer der ſtim. 13Vnd verkündigt euch ſeinen Bund / den er euch gebot zu thun / nemlich / die zehen wort / vnd ſchreib ſie auff zwo ſteinern Tafeln. 14Vnd der HERR gebot mir zur ſelbigen zeit / das ich euch leren ſolt / Gebot vnd Rechte / das jr darnach thetet im Land darein jr ziehet / das jrs einnemet.

 

 

 

 

 

→Exod. 20.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

15SO bewaret nu ewr Seelen wol / Denn jr habt kein Gleichnis geſehen des tages / da der HERR mit euch redet aus dem Fewr auff dem berge Horeb. 16Auff das jr euch nicht verderbet / vnd macht euch jrgend ein Bilde / das gleich ſey einem Man / oder Weib / 17oder Vieh auff erden / oder Vogel vnter dem Himel / 18oder Gewürm auff dem lande / oder fiſch im waſſer vnter der erden. 19Das du auch nicht deine augen auffhebeſt gen Himel / vnd ſeheſt die Sonne vnd den Mond / vnd die Sterne / das gantze Heer des Himels / vnd falleſt ab / vnd betteſt ſie an vnd dieneſt jnen / welche der HERR dein Gott verordent hat / allen Völckern vnter dem gantzen Himel.

Bilder

verboten zu mach­en ſo man an­bet etc.

Deut. 1.

Deut. 3.

 

 

 

 

20EVch aber hat der HERR angenomen / vnd aus dem eiſern Ofen / nemlich / aus Egypten gefüret / das jr ſein Erbuolck ſolt ſein / wie es iſt an dieſem tag.

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM ALTEN TESTAMENT

Buch des Propheten Sacharja

Sach 8,20-23

REIHE

VI

 

 

 

Der Próphet SácĥárJá.

 

C. VIII.

 

 

Verse 20-23

Das künftige Heil fürdie Völker

 

SO ſpricht der HERR Zebaoth / Weiter werden noch komen viel Völcker / vnd vieler ſtedte Bürger / 21vnd werden die Bürger einer Stad gehen zur andern / vnd ſagen / Laſſt vns gehen zu bitten fur dem HERRN / vnd zu ſuchen den HERRN Zebaoth / a Wir wollen mit euch gehen. 22Alſo werden viel Völcker / vnd die Heiden mit hauffen komen / zu ſuchen den HERRN Zebaoth zu Jeruſalem / zu bitten fur dem HERRN.

 

 

 

 

 

 

a

In Ebre.

Vadam etiam ego / →*1)

ſpricht einer zu dem andern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*1) lat.: In Ebre. Vadam etiam ego /

dt.: »In Hebräisch: Auch ich will gehen, «(spricht einer zu dem andern)

Die Anmerkung bietet einen kleinen Einblick in Luthers Vorgehensweise bei der Übersetzung der lateinischen und hebräischen Vorlagen:

Luther erklärt, dass der Text im Original »Auch ich will gehen!« lautet, was ihm aber ohne seine Beifügung (»spricht einer zu dem andern«) nur schwer verständlich erscheint und kein gebräuchliches Deutsch ist. Er glättet den Text daher mit Bezug auf den Plural »Bürger« und formuliert für das Deutsche korrekt (aber eben nicht wörtlich übersetzt): »Wir wollen mit euch gehen.«

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Erstes Buch Mose | Genesis

1Mos 25,19-34

POOL

W
1

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. XXV.

 

 

Verse 19-28

Iſaaks Nachkommen: Eſaus und Jakobs Geburt

DIs iſt das geſchlechte Iſaacs Abrahams ſon / Abraham zeuget Iſaac. 20Iſaac aber war vierzig jar alt / da er Rebeca zum weibe nam / die tochter Bethuel des Syrers von Meſopotamia / Labans des Syrers ſchweſter.

Iſaacs

Geſchlecht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Mal. 1.

→Rom. 9.

 

 

 

ISaac aber bat den HERRn fur ſein Weib / denn ſie war vnfruchtbar / Vnd der HERR lies ſich erbitten / vnd Rebeca ſein weib ward ſchwanger / 22Vnd die kinder ſtieſſen ſich miteinander in jrem Leib. Da ſprach ſie / Da mirs alſo ſolt gehen / Warumb bin ich ſchwanger worden? Vnd ſie gieng hin den HERRN zu fragen. 23Vnd der HERR ſprach zu jr / Zwey Volck ſind in deinem Leibe / vnd zweierley Leute werden ſich ſcheiden aus deinem Leibe / vnd ein Volck wird dem andern vberlegen ſein / Vnd der Gröſſer wird dem Kleinen dienen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

24DA nu die zeit kam / das ſie geberen ſolt / ſihe / da waren zwilling in jrem Leibe. 25Der erſt der eraus kam / war rötlicht / gantz rauch wie ein fell / Vnd ſie nenneten jn Eſau. 26Zu hand darnach kam er aus ſein Bruder / der hielt mit ſeiner Hand die ferſen des Eſau / Vnd hieſſen jn Jacob. Sechzig jar alt war Iſaac da ſie geborn wurden. 27Vnd da nu die Knaben gros wurden / Ward Eſau ein Jeger vnd ein Ackerman / Jacob aber ein from Man / vnd bleib in den Hütten. 28Vnd Iſaac hatte Eſau lieb / vnd aſs gerne von ſeinem Weidwerg / Rebeca aber hatte Jacob blieb.

 

 

 

ESAV.

Jacob.

 

 

Verse 29-34

Eſau verkauft ſein Erſtgeburtsrecht

ESAV

ver­kaufft ſei­ne Erſt­ge­burt.

 

 

 

 

 

 

 

→Ebre. 12.

 

 

 

 

 

 

VND Jacob kocht ein gerichte / Da kam Eſau vom feld / vnd war müde / 30vnd ſprach zu Jacob / Las mich koſten das rote gericht / denn ich bin müde / Daher heiſſt er Edom. 31Aber Jacob ſprach / Verkeuffe mir heute deine Erſtgeburt. 32Eſau antwortet / Sihe / Ich mus doch ſterben / was ſol mir denn die Erſtgeburt? 33Jacob ſprach / So ſchwere mir heute / Vnd er ſchwur jm / vnd verkaufft alſo Jacob ſeine Erſtgeburt. 34Da gab jm Jacob brot vnd das Linſengericht / Vnd er aſs vnd tranck / vnd ſtund auff vnd gieng dauon / Alſo verachtet Eſau ſeine Erſtgeburt.

 

 

 

(Edom)

Heiſſt Rötlicht.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Erstes Buch Mose | Genesis

1Mos 33,1–16

POOL

W
2

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. XXXIII.

 

 

Verse 1-11

Jakobs Verſöhnung mit Eſau

ESAV be­geegnet Ja­cob etc.

IAcob hub ſeine augen auff / vnd ſahe ſeinen bruder Eſau komen mit vierhundert Man. Vnd teilet ſeine Kinder zu Lea / vnd zu Rahel / vnd zu beiden Megden / 2Vnd ſtellet die megde mit jren Kindern forne an / vnd Lea mit jren Kindern hernach / vnd Rahel mit Joſeph zu letzt. 3Vnd er gieng fur jnen her / vnd neigete ſich ſieben mal auff die Erden / bis er zu ſeinem Bruder kam.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4ESau aber lieff jm entgegen / vnd hertzet jn / vnd fiel jm vmb den hals / vnd küſſet jn / Vnd ſie weineten. 5Vnd hub ſeine augen auff / vnd ſahe die Weiber mit den Kindern / vnd ſprach / Wer ſind dieſe bey dir? Er antwortet / Es ſind Kinder / die Gott deinem Knecht beſcheret hat. 6Vnd die Megde traten erzu mit jren Kindern / vnd neigten ſich fur jm. 7Lea trat auch erzu mit jren Kindern / vnd neigeten ſich fur jm. Darnach trat Joſeph vnd Rahel erzu / vnd neigeten ſich auch fur jm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8VNd er ſprach / Was wiltu mit alle dem Heere / dem ich begegnet bin? Er antwortet / Das ich gnade fünde fur meinem Herrn. 9Eſau ſprach / Ich habe gnug / mein Bruder / behalt was du haſt. 10Jacob antwortet / Ah nicht / Hab ich gnade funden fur dir / ſo nim mein Geſchencke von meiner hand / Denn ich ſahe dein angeſicht / als ſehe ich Gottes angeſicht / vnd las dirs wolgefallen von mir / 11Nim doch den Segen von mir an / den ich dir zubracht habe / Denn Gott hat mirs beſcheret / vnd ich habe alles gnug / Alſo nötiget er jn / das ers nam.

 

 

 

 

 

 

Verse 12-16

Jakob trennt ſich von Eſau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND er ſprach / Las vns fort ziehen vnd reiſen / ich wil mit dir ziehen. 13Er aber ſprach zu jm / Mein Herr / du erkenneſt / das ich zarte Kinder bey mir habe / dazu vieh vnd ſeugende küe / Wenn ſie einen tag vbertrieben würden / würde mir die gantze Herde ſterben. 14Mein Herr ziehe vor ſeinem Knechte hin / Ich wil b meilich hanach treiben / darnach das vieh vnd die Kinder gehen können / bis das ich kome zu meinem Herrn / in Seir.

15ESau ſprach / So wil ich doch bey dir laſſen etliche vom Volck / das mit mir iſt. Er antwortet / Was iſts von nöten? Las mich nur gnade für meinem Herrn finden. 16Alſo zoch des tages Eſau widerumb ſeines wegs gen Seir.

 

 

 

 

b

(Meilich)

Merck / das recht Gleu­bi­gen vnd werck­hei­li­gen nicht kön­nen mit ein­an­der wan­deln. Denn die Gleu­bi­gen fa­ren ſeu­ber­lich mit ſtil­lem geiſt / Aber die Werck­hei­li­gen fa­ren ſtarck mit ver­meſ­ſen­heit jrer werck in Got­tes Ge­ſetzen.

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Ge­stal­tung der Gottes­dien­ste schla­gen die Ord­nun­gen der evan­ge­li­schen Kir­chen bib­li­sche Texte vor.

Sie sind je­doch nicht nur für den Vor­trag im Gottes­dienst ge­dacht. Es sind gleich­zei­tig Lese­emp­feh­lun­gen für je­den, der sich für die christ­li­che Re­li­gi­on oder für die Bi­bel in der prak­ti­schen An­wen­dung in­ter­es­siert.

Wir möch­ten Sie daher aus­drück­lich da­zu er­mun­tern, die Text­stel­len ein­mal in Ihrer Bi­bel zu le­sen!

Über das Jahr be­trach­tet, wer­den Sie auf die­se Wei­se die we­sent­li­chen Text­zeug­nis­se ken­nen­ler­nen, auf die sich die christ­li­che Re­li­gi­on stützt.

 

Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe der Lutherbibel von 1545

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt wird, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen.

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, mit der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 
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