10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag (II)
Sonntag, 25. August 2019

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Titel: Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett
25.8.2019 | 10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag (II) | Israelsonntag: Gedenktag der Zerstörung Jerusalems
Sonntag
 

Kirchenjahr 2018/2019

10. Sonntag
nach Trinitatis

Violett

 

Israelsonntag

Gedenktag der Zerstörung Jerusalems

 

 
Symbol

Gregor von Utrecht
(† 25. August 775 [oder 776] in Utrecht, Niederlande)

Alternative Ordnung für den 10. Sonntag nach Trinitatis
Achtung!

Ab dem Kirchenjahr 2018/2019 stehen für den 10. Sonntag nach Trinitatis zwei verschiedene Ord­nun­gen bereit.

Dieser Artikel behandelt die Variante mit dem Leittext Lk 19,41-48Jesus weint über Jerusalem«, »Reinigung des Tempels«), liturgische Farbe Violett.

Alternativ: Die zweite Ordnung, Leittext Mk 12,28-34Das größte Gebot«), liturgische Farbe Grün, findet sich im diesem Beitrag:

Zum Artikel

10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag 2018/2019

Für den Israelsonntag stehen zwei verschiedene Liturgien bereit. Dieser Artikel zeigt die Variante, in der Mk 12,28-34 im Mittelpunkt steht (Farbe: Grün).

Mehr dazu in diesem Artikel.

Info

Die Gemeinde ist frei darin, zu entscheiden, ob für den 10. Sonntag nach Trinitais, dem Israelsonntag, dieses →Proprium (»Gedenktag der Zerstörung Jerusalems«) oder das alternative Proprium (→Kirche und Israel) gewählt wird. Es wird empfohlen, das Proprium »Kirche und Israel« zu bevorzugen.

 

Fällt der →Tag des Apostels Bartholomäus (24. August) auf diesen Sonntag, so sollte er an einem Tag in der Folgewoche begangen werden.

Auch andere Anlässe sollten dem 10. Sonntag nach Trinitatis fern bleiben, damit sein besonderes Thema, Israel, gebührend gewürdigt werden kann.

 

Wirkung in 2019

Achtung!

Es ist festzulegen, ob das Proprium »Kirche und Israel« oder das Proprium »Gedenktag der Zerstörung Jerusalems« den 10. Sonntag nach Trinitais, den Israelsonntag, bestimmen soll.

 

Der 24. August ist in diesem Jahr am Samstag vor dem 10. Sonntag nach Trinitatis. Der→Tag des Apostels Bartholomäus (24. August) kann nur am Samstag oder an einem anderen Tag der Woche begangen werden, jedoch nicht am Sonntag.

 
Kalenderblätter
 
Bewegliches Datum
Der 10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag (II) liegt zwischen dem<br>26. Juli und dem 29. August eines Jahres.
  • 10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag (II)
  • 18. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag (II) liegt zwischen dem
    26. Juli und dem 29. August eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 126 Tage nach Ostern
  • am 127. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
Symbol Evangelisch
 

Der evangelische

10. Sonntag
nach Trinitatis | Israelsonntag (II)

Israelsonntag: Gedenktag der Zerstörung Jerusalems

Gottesdienstliche Ordnung

gültig in den Kirchenjahren ab 2018/2019

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett

Violett

 
 

Spruch und Psalm

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Wol dem Volck / des der HERR ein Gott iſt / Das Volck / das er zum Erbe erwelet hat.

→Psalm 33,12

Pſalm
74
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Liedauswahl
A EG 144 Aus tiefer Not lasst uns zu Gott
B EG 237 Und suchst du meine Sünde
 

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 

HERR thu meine Lipppen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Textlesung und Predigt

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2019 - 2024 die folgenden biblischen Texte vorgesehen:

 

Die biblischen Texte für die Lesungen

 
Lesung Text für die Lesung
Evangelium Zum TextLk 19,41-48
Epistel Zum TextRom 9,1-5
Altes Testament Zum TextJes 27,2-9
   

 

 

Die biblischen Texte für die Predigt

Im Kirchenjahr 2018/2019 gilt die Reihe I.

 
Kirchen-
jahr
Datum Reihe Text für die Predigt Pool weiterer Texte
2018/2019 25.8.2019 I Zum TextLk 19,41-48 Zum TextSir 36,13-19
2019/2020 16.8.2020 II Zum TextRom 9,1-5 Zum TextJes 62,6-12
2020/2021 8.8.2021 III Zum TextJes 27,2-9 Zum TextDan 9,15-19
2021/2022 21.8.2022 IV Zum TextKlgl 5,1-22 Zum TextJer 7,1-15
2022/2023 13.8.2023 V Zum TextRom 11,17-24 Zum TextRom 15,7-13
2023/2024 4.8.2024 VI Zum Text5Mos 30,1-6(7-10)
   
 

Kirchenjahr und Datum:
Unsere Sortierung stellt jeweils das gewählte Kirchenjahr nach oben. Die Spalte »Datum« zeigt das tatsächliche Datum des Tages, für den der Predigttext gilt.

Reihen:
Die Perikopenordnung kennt drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen.
Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag.

Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren.

Die Zählung der Reihen begann im Kirchenjahr 2018/2019 mit Reihe I und wird kontinuierlich fortgeführt. Nach Reihe VI folgt wieder Reihe I.

Die Reihe I gilt für das Kirchenjahr 2018/2019, danach wieder für das Kirchenjahr 2024/2025.
Die Reihe II gilt für das Kirchenjahr 2019/2020, danach wieder für das Kirchenjahr 2025/2026,
usw.

Pool weiterer Texte:
Der Pool weiterer Texte stellt Bibeltexte zur Auswahl, die thematisch gut zum Tag passen. Aus ihnen kann die Gemeinde unabhängig von Reihe und Kirchenjahr einen Text für die Predigt wählen, der dann den vorgesehenen Predigtext der gültigen Reihe ersetzt.

 
Titel Perikopen

10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag (II)

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre ab 2018/2019

Texte für Lesungen und Predigt nach der Perikopenordnung 2018/2019

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG AUS DEM EVANGELIUM UND PREDIGTTEXT

Evangelium nach Lukas

Lk 19,41-48

REIHE

I

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XIX.

 

 

Verse 41-44

Jeſus weint über Jeruſalem

|| →Mt 23,37-39    ↑ →Lk 13, 34-35

 

ALs Jheſus nahe hinzu kam / ſahe er die Stad an / vnd weinet vber ſie / 42vnd ſprach / Wenn du es wüſteſt / So würdeſtu auch bedencken / zu dieſer deiner zeit / was zu deinem Friede dienet. Aber nu iſts fur deinen augen verborgen. 43Denn es wird die zeit vber dich komen / das deine Feinde werden vmb dich / vnd deine Kinder mit dir / eine Wagenburg ſchlahen / dich belegern / vnd an allen örten engſten / 44Vnd werden dich ſchleiffen vnd keinen Stein auff dem andern laſſen / Darumb / das du nicht erkennet haſt die zeit darinnen du heimgeſucht biſt.

 

 

 

 

 

 

 

Verse 45-48

Die Reinigung des Tempels

|| →Mt 21,12-16    || →Mk 11,15-18    || →Joh 2,13-17

Matt. 21.

Mar. 11.

 

 

 

→Jeſa. 56.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND er gieng in den Tempel / vnd fieng an auszutreiben die darinnen verkaufften vnd kaufften / 46vnd ſprach zu jnen / Es ſtehet geſchrieben / Mein Haus iſt ein Bethaus / Ir aber habts gemacht zur Mördergruben. 47Vnd leret teglich im Tempel. Aber die Hohenprieſter vnd Schrifftgelerten / vnd die Furnemeſten im Volck / trachten jm nach / das ſie jn vmbbrechten / 48Vnd funden nicht / wie ſie jm thun ſolten / Denn alles Volck hieng jm an / vnd höret jn.

 

 

 

LESUNG AUS DEN EPISTELN UND PREDIGTTEXT

Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom

Rom 9,1-5

REIHE

II

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. IX.

 

 

Verse 1-5

Iſraels Gotteskindſchaft

 

 

Paulus schreibt:

 

ICH ſage die warheit in Chriſto / vnd liege nicht / Des mir zeugnis gibt mein gewiſſen / in dem heiligen Geiſt / 2Das ich groſſe traurigkeit vnd ſchmertzen on vnterlas in meinem hertzen habe. 3Ich habe gewündſchet verbannet zu ſein von Chriſto / fur meine Brüder / die meine Gefreundte ſind nach dem Fleiſch / 4die da ſind von Iſrael / Welchen gehört die Kindſchafft / vnd die Herrligkeit / vnd der Bund / vnd das Geſetz / vnd der Gottesdienſt / vnd die Verheiſſung / 5welcher auch ſind die Veter / aus welchen Chriſtus her kompt nach dem Fleiſche / Der da iſt Gott vber alles / gelobet in ewigkeit / Amen.

 

 

 

LESUNG AUS DEM ALTEN TESTAMENT UND PREDIGTTEXT

Buch des Propheten Jesaja

Jes 27,2-9

REIHE

III

 

 

 

Der Prophet Jeſáiá.

 

C. XXVII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Israels Erlösung

Verse 2-9

 

ZV der zeit wird man ſingen von dem Weinberge des beſten weins. 3Ich der HERR behüte jn / vnd feuchte jn balde / Das man ſeiner bletter nicht vermiſſe / Ich wil jn tag vnd nacht behüten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4a GOtt zürnet nicht mit mir. Ah das ich möcht mit den Hecken vnd Dornen kriegen / So wolt ich vnter ſie reiſſen / vnd ſie auff einen hauffen anſtecken. 5Er wird mich erhalten bey meiner Krafft / vnd wird mir friede ſchaffen / Frieden wird er mir dennoch ſchaffen.

a

Mortificatio eſt, non tra­di­tio in mor­tem Pſal. 118. Ca­ſti­gans ca­ſti­gat me Do­mi­nus et mor­ti non tra­dit me, Ca­ſti­gat ut pe­re­at fi­du­cia ſui, et creſ­cat fi­des etc. →*2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6ES wird dennoch dazu komen / das Jacob wurtzeln wird / vnd Iſrael blühen vnd grünen wird / das ſie den Erdboden mit Früchten erfüllen. 7Wird er doch nicht geſchlagen / wie jn ſeine Feinde ſchlahen / vnd wird nicht erwürget / wie jn ſeine Feinde erwürgen. 8Sondern mit maſſen richteſtu ſie / vnd leſſeſt ſie los / wenn du ſie betrübet haſt mit deinem rauhen Wind / nemlich mit dem Oſtwind. 9Darumb wird da durch die ſunde Jacob auffhören / Vnd das iſt der nutz dauon / das ſeine ſunde weggenomen werden / In dem / das er alle ſteine des Altars machet / wie zuſtoſſen ſteine zu aſſchen / das keine Hayne noch Bilder mehr bleiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Altars)

Das iſt / alle jr Ab­göt­te­rey.

 

 

*2) lat.: Mortificatio est, non traditio in mortem Psal. 118. Castigans castigat me Dominus et morti non tradit me, Castigat ut pereat fiducia sui, et crescat fides etc.

dt.: »Die Tötung ist nicht die Auslieferung in den Tod. Psalm 118,18: "Strafend züchtigt mich der Herr, aber er überliefer mich nicht dem Tod." Er züchtigt, damit das Selbstvertrauen [die Überheblichkeit] vergehe [i. S. getötet werde] und der Glaube wächst, usw.«

Luther zitiert hierin →Ps 118,18:
Der HERR züchtiget mich wol / Aber er gibt mich dem Tode nicht.

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM ALTEN TESTAMENT

Buch der Klagelieder des Jeremia

Klgl 5,1-22

REIHE

IV

 

 

 

Die Klagelieder Jeremiá.

 

C. V.

 

 

Verse 1-22

Gebet des Volks in tiefſter Erniedrigung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GEdenck HERR / wie es vns gehet / Schaw vnd ſihe an vnſer ſchmach. 2Vnſer Erbe iſt den Frembden zu teil worden / vnd vnſer Heuſer den Auslendern. 3Wir ſind Waiſen / vnd haben keinen Vater / vnſer Mütter ſind wie Widwen. 4Vnſer eigen waſſer müſſen wir vmb Gelt trincken / vnſer Holtz mus man bezalet bringen laſſen. 5Man treibt vns vber hals / vnd wenn wir ſchon müde ſind / leſſt man vns doch keine ruge. 6Wir haben vns müſſen Egypten vnd Aſſur ergeben / auff das wir doch Brot ſat zu eſſen haben. 7Vnſer Veter haben geſündigt / vnd ſind nicht mehr fur­handen / vnd wir müſſen jrer miſſethat entgelten. 8Knechte herrſchen vber vns / vnd iſt niemand / der vns von jrer hand errette. 9Wir müſſen vnſer brot mit fahr vnſers lebens holen / fur dem Schwert in der Wüſten. 10Vnſer Haut iſt verbrant / wie in eim ofen / fur dem grewlichen Hunger.

 

Jeremie

Gebet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

11Sie haben die Weiber zu Zion geſchwecht / vnd die Jungfrawen in den ſtedten Juda. 12Die Fürſten ſind von jnen gehenckt / vnd die perſon der Alten hat man nicht geehret. 13Die Jünglinge haben Mülſtein müſſen tragen / vnd die Knaben vber dem Holtz tragen ſtraucheln. 14Es ſitzen die Alten nicht mehr vnter dem Thor / vnd die Jünglinge treiben kein Seitenſpiel mehr. 15Vnſers hertzen freude hat ein ende / Vnſer reigen iſt in Wehklagen verkeret. 16Die Kron vnſers Heubts / iſt abgefallen / O weh / das wir ſo geſündigt haben. 17Darumb iſt auch vnſer hertz betrübt / vnd vnſer Augen ſind * finſter worden. 18Vmb des berges Zion willen / das er ſo wüſt ligt / das die Füchſe drüber lauffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*

(Finſter)

Das Ge­ſicht ver­ge­het vns / vnd iſt al­les ſchwartz fur den au­gen / fur groſ­ſem jamer vnd leid.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ABer du HERR / der du ewiglich bleibeſt / vnd dein Thron fur vnd fur / 20Warumb wiltu vnſer ſo gar vergeſſen / vnd vns die lenge ſo gar verlaſſen? 21Bringe vns HERR wider zu dir / das wir wider heim komen / Vernewe vnſer tage /

wie vor alters. 22Denn du haſt vns verworffen /
vnd bis allzu ſeer vber vns erzürnet.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Der Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom

Rom 11,17-24

REIHE

V

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. XI.

 

 

Verse 17-24

Warnung an die Heiden vor Uberhebung

 

 

Paulus schreibt:

 

OB aber nu etliche von den Zweigen zubrochen ſind / Vnd du / da du ein wilder Olbawm wareſt / biſt vnter ſie gepfropffet / vnd teilhafftig worden der wurtzel vnd des ſaffts im Olbawm / 18So rhüme dich nicht wider die Zweige. Rhümeſtu dich aber wider ſie / So ſoltu wiſſen / das du die wurtzel nicht tregeſt / ſondern die wurtzel treget dich. 19So ſprichſtu / die Zweige ſind zubrochen / das ich hin ein gepfropffet würde. 20Iſt wol geredt. Sie ſind zubrochen / vmb jres vnglaubens willen / Du ſteheſt aber durch den glauben. Sey nicht ſtoltz / ſondern fürchte dich / 21Hat Gott der natürlichen Zweige nicht verſchonet / Das er vieleicht dein auch nicht verſchone.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

22DArumb ſchaw die güte vnd den ernſt Gottes / Den ernſt an denen / die gefallen ſind / Die güte aber an dir / So ferne du an der güte bleibeſt / Sonſt wirſtu auch abgehawen werden. 23Vnd jene / ſo ſie nicht bleiben in dem vnglauben / werden ſie eingepfropffet werden / Gott kan ſie wol wider einpfropffen. 24Denn ſo du aus dem Olbawm der von natur wilde war / biſt ausgehawen / vnd wider die natur / in den guten Olbawm gepfropffet / Wie viel mehr werden die natürlichen eingepfropffet / in jren eigen Olbawm?

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM ALTEN TESTAMENT

Fünftes Buch Mose | Deuteronimium

5Mos 30,1-6(7-10)

REIHE

VI

 

 

 

Das Fünffte Bucĥ
Moſe.

 

C. XXX.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Wahl zwiſchen Leben und Tod

Verse 11-14

 

 

Mose sprach zum Volk:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Pſal. 106.

WEnn nu vber dich komet dis alles / es ſey der Segen / oder der fluch / die ich dir furgelegt habe / vnd in dein hertz geheſt / wo du vnter den Heiden biſt / da dich der HERR dein Gott hin verſtoſſen hat / 2Vnd bekereſt dich zu dem HERRN deinem Gott / das du ſeiner ſtim gehorcheſt / du vnd deine Kinder von gantzem Hertzen / vnd von gantzer Seele / in allem das ich dir heute gebiete / 3So wird der HERR dein Gott deine Gefengnis wenden / vnd ſich deiner erbarmen / vnd wird dich wider verſamlen aus allen Völckern / da hin dich der HERR dein Gott verſtrewet hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Rom. 2.

Jere. 4.

 

 

 

 

 

4WEnn du bis an der Himel ende verſtoſſen wereſt / So wird dich doch der HERR dein Gott von dannen ſamlen / vnd dich von dannen holen. 5Vnd wird dich in das Land bringen / das deine Veter beſeſſen haben / vnd wirſt es einnemen / vnd wird dir guts thun / vnd dich mehren vber deine Veter. 6Vnd der HERR dein Gott wird dein Hertz beſchneiten / vnd das hertz deineſ Samens / Das du den HERRN deinen Gott liebeſt von gantzem Hertzen / vnd von gantzer Seelen / auff das du leben mügeſt.

 

 

 

Fakultativ: Verse 7-10

 

 

 

 

7Aber dieſe flüche wird der HERR dein Gott alle auff deine Feinde legen / vnd auff die dich haſſen vnd verfolgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8DV aber wirſt dich bekeren vnd der ſtim des HERRN gehorchen / das du thuſt alle ſeine Gebot / die ich dir heute gebiete / 9Vnd der HERR dein Gott wird dir glück geben in allen wercken deiner hende / An der Frucht deines Leibs / an der frucht deines Viehs / an der frucht deines Lands / das dirs zu gut kome. Denn der HERR wird ſich wenden / das er ſich vber dir frewe / dir zu gut / wie er ſich vber deinen Vetern gefrewet hat / 10Darumb / das du der ſtim des HERRN deines Gottes gehocheſt / zu halten ſeine Gebot vnd Rechte / die geſchrieben ſtehen im Buch dieſes Geſetzes / So du dich wirſt bekeren zu dem HERRN deinem Gott / von gantzem Hertzen / vnd von gantzer Seele.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Zu gut)

Denn die Gott­lo­ſen ha­ben auch wol eh­re vnd gut / offt mehr denn die Hei­li­gen / Aber zu jrem vnd an­dern ver­der­ben etc.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Buch des Jesus Sirach

Sir 36,13-19

POOL

W
1

Achtung!

Das Buch Jesus Sirach ist Teil der →Apokryphen des Alten Testaments.
Diese Texte sind nicht in jeder Bibelausgabe abgedruckt!

 

 

 

Das Bucĥ
Jeẛus Syracĥ.

 

C. XXVI.

 

 

Aus dem Abschnitt

Bitte um Hilfe gegen die Feinde

Verse 13-19

 

HERR / verſamle alle ſtemme Jacob / vnd las ſie dein Erbe ſein / wie von anfang. 14[14]Erbarm dich deines Volcks / das von dir den Namen hat / vnd des Jſrael / den du nenneſt / deinen erſten Son. 15[15]Erbarm dich der ſtad Jeruſalem / da dein Heiligthum iſt / vnd da du woneſt. 16[16]Richte Zion wider an / das da ſelbeſt dein wort wider auffgehe / das deine ehre im Volck gros werde. 17[17]Erzeige dich gegen die / ſo von anfang dein Eigenthum geweſt ſind / Vnd erfülle die Weiſſagung / die in deinem Namen verkündiget ſind. 18[18]Vergilt denen / ſo auff dich harren / das deine Propheten warhafftig erfunden werden. 19[19]Erhöre HERR das Gebete dere die dich anruffen / nach dem ſegen Aaron / vber dein Volck / Auff das alle / ſo auff Erden wonen / erkennen / das du HERR der ewige Gott biſt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anmerkung zur Verszählung

In der bestehenden Perikopenordnung gilt die Verszählung der Bibelausgaben vor 2017: hier grüne Zahlen in eckigen Klammern.

Die neue Zählung der Lutherbibel 2017 wird hier durch die roten Zahlen angezeigt.

Nähere Ausführungen zur neuen Verszählung finden Sie im zugehörigen Kapitel unserer Online-Bibel oder in den Ausgaben der Lutherbibel mit dem revidierten Text 2017.

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Buch des Propheten Jesaja

Jes 62,6-12

POOL

W
2

 

 

 

Der Prophet Jeſáiá.

 

C. LXII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die zukünftige Herrlichkeit Zions

Verse 6-12

 

O Jeruſalem ich wil Wechter auff deine mauren beſtellen / die den gantzen tag vnd die gantze nacht nimer ſtille ſchweigen ſollen / vnd die des HERRN gedencken ſollen. Auff das bey euch kein ſchweigen ſey / 7vnd jr von jm nicht ſchweiget / Bis das Jeruſalem gefertiget vnd geſetzt werde zum lobe auff Erden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8DEr HERR hat geſchworen bey ſeiner Rechten / vnd bey dem Arm ſeiner macht / Ich wil dein Getreide nicht mehr deinen Feinden zu eſſen geben / noch deinen Moſt daran du geerbeitet haſt / die Frembden trincken laſſen. 9Sondern die ſo es einſamlen / ſollens auch eſſen / vnd den HERRN rhümen / vnd die jn einbringen / ſollen jn trincken in den Vorhöfen meines Heiligthums.

 

Zach. 9.

Mat. 21.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GEhet hin / gehet hin / durch die Thor / bereitet dem Volck den weg / machet ban / machet ban / reumet die Steine auff / werfft ein Panir auff vber die Völcker. 11Sihe / Der HERR leſſet ſich hören bis an der Welt ende / Sagt der tochter Zion / Sihe / dein Heil kompt / Sihe / a ſein Lohn iſt bey jm / vnd ſein vergeltung iſt fur jm. 12Man wird ſie nennen / das heilige Volck / die Erlöſeten des HERRN / vnd dich wird man heiſſen / Die beſuchte vnd vnuerlaſſene Stad.

 

 

 

 

 

 

 

a

Er wirds nicht lang machen / den Fromen zu lohnen / die Böſen zu ſtaffen.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Buch des Propheten Daniel

Dan 9,15-19

POOL

W
3

 

 

 

Der Prophet Daniel.

 

C. IX.

 

 

Aus dem Abschnitt

Daniels Gebet

Verse 15-18

 

HERR vnſer Gott / der du dein Volck aus Egyp­ten­land gefürt haſt mit ſtarcker Hand / vnd haſt dir einen Namen gemacht / wie er jtzt iſt / Wir haben ja ge­ſün­di­get / vnd ſind leider Gottlos geweſen. 16Ah HErr / vmb aller deiner Gerechtigkeit willen / wende abe deinen zorn vnd grim / von deiner ſtad Jeruſalem / vnd deinem heiligen Berg. Denn vmb vnſer ſünde willen / vnd vmb vnſer Veter miſſethat willen / tregt Jeruſalem vnd dein Volck ſchmach / bey allen / die vmb her ſind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

17VND nu vnſer Gott / höre das gebet deines Knechtes / vnd ſein flehen / vnd ſihe gnediglich an dein Heiligthum / das verſtöret iſt / vmb des HErrn willen. 18Neige deine ohren / mein Gott / vnd höre / Thue deine Augen auff / vnd ſihe / wie wir verſtöret ſind / vnd die Stad / die nach deinem Namen genennet iſt / Denn wir ligen fur dir mit vnſerm Gebet / nicht auff vnſer gerechtigkeit / Sondern auff deine groſſe Barmhertzigkeit.

 

 

 

 

 

 

19Ah HErr / höre / Ah HErr ſey gnedig / Ah HErr / merck auff vnd thu es / vnd verzeuch nicht / vmb Dein ſelbs willen / mein Gott / Denn deine Stad / vnd dein Volck iſt nach deinem Namen genennet.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Buch des Propheten Jeremia

Jer 7,1-15

POOL

W
4

Achtung!

Es bleibt im Gottesdienst dem Prediger überlassen, geeignete Abschnitte und Verse als Grundlage seiner Predigt für die Gemeinde aus dem empfohlenen Textumfang auszuwählen.

Für das persönliche Studium und die Meditation außerhalb der gottesdienstlichen Praxis empfiehlt es sich, den gesamten Text heranzuziehen.

 

 

 

Der Próphet Jeremiá.

 

C. VII.

 

 

Die Tempelrede

↑Jer 26,1-19

Verse 1-11

 

DJS iſt das Wort / welchs geſchach zu Jeremia / vom HERRN / vnd ſprach. 2Trit ins thor im hauſe des HERRN vnd predige daſelbs dis Wort / vnd ſprich / Höret des HERRN wort / jr alle von Juda / die jr zu dieſen Thoren eingehet / den HERRN an zubeten.

 

 

 

 

 

 

Tem-

plum domi-

ni.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3SO ſpricht der HERR Zebaoth / der Gott Jſrael / Beſſert ewer leben vnd weſen / So wil ich bey euch wonen an dieſem Ort. 4Verlaſſet euch nicht auff die Lügen / wenn ſie ſagen / Hie iſt des HERRN Tempel / Hie iſt des HERRN Tempel / Hie iſt des HERRN Tempel. 5Sondern beſſert ewr leben vnd weſen / das jr recht thut einer gegen dem andern / 6vnd den Frembdlingen / Waiſen vnd Widwen keine gewalt thut / vnd nicht vnſchüldig Blut vergiſſet an dieſem ort / Vnd folget nicht nach andern Göttern / zu ewrem eigen ſchaden / 7So wil ich jmer vnd ewiglich bey euch wonen an dieſem ort / im Lande / das ich ewren Vetern gegeben habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jeſa. 56.

Mat. 21.

 

 

 

 

ABer nu verlaſſet jr euch auff Lügen / die kein nütz ſind. 9Daneben ſeid jr Diebe / Mörder / Ehebrecher vnd Meineidige / vnd reuchert dem Baal / vnd folget frembden Göttern nach / die jr nicht kennet. 10Darnach kompt jr denn / vnd trettet fur mich / in dieſem Hauſe / das nach meinem Namen genennet iſt / vnd ſprecht / Es hat kein not mit vns / weil wir ſolche Grewel thun. 11Halt jr denn dis Haus / das nach meinem Namen genennet iſt / fur eine Mördergruben? Sihe / Jch ſehe es wol / ſpricht der HERR.

Joſu. 18.

1. Reg. 4.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jere. 26.

 

 

 

 

 

 

 

 

12GEhet hin an meinen ort zu Silo / da vorhin mein Name gewonet hat / vnd ſchawet / was ich daſelbs gethan habe / vmb der bosheit willen meines volcks Jſrael. 13Weil jr denn alle ſolche ſtück treibet / ſpricht der HERR / vnd ich a ſtets euch predigen laſſe / Vnd jr wolt nicht hören / Jch ruffe euch / Vnd jr wolt nicht antworten. 14So wil ich dem Hauſe / das nach meinem Namen genennet iſt / darauff jr euch verlaſſet / vnd dem Ort / den ich ewren Vetern gegeben habe / eben thun / wie ich Silo gethan habe / 15Vnd wil euch von meinem Angeſicht wegwerffen / wie ich weggeworffen habe alle ewr Brüder / den gantzen ſamen Ephraim.

 

Silo.

 

 

 

 

a

Früe.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom

Rom 15,7-13

POOL

W
5

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. XV.

 

 

Aus dem Abschnitt

Von den Schwachen und Starken im Glauben

Verse 7-13

 

 

Paulus schreibt:

 

NEmet euch vnternander auff / Gleich wie euch Chriſtus hat auffgenomen zu Gottes lobe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Pſal. 18.

 

Deut.31.

 

→Pſal. 117.

 

→Jeſa.11.

 

 

 

 

 

 

 

ICh ſage aber / b Das Jheſus Chriſtus ſey ein c Diener geweſen der Beſchneitung / vmb der warheit willen Gottes / zu beſtetigen die verheiſſung den Vetern geſchehen / 9Das die Heiden aber Gott loben / vmb der Barmhertzigkeit willen / Wie geſchrieben ſtehet / Darumb wil ich dich loben vnter den Heiden / vnd deinem Namen ſingen.10Vnd abermal ſpricht er / Frewet euch jr Heiden mit ſeinem Volck. 11Vnd abermal / Lobet den HERRN alle Heiden / vnd preiſet jn alle Völcker.12Vnd abermal ſpricht Iſaias / Es wird ſein die Wurtzel Jeſſe / vnd der aufferſtehen wird zu herrſchen vber die Heiden / auff Den werden die Heiden hoffen.13Gott aber der Hoffnung / erfülle euch mit aller freude vnd friede / im Glauben / Das jr völlige hoffnung habt / durch die krafft des heiligen Geiſtes.

b

Summa ſumma­rum dieſer Epiſtel. Beide Jüden vnd Heiden ſollen ſe­lig werden etc.

 

c

(Diener)

Das iſt / Apoſtel / Prediger / Bote / zu den Jüden / vnd nicht zu den Hei­den perſönlich geſand.

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Ge­stal­tung der Gottes­dien­ste schla­gen die Ord­nun­gen der evan­ge­li­schen Kir­chen bib­li­sche Texte vor.

Sie sind je­doch nicht nur für den Vor­trag im Gottes­dienst ge­dacht. Es sind gleich­zei­tig Lese­emp­feh­lun­gen für alle Ge­mein­de­mit­glie­der, für Chris­ten, die sich nicht in der Ge­mein­de­ar­beit en­ga­gie­ren können oder wollen, und für je­den, der sich für die christ­li­che Re­li­gi­on oder für die Bi­bel in der prak­ti­schen An­wen­dung in­ter­es­siert.

Wir möch­ten Sie daher aus­drück­lich da­zu er­mun­tern, die Text­stel­len ein­mal in Ihrer Bi­bel zu le­sen!

Über das Jahr be­trach­tet und im Ver­lauf der Jahre wer­den Sie auf die­se Wei­se in klei­nen Ein­hei­ten, die nicht viel Zeit in An­spruch neh­men, die we­sent­li­chen Text­zeug­nis­se ken­nen­ler­nen, auf die sich die christ­li­che Re­li­gi­on stützt.

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt wird, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen.

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, mit der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 
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