Der Prediger Salomo (Kohelet) | Kapitel 4

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Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

Der Prediger Salomo
Kohelet

Kapitel 4

 

Prd 4

 

Der Text in zwölf Kapiteln

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

 

Gliederung Kapitel 4

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel IIII.

 

 

3,16 - 6,11

 

II. LEBENSLUST UND GOTTESFFURCHT

 

1

4,1-12

→Bedrückung, Mühe und Einsamkeit

2

4,13-16

→Herrschaft kommt und vergeht

 

Anm: Kapiteleinteilung nach der Ausgabe von 1545, Angabe der Textstelle nach heutiger Zählweise

 

 

 

 

 

 

Der Prediger
Salomo.

[344b]

 

IIII.

 

 

Bedrückung, Mühe und Einſamkeit

 

ICH wandte mich / vnd ſahe an alle die

vnrecht leiden vnter der Sonnen / Vnd ſihe / da waren Threnen dere ſo vnrecht lidden / vnd hatten keinen Tröſter / Vnd die jnen vnrecht thetten / waren zu mechtig / das ſie keinen Tröſter haben kundten. 2Da lobet ich die Todten die ſchon geſtorben waren / mehr denn die Lebendigen / die noch das Leben hatten / 3Vnd der noch nicht iſt / beſſer denn alle beide / vnd des böſen nicht inne wird / das vnter der Sonnen geſchicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Nicht iſt)

Der noch nicht in ſol­chen vn­glück le­bet.

 

ICH ſahe an Erbeit vnd Geſchickligkeit in allen ſachen / Da neidet einer den andern / Das iſt je auch eitel vnd mühe. 5a Denn ein Narr ſchlegt die finger in einander / vnd friſſet ſein fleiſch. 6Es iſt beſſer eine Hand vol mit ruge / Denn beide feuſte vol mit mühe vnd jamer.

a

Kan jemand et­was / ſo iſt man jm feind / vnd der Feind iſt doch ſelbs ein Narr der nichts kan / denn das er fur haſs ſich ſelbs mar­tert / Dar­umb iſts je elend we­ſen auff Er­den.

 

ICH wandte mich vnd ſahe die Eitelkeit vnter der Sonnen. 8Es iſt ein Einzeler vnd nicht ſelb ander / vnd hat weder Kind noch Brüder / Noch iſt ſeines erbeitens kein ende / vnd ſeine augen werden Reichthums nicht ſat / Wem erbeite ich doch / vnd breche meiner Seelen ab? Das iſt je auch eitel vnd ein böſe mühe. 9So iſts je beſſer / zwey denn eins / Denn ſie genieſſen doch jrer Erbeit wol / 10Fellet jr einer / ſo hilfft jm ſein Geſell auff / Weh dem der alleine iſt / wenn er felt / So iſt kein ander da / der jm auffhelffe. 11Auch wenn zwey bey einander ligen / wermen ſie ſich / Wie kan ein Eintzeler warm werden? 12Einer mag vberweldiget werden / Aber zween mügen widerſtehen / Denn ein dreifeltige Schnur reiſſet nicht leicht entzwey.

 

 

 

Herrſchaft kommt und vergeht

 

EIn arm Kind das weiſe iſt / iſt beſſer denn ein alter König / der ein Narr iſt / vnd weis ſich nicht zu hüten. 14Es kompt einer aus dem Gefengnis zum Königreiche / Vnd einer der in ſeinem Königreiche geborn iſt / verarmet. 15Vnd ich ſahe das alle Lebendige vnter der Sonnen wandeln / bey eim andern Kinde / der an jenes ſtat ſol auffkomen. 16Vnd des Volcks das fur jm gieng / war kein ende / vnd des das jm nachgieng / Vnd worden ſein doch nicht fro / Das iſt je auch eitel vnd ein jamer.

 

 

 

 

 

 

 

(Lebendige)

Heiſſt Salomo / die herr­lich le­ben auff Er­den / Als zu Ho­fe vnd ſonſt in pran­gen / Als we­re das Le­ben vnd die Welt jr ei­gen.

 

 

 

 

Der heu­ti­ge Ver­s 4,17 ge­hö­rt in die­ser Aus­ga­be zu Ka­pi­tel V.!

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
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