Das Buch Hiob (Ijob) | Kapitel 1

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Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

Das Buch Hiob
Ijob

Kapitel 1

 

Hiob 1

 

Der Text in 42 Kapiteln

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

Hinweis: Aus dem Buch Hiob sind derzeit nur zehn von 42 Kapiteln verfügbar!

 

Gliederung Kapitel 1

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel I.

 

 

1 - 2

 

I. EINLEITUNG: GOTT STELLT HIOB AUF DIE PROBE

 

1

1,1-5

→Der Mensch Hiob

2

1,6-12

→Satans Vorsprache bei Gott und ihre Vereinbarung, Hiob auf die Probe stellen

3

1,13-17

→Das Unglück bricht über Hiob herein: Er verliert alles Vieh, viele Knechte kommen um

4

1,18-19

→Hiobs Kinder kommen ums Leben

5

1,20-22

→Die Trauer und die Demut Hiobs

 

 

 

 

 

 

 

Das Bucĥ Hiob.

 

[274a]

 

Holzschnitt, Bild zu Kapitel 1 aus dem Buch Hiob

 

 
[274a | 274b]

 

 

Das Bucĥ Hiob.

 

 

I.

 

 

I.
EINLEITUNG:
GOTT STELLT HIOB AUF DIE PROBE

 

 

1 - 2

 

 

Der Menſch Hiob

 

ES war ein Man im

lande Vz / der hies Hiob / Der-

ſelb war ſchlecht vnd recht / Gottfürchtig / vnd meidet das böſe. 2Vnd zeuget ſieben Söne vnd drey Töchter / 3vnd ſeins Viehs war ſieben tauſent ſchaf / drey tauſent kamel / fünff hundert joch rinder / vnd fünff hundert eſelin / vnd ſeer viel Geſinds / Vnd er war a herrlicher / denn alle die gegen Morgen woneten.

Hiob eſt lo­bab Rex Edom, Gen. 36. ſci­li­cet iux­ta Ara­bi­am fe­li­cem, in Pe­trea Ara­bia, quia ir­ruunt in eum Sa­bei. *1)

a

Nicht das er ſo Reich vnd ge­wal­tig ſey ge­we­ſen / Son­dern vmb ſei­ner weis­heit / ver­ſtand vnd Gott­ſe­lig­keit wil­len / iſt er herr­li­cher ge­hal­ten denn an­de­re.

 

VND ſeine Söne giengen hin vnd machten Wolleben / ein jglicher in ſeinem Hauſe auff ſeinen tag / vnd ſandten hin vnd luden jr drey Schweſtern mit jnen zu eſſen vnd zu trincken. 5Vnd wenn ein tag des Wollebens vmb war / ſandte Hiob hin vnd heiligete ſie / vnd machte ſich des morgens früe auff / vnd opfferte Brandopffer / nach jrer aller zal / Denn Hiob gedachte / Meine Söne möchten geſündigt / vnd Gott geſegenet haben in jrem hertzen / Alſo thet Hiob alle tage.

 

 

Satans Vorſprache bei Gott und ihre Vereinbarung, Hiob auf die Probe ſtellen

 

 

 

 

 

 

 

→1.Pet. 5.

ES begab ſich aber auff einen tag / da die Kinder Gottes kamen vnd fur den HERRN tratten / Kam der Satan auch vnter jnen. 7Der HERR aber ſprach zu dem Satan / Wo kompſtu her? Satan antwortet dem HERRN / vnd ſprach / Ich hab das Land vmbher durchzogen. 8Der HERR ſprach zu Satan / Haſtu nicht acht gehabt auff meinen knecht Hiob? Denn es iſt ſein Gleiche nicht im Lande / ſchlecht vnd recht / Gottfürchtig / vnd meidet das böſe.

 

9SAtan antwortet dem HERRN / vnd ſprach / Meinſtu / das Hiob vmb ſonſt Gott fürchtet? 10Haſtu doch jn / ſein Haus vnd alles was er hat / rings vmb her verwaret / Du haſt das werck ſeiner hende geſegenet / vnd ſein Gut hat ſich ausgebreitet im Lande. 11Aber recke dein Hand aus / vnd taſte an alles was er hat / Was gilts / er wird dich ins angeſicht ſegenen? 12Der HERR ſprach zu Satan / Sihe / alles was er hat / ſey in deiner hand / on alleine an jn ſelbs lege deine hand nicht. Da gieng Satan aus von dem HERRN.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Segenen)

Das iſt fluchen vnd leſtern.

 

 

Das Unglück bricht über Hiob herein: Er verliert alles Vieh, viele Knechte kommen um

 

DES tages aber da ſeine Söne vnd Töchter aſſen vnd truncken wein in jres Bruders hauſe des erſtgebornen / 14kam ein Bote zu Hiob / vnd ſprach / Die Rinder pflügeten / vnd die Eſelinnen giengen neben jnen an der weide. 15Da fielen aus Reicharabia her ein / vnd namen ſie / vnd ſchlugen die Knaben mit der ſcherffe des ſchwerts / Vnd ich bin allein entrunnen / das ich dirs anſaget. 16Da der noch redet / kam ein ander / vnd ſprach / Das fewr Gottes fiel vom Himel / vnd verbrand Schaf vnd Knaben / vnd verzehret ſie / Vnd ich bin allein entrunnen / das ich dirs anſaget. 17Da der noch redet / kam einer / vnd ſprach / Die Chaldeer machten drey Spitzen / vnd vberfielen die Kamel / vnd namen ſie / vnd ſchlugen die Knaben mit der ſcherffe des ſchwerts / Vnd ich bin allein entrunnen / das ich dirs anſaget.

 

 

Hiobs Kinder kommen ums Leben

 

DA der noch redet / kam einer / vnd ſprach / Deine Söne vnd Töchter aſſen vnd truncken im hauſe jres Bruders des erſtgebornen / 19Vnd ſihe / da kam ein groſſer wind von der wüſten her / vnd ſties auff die vier ecken des Hauſes / vnd warffs auff die Knaben / das ſie ſtorben / Vnd ich bin allein entrunnen / das ich dirs anſaget.

 

 

Die Trauer und die Demut Hiobs

 

 

 

 

→Eccl. 5.

→1.Tim. 6.

DA ſtund Hiob auff vnd zureis ſein Kleid / vnd raufft ſein Heubt / vnd fiel auff die erden vnd betet an / 21vnd ſprach / Ich bin nacket von meiner Mutterleibe komen / nacket werde ich wider da hin faren. Der HERR hats gegeben / der HERR hats genomen / Der name des HERRN ſey gelobt. 22In dieſem allen ſündiget Hiob nicht / vnd thet nichts thörlichs wider Gott.

 

 

 

*1) Lat.: Hiob est lobab Rex Edom, Gen. 36. scilicet iuxta Arabiam felicem, in Petrea Arabia, quia irruunt in eum Sabei.

Dt.: »Hiob ist Jobab, König von Edom (siehe 1Mos 36), nämlich das glückliche Arabien in [ hier: Teil der Provinz] Petrea Arabia, weil dort die Bewohner von Saba einströmen.«

Luther verbindet hier Hiob mit dem in 1Mos 36,33 genannten König von Edom, Jobab, Sohn Serachs von Bozra., und das Land Uz unzweifelhaft mit Edom.

Das Gebiet der Edomiter wird zwischen dem Toten Meer und dem Golf von Akaba angenommen. Es ist Teil der größeren Provinz Arabia Petrea, die etwa den Sinai, die arabische Halbinsel und Jordanien umfasste. Die Edomiter betrieben Ackerbau und Viehzucht.

Das Land der Edomiter grenzte im südosten an der westlichen Küste der arabischen Halbinsel an das Königreich Saba. Zwischen den Ländern gab es regen Handel. Die Karawanenstraßen von Saba und Südarabien nach Ägypten (über den Sinai), nach Israel, Jordanien und Syrien führten durch das Gebiet Edoms. Die Bewohner von Saba strömten unentwegt in Edom ein, im Gepäck viele Waren und seltene Kostbarkeiten wie z. B. Weihrauch., auf der Einkaufsliste vor allem Nahrungsmittel für den weiteren Weg.

Luther versucht wohl den überschwänglichen Reichtum Hiobs zu begründen. Seine Notiz in lateinischer Sprache richtet sich an die gelehrten Leser. Er möchte hier offensichtlich einer Auffassung widersprechen, nach der die Wüstenbewohner durchweg Nomadenstämme waren, die ihre Schaf- und Ziegenherden durch den Sinai und die arabischen Felswüsten führten, und somit Hiobs Person fragwürdig erscheinen lässt.

 

 

Hinweis zur Abbildung in Hiob 1: Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Die Bildsprechung finden Sie in diesem Artikel:

Titelbild zu Hiob

→»Das Leiden Hiobs« (Hiob 1)

Das Bild zeigt meh­re­re Sze­nen aus den Ka­pi­teln 1 und 2 des Buchs Hiob. Zu se­hen sind die Er­eig­nis­se, die Hiobs Her­den, Knech­te und Kin­der tö­te­ten, zu se­hen ist der aus­sätzi­ge Hiob, sei­ne Frau und sei­ne Freun­de, mit de­nen er über Gott dis­ku­tiert.

 
Aus dem Verzeichnis der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

Luthers Verweise auf biblische Bücher

 Kürzel

 Bezeichnung in Luthers Biblia 1545

 Moderne Bibel

 Kürzel

Eccl.
Eccle.
Der Prediger Salomo.
Prediger Salomonis.
Eccleſiaſes.

Biblia Vulgata: Libri salomonis: Ecclesiastes

Der Prediger Salomo (Kohelet)

Das Buch Kohelet

Prediger

Ecclesiastes

Prd

Koh

Prd

1.Tim.
1.Thimoth.
Die erſte Epiſtel S. Pauli: An Timotheum.

Biblia Vulgata: Epistula Pauli ad Timotheum I

Der erste Brief des Paulus an Timotheus

1. Timotheusbrief

1. Tim

1 Tim

1Tim

1.Pe.
1.Pet.

 

Die j. Epiſtel S. Peters.

Biblia Vulgata: Epistula Petri I

Der erste Brief des Petrus

1. Petrusbrief

1. Petr

1 Petr

1Petr

Erläuterungen siehe →Liste der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel auf dieser Seite ist in Anlehnung an das Druckbild des Ori­gi­nals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Typografie Lesehilfen be­reit­zu­stel­len, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 
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