Der Prediger Salomo (Kohelet) | Kapitel 6

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Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

Der Prediger Salomo
Kohelet

Kapitel 6

 

Prd 6

 

Der Text in zwölf Kapiteln

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

 

Gliederung Kapitel 6

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel VI.

 

 

3,16 - 6,11

 

II. LEBENSLUST UND GOTTESFFURCHT

 

1

6,1-9

→Die Nichtigkeit des Reichtums (2)

2

6,7-11

→Die Nichtigkeit der Sehnsucht nach einem besseren Leben

 

Anm: Kapiteleinteilung nach der Ausgabe von 1545, Angabe der Textstelle nach heutiger Zählweise

 

 

 

 

 

 

Der Prediger
Salomo.

[345a]

 

VI.

 

 

Die Nichtigkeit des Reichtums (2)

 

ES iſt ein vnglück das ich ſahe vnter der

Sonnen / vnd iſt gemein bey den Menſchen. 2Einer dem Gott reichthum / güter vnd ehre gegeben hat / vnd mangelt jm keins / das ſein hertz begert / Vnd Gott doch jm nicht macht gibt deſſelben zu genieſſen / Sondern ein ander verzehret es / Das iſt eitel vnd eine böſe Plage. 3Wenn er gleich hundert Kinder zeugete / vnd hette ſo langes Leben / das er viel jar vberlebete / vnd ſeine Seele ſettiget ſich des guts nicht / vnd bliebe on Grab / Von dem ſpreche ich / Das ein vnzeitige Geburt beſſer ſey denn er. 4Denn in eitelkeit kompt er / vnd im finſternis feret er da hin / vnd ſein name bleibt im finſternis bedeckt / 5Wird der Sonnen nicht fro / vnd weis kein Ruge weder hie noch da. 6Ob er auch zwey tauſent Jar lebete / ſo hat er nimer keinen guten mut / Kompts nicht alles an einen Ort?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(On grab)

Des man gern los iſt / vnd ſein Be­greb­nis nicht eh­ret.

 

 
[345a | 345b]

 

 

Der Prediger    C. VI.

 

 

 

Die Nichtigkeit der Sehnſucht nach einem beſſeren Leben

 

EIm jglichen Menſchen iſt Erbeit auffgelegt / nach ſeiner maſſe / Aber das Hertz kan nicht dran bleiben. 8a Denn was richt ein Weiſer mehr aus weder ein Narr? Was vnterſtehet ſich der Arme / das er vnter den b Lebendigen wil ſein? 9Es iſt beſſer das gegenwertig Gut gebrauchen / Denn nach anderm gedencken / Das iſt auch eitelkeit vnd jamer.

10WAs iſts / wenn einer gleich hoch berhümbt iſt / So weis man doch das er ein Menſch iſt / Vnd kan nicht haddern mit dem das jm zu mechtig iſt. 11Denn es iſt des eitel dings zu viel / Was hat ein Menſch mehr dauon?

a

Sie ſind bei­de Nar­ren / der wei­ſe vnd der ar­me / Der wei­ſe wils mit ſei­ner ſor­ge aus­rich­ten. So mei­net der ar­me / O we­re ich in dem oder dem Stan­de / wie fein ſolt es zu ge­hen / Ja hin­der ſich.

b

Die wol­le­ben vnd ze­ren.

 

 

 

Der heu­ti­ge Vers 6,12 ge­hö­rt in die­ser Aus­ga­be zu Ka­pi­tel VII.!

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel auf dieser Seite ist in Anlehnung an das Druckbild des Ori­gi­nals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Typografie Lesehilfen be­reit­zu­stel­len, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 
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