Heilige Drei Könige

Epiphanias

Mittwoch, 6. Januar 2315

Symbol Tag

Der Tag im Jahreskalender

6.1.2315 | Heilige Drei Könige | Epiphanias
Mittwoch
 

Heilige Drei Könige

Epiphanias

 
Gesetzlicher Feiertag

→Gesetzlicher Feiertag

in einzelnen Ländern der Bundesrepublik Deutschland

Symbol

→Epihanias

Fest der Erscheinung des Herrn

Symbol

Erscheinung des Herrn

(› 6 v.Chr.)

Symbol

Die Weisen aus dem Morgen­land

(› 6 v.Chr.)

Symbol

Walther Paucker

(† 6. Januar 1919 in Wesenberg [estnisch: Rakvere], Estland)

Symbol
  • Hochfest Erscheinung des Herrn
  • Heilige Drei Könige
 

 

Kalenderblätter
Kalender

Der Tag Heilige Drei Könige in den Jahren 2315 bis 2322
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 

Festes Datum
Heilige Drei Könige bzw. Epiphanias am 6. Januar
 
  • Der Tag Heilige Drei Könige bzw. Epiphanias
    ist immer am 6. Januar eines Jahres.

 

Feiertag

Gesetzlicher Feiertag

Baden-Württemberg (BW) Bayern (BY)
Sachsen-Anhalt (ST)  

Der Tag Hei­li­ge Drei Kö­ni­ge, der Drei­kö­nigs­tag, ist in der Bun­des­re­pu­b­lik Deutsch­land im Jahr 2315 →ge­setz­li­cher Fei­er­tag in den Län­dern

  • Baden-Württemberg (BW)
  • Bayern (BY)
  • Sachsen-Anhalt (ST)

 

Evangelische Fahne

Das Gedenken im evangelischen Kirchenjahr

Epiphanias ist ein kirchliches Fest, das in den evan­ge­li­schen Kir­chen mit ei­nem Got­tes­dienst ge­fei­ert wird. Mehr da­zu im fol­gen­den Ar­ti­kel.

Das evangelische Kirchenjahr

→Epiphanias 2314/2315

6. Januar 2315

Der Artikel zeigt Spruch, Psalm, Lied­aus­wahl und Bi­bel­tex­te für Le­sun­gen und Pre­dig­ten nach der Kir­chen­ord­nung.

 

Das christlich-orthodoxe Fest

Das christlich-orthoxe Fest

Die christlich-orthodoxen Kirchen, die zu den →Alt­ka­len­da­ri­ern zäh­len (wie bei­spiels­wei­se die rus­sisch-or­tho­do­xe Kir­che), fei­ern nach dem ju­li­a­ni­schen Ka­len­der am 6. Ja­nu­ar den Tag »Tau­fe des Herrn« oder »The­o­pha­ni­en«.

Der julianische 6. Januar 2315 ist in un­se­rem Ka­len­der →Freitag, der 22. Januar 2315.

Ihr Fest erscheint somit erst 16 Ta­ge spä­ter in un­se­rem Ka­len­der.

 

Die christlich-orthodoxen Kirchen, die zu den →Neu­ka­len­da­ri­ern zäh­len (wie bei­spiels­wei­se die grie­chisch-or­tho­do­xe Kir­che), fei­ern nach dem neo­ju­li­a­ni­schen Ka­len­der am 6. Ja­nu­ar den Tag »Tau­fe des Herrn« oder »The­o­pha­ni­en«.

Der neojulianische 6. Januar 2315 ist in un­se­rem Ka­len­der →Mittwoch, der 6. Januar 2315.

Die orthodoxen Neukalendarier feiern zeit­gleich mit den evan­ge­li­schen und ka­tho­li­schen Chris­ten.

 

Hintergründig

Hintergründig

Zwei Namen für denselben Tag

Heilige Drei Könige
Epiphanias

Balthasar, Melchior und Caspar  | Mosaik aus Basilica of Sant´ Apollinare Nuovo in Ravenna | Quelle: Nina Aldin Thune | de.wikipedia.org | Lizenz:: Creative Commons CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Balthasar, Melchior und Caspar
Mosaik aus Basilica of Sant´ Apollinare Nuovo in Ravenna
Quelle: Nina Aldin Thune | de.wikipedia.org | Lizenz:: Creative Commons CC BY-SA
Adaptiert für www.stilkunst.de: by Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Der 6. Januar steht in den Kalendern zumeist als Tag »Heilige Drei Könige« oder »Dreikönigstag«. Oftmals liest man auch »Epiphanias«.

Das Epiphaniasfest ist das älteste christliche Herrenfest und hatte in der frühchristlichen Kirche in etwa die Bedeutung unseres Weihnachtsfestes. Es wird sowohl in der katholischen wie auch in der evangelischen Kirche gefeiert, wenn auch unterschiedlich akzentuiert.

Tradition und Brauchtum drücken sich aus in verschiedenen Riten und Feiern: Am 6. Januar endet die Weihnachtszeit, der Weihnachtsbaum darf geplündert werden und wird abgeschmückt; es ist die letzte Nacht der Raunächte; die Sternsinger ziehen durch die Straßen und malen mit geweihter Kreide das Cabeme-Zeichen an die Türpfosten der Häuser.

Das Cabeme-Zeichen: Christus Mansionem Benedicat. Caspar, Melchior, Bathasar.

Das Cabeme-Zeichen:
Christus Mansionem Benedicat
(»Christus segne dieses Haus«)
oder auch:

Caspar + Melchior + Balthasar

 

 

Hintergründig

Hintergründig

Der Name Epiphanias

 

»Erscheinung«

Die Bezeichnung Epiphanias geht zurück auf das altgriechische Wort έπιφάνεια (epiphaneia), das »Erscheinung« meint. Es bezeichnete in der frühen Kirche die Erscheinung der Herrlichkeit Gottes als Inhalt des Festes, das am 6. Januar gefeiert wurde.

Unter diesem ursprünglichen Namen hat der 6. Januar Einzug gefunden in den→ Kalender des evangelischen Kirchenjahrs.

 

Die mittelalterlichen Bezeichnungen

 

Epiphania domini

Der Tag Epiphanias trug diesen Namen bereits im Mittelalter:
Epiphania domini
meint: Erscheinung des Herrn.

Eine andere Bezeichnung für diesen Tag war:

  • Ecce advenit dominator dominus.
    Diese Bezeichnung war nach dem Introitus der katholischen Messe zu diesem Tag gebildet:

    Ecce advenit dominator Dominus
    et regnum in manu eius
    et potestas et imperium.

    »Seht, es kommt der Herrscher, der Herr.
    Und in seiner Hand ist das Königtum,
    und die Macht und die Herrschaft.«

    (Maleachi 3,1)

Unsere Kalender weisen die Bezeichnung Epiphania domini nur in der vor­re­for­matorischen Zeit bis zum Jahr 1530 aus (Verlesung der Confessio Augustana, des Augs­bur­gischen Bekenntnisses der lutherischen Reichsstände).

 

Hintergründig

Hintergründig

Die Weisen aus dem Morgenland

Die Rätsel des Matthäus-Evangeliums

 

1 Was die Bibel erzählt

Die Legende dreier Könige aus dem Morgenland, Caspar, Melchior und Balthasar, bildet den Hintergrund des Festes »Heilige Drei Könige« und hat ihre Wurzeln im Matthäus-Evangelium:

Das Evangelium des Matthäus

 

2 1Als nun Jesus geboren war, zu Betlehem im Lande Juda in den Tagen des Königs Herodes, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sagten: 2»Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Aufgehen gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.«

 

Lesen Sie diesen Text in der Bibel von 1545:
→Matthäus 2,1-2

Die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland ist Sondergut des Matthäus-Evangeliums: Sie ist bei keinem anderen neutestamentlichen Autor belegt. Nicht zuletzt deswegen gab sie wohl von Anfang an Rätsel auf.

So versuchen sich bis heute Forscher unterschiedlicher Disziplinen mit Hypothesen zur Klärung des himmlischen Phänomens »Stern von Betlehem« oder streiten über den »Kindermord des Herodes«.

Doch Sternenerscheinung und Kindermord wurden von der frühen Kirche nie infrage gestellt, vielmehr interessierte sie: Wer waren die »Weisen aus dem Morgenland«? Wer waren diese rätselhaften Männer, die eine Monate währende und nicht ungefährliche Reise auf sich nahmen, um einem unbekannten Kind mit wertvollen Geschenken zu huldigen? Die Antworten auf diese Fragen sponnen nach und nach eine Legende um die Evangeliumsgeschichte.

 

2 Die Königssuche

Matthäus nennt sie in seiner Sprache »magoi« – dies ist der Titel für persische oder babylonische Beamte der Astrologie, jedoch nicht für Könige. Und Matthäus nennt keine Zahl.

Astrologie und Astronomie waren damals nahezu eins. Magoi waren Gelehrte, die sich mit der Erforschung der Vorgänge am Himmel beschäftigten. Die Menschen kannten die Rhythmen von Sonne und Mond. Sie wussten, dass beide das Geschehen auf der Erde beeinflussten und so maßen sie auch den Sternen eine solche konkrete Bedeutung zu.

Trotz der im Wortgebrauch des Matthäus eindeutigen und korrekten Bezeichnung dieser »Weisen« begeben sich die frühkirchlichen Forscher auf die Suche nach Rang und Namen. Schon bald steht für sie fest: Es müssen Könige gewesen sein! Wer sonst könnte mit solchen Reichtümern wie Weihrauch, Myrrhe und Gold aufwarten? Wer könnte eine solche Reise finanzieren? Wer könnte besser einem König huldigen, als Könige selbst?

Einen Beleg ganz im Sinne des Matthäus-Evangeliums, das die Erfüllung alttestamentlicher Prophezeiungen durch die Menschwerdung Jesu bezeugen will, sehen die frühen Forscher im 72. Psalm:

Das Buch der Psalmen

 

72 9Die Bewohner der Wüste sinken nieder vor ihm [Anm.: dem verheißenen König], seine Gegner küssen den Staub. 10Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen Geschenke, Könige von Saba und Scheba kommen mit Gaben. 11aAlle Könige der Erde beten ihn an.

 

Lesen Sie diesen Text in der Bibel von 1545:
→Psalm 72,9-11a

Für die frühzeitlichen Textinterpreten steht danach fest: Es müssen Könige gewesen sein. Doch wie viele waren es, die damals in Betlehem Jesus in einer Krippe fanden?

 

3 Drei Geschenke – drei Könige

Die Zahlen schwanken: Im Orient bevorzugte man in Anlehnung an das Apostelkollegium die Zahl Zwölf. Auf den ältesten bildlichen Darstellungen des Abendlandes werden zwei, drei oder vier Magier oder Könige gezeigt.

Drei müssen es sein! Aus der Dreizahl der Geschenke brachte Origines (Theologe; ca. 185 - 253/54) diese Idee auf. Bald setzte sich die Dreizahl durch.

Doch aus der Zahl der Geschenke lässt sich selbstverständlich nicht ermitteln, wieviele Personen die Gruppe zählte. Es ist eher anzunhemen, dass jeder Einzelne etwas Gold, etwas Weihrauch und etwas Myrrhe aus seinen Privatschätzen abgab.

Waren es nun drei? Oder nur zwei? Oder zehn? Matthäus schreibt nichts darüber. Wohl auch deshalb, weil es für seine Erzählung keine Rolle spielte.

 

4 Caspar, Melchior und Balthasar

Der fromme Volkssinn begnügte sich nicht mit der Anonymität dreier Könige. In ihrer neuen Rolle wuchsen die Magier zu so wichtigen Darstellern der Jesu-Geschichte heran, dass sie nicht länger ebenso namenlose Statisten wie die Schriftgelehrten, Pharisäer und Hirten bleiben konnten.

Erstmals auf dem Mosaik von Sant´ Apollinare Nuovo in Ravenna (nach 560) erscheinen Namen: Balthasar, Melchior und Caspar. 1

In einem Buch auf dem Berg Athos, auf dem nur orthodoxe Mönche leben, werden sie in der Reihenfolge genannt, die sich dann allgemein ab dem 8. und 9. Jahrhundert durchsetzt: Caspar, Melchior und Balthasar.

Wenn diese Namen auch keiner frühchristlichen Tradition folgen, so sind sie nicht ohne Überlegung gewählt. Es mag eine Symbolik in ihnen stecken:

  • Caspar stammt aus dem Persischen und bedeutet »Schatzmeister«
  • Melchior stammt aus dem Hebräischen und bedeutet »Mein Herr ist Licht«
  • Balthasar bedeutet in seiner ursprünglich babylonischen Form »Schütze sein Leben«

1 Das Bild haben wir weiter oben gezeigt: Klicken Sie es für eine vergrößerte Ansicht an. Am oberen Bildrand finden sich die Namen).

 

Hintergründig

Hintergründig

Symbolik und kirchliche Riten

 

1 Legenden und Reliquien

Drei Geschenke, drei Könige, drei Namen und eine klare Reihenfolge. Doch dies genügt der frommen Gemeinde oder den Heilsverkündern immer noch nicht. Gerade die darstellenden Künste, die Botschaften und ganze Geschichten auf engstem Raum in einem einzigen Bild wiedergeben mussten, arbeiteten sehr betont mit Symbolik und mit Merkmalen, die eine starke Wiedererkennung garantierten.

Die Verehrung von Reliquien stellte sicher, dass die Legenden auf einer festen, physischen Basis ruhten, die den Glauben an die Erzählungen über Jahrhunderte manifestierte.

 

2 Drei Könige – drei Lebensabschnitte

So stehen die Heiligen Drei Könige oft auch für die unterschiedlichen Lebensabschnitte: Caspar wird als Jüngling dargestellt, Melchior als reifer Mann, Balthasar als Greis.

 

3 Könige aus fernen Reichen

Unter dem Eindruck der Kreuzzüge in der Begegnung mit dem exotischen, orientalen Lebensräumen wird etwa ab dem 13. Jahrhundert im Abendland einer der Könige als »Maure«, als »Mohr« abgebildet. Doch hier ist die Tradition nicht einheitlich: Manchmal wird Caspar, manchmal Balthasar als Mohr gezeigt.

 

4 Reliquienverehrung

Die Legende der drei Könige findet ihren Höhepunkt in der Geschichte und Verehrung ihrer sterblichen Überreste als kirchliche Reliquien.

Die römische Kaiserin Helena (255 - 330), Mutter Konstantin des Großen (Konstantin I., Flavius Valerius Constantinus; ca. 288 - 337), fand auf einer Pilgerfahrt nach Persien und Palästina eine ganze Reihe Reliquien. Darunter angeblich auch die Gebeine der drei Könige, die nun in Byzanz (Konstantinopel; Istanbul) aufbewahrt wurden. Der genaue Ort der Aufbewahrung und die Umstände der Wiederbestattung sind nirgends beschrieben.

Von nun an versinkt das Wissen um die Gebeine der Heiligen Drei Könige in dunkelster Legendenbildung.

Die Vita Beati Eustorgii Confessoris berichtet von Eustorgius, einem Ratgeber des Kaisers von Konstantinopel, der gegen Ende des 4. Jahrhunderts Bischof von Mailand wurde. Ihm wird die Überführung der Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Mailand zugeschrieben. Seit dieser Zeit sollen die Reliquien in der Capella St. Eustorgius aufbewahrt worden sein. Historisch lässt sich das nicht belegen. Andere Quellen vermuten das 6. Jahrhundert, in dem ein Eustorgius geschichtlich nachweisbar ist, allerdings wird mit ihm nie die Königsreliquie in Verbindung gebracht.

Erst im Jahr 1158 werden die Gebeine der Heiligen Drei Könige wiedergefunden. Robert von Torigni (ca. 1110-1186), Abt im Kloster auf dem Mont Saint Michel, beschreibt in seiner Chronik den Bericht, den ihm ein Augenzeuge überbracht habe. Angeblich sei in der Capella St. Eustorgius ein Sarkophag geöffnet worden, in dem drei Körper ruhten, die äußerlich unbeschädigt waren. Aus den Gesichtszügen und von der Gestalt der Hände sei zu schließen gewesen, dass es sich um die Körper eines fünfzehn, eines dreißig und eines sechzig Jahre alten Mannes handele.

Zur selben Zeit stand der deutsche Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1122 - 1190) in feindlicher Absicht vor den Toren Mailands. Um die Reliquie in Sicherheit zu bringen, wurden die Gebeine der Heiligen Drei Könige gehoben und in die Kirche St. Giorgio im Inneren der Stadt gebracht.

Im März 1162 marschierte der deutsche Kaiser in Mailand ein. Am 9. Juni 1164 überbrachte er die Gebeine als Geschenk seinem Kanzler, dem Erzbischof von Köln, Rainhald von Dassel (ca. 1120 - 1167), der bereits am folgenden Tag mit den Reliquien nach Köln reiste.

 

5 Die Reliquien in Köln

Die Stadt der Heiligen Drei Könige

Heute befinden sich die Gebeine im Drei­kö­nigs­schrein hin­ter dem Hoch­al­tar des Köl­ner Doms, der als stei­ner­nes Re­li­qui­ar für den Schrein er­rich­tet wor­den war.

Etwa in der Zeit zwischen 1190 und 1220 wur­de der Schrein ge­fer­tigt. Der Schmuck be­steht aus in Gold und Sil­ber ge­trie­be­nen, feu­er­ver­gol­de­ten Fi­gu­ren, aus Fi­li­gran­plat­ten, die mit Edel- und Halb­edel­stei­nen be­setzt sind, so­wie aus Email­schmelz an Säu­len, Bö­gen und Pro­fi­len. Die Bil­der zei­gen die Heils­ge­schich­te vom An­be­ginn der Zeit bis zum Welt­ge­richt.

Der Schrein der Heiligen Könige im Kölner Dom | Foto: © Dr. Harry Hain | Quelle: www.fotocommunity.de | Lizenz: Creative Commons BY-NC-ND

Abbildung: Der Schrein der Heiligen Könige im Kölner Dom
Foto: © Dr. Harry Hain | Lizenz: Creative Commons BY-NC-ND
Wir danken Herrn Dr. Hain für die Bereitstellung dieser Fotografie unter Creative Commons Lizenz!

Auf der Route Mailand – Köln entwickelte sich ein reges Wallfahrtsleben: Die Kirche der Heiligen Drei Könige und der Dreikönigsschrein waren beliebte Wallfahrtsorte. Heute noch erinnern Gasthofnamen wie etwa »Mohr«, »Stern« oder »Krone« an lange Reisen entlang dieses Wallfahrtsweges.

 

6 Volksheilige

Obwohl sie nie heiliggesprochen wurden, gelten die Heiligen Drei Könige als Patrone der Stadt Köln. Sie sind die Schutzheiligen der Pilger, der Reisenden, der Spielkartenhersteller und der Kürschner. Sie werden angerufen gegen Unwetter und gegen Epilepsie.

 

Hintergründig

Hintergründig

Sternsinger

 

1 Sternsinger, geweihte Kreide und C+M+B

Noch heute schreiben die Sternsinger mit geweihter Kreide am 6. Januar die Cabeme-Zeichen C+M+B umgeben von einer vierstelligen Jahreszahl an die Türpfosten der von ihnen besuchten Häuser. Haben oder hatten Sie ein 20C+M+B21 an Ihrer Tür?

 

2 Der Ursprung im Auszug aus Ägypten

Das Bemalen der Türpfosten stammt aus vorchristlicher Zeit: Moses befahl es den Hebräern in Ägypten zum Passahfest:

Das 2. Buch Mose | Exodus

 

12 21»Geht und besorgt Euch Schafe für Eure Familien und schlachtet das Pascha. 22Nehmt einen Ysopbüschel, taucht ihn in das Blut in der Schale und streicht von dem Blut, das in der Schale ist, an die Oberschwelle und an die beiden Türpfosten. [...] 23Wenn Jahwe vorübergeht, um die Ägypter zu schlagen, und das Blut [...] sieht, wird Jahwe diese Tür übergehen.«

 

Lesen Sie diesen Text in der Bibel von 1545:
→2. Mose 12,21-23

Wenn auch keine Priesterweihe des Blutes erfolgt, so ergibt sich die Weihe aus dem Ritual des Familienvaters: Durch Schlachtvorschrift, Ysopbüschel und das in einer Schale aufgefangene Blut des Schafes wird Kraft und Wirksamkeit der Bemalung ausgelöst.

Im Malen mit geweihter Kreide findet die Moses-Vorschrift ihre christliche Umsetzung.

 

3 Die Bedeutung der Zeichen

Die Kreidezeichen bedeuteten ursprünglich sicher die Kürzel der Königsnamen Caspar, Melchior und Balthasar im Sinne von Glück- und Segenswünschen für die Hausbewohner gemäß ihren Entsprechungen: Reichtum, Hoffnung und Gottes Segen, Gottes Schutz.

Später bürgerten sich sprechende Formulierungen ein. Die Bedeutung Christus Mansionem Benedicat (oder auch Christus Benedicat Mansionem; C+B+M; deutsch: Christus segne dieses Haus) hat sich weitgehend verbreitet, weil sie sehr nah an den Menschen und ohne symbolische Interpretation verständlich ist.

 

Hintergründig

Hintergründig

Ein Tag, zwei Feste

Der Tag im katholischen und im evangelischen Verständnis

 

1 Ein Tag, zwei Namen

Die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland des Matthäus-Evangeliums hat auf der Suche nach des Rätsels Lösung bereits früh in den Heiligen Drei Königen eine legendenhafte, personifizierende Ausgestaltung erfahren, die jeder historischen Grundlage entbehrt. Dafür zeigt sie sehr deutlich den schleichenden Wandel in Überlieferungen und Riten auf: Zum einen die Anpassung religiöser Anschauungen an Zeitgeist und Bedürfnis einer christlichen Gesellschaft und zum anderen die theologische Ausgestaltung der Evangelien zur Stützung kirchenkonformer Staatsräson.

So bleiben auch Wert und Bedeutung des 6. Januar in den Kirchen theologisch umstritten, was in der Namensgebung dieses Tages zum Ausdruck kommt.

 

2 Katholische Kirche: Heilige Drei Könige

In der katholischen Kirche erfuhr das frühchristliche Epiphaniasfest zunächst als »Fest der Magier« und später unter den Einflüssen eines starken kirchlichen Reliquienkultes und volkstümlicher Heiligenverehrung neue Inhalte.

Die katholische Bezeichnung »Heilige Drei Könige« für den 6. Januar hat sich durch die Aufnahme dieses Tages unter diesem Namen in den Feiertagskalender einiger Länder der Bundesrepublik Deutschland manifestiert.

 

3 Evangelische Kirchen: Epiphanias

Die evangelischen Kirchen sehen im 6. Januar nicht das Fest der »Heiligen Drei Kö­ni­ge«, sondern das Fest »Epiphanias«, das »Fest der Erscheinung des Herrn«, das Fest des Kindes in der Krippe, das der Heiland der Welt ist.

Allerdings verfiel das Fest im kirchlichen evangelischen Brauchtum fast vollständig. In den re­for­mier­ten Kirchen wurde es von Anfang an gar nicht begangen. Die Ablehnung jeg­li­cher Heiligenverehrung tilgte diesen Tag in den Kalendern kirchlicher Praxis.

Heute ist der Tag Epiphanias liturgisch anerkannt und in der Gottesdienstordnung des evan­ge­li­schen Kirchenjahres gewürdigt. Als Marker im Kalender gibt er den nach­fol­gen­den Sonntagen einen Ankerpunkt, um sie inhaltlich zu umschreiben.

Epiphanie bedeutet Erscheinung, und am 6. Januar sowie in der darauffolgenden Zeit (an den sog. »Sonntagen nach Epiphanias«) wird besonders der Aspekt der Erscheinung Gottes im Fleisch, der Herrlichkeit Gottes, wie sie uns im Leben und Wirken Jesu offenbart wurde, betont.

 

Gedankenpause

Gedankenpause

 

Heilige Drei Könige

Die Frage nach dem Sinn

 

1 Die Erfüllung prophetischer Weissagungen

Die unterschiedlichen theologischen Anschauungen sind in der religiösen Praxis se­kun­där. Ob wir die Fleischwerdung Christi in den Vordergrund rücken oder die An­be­tung durch die Könige dieser Welt: Letztendlich geht es weder um ein Kind in der Krippe noch um drei Könige. Es geht nicht um einen Stern, nicht um Betlehem und auch nicht um das Geheimnis der Inkarnation Gottes.

Es geht dem Autor des Matthäus-Evangeliums ausschließlich um den inzwischen längst ge­kreu­zig­ten und wieder auferstanden Jesus von Nazareth und um die Erfüllung des pro­phe­ti­schen Wortes in seiner Person:

Er selbst wird Friede sein.
(→Micha 5,1-4A)

 

2 Die Metapher des Kniefalls vor dem Frieden

So verstanden ist die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland der Beleg für die Er­fül­lung der Prophezeiung und zugleich der Kniefall vor dem Frieden: Jesus ist der an­ge­kün­dig­te Friedensfürst.

Es bedarf Menschen, die diesen Frieden freudig begrüßen, ihm huldigen, ihn feiern und mit Ga­ben seine universale Gültigkeit bezeugen. Es braucht Menschen, die sich friedlich für den Frie­den auf den Weg machen.

So verstanden ist der 6. Januar ein Tag des Friedens, der Nächstenliebe und der Wert­schät­zung unserer Mitmenschen.

Der Kniefall findet vor uns selber statt: vor uns, den Kindern Gottes. Die Huldigung schul­den wir der göttlichen Kraft und der Existenz Gottes in uns.

Sabrina

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Die Ka­len­der­an­ga­ben be­zie­hen sich ab dem Jahr 1949 auf Ka­len­der der Bun­des­re­pu­b­lik Deutsch­land (DE).
Die Datums- und Zeit­an­ga­ben gel­ten nach Mit­tel­eu­ro­pä­i­scher Zeit, in Zei­ten mit ge­setz­li­cher Som­mer­zeit­re­ge­lung nach Mit­tel­eu­ro­pä­i­scher Som­mer­zeit (→MEZ/MESZ | CET/CEST).
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