13. Sonntag nach Trinitatis | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
10.9.2017 | 13. Sonntag nach Trinitatis

Kirchenjahr 2016/2017

13. Sonntag
nach Trinitatis

 
 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

Regeln

Fällt der →Tag des Apostels Bartholomäus (24. August) auf diesen Sonntag, so sollte er an einem Tag in der Folgewoche (25. - 30. August) oder am Vortag (23. August) begangen werden.

Der →Tag des Apostels und Evangelisten Matthäus (21. September) kann in die Woche nach diesen Sonntag fallen.

Nach der neuen Ordnung (ab dem Jahr 2019) kann der →Tag der Enthauptung Johannes des Täufers (29. August) auf diesen Sonntag oder in die Woche danach fallen.

 

Wirkung in 2017

- keine -

 
 13. Sonntag nach Trinitatis  IN DEN JAHREN 2017 BIS 2024
Kalender

Der 13. Sonntag nach Trinitatis in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Der 13. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>16. August und dem 19. September eines Jahres.
  • 13. Sonntag nach Trinitatis
  • 21. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 13. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    16. August und dem 19. September eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 147 Tage nach Ostern
  • am 148. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
 

Der evangelische

13. Sonntag
nach Trinitatis

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

13. Sonntag nach Trinitatis | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: 13. Sonntag nach Trinitatis
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

13. Sonntag nach Trinitatis

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

(Chriſtus ſpricht:)
Was jr gethan habt einem vnter dieſen meinen geringſten Brüdern / Das habt jr mir gethan.

→Mt 25,40b

Pſalm
112
 

Psalm für die Woche

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

(Chriſtus ſpricht:)
Was jr gethan habt einem vnter dieſen meinen geringſten Brüdern / Das habt jr mir gethan.

→Mt 25,40b

Pſalm
112
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 343 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ A EG 412 So jemand spricht: Ich liebe Gott
B EG 420 Brich mit dem Hungrigen dein Brot
    C EG West 667
EG HE 632
Wenn das Brot, das wir teilen
   

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG West: Evangelisches Gesangbuch Ausgabe Rheinland, Westfalen, Lippe, Reformierte Kirche
EG HE: Evangelisches Gesangbuch Ausgabe Kurhessen-Waldeck / Hessen und Nassau

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

13. Sonntag nach Trinitatis

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextLk 10,25-37 Lk 10,25-37
Epistel Zum Text1Joh 4,7-12 1Joh 4,7-12
Altes Testament Zum Text1Mos 4,1-16a 3Mos 19,1-3.13-18.33-34
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 10.9.2017 Zum TextMk 3,31-35
IV 26.8.2018 Zum Text1Mos 4,1-16a
V 15.9.2019 Apg 6,1-7
VI 6.9.2020 Lk 10,25-37
I 29.8.2021 1Joh 4,7-12
II 11.9.2022 3Mos 19,1-3.13-18.33-34
   

 

 

Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
MZum TextAmos 5,4-7.10-15MAmos 5,4-7.10-15
MZum TextSach 7,8-14MSach 7,8-14
MZum TextLk 14,12-14MMt 6,1-4
MZum TextApg 4,32-35MApg 4,32-35
MJak 2,14-18.26
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre 1978/1979 bis 2017/2018

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Lk 10,25-37

EV
I

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. X.

 

 

Verse4 25-37

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter

|| →Mt 22,35-40    || →Mk 12,28-34

 

 

 

 

 

 

 

→Deut. 6.

VND ſihe / da ſtund ein Schrifftgelerter auff / verſucht jn / vnd ſprach / Meiſter / Was mus ich thun / das ich das ewige Leben ererbe? 26Er aber ſprach zu jm / Wie ſtehet im Geſetz geſchrieben? Wie lieſeſtu? 27Er antwortet / vnd ſprach / Du ſolt Gott deinen HERRN lieben / von gantzem hertzen / von gantzer ſeele / von allen krefften / vnd von gantzem gemüte / Vnd deinen Neheſten / als dich ſelbs. 28Er aber ſprach zu jm / Du haſt recht geantwortet / Thue das / ſo wirſtu leben.

 

29ER aber wolt ſich ſelbs rechtfertigen / vnd ſprach zu Jheſu / Wer iſt denn mein Neheſter? 30Da antwortet Jheſus / vnd ſprach / Es war ein Menſch / der gieng von Jeruſalem hin ab gen Jericho / vnd fiel vnter die Mörder / Die zogen jn aus / vnd ſchlugen jn / vnd giengen dauon / vnd lieſſen jn halb tod liegen. 31Es begab ſich aber on gefehr / das ein Prieſter dieſelbige ſtraſſe hin ab zoch / vnd da er jn ſahe / gieng er fur vber. 32Desſelbigen gleichen auch ein Leuit / da er kam bey die Stet / vnd ſahe jn / gieng er fur vber.

 

33EIn Samariter aber reiſet / vnd kam da hin / vnd da er jn ſahe / jamerte jn ſein / 34gieng zu jm / verband jm ſeine Wunden / vnd gos drein Ole vnd Wein / vnd hub jn auff ſein Thier vnd füret jn in die Herberge / vnd pfleget ſein. 35Des andern tages reiſet er / vnd zoch eraus zween Groſſchen / vnd gab ſie dem Wirte / vnd ſprach zu jm / Pflege ſein / Vnd ſo du was mehr wirſt darthun / wil ich dirs bezalen / wenn ich widerkome. 36Welcher dünckt dich / der vnter dieſen dreien der a Neheſt ſey geweſen / dem / der vnter die Mörder gefallen war? 37Er ſprach / Der die barmhertzigkeit an jm that. Da ſprach Jheſus zu jm / So gehe hin / vnd thu des gleichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a

(Neheſt)

Der Neheſt iſt nicht allein der wol thut / ſondern auch der wolthat bedarff / Denn wir ſind alle vnternan­der Neheſten.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
1Joh 4,7-12

EP
II

 

 

 

Die erſte Epiſtel
S. Johánnis.

 

C. IIII.

 

 

Verse 7-12 aus dem Abschnitt

Die Liebe Gottes und die Liebe untereinander

 

IR lieben / Laſſet vns vnternander liebhaben / Denn die Liebe iſt von Gott vnd wer lieb hat / der iſt von Gott geboren / vnd kennet Gott. 8Wer nicht lieb hat / der kennet Gott nicht / denn Gott iſt die liebe. 9Daran iſt erſchienen die liebe Gottes gegen vns / Das Gott ſeinen eingebornen Son geſand hat in die Welt / das wir durch jn leben ſollen. 10Darinne ſtehet die Liebe / Nicht das wir Gott geliebet haben / ſondern das er vns geliebet hat / vnd geſand ſeinen Son zur verſönung fur vnſer ſünde.

 

11IR lieben / Hat vns Gott alſo geliebet / So ſollen wir vns auch vnternander lieben. 12Niemand hat Gott jemals geſehen. So wir vns vnternander lieben / ſo bleibet Gott in vns / vnd ſeine Liebe iſt völlig in vns.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
1Mos 4,1-16a

AT
IV

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. IIII.

 

 

Verse 1-2

Die erſten gezeugten Kinder: Kain und Abel

KAIN.

Habel.

VND Adam erkandte ſein Weib Heua /

Vnd ſie ward ſchwanger / vnd gebar den Kain / vnd ſprach. Ich habe f den Man des HERRN. 2Vnd ſie fur fort / vnd gebar Habel →*1) ſeinen bruder / Vnd Habel ward ein Schefer / Kain aber ward ein Ackerman.

f

Ey Gott ſey ge­lobt / Da hab ich den HERRN den Man / den Sa­men / der dem Sa­tan oder Schlan­gen den Kopff zu­tret­ten ſol / Der wirds thun.

 

 

Verse 3-7

Das Motiv des Brudermords im Opfer der beiden Brüder

 

ES begab ſich aber nach etlichen tagen / das Kain dem HERRN Opffer bracht von den Früchten deſ feldes / 4Vnd Habel bracht auch von den Erſtlingen ſeiner Herde vnd von jrem fetten. Vnd der HERR ſahe gne

 

Holzschnitt zum 1. Buch Mose, Kapitel 4: Kain und Abel

→Ebre. 11.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KAIN

ſchlegt Ha­bel tod.

→1.Joh. 4.

 

 

 

 

 

 

diglich an Habel vnd ſein Opffer / 5Aber Kain vnd ſein Opffer ſähe er nicht gnediglich an / Da ergrimmet Kain ſeer vnd ſein geberde verſtellet ſich. 6Da ſprach der HERR zu Kain / Warumb ergrimmeſtu? vnd warumb verſtellet ſich dein Geberde? 7Iſts nicht alſo? Wenn du from biſt / ſo biſtu angeneme / Biſtu aber nicht from / So ruget die Sünde fur der g thür / Aber las du jr nicht jren willen / ſondern herrſche vber ſie.

 

Vers 8

Der Brudermord

8Da a redet Kain mit ſeinem bruder Habel.

VND es begab ſich / da ſie auff dem Felde waren / erhub ſich Kain wider ſeinen bruder Habel / vnd ſchlug jn tod.

 

Verse 9-10

Gottes Entſetzen über die Tat

9Da ſprach der HERR zu Kain / Wo iſt dein bruder Habel? Er aber ſprach / Ich weis nicht / Sol ich meines bruders Hüter ſein? 10Er aber ſprach / Was haſtu gethan? Die ſtim deineſ Bruders blut ſchreiet zu mir von der Erden /

g

(Thür)

Ebreiſch lautet Thür / ſo viel als das of­fen­ſte­het / oder auff­ge­than wird / Mar. vij. He­phe­thah / thu dich auff etc →*2) / vnd iſt die mei­nung / Die ſün­de ligt vnd ru­get / wie ein Ochſ­lin ligt vnd ru­get. Aber ſie ligt in der Thür / das iſt / Sie wird of­fen ſte­hen / oder of­fen­bar wer­den / ob der Sün­der wol ei­ne zeit lang ſi­cher da hin ge­het als ſchla­ffe die ſün­de oder ſey to­de?

a

(Redet mit Ha­bel)

Das iſt / Scham hal­ben muſt er ſich euſ­ſer­lich ſtel­len vnd re­den mit ſei­nem Bru­der / weil er ge­ſtrafft ward / Ob er wol im hertz­en jn zu töd­ten ge­dacht. Alſo iſt Ka­in al­ler Heuch­ler vnd fal­ſcher Hei­li­gen va­ter.

 

 

Verse 11-16a

Das Urteil für Kain

 

11Vnd nu verflucht ſeiſtu auff der Erden / die jr maul hat auffgethan / vnd deines Bruders blut von deinen henden empfangen. 12Wenn du den Acker bawen wirſt / ſol er dir fort ſein vermügen nicht geben / Vnſtet vnd flüchtig ſoltu ſein auff Erden.

 

13KAin aber ſprach zu dem HERRN / Meine Sünde iſt gröſſer / denn das ſie mir vergeben werden müge. 14Sihe / Du treibeſt mich heute aus dem Lande / vnd mus mich fur deinem Angeſicht verbergen / vnd mus vnſtet vnd flüchtig ſein auff Erden / So wird mirs gehen / das mich todſchlage wer mich findet. 15Aber der HERR ſprach zu jm / Nein / Sondern wer Kain todſchlegt / das ſol ſiebenfeltig gerochen werden. Vnd der HERR macht ein Zeichen an Kain / das jn niemand erſchlüge / wer jn fünde. 16Alſo gieng Kain von dem Angeſicht des HERRN /

 

 

 

*1) Hinweis zur Schreibweise Habel:

Das H ist ein stimmloser Anlaut: (H)abel, was dann in der deutschen Aussprache »Abel« ergibt.

 

*2) Notiz in der Marginalspalte: Mar. vij. He­phe­thah / thu dich auff etc

Luther verweist auf →Mk 7,34 (33-35), wo Jesus das Wort He­phe­thah benutzt: vnd [Jheſus] ſahe auff gen Himel / ſeufftzet / vnd ſprach zu jm / Hephethath das iſt / thu dich auff.

In den griechischen Quellen zu Markus 7,34 befindet sich der Ausdruck εϕϕαθα als die ins Griechische transkribierte Form eines aramäischen Wortes, das Jesus wie eine Formel, wie einen magischen Spruch benutzt habe. Ursprung und Bedeutung des aramäischen Wortes sind unsicher.

 

Hinweis zur Abbildung in 1Mos 4: : Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Erläuterungen zur Abbildung in 1Mos 4

In das Kapitel 4 des 1. Buch Mose ist ein Holzschnitt eingebettet. Die Abbildung zeigt gleichzeitig mehrere Szenen aus Kapitel 4, die zeitlich nacheinander abgelaufen sind.

Zu sehen ist das Opfer der beiden Brüder, der Mord des Kain an seinem Bruder Abel und das Gespräch Gottes mit Kain nach dem Mord:

  • Im Vordergrund opfern die beiden Brüder Brandopfer von den Erträgen ihrer Arbeit.
  • Auf dem Altar des Abel liegt ein Lamm. Der Rauch steigt senkrecht in den Himmel als Symbol dafür, dass Gott dieses Opfer gnädig angenommen hat. Abel begleitet das Opfer kniend mit gefalteten Händen und erhobenem Kopf mit Blick Richtung Himmel.
  • Auf dem Altar des Kain brennen mächtige Garben aus Getreidehalmen, doch der Rauch steigt nicht auf. Er quillt über den Rand des Altars und kriecht über den Boden als Symbol dafür, dass dieses Opfer nicht gefällig war.
  • Kain betrachtet die Szene mürrisch und ungehalten. Seine Körpererhaltung mit dem gesenkten Kopf verrät den Unwillen darüber, dass Gott sein Opfer nicht annimmt, und den Zorn, der in ihm aufsteigt.
  • Am linken Bildrand erschlägt Kain auf dem Feld seinen Bruder Abel, der bereits am Boden liegt.
  • Rechts im Hintergrund spricht Gott aus den Wolken mit Kain, der um sein Leben fleht.

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mk 3,31-35

III

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. III.

 

 

Die wahren Verwandten Jeſu

|| →Mt 12,46-50    || →Lk 8,19-21

Mat. 12.

Luc. 8.

VND es kam ſeine Mutter / vnd ſeine Brüder / vnd ſtunden hauſſen / ſchickten zu jm / vnd lieſſen jm ruffen 32(vnd das Volck ſaſs vmb jn) Vnd ſie ſprachen zu jm / Sihe / deine Mutter vnd deine Brüder drauſſen / fragen nach dir. 33Vnd er antwortet jnen / vnd ſprach / Wer iſt meine Mutter vnd meine Brüder? 34Vnd er ſahe rings vmb ſich auff die Jünger / die vmb jn im kreiſe ſaſsen / vnd ſprach / Sihe / das iſt meine Mutter / vnd meine Brüdere. 35Denn wer Gottes willen thut / der iſt mein Bruder vnd mein Schweſter vnd meine Mutter.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mt 6,1-4

V

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

Die Bergpredigt

C.V. bis C.VII.

 

C. VI.

 

 

Verse 1-4

Die Rede über das Almoſengeben

 

HAbt acht auff ewer Almoſen / das jr die

nicht gebt fur den Leuten / das jr von jnen geſehen werdet / Ir habt anders keinen Lohn bey ewerm Vater im Himel. 2 Wenn du nu Almoſen gibſt / ſoltu nicht laſſen fur dir poſaunen / wie die Heuchler thun / in den Schulen vnd auff den gaſſen / Auff das ſie von den Leuten gepreiſet werden / Warlich ich ſage euch / ſie haben jren Lohn dahin. 3 Wenn du aber Almoſen gibſt / So las deine lincke hand nicht wiſſen / was die rechte thut / 4 Auff das dein Almoſen verborgen ſey / vnd dein Vater / der in das verborgen ſihet / wird dirs vergelten öffentlich.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Apg 6,1-7

VI

 

 

 

Das anderteil des Euangelij S. Lucas: Von der Apoſtel Geſcĥicĥte.

 

C. VI.

 

 

Verse 1-7

Die Wahl der ſieben Almoſenpfleger

 

IN den tagen aber / da der Jünger viel

worden / Erhub ſich ein murmel vnter den Griechen / wider die Ebreer / darumb / das jre Widwen vberſehen wurden in der teglichen Handreichung. 2Da rieffen die Zwelffe die menge der Jünger zu ſamen / vnd ſprachen / Es taug nicht / das wir das wort Gottes vnterlaſſen / vnd zu Tiſche dienen. 3Darumb / jr lieben Brüder / ſehet vnter euch nach ſieben Mennern / die ein gut gerücht haben / vnd vol heiliges Geiſts vnd weiſheit ſind / welche wir beſtellen mügen zu dieſer Notdurfft. 4Wir aber wollen anhalten am Gebet / vnd am ampt des Worts.

 

5VND die rede gefiel der gantzen Menge wol / vnd erweleten Stephanum / einen Man vol glaubens vnd heiliges Geiſts / vnd Philippum / vnd Prochorum / vnd Nicanor / vnd Timon / vnd Parmenam / vnd Nicolaum den Jüdegenoſſen von Antiochia. 6Dieſe ſtelleten ſie fur die Apoſtel / vnd betten vnd legten die Hende auff ſie. 7Vnd das wort Gottes nam zu / vnd die zal der Jünger ward ſeer gros zu Jeruſalem / Es wurden auch viel Prieſter dem glauben gehorſam.

Stephanns

ſamt andern er­welet etc.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Amos 5,4-7.10-15

M1

 

 

 

Der Prophet Amós.

 

C. V.

 

 

Aus dem Abschnitt

Gegen die Unterdrücker

Verse 4-7

 

4Darumb ſo ſpricht der HERR zum hauſe Iſrael / Süchet mich / ſo werdet jr leben. 5Suchet nicht Bethel / vnd kompt nicht gen Gilgal / vnd gehet nicht gen BerSeba / Denn Gilgal wird gefangen weggefürt werden / vnd Bethel wird BethAuen werden.

 

 

Verse 10-15

 

10Aber ſie ſind dem gram / der ſie im Thor ſtrafft / vnd haben den fur einen Grewel / der heilſam leret.

 

 

 

 

Zeph. 4.

11DArumb / weil jr die Armen vnterdrückt / vnd nemet das Korn mit groſſen laſten von jnen / So ſolt jr in den Heuſern nicht wonen / die jr von Werckſtücken gebawet habt / vnd den Wein nicht trincken / den jr in den feinen Weinbergen gepflantzt habt. 12Denn ich weis ewr vbertretten / des viel iſt / vnd ewer ſünde / die ſtarck ſind / Wie jr die Gerechten drenget / vnd Blutgelt nemet / vnd die Armen im Thor vnterdrückt. 13Darumb mus der Kluge zur ſelbigen zeit * ſchweigen / Denn es iſt eine böſe zeit.

 

 

 

 

 

 

 

*

(Schweigen)

Man that nicht predigen / Es wils niemand hö­ren noch lei­den.

 

SVchet das gute vnd nicht das böſe / Auff das jr leben mügt / So wird der HERR der Gott Zebaoth / bey euch ſein / wie jr rhümet. 15Haſſet das böſe / vnd liebet das gute / Beſtellet das Recht im Thor / So wird der HERR der Gott Zebaoth / den vbrigen in Joſeph / gnedig ſein.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Sach 7,8-14

M2

 

 

 

Der Próphet SácĥárJá.

 

C. VII.

 

 

Verse 8-14

Gottes Gericht über die Unbarmherzigkeit

 

 

 

 

 

 

Exod. 22.

→Jeſa. 1.

VND des HERRN wort geſchach zu SacharJa / vnd ſprach / 9ſo ſpricht der HERR Zebaoth / Richtet recht / vnd ein jglicher beweiſe an ſeinem Bruder / güte vnd barmhertzigkeit. 10Vnd thut nicht vnrecht den Widwen / Waiſen / Frembdlingen vnd Armen / vnd dencke keiner wider ſeinen Bruder etwas arges in ſeinem hertzen. 11Aber ſie wolten nicht auffmercken / vnd kereten mir den rücken zu / vnd verſtockten jre Ohren / das ſie nicht höreten. 12Vnd ſtelleten jre Hertzen / wie ein Demand / das ſie nicht höreten das Geſetz vnd wort / welche der HERR Zebaoth ſandte in ſeinem Geiſte / durch die vorigen Propheten.

 

DAher ſo groſſer zorn vom HERRN Zebaoth komen iſt / 13Vnd iſt alſo ergangen / gleich wie gepredigt ward / vnd ſie nicht höreten / So wolte ich auch nicht hören / da ſie rieffen / ſpricht der HERR Zebaoth. 14Alſo hab ich ſie zurſtrewet / vnter alle Heiden / die ſie nicht kennen / vnd iſt das Land hinder jnen wüſte blieben / das niemand drinnen wandelt noch wonet / vnd iſt das Edleland zur wüſtunge gemacht.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Lk 14,12-14

M3

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XIIII.

 

 

Verse 12-14

Die Aufforderung, ſich um die Schwachen der Geſellſchaft zu kümmern

 

ER ſprach auch zu dem / der jn geladen hatte / Wenn du ein mittags oder abend Malh macheſt / So lade nicht deine Freunde / noch deine Brüder / noch deine Gefreundten / noch deine Nachbarn / die da Reich ſind / Auff das ſie dich nicht etwa wider laden / vnd dir vergolten werde. 13Sondern wenn du ein Malh macheſt / ſo lade die Armen / die Krüpel / die Lamen / die Blinden / 14ſo biſtu ſelig / Denn ſie habens dir nicht zu vergelten / Es wird dir aber vergolten werden in der aufferſtehung der Gerechten.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Apg 4,32-35

M4

 

 

 

Das anderteil des Euangelij S. Lucas: Von der Apoſtel Geſcĥicĥte.

 

C. IIII.

 

 

Verse 32-35

Die Gütergemeinſchaft der erſten Chriſten

 

DEr menge aber der Gleubigen war ein Hertz vnd eine Seele. Auch keiner ſagete von ſeinen Gütern / das ſie ſein weren / ſondern es war jnen alles gemein. 33Vnd mit groſſer krafft gaben die Apoſtel zeugnis von der aufferſtehung des HErrn Jheſu / vnd war groſſe gnade bey jnen allen. 34Es war auch keiner vnter jnen / der mangel hatte / Denn wie viel jr waren / die da Ecker oder Heuſer hatten / verkaufften ſie das ſelb / vnd brachten das Geld des verkaufften Guts / 35vnd legetens zu der Apoſtel füſſe / Vnd man gab einem jglichen / was jm not war.

 

 

 

 

(Krafft)

Mit groſſem mut / ſeer kecklich vnd freidig.

 

 

 

 
Text: Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Habt mit allen Menschen Friede. (Römer 12, 15.18)

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlägt die Ordnung der evangelischen Kirchen biblische Texte vor.

Sie sind jedoch nicht nur für den Vortrag im Gottesdienst gedacht. Es sind gleichzeitig Leseempfehlungen für alle Gemeinde­mit­glie­der, für Christen, die sich nicht in der Gemeindearbeit engagieren können oder wollen, und für jeden, der sich für die christliche Religion oder für die Bibel in der praktischen Anwendung interessiert.

Wir möchten Sie daher ausdrücklich dazu ermuntern, die Textstellen einmal in Ihrer Bibel zu lesen.

Über das Jahr betrachtet und im Verlauf der Jahre werden Sie auf diese Weise in kleinen Einheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, die wesentlichen Textzeugnisse kennenlernen, auf die sich die christliche Religion stützt.

Text der Lutherbibel von 1545

Eine Besonderheit weisen unsere Seiten auf: Etliche biblische Texte (wie beispielsweise den Wochenspruch, die Psalmen und die Perikopen) geben wir nicht in der modernen, von der evangelischen Kirche vorgege­be­nen Textgestalt wieder, sondern in der Schreibweise und in der Sprache der Lutherbibel aus dem Jahr 1545.

Es ist der Text, den Martin Luther selbst aus den Quellen übersetzt und formuliert hatte. Er führt uns zurück in die Anfänge der Reformation, als die Bibel populär wurde und es Laien erstmals möglich war, biblische Texte zu lesen und über ihren Inhalt und Sinn nachzudenken.

Diese Texte sind gut geeignet für den Vergleich mit modernen Übersetzungen, vor allem aber für sehr private Medita­tio­nen über ihre Botschaften und über ihre gewaltige, sprachliche Aussagekraft.

 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die man nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen..

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 
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