1. Sonntag im Advent

Sonntag, 1. Dezember 1957

evangelisches Kreuz
QuickInfo

Nach eisenacher Ordnung

Evangelium    Zum TextMt 21,1–9  [Zum TextLk 1,68–79]   
Predigt Zum TextRom 13,11-14  [Zum TextHebr 10,19–25]   

Nach lutherischer Ordnung

Evangelium Zum TextMt 21,1–9   
Predigt Zum Text1Thess 5,1-11   
→Gottesdienstordnung

In den Landeskirchen gelten unterschiedliche Textordnungen (s. u.).

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett
1.12.1957 | 1. Sonntag im Advent
Sonntag
 

Beginn des Kirchenjahrs 1957/1958

 

Bewegliches Datum
1. Advent zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember
 
  • Mit dem 1. Sonntag im Advent am 1.12.1957 beginnt das neue Kir­chen­jahr 1958/1959.
  • Der frühest mögliche Termin für den 1. Advent ist der 27. No­vem­ber. In diesem Fall wird Heiligabend ein Samstag sein.
  • Der spä­test mögliche Termin ist der 3. Dezember, dann fällt Hei­lig­abend auf einen Sonntag, der zugleich der →4. Ad­vents­sonn­tag ist.
Symbol: Länge der Adventszeit
 
  • Die →Adventszeit umfasst die vier Sonntage vor dem →Christf­est. Sie beginnt immer am ersten Ad­vents­sonn­tag und en­det vor der →Christvesper an →Heiligabend. Dadurch ist sie un­ter­schied­lich lang und kann 22 bis 28 Tage dauern.
  • Im Jahr 1958 ist die Aventszeit 25 Tage lang.
Symbol: Tage bis zum Christfest
 
  • Der 1. Sonntag im Advent liegt 22 bis 28 Tage vor dem Christfest.
  • Der 1. Sonntag im Advent 1958 liegt 25 Tage vor dem 1. Weih­nachts­fei­er­tag.

 

Der 1. Advent im Jahreskalender

Während wir wir an dieser Stelle den 1. Sonntag im Advent aus der Sicht des evan­ge­li­schen Kir­chen­kalenders beleuchten, finden Sie allgemeine Informationen und Gedanken in diesem Artikel:

Zum Artikel

→1. Advent 1958

Über die Ankündigung der Geburt Christi berichten die Evan­ge­lis­ten Lukas und Matthäus. Die Themen beider Ge­schich­ten sind Vertrauen und Hoffnung.

Mehr darüber in diesem Artikel.
 

Der Name Advent

 

Adventus Domini

Der Name Advent stammt aus dem Lateinischen und meint Ankunft (lat. adventus). Der vollständige lateinische Name lautet Adventus Domini ( »Ankunft des Herrn«) und bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Hochfest der Geburt von Jesus von Nazaret, auf Weihnachten, vorbereitet.

Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen.

 

Die Adventszeit

 

Praeparatio adventus Domini

Der lateinische Ausdruck praeparatio adventus Domini meint Vorbereitung der Ankunft des Herrn und bezeichnete bereits in der frühen Kirche das, was wir heute Adventszeit nennen.

Zunächst wurde die Adventszeit als Fastenzeit vor →Epiphanias (6. Januar) bzw. vor Weihnachten verstanden. Vermutlich seit dem 6. Jahrhundert wird die Adventszeit auch liturgisch im Messfeiern begangen. Anfangs schwankte die Zahl der Tage und damit die Zahl der Sonntage in der Adventszeit. Erst im 6. Jahrhundert wurden vier Adventssonntage vor Weihnachten durch Papst Gregor dem Großen (540 - 604) festgelegt.

 

Gottesdienstliche Ordnung

Symbol Evangelisch

Der evangelische

1. Sonntag
im Advent

gültig in den Kirchenjahren von 1957/1958 bis 1977/1978

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett

Violett

Wir zeigen in den Kirchenjahren ab 1898/1899 bis 1977/1978 die in jener Zeit maßgeblichen Lese­ord­nungen.

Im Kirchenjahr 1957/1958 galten bevorzugt:

  • I. Altkirchliche Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die nach wie vor der altkirchlichen Textordnung folgten (so die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg).
  • II. Eisnacher Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die den Empfehlungen der Eisenacher Konferenz folgten (so die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau).
  • III. Ordnung der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die der Textordnung der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands folgten.

In den Jahren vor 1978/1979 wurden die Perikopenordnungen der evangelischen Kirchen nicht einheitlich gestaltet.

Neben etlichen Entwürfen und Erprobungen der lutherischen Kirchen speziell in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts hielten sich die Perikopenordnungen nach dem Schema der altkirchlichen Ordung und nach der Empfehlung der Eisenacher Konferenz (1896) überwiegend in unierten und reformierten Landeskirchen bis zum Kirchenjahr 1977/1978.

Dagegen empfahl die Lutherische Liturgische Konferenz Deutschlands 1957 den lutherischen Landeskirchen eine neue Textordnung auf Basis von sechs Reihen.

Erst mit der Revision, die eine Ordnung der Predigttexte ab 1978/1979 vorsah, vereinheitlichte sich die Nutzung der Perikopen in den Landeskirchen weitgehend, aber längst nicht vollständig.

 

Gottesdienstliche Ordnung

 

I.

Nach altkirchlicher Textordnung

 

gültig bis 1977/1978

 

Thema des Sonntags

( nach dem Evangeliumstext Mt 21,1–9 )

 

Gelobt ſei, der kommt im Namen des Herrn

 

 

 

Spruch und Psalm für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Sihe / dein König kompt zu dir / ein Gerechter / vnd ein Helffer.

→Sach 9,9b

Pſalm
24
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 24

 

 

 

Lied für die Woche

 
EG alt EG neu Titel
1 EG 4 Nun komm, der Heiden Heiland
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Lesung Text für die Lesung
Epistel Zum TextRom 13,11-14
Evangelium Zum TextMt 21,1–9
   

 

Erläuterungen zu den Perikopen

Mit der Re­for­ma­ti­on än­der­te sich die Be­deu­tung der Le­sun­gen und der Pre­digt im Got­tes­dienst grund­le­gend. Gab es vor­her kei­ne oder nur ei­ne sehr lo­se Bin­dung der Pe­ri­ko­pen an die Mes­se, so war für Luther nun re­gel­mäßig die Evan­ge­li­en­pe­ri­ko­pe Grund­la­ge der Pre­digt im sonn­täg­li­chen Haupt­got­tes­dienst (vor­mit­tags), an die­sem Tag also Zum TextMt 21,1–9.

Im Fo­kus der Pre­digt stand jetzt als Teil der Ver­kün­di­gung die Aus­le­gung des Evan­ge­li­ums.

Die Epis­tel­pe­ri­ko­pe war als Pre­digt­text emp­foh­len für den Ge­brauch im Got­tes­dienst am Nach­mit­tag bzw. Abend (siehe dazu auch Luthers Schrift →Von der Ord­nung des Got­tes­diens­tes in der Ge­mein­de, 1523, Über den Sonn­tags­got­tes­dienst).

Die Rei­he der Epis­tel­pe­ri­ko­pen ent­hielt (an­ders als heu­te) auch Tex­te aus dem Al­ten Tes­ta­ment. Es gab kei­ne spe­zi­el­le Rei­he für Le­sun­gen aus dem Al­ten Tes­ta­ment.

Doch die Pfar­rer und Pre­di­ger wa­ren zu­nächst nicht nur frei da­rin, ei­nen bib­li­schen Text für die Pre­digt zu wäh­len, son­dern ge­ra­de­zu auf­ge­for­dert, die Pre­digt an den Be­dürf­nis­sen der Ge­mein­de und an der ge­üb­ten Pra­xis aus­zu­rich­ten.

In den meis­ten Kir­chen wur­den na­he­zu täg­lich Got­tes­diens­te ge­bo­ten (die in un­se­ren Ka­len­dern z. Z. nicht ab­ge­bil­det sind). An Sonn- und Fei­er­ta­gen konn­ten gleich meh­re­re Got­tes­diens­te und Mes­sen statt­fin­den. Hier ent­wickel­ten sich Le­se­emp­feh­lun­gen für je­den Wo­chen­tag, in Sum­me also für je­den Tag des Kir­chen­jah­res.

Von Be­deu­tung war auch die pro­tes­tan­ti­sche Aus­rich­tung der Ge­biets­kir­che: lu­the­risch, re­for­miert (cal­vi­nis­tisch) und uniert. Un­ter­schie­de zeig­ten sich in der Li­tur­gie und da­mit im Ver­ständ­nis der Pre­digt als Teil der Ver­kün­di­gung.

Luthers all­ge­mei­nen Emp­feh­lun­gen in sei­nen Schrif­ten folg­ten et­wa ab 1560 ver­ein­zelt An­sät­ze, ei­ne ge­wis­se ver­bind­li­che Text­ord­nung für Pfar­rer und Ge­mein­den zu ge­stal­ten. Dies ge­schah je­doch zag­haft und zö­ger­lich an­ge­sichts der be­ste­hen­den Mei­nungs­viel­falt und an­ge­sichts der La­ge der Ent­schei­dungs­ho­heit, die nicht in der Kir­che, son­dern beim Lan­des­fürs­ten an­ge­sie­delt war. Zu­nächst gab es auch kei­nen hin­rei­chen­den Be­darf für neue Re­ge­lun­gen: Got­tes­dienst war selbst­ver­ständ­lich und die Be­völ­ke­rung nahm re­ge teil. Doch spä­tes­tens im Zeit­al­ter der Auf­klä­rung, als ein deut­li­cher Rück­gang christ­li­chen En­ga­ge­ments in der Be­völ­ke­rung zu er­ken­nen war, die Zahl der Got­tes­dienst­be­su­cher ste­tig ab­nahm und et­li­che un­ter­wö­chi­ge Got­tes­diens­te und Mes­sen ge­stri­chen wur­den, trat die Not­wen­dig­keit deut­lich her­vor, das Got­tes­dienst­ver­ständ­nis und die Got­tes­diens­te des Kir­chen­jah­res zu über­den­ken.

Dies führ­te viel­fach schon früh und spe­ziell im 19. Jahr­hun­dert zu zahl­rei­chen un­ter­schied­li­chen Durch­füh­run­gen, Vor­schlä­gen und Er­pro­bun­gen, bis sich 1896 die Ei­sena­cher Kon­fe­renz als reichs­wei­te Kon­fe­renz der deut­schen Lan­des­kir­chen mit der Idee ei­ner all­ge­mein gül­ti­gen Text­ord­nung be­schäf­tig­te und schließ­lich ei­ne Pe­ri­ko­pen­ord­nung be­schloss, die ab 1898/1899 al­len evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen zur Um­set­zung emp­foh­len wur­de.

Es ist der­zeit an die­ser Stel­le nicht mög­lich, für die Jah­re 1530/1531 bis 1898/1899 Text­ord­nun­gen dar­zu­stel­len, die über die alt­kirch­li­chen Pe­ri­ko­pen für die Le­sun­gen und Pre­dig­ten hi­n­aus ge­hen. Wir sind uns da­bei be­wusst, dass die­se Pe­ri­ko­pen re­gi­o­nal und zeit­lich be­grenzt kei­ne Be­deu­tung hat­ten.

 

 

 

II.

Textordnung der Eisenacher Konferenz

bevorzugt in unierten und reformierten Landeskirchen

gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1977/1978

 

 

 

Spruch und Psalm für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Sihe / dein König kompt zu dir / ein Gerechter / vnd ein Helffer.

→Sach 9,9b

Pſalm
24
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 24

 

 

 

Lied für die Woche

 
EG alt EG neu Titel
1 EG 4 Nun komm, der Heiden Heiland
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Reihe Inhalt Text für die Predigt
Reihe I:
altkirchliche Reihe
 
Epistel Zum TextRom 13,11-14
Evangelium Zum TextMt 21,1–9
Reihe II  2. Epistel Zum TextHebr 10,19–25
2. Evangelium Zum TextLk 1,68–79
alttestamentliche Reihe Alttestamentliche Perikope Zum TextJer 31,31-34
     

Aufbau der Leseordnung

Die Eisenacher Kon­fe­renz (ei­ne Kon­fe­renz der evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen Deutsch­lands) er­ar­bei­te­te in den Jah­ren von 1888 bis 1896 eine Pe­ri­ko­pen­ord­nung für die evan­ge­li­schen Kir­chen. Sie ver­stand die alt­kirch­li­chen Pe­ri­ko­pen (Epis­tel und Evan­ge­li­um) als eine ers­te Rei­he und füg­te ihnen in ei­ner zwei­ten Rei­he ei­nen zwei­ten Text aus den Epis­teln und ei­nen zwei­ten Text aus den Evan­ge­li­en hin­zu. Die gro­ße Be­son­der­heit die­ser Ord­nung war die Ein­füh­rung ei­ner drit­ten, alt­tes­ta­ment­li­chen Rei­he, die für je­den Sonn­tag des Kirchen­jah­res erst­mals ei­nen alt­tes­ta­ment­li­chen Text bot. Die Ver­wen­dung die­ser Pe­ri­ko­pen ge­schah nicht ein­heit­lich. Ge­dacht wa­ren sie da­zu, sie wech­sel­weise im Got­tes­dienst zu ver­wen­den, so in­ner­halb ei­ner Fol­ge von vier Jah­ren:

  • im 1. Jahr: alt­kirch­li­ches Evan­ge­li­um und alt­kirch­li­che Epis­tel
  • im 2. Jahr: 2. Evan­ge­li­um und Lek­ti­on Al­tes Tes­ta­ment
  • im 3. Jahr: alt­kirch­li­ches Evan­ge­li­um und alt­kirch­li­che Epis­tel
  • im 4. Jahr: 2. Evan­ge­li­um und 2. Epis­tel

Da­mit er­gab sich für die Le­sun­gen ein Zyklus von vier Jah­ren und für die Pre­digt, die sich je­weils auf die Evan­ge­li­en­pe­ri­ko­pe stützte, ein Zyklus von zwei Jah­ren.

 

 

Alt­kirch­li­che Text­ord­nung in Lan­des­kir­chen

In ei­ni­gen Lan­des­kir­chen, da­run­ter die evan­ge­li­sche Kir­che Bran­den­burgs, galt in die­ser Zeit wei­ter­hin die alt­kirch­li­che Text­ord­nung. Sie kennt nur Evan­ge­li­um und Epis­tel (Reihe I in der Ei­sen­acher Text­ord­nung), die bei­de nach wie vor für die Text­lesung so­wie für die Pre­digt im Haupt- und Abend­got­tes­dienst emp­foh­len wa­ren.

 

Die evan­ge­li­sche Kir­che Würt­tem­bergs

Die evan­ge­li­sche Kir­che Würt­tem­bergs nutz­te in die­ser Zeit ei­ne Pe­ri­ko­pen­ord­nung, die sich auf ei­nen Drei­jah­res­zy­k­lus stütz­te. Über die drei Jahr­gän­ge hin­weg fan­den sich die Pe­ri­ko­pen wie hier ge­nannt, al­ler­dings in an­de­rer An­ord­nung und er­gänzt um wei­te­re Pe­ri­ko­pen, die we­der in alt­kirch­li­chen Ord­nun­gen noch in der neu­en Ei­sen­acher Ord­nung be­kannt wa­ren.

Diese Ord­nung der evan­ge­li­schen Kir­che Würt­tem­bergs ist der­zeit hier nicht wie­der­ge­ge­ben.

 

Geschicht­li­che An­mer­kun­gen: Die Ei­sen­acher Pe­ri­ko­pen in Zei­ten des Um­bruchs

  • In den Jah­ren des na­ti­o­nal­so­zi­a­li­sti­schen Re­gi­mes gab es im Zu­sam­men­hang mit der brach­i­a­len an­ti­se­mi­ti­schen Aus­rich­tung in Po­li­tik und Ge­sell­schaft in den evan­ge­li­schen Kir­chen re­gi­o­nal In­ten­ti­o­nen, die alt­tes­ta­ment­li­che Rei­he ab­zu­schaf­fen und die an­de­ren Rei­hen im Sin­ne ei­ner Staats­rä­son zu kor­ri­gie­ren. Die­ses An­sin­nen wirk­te trotz ei­ner Be­ken­nen­den Kir­che ver­ein­zelt bis weit die Zeit nach dem 2. Welt­krieg nach.
  • Auch nach der Ver­ei­ni­gung von Lan­des­kir­chen, wie der Grün­dung von VELKD und EKD, blie­ben die Ord­nun­gen der Pre­digt­tex­te den Sy­no­den der Lan­des­kir­chen un­ter­wor­fen und ent­wickel­ten sich so­mit zu­neh­mend un­ein­heit­lich.
  • Dies hat­te zur Fol­ge, dass es in den Jah­ren zwi­schen et­wa 1950 und 1958 spe­zi­ell in den lu­the­ri­schen Lan­des­kir­chen auf der Su­che nach ei­nem neu­en evan­ge­li­schen Got­tes­dienst- und Pre­digt­ver­ständ­nis­ses zahl­rei­che un­ter­schied­li­che Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen gab. Die Fül­le von klei­nen Än­de­run­gen und gro­ßen Er­pro­bun­gen im Rah­men der Vor­be­rei­tung ei­ner ein­schnei­den­den Re­vi­si­on (wie der Ein­füh­rung ei­nes Sechs-Rei­hen-Mo­dells, er­probt ab 1952/1953) ist hier nicht dar­stell­bar.
  • Ab dem Jahr 1957/1958, spä­tes­tens ab 1960/1961 galt dann in den meis­ten evan­ge­lisch-lu­the­ri­schen Kir­chen ei­ne neue Pe­ri­ko­pen­ord­nung auf Ba­sis von sechs Rei­hen, weil sich nun erst­mals nach Ei­sen­ach über Jah­re hin­weg eine lan­des­kirch­lich über­grei­fen­de und un­ab­hän­gi­ge Kon­fe­renz (Lu­the­ri­sche Li­tur­gi­sche Kon­fe­renz Deutsch­lands) mit li­tur­gisch-ho­mi­le­ti­schen Fra­gen be­schäf­tig­te und 1957 Ant­wor­ten in Form ei­ner »Ord­nung der Pre­digt­tex­te« vor­leg­te.
  • Doch die Ent­schei­dungs­ho­heit ob­lag nach wie vor den lan­des­kirch­li­chen Sy­no­den. Über­wie­gend unier­te und re­for­mier­te Lan­des­kir­chen nutz­ten die hier vor­lie­gen­de Ord­nung der Pre­digt­tex­te nach dem Ei­sen­acher Sche­ma wei­ter­hin bis 1977/1978 oder auch da­rü­ber hi­n­aus.
  • Bis heute gilt in man­chen evan­ge­li­schen Kir­chen und Frei­kir­chen eine Ord­nung auf Grund­la­ge der Ei­sen­acher Pe­ri­ko­pen im vier­jäh­ri­gen Zy­k­lus.

 

 

 

III.

Textordnung der
Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands
(1957)

bevorzugt in lutherischen Landeskirchen

gültig in den Jahren 1957/1958 bis 1977/1978

 

 

 

Spruch und Psalm für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Sihe / dein König kompt zu dir / ein Gerechter / vnd ein Helffer.

→Sach 9,9b

Pſalm
24
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 24

 

 

 

Lied für die Woche

 
EG alt EG neu Titel
1 EG 4 Nun komm, der Heiden Heiland
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 
 
 

Die biblischen Texte für die Lesungen

 
Lesung Text für die Lesung
Evangelium Zum TextMt 21,1–9
Epistel Zum TextRom 13,11-14
   

 

 

Die biblischen Texte für die Predigt

 
Kirchen-
jahr
Datum Reihe Texte für die Predigt Marginaltexte
(M | C | PS)
1957/1958 1.12.1957 IV Zum Text1Thess 5,1-11 PS Zum TextPsalm 24
1958/1959 30.11.1958 V Zum TextJes 63,15-16(17-19a)19b; 64,1-4 M Zum TextJoh 18,33-38a
1959/1960 29.11.1959 VI Zum TextHebr 10,19–25 M Zum TextJer 31,31-34
1960/1961 27.11.1960 I Zum TextMt 21,1–9
1961/1962 3.12.1961 II Zum TextRom 13,11-14
1962/1963 2.12.1962 III Zum TextLk 1,67-79
     
 

Datum:
Unsere Sortierung stellt jeweils das gewählte Jahr nach oben. Die Spalte »Datum« zeigt das tatsächliche Datum des Tages, für den der Predigttext gilt.

Reihen:
Die Perikopenordnung kennt ab dem Kirchenjahr 1957/1958 zwei Lesetexte (je einen aus den Evangelien und einen aus den Episteln) sowie sechs Predigttextreihen.

Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem letzten Sonntag des Kirchenjahres. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren.

Diese Ordnung beginnt mit Reihe IV für das Kirchenjahr 1957/1958. Die Reihe I gilt für das Kirchenjahr 1960/1961, die Reihe II für das Kirchenjahr 1961/1962 usw. Die Gültigkeit dieser Ordnung endet 1977/1978 mit Reihe VI.

Marginaltexte (M) sind Texte, die thematisch gut zum Tag passen. aber keinen Platz in den Reihen fanden. Aus ihnen kann die Gemeinde unabhängig von Reihe und Kirchenjahr einen Text für die Predigt wählen, der dann den vorgesehenen Predigtext der gültigen Reihe ersetzt.

Continua-Texte (C) sind Marginaltexte, die ein biblisches Buch oder wesentliche Teile daraus fortlaufend über mehrere Sonntage hinweg für die Predigt bieten.

Psalter-Texte (PS) sind zusätzliche Lesetexte aus dem Psalter, der ansonsten nicht in den Predigtreihen vorkommt. Sein Ort ist traditionell der Tages- oder Wochenspalm, der Hallelujavers und ggf. der Spruch. Der Psalmtext kann auch für die Predigt genutzt werden. Dann taucht er mit der Kennung »M« (für marginalen Predigtext) ggf. ein zweites Mal in der Liste auf. Er sollte dann an die Stelle der in in den Reihen vorgesehenen alttestamentlichen Perikope treten.

Aufbau der Leseordnung

Die wesentlichen Neuerungen dieser Textordnung sind:

  • Neben der Evangelienperikope stehen nun auch die Epistelperikope und i. d. R. 6 weitere Texte (ggf. mehr) für die Predigt innerhalb eines Zykluses bereit.
  • Der Zyklus umfasst sechs Jahre, in denen sich die Predigten nicht wiederholen.

Die Reihen folgen einem vorgegebenen Format:

  • Reihe I ist stets der Evangelientext für die Lesung.
  • Reihe II ist stets der Episteltext für die Lesung.
  • In den Reihen III bis VI kommt mindestens eine alttestamentliche Perikope vor.

In der Regel werden für jeden Sonntag zwei (oder mehr) so genannte »Marginaltexte« (M) geboten. Hier hat die Gemeinde (bzw. der Prediger) die Entscheidungsmöglichkeit zwischen dem Text der jeweils gültigen Reihe oder einem der Marginaltexte.

Eine besondere Form des Marginaltextes ist der Continuatext (C), der auf eine lange Tradition zurückblicken kann: An mehreren Sonntagen hintereinander werden für die Predigt Texte geboten, die ein ganzes biblisches Buch umfassen (Jona) oder wesentliche Teile daraus.

Eine weitere Besonderheit ist die zusätzliche Reihe der Psalterperikopen (PS). Texte aus den Psalmen dienen nicht nur als Eingangs- (Introitus), Wochen-oder Tagespsalm, sie können nun auch für die Predigt genutzt werden. Diese Reihe ist bevorzugt als Option gedacht für das jeweilige Jahr, in dem die alttestamentliche Perikope gilt.

 

HERR thu meine Lippen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Biblia 1545

Perikopen nach Luther 1545

1. Sonntag im Advent

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

Gültig für die Kirchenjahre 1957/1958 bis 1977/1978

 

Biblia
1545

Text nach der Lutherbibel von 1545.
Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

Reformierte und unierte Landeskirchen

Evangelium

 

REIHE

EV

Lutherische Landeskirchen

Evangelium und Predigt Reihe I

LUTH.
REIHE

EV

I

 

Evangelium nach Matthäus

Mt 21,1-9

 

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. XXI.

 

Aus dem Abschnitt

Der Einzug in Jerusalem

|| →Mk 11,1-10    ||→Lk 19,29-38    || →Joh 12,12-16

Verse 1-9

Mar. 11.

Luc. 19.

Joh. 12.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Zach. 9.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Pſal. 118.

 

 

DA ſie nu nahe bey Je­ru­ſa­lem ka­men gen Bethphage / an den Oleberg / Sand­te Jheſus ſeine Jünger zween / 2vnd ſprach zu jnen / Gehet hin in den Flecken / der fur euch ligt / Vnd balde werdet jr eine Eſelin finden angebunden / vnd ein Füllen bey jr / Löſet ſie auff / vnd füret ſie zu mir. 3Vnd ſo euch jemand etwas wird ſagen / ſo ſprechet / Der HErr bedarff jr / ſo bald wird er ſie euch laſſen. 4Das ge­ſchach aber alles / Auff das erfüllet würde / das geſagt iſt durch den Propheten / der da ſpricht / 5Saget der toch­ter Zion / Sihe / Dein König kompt zu dir Senfftmütig / vnd reit auff einem Eſel / vnd auff einem Füllen der laſtbaren Eſelin.

6DIe Jünger giengen hin / vnd the­ten wie jnen Jheſus befolhen hatte / 7vnd brachten die Eſelin vnd das Füllen / Vnd legten jre Kleider drauff / vnd ſatzten jn drauff. 8Aber viel Volcks breitet die Kleider auff den weg. Die andern hieben Zweige von den Bewmen / vnd ſtreweten ſie auff den weg. 9Das Volck aber das vorgieng vnd nachfolget / ſchrey vnd ſprach / Hoſianna dem Son Dauid / Gelobet ſey der da kompt in dem Namen des HER­RN / Hoſianna in der höh.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Hosianna)

Hoſianna heiſ­ſet auf Deudſch / Ah hilff / oder / Ah gib glück vnd heil.

 

 

 

Reformierte und unierte Landeskirchen

Epistel

 

REIHE

EP

Lutherische Landeskirchen

Epistel und Predigt Reihe II

LUTH.
REIHE

EP

II

 

Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom

Rom 13,11-14

 

 

Biblia

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. XIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der kommende Tag

Verse 11-14

 

 

Paulus schreibt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WEIl wir ſolches wiſſen / nem­lich die zeit / das die ſtunde da iſt / auff zu ſtehen vom Schlaff (Sin­te­mal vnſer Heil jtzt neher iſt / denn da wirs gleubten) 12Die nacht iſt vergangen / der Tag aber her bey komen. So laſſet vns ablegen die werck der Finſternis / vnd anlegen die waffen des Liechtes. 13Laſſet vns ehrbarlich wandeln / als am tage / Nicht in freſſen vnd ſauffen / nicht in kamern vnd vnzucht / nicht in hadder vnd neid / 14Sondern ziehet an den HErrn Jheſu Chriſt. Vnd b wartet des Leibes / Doch alſo / das er nicht geil werde.

 

 

 

 

 

 

b

(Wartet)

Das iſt / martert den Leib nicht vber macht mit vntreglicher Heilig­keit / wachens / fa­ſtens / frirens / wie die Heuchler thun.

 

 

 

Reformierte und unierte Landeskirchen

Zweites Evangelium

Evangelium nach Lukas

Lk 1,68-79

REIHE

EV
2

Lutherische Landeskirchen

Predigt Reihe III

LUTH.
REIHE

III

Evangelium nach Lukas

Lk 1,67-79

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. I.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der Lobgesang des Zacharias

Verse 67-79

 

 

 

 

 

ZAcharias / der Vater des Jo­han­nes / ward des heiligen Geiſtes vol / weiſſaget / vnd ſprach.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GElobet ſey der HERR der Gott Iſ­ra­el / Denn er hat beſucht vnd erlöſet ſein Volck.

69Vnd hat vns auffgericht ein Horn des Heils / In dem hauſe ſeines dieners Dauid.

70Als er vorzeiten geredt hat / Durch den Mund ſeiner heiligen Propheten.

71Das er Vns errettet von vnſern Feinden / Vnd von der Hand aller die vns haſſen.

72Vnd die Barm­her­tzig­keit erzeigete vnſern Ve­tern / Vnd gedechte an ſeinen heiligen Bund.

73Vnd an den Eid / den er ge­ſchwo­ren hat vnſerm vater Ab­ra­ham / Vns zu geben.

74Das wir erlöſet aus der hand vnſer Feinde / jm dieneten on furcht vnſer lebelang.

75In Heiligkeit vnd Gerechtigkeit / Die jm gefellig iſt.

 

 

 

 

 

 

VND du Kindlin wirſt ein Prophet des Höheſten hei­ſſen / Du wirſt fur dem HErrn her gehen / das du ſeinen weg bereiteſt.

77Vnd erkenntnis des Heils gebeſt ſeinem Volck / Die da iſt in vergebung jrer Sünde.

78Durch die hertzliche Barm­her­tzig­keit vnſers Gottes / Durch welche vns beſucht hat der a Auffgang aus der Höhe.

79Auff das er erſcheine / denen / die da ſitzen im finſternis vnd ſchatten des Todes / Vnd richte vnſere füſſe auff den weg des Friedes.

 

 

 

(Erkentnis des Heils) Das ſie wiſ­ſen ſol­len / wie ſie ſe­lig wer­den müſ­ſen. Nicht durch die werck des Ge­ſe­tzes / ſon­dern durch ver­ge­bung der ſün­den etc.

 

a

(Auffgang)

Chri­ſ­tus nach der Gott­heit / iſt der Auff­gang in der hö­he vom Va­ter.

 

 

 

Reformierte und unierte Landeskirchen

Zweite Epistel

 

REIHE

EP
2

Lutherische Landeskirchen

Predigt Reihe VI

LUTH.
REIHE

VI

 

Brief an die Hebräer

Hebr 10,19-25

 

 

Biblia

 

 

 

 

Die Epiſtel:
An die Ebreer.

 

C. X.

 

 

Aus dem Abschnitt

Aufruf zur Pflege der Gemeinschaft

Verse 19-25

 

 

Der Apostel schreibt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SO wir denn nu haben / lieben Brü­der / die freidigkeit zum eingang / in das Heilige / durch das blut Jheſu / 20welchen er vns zubereitet hat / zum newen vnd lebendigen wege / durch den Vorhang / das iſt durch ſein Fleiſch / 21vnd haben einen Ho­hen­prie­ſter vber das haus Gottes / 22So laſſet vns hinzu gehen / mit warhafftigem hertzen / in völligem Glauben / beſprenget in vnſern Hertzen / vnd los von dem böſen Gewiſſen / vnd gewaſſchen am Leibe / mit reinem waſſer / 23Vnd laſſet vns halten an der Bekentnis der hoffnung / vnd nicht wancken / Denn er iſt trew / der ſie ver­hei­ſſen hat / 24Vnd laſſet vns vn­ter­nan­der vnſer ſelbs warnemen / mit reitzen zur Liebe vnd guten Wercken / 25vnd nicht verlaſſen vnſere Ver­ſam­lung / wie etliche pflegen / Sondern vn­ter­nan­der ermanen / Vnd das ſo viel mehr / ſo viel jr ſehet / das ſich der tag nahet.

 

 

 

Reformierte und unierte Landeskirchen

Lektion Altes Testament

 

REIHE

AT

Lutherische Landeskirchen

Marginaltext für die Predigt

LUTH.
REIHE

M
2

 

Buch des Propheten Jeremia

Jer 31,31-34

 

 

Biblia

 

 

 

 

Der Próphet Jeremiá.

 

C. XXXI.

 

 

Verse 31-34

Der neue Bund

 

 

→Ebre. 8.

 

 

 

 

→Ebre. 10.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SIhe / es kompt die zeit ſpricht der HERR / da wil ich mit dem hauſe Iſ­ra­el / vnd mit dem hauſe Juda einen newen Bund machen / 32Nicht wie der Bund ge­we­ſen iſt / den ich mit jren Ve­tern machte / da ich ſie bey der hand nam / das ich ſie aus Egyp­ten­land fürete / welchen Bund ſie nicht gehalten haben / vnd ich ſie zwingen muſte / ſpricht der HERR. 33Sondern / das ſol der Bund ſein / den ich mit dem hauſe Iſ­ra­el machen wil / nach dieſer zeit / ſpricht der HERR / Ich wil mein Ge­ſetz in jr Hertz geben / vnd in jren Sinn ſchreiben / Vnd ſie ſollen mein Volck ſein / ſo wil ich jr Gott ſein. 34Vnd wird keiner den andern / noch ein Bruder den andern / leren vnd ſagen / Erkenne den HER­RN / ſon­dern ſie ſollen mich alle kennen / beide Klein vnd Gros / ſpricht der HERR / Denn ich wil jnen jre Miſſethat vergeben / vnd jrer Sünde nimer mehr ge­den­cken.

 

 

 

 

 

 

 

 

(Zwingen)

Durchs Ge­ſet­ze re­gie­ren die vn­wil­ligen.

 

 

 

Lutherische Landeskirchen

Predigt Reihe IV

LUTH.
REIHE

IV

 

Erster Brief des Paulus an die Gemeinde in Thessaloniki

1Thess 5,1-11

 

 

Biblia

 

 

 

 

Die Erſte Epiſtel
S. Páuli:
An die Theſſalónicĥer.

 

C. V.

 

 

Von der Erwartung des Herrn

Verse 1-11

 

 

Paulus schreibt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VON den zeiten aber vnd ſtun­den / lieben Brüder / iſt nicht not euch zu ſchreiben / 2Denn jr ſelbs wiſſet gewis / das der tag des HErrn wird komen / wie ein Dieb in der nacht. 3Denn wenn ſie werden ſagen / Es iſt friede / Es hat keine fahr / So wird ſie das verderben ſchnel vberfallen / Gleich wie der ſchmertz ein ſchwanger Weib / vnd werden nicht entpfliehen.

 

 

 

 

 

 

4IR aber / lieben Brüder / ſeid nicht in der finſternis / das euch der tag wie ein Dieb ergreiffe / 5Ir ſeid allzumal Kinder des liechtes vnd Kinder des tages / Wir ſind nicht von der nacht noch von der finſternis. 6So laſſet vns nu nicht ſchlaffen / wie die andern / ſon­dern laſſet vns wachen vnd nüchtern ſein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7Denn die da ſchlaffen / die ſchlaffen des nachtes / vnd die da truncken ſind / die ſind des nachts truncken. 8Wir aber die wir des tages ſind / ſollen nüchtern ſein / Angethan mit dem Krebs des glaubens vnd der Liebe / vnd mit dem Helm der Hoffnung zur ſeligkeit. 9Denn Gott hat vns nicht geſetzt zum zorn / ſon­dern die ſeligkeit zu beſitzen / Durch vnſern HErrn Jheſum Chriſt / 10der fur vns geſtorben iſt / Auff das / wir wachen oder ſchlaffen / zu gleich mit jm leben ſollen. 11Darumb ermanet euch vn­ter­nan­der / vnd bawet einer den andern / wie jr denn thut.

 

 

 

Lutherische Landeskirchen

Predigt Reihe V

LUTH.
REIHE

V

 

Buch des Propheten Jesaja

Jes 63,15-16(17-19a)19b; 64,1-4

 

 

Biblia

 

 

 

 

Der Prophet Jeſáiá.

 

C. LXIIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Buß- und Bittgebet des Volkes

Kapitel 63,Verse 15-16

 

6315

 

 

SO ſchaw nu vom Himel / Vnd ſihe herab von deiner heiligen herrlichen Wonung. Wo iſt nu dein Eiuer / deine Macht? Deine groſſe hertzliche Barm­her­tzig­keit helt ſich hart gegen mir.

Die heutigen Ver­se 63,7-19 bil­den in die­ser Aus­ga­be den An­fang des Ka­pi­tels LXIIII. (64).

 

 

 

 

16BIſtu doch vnſer Vater / Denn Ab­ra­ham weis von vns nicht / vnd Iſ­ra­el kennet vns nicht.

Du aber HERR biſt vnſer Vater vnd vnſer Erlöſer / Von alters her iſt das dein Name.

 

 

 

Fakultativ: Kapitel 63,Verse 17-19a:

 

 

 

 

 

17Warumb leſſeſtu vns HERR jrren von deinen wegen / Vnd vnſer Hertz verſtocken / das wir dich nicht fürchten?

Kere wider / vmb deiner Knechte willen / Vmb der Stemme willen deines Erbes.

→Pſal. 79.

 

 

 

 

18Sie beſitzen dein heiliges Volck ſchier gar / Deine Wi­der­ſa­cher zurtretten dein Hei­lig­thum.

19Wir ſind gleich wie vorhin / da du nicht vber vns herrſcheteſt / Vnd wir nicht nach deinem Namen genennet waren.

 

 

 

Kapitel 63,Verse 19b bis Kapitel 64, Vers 4

 

 

19bAH das du den Himel zurieſſeſt vnd füreſt herab / Das die Berge fur dir zerflöſſen /

 

64

 

 

 

 

Beginn des Ka­pi­tels 64 nach heu­ti­ger Zähl­wei­se!

 

 

 

 

 

 

 

1wie ein heis Waſſer vom hefftigen Fewr verſeudet.

Das dein Name kund würde vnter deinen Feinden / Vnd die Heiden fur dir zittern müſten.

2Durch die Wunder die du thuſt / der man ſich nicht verſihet / Da du herab fureſt / vnd die Berge fur dir zufloſſen.

Der heu­ti­ge Vers 64,1 ge­hört in­halt­lich zum Ab­satz 63,19b.

→1. Cor. 2.

 

 

 

3Wie denn von der Welt her nicht ge­hö­ret iſt / noch mit Ohren ge­hö­ret / hat auch kein Auge geſehen / On dich Gott / was denen geſchicht / die auff jn harren.

 

 

 

 

 

 

4DV begegneteſt den Frölichen / vnd denen ſo Gerechtigkeit vbeten / Vnd auff deinen wegen dein gedachten.

Sihe / Du zörneteſt wol / da wir ſün­di­ge­ten vnd lang drinnen blieben / Vns ward aber dennoch geholffen.

 

 

 

Lutherische Landeskirchen

Psalm

LUTH.
REIHE

PS

 

Psalter

Psalm 24

 

 

Biblia

 

 

 

 

Der Pſalter.

 

XXIIII.

 

 

 

Lutherbibel
→Ps 24

Mit Erklärung etlicher Begriffe und Wörter

 

1Ein Pſalm Dauids.

 

 

DIe Erde iſt des HER­RN / vnd was drinnen iſt / Der Erdboden / vnd was drauff wonet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2Denn er hat jn an die Meere ge­grün­det / Vnd an den Waſſern bereitet.

3WER wird auff des HER­RN Berg gehen? Vnd wer wird ſtehen an ſeiner heiligen Stete?

4Der vnſchüldige Hende hat / vnd rei­nes Hertzen iſt / Der nicht luſt hat zu loſer Lere / Vnd ſchweret nicht felſch­lich.

5Der wird den Segen vom HERRn empfahen / Vnd Gerechtigkeit von dem Gott ſeines Heils.

(Andlitz)

Das iſt / Got­tes and­litz vnd ge­gen­wer­tig­keit / die im volck Iſ­ra­el war / vnd ſonſt nir­gend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6Das iſt das Ge­ſchlecht / das nach jm fraget / Das da ſucht dein Andlitz Jacob / Sela.

7MAchet die Thore weit / vnd die Thüre in der welt hoch / Das der König der Ehren einziehe.

8Wer iſt der ſelbige König der ehren? Es iſt der HERR / ſtarck vnd mech­tig / Der HERR mech­tig im ſtreit.

9MAchet die Thore weit / vnd die Thüre in der welt hoch / Das der König der Ehren einziehe.

10Wer iſt der ſelbige König der ehren? Es iſt der HERR Ze­ba­oth / Er iſt der König der Ehren / Sela.

 

 

 

 

Lutherische Landeskirchen

Marginaltext für die Predigt

LUTH.
REIHE

M
1

 

Evangelium nach Johannes

Joh 18,33-38a

 

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. XVIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der König der Wahrheit
Jesus vor Pilatus

|| →Mt 27,2.11-26    || →Mk 15,1-15    || →Lk 23,1-7.13-25

Verse 33-38

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA gieng Pilatus wider hin ein ins Richt­haus / vnd rieff Jheſu / vnd ſprach zu jm / Biſtu der Jüden Kö­nig? 34Jheſus antwortet / Re­de­ſtu das von dir ſelbs / Oder ha­bens dir an­de­re von mir geſagt? 35Pilatus antwortet / Bin ich ein Jüde? Dein Volck vnd die Ho­hen­prie­ſter / haben dich mir vberantwortet / Was haſtu ge­than? 36Jheſus antwortet / Mein Reich iſt nicht von dieſer welt / Were mein Reich von dieſer welt / meine Diener würden drob kempffen / das ich den Jüden nicht vberantwortet würde. Aber nu iſt mein Reich nicht von dannen. 37Da ſprach Pilatus zu jm / So biſtu dennoch ein König? Jheſus antwortet / Du ſagſts / Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren / vnd in die welt komen / das ich die Warheit zeugen ſol. Wer aus der warheit iſt / der höret meine ſtimme. 38Spricht Pilatus zu jm / * Was ist warheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*

(Was iſt war­heit)

Ironia eſt. Wil­tu von war­heit re­den / ſo bi­ſtu ver­loren.

→*3)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3) lat.: Ironia eſt.

dt.: »Das ist Ironie.«

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Men­ſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Für die in­halt­li­che und the­ma­ti­sche Ge­stal­tung der Got­tes­dien­ste schla­gen die Ord­nun­gen der evan­ge­li­schen Kir­chen seit Jahr­hun­der­ten bib­li­sche Tex­te vor.

Die hier ge­bo­te­nen Tex­te fol­gen ei­ner Kir­chen­ord­nung, die heu­te nicht mehr gül­tig ist!

Bit­te ru­fen Sie den Kir­chen­tag im ak­tu­el­len Jahr auf, wenn Sie wis­sen möch­ten, wel­che Bi­bel­stel­len für Le­sun­gen und Pre­digt nach der gül­ti­gen Kir­chen­ord­nung für den Got­tes­dienst emp­foh­len wer­den.

 

Biblia 1545

   Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 

 

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