Sonntag Okuli | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett
19.3.2017 | Okuli | 3. Sonntag der Passionszeit

Kirchenjahr 2016/2017

Sonntag
Okuli

3. Sonntag der Passionszeit

 

Inhalt dieser Seite

 
 Sonntag Okuli in den Jahren 2017 bis 2024
Kalender

Der Sonntag Okuli in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Sonntag Okuli zwischen dem 22. Februar und dem 28. März
  • 4. Sonntag vor Ostern
  • 3. Sonntag der Passionszeit
  • Abhängig vom Osterdatum
    Okuli liegt zwischen dem 22. Februar und dem 28. März eines Jahres
 
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 28 Tage vor Ostern
  • gerechnet ab diesem Tag ist am 29. Tag Ostern
 

Der Name Okuli

 

»Die Augen [aller]«

Der Name Okuli geht zurück auf die vorreformatorische Zeit und stützt sich auf das erste Wort des lateinischen Introitus der römisch-katholischen Messe für diesen Sonntag (»Okuli mei semper ad Dominum, quoniam ipse evellet de laqueo pedes meos«; dt.: »Meine Augen sind immer zum Herrn [gerichtet], denn er wird meinen Fuß aus dem Netz ziehen«).

Doch vermutlich leitet sich der der Name Okuli nur indirekt von diesem Introitus ab. Er geht wohl auf das Hauptlied der Messe dieses Sonntags zurück, das »Oculi Omnium«, »Die Augen aller« hieß.

Der Name hat sich in den evangelischen Kirchen als Name für den 3. Sonntag der Passionszeit bis heute erhalten.

Biblisch stützt sich die Bezeichnung Okuli (lat. ocolus: das Auge; oculi: die Augen) auf das erste Wort in →Psalm 25,15 (das ist in der lateinischen Biblia Sacra Vulgata der Psalm 24,15).

 

Hier der Text aus der lateinischen Biblia Sacra Vulgata (Ps 24,15, Text nach H) und aus Luthers Biblia von 1545 ( →Ps 25,15):

 

24 15 oculi mei semper ad Dominum
quoniam ipse evellet de laqueo pedes meos

 

2515 MEine augen ſehen ſtets zu dem HERRN /
D
enn er wird meinen fus aus dem Netze zihen.

 

Die mittelalterlichen Bezeichnungen

 

Dominica qua cantatur Oculi omnium

Für den Sonntag Okuli sind nur wenige Belege aus der Geschichte bekannt. Die eher beschreibende lateinische Bezeichnung dominica qua cantatur Oculi omnium bedeutet:
»Sonntag, an dem [das Lied] " Die Augen aller" gesungen wird.«.

Offensichtlich hatte dieses Lied dem Sonntag seinen lateinischen Namen ge­ge­ben. Daraus hatte sich schließlich der neue, nun verkürzte Name entwickelt.

 

 

Unsere Kalender verwenden die vorreformatorischen Bezeichnungen bis zum Jahr 1530 (Verlesung der →Confessio Augustana, des Augsburgischen Bekenntnisses).

Titel Gottesdienstliche Ordnung

Der evangelische Sonntag

Okuli

3. Sonntag der Passionszeit

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett

Violett

Okuli | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Okuli
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

Okuli

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Wer ſeine hand an den Pflug leget / vnd ſihet zurück / der iſt nicht geſchickt zum reich Gottes.

→Lk 9,62b

Pſalm
34
 

Psalm für die Woche

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Wer ſeine hand an den Pflug leget / vnd ſihet zurück / der iſt nicht geſchickt zum reich Gottes.

→Lk 9,62b

Pſalm
34
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 82
oder:
Wenn meine Sünd´ mich kränken A EG 385 Mir nach, spricht Christus, unser Held
EG 96 Du schöner Lebensbaum des Paradieses B EG 391 Jesu, meine Freude
   

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

Okuli

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextLk 9,57-62 Lk 9,57-62
Epistel Zum TextEph 5,1-8a Eph 5,1-2(3-7)8-9
Altes Testament Zum Text1Kon 19,1-8(9-13a) 1Kon 19,1-8(9-13a)
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 19.3.2017 Zum TextMk 12,41-44
IV 4.3.2018 Zum Text1Petr 1,(13-17)18-21
V 24.3.2019 Lk 22,47-53
VI 15.3.2020 1Petr 1,(13-17)18-21
I 7.3.2021 Jer 20,7-11a(11b-13)
II 20.3.2022 Lk 9,57-62
   

 

 

Continuatexte und Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

Die Continuatexte (C) sind dazu gedacht, stückweise über ganze Bücher der Bibel oder größere Abschnitte daraus im Zusammenhang zu predigen.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
CZum TextHiob 7,11-21MLk 12,49-53
CZum TextMk 14,43-50(51-52)
MZum TextLk 9,51-56
MZum TextLk 12,49-53
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Lk 9,57-62

EV
I

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. IX.

 

Vers 57a

VND ſie giengen in einen andern Marckt.

 

 

Verse 57b-62

Die Rede vom Ernſt der Nachfolge

|| →Mt 8,19-22

Matt.8.

Es begab ſich aber / da ſie auff dem wege waren / ſprach einer zu jm / Jch wil dir folgen / wo du hin geheſt. 58Vnd Jheſus ſprach zu jm / Die Füchſe haben gruben / vnd die Vogel vnter dem Himel haben neſter / Aber des Menſchen Son hat nicht / da er ſein Heubt hin lege.

Matt.8.

VND er ſprach zu einem andern / Folge mir nach. Der ſprach aber / HErr / Erleube mir / das ich zuuor hingehe / vnd meinen Vater begrabe. 60Aber Jheſus ſprach zu jm / Las die Todten jre Todten begraben / Gehe du aber hin vnd verkündige das reich Gottes.

 

VND ein ander ſprach / HErr / Jch wil dir nachfolgen / Aber erleube mir zu vor / das ich einen Abſcheid mache mit denen / die in meinem Hauſe ſind. 62Jheſus ſprach zu jm / Wer ſeine hand an den Pflug leget / vnd ſihet zurück / der iſt nicht geſchickt zum reich Gottes.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
Eph 5,1-8a

EP
II

 

 

 

Die Epiſtel S. Páuli:
An die Epheſer.

 

C. V.

 

Verse 1-8a

Kinder des Lichts

 

SO ſeid nu Gottes Nachfolger / als die

lieben Kinder / 2vnd wandelt in der Liebe / Gleich wie Chriſtus vns hat geliebet / vnd ſich ſelbs dar gegeben fur vns / zur Gabe vnd Opffer / Gott zu einem ſüſſen geruch. 3Hurerey aber vnd alle Vnreinigkeit oder Geitz / laſſet nicht von euch geſagt werden / wie den Heiligen zuſtehet / 4Auch ſchandbare wort vnd Narrenteiding / oder Schertz / welche euch nicht zimen / Sondern viel mehr Danckſagung. 5Denn das ſolt jr wiſſen / das kein Hurer oder Vnreiner oder Geitziger (welcher iſt ein Götzendiener) Erbe hat an dem reich Chriſti vnd Gottes.

 

6LAſſet euch niemand verfüren mit vergeblichen worten / Denn vmb dieſer willen kompt der zorn Gottes vber die Kinder des vnglaubens. 7Darumb ſeid nicht jre Mitgenoſſen. 8Denn jr waret weiland Finſternis /

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
1Kon 19,1-8(9-13a)

AT
VI

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
von den Kònigen.

 

C. XIX.

 

Verse 1-2

Iſebel ſchwört Rache an Elia

 

VND Ahab ſaget Iſebel an / alles was

Elia gethan hatte / vnd wie er hatte alle Propheten Baal mit dem Schwert erwürget. 2Da ſandte Iſebel einen Boten zu Elia / vnd lies jm ſagen / Die Götter thun mir dis vnd das / wo ich nicht morgen vmb dieſe zeit / deiner Seele thu / wie dieſer ſeele eine.

 

 

Verse 3-5a

Elias Flucht und Verzweiflung

 

DA er das a ſahe / macht er ſich auff / vnd gieng wo er hin wolt / vnd kam gen BerSeba in Juda / vnd lies ſeinen Knaben daſelbs. 4Er aber gieng hin in die wüſten eine Tagreiſe / vnd kam hin ein vnd ſetzet ſich vnter eine Wacholdern / vnd bat / das ſeine Seele ſtürbe / vnd ſprach / Es iſt gnug / So nim nu HERR meine Seele / Ich bin nicht beſſer / denn meine Veter. 5Vnd legt ſich vnd ſchlieff vnter der Wacholdern.

a

Alij / Timuit.→*1)

 

 

Verse 5b-8

Elia wird zum Berg Horeb geſchickt

 

VND ſihe / der Engel rüret jn / vnd ſprach zu jm / Stehe auff / vnd iſs. 6Vnd er ſahe ſich vmb / Vnd ſihe / zu ſeinen heubten lag ein geröſtet Brot / vnd eine kanne mit Waſſer / Vnd da er geſſen vnd getruncken hatte / legt er ſich wider ſchlaffen. 7Vnd der Engel des HERRN kam zum andern mal wider / vnd rüret jn / vnd ſprach / Stehe auff vnd iſs / denn du haſt einen groſſen weg fur dir. 8Vnd er ſtund auff vnd aſs vnd tranck / vnd gieng durch krafft der ſelben ſelben ſpeiſe vierzig tage vnd vierzig nacht bis an den berg Gottes Horeb.

 

 

Verse 9-13a aus dem Abschnitt:

Die Begnung mit Gott

 

 

 

 

 

 

 

→Rom. 11.

VND kam daſelbs in eine Höle / vnd bleib daſelbs vber nacht / Vnd ſihe / das wort des HERRN kam zu jm / vnd ſprach zu jm / Was machſtu hie Elia? 10Er ſprach / Ich hab geeiuert vmb den HERRN den Gott Zebaoth / Denn die kinder Iſrael haben deinen Bund verlaſſen / vnd deine Altar zubrochen / vnd deine Propheten mit dem Schwert erwürget / vnd ich bin alleine vberblieben / vnd ſie ſtehen darnach / das ſie mit mein Leben nemen. 11Er ſprach / Gehe er aus / vnd trit auff den Berg fur dem HERRN / vnd ſihe / Der HERR gieng fur vber / vnd ein groſſer ſtarcker Wind / der die Berge zureis vnd die Felſen zubrach fur dem HERRN her / Der HERR aber war nicht im winde. Nach dem winde aber kam ein Erdbeben / Aber der HERR war nicht im erdbeben. 12Vnd nach dem Erdbeben kam ein Fewr / Aber der HERR war nicht im fewr. Vnd nach dem Fewr kam ein ſtill ſanfftes Sauſen.

 

13DA das Elia höret / verhüllet er ſein andlitz mit ſeinem Mantel / vnd gieng er aus vnd trat in die thür der Hölen /

 

 

 

*1) lat: Alij / Timuit.

dt.: »Ein anderer [Texttzeuge schreibt hier]: [weil] er das gefürchtet hat«, bzw. »Nach anderer Quelle: Da geriet er in Angst«

Luther verweist darauf, dass seine Übersetzung aus den hebräischen Quellen stammt (»Da sah er«), während geläufige lateinische Quellen an dieser Stelle timuit schreiben (»er hat gefürchtet«, »er geriet in Angst«) .

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mk 12,41-44

III

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. XII.

 

Verse 41-44

Das Scherflein der Witwe

|| →Lk 21,1-4

Luc. 21.

VND Jheſus ſetzet ſich gegen den Gotteskaſten / vnd ſchawet / wie das volck Geld einlegte in den Gotteskaſten / Vnd viel Reichen legten viel ein. 42Vnd es kam eine arme Widwe / vnd legte zwey Scherfflin ein / die machen einen Heller. 43Vnd er rieff ſeine Jünger zu ſich / vnd ſprach zu jnen / Warlich / Jch ſage euch / dieſe arme Widwe hat mehr in den Gotteskaſten gelegt / denn alle die eingelegt haben. 44Denn ſie haben alle von jrem vbrigen eingelegt / Dieſe aber hat von jrem armut alles was ſie hat / jre gantze Narung eingelegt.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
1Petr 1,(13-17)18-21

IV

 

 

 

Die erſte Epiſtel
S. Peters.

 

C. I.

 

Verse 13-17 aus dem Abschnitt:

Geheiligtes Leben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leu. 19.

DArumb ſo begürtet die Lenden ewers gemütes / ſeid nüchtern vnd ſetzet ewer Hoffnung gantz auff die Gnade / die euch angeboten wird / durch die offenbarung Jheſu Chriſti / 14als gehorſame Kinder / Vnd ſtellet euch nicht / gleich wie vor hin / da jr in vnwiſſenheit nach den Lüſten lebetet / 15Sondern nach dem / der euch beruffen hat vnd Heilig iſt / ſeid auch jr heilig / in allem ewrem wandel / 16Denn es ſtehet geſchrieben / Jr ſolt heilig ſein / Denn ich bin heilig.

 

17VND ſintemal jr den zum Vater anruffet / der on anſehen der Perſon richtet / nach eines jglichen werck / So füret ewren wandel / ſo lange jr hie wallet / mit furchten.

 

 

Verse 18-21

18Vnd wiſſet / das jr nicht mit vergenglichem ſilber oder gold / erlöſet ſeid / von ewrem eiteln wandel / nach veterlicher weiſe / 19Sondern mit dem thewren blut Chriſti / als eines vnſchüldigen vnd vnbefleckten Lammes / 20Der zwar zuuor verſehen iſt / ehe der Welt grund gelegt ward / Aber offenbaret zu den letzten zeiten / vmb ewer willen / 21die jr durch jn gleubet an Gott / Der jn aufferwecket hat von den Todten / vnd jm die Herrligkeit gegeben / Auff das jr glauben vnd hoffnung zu Gott haben möchtet.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jer 20,7-11a(11b-13)

V

 

 

 

Der Próphet Jeremiá.

 

C. XX.

 

Verse 7-11a aus dem Abschnitt:

Jeremias fünfte Klage: Die Laſt des Prophetenamtes

 

HERR / Du haſt mich b vberredt / vnd ich hab mich vberreden laſſen / Du biſt mir zu ſtarck geweſt / vnd haſt gewonnen / Aber ich bin drüber zum Spot worden teglich / vnd jederman verlachet mich. 8Denn ſint ich geredt / geruffen vnd gepredigt habe / von der plage vnd verſtörung / iſt mir des HERRN wort / zum hohn vnd ſpot worden teglich. 9Da dacht ich / Wolan / ich wil ſein nicht mehr gedencken / vnd nicht mehr in ſeinem Namen predigen / Aber es ward in meinem Hertzen / wie ein brennend Fewr in meinen Gebeinen verſchloſſen / das ichs nicht leiden kundte / vnd were ſchier vergangen.

b

(Vberredt)

Das ich ſolch pre­dig­amt ha­be an ge­no­men / vnd ich nicht ge­wuſt / das die Leu­te ſo bö­ſe we­ren / vnd das pre­di­gen ſo viel vnd gro­ſſe fahr hette.

 

10DEnn ich höre / wie mich viel ſchelten / vnd allenthalben ſchrecken / Hui verklagt jn / Wir wollen jn verklagen (ſprechen alle meine Freunde vnd Geſellen) ob wir jn vberforteilen / vnd jm beykomen mügen / vnd vns an jm rechen. 11aAber der HERR iſt bey mir / wie ein ſtarcker Held / Darumb werden meine Verfolger fallen / vnd nicht obliegen /

 

 

Verse 11b-13

 

11bSondern ſollen ſeer zu ſchanden werden / Darumb / das ſie ſo törlich handeln / Ewig wird die ſchande ſein / der man nicht vergeſſen wird. 12Vnd nu HERR Zebaoth / der du die Gerechten prüfeſt / nieren vnd hertz ſiheſt / Las mich deine rache an jnen ſehen / Denn ich habe dir meine ſache befolhen. 13Singet dem HERRN / rhümet den HERRN / der des Armen leben aus des Boshafftigen hende erretttet.

 

 

 

 

CONTINUATEXT (C)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Hiob 7,11-21

C1

 

 

 

Das Bucĥ Hiob.

 

C. VII.

 

Verse 11-16 aus dem Abschnitt

Hiobs Verzweiflung über ſein Schickſal

 

11Darumb wil auch ich meinem munde nicht weren / Ich wil reden von der angſt meines hertzens / vnd wil er aus ſagen vom betrübnis meiner ſeelen. 12Bin ich denn ein Meer oder Walfiſch / das du mich ſo verwareſt? 13Wenn ich gedacht / mein Bette ſol mich tröſten / mein Lager ſol mirs leichtern. Wenn ich mit mir ſelbs rede / 14So erſchreckeſtu mich mit trewmen / vnd machſt mir grawen. 15Das meine Seele wündſchet erhangen zu ſein / vnd meine gebeine den tod / 16Ich begere nicht mehr zu leben.

 

 

Verse 17-21

Hiobs Verzweiflung über die Beziehung Gottes zu ihm

 

16bHOre auff von mir / denn meine tage ſind vergeblich geweſt. 17Was iſt ein Menſch das du jn gros achteſt? vnd bekümerſt dich mit jm? 18Du ſucheſt jn teglich heim / vnd verſucheſt jn alle ſtund. 19Warumb thuſtu dich nicht von mir / vnd leſſeſt nicht abe / bis ich meinen ſpeichel ſchlinge? 20Hab ich geſündigt / was ſol ich dir thun / o du Menſchenhüter? Warumb machſtu mich / das ich auff dich ſtoſſe / vnd bin mir ſelbs eine Laſt? 21Vnd warumb vergibſtu mir meine miſſethat nicht / vnd nimpſt nicht weg meine ſünde? Denn nu werde ich mich in die erden legen / vnd wenn man mich morgen ſuchet / werde ich nicht da ſein.

 

 

 

 

CONTINUATEXT (C)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mk 14,43-50(51-52)

C2

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. XIIII.

 

Verse 43-50

Die Gefangennahme Jeſu

|| →Mt 26,47-56    || →Lk 22,47-53    || →Joh 18,2-11

Mat. 26.

Luc. 22.

Joh. 18.

 

 

 

 

 

 

 

 

Leiblich

leiden Chri­ſti im Gar­ten.

VND als bald / da er noch redet / kam erzu Judas der Zwelffen einer / vnd eine groſſe Schar mit jm / mit ſchwerten vnd mit ſtangen / von den Hohenprieſtern vnd Schrifftgelerten vnd Elteſten. 44Vnd der Verrheter hatte jnen ein Zeichen gegeben / vnd geſagt / Welchen ich küſſen werde / der iſts / den greiffet / vnd füret jn gewis. 45Vnd da er kam / trat er bald zu jm / vnd ſprach zu jm / Rabbi / Rabbi / vnd küſſet in. 46Die aber legten jre hende an jn / vnd grieffen jn.

 

EJner aber von denen / die da bey ſtunden / zoch ſein Schwert aus / vnd ſchlug des Hohenprieſters knecht / vnd hieb jm ein Ohre ab. 48Vnd Jheſus antwortet / vnd ſprach zu jnen / Jr ſeid ausgegangen / als zu einem Mörder / mit ſchwerten vnd mit ſtangen / mich zu fahen / 49Jch bin teglich bey euch im Tempel geweſen / vnd habe geleret / vnd jr habt mich nicht gegriffen / Aber auff das die Schrifft erfüllet werde.

 

50VND die Jünger verlieſſen jn alle / vnd flohen /

 

 

Verse 51-52

Der nackt fliehende Jüngling

 

51Vnd es war ein Jüngling / der folgete jm nach / der war mit Linwand bekleidet auff der bloſſen haut / vnd die Jünglinge grieffen jn. 52Er aber lies den Linwand faren / vnd flohe blos von jnen.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Lk 9,51-56

M1

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. V.

 

Verse 51-56

Der Aufbruch nach Jeruſalem

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→4.Reg.1.

Es begab ſich aber / da die zeit erfüllet war / das er ſolt von hinnen genomen werden / wendet er ſein Angeſichte ſtracks gen Jeruſalem zu wandeln. 52Vnd er ſandte Boten fur jm hin / Die giengen hin / vnd kamen in einen marckt der Samariter / das ſie jm Herberge beſtelleten. 53Vnd ſie namen jn nicht an / darumb das er ſein Angeſichte gewendet hatte zu wandeln gen Jeruſalem. 54Da aber das ſeine Jünger / Jacobus vnd Johannes ſahen / ſprachen ſie / HErr wiltu / So wollen wir ſagen / das fewer vom Himel falle / vnd verzere ſie / wie Elias thet? 55Jheſus aber wandte ſich / vnd bedrawet ſie / vnd ſprach / Wiſſet jr nicht / welches Geiſtes kinder jr ſeid? 56Des menſchen Son iſt nicht komen / der menſchen Seelen zuuerderben / ſondern zu erhalten.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Lk 12,49-53

M2

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XII.

 

Verse 49-53

Die Uneinigkeit und Zwietracht durch den Glauben an Jheſus

|| →Mt 10,34-36

 

 

 

Matt.10.

JCH bin komen / das ich ein Fewer anzünde auff Erden / Was wolt ich lieber / denn es brennete ſchon? 50Aber ich mus mich zuuor teuffen laſſen / mit einer Tauffe / Vnd wie iſt mir ſo bange / bis ſie volendet werde? 51Meinet jr / das ich her komen bin Friede zu bringen auff Erden? Jch ſage nein / ſondern zwitracht. 52Denn von nu an / werden fünff in einem Hauſe vneins ſein / drey wider zwey / vnd zwey wider drey. 53Es wird ſein der Vater wider den Son / vnd der Son wider den Vater / die Mutter wider die Tochter / vnd die Tochter wider die Mutter / die Schwiger wider die Schnur / vnd die Schnur wider die Schwiger.

(Fewer)

Er redet nach dem Sprichwort / Jch wil ein Fewr anzünden / das iſt / Jch wil einen vn­fried anrichten / durchs Euange­lium etc. Vnd wolt es were ſchon ge­ſchehen. Aber ich mus zuuor mein Leben daran ſezt­en / Vnd mich ver­langet darnach.

 

 

 

 
Text: Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Habt mit allen Menschen Friede. (Römer 12, 15.18)

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlägt die Ordnung der evangelischen Kirchen biblische Texte vor.

Sie sind jedoch nicht nur für den Vortrag im Gottesdienst gedacht. Es sind gleichzeitig Leseempfehlungen für alle Gemeinde­mit­glie­der, für Christen, die sich nicht in der Gemeindearbeit engagieren können oder wollen, und für jeden, der sich für die christliche Religion oder für die Bibel in der praktischen Anwendung interessiert.

Wir möchten Sie daher ausdrücklich dazu ermuntern, die Textstellen einmal in Ihrer Bibel zu lesen.

Über das Jahr betrachtet und im Verlauf der Jahre werden Sie auf diese Weise in kleinen Einheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, die wesentlichen Textzeugnisse kennenlernen, auf die sich die christliche Religion stützt.

Text der Lutherbibel von 1545

Eine Besonderheit weisen unsere Seiten auf: Etliche biblische Texte (wie beispielsweise den Wochenspruch, die Psalmen und die Perikopen) geben wir nicht in der modernen, von der evangelischen Kirche vorgege­be­nen Textgestalt wieder, sondern in der Schreibweise und in der Sprache der Lutherbibel aus dem Jahr 1545.

Es ist der Text, den Martin Luther selbst aus den Quellen übersetzt und formuliert hatte. Er führt uns zurück in die Anfänge der Reformation, als die Bibel populär wurde und es Laien erstmals möglich war, biblische Texte zu lesen und über ihren Inhalt und Sinn nachzudenken.

Diese Texte sind gut geeignet für den Vergleich mit modernen Übersetzungen, vor allem aber für sehr private Medita­tio­nen über ihre Botschaften und über ihre gewaltige, sprachliche Aussagekraft.

 
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