Der Brief des Paulus: An die Epheser | Kapitel 5

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Die Briefe des Paulus

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Briefe des Paulus

Der Brief des Paulus:
An die Epheser

Kapitel 5

 

Eph 5

 

Der Text in sechs Kapiteln

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

 

Gliederung Kapitel 5

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel V

 

 

4,1 - 6,20

 

III. DIE LEHRE VOM NEUEN LEBENSWANDEL

 

1

5,1-21

→Kinder des Lichts

2

5,22 - 6,9

→Über das Zusammenleben in der christlichen Gesellschaft aus der Sicht des Apostels

 

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Páuli:
An die Epheſer.

 

 
[362a]

 

V.

 

 

Kinder des Lichts

 

SO ſeid nu Gottes Nachfolger / als die

lieben Kinder / 2vnd wandelt in der Liebe / Gleich wie Chriſtus vns hat geliebet / vnd ſich ſelbs dar gegeben fur vns / zur Gabe vnd Opffer / Gott zu einem ſüſſen geruch. 3Hurerey aber vnd alle Vnreinigkeit oder Geitz / laſſet nicht von euch geſagt werden / wie den Heiligen zuſtehet / 4Auch ſchand-

 

 

 

 

 
[362a | 362b]

 

 

An die Epheſer     C. V.

 

 

bare wort vnd Narrenteiding / oder Schertz / welche euch nicht zimen / Sondern viel mehr Danckſagung. 5Denn das ſolt jr wiſſen / das kein Hurer oder Vnreiner oder Geitziger (welcher iſt ein Götzendiener) Erbe hat an dem reich Chriſti vnd Gottes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 60.

6LAſſet euch niemand verfüren mit vergeblichen worten / Denn vmb dieſer willen kompt der zorn Gottes vber die Kinder des vnglaubens. 7Darumb ſeid nicht jre Mitgenoſſen. 8Denn jr waret weiland Finſternis / Nu aber ſeid jr ein Liecht in dem HErrn. Wandelt wie die kinder des Liechts / 9Die frucht des Geiſtes iſt allerley gütigkeit vnd gerechtigkeit vnd warheit / 10Vnd prüfet / was da ſey wolgefellig dem HErrn. 11Vnd habt nicht gemeinſchafft mit den vnfruchtbarn Wercken der finſternis / ſtraffet ſie aber viel mehr. 12Denn was heimlich von jnen geſchicht / das iſt auch ſchendlich zu ſagen. 13Das alles aber wird offenbar / wens vom Liecht geſtraffet wird / Denn alles was offenbar wird / das iſt liecht. 14Darumb ſpricht er / Wache auff der du ſchleffeſt / vnd ſtehe auff von den Todten / So wird dich Chriſtus erleuchten.

 

SO ſehet nu zu / wie jr furſichtiglich wandelt / nicht als die vnweiſen / ſondern als die weiſen / 16Vnd ſchicket euch in die zeit / Denn es iſt a böſe zeit. 17Darumb werdet nicht vnuerſtendig / ſondern verſtendig / was da ſey des HErrn wille. 18Vnd ſauffet euch nicht vol Weins / daraus ein b vnordig weſen folget / Sondern werdet vol Geiſtes / 19Vnd redet vnternander von Pſalmen vnd Lobſengen vnd geiſtlichen Lieden / ſinget vnd ſpielet dem HErrn in ewren hertzen / 20Vnd ſaget Danck alle zeit fur alles / Gott vnd dem Vater / in dem namen vnſers HErrn Jheſu Chriſti. 21Vnd ſeid vnternander vnterthan / in der furcht Gottes.

a

(Böſe zeit)

Es begegen ei­nem Chri­ſten ſo man­cher­ley hin­der­nis vnd vr­ſach nütz­lich Ge­ſchefft zu ver­ſeu­men / das er ſchier / wie ein Ge­fang­en­er ſich los reiſ­ſen / vnd die zeit gleich ſte­len / vnd et­wa auch thew­er lö­ſen mus mit vn­gunſt etc. Wie man ſpricht / Ami­ci fur­es temp­oris. →*1)

 

 

Über das Zuſammenleben in der chriſtlichen Geſellſchaft aus der Sicht des Apoſtels

|| →Kol 3,18-26   || →Kol 4,1   || →1Petr 2,18-25   || →1Petr 3,1-7

 

 

 

→*2)

 

DIe Weiber ſeien vnterthan jren Mennern / als dem HErrn / 23Denn der Man iſt des Weibes heubt / Gleich wie auch Chriſtus das Heubt iſt der Gemeine / vnd er iſt ſeines leibes Heiland. 24Aber wie nu die Gemeine iſt Chriſto vnterthan / Alſo auch die Weiber jren Mennern in allen dingen.

b

(Vnordig)

Wie wir ſehen / das die Trunck­en­bold / wil­de / fre­che vn­uer­ſchamp­te / vnd al­ler ding vn­ge­zogen ſind / mit wor­ten / ſchrei­en / ge­ber­den / vnd der glei­chen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Gen. 2.

IR Menner / liebet ewre Weiber / Gleich wie Chriſtus geliebet hat die Gemeine / vnd hat ſich ſelbs fur ſie gegeben / 26Auff das er ſie heiliget / Vnd hat ſie gereiniget durch das Waſſerbad im wort / 27auff das er ſie jm ſelbs darſtellet eine Gemeine die herrlich ſey / die nicht hab einen Flecken oder Runtzel / oder des etwas / ſondern das ſie heilig ſey vnd vnſtrefflich. 28Alſo ſollen auch die Menner jre Weiber lieben / als jre eigene Leibe. Wer ſein Weib liebet / der liebet ſich ſelbs. 29Denn niemand hat jemal ſein eigen Fleiſch gehaſſet / ſondern er neeret es / vnd pfleget ſein / Gleich wie auch der HErr die Gemeine / 30Denn wir ſind glieder ſeines Leibes / von ſeinem Fleiſch vnd von ſeinem Gebeine. 31Vmb des willen wird ein Menſch verlaſſen Vater vnd Mutter / vnd ſeinem Weib anhangen / vnd werden zwey ein Fleiſch ſein. 32Das c Geheimnis iſt gros / Ich ſage aber von Chriſto vnd der Gemeine. 33Doch auch jr / ja ein jglicher habe lieb ſein Weib als ſich ſelbs / Das Weib aber fürchte den Man.

 

 

c

(Geheimnis)

Sacrament oder myſterium / heiſ­ſet Ge­heim­nis oder ein ver­borg­en ding / das doch von auſ­ſen ſei­ne be­deut­ung hat. Al­ſo iſt Chri­ſtus vnd ſei­ne Ge­mei­ne ein Ge­heim­nis / ein gros hei­lig ver­borg­en ding / das man gleu­ben vnd nicht ſe­hen kan. Es wird aber durch man vnd weib als durch ſein euſ­ſer­lich zei­chen be­deut. Das gleich wie man vnd weib ein leib ſind / vnd al­le gü­ter ge­mein ha­ben / Al­ſo hat auch die Ge­mei­ne al­les was Chri­ſtus iſt vnd hat.

 

 

 

*1) lat.: Amici fures temporis

Eine lateinisches Sprichwort, dt.: »Freunde sind Diebe der Zeit.«

 

*2) Die Verse aus verschiedenen Briefen von Paulus und Petrus (insbesondere Eph 5,22 - 6,5 und →Kol 3,18-4,1), die zu einem bestimmten christlichen Verhalten untereinander aufforderten, kompilierte Luther zu der von ihm sogenannten »Haustafel«, die schließlich im kleinen Katechismus abgedruckt wurde., darüber große Verbreitung fand und bis ins 20. Jahrhundert hinein evangelische Lehre repräsentierte.

In der Haustafel beschreibt Luther die Verhaltensregeln für elf Stände: Prediger und Bischöfe, Obrigkeit, Ehemann, Ehefrau, Eltern, Kinder, Hausherrschaft, Dienerschaft, junge Leute, Witwen sowie alle Christen insgesamt.

Die Haustafel Luthers und die neutestamentlichen Verse aus den Briefen, auf denen sie gründet, sowie die daraus resultierenden Ständelehren sind äußerst kritisch zu betrachten. Sie gehören gesellschaftspolitisch in ihre Zeit, nämlich in die Zeit der frühen christlichen Gemeinden bzw. in der kompilierten Form in die Zeit Luthers, und können nur in diesem Kontext bestand haben.

Heute wären diese Regeln wegen der (sehr richtigen) Gleichberechtigung, wegen neuer Rollenbilder in der Gesellschaft und wegen verbriefter Freiheiten des Individuums abzuwandeln, ohne ihren eigentlichen Sinn aufzugeben. Dieser Sinn findet sich in konkreten Verhaltensempfehlungen für ein von Liebe, Wertschätzung und Vertrauen geprägtes Zusammenleben, das auf der Lehre Jesu basiert.

 

 
Aus dem Verzeichnis der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

Luthers Verweise auf biblische Bücher

 Kürzel

 Bezeichnung in Luthers Biblia 1545

 Moderne Bibel

 Kürzel

Gen.
Ge.
Gene.
Das erste Buch Moſe.
Geneſis.

Biblia Vulgata: Genesis

Das erste Buch Mose (Genesis)

Genesis

1. Buch Mose

1. Mose

Gen

1Mos

Jeſa.
Jeſai.
Jſa.
Iſai.
Eſa.

 

Der Prophet Jeſaja.

Biblia Vulgata: Isaias

Der Prophet Jesaja

Das Buch Jesaja

Jes

Jes

Jes

Is

Erläuterungen siehe →Liste der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 

Der Bibeltext im evangelischen Kirchenjahr

In den Kirchenjahren ab 1978/1979 bis 2017/2018

WOCHENSPRUCH

→8. Sonntag nach Trinitatis

→Eph 5,8b.9

 

Wandelt wie die kinder des Liechts / Die frucht des Geiſtes iſt allerley gütigkeit vnd gerechtigkeit vnd warheit.

 

SP

LESUNG AUS DEN BRIEFEN DER APOSTEL UND PREDIGTTEXT

→Sonntag Okuli

Dritter Sonntag der Passionszeit

→Eph 5,1-8a

EP
II

LESUNG AUS DEN BRIEFEN DES PAULUS UND PREDIGTTEXT

→8. Sonntag nach Trinitatis

→Eph 5,8b-14

EP
II

 
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