Sonntag Judika | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett
2.4.2017 | Judika | 5. Sonntag der Passionszeit

Kirchenjahr 2016/2017

Sonntag
Judika

5. Sonntag der Passionszeit

 

Inhalt dieser Seite

 
 Sonntag Judika in den Jahren 2017 bis 2024
Kalender

Der Sonntag Judika in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Judika zwischen dem 8. März und dem 11. April
  • 2. Sonntag vor Ostern
  • 5. Sonntag der Passionszeit
  • Abhängig vom Osterdatum
    Judika liegt zwischen dem 8. März und dem 11. April eines Jahres
 
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 14 Tage vor Ostern
  • gerechnet ab diesem Tag ist am 15. Tag Ostern
 

Der Name Judika

 

»Richte!«

judicare: verurteilen, richten
judica: Urteile! Richte!

 

Der Name Judika geht zurück auf die vorreformatorische Zeit und leitet sich ab vom ersten Wort des lateinischen Introitus der römisch-katholischen Messe für diesen Sonntag (»Judica me, Deus, et discerne causam meam de gente non sancta«). Er hat sich sich in den evangelischen Kirchen als Bezeichnung für den 5. Sonntag der Passionszeit bis heute erhalten.

Biblisch stützt sich die Bezeichnung Judika auf das erste Wort in →Psalm 43,1 (das ist in der lateinischen Biblia Sacra Vulgata der Psalm 42,1).

Hier der Text aus der lateinischen Biblia Sacra Vulgata (Ps 42,1; Text nach H) und aus Luthers Biblia von 1545 ( Ps 43,1):

 

42 1 Iudica me Deus et discerne causam meam a gente non sancta a viro doloso et iniquo salva me

 

431 RIchte mich Gott / vnd füre mir meine ſache wider das vnheilige Volck / Vnd errette mich von den falſchen vnd böſen Leuten.

 

Die mittelalterlichen Bezeichnungen

 

Judica ante palmas

 

Die Bezeichnung Judica ante palmas, meint: [Der Tag] Judika vor dem Palmfest (vor Palmsonntag).

 

 

Passio domini

Weitere Bezeichnungen
für den Sonntag Judika waren:

  • Passio domini, Passion des Herrn
  • Dominica passionis, Sonntag der Passion (Passionszeit)
  • Dominica de passione, Sonntag vor der Passion
  • Dominica V. in passione, Sonntag 5 der Passionszeit
  • Dominica de Abraham, Sonntag des Abraham (nach dem damaligen Evangelium zum Sonntag, Joh. 8, 46-59)

Diese Bezeichnungen sind nicht zu verwechseln mit passio dominicaTag des Herrn: Passion«), Tag der Passion des Herrn, das stets Karfreitag meint.

 

 

Unsere Kalender verwenden die vorreformatorischen Bezeichnungen bis zum Jahr 1530 (Verlesung der →Confessio Augustana, des Augsburgischen Bekenntnisses).

Titel Gottesdienstliche Ordnung

Der evangelische Sonntag

Judika

5. Sonntag der Passionszeit

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett

Violett

Judika | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Judika
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

Judika

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Gleich wie des menſchen Son iſt nicht komen / das er jm dienen laſſe / Sondern das er diene / vnd gebe ſein Leben zu einer Erlöſung fur viele.

→Mt 20,28

Pſalm
43
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 43

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Gleich wie des menſchen Son iſt nicht komen / das er jm dienen laſſe / Sondern das er diene / vnd gebe ſein Leben zu einer Erlöſung fur viele.

→Mt 20,28

Pſalm
43
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 43

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 76 O Mensch, bewein dein Sünde groß A EG 76 O Mensch, bewein dein Sünde groß
B EG 97 Holz auf Jesu Schulter
    C Singt Jubilate 18 Manches Holz
   

EG: Evangelisches Gesangbuch
Singt Jubilate: Singt Jubilate. Lieder und Gesänge für die Gemeinde. Im Auftrag der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz herausgegeben von Gunter Kennel, München / Berlin 2012

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

Judika

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextMk 10,35-45 Mk 10,35-45
Epistel Zum TextHebr 5,7-9 Hebr 5,(1-6)7-9(10)
Altes Testament Zum Text1Mos 22,1-13 1Mos 22,1-14(15-19)
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 2.4.2017 Zum Text1Mos 22,1-13
IV 18.3.2018 Zum Text4Mos 21,4-9
V 7.4.2019 Hebr 5,(1-6)7-9(10)
VI 29.3.2020 1Mos 22,1-14(15-19)
I 21.3.2021 Lk 22,54-62
II 3.4.2022 Hebr 13,12-14
   

 

 

Continuatexte und Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

Die Continuatexte (C) sind dazu gedacht, stückweise über ganze Bücher der Bibel oder größere Abschnitte daraus im Zusammenhang zu predigen.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
CZum TextHiob 19,21-27MJer 15,(10.15)16-20
CZum TextMk 14,66-72MMi 3,9-12
MZum TextJer 15,(10.15)16-20MJoh 11,47-53
MZum TextMi 3,9-12MHebr 7,24-27
MZum TextHebr 7,24-27MHebr 10,11-14(15-17)18
MZum TextHebr 10,11-14(15-17)18
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Mk 10,35-45

EV
I

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. X.

 

Verse 35-41

Die Söhne des Zebedäus

|| →Mt 20,20-23

Mat. 20.

DA giengen zu jm Jacobus vnd Johannes die Söne Zebedei vnd ſprachen / Meiſter / wir wollen / das du vns thueſt / was wir dich bitten werden. 36Er ſprach zu jnen / Was wolt jr / das ich euch thue? 37Sie ſprachen zu jm / Gib vns / das wir ſitzen / einer zu deiner Rechten / vnd einer zu deiner Lincken / in deiner Herrligkeit. 38Jheſus aber ſprach zu jnen / Ir wiſſet nicht was jr bittet. Kund jr den Kelch trincken / den ich trincke / vnd euch teuffen laſſen mit der Tauffe / da ich mit getaufft werde? 39Sie ſprachen zu jm / Ja wir können es wol. Jheſus aber ſprach zu jnen / Zwar jr werdet den Kelch trincken / den ich trincke / vnd getaufft werden mit der Tauffe / da ich mit getaufft werde / 40Zu ſitzen aber zu meiner Rechten vnd zu meiner Lincken / ſtehet mir nicht zu euch zu geben / ſondern welchen es bereitet iſt.

 

VND da das die Zehen höreten / wurden ſie vnwillig vber Jacobum vnd Johannen.

 

 

Verse 42-45

Die Pflicht der Erſten, zu dienen

|| →Mt 20,25-27    || →Lk 22,24-27

Mat. 20.

Luc. 22.

42Aber Jheſus rieff jnen / vnd ſprach zu jnen / Ir wiſſet / das die weltliche Fürſten herrſchen / vnd die Mechtigen vnter jnen / haben gewalt. 43Aber alſo ſol es vnter euch nicht ſein / Sondern welcher wil gros werden vnter euch / der ſol ewer Diener ſein / 44Vnd welcher vnter euch wil der Fürnemeſt werden / der ſol ewer aller Knecht ſein. 45Denn auch des menſchen Son iſt nicht komen / das er jm dienen laſſe / Sondern das er diene / vnd gebe ſein Leben zu bezalung fur viele.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
Hebr 5,7-9

EP
II

 

 

 

Die Epiſtel:
An die Ebreer.

 

C. V.

 

Verse 7-9 aus dem Abschnitt:

Jeſus, der mitfühlende Hoheprieſter

 

7Vnd er hat am tage ſeines fleiſches Gebet vnd flehen mit ſtarckem geſchrey vnd threnen geopffert / zu dem / der jm von dem Tode kunde aushelffen / Vnd iſt auch erhöret / darumb das er Gott in ehren hatte. 8Vnd wiewol er Gottes Son war / hat er doch an dem / das er leid / gehorſam gelernet. 9Vnd da er iſt volendet / iſt er worden allen die jm ge-

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
1Mos 22,1-13

AT
III

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. XXII.

 

Verse 1-13 aus dem Abschnitt:

Abrahams Versuchung

 

 

 

 

 

Judit. 8.

→Ebre. 11.

NNach dieſen Geſchichten / Verſuchte

Gott Abraham / vnd ſprach zu jm / Abraham / Vnd er antwortet / Hie bin ich. 2Vnd er ſprach / Nim Iſaac deinen einigen Son / den du lieb haſt / vnd gehe hin in das land a Morija / vnd opffere jn da ſelbs zum Brandopffer auff einem Berge / den ich dir ſagen werde.

3DA ſtund Abraham des morgens früe auff / vnd gürtet ſeinen Eſel / vnd

 

Holzschnitt, Bild zu 1. Buch Mose, Kapitel 22, Abrahams Versuchung.

 

 

a

(Morija)

Morija heiſſt Got­tes furcht / reueren­tia Dei / cul­tus Dei

→*1)

Denn die Alt­ue­ter / Adam / Noah / Sem auff dem­ſel­ben Ber­ge Gott ge­eh­ret / ge­furcht / ge­die­net / ha­ben / Wir Deud­ſchen hieſ­ſen es vie­leicht den hei­li­gen Berg oder da man Gott die­net mit lo­ben / be­ten vnd dan­cken.

 

nam mit ſich zween Knaben / vnd ſeinen ſon Iſaac / vnd ſpaltet holtz zum Brandopffer / Macht ſich auff / vnd gieng hin an den Ort / da von jm Gott geſagt hatte. 4Am dritten tage hub Abraham ſeine augen auff / vnd ſahe die ſtet von ferne / 5Vnd ſprach zu ſeinen Knaben / Bleibt jr hie mit dem Eſel / Ich vnd der Knabe wollen dort hin gehen / Vnd wenn wir angebetet haben / wollen wir wider zu euch komen.

 

 

6VND Abraham nam das holtz zum Brandopffer / vnd legets auff ſeinen ſon Iſaac / Er aber nam das Fewr vnd Meſſer in ſeine hand / Vnd giengen die beide miteinander. 7Da ſprach Iſaac zu ſeinem Vater Abraham / Mein vater. Abraham antwortet / Hie bin ich / mein Son. Vnd er ſprach / Sihe / Hie iſt fewr vnd holtz / Wo iſt aber das ſchaf zum Brandopffer? 8Abraham antwortet / mein Son / Gott wird jm * erſehen ein ſchaf zum Brandopffer. Vnd giengen die beide miteinander.

 

 

 

 

 

 

 

 

*

(Ersehen) Gott ſi­het vnd weis wol wo das Schaf ſey / las jn da fur ſor­gen / er ſi­hets beſ­ſer denn wir.

 

 

 

 

→Ebre. 11.

VND als ſie kamen an die ſtet / die jm Gott ſaget / bawet Abraham daſelbs einen Altar / vnd legt das holtz drauff / Vnd band ſeinen ſon Iſaac / legt jn auff den Altar oben auff das holtz / 10Vnd recket ſeine Hand aus / vnd faſſet das Meſſer / das er ſeinen Son ſchlachet.

 

 

11DA rieff jm der Engel des HERRN vom Himel / vnd ſprach / Abraham / Abraham / Er antwortet / Hie bin ich. 12Er ſprach / Lege deine hand nicht an den Knaben / vnd thu jm nichts / Denn nu weis ich / das du Gott fürchteſt vnd haſt deines einigen Sons nicht verſchonet / vmb meinen willen. 13Da hub Abraham ſeine augen auff / vnd ſahe einen Wider hinder jm / in der Hecken mit ſeinen Hörnern hangen / Vnd gieng hin / vnd nam den Wider / vnd opffert jn zum Brandopffer an ſeines Sons ſtat.

 

 

 

*1) sprichwörtlich lat.: reverentia Dei / cultus Dei

dt.: »Die Erfurcht Gottes, die Verehrung Gottes«

Als Redewendungen vielleicht:

»Gottesfurcht ist Gottesdienst«, oder

»In der rechten Gottesfurcht besteht der wahre Gottesdienst«.

 

Hinweis zur Abbildung in 1Mos 22: : Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Erläuterungen zu den abgebildeten Szenen finden Sie unter →1Mos 22.

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
4Mos 21,4-9

IV

 

 

 

Das Vierde Bucĥ
Moſe.

 

C. XXI.

 

Verse 4-9

Moſe richtet die eherne Schlange auf

 

DA zogen ſie von Hor am gebirge auff dem wege vom Schilffmeer / das ſie vmb der Edomiter land hin zogen. Vnd das Volck ward verdroſſen auff dem wege / 5vnd redet wider Gott vnd wider Moſen / Warumb

 

 

Holzschnitt, Bild zu: Das 4. Buch Mose, Kapitel 21

Murren

des volcks.

Num. 11.

haſtu vns aus Egypten gefürt / das wir ſterben in der wüſten? Denn es iſt kein Brot noch Waſſer hie / vnd vnſer Seele ekelt vber dieſer loſen Speiſe.

 

6DA ſandte der HERR fewrige Schlangen vnter das Volck / die biſſen das volck / das ein gros volck in Iſrael ſtarb. 7Da kamen ſie zu Moſe / vnd ſprachen / Wir haben geſündigt / das wir wider den HERRN vnd wider dich geredt haben / Bitte den HERRN / das er die Schlangen von vns neme / Moſe bat fur das volck.

(Fewrige)

Darumb heiſſen ſie few­ri­ge / das die Leu­te von jnen ge­biſ­ſen / durch jre gifft / fewr­rot wur­den / vnd fur hi­tze ſtor­ben / wie an der Pe­ſti­lentz oder Car­bun­kel etc.

 

 

 

 

 

→Joh. 3.

8DA ſprach der HERR zu Moſe / Mache dir eine ehrne Schlange / vnd richte ſie zum Zeichen auff / Wer gebiſſen iſt / vnd ſihet ſie an / der ſol leben. 9Da macht Moſe eine ehrne Schlange / vnd richtet ſie auff zum Zeichen / Vnd wenn jemand eine Schlange beis / ſo ſahe er die Eherne ſchlange an / vnd bleib leben.

 

 

 

 

Hinweis zur Abbildung in 4Mos 21: : Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Erläuerungen zur Abbildung finden unter →4Mos 21.

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Joh 11,47-53

V

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. XI.

 

Verse 47-53

Der Beschluſs des Hohen Rats, Jeſus zu töten

 

DA verſamleten die Hohenprieſter vnd die Phariſeer einen Rat / vnd ſprachen / Was thun wir? Dieſer Menſch thut viel Zeichen. 48Laſſen wir jn alſo / ſo werden ſie alle an jn gleuben / So komen denn die Römer / vnd nemen vns Land vnd Leute. 49Einer aber vnter jnen / Caiphas / der desſelben jars Hoherprieſter war / ſprach zu jnen / Ir wiſſet nichts / 50bedencket auch nichts. Es iſt vns beſſer / ein Menſch ſterbe fur das Volck / denn das das gantze Volck verderbe. 51Solchs aber redet er nicht von ſich ſelbs / ſondern dieweil er deſſelbigen jars Hoherprieſter war / weiſſaget er / Denn Jheſus ſolte ſterben fur das Volck / 52vnd nicht fur das volck alleine / Sondern / das er die kinder Gottes / die zuſtrewet waren / zuſamen brechte. 53Von dem tage an ratſchlugen ſie / wie ſie jn tödten.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Hebr 13,12-14

VI

 

 

 

Die Epiſtel:
An die Ebreer.

 

C. XIII.

 

Verse 12-14 aus dem Abschnitt:

Bitte um Treue zu den Lehrern des Wortes Gottes

 

12Darumb auch Jheſus / auff das er heilige das Volck durch ſein eigen Blut / hat er gelidden auſſen fur dem Thor. 13So laſſet vns nu zu jm hin aus gehen / auſſer dem Lager / vnd ſeine ſchmach tragen. 14Denn wir haben hie kein bleibende Stad / ſondern die zukünfftige ſuchen wir.

 

 

 

 

CONTINUATEXT (C)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Hiob 19,21-27

C1

 

 

 

Das Bucĥ Hiob.

 

C. XIX.

 

Verse 21-24 aus dem Abschnitt:

Hiobs Begründung: das zu Unrecht zugefügte Leid

 

21Erbarmet euch mein / erbarmet euch mein / jr meine Freunde / Denn die hand Gottes hat mich gerürt. 22Warumb verfolget jr mich / gleich ſo wol als Gott / vnd künd meines fleiſches nicht ſat werden? 23Ah das meine rede geſchrieben würden / Ah / das ſie in ein Buch geſtellet würden. 24Mit einem eiſern Griffel auff bley / vnd zu ewigem gedechtnis in einen Fels gehawen würden.

 

 

 

 

 

 

 

 

(Sat werden)

Das iſt / Künd nicht auff­hö­ren mich zu beiſ­ſen vnd zu ſtraf­fen.

 

 

Verse 25-27 aus dem Abschnitt:

Hiobs Gewißheit über den Erlöſer

 

25Aber ich weis das mein Erlöſer lebet / vnd er wird mich hernach aus der Erden auffwecken.26Vnd werde darnach mit dieſer meiner haut vmbgeben werden / vnd werde in meinem fleiſch Gott ſehen.27Den ſelben werde ich mir ſehen / vnd meine augen werden jn ſchawen / vnd kein frembder.

 

(Erlöser)

Retter, uin­dex Quia Chri­ſtus uin­di­cat nos con­tra Homi­ci­dam no­ſtrum Dia­bo­lum. →*1)

 

 

 

*1) Retter, [lat.]: vindex Quia Christus vindicat nos contra Homicidam nostrum Diabolum.

dt.: Retter, »Beschützer, denn Christus schützt uns vor unserem Mörder, den Teufel..«

Die lateinische Bibel benutzt an dieser Stelle (Hiob 19,25) das Wort redemptor. Es bedeutet »Erlöser« als denjenigen, der jemanden aus einer Gefangenschaft freikauft (eigentlich: »Auslöser«[aus der Gefangenschaft], »Befreier«).

Doch Luther möchte das Wort »Erlöser« nicht als Befreier, sondern als »Retter« und »Beschützer« verstanden wissen, was nicht an Gefangenschaft gebunden ist. Für ihn zielt Hiob 19,25 auf Christus und auf das christliche Leben, in dem es gilt, gegen den Teufel zu bestehen, was nur durch den Glauben an Christus möglich ist.

 

 

CONTINUATEXT (C)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mk 14,66-72

C2

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. XIIII.

 

Verse 66-72

Die Verleugnung des Petrus

|| →Mt 26,69-75    || →Lk 22,55-62
|| →Joh 18,15-18    || →Joh 18,25-27

Mat. 26.

Luc. 22.

Joh. 18.

VND Petrus war da nidden im Pallaſt / Da kam des Hohenprieſters Megde eine / 67vnd da ſie ſahe Petrum ſich wermen / ſchawet ſie jn an / vnd ſprach / Vnd du wareſt auch mit Jheſu von Nazareth. 68Er leugnet aber vnd ſprach / Ich kenne jn nicht / weis auch nicht was du ſageſt. Vnd er gieng hinaus in den Vorhoff / vnd der Han krehet. 69Vnd die Magd ſahe jn / vnd hub aber mal an zu ſagen denen die da bey ſtunden / Dieſer iſt der einer. 70Vnd er leugnet abermal. Vnd nach einer kleinen weile ſprachen abermal zu Petro / die da bey ſtunden / Warlich du biſt der einer / Denn du biſt ein Galileer / vnd deine Sprache lautet gleich alſo. 71Er aber fieng an ſich zu verfluchen vnd ſchweren / Ich kenne des Menſchen nicht / von dem jr ſaget. 72Vnd der Han krehet zum andernmal / Da gedachte Petrus an das wort / das Jheſus zu jm ſagte / Ehe der Hane zweymal krehet / wirſtu mich drey mal verleugnen. Vnd er hub an zu weinen.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jer 15,(10.15)16-20

M1

 

 

 

Der Próphet Jeremiá.

 

C. XV.

 

 

Jeremias zweite Klage: Die Laſt des Prophetenamts

Verse 10-15

 

AH meine Mutter / das du mich geboren haſt / wider den jederman haddert vnd zanckt im gantzen Lande / Hab ich doch weder auff Wucher gelihen noch genomen / Noch flucht mir jederman. 11Der HERR ſprach / Wolan / Ich wil ewer etliche vberig behalten / den es ſol wider wol gehen / vnd wil euch zu hülff komen in der not vnd angſt / vnter den Feinden. 12Meinſtu nicht das etwa ein Eiſen ſey / welchs künde das eiſen vnd ertz von Mitternacht zuſchlahen? 13Ich wil aber zuuor ewer gut vnd ſchetze in die Rappuſe geben / das jr nichts dafur kriegen ſollet / Vnd das vmb aller ewer ſunde willen / die jr in allen ewren Grentzen begangen habt. 14Vnd wil euch zu ewern Feinden bringen / in ein Land das jr nicht kennet / Denn es iſt das fewr in meinem zorn vber euch angangen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Eiſen)

Ein bö­ſer vber den an­dern. Die Per­ſer vber die Chal­deer.

 

Ah HERR / du weiſt es / gedencke an vns / vnd nim dich vnſer an / vnd reche vns an vnſern Verfolgern. Nim vns auff vnd verzeuch nicht deinen zorn vber ſie / Denn du weiſſeſt / das wir vmb deinen willen geſchmecht werden.

Jeremie

Gebet.

 

 

Verse 16-20

 

16In des enthalt vns dein Wort / wenn wirs kriegen vnd dasſelb dein wort iſt vnſers hertzen freud vnd troſt / Denn wir ſind ja nach deinem Namen genennet / HERR Gott Zebaoth. 17Wir geſellen vns nicht zu den Spöttern / noch frewen vns mit jnen / Sondern bleiben alleine fur deiner hand denn du zürneſt ſeer mit vns. 18Warumb weret doch vnſer Schmertzen ſo lange / vnd vnſer Wunden ſind ſo gar böſe / das ſie niemand heilen kan? Du biſt vns worden wie ein Born / der nicht mehr quellen wil.

 

 

 

 

 

→Jere. 1.

DARumb ſpricht der HERR alſo / Wo du dich zu mir helteſt / So wil Ich mich zu dir halten / vnd ſolt mein Prediger bleiben / a Vnd wo du die Fromen lereſt / ſich ſondern von den böſen Leuten / So ſoltu mein Lerer ſein / Vnd ehe du ſolteſt zu jnen fallen / So müſſen ſie ehe zu dir fallen. 20Denn ich habe dich wider dis Volck / zur feſten ehern Mauren gemacht / Ob ſie wider dich ſtreiten / Sollen ſie dir doch nichts anhaben / Denn Ich bin bey dir / das ich dir helffe vnd dich errette / ſpricht der HERR.

 

 

 

a

Ebra. Kan­ſtu das köſt­li­che vom ſchnö­den ſchei­den / ſol­tu wie mein Mund ſein.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Mi 3,9-12

M2

 

 

 

Der Próphet Micĥa.

 

C. III.

 

Verse 9-12 aus dem Abschnitt:

Gegen die führenden Männer in Juda

 

 

 

 

Ezech. 22.

Zeph. 3.

Jere. 26.

9So höret doch dis / jr Heubter im hauſe Jacob / vnd jr Fürſten im hauſe Iſrael / Die jr das Recht verſchmehet / vnd alles was auffrichtig iſt / verkeret. 10Die jr Zion mit blut bawet / vnd Jeruſalem mit vnrecht. 11Ire Heubter richten vmb Geſchencke / jre Prieſter leren vmb Lohn / vnd jre Propheten warſagen vmb geld / Verlaſſen ſich auff den HERRN / vnd ſprechen / Iſt nicht der HERR vnter vns? Es kan kein vnglück vber vns komen. 12Darumb / wird Zion vmb ewr willen / wie ein Feld zupflüget / vnd Jeruſalem zum Steinhauffen / vnd der berg des Tempels zu einer wilden Höhe werden.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Hebr 7,24-27

M3

 

 

 

Die Epiſtel:
An die Ebreer.

 

C. VII.

 

Verse 24-25 aus dem Abschnitt:

Die Unwandelbarkeit des Prieſtertums Chriſti

 

 

→Rom. 8.

24Dieſer aber / darumb das er bleibet ewiglich / hat er ein vnuergenglich Prieſterthum / 25Daher er auch ſelig machen kan jmerdar / die durch jn zu Gott komen / vnd lebet jmerdar / vnd bittet fur ſie.

 

 

Verse 26-27 aus dem Abschnitt:

Die Vollkommenheit des himmliſchen Hohenprieſters

 

26DEnn einen ſolchen Hohenprieſter ſolten wir haben / der da were Heilig / vnſchüldig / vnbefleckt / von den Sündern abgeſondert / vnd höher denn der Himel iſt / 27Dem nicht teglich not were / wie jenen Hohenprieſtern / zu erſt fur eigene ſünde Opffer zu thun / darnach fur des Volckſ ſünde / Denn das hat er gethan ein mal / da er ſich ſelbs opffert.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Hebr 10,11-14(15-17)18

M4

 

 

 

Die Epiſtel:
An die Ebreer.

 

C. X.

 

 

Die Wirkſamkeit des Opfers Chriſti

Verse 11-14

 

 

 

 

 

 

 

 

→Pſal. 110.

11VND ein jglicher Prieſter iſt eingeſetzt / das er alle tage Gottesdienſt pflege / vnd offtmals einerley Opffer thue / welche nimermehr künden die ſünde ab nemen. 12Dieſer aber / da er hat ein Opffer fur die ſünde geopffert / das ewiglich gilt / Sitzt er nu zur rechten Gottes / 13vnd wartet hinfurt / Bis das ſeine Feinde zum ſchemel ſeiner füſſe gelegt werden. 14Denn mit einem Opffer hat er in ewigkeit volendet die geheiliget werden.

 

 

Verse 15-17

 

 

→Jere. 31.

15ES bezeuget vns aber des auch der heilige Geiſt / Denn nach dem er zuvor geſagt hatte / 16Das iſt das Teſtament / das ich jnen machen wil / nach dieſen tagen / ſpricht der HERR / Ich wil mein Geſetz in jr Hertz geben / vnd in jre Sinne wil ich es ſchreiben / 17Vnd jrer ſünde vnd jrer vngerechtigkeit wil ich nicht mehr gedencken.

 

 

Verse 18

 

18Wo aber derſelbigen vergebung iſt / da iſt nicht mehr Opffer fur die ſünde.

 

 

 

 
Text: Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Habt mit allen Menschen Friede. (Römer 12, 15.18)

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlägt die Ordnung der evangelischen Kirchen biblische Texte vor.

Sie sind jedoch nicht nur für den Vortrag im Gottesdienst gedacht. Es sind gleichzeitig Leseempfehlungen für alle Gemeinde­mit­glie­der, für Christen, die sich nicht in der Gemeindearbeit engagieren können oder wollen, und für jeden, der sich für die christliche Religion oder für die Bibel in der praktischen Anwendung interessiert.

Wir möchten Sie daher ausdrücklich dazu ermuntern, die Textstellen einmal in Ihrer Bibel zu lesen.

Über das Jahr betrachtet und im Verlauf der Jahre werden Sie auf diese Weise in kleinen Einheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, die wesentlichen Textzeugnisse kennenlernen, auf die sich die christliche Religion stützt.

Text der Lutherbibel von 1545

Eine Besonderheit weisen unsere Seiten auf: Etliche biblische Texte (wie beispielsweise den Wochenspruch, die Psalmen und die Perikopen) geben wir nicht in der modernen, von der evangelischen Kirche vorgege­be­nen Textgestalt wieder, sondern in der Schreibweise und in der Sprache der Lutherbibel aus dem Jahr 1545.

Es ist der Text, den Martin Luther selbst aus den Quellen übersetzt und formuliert hatte. Er führt uns zurück in die Anfänge der Reformation, als die Bibel populär wurde und es Laien erstmals möglich war, biblische Texte zu lesen und über ihren Inhalt und Sinn nachzudenken.

Diese Texte sind gut geeignet für den Vergleich mit modernen Übersetzungen, vor allem aber für sehr private Medita­tio­nen über ihre Botschaften und über ihre gewaltige, sprachliche Aussagekraft.

 
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