2. Sonntag nach Trinitatis | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
25.6.2017 | 2. Sonntag nach Trinitatis

Kirchenjahr 2016/2017

2. Sonntag
nach Trinitatis

 
 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

Regeln

Fällt der →Tag Johannes des Täufers (24. Juni) auf diesen Sonntag oder auf einen Tag der folgenden Woche, dann sollen die Lesungen dieses Gedenktages an die Stelle der Lesungen des 2. Sonntag nach Trinitatis treten.

Der →Gedenktag der Augsburgischen Konfession (25. Juni), der →Tag der Apostel Petrus und Paulus (29. Juni) und der →Tag des Besuchs Marias bei Elisabeth, Heimsuchung (2. Juli) können auf diesen Sonntag oder in die Woche danach fallen. Diese Gedenktage können dann am 2. Sonntag nach Trinitatis liturgisch gewürdigt werden, wenn sie auf den Sonntag fallen.

Nach der neuen Ordnung (ab dem Jahr 2019) kann der →Tag des Apostels Thomas (3. Juli) auf diesen Sonntag oder in die Woche danach fallen.

 

Wirkung in 2017

Info

Der Tag der Augsburgischen Konfession ist in diesem Jahr an diesem Sonntag. Er kann daher in die Gottesdienstordnung für diesen Sonntag einfließen (→siehe dort).
 

Info

Der Tag der Apostel Petrus und Paulus ist in diesem Jahr am Donnerstag nach diesem Sonntag. Er sollte jedoch nicht in die Gottesdienstordnung für diesen Sonntag einfließen.
 

 
 2. Sonntag nach Trinitatis  IN DEN JAHREN 2017 BIS 2024
Kalender

Der 2. Sonntag nach Trinitatis in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Der 2. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>31. Mai und dem 4. Juli eines Jahres.
  • 2. Sonntag nach Trinitatis
  • 10. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 2. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    31. Mai und dem 4. Juli eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 70 Tage nach Ostern
  • am 71. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
 

Der evangelische

2. Sonntag
nach Trinitatis

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

2. Sonntag nach Trinitatis | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: 2. Sonntag nach Trinitatis
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

2. Sonntag nach Trinitatis

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

(Chriſtus ſpricht:)
Kompt her zu mir / alle die jr müheſelig vnd beladen ſeid / Ich wil euch erquicken.

→Mt 11,28

Pſalm
36
 

Psalm für die Woche

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

(Chriſtus ſpricht:)
Kompt her zu mir / alle die jr müheſelig vnd beladen ſeid / Ich wil euch erquicken.

→Mt 11,28

Pſalm
36
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 250
oder:
Ich lobe dich von ganzer Seelen A EG 213 Kommt her, ihr seid geladen
EG 363 Komm her zu mir, spricht Gottes Sohn B EG 225 Komm, sag es allen weiter
   

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

2. Sonntag nach Trinitatis

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextLk 14,(15)16-24 Lk 14,(15)16-24
Epistel Zum TextEph 2,17-22 Eph 2,(11-16)17-22
Altes Testament Zum TextJes 55,1-3b(3c-5) Jes 55,1-5
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 25.6.2017 Zum TextMt 22,1-14
IV 10.6.2018 Zum Text1Kor 14,1-3.20-25
V 30.6.2019 1Kor 14,1-3.20-25
VI 21.6.2020 Mt 11,25-30
I 13.6.2021 Lk 14,(15)16-24
II 26.6.2022 Eph 2,(11-16)17-22
   

 

 

Continuatexte und Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

Die Continuatexte (C) sind dazu gedacht, stückweise über ganze Bücher der Bibel oder größere Abschnitte daraus im Zusammenhang zu predigen.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
CZum TextJona 3
MZum TextSpr 9,1-6.10.(13-18)MMt 9,35-10,8
MZum TextMt 10,1.7-15MMt 22,1-14
MZum Text1Joh 3,13-18MLk 10,1-12
MZum TextOffb 22,12-17M1Kor 9,16-23
M1Joh 3,13-18
MOffb 22,12-17
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre 1978/1979 bis 2017/2018

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Lk 14,(15)16-24

EV
I

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XIIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Das Gleichnis vom großen Abendmahl

|| →Mt 22,2-10

Fakultativ: Vers 15

 

DA aber ſolchs höret einer der mit zu Tiſch ſaſs / ſprach er zu jm / Selig iſt / der das Brot iſſet im reich Gottes.

 

 

Verse 16-24

 

16Er aber ſprach zu jm. Es war ein Menſch / der machte ein gros Abendmal / vnd lud viel dazu. 17Vnd ſandte ſeinen Knecht aus / zur ſtunde des Abendmals / zu ſagen den geladenen / Kompt / denn es iſt alles bereit. 18Vnd ſie fiengen an alle nach einander ſich zu entſchüldigen. Der erſte ſprach zu jm / Ich habe einen Acker gekaufft / vnd mus hin aus gehen / vnd jn beſehen / Ich bitte dich entſchüldige mich. 19Vnd der ander ſprach / Ich hab fünff joch Ochſen gekaufft / vnd ich gehe jtzt hin / ſie zu beſehen / Ich bitte dich entſchüldige mich. 20Vnd der dritte ſprach / Ich habe ein Weib genomen / Darumb kan ich nicht komen.

 

21VND der Knecht kam / vnd ſaget das ſeinem Herrn wider. Da ward der Hausherr zornig / vnd ſprach zu ſeinem Knechte / Gehe aus bald auff die ſtraſſen vnd gaſſen der Stad / vnd füre die Armen vnd Krüpel vnd Lamen vnd Blinden herein. 22Vnd der Knecht ſprach / Herr / es iſt geſchehen / was du befolhen haſt / Es iſt aber noch raum da. 23Vnd der Herr ſprach zu dem Knechte / Gehe aus auff die Landſtraſſen / vnd an die Zeune / vnd nötige ſie her ein zu komen / Auff das mein Haus vol werde. 24Ich ſage euch aber / Das der Menner keiner / die geladen ſind / mein Abendmal ſchmecken wird.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
Eph 2,17-22

EP
II

 

 

 

Die Epiſtel S. Páuli:
An die Epheſer.

 

C. II.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Gleichberechtigung von Heiden und Juden vor Gott

Verse 17-22

 

17Vnd iſt komen / hat verkündiget im Euangelio den Friede / euch die jr ferne waret / vnd denen die nahe waren / 18Denn durch In haben wir den Zugang alle beide / in einem Geiſte / zum Vater.

 

19SO ſeid jr nu nicht mehr Geſte / vnd Frembdlinge / Sondern Bürger mit den Heiligen / vnd Gottes Hausgenoſſen / 20erbawet auff den grund der Apoſtel vnd Propheten / da Jheſus Chriſtus der Eckſtein iſt / 21Auff welchen / der gantze Baw in einander gefüget / wechſt / zu einem heiligen Tempel / in dem HErrn / 22Auff welchen auch jr mit erbawet werdet / zu einer behauſung Gottes / im Geiſt.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
Jes 55,1-3b(3c-5)

AT
V

 

 

 

Der Prophet Jeſáia.

 

C. LV.

 

 

Aus dem Abschnitt

Einladung zum Gnadenbund Gottes

Verse 1-3b

 

 

 

 

 

→Joh. 7.

WOlan alle die jr Dürſtig ſeid / komet her

zum Waſſer / Vnd die jr nicht Gelt habt / kompt her / keuffet vnd eſſet / Kompt her vnd keufft on gelt vnd vmb ſonſt / beide wein vnd milch. 2Warumb zelet jr Gelt dar / da kein Brot iſt / vnd ewer Erbeit / da jr nicht ſat von werden könnet? Höret mir doch zu / vnd eſſet das gute / So wird ewer Seele in wolluſt fett werden. 3Neiget ewr Ohren her / vnd kompt her zu mir / Höret / ſo wird ewer Seele leben /

 

 

Verse 3c-5

3cDenn ich wil mit euch einen ewigen Bund machen / nemlich / die gewiſſen gnaden Dauids.

 

(Dauids)

Die Dauid ver­heiſ­ſen iſt.

 

4SIhe / Ich habe jn den Leuten zum Zeugen geſtellet / zum Fürſten vnd Gebieter den Völckern. 5Sihe / du wirſt Heiden ruffen / die du nicht kenneſt / vnd Heiden die dich nicht kennen / werden zu dir lauffen / Vmb des HERRN willen deines Gottes vnd des Heiligen in Iſrael / der dich preiſe.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mt 22,1-14

III

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. XXII.

 

 

Verse 1-14

Das Gleichnis vom Hochzeitsmahl

→Lk 14,16-24

Luc. 14.

VND Jheſus antwortet vnd redet aber-

mal durch Gleichniſſe zu jnen / vnd ſprach. 2Das Himelreich iſt gleich einem Könige / der ſeinem Son hochzeit machte / 3Vnd ſandte ſeine Knechte aus / das ſie den Geſten zur hochzeit ruffeten / Vnd ſie wolten nicht komen. 4Abermal ſandte er andere Knechte aus / vnd ſprach / Saget den Geſten / Sihe / meine Malzeit habe ich bereitet / meine Ochſen vnd mein Maſtvieh iſt geſchlachtet / vnd alles bereit / Kompt zur hochzeit. 5Aber ſie verachteten das / Vnd giengen hin / Einer auff ſeinen Acker / Der ander zu ſeiner Hantierung. 6Etliche aber griffen ſeine Knechte / höneten vnd tödten ſie. 7Da das der König höret / ward er zornig / vnd ſchickete ſeine Heere aus vnd brachte dieſe Mürder vmb / vnd zündet jre Stad an.

 

8DA ſprach er zu ſeinen Knechten / Die hochzeit iſt zwar bereit / Aber die Geſte warens nicht werd. 9Darumb gehet hin auff die Straſſen / vnd ladet zur Hochzeit / wen jr findet. 10Vnd die Knechte giengen aus auff die Straſſen / vnd brachten zuſamen wen ſie funden / Böſe vnd Gute / Vnd die tiſche wurden alle vol. 11Da gieng der König hinein / die Geſte zu beſehen / Vnd ſahe alda einen Menſchen / der hatte kein hochzeitlich Kleid an / 12Vnd ſprach zu jm / Freund / Wie biſtu her ein komen / vnd haſt doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verſtummet. 13Da ſprach der König zu ſeinen Dienern / Bindet jm hende vnd füſſe / vnd werffet jn in das Finſternis hinaus / Da wird ſein heulen vnd zeeneklappen. 14Denn viel ſind beruffen / Aber wenig ſind aus erwelet.

 

 

 

 

 

 

(Hochzeitlich Kleid)

Iſt der glau­be / Denn dis Euan­ge­lium ver­wirfft die Werck­hei­li­gen vnd nimpt an die Gleu­bi­gen.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
1Kor 14,1-3.20-25

IV

 

 

 

Die Erſte Epiſtel
S. Páuli:
An die Córinther.

 

C. XIIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Über das Reden und Beten in Sprachen

Verse 1-3

 

STrebet nach der Liebe / Vleiſſiget euch

der geiſtlichen Gaben / Am meiſten aber / das jr weiſſagen möget. 2Denn der mit der Zungen redet / der redet nicht den Menſchen / ſondern Gotte / Denn jm höret niemand zu / Jm geiſt aber redet er die geheimnis. 3Wer aber weiſſaget / der redet den Menſchen zur beſſerung / vnd zur ermanung / vnd zur tröſtung.

 

 

Verse 20-25

 

 

 

 

 

Jeſa. 28.

LIeben Brüder / werdet nicht Kinder an dem verſtentnis / ſondern an der bosheit ſeid kinder / an dem verſtentnis aber ſeid volkomen. 21Im Geſetz ſtehet geſchrieben / Ich wil mit andern Zungen vnd mit andern Lippen reden zu dieſem Volck / vnd ſie werden mich auch alſo nicht hören / ſpricht der HERR. 22Darumb / ſo ſind die zungen c zum Zeichen / nicht den gleubigen / ſondern den vngleubigen / Die weiſſagung aber nicht den vngleubigen / ſondern den gleubigen.

23WEnn nu die gantze Gemeine zuſamen keme an einen ort / vnd redeten alle mit Zungen / Es kemen aber hin ein Leien oder Vngleubige / würden ſie nicht ſagen / Ir weret vnſinnig? 24So ſie aber alle weiſſageten / vnd keme denn ein Vngleubiger oder Leie hin ein / der würde von denſelbigen allen geſtraffet / vnd von allen gerichtet / 25Vnd alſo würde das verborgen ſeines Hertzen offenbar / vnd er würde alſo fallen auff ſein angeſichte / Gott anbeten / vnd bekennen / das Gott warhafftig in euch ſey.

 

 

 

 

 

 

 

 

c

(Zum zeichen)

Durch man­cher­ley zun­gen wer­den die vn­gleu­bi­gen zum glau­ben be­ke­ret / wie durch an­de­re zei­chen vnd wun­der. Aber durch weiſ­ſa­gung wer­den die gleu­bi­gen ge­beſ­ſert vnd ge­ſter­cket / als durch zei­chen / da­ran ſie jren glau­ben prü­fen vnd er­fa­ren / das er recht ſey.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
1Kor 9,16-23

VI

 

 

 

Die Erſte Epiſtel
S. Páuli:
An die Córinther.

 

C. IX.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der Anſpruch der Diener Gottes auf Unterhalt und der Verzicht des Paulus

Verse 16-18

 

16Denn das ich das Euangelium predige / darff ich mich nicht rhümen / denn ich mus es thun / Vnd wehe mir / wenn ich das Euangelium nicht predigete. 17Thue ichs gerne / ſo wird mir gelohnet / Thu ichs aber vngerne / ſo iſt mir das Ampt doch befolhen. 18* Was iſt denn nu mein Lohn? Nemlich / das ich predige das Euangelium Chriſti / vnd thu dasſelbige frey vmb ſonſt / auff das ich nicht meiner Freiheit misbrauche am Euangelio.

*

(Was iſt mein lohn) S. Paulus wil nicht rhü­men ſein pre­di­gen / denn das iſt er ſchül­dig / Son­dern das er vmb ſonſt pre­di­ge on Sold / das helt er fur ein ſon­der­lich lohn vnd rhum.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der Apoſtel als Sklave aller Menſchen und als Wettkämpfer

Verse 19-23

 

19DEnn wiewol ich frey bin von jederman / hab ich doch mich ſelbs jederman zum Knechte gemacht / auff das ich jrer viel gewinne. 20Den Jüden bin ich worden als ein Jüde / auff das ich die Jüden gewinne. Denen die vnter dem Geſetz ſind / bin ich worden als vnter dem Geſetz / auff das ich die ſo vnter dem Geſetz ſind gewinne. 21Denen die on Geſetz ſind / bin ich als on Geſetz worden / (So ich doch nicht on Geſetz bin fur Gott / ſondern bin in dem geſetz Chriſti) Auff das ich die / ſo on Geſetz ſind / gewinne. 22Den Schwachen bin ich worden als ein Schwacher / auff das ich die ſchwachen gewinne. Ich bin jederman allerley worden / auff das ich allenthalben ja etliche ſelig mache. 23Solches aber thu ich vmb des Euangelij willen / auff das ich ſein teilhafftig werde.

 

 

 

 

CONTINUATEXT (C)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jona 3

C

 

 

 

Der Próphet
Jóná.

 

C. III.

 

 

Jonas Predigt vnd Ninives Buſſe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Matt. 12.

→Luc.11.

VNd es geſchach das wort des HER-

RN zum andern mal zu Jona / vnd ſprach / 2Mach dich auff / gehe in die groſſe ſtad Nineue / vnd predige jr die Predigt / die ich dir ſage. 3Da macht ſich Jona auff / vnd gieng hin gen Nineue / wie der HERR geſagt hatte / Nineue aber war ein ſtad Gottes / drey Tagereiſe gros. 4Vnd da Jona anfieng hin ein zugehen eine Tagereiſe in die Stad / predigt er / vnd ſprach / Es ſind noch vierzig tage / So wird Nineue vntergehen. 5Da gleubten die Leute zu Nineue an Gott / vnd lieſſen predigen / Man ſolte faſten / Vnd zogen Secke an / beide gros vnd klein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Joel.2.

6VND da das fur den König zu Nineue kam / ſtund er auff von ſeinem Thron vnd legt ſeine Purpur abe / vnd hüllet einen Sack vmb ſich / vnd ſetzt ſich in die Aſſchen. 7Vnd lies aus ſchreien vnd ſagen zu Nineue / aus befelh des Königes vnd ſeiner Gewaltigen alſo / Es ſol weder menſch noch Thier / weder Ochſen noch Schafe etwas koſten / vnd man ſol ſie nicht weiden / noch waſſer trincken laſſen. 8Vnd ſollen Seck vmb ſich hüllen / beide Menſchen vnd Thier / vnd zu Gott ruffen hefftig / Vnd ein jglicher bekere ſich von ſeinem böſen wege vnd vom freuel ſeiner hende. 9Wer weis? Gott möcht ſich bekeren vnd rewen / vnd ſich wenden von ſeinem grimmigen zorn / das wir nicht verderben.

10DA aber Gott ſahe jre Werck das ſie ſich bekereten von jrem böſen wege / Rewete jn des Vbels / das er geredt hatte jnen zu thun / vnd thets nicht.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Spr 9,1-6.10.(13-18)

M1

 

 

 

Die Sprücĥe Salomo.

 

C. IX.

 

 

Aus dem Abschnitt

Weisheit und Torheit laden zum Eſſen

Verse 1-6

 

DIE Weisheit bawete jr Haus / vnd hieb

ſieben Seulen. 2Schlachtet jr Vieh / vnd trug jren Wein auff / vnd bereitet jren Tiſch. 3Vnd ſandte jre Dirne aus / zu laden oben auff die Pallaſt der ſtad / 4Wer Alber iſt / der mache ſich hie her. Vnd zum Narren ſprach ſie / 5Kompt zehret von meinem Brot / vnd trincket des Weins / den ich ſchencke. 6Verlaſſet das alber weſen / So werdet jr leben / vnd gehet auff dem wege des verſtandes.

 

 

Vers 10

10DEr Weisheit anfang iſt des HERRN furcht / Vnd

der verſtand leret was Heilig iſt.

 

 

Verse 13-18

 

ES iſt aber ein töricht / wild Weib / vol ſchwetzens / vnd weis nichts. 14Die ſitzt in der thür jres Hauſes auffm ſtuel / oben in der Stad / 15zu laden alle die fur vber gehen / vnd richtig auff jrem wege wandeln. 16Wer iſt Alber? Der mache ſich hie her / Vnd zum Narren ſpricht ſie / 17Die verſtolen waſſer ſind ſüſſe / vnd das verborgen brot iſt niedlich. 18Er weis aber nicht / das daſelbs Todten ſind / vnd jre Geſte in der tieffen Hellen.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mt 10,1.7-15

M2

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. X.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Berufung der zwölf Jünger

|| →Mk 3,13-19    || →Lk 6,12-16    || →Apg 1,13

Vers 1

Luvc. 3. 6.

VND er rieff ſeine zwelff Jüngere zu

ſich / vnd gab jnen macht / vber die vnſaubern Geiſter / Das ſie die ſelbigen austrieben / vnd heileten allerley Seuche vnd allerley Kranckheit.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Ausſendung der Jünger
Die Ausſendungsrede

|| →Mk 6,7-13    || →Lk 9,1-6

Verse 7-15

 

7Gehet aber vnd predigt / vnd ſprecht / Das Himelreich iſt nahe her bey komen. 8Machet die Krancken geſund / Reiniget die Auſſetzigen / Wecket die Todten auff / Treibet die Teufel aus / Vmb ſonſt habt jrs empfangen / vmb ſonſt gebet es auch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Luc. 10.

 

 

 

 

 

 

 

→Act. 13.

9IR ſolt nicht Gold / noch Silber / noch Ertz in ewren Gürteln haben / 10auch keine Taſchen zur wegfart / auch nicht zween Röcke / keinen Schuch / auch keinen Stecken. Denn ein Erbeiter iſt ſeiner Speiſe werd.

WO jr aber in eine Stad oder Marck gehet / da erkündiget euch / Ob jemand darinnen ſey / der es werd iſt / Vnd bey dem ſelben bleibet / bis jr von dannen ziehet. 12Wo jr aber in ein Haus gehet / ſo grüſſet daſſelbige / 13Vnd ſo es daſſelbig Haus werd iſt / wird ewer Friede auff ſie komen. Iſt es aber nicht werd / So wird ſich ewer Friede wider zu euch wenden.

14VND wo euch jemand nicht annemen wird / noch ewer Rede hören / So gehet eraus / von dem ſelben Hauſe oder Stad / vnd a ſchüttelt den ſtaub von ewren Füſſen. 15Warlich / Ich ſage euch / dem Lande der Sodomer vnd Gomorrer wird es treglicher ergehen am jüngſten Gericht / denn ſolcher Stad.

 

(Haben)

Das heiſſt hie ha­ben / wie die Gei­tzi­gen den Mam­mon ha­ben / wel­che mit dem her­tzen da­ran han­gen / vnd ſor­gen / welchs hin­dert das Pre­dig­ampt. Aber zur not vnd brauch hatte Chri­ſtus ſelbs Gelt / Beu­tel vnd Brot­körbe.

a

(Schüttelt)

Alſo gar nichts ſolt jr von jnen ne­men / das jr auch jren ſtaub von ſchu­hen ſchü­ttelt / Das ſie er­ken­nen / das jr nicht ew­ren nutz / ſon­dern jre ſe­lig­keit ge­ſucht habt.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
1Joh 3,13-18

M3

 

 

 

Die erſte Epiſtel
S. Johánnis.

 

C. III.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Herrlichkeit der Gotteskindſchaft

Verse 13-18

 

→Joh. 15.

 

 

 

→Matt. 5.

13Verwundert euch nicht / meine Brüder / ob euch die welt haſſet. 14Wir wiſſen / das wir aus dem Tode in das Leben komen ſind / Denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet / der bleibet im Tode / 15Wer ſeinen Bruder haſſet / der iſt ein Todſchleger / Vnd jr wiſſet / das ein Todſchleger hat nicht das ewige Leben bey jm bleibend.

 

16DAran haben wir erkand die Liebe / das er ſein Leben fur vns gelaſſen hat / Vnd wir ſollen auch das Leben fur die Brüder laſſen. 17Wenn aber jemand dieſer welt Güter hat / vnd ſihet ſeinen Bruder darben / vnd ſchleuſſt ſein Hertz fur jm zu / Wie bleibet die liebe Gottes bey jm? 18Meine Kindlin / Laſſt vns nicht lieben mit worten / noch mit der zungen / Sondern mit der that vnd mit der warheit.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Offb 22,12-17

M4

 

 

 

Die Offenbarung
S. Johannis
des Theologen.

 

C. XXII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der Herr kommt

Verse 12-17

 

12Vnd ſihe / ich kome balde / vnd mein Lohn mit mir / zu geben einem jglichen / wie ſeine werck ſein werden. 13Ich bin das A vnd das O / der anfang vnd das ende / der erſt vnd der letzte. 14Selig ſind die ſeine Gebot halten / auff das jre macht ſey an dem holtz des Lebens / vnd zu den Thoren eingehen in die Stad. 15Denn hauſſen ſind die Hunde / vnd Zeuberer / vnd die Hurer / vnd Todſchleger / vnd die Abgöttiſchen / vnd alle die lieb haben vnd thun die Lügen.

 

16ICH Jheſus habe geſand meinen Engel / ſolchs euch zu zeugen an die Gemeinen / Ich bin die wurtzel des geſchlechts Dauid / ein heller Morgenſtern. 17Vnd der Geiſt vnd die Braut ſprechen / Kom. Vnd wer es höret der ſpreche / Kom. Vnd wen dürſtet / der kome / Vnd wer da wil / der neme das waſſer des Lebens vmb ſonſt.

 

 

 

 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die man nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen..

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
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