10. Sonntag nach Trinitatis (grün) | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
20.8.2017 | 10. Sonntag nach Trinitatis (grün)

Kirchenjahr 2016/2017

10. Sonntag
nach Trinitatis

Liturgische Farbe: Grün

 

 
Alternative Ordnung für den 10. Sonntag nach Trinitatis
Info

Für den 10. Sonntag nach Trinitatis stehen zwei verschiedene Ordnungen bereit.

Dieser Artikel behandelt die Variante mit dem Leittext Mk 12,28-34Das größte Gebot«), liturgische Farbe Grün.

Die zweite Ordnung, Leittext Lk 19,41-48Jesus weint über Jerusalem«, »Reinigung des Tempels«), liturgische Farbe Violett, findet sich hier:

Zum Artikel

10. Sonntag nach Trinitatis | Israelsonntag 2017

Für den Israelsonntag stehen zwei verschiedene Liturgien bereit. Dieser Artikel zeigt die Variante, in der Lk 19,41-48 im Mittelpunkt steht (Farbe: Violett).

Mehr dazu in diesem Artikel.

Regeln

Fällt der →Tag des Apostels Bartholomäus (24. August) auf diesen Sonntag, so sollte er an einem Tag in der Folgewoche begangen werden.

Auch andere Anlässe sollten dem 10. Sonntag nach Trinitatis fern bleiben, damit sein besonderes Thema, Israel, gebührend gewürdigt werden kann.

 

Wirkung in 2017

Info

Der Tag des Apostels Bartholomäus ist in diesem Jahr am Donnerstag nach diesem Sonntag, sollte aber nicht in die Gottesdienstordnung für den Israelsonntag einfließen.
 

 
 10. Sonntag nach Trinitatis (grün)  IN DEN JAHREN 2017 BIS 2024
Kalender

Der 10. Sonntag nach Trinitatis (grün) in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Der 10. Sonntag nach Trinitatis (grün) liegt zwischen dem<br>26. Juli und dem 29. August eines Jahres.
  • 10. Sonntag nach Trinitatis (grün)
  • 18. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 10. Sonntag nach Trinitatis (grün) liegt zwischen dem
    26. Juli und dem 29. August eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 126 Tage nach Ostern
  • am 127. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
 

Der evangelische

10. Sonntag
nach Trinitatis

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

10. Sonntag nach Trinitatis (grün) | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: 10. Sonntag nach Trinitatis (grün)
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

10. Sonntag nach Trinitatis (grün)

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Wol dem Volck / des der HERR ein Gott iſt / Das Volck / das er zum Erbe erwelet hat.

→Psalm 33,12

Pſalm
74
 

Psalm für die Woche

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Wol dem Volck / des der HERR ein Gott iſt / Das Volck / das er zum Erbe erwelet hat.

→Psalm 33,12

Pſalm
122
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 122

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 138
oder:
Gott der Vater steh uns bei A EG 290 Nun danket Gott, erhebt und preiset
EG 146 Nimm von uns, Herr du treuer Gott B EG 429 Lobt und preist die herrlichen Taten
    C EG West 577
Regional 577
Kommt herbei, singt dem Herrn
   

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG West: Evangelisches Gesangbuch Ausgabe Rheinland, Westfalen, Lippe, Reformierte Kirche
Regional: Weitere Regionalteile des EG

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

10. Sonntag nach Trinitatis (grün)

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextLk 19,41-48 || Mk 12,28-34 Mk 12,28-34
Epistel Zum TextRom 9,1-8.14-16 Rom 11,25-32
Altes Testament Zum Text2Mos 19,1-6 2Mos 19,1-6
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 20.8.2017 Zum Text2Mos 19,1-6
IV 5.8.2018 Zum TextJes 62,6-12 || Sir 36,14-16
V 25.8.2019 2Mos 19,1-6
VI 16.8.2020 Mt 5,17-20
I 8.8.2021 5Mos 4,5-20
II 21.8.2022 Sach 8,20-23
   

 

 

Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
MZum TextKlgl 1 und 2 in AuswahlM1Mos 25,19-26
MZum TextDan 9,15-18(19)M1Mos 33,1-16
MZum TextJer 7,1-11(12-15)
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre 1978/1979 bis 2017/2018

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Lk 19,41-48 || Mk 12,28-34

EV
I

Info

Für die Lesung des Evangeliums sowie in der Reihe I der Sonntage kann zwischen den Texten Lukas 19,41-48 und Markus 12,28-34 gewählt werden.

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XIX.

 

 

Verse 41-44

Jeſus weint über Jeruſalem

|| →Mt 23,37-39    ↑ →Lk 13, 34-35

 

VND als er nahe hinzu kam / ſahe er die Stad an / vnd weinet vber ſie / 42vnd ſprach / Wenn du es wüſteſt / So würdeſtu auch bedencken / zu dieſer deiner zeit / was zu deinem Friede dienet. Aber nu iſts fur deinen augen verborgen. 43Denn es wird die zeit vber dich komen / das deine Feinde werden vmb dich / vnd deine Kinder mit dir / eine Wagenburg ſchlahen / dich belegern / vnd an allen örten engſten / 44Vnd werden dich ſchleiffen vnd keinen Stein auff dem andern laſſen / Darumb / das du nicht erkennet haſt die zeit darinnen du heimgeſucht biſt.

 

 

Verse 45-48

Die Reinigung des Tempels

|| →Mt 21,12-16    || →Mk 11,15-18    || →Joh 2,13-17

Matt. 21.

Mar. 11.

Jeſa. 56.

VND er gieng in den Tempel / vnd fieng an auszutreiben die darinnen verkaufften vnd kaufften / 46vnd ſprach zu jnen / Es ſtehet geſchrieben / Mein Haus iſt ein Bethaus / Ir aber habts gemacht zur Mördergruben. 47Vnd leret teglich im Tempel. Aber die Hohenprieſter vnd Schrifftgelerten / vnd die Furnemeſten im Volck / trachten jm nach / das ſie jn vmbbrechten / 48Vnd funden nicht / wie ſie jm thun ſolten / Denn alles Volck hieng jm an / vnd höret jn.

 

 

 

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. XII.

 

 

Verse 28-34

Die Frage nach dem größten Gebot

|| →Mt 22,34-40    || →Lk 10,25-28

Matt. 22.

 

 

 

 

 

 

 

Luc. 10.

Deut. 6.

 

 

 

 

 

Luc. 10. 19.

Rom. 13.

Gal. 5.

28VND es trat zu jm der Schrifftgelerten einer / der jnen zugehöret hatte / wie ſie ſich mit einander befrageten / vnd ſahe das er jnen fein geantwortet hatte / vnd fraget jn / Welchs iſt das furnemeſt Gebot fur allen? 29Jheſus aber antwortet jm / Das furnemeſt Gebot fur allen geboten iſt das / Höre Iſrael / Der HERR vnſer Gott iſt ein einiger Gott / 30Vnd du ſolt Gott deinen HERRN lieben / von gantzem hertzen / von gantzer Seele / von gantzem Gemüte vnd von allen deinen Krefften / Das iſt das furnemeſte Gebot. 31Vnd das ander iſt jm gleich / Du ſolt deinen Neheſten lieben / als dich ſelbs. Es iſt kein ander gröſſer Gebot / denn dieſe.

 

32VND der Schrifftgelerter ſprach zu jm / Meiſter / du haſt warlich recht geredt / Denn es iſt ein Gott / vnd iſt kein ander auſſer jm / 33Vnd denſelbigen lieben von gantzem hertzen / von gantzem gemüte / von gantzer ſeele / vnd von allen krefften / Vnd lieben ſeinen Neheſten als ſich ſelbs / das iſt mehr denn Brandopffer vnd alle Opffer. 34Da Jheſus aber ſahe / das er vernünfftiglich antwortet / ſprach er zu jm / Du biſt nicht ferne von dem reich Gottes. Vnd es thurſte jn niemand weiter fragen.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
Rom 9,1-8.14-16

EP
II

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. IX.

 

 

Verse 1-5

Iſraels Gotteskindſchaft

 

ICH ſage die warheit in Chriſto / vnd

liege nicht / Des mir zeugnis gibt mein gewiſſen / in dem heiligen Geiſt / 2Das ich groſſe traurigkeit vnd ſchmertzen on vnterlas in meinem hertzen habe. 3Ich habe gewündſchet verbannet zu ſein von Chriſto / fur meine Brüder / die meine Gefreundte ſind nach dem Fleiſch / 4die da ſind von Iſrael / Welchen gehört die Kindſchafft / vnd die Herrligkeit / vnd der Bund / vnd das Geſetz / vnd der Gottesdienſt / vnd die Verheiſſung / 5welcher auch ſind die Veter / aus welchen Chriſtus her kompt nach dem Fleiſche / Der da iſt Gott vber alles / gelobet in ewigkeit / Amen.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Verheißung an das wahre Iſrael

Verse 6-8

 

 

 

 

 

Gen. 21.

ABer nicht ſage ich ſolchs / das Gottes wort darumb aus ſey. Denn es ſind nicht alle Iſraeliter die von Iſrael ſind / 7auch nicht alle die Abrahams ſamen ſind / ſind darumb auch Kinder / Sondern in Iſaac ſol dir der Samen genennet ſein. 8Das iſt / Nicht ſind das Gotteskinder / die nach dem Fleiſch kinder ſind / Sondern die Kinder der Verheiſſung werden fur Samen gerechnet.

 

 

Aus dem Abschnitt

Gottes freie Gnadenwahl

Verse 14-16

 

 

 

→Exo. 33.

WAS wollen wir denn hie ſagen? Iſt denn Gott vngerecht? Das ſey ferne. 15Denn er ſpricht zu Moſe / Welchem ich gnedig bin / dem bin ich gnedig / Vnd welches ich mich erbarme / des erbarme ich mich. 16So ligt es nu nicht an jemands wollen oder lauffen / ſondern an Gottes erbarmen.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
2Mos 19,1-6

AT
III

 

 

 

Das Ander Bucĥ
Moſe.

 

C. XIX.

 

 

Verse 1-3a

Ankunft am Sinai

 

 

 

 

Num. 33.

IM dritten mond nach dem Ausgang der

kinder Iſrael aus Egyptenland / kamen ſie dieſes tages in die wüſten Sinai / 2Denn ſie waren ausgezogen von Raphidim / vnd wolten in die wüſten Sinai / vnd lagerten ſich in der wüſten daſelbs / gegen dem Berg / 3Vnd Moſe ſteig hin auff zu Gott.

 

 

Verse 3b-6

Gott erläutert ſeinen Bund mit Iſrael

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→1. Pet. 2.

VND der HERR rieff jm vom Berge / vnd ſprach / So ſoltu ſagen zu dem hauſe Jacob / vnd verkündigen den kindern Iſrael. 4Ir habt geſehen / was ich den Egyptern gethan habe / vnd wie ich euch getragen habe auff Adeler flügeln / vnd hab euch zu mir bracht. 5Werdet jr nu meiner ſtimme gehorchen / vnd meinen Bund halten / So ſolt jr mein Eigenthum ſein fur allen Völckern / denn die gantze Erde iſt mein / 6Vnd jr ſolt mir ein prieſterlich Königreich / vnd ein heiliges Volck ſein. Das ſind die wort / die du den kindern Iſrael ſagen ſolt.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jes 62,6-12 || Sir 36,14-16

IV

Info

In der Reihe IV der Sonntage kann zwischen den Texten Jesaja 62,6-12 und Jesus Sirach 36,14-16 gewählt werden.

 

 

 

Der Prophet Jeſáia.

 

C. LXII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die zukünftige Herrlichkeit Zions

Verse 6-12

 

6O Jeruſalem ich wil Wechter auff deine mauren beſtellen / die den gantzen tag vnd die gantze nacht nimer ſtille ſchweigen ſollen / vnd die des HERRN gedencken ſollen. Auff das bey euch kein ſchweigen ſey / 7vnd jr von jm nicht ſchweiget / Bis das Jeruſalem gefertiget vnd geſetzt werde zum lobe auff Erden.

 

8DEr HERR hat geſchworen bey ſeiner Rechten / vnd bey dem Arm ſeiner macht / Ich wil dein Getreide nicht mehr deinen Feinden zu eſſen geben / noch deinen Moſt daran du geerbeitet haſt / die Frembden trincken laſſen. 9Sondern die ſo es einſamlen / ſollens auch eſſen / vnd den HERRN rhümen / vnd die jn einbringen / ſollen jn trincken in den Vorhöfen meines Heiligthums.

 

Zach. 9.

Mat. 21.

GEhet hin / gehet hin / durch die Thor / bereitet dem Volck den weg / machet ban / machet ban / reumet die Steine auff / werfft ein Panir auff vber die Völcker. 11Sihe / Der HERR leſſet ſich hören bis an der Welt ende / Sagt der tochter Zion / Sihe / dein Heil kompt / Sihe / a ſein Lohn iſt bey jm / vnd ſein vergeltung iſt fur jm. 12Man wird ſie nennen / das heilige Volck / die Erlöſeten des HERRN / vnd dich wird man heiſſen / Die beſuchte vnd vnuerlaſſene Stad.

 

 

 

 

 

 

 

a

Er wirds nicht lang machen / den Fromen zu lohnen / die Böſen zu ſtaffen.

 

 

 

Info

Das Buch Jesus Sirach ist Teil der →Apokryphen des Alten Testaments.
Diese Texte sind nicht in jeder Bibelausgabe abgedruckt!

Der Text des Buches Jesus Sirach wurde für die Lutherbibel 2017 komplett neu übersetzt und weicht von der hier gezeigten Textgestalt (gültig bis 2016; letzmals revidiert 1984) stellenweise erheblich ab.

 

 

 

Das Bucĥ
Jeẛus Syracĥ.

 

C. XXVI.

 

 

Aus dem Abschnitt

Bitte um Hilfe gegen die Feinde

Verse 14-16

 

14[14]Erbarm dich deines Volcks / das von dir den Namen hat / vnd des Jſrael / den du nenneſt / deinen erſten Son. 15[15]Erbarm dich der ſtad Jeruſalem / da dein Heiligthum iſt / vnd da du woneſt. 16[16]Richte Zion wider an / das da ſelbeſt dein wort wider auffgehe / das deine ehre im Volck gros werde.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Joh 4,19-26

V

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. IV.

 

 

Aus dem Abschnitt

Das Geſpräch Jeſu mit der Samariterin

Verse 19-26

 

19DAs weib ſpricht zu jm / Herr / ich ſehe / das du ein Prophet biſt. 20Vnſer Veter haben auff dieſem Berge angebetet / vnd jr ſaget / Zu Jeruſalem ſey die Stete / da man anbeten ſolle. 21Jheſus ſpricht zu jr / Weib / gleube mir / Es kompt die zeit / das jr weder auff dieſem Berge / noch zu Jeruſalem werdet den Vater an beten. 22Ir wiſſet nicht / was jr anbetet / Wir wiſſen aber / was wir anbeten / Denn das Heil kompt von den Jüden.23Aber es kompt die zeit / vnd iſt ſchon jtzt / Das die warhafftigen Anbeter werden den Vater anbeten / im Geiſt vnd in der Warheit / Denn der Vater wil auch haben / die jn alſo anbeten. 24Gott iſt ein Geiſt / vnd die jn anbeten / die müſſen jn im Geiſt vnd in der Warheit anbeten.

 

25SPricht das Weib zu jm / Ich weis / das Meſſias kompt / der da Chriſtus heiſt / Wenn derſelbige komen wird / ſo wird ers vns alles verkündigen. 26Jheſus ſpricht zu jr / Ich bins / der mit dir redet.

 

 

 

 

 

 

(Mit dir)

Mit einer Sama­ritin vnd Heidin.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Rom 11,25-32

VI

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. XI.

 

 

Verse 25-32

Iſraels endliche Errettung

 

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 59.

ICH wil euch nicht verhalten / lieben Brüder / dieſes Geheimnis / auff das jr nicht ſtoltz ſeid. Blindheit iſt Iſrael eins teils widerfaren / So lange / bis die fülle der Heiden eingegangen ſey / 26vnd alſo das gantze Iſrael ſelig werde. Wie geſchrieben ſtehet / Es wird komen aus Zion / der da erlöſe / vnd abwende das gottloſe weſen von Jacob.27Vnd dis iſt mein Teſtament mit jnen / wenn ich jre ſünde werde wegnemen.28Nach dem Euangelio halte ich ſie fur Feinde / vmb ewren willen / Aber nach der Walh habe ich ſie lieb / vmb der Veter willen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

**

(Gerewen)

Das iſt / Sie ſind vnwanckelbar / vnd er endert ſie nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Gal. 3.

29GOttes gaben vnd beruffung / mögen jn nicht ** gerewen. 30Denn gleicher weiſe / wie auch jr weiland nicht habt gegleubet an Gott / Nu aber habt jr barmhertzigkeit vberkomen / vber jrem vnglauben / 31Alſo auch jene haben jtzt nicht wolt gleuben an die barmhertzigkeit / die euch widerfaren iſt / Auff das ſie auch barmhertzigkeit vberkomen. 32Denn Gott hats alles *** beſchloſſen vnter dem vnglauben / Auff das er ſich aller erbarme.

***

(Beschloſſen)

Merck dieſen Heubtſpruch / der alle werck vnd menſchliche Ge­rechtigkeit ver­dampt / vnd al­lein Gottes barm­hertzigkeit hebet / durch den glauben zu erlangen.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Klgl 1 und 2 in Auswahl

M1

Info

Es bleibt im Gottesdienst dem Prediger überlassen, geeignete Abschnitte und Verse als Grundlage seiner Predigt für die Gemeinde aus dem empfohlenen Textumfang auszuwählen.

Für das persönliche Studium und die Meditation außerhalb der gottesdienstlichen Praxis empfiehlt es sich, den gesamten Text heranzuziehen.

Die Klagelieder
Jeremiá.

 

C. I.II.

 

Die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 finden Sie hier:

 


→Klgl 1

 

Klgl 1: Jerusalem klagt und fleht um Hilfe

 

 

→Klgl 2

Klgl 2: Klage über die Verwüstung Judas und Jerusalems

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Dan 9,15-18(19)

M2

 

 

 

Der Prophet Daniel.

 

C. IX.

 

 

Aus dem Abschnitt

Daniels Gebet

Verse 15-18

 

VND nu HERR vnſer Gott / der du dein Volck aus Egyptenland gefürt haſt mit ſtarcker Hand / vnd haſt dir einen Namen gemacht / wie er jtzt iſt / Wir haben ja geſündiget / vnd ſind leider Gottlos geweſen. 16Ah HErr / vmb aller deiner Gerechtigkeit willen / wende abe deinen zorn vnd grim / von deiner ſtad Jeruſalem / vnd deinem heiligen Berg. Denn vmb vnſer ſünde willen / vnd vmb vnſer Veter miſſethat willen / tregt Jeruſalem vnd dein Volck ſchmach / bey allen / die vmb her ſind.

 

17VND nu vnſer Gott / höre das gebet deines Knechtes / vnd ſein flehen / vnd ſihe gnediglich an dein Heiligthum / das verſtöret iſt / vmb des HErrn willen. 18Neige deine ohren / mein Gott / vnd höre / Thue deine Augen auff / vnd ſihe / wie wir verſtöret ſind / vnd die Stad / die nach deinem Namen genennet iſt / Denn wir ligen fur dir mit vnſerm Gebet / nicht auff vnſer gerechtigkeit / Sondern auff deine groſſe Barmhertzigkeit.

 

 

Fakultativ: Vers 19

 

19Ah HErr / höre / Ah HErr ſey gnedig / Ah HErr / merck auff vnd thu es / vnd verzeuch nicht / vmb Dein ſelbs willen / mein Gott / Denn deine Stad / vnd dein Volck iſt nach deinem Namen genennet.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jer 7,1-11(12-15)

M3

 

 

 

Der Próphet Jeremiá.

 

C. VII.

 

 

Die Tempelrede

↑Jer 26,1-19

Verse 1-11

 

DJS iſt das Wort / welchs geſchach zu

Jeremia / vom HERRN / vnd ſprach. 2Trit ins thor im hauſe des HERRN vnd predige daſelbs dis Wort / vnd ſprich / Höret des HERRN wort / jr alle von Juda / die jr zu dieſen Thoren eingehet / den HERRN an zubeten.

 

 

 

 

 

 

Tem-

plum domi-

ni.

3SO ſpricht der HERR Zebaoth / der Gott Jſrael / Beſſert ewer leben vnd weſen / So wil ich bey euch wonen an dieſem Ort. 4Verlaſſet euch nicht auff die Lügen / wenn ſie ſagen / Hie iſt des HERRN Tempel / Hie iſt des HERRN Tempel / Hie iſt des HERRN Tempel. 5Sondern beſſert ewr leben vnd weſen / das jr recht thut einer gegen dem andern / 6vnd den Frembdlingen / Waiſen vnd Widwen keine gewalt thut / vnd nicht vnſchüldig Blut vergiſſet an dieſem ort / Vnd folget nicht nach andern Göttern / zu ewrem eigen ſchaden / 7So wil ich jmer vnd ewiglich bey euch wonen an dieſem ort / im Lande / das ich ewren Vetern gegeben habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jeſa. 56.

Mat. 21.

ABer nu verlaſſet jr euch auff Lügen / die kein nütz ſind. 9Daneben ſeid jr Diebe / Mörder / Ehebrecher vnd Meineidige / vnd reuchert dem Baal / vnd folget frembden Göttern nach / die jr nicht kennet. 10Darnach kompt jr denn / vnd trettet fur mich / in dieſem Hauſe / das nach meinem Namen genennet iſt / vnd ſprecht / Es hat kein not mit vns / weil wir ſolche Grewel thun. 11Halt jr denn dis Haus / das nach meinem Namen genennet iſt / fur eine Mördergruben? Sihe / Jch ſehe es wol / ſpricht der HERR.

 

 

Fakultativ: Verse 12-15

Joſu. 18.

1. Reg. 4.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jere. 26.

12GEhet hin an meinen ort zu Silo / da vorhin mein Name gewonet hat / vnd ſchawet / was ich daſelbs gethan habe / vmb der bosheit willen meines volcks Jſrael. 13Weil jr denn alle ſolche ſtück treibet / ſpricht der HERR / vnd ich a ſtets euch predigen laſſe / Vnd jr wolt nicht hören / Jch ruffe euch / Vnd jr wolt nicht antworten. 14So wil ich dem Hauſe / das nach meinem Namen genennet iſt / darauff jr euch verlaſſet / vnd dem Ort / den ich ewren Vetern gegeben habe / eben thun / wie ich Silo gethan habe / 15Vnd wil euch von meinem Angeſicht wegwerffen / wie ich weggeworffen habe alle ewr Brüder / den gantzen ſamen Ephraim.

 

Silo.

 

 

 

 

a

Früe.

 

 

 

 
Text: Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Habt mit allen Menschen Friede. (Römer 12, 15.18)

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlägt die Ordnung der evangelischen Kirchen biblische Texte vor.

Sie sind jedoch nicht nur für den Vortrag im Gottesdienst gedacht. Es sind gleichzeitig Leseempfehlungen für alle Gemeinde­mit­glie­der, für Christen, die sich nicht in der Gemeindearbeit engagieren können oder wollen, und für jeden, der sich für die christliche Religion oder für die Bibel in der praktischen Anwendung interessiert.

Wir möchten Sie daher ausdrücklich dazu ermuntern, die Textstellen einmal in Ihrer Bibel zu lesen.

Über das Jahr betrachtet und im Verlauf der Jahre werden Sie auf diese Weise in kleinen Einheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, die wesentlichen Textzeugnisse kennenlernen, auf die sich die christliche Religion stützt.

Text der Lutherbibel von 1545

Eine Besonderheit weisen unsere Seiten auf: Etliche biblische Texte (wie beispielsweise den Wochenspruch, die Psalmen und die Perikopen) geben wir nicht in der modernen, von der evangelischen Kirche vorgege­be­nen Textgestalt wieder, sondern in der Schreibweise und in der Sprache der Lutherbibel aus dem Jahr 1545.

Es ist der Text, den Martin Luther selbst aus den Quellen übersetzt und formuliert hatte. Er führt uns zurück in die Anfänge der Reformation, als die Bibel populär wurde und es Laien erstmals möglich war, biblische Texte zu lesen und über ihren Inhalt und Sinn nachzudenken.

Diese Texte sind gut geeignet für den Vergleich mit modernen Übersetzungen, vor allem aber für sehr private Medita­tio­nen über ihre Botschaften und über ihre gewaltige, sprachliche Aussagekraft.

 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die man nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen..

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 
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