14. Sonntag nach Trinitatis | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
17.9.2017 | 14. Sonntag nach Trinitatis

Kirchenjahr 2016/2017

14. Sonntag
nach Trinitatis

 
 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

Regeln

Fällt der →Tag des Erzengels Michael und aller Engel (29. September) auf einen Tag der folgenden Woche, dann wird der 14. Sonntag nach Trinitatis als Tag des Erzengels Michael und aller Engel gefeiert.

Fällt der →Tag des Apostels Bartholomäus (24. August) auf diesen Sonntag, so sollte er an einem Tag in der Folgewoche (25. - 30. August) oder am Vortag (23. August) begangen werden.

Fällt der →Tag des Apostels und Evangelisten Matthäus (21. September) auf diesen Sonntag, so sollte er an einem Tag in der Folgewoche (22. - 27. September) oder am Vortag (20. September) begangen werden.

Nach der neuen Ordnung (ab dem Jahr 2019) kann der →Tag der Enthauptung Johannes des Täufers (29. August) auf diesen Sonntag oder in die Woche danach fallen.

 

Wirkung in 2017

Info

Der Tag des Apostels und Evangelisten Matthäus ist in diesem Jahr am Donnerstag nach diesem Sonntag, sollte aber nicht in die Gottesdienstordnung für den 14. Sonntag nach Trinitatis einfließen.
 

 
 14. Sonntag nach Trinitatis  IN DEN JAHREN 2017 BIS 2024
 
Bewegliches Datum
Der 14. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>23. August und dem 26. September eines Jahres.
  • 14. Sonntag nach Trinitatis
  • 22. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 14. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    23. August und dem 26. September eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 154 Tage nach Ostern
  • am 155. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
 

Der evangelische

14. Sonntag
nach Trinitatis

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

14. Sonntag nach Trinitatis | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: 14. Sonntag nach Trinitatis
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

14. Sonntag nach Trinitatis

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Lobe den HERRN meine Seele / Vnd vergiſs nicht was er mir Guts gethan hat.

→Psalm 103,2

Pſalm
146
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 146

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Lobe den HERRN meine Seele / Vnd vergiſs nicht was er mir Guts gethan hat.

→Psalm 103,2

Pſalm
146
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 146

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 365 Von Gott will ich nicht lassen A EG 321 Nun danket alle Gott
B EG 333 Danket dem Herrn! Wir danken dem Herrn
   

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

14. Sonntag nach Trinitatis

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextLk 17,11-19 Lk 17,11-19
Epistel Zum TextRom 8,(12-13)14-17 Rom 8,14-17
Altes Testament Zum Text1Mos 28,10-19a 1Mos 28,10-19a(19b-22)
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 17.9.2017 Zum TextMk 1,40-45
IV 2.9.2018 Zum Text1Thess 1,2-10
V 22.9.2019 1Thess 5,14-24
VI 13.9.2020 Lk 19,1-10
I 5.9.2021 Lk 17,11-19
II 18.9.2022 Rom 8,14-17
   

 

 

Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
MZum TextNeh 8,5-6.9-12MNeh 8,5-6.9-12
MZum TextSir 50,24-26MSir 50,24-26
MZum TextGal 5,16-18(19-23)MMk 1,40-45
MGal 5,16-18(19-23)
M1Thess 1,2-10
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Lk 17,11-19

EV
I

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XVII.

 

 

Verse 11-19

Die Heilung von zehn Auſſätzigen

 

VND es begab ſich / da er reiſete gen Jeruſalem / zoch er mitten durch Samarien vnd Galilean. 12Vnd als er in einen Marckt kam / begegneten jm zehen auſſetzige Menner / die ſtunden von fernen / 13vnd erhuben jre ſtimme / vnd ſprachen / Jheſu lieber Meiſter / Erbarme dich vnſer. 14Vnd da er ſie ſahe / ſprach er zu jnen / Gehet hin / vnd zeiget euch den Prieſtern. Vnd es geſchach / da ſie hin giengen / worden ſie rein. 15Einer aber vnter jnen / da er ſahe das er geſund worden war / keret er vmb / vnd preiſet Gott mit lauter ſtim / 16vnd fiel auff ſein angeſicht / zu ſeinen Füſſen / vnd dancket jm / Vnd das war ein Samariter. 17Jheſus aber antwortet / vnd ſprach / Sind jr nicht zehen rein worden? Wo ſind aber die neune? 18Hat ſich ſonſt keiner funden / der wider vmb keret / vnd gebe Gott die ehre / denn dieſer Frembdlinger? 19Vnd er ſprach zu jm / Stehe auff / gehe hin / dein Glaube hat dir geholffen.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
Rom 8,(12-13)14-17

EP
II

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. VIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Das Leben im Geiſt

Verse 12-13

 

SO ſind wir nu / lieben Brüder / Schüldener / nicht dem Fleiſch / das wir nach dem Fleiſch leben / 13Denn wo jr nach dem Fleiſch lebet / ſo werdet jr ſterben müſſen. Wo jr aber durch den Geiſt des fleiſches Geſcheffte tödtet / ſo werdet jr leben.

 

 

Verse 14-17

 

14Denn welche der geiſt Gottes treibet / die ſind Gottes kinder. 15Denn jr habt nicht einen knechtlichen Geiſt empfangen / das jr euch aber mal fürchten müſtet / Sondern jr habt einen kindlichen Geiſt empfangen / Durch welchen wir ruffen / Abba lieber vater. 16Derſelbige Geiſt gibt zeugnis vnſerm geiſt / das wir Gotteſkinder ſind. 17Sind wir denn Kinder / ſo ſind wir auch Erben / nemlich / Gottes erben / vnd miterben Chriſti / So wir anders mit leiden / Auff das wir auch mit zur Herrligkeit erhaben werden.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
1Mos 28,10-19a

AT
V

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. XXVIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Jakob ſchaut die Himmelsleiter

 

Holzschnitt, Bild zu 1. Buch Mose, Kapitel 28, Die Himmelsleiter.

 

 

Verse 10-19a

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Joh. 1.

ABer Jacob zoch aus von BerSaba / vnd reiſet gen Haran. 11Vnd kam an einen Ort / da bleib er vber nacht / denn die Sonne war vntergegangen / Vnd er nam einen Stein des orts / vnd legt jn zu ſeinen Heubten / vnd leget ſich an dem ſelbigen Ort ſchlaffen. 12Vnd jm trewmet / Vnd ſihe / eine Leiter ſtund auff erden / die rüret mit der ſpitzen an den Himel / Vnd ſihe / die Engel Gottes ſtiegen dran auff vnd nieder.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chri-

ſtus Jacob verheiſſen.

13VND der HERR ſtund oben drauff / vnd ſprach / Ich bin der HERR / Abrahams deines vaters Gott / vnd Iſaacs Gott / Das Land da du auff ligeſt / wil ich dir / vnd deinem Samen geben. 14Vnd dein Same ſol werden wie der ſtaub auff Erden / Vnd du ſolt ausgebreitet werden / gegen dem Abend / Morgen / Mitternacht vnd Mittag. Vnd durch dich vnd * deinen Samen ſollen alle Geſchlecht auff Erden geſegnet werden.15Vnd ſihe / Ich bin mit dir / vnd wil dich behüten / wo du hin zeuchſt / vnd wil dich wider her bringen in dis Land / Denn ich wil dich nicht laſſen / bis das ich thu / alles was ich dir geredt habe.

*

(Deinen ſamen)

Hie wird dem drit­ten Pa­tri­ar­chen / Chri­ſtus ver­heiſ­ſen / der Hei­land al­ler Welt / vnd das künff­ti­ge Euan­ge­lium von Chri­ſto in al­len Lan­den zu pre­di­gen / durch die En­gel auff der Lei­ter fur­ge­bil­det.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BethEl

16DA nu Jacob von ſeinem Schlaff auffwachte / ſprach er / Gewislich iſt der HERR an dieſem Ort / vnd ich wuſts nicht. 17Vnd furchte ſich / vnd ſprach Wie a heilig iſt dieſe Stet / Hie iſt nichts anders denn Gotteshauſe / Vnd hie iſt die Pforte des Himels. 18Vnd Jacob ſtund des morgens früe auff / vnd nam den Stein / den er zu ſeinen Heubten gelegt hatte / vnd richtet jn auff zu einem Mal / vnd gos öle oben drauff / 19Vnd hies die ſtet BethEl /

VND Jacob thet ein Gelübd / vnd ſprach / So Gott wird mit mir ſein / vnd mich behüten auff dem wege / den ich reiſe / vnd Brot zu eſſen geben / vnd Kleider an zu ziehen / 21vnd mich mit frieden wider heim zu meinem Vater bringen / So ſol der HERR b mein Gott ſein. 22Vnd dieſer Stein / den ich auff gerichtet habe zu einem Mal / ſol ein Gottes haus werden / Vnd alles was du mir gibſt / des wil ich dir den Zehenden geben.

a

(heilig)

Heilig heiſſt hie me­tu­en­dus / terri­bi­lis / No­ta /

→*1)

da man Gott fürch­ten vnd eh­ren ſol­le / als der da­ſelbs wil ge­fürch­tet vnd ge­eh­ret ſein. Da­her auch der ſelb berg Mori­ja / ti­mor / re­ue­ren­tia / cul­tus Dei heiſſt. →Sup. cap. 22.

→*2)

Denn Got­tes furcht iſt der höch­ſte Got­tes­dienſt. Vnd iſt hie an­ge­zeigt / Wo Got­tes wort iſt / (wie Ja­cob hie hö­ret) da iſt Got­tes Hau­ſe / da ſte­het der Hi­mel of­fen mit al­len gna­den etc.

 

 

 

*1) lat.: me­tu­en­dus / terri­bi­lis / No­ta /

dt.: »furchtbar, schrecklich. Anmerkung:«

Luther erklärt, dass er von der wörtlichen Übersetzung abweicht, die »furchtbare Stätte« oder» schreckliche Stätte« lauten müsste. Er entschied sich für »heilige Stätte«, was in der folgenden kleinen Notiz begründet.

 

*2) Da­her auch der ſelb berg Mori­ja / [lat.] ti­mor / re­ve­ren­tia / cul­tus Dei heiſſt. Sup. cap. 22.

dt.: »Daher wird der selbe Berg Morija auch "[Ort der] Furcht, [Ort der] Erfurcht, Kultstätte Gottes" genannt. Siehe weiter oben Kapitel 22 (Verse 1-2)«

Gemeint ist damit die Besonderheit der Kultstätte, an der Gott zu fürchten und zu ehren ist, wie es schon im Kapitel 22 (Das Opfer Abrahams auf dem Berg Morija) in einer breiten Erzählung dargestellt ist.

In diesem Sinne nutzt Luther die Bezeichnung »heilige Stätte«.

 

Hinweis zur Abbildung in 1Mos 28: : Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mk 1,40-45

III

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. I.

 

 

Verse 40-45

Die Heilung eines Auſſätzigen

|| →Mt 8,2-4    || →Lk 5,12-16

Matt. 8.

Luc. 5.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leui. 14.

VND es kam zu jm ein Ausſetziger / der bat jn / kniet fur jm / vnd ſprach zu jm / Wiltu / ſo kanſtu mich wol reinigen. 41Vnd es jamerte Jheſum / Vnd recket die Hand aus / rüret jn an / vnd ſprach / Ich wils thun / ſey gereiniget. 42Vnd als er ſo ſprach / gieng der Auſſatz als bald von jm / vnd er ward rein. 43Vnd Jheſus bedrawet jn / vnd treib jn als balde von ſich / 44vnd ſprach zu jm / Sihe zu / das du niemand nichts ſageſt / Sondern gehe hin / vnd zeige dich dem Prieſter / vnd opffere fur deine Reinigung / was Moſes geboten hat / zum zeugnis vber ſie. 45Er aber / da er hin aus kam / hub er an / vnd ſaget viel dauon / vnd machet die Geſchicht ruchtbar / Alſo / das er hinfurt nicht mehr kund öffentlich in der Stad gehen / ſondern er war hauſſen in den wüſten örtern / Vnd ſie kamen zu jm von allen Enden.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
1Thess 1,2-10

IV

 

 

 

Die Erſte Epiſtel
S. Páuli:
An die Theſſalónicĥer.

 

C. I.

 

 

Verse 2-10

Der vorbildliche Glaube der Gemeinde

 

WIR dancken Gott allezeit fur euch alle / vnd gedencken ewer in vnſerm Gebet / on vnterlas / 3Vnd dencken an ewer werck im glauben / vnd an ewer erbeit in der Liebe / vnd an ewr gedult in der Hoffnung / welche iſt vnſer HErr Jheſus Chriſtus fur Gott vnd vnſerm Vater. 4Denn lieben Brüder / von Gott geliebet / wir wiſſen / wie jr ausſerwelet ſeid / 5das vnſer Euangelium iſt bey euch geweſen / nicht allein im wort / ſondern beide in der Krafft vnd in dem heiligen Geiſt / vnd in groſſer gewiſheit / Wie jr wiſſet / welcherley wir geweſen ſind vnter euch / vmb ewren willen.

 

6VND jr ſeid vnſer Nachfolger worden vnd des HErrn / vnd habt das Wort auffgenomen vnter vielen trübſaln mit freuden im heiligen Geiſt / 7Alſo / das jr worden ſeid ein Furbilde allen gleubigen in Macedonia vnd Achaia. 8Denn von euch iſt auserſchollen das wort des HErrn / nicht allein in Macedonia vnd Achaia / ſondern an allen Orten iſt auch ewer glaube an Gott ausgebrochen / alſo / das nicht not iſt / euch etwas zuſagen. 9Denn ſie ſelbs verkündigen von euch / was fur einen Eingang wir zu euch gehabt haben / vnd wie jr bekeret ſeid zu Gott / von den Abgöttern / Zu dienen dem lebendigen vnd waren Gott / 10vnd zu warten ſeines Sons vom Himel / welchen er aufferwecket hat von den Todten / Jheſum / Der vns von dem zukünfftigen Zorn erlöſet hat.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
1Thess 5,14-24

VI

 

 

 

Die Erſte Epiſtel
S. Páuli:
An die Theſſalónicĥer.

 

C. V.

 

 

Aus dem Abschnitt

Verſchiedene Ermahnungen

Verse 14-22

 

14Wir ermanen aber euch / lieben Brüder / vermanet die Vngezogen / Tröſtet die Kleinmütigen / Traget die Schwachen / Seid gedültig gegen jederman. 15Sehet zu / das niemand böſes mit böſem jemand vergelte / Sondern allezeit jaget dem guten nach / beide vnternander vnd gegen jederman. 16Seid allezeit frölich / 17Betet on vnterlas / 18Seid danckbar in allen dingen / Denn das iſt der wille Gottes / in Chriſto Jheſu / an euch.

19DEn Geiſt b dempffet nicht. 20Die Weiſſagung verachtet nicht. 21Prüfet aber alles / vnd das Gute behaltet. 22Meidet allen böſen ſchein.

b

(Dempffet)

Wiewol die Gei­ſter ſich ſol­len rich­ten laſ­ſen von der Ge­mei­ne j. Cor. 4. So ſol man ſie doch auch wi­der­umb nicht vn­er­kand dempffen oder ver­ſtoſ­ſen / ſon­dern ver­hören vnd prü­fen. Al­ſo die Weiſ­ſa­gung auch / vnd al­le le­re.

 

 

Aus dem Abschnitt

Segenwunſch und Grüße

Verse 23-24

 

23Er aber der Gott des Friedes / heilige euch durch vnd durch / vnd ewer Geiſt c gantz ſampt der Seele vnd Leib / müſſe behalten werden vnſtrefflich auff die zukunfft vnſers HErrn Jheſu Chriſti. 24Getrew iſt Er / der euch rüffet / welcher wirds auch thun.

c

(Gantz)

Das iſt / in allen ſtücken / als im glau­ben / lie­be hoff­nung / wort / werck­en etc.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Neh 8,5-6.9-12

M1

 

 

 

Das Bucĥ Nehemiá.

 

C. VIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Esra verlieſt die Tora

Verse 5-6

 

5VndEsra thet das Buch auff fur dem gantzen Volck / denn er raget vber alles volck. Vnd da ers auffthet / ſtund alles volck. 6Vnd Esra lobet den HERRn den groſſen Gott / vnd alles Volck antwortet / Amen / mit jren henden empor / vnd neigeten ſich / vnd beten den HERRN an mit dem andlitz zur erden.

 

 

Verse 9-12

 

VNd Nehemja der da iſt Hathirſatha / vnd Esra der Prieſter der Schrifftgelerte / vnd die Leuiten / die das Volck auffmercken machten / ſprachen zu allem volck / Dieſer tag iſt heilig dem HERRN ewrm Gott / Darumb ſeid nicht trawrig vnd weinet nicht. Denn alles volck weinet / da ſie die wort des Geſetzs höreten. 10Darumb ſprach er zu jnen / Gehet hin vnd eſſet das fett / vnd trincket das ſüſſe / vnd ſendet denen auch Teil / die nichts fur ſich bereit haben / Denn dieſer Tag iſt heilig vnſerm HErrn / Darumb bekümmert euch nicht / Denn die freude am HERRN iſt ewer ſtercke. 11Vnd die Leuiten ſtilleten alles volck / vnd ſprachen / Seid ſtill / denn der Tag iſt heilig / bekümmert euch nicht. 12Vnd alles Volck gieng hin das es eſſe / trüncke / vnd Teil ſendete / vnd eine groſſe freude machte / Denn ſie hatten die wort verſtanden / die man jnen hatte kund gethan.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEN APOKRYPHEN
Sir 50,24-26

M2

Info

Das Buch Jesus Sirach ist Teil der →Apokryphen des Alten Testaments.
Diese Texte sind nicht in jeder Bibelausgabe abgedruckt!

Der Text des Buches Jesus Sirach wurde für die Lutherbibel 2017 komplett neu übersetzt und weicht von der hier gezeigten Textgestalt (gültig bis 2016; letzmals revidiert 1984) stellenweise erheblich ab.

 

 

 

Das Bucĥ
Jeẛus Syracĥ.

 

C. L.

 

 

Verse 24-26 (alte Zählung)

Verse 22-24 (Zählung im Text der Lutherbibel 2017)

Dank und Bitte

 

 

Zur Ka­pi­tel- und Vers­zäh­lung sie­he die An­mer­kung im Bi­bel­teil.

 

22[24]Nu dancket alle Gott / der groſſe ding thut an allen enden / Der vns von Mutterleib an lebendig erhelt / vnd thut vns alles guts. 23[25]Er gebe vns ein frölich hertz / vnd verleihe jmerdar Friede / zu vnſer zeit in Iſrael / 24[26]vnd das ſeine Gnade ſtets bey vns bleibe / vnd erlöſe vns / ſo lange wir leben.

 

 

 

(Frölich hertz)

Gut Gewiſſen.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Gal 5,16-18(19-23)

M3

 

 

 

Die Epiſtel S. Páuli:
An die Gálater.

 

C. V.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Früchte des Geiſtes ſtehen nicht dem Geſetz entgegen, das auf die Lüſte des Fleiſches gerichtet iſt

Verse 16-18

 

ICH ſage aber / Wandelt im Geiſt / ſo werdet jr die lüſte des Fleiſches nicht volnbringen. 17Denn das Fleiſch gelüſtet wider den Geiſt / Vnd den Geiſt wider das Fleiſch / Dieſelbige ſind widernander / das jr nicht thut was jr wollet. 18Regieret euch aber der Geiſt / So ſeid jr nicht vnter dem Geſetze.

 

 

Verse 19-23

 

19Offenbar ſind aber die werck des Fleiſches / als da ſind Ehebruch / Hurerey / Vnreinigkeit / Vnzucht / 20Abgötterey / Zeuberey / Feindſchafft / Hadder / Neid / Zorn / Zanck / Zwitracht / Rotten / Haſs / Mord / 21Sauffen / Freſſen / vnd der gleichen. Von welchen ich euch hab zuuor geſagt / vnd ſage noch zuuor / Das die ſolches thun / werden das reich Gottes nicht erben. 22Die Frucht aber des Geiſtes iſt / Liebe / Freude / Friede / Gedult / Freundligkeit / Gütigkeit / Glaube / Sanfftmut / Keuſcheit / 23Wider ſolche iſt das Geſetz nicht.

 

 

 

 
Text: Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Habt mit allen Menschen Friede. (Römer 12, 15.18)

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlägt die Ordnung der evangelischen Kirchen biblische Texte vor.

Sie sind jedoch nicht nur für den Vortrag im Gottesdienst gedacht. Es sind gleichzeitig Leseempfehlungen für alle Gemeinde­mit­glie­der, für Christen, die sich nicht in der Gemeindearbeit engagieren können oder wollen, und für jeden, der sich für die christliche Religion oder für die Bibel in der praktischen Anwendung interessiert.

Wir möchten Sie daher ausdrücklich dazu ermuntern, die Textstellen einmal in Ihrer Bibel zu lesen.

Über das Jahr betrachtet und im Verlauf der Jahre werden Sie auf diese Weise in kleinen Einheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, die wesentlichen Textzeugnisse kennenlernen, auf die sich die christliche Religion stützt.

Text der Lutherbibel von 1545

Eine Besonderheit weisen unsere Seiten auf: Etliche biblische Texte (wie beispielsweise den Wochenspruch, die Psalmen und die Perikopen) geben wir nicht in der modernen, von der evangelischen Kirche vorgege­be­nen Textgestalt wieder, sondern in der Schreibweise und in der Sprache der Lutherbibel aus dem Jahr 1545.

Es ist der Text, den Martin Luther selbst aus den Quellen übersetzt und formuliert hatte. Er führt uns zurück in die Anfänge der Reformation, als die Bibel populär wurde und es Laien erstmals möglich war, biblische Texte zu lesen und über ihren Inhalt und Sinn nachzudenken.

Diese Texte sind gut geeignet für den Vergleich mit modernen Übersetzungen, vor allem aber für sehr private Medita­tio­nen über ihre Botschaften und über ihre gewaltige, sprachliche Aussagekraft.

 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die man nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen..

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 
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