Der Prophet Baruch| Kapitel 4

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Die Apokryphen des Alten Testaments

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Apokryphen des Alten Testaments

Der Prophet Baruch

Kapitel 4

 

Bar 4

 

Der Text in sechs Kapiteln

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

 

Gliederung Kapitel 4

 

Nr.

Textstelle

alte Zählung

Textstelle

neue Zählung

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel IIII.

 

 

4,5 - 5,9

 

4,5 - 5,9

 

IV. JERUSALEMS KLAGE UND HOFFNUNG

 

1

4,5-35

4,5-35

→Rede über Jerusalem (1)

 

Anm: Textfolge nach der Ausgabe von 1545, Angabe der Textstelle nach den Zählweisen bis 2016 und ab 2017.

Siehe dazu auch →Anmerkung 1 unten.

 

 

 

 

Der Próphet Barucĥ.

 

 

 
[204b]

 

IIII.

 

 

IV.
JERUSALEMS KLAGE UND HOFFNUNG

 

 

6

 

 

Rede über Jeruſalem (1)

 

Zur Vers­zäh­lung sie­he
→Anmerkung 1

 

45[5]

 

Die heutigen Ver­se 4,1-4 ge­hö­ren in die­ser Aus­ga­be zu Ka­pi­tel 3!

 

SEy getroſt mein Volck / du preis Iſra-

el / 6[6]Ir ſeid verkaufft den Heiden nicht zum verderben / Darumb aber / das jr Gott erzürnet habt / ſeid jr ewren Feinden vbergeben. 7[7]Denn jr habt den / der euch geſchaffen hat / entrüſtet / in dem / das jr nicht Gott / ſondern den Teufeln geopffert habt.

 

 

8[8]IR habt vergeſſen des ewigen Gottes / der euch geſchaffen hat / vnd Jeruſalem / die euch hat aufferzogen / habt jr betrübet. 9[9]Denn ſie hat geſehen den zorn Gottes / der vber euch komen würde / vnd geſagt / Höret zu jr einwoner Sion / Gott hat mir groſſes leid zugeſchickt / 10[10]Denn ich hab geſehen das Gefengnis meiner Söne vnd Töchter / welches der Ewige vber ſie gebracht hat. 11[11]Ich hab ſie mit freuden aufferzogen / Mit weinen aber vnd hertzleid / habe ich ſie ſehen wegfüren.

 

12a[12]NIemand frewe ſich vber mich / das ich eine Widwe / vnd von vielen ver-

 

 
[204b | 205a]

 

 

Barucĥ     C. IIII.

CCV.

 

 

laſſen bin / Ich bin zur wüſten gemacht / vmb der Sünde willen meiner Kinder. 12b[13a]Denn ſie ſind vom geſetze Gottes abgewichen / 13[13b]vnd haben nicht erkand ſeine Rechte / Sie haben nicht gelebt nach Gottes befelh / vnd haben ſeine Gebot nicht gehalten.

 

14[14]KOmpt her jr einwoner Sion / vnd verkündiget das Gefengnis meiner Söne vnd Töchter / das der Ewige vber ſie gebracht hat. 15[15]Denn er hat vber ſie gebracht ein Volck von fernen / ein grewlich Volck / vnd einer vnbekandten Sprache / 16[16]Die ſich nicht ſchewen fur den Alten / noch ſich der Kinder erbarmen. Die ſelben haben weggefurt die lieben (Söne) der Widwen vnd die Einſame jrer Töchter / beraubet. 17[17]Aber wie kan ich euch helffen? 18[18]Denn der vber euch gebracht hat dis vnglück / wird euch von ewer Feinde hand erretten. 19[19]Ziehet hin jr lieben Kinder / ziehet hin / Ich aber bin verlaſſen Einſam. 20[20]Ich habe mein Freudekleid ausgezogen / vnd das Trawrkleid angezogen / Ich wil ſchreien zu dem Ewigen fur vnd fur. 21[21]

 

SEid getroſt Kinder / ſchreiet zu Gott / ſo wird er euch erlöſen von der gewalt vnd hand der Feinde / 22[22]Denn ich hoffe ſchon / das der Ewige euch helffen wird. Vnd ich werde freude haben von dem Heiligen / vmb der Barmhertzigkeit willen / die euch ſchnel widerfaren wird / von vnſerm ewigen Heiland. 23[23]Ich habe euch ziehen laſſen mit trawren vnd weinen / Gott aber wird euch mir widergeben mit wonne vnd freude ewiglich / 24[24]Vnd gleich wie die einwoner Sion nu geſehen haben ewr Gefengnis / Alſo werden ſie auch bald ſehen / die Hülffe von ewrem Gott / die vber euch komen wird mit groſſer Herrligkeit vnd ewigem Troſt.

 

25[25]IR Kinder / leidet gedültiglich / den zorn der von Gott vber euch komet. Denn dein Feind hat dich verfolget / Vnd du wirſt ſehen in kurtz ſein verderben vnd auff jre Helſe wirſtu tretten. 26[26]Meine zarte (Kinder) muſten gehen auff rauhem wege / Sie ſind weggefurt / wie ein Herd / von den Feinden geraubet.

 

27[27]SEid getroſt jr Kinder / vnd ſchreiet zu Gott / Denn der euch hat wegfüren laſſen / wird ewr nicht vergeſſen. 28[28]Denn wie jr euch geuliſſen habt / von Gott abzuweichen / Alſo bekeret euch nu / vnd vleiſſiget euch zehen mal mehr / den HERRN zu ſuchen. 29[29]Denn der vber euch dieſe ſtraffe hat laſſen gehen / der wird euch helffen / vnd ewiglich erfrewen.

 

30[30]JEruſalem ſey getroſt / Denn der wird dich tröſten / nach dem du genennet biſt. 31[31]Vnſelig müſſe ſein die dir leid gethan / vnd vber deinem Falle ſich gefrewet haben. 32[32]Vnſelig müſſen ſein die Stedte / welchen deine Kinder gedienet haben / Vnd vnſelig müſſe ſein / die deine Kinder gefangen helt. 33[33]Denn wie ſie vber deinem Falle geiauchtzet / vnd vber deinem verderben ſich gefrewet hat / Alſo ſol ſie betrübet ſein / wenn ſie verwüſtet wird. 34[34]Vnd ich wil wegnemen jre macht / dar auff ſie trotzet / vnd jren rhum in klage verwandeln. 35[35]Denn ein Fewr wird vber ſie komen / von dem Ewigen viel tage lang / vnd Teufel werden jre Wonung in jr haben lange zeit.

 

 

 

*1)

Kapitelzählung

In neuen Ausgaben folgen die Kapitel einer anderen Einteilung.

 

Verszählung

Es liegen zwei verschiedene Verszählungen vor:

Die Zählung, in grüner Schrift und (wie in der Lutherbibel von 2017) in eckigen Klammern gesetzt, bezieht sich auf die Ausgaben der Lutherbibel bis 2017. Die Übersetzung der älteren Lutherbibeln seit 1534 stützt sich überwiegend auf die lateinische Übersetzung, die der Kirchenvater Hieronymus vorgenommen hatte, und die in der katholischen Kirche im 16. Jahrhundert weit verbreitet war.

Die Zählung (wie bei uns üblich) in roter Schrift gesetzt, folgt nun der Lutherbibel von 2017, die sich mit ihrer völlig neu besorgten Übersetzung nun auf den griechischen Quelltext der Septuaginta stützt und deren Zählung zugrunde legt.

Diese Zählung wird in allen künftigen Publikationen der evangelischen Kirchen maßgeblich sein.

 

Hinweis zum Gebrauch und zur Lutherbibel von 2017

Die Texte des Buchs Baruch weichen in der Lutherbibel 2017 wegen der Neuübersetzung basierend auf der Septuaginta stellenweise erheblich von der hier gezeigten Textform und von den Ausgaben bis 2017 ab.

Die Versangaben in allen älteren Ausgaben sowie in Dritttexten, z. B. in den Gottesdienstordnungen, beziehen sich derzeit noch durchweg auf die ältere Notation, wie wir sie in Klammern wiedergegeben haben.

 

Die heutigen Ver­se 4,36-37 bil­den in die­ser Aus­ga­be den An­fang des Ka­pi­tels 5!

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
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