Der Prophet Baruch| Vorrede

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Die Apokryphen des Alten Testaments

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Apokryphen des Alten Testaments

Der Prophet Baruch

Dr. Martin Luthers Vorrede

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel
 

 

 

D. Mart. Luth.

 

 

 

 

[202b]

 

Vórrede auff den Barucĥ.

 

 

 

Die zweifelhafte Autorenſchaft und der geringe Wert des Buchs Baruch

 

 

SEer geringe iſt dis Bucĥ:

wer auch der gute Baruch iſt /

Denn es nicht gleublich iſt / das S. Jeremias Diener / der auch Baruch heiſſt (dem auch dieſe Epiſtel zugemeſſen wird) nicht ſolt höher vnd reicher im Geiſt ſein / weder dieſer Baruch iſt. Trifft dazu die zal der jar / mit den Hiſtorien nicht ein. Das ich gar nahe / jn hette mit dem dritten vnd vierden buche Eſra laſſen hin ſtreichen.

 

 

 

Warum das dritte und vierte Buch Eſra nicht in der Lutherbibel erſcheinen

 

 

DEnn die ſelben zwey bücher Eſra / haben wir ſchlechts nicht wollen verdeudſchen / weil ſo gar nichts drinnen iſt / das man nicht viel beſſer in Eſopo →*1) / oder noch geringern Büchern kan finden. On das im vierden Buch dazu eitel Trewme ſind / wie Hieronymus zwar ſelbs ſagt / vnd Lyra nicht hat wollen auslegen / Dazu im Griechiſchen nicht funden werden. Es ſol vnd mag ſie ſonſt verdolmetſchen wer da wil / Doch in dieſer Bücher zal nicht mengen.

III. IIII.

buch Eſra.

 

 

Die Entſcheidung für Baruch in der Sammlung der Apokryphen

 

 

Baruch laſſen wir mit lauffen vnter dieſem
Hauffen / weil er wider die Abgötterey
ſo hart ſchreibet / vnd Moſes
geſetz furhelt.

 

 

 

❦❧

 

*1) Gemeint ist das Werk des griechischen Dichters Äsop (wahrscheinlich 6. Jahrhundert v. Chr.), das überwiegend aus Fabeln, mythischen und säkularen Kurzgeschichten besteht. Dieser Vergleich betont, wie gering Luther das dritte und das vierte Buch Esra speziell für den christlichen Leser einschätzt.

 

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
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