Sonntag Invokavit | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett
5.3.2017 | Invokavit | 1. Sonntag der Passionszeit

Kirchenjahr 2016/2017

Sonntag
Invokavit

1. Sonntag der Passionszeit

 
 
 Sonntag Invokavit in den Jahren 2017 bis 2024
Kalender

Der Sonntag Invokavit in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Invokavit zwischen dem 8. Februar und dem 14. März
  • 6. Sonntag vor Ostern
  • 1. Sonntag der Passionszeit
  • Abhängig vom Osterdatum
    Invokavit liegt zwischen dem 8. Februar und dem 14. März eines Jahres
 
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 42 Tage vor Ostern
  • gerechnet ab diesem Tag ist am 43. Tag Ostern
 

Der Name Invokavit

 

»Er wird (mich) anflehen!«

invocare: anrufen, anflehen
invocabit: er wird anrufen, er wird anflehen

 

Der Name Invokavit geht zurück auf die vorreformatorische Zeit und leitet sich ab vom ersten Wort des lateinischen Introitus (Messeingangs) der römisch-katholischen Messe für diesen Sonntag:

»Invocavit me, et ergo exaudiam eum«, »Er wird mich anflehen, und ich werde ihn erhören!«

Dieser Name hat sich in den evangelischen Kirchen als Name für den 1. Sonntag der Passionszeit bis heute erhalten.

Biblisch stützt sich die Bezeichnung Invokavit auf das erste Wort in →Psalm 91,15 (Vulgata: 90,15).

Hier der Text aus der lateinischen Biblia Sacra Vulgata (Ps 90,15; Text nach H) und aus Luthers Biblia von 1545 (Ps 91,15):

 

9015 invocabit me et exaudiam eum
cum ipso ero in tribulatione eruam eum et glorificabo

 

9115 Er rüffet mich an / ſo wil ich jn erhören /
Jch bin bey jm in der Not / Jch wil jn er aus reiſſen / vnd zu Ehren machen.

 

Die mittelalterlichen Bezeichnungen

 

Dominica quadragesime

Der Sonntag Invokavit trug diesen Namen bereits im Mittelalter: Dominica invokavit, wobei das lateinische Wort »Dominica« Sonntag bedeutet.

Der Sonntag Invokavit nahm von je her eine besondere Stellung ein: Mit ihm beginnt die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern. Dieses Datum erhielt entsprechend viele, z. T. sehr unterschiedliche Bezeichnungen. Exemplarisch seien hervorgehoben:

  • Dominica prima jejuniorum, Erster Sonntag der Fastenzeit, und
  • Dominica quadragesime, Sonntag der vierzig (Tage), was in etwa bedeutet: Der Sonntag, der die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern einleitet.

Mit der Bezeichnung Quadragesime fügt sich dieser Sonntag nahtlos an die Reihe der Sonntage in der Vorfastenzeit an (heute: Vorpassionszeit): Septuagesimae (siebzig), Sexagesimae (sechzig), Quinquagesimae (fünfzig; d. i. Estomihi), Quadragesimae (vierzig).

Versteht man die Zahlenwerte als Abstände, die ab dem jeweiligen Sonntag in die Zukunft weisen, dann zeigt

  • der Sonntag Septuagesimae auf den Samstag nach Ostern (70. Tag), auf das Ende der Osterwoche,
  • der Sonntag Sexagesimae auf den Mittwoch der Osterwoche (60. Tag), auf deren Mitte,
  • der Sonntag Quinquagesimae auf den Ostersonntag (50. Tag), auf den Beginn der Osterwoche,
  • der Sonntag Quadragesimae auf Gründonnerstag (40. Tag), auf den Beginn des Triduum Paschale, der drei österlichen Tage, mit der Vesper am Abend des Gründonnerstag.

Die Namen drücken die Erwartung und die Annäherung an die Osterzeit aus, so, wie wir Tage im Kalender abstreichen. Gleichzeitig umfassen und spiegeln sie die Zeit zwischen Gründonnerstag und dem Sonntag Quasimodogeniti.

 

Unsere Kalender verwenden die vorreformatorischen Bezeichnungen bis zum Jahr 1530 (Verlesung der →Confessio Augustana, des Augsburgischen Bekenntnisses).

Titel Gottesdienstliche Ordnung

Der evangelische Sonntag

Invokavit

1. Sonntag der Passionszeit

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett

Violett

Invokavit | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Invokavit
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

Invokavit

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Dazu iſt erſchienen der Son Gottes / das er die werck des Teufels zurſtöre.

→1Joh 3,8b

Pſalm
91
 

Psalm für die Woche

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Dazu iſt erſchienen der Son Gottes / das er die werck des Teufels zurſtöre.

→1Joh 3,8b

Pſalm
91
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 362
oder:
Ein feste Burg ist unser Gott A EG 347 Ach bleib mit deiner Gnade
EG 347 Ach bleib mit deiner Gnade B EG 362 Ein feste Burg ist unser Gott
   

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

Invokavit

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextMt 4,1-11 Mt 4,1-11
Epistel Zum TextHebr 4,14-16 Hebr 4,14-16
Altes Testament Zum Text1Mos 3,1-19(20-24) 1Mos 3,1-19(20-24)
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 5.3.2017 Zum Text1Mos 3,1-19(20-24)
IV 18.2.2018 Zum Text2Kor 6,1-10
V 10.3.2019 Hiob 2,1-13
VI 1.3.2020 Mt 4,1-11
I 21.2.2021 Hebr 4,14-16
II 6.3.2022 1Mos 3,1-19(20-24)
   

 

 

Continuatexte und Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

Die Continuatexte (C) sind dazu gedacht, stückweise über ganze Bücher der Bibel oder größere Abschnitte daraus im Zusammenhang zu predigen.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
CZum TextHiob 1,(1-5)6-22MLk 22,31-34
CZum TextMk 14,17-26(27-31)MRom 6,12-14
MZum TextRom 6,12-14MJak 1,12-18
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre 1978/1979 bis 2017/2018

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Mt 4,1-11

EV
I

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. IIII.

 

 

Verse 1-11

Die Verſuchung Jeſu

|| →Mk 1,12-13    || →Lk 4,1-13

Marc. 1.

Luk. 4.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Deut. 8.

 

DA ward Jheſus vom Geiſt in die Wü-

ſten gefürt / Auff das er von dem Teuffel verſucht würde. 2Vnd da er vierzig tag vnd vierzig nacht gefaſtet hatte / hungert jn. 3Vnd der Verſucher trat zu jm / vnd ſprach / Biſtu Gottes ſon / ſo ſprich / das dieſe ſtein brot werden. 4Vnd er antwortet / vnd ſprach / Es ſtehet geſchrieben / Der Menſch lebet nicht vom Brot alleine / Sondern von einem jglichen wort / das durch den mund Gottes gehet.

 

 

 

 

 

→Pſal. 91.

 

 

 

 

 

 

→Deut. 6.

5DA füret jn der Teufel mit ſich / in die heilige Stad / vnd ſtellet jn auff die zinnen des Tempels / 6vnd ſprach zu jm / Biſtu Gottes ſon / ſo las dich hinab / Denn es ſtehet geſchrieben / Er wird ſeinen Engeln vber dir befelh thun / vnd ſie werden dich auff den henden tragen / Auff das du deinen fuſs nicht an einen ſtein ſtöſſeſt. 7Da ſprach Jheſus zu jm / Widerumb ſtehet auch geſchrieben / Du ſolt Gott deinen HERRN nicht verſuchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Deut. 6.

8WIderumb füret jn der Teufel mit ſich / auff einen ſeer hohen Berg / vnd zeiget jm alle Reich der Welt / vnd jre Herrligkeit / 9Vnd ſprach zum jm / Das alles wil ich dir geben / So du niderfelleſt / vnd mich anbeteſt. 10Da ſprach Jheſus zu jm / Heb dich weg von mir Satan / Denn es ſtehet geſchrieben / Du ſolt anbeten Gott deinen HERRN / vnd jm allein dienen. 11Da verlies jn der Teufel / Vnd ſihe / da tratten die Engel zu jm vnd dieneten jm.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
Hebr 4,14-16

EP
II

 

 

 

 

Die Epiſtel:
An die Ebreer.

 

C. V.

 

414

 

Die heutigen Ver­se 4,14-16 bil­den in die­ser Aus­ga­be den An­fang des Ka­pi­tels V. (5).

 

 

Verse 14-16

Das Wort Gottes und der Prieſter Chriſtus

 

DIEweil wir denn einen groſſen Hohen-

prieſter haben / Jheſum den Son Gottes / der gen Himel gefaren iſt / So laſſet vns halten an dem bekentnis. 15Denn wir haben nicht einen Hohenprieſter / der nicht künde mitleiden haben mit vnſer ſchwacheit / Sondern der verſucht iſt allenthalben / gleich wie wir / Doch / on ſünde. 16Darumb laſſet vns hinzu tretten / mit freidigkeit zu dem Gnadenſtuel / Auff das wir barmhertzigkeit empfahen / vnd gnade finden / auff die zeit / wenn vns Hülffe not ſein wird.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
1Mos 3,1-19(20-24)

AT
III

 

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. III.

 

Holzschnitt aus: 1Mos 3, Adam und Eva

 

 

Verse 1-7

Der Sündenfall

VND die Schlange war liſtiger denn alle

Thier auff dem felde / die Gott der HERR gemacht hatte / vnd ſprach zu dem Weibe / Ja / ſolt Gott geſagt haben / Ir ſolt nicht eſſen von allerley Bewme im Garten?

Schlange verfüret He­uam.

→2.Cor. 11.

2DA ſprach das Weib zu der Schlangen / Wir eſſen von den früchten der bewme im Garten. 3Aber von den früchten des Bawms mitten im Garten hat Gott geſagt / Eſſet nicht da von / rürets auch nicht an / Das jr nicht ſterbet. 4Da ſprach die Schlang zum Weibe / Ir werdet mit nicht des tods ſterben / 5Sondern Gott weis / das / welchs tags jr da von eſſet / ſo werden ewre augen auff gethan / vnd werdet ſein wie Gott / vnd wiſſen was gut vnd böſe iſt.

Fall Heue vnd Ade.

→1.Tim. 2.

6VND das Weib ſchawet an / das von dem Bawm gut zu eſſen were / vnd lieblich anzuſehen / das ein lüſtiger Bawm were / weil er klug mechte / Vnd nam von der Frucht / vnd aſs / vnd gab jrem Man auch da von / Vnd er aſs. 7Da wurden jr beider Augen auffgethan / vnd wurden gewar / das ſie nacket waren / Vnd flochten Feigenbletter zuſamen / vnd machten jnen Schürtze.

 

 

Vers 8-13

Gott ſtellt Adam zur Rede

Adam vnd Heua flie-hen fur Gott etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

→Gen. 2.

VND ſie höreten die ſtimme Gottes des HERRN / der im Garten gieng / da der a tag küle worden war. Vnd b Adam verſteckt ſich mit ſeinem Weibe / fur dem angeſicht Gottes des HERRN vnter die bewme im Garten. 9Vnd Gott der HERR rieff Adam / vnd ſprach zu jm / Wo biſtu? Vnd er ſprach / 10Ich hörete deine ſtimme im Garten / vnd furchte mich / Denn ich bin nacket / darumb verſtecket ich mich. 11Vnd er ſprach / Wer hat dirs geſagt / das du nacket biſt? Haſtu nicht geſſen von dem Bawm / da von ich dir gebot / Du ſolteſt nicht da von eſſen? 12Da ſprach Adam / Das Weib / das du mir zugeſellet haſt / gab mir von dem Bawm / vnd ich aſs. 13Da ſprach Gott der HERR zum Weibe / warumb haſtu das gethan? Das Weib ſprach / Die Schlang betrog mich alſo / das ich aſs.

a

(Tag küle war)

Das war vmb den abend / wenn die hit­ze ver­gan­gen iſt. Be­deut / das nach ge­tha­ner Sün­de / das Ge­wiſ­ſen angſt lei­det. Bis das Got­tes gne­di­ge ſtim kome vnd wi­der kü­le vnd er­qui­cke das her­tze. Wie wol ſich auch die blö­de Na­tur ent­ſetzt vnd fleucht fur dem Euan­ge­lio / weil es das creutz vnd ſter­ben le­ret.

b

(Adam) Adam heiſſt auf Ebre­iſch Men­ſch / dar­umb mag man men­ſch ſa­gen / wo Adam ſte­het / vnd wi­der­umb.

 

Verse 14-15

Das Urteil für die Schlange

Schlange wird ver­flucht.

 

 

 

 

Chriſtus verheiſſen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Straffe und Creuz vber Heua vnd Adam.

 

DA ſprach Gott der HERR zu der Schlangen / Weil du ſolches gethan haſt / Seiſtu verflucht fur allem Vieh vnd fur allen Thieren auff dem felde / Auff deinem Bauch ſoltu gehen / vnd erden eſſen dein leben lang / 15Vnd Ich will Feindſchaft ſetzen zwiſchen Dir vnd dem Weibe / vnd zwiſchen deinem Samen vnd jrem Samen / c Der ſelb ſol dir den Kopff zutretten / Vnd Du wirſt In in die Verſchen d ſtechen.

 

Vers 16

Das Urteil für Eva

VND zum Weibe ſprach er / Ich wil dir viel ſchmertzen ſchaffen wenn du ſchwanger wirſt / Du ſolt mit ſchmertzen Kinder geberen / Vnd dein wille ſol deinem Man vnterworffen ſein / Vnd Er ſol dein Herr ſein.

 

Vers 17-19

Das Urteil für Adam und für alle Menſchen

VND zu Adam ſprach er / Die weil du haſt gehorchet der ſtimme deines Weibes / Vnd geſſen von dem Bawm da von ich dir gebot / vnd ſprach / Du ſolt nicht da von eſſen / Verflucht ſey der Acker vmb deinen willen / mit kummer ſoltu dich drauff neeren dein Leben lang / 18Dorn vnd Diſteln ſol er dir tragen / vnd ſolt das Kraut auff dem felde eſſen. 19Im ſchweis deines Angeſichts ſoltu dein Brot eſſen / Bis das du wider zu Erden werdeſt / da von du genomen biſt / Denn du biſt Erden / vnd ſolt zu Erden werden.

c

(Der ſelb) Dis iſt das erſt Euan­ge­li­um vnd Ver­hei­ſſung von Chri­ſto ge­ſche­hen auff Er­den / Das er ſolt / Sünd / Tod vnd Hel­le vber­win­den vnd vns von der Schlan­gen ge­walt ſe­lig ma­chen. Dar­an Adam gleu­bet mit al­len ſei­nen Nach­komen / Da­uon er Chri­ſten vnd ſe­lig wor­den iſt von ſei­nem Fall.

d

(Stechen) Pla­gen creu­tzi­gen vnd mar­tern. Denn ſo ge­hets auch Chri­ſtus zu­tritt dem Teu­fel ſei­nen Kopff (das iſt / ſein Reich des To­des / Sünd vnd Hel­le) So ſticht jn der Teu­fel in die Ver­ſchen (das iſt / er töd­tet vnd mar­tert jn vnd die ſei­nen leib­lich.)

 

 

Fakultativ: Verse 20-21

Adam gibt Eva ihren Namen. Gott bekleidet die Menſchen

 

VND Adam hieſ ſein Weib e Heua / darumb / das ſie eine Mutter iſt aller Lebendigen. 21Vnd Gott der HERR machet Adam vnd ſeinem weibe Röcke von Fellen / vnd zog ſie an.

e

(Heua) →*1) Hai / heiſſt Le­ben / Da her kompt He­ua oder Ha­ua / le­ben oder le­ben­di­ge.

 

 

Fakultativ: Vers 22-24

Die Vertreibung aus dem Paradies

Adam

vnd Heua aus dem Paradis getrie­ben.

VND Gott der HERR ſprach / Sihe / Adam iſt worden als vnſer einer / vnd weis was gut vnd böſe iſt / Nu aber / das er nicht ausſtrecke ſeine hand / vnd breche auch von dem Bawm des Lebens / vnd eſſe vnd lebe ewiglich.

23DA lies jn Gott der HERR aus dem garten Eden / das er das Feld bawet / da von er genomen iſt / 24Vnd treib Adam aus / vnd lagert fur den garten Eden den Cherubim mit einem bloſſen hawenden Schwert / zu bewaren den weg zu dem Bawm des Lebens.

 

 

 

*1) Hinweis zur Schreibweise Heua:

a) Das u ist getrennt vom »e« und als »v« zu lesen: He-va.

b) Das H ist ein stimmloser Anlaut: (H)eva, was dann in der deutschen Aussprache »Eva« ergibt.

 

Hinweis zur Abbildung in 1Mos 3: : Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Erläuterungen zur Abbildung in 1Mos 3

Das Kapitel 3 des 1. Buch Mose wird mit einem Holzschnitt eingeleitet. Die Abbildung zeigt gleichzeitig mehrere Szenen aus Kapitel 3, die zeitlich nacheinander abgelaufen sind.

Zu sehen ist der Sündenfall, das Gespräch Gottes mit den Menschen und die Vertreibung aus dem Paradies:

  • Im Vordergrund ist der Sündenfall zu sehen: Adam und Eva, noch immer nackt und unbekleidet, essen die Früchte vom verbotenen Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (Vers 6).
  • Um diesen Baum (vorn rechts) windet sich die Schlange.
  • Links im Hintergrund stellt Gott Adam zur Rede (Verse 8-11), der sich wegen seiner Nacktheit schämt und sich im Gebüsch versteckt hatte. Hinter dem palmenartigen Gewächs ist nur andeutungsweise Eva zu sehen.
  • Vorn links ruht ein Lamm. Es ist das Symbol Christi und der Christenheit. Es steht für die verheißene Nachkommenschaft Evas. Das Lamm wartet auf seine Stunde, die kommen wird, um der Schlange den Kopf zu zertreten (Vers 15).
  • Rechts im Hintergrund steht ein Engel, ein Cherubim, mit gezogenem Schwert, der den Eingang zum Paradies bewacht (Vers 24).
  • Adam und Eva, jetzt bekleidet (Vers 21), ziehen weg vom Paradies und können nicht mehr zurück (Vers 23).

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
2Kor 6,1-10

IV

 

 

 

Die Ander Epiſtel:
An die Córinther.

 

C. VI.

 

 

Verse 1-2

Botſchafter der Verſöhnung

 

 

 

 

 

→Jeſa. 43.

→*1)

WIR ermanen aber euch als Mithelffer /

das jr nicht vergeblich die gnade Gottes empfahet. 2Denn er ſpricht / Ich habe dich in der angenemen zeit erhöret / vnd habe dir am tage des Heils geholffen. Sehet / jtzt iſt die angeneme zeit / jtzt iſt der tag des Heils.

 

 

Verse 3-10

Die Bewährung des Apoſtels in ſeinem Dienſt

 

3Laſſet vns aber niemand jrgent eine Ergernis geben / Auff das vnſer Ampt nicht verleſtert werde / 4Sondern in allen dingen laſſet vns beweiſen / als die diener Gottes.

 

IN groſſer gedult / in trübſaln / in nöten / in engſten / 5in ſchlegen / in gefengniſſen / in auffrhuren / in erbeit / in wachen / in faſten / 6in keuſcheit / in erkentnis / in langmut / in freundligkeit / in dem heiligen Geiſt / in vngeferbeter liebe / 7in dem wort der warheit / in der krafft Gottes / durch waffen der Gerechtigkeit / zur rechten vnd zur lincken / 8durch ehre vnd ſchande / durch böſe gerüchte / vnd gute gerüchte. Als die verfürer / vnd doch warhafftig. 9Als die vnbekandten / vnd doch bekand. Als die ſterbenden / vnd ſihe / wir leben. Als die gezüchtigeten / vnd doch nicht ertödtet. 10Als die traurigen / aber alle zeit frölich. Als die armen aber die doch viel reich machen. Als die nichts inne haben / vnd doch alles haben.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Lk 22,31-34

V

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XXII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus

|| →Mt 26,30-35    || →Mk14,26-31
|| →Joh 13,36-38    || →Joh 18,1-2

Verse 31-34

Mat. 26.

Mar. 14.

DEr HErr aber ſprach / Simon / Simon / ſihe / Der Satanas hat ewer begert / das er euch möcht ſichten / wie den weitzen / 32Ich aber hab fur dich gebeten / Das dein Glaube nicht auffhöre / Vnd wenn du der mal eins dich bekereſt / ſo ſtercke deine Brüder. 33Er ſprach aber zu jm / HErr / ich bin bereit mit dir ins Gefengnis vnd in den Tod zugehen. 34Er aber ſprach / Petre / Ich ſage dir / Der Han wird heute nicht krehen / ehe denn du drey mal verleugnet haſt / das du mich kenneſt.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Jak 1,12-18

VI

 

 

 

Die Epiſtel S. Jacobi.

 

C. I.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der Chriſt in der Anfechtung

Vers 12

 

12Selig iſt der Man / der die anfechtung erduldet / Denn nach dem er beweret iſt / wird er die Krone des Lebens empfahen / welche Gott verheiſſen hat denen / die jn liebhaben.

 

 

Verse 13-18

Der Urſprung der Verſuchung

 

13Niemand ſage / wenn er verſucht wird / das er Gott verſucht werde / Denn Gott iſt nicht ein Verſucher zum böſen / er verſuchet niemand. 14Sondern ein jglicher wird verſucht / wenn er von ſeiner eigen Luſt gereitzet vnd gelocket wird / 15Darnach wenn die Luſt empfangen hat / gebiert ſie die Sünde / die ſünde aber wenn ſie volendet iſt / gebiert ſie den Tod.

 

IRret nicht / lieben Brüder / 17Alle gute Gabe / vnd alle volkomene gabe kompt von oben herab / von dem Vater des liechts / Bey welchem iſt keine verenderung noch wechſel des Liechts vnd Finſternis. 18Er hat vns gezeuget nach ſeinem willen / durch das wort der Warheit / Auff das wir weren Erſtlinge ſeiner Creaturen.

 

 

 

 

CONTINUATEXT (C)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Hiob 1,(1-5)6-22

C1

 

 

 

 

Das Bucĥ Hiob.

 

 

Holzschnitt, Bild zu Kapitel 1 aus dem Buch Hiob

 

I.

 

 

I. EINLEITUNG:
GOTT STELLT HIOB AUF DIE PROBE

 

 

1 - 2

 

 

Fakultativ: Verse 1-5

Der Menſch Hiob

 

ES war ein Man im

lande Vz / der hies Hiob / Der-

ſelb war ſchlecht vnd recht / Gottfürchtig / vnd meidet das böſe. 2Vnd zeuget ſieben Söne vnd drey Töchter / 3vnd ſeins Viehs war ſieben tauſent ſchaf / drey tauſent kamel / fünff hundert joch rinder / vnd fünff hundert eſelin / vnd ſeer viel Geſinds / Vnd er war a herrlicher / denn alle die gegen Morgen woneten.

Hiob eſt lo­bab Rex Edom, Gen. 36. ſci­li­cet iux­ta Ara­bi­am fe­li­cem, in Pe­trea Ara­bia, quia ir­ruunt in eum Sa­bei.

→*1)

a

Nicht das er ſo Reich vnd ge­wal­tig ſey ge­we­ſen / Son­dern vmb ſei­ner weis­heit / ver­ſtand vnd Gott­ſe­lig­keit wil­len / iſt er herr­li­cher ge­hal­ten denn an­de­re.

 

VND ſeine Söne giengen hin vnd machten Wolleben / ein jglicher in ſeinem Hauſe auff ſeinen tag / vnd ſandten hin vnd luden jr drey Schweſtern mit jnen zu eſſen vnd zu trincken. 5Vnd wenn ein tag des Wollebens vmb war / ſandte Hiob hin vnd heiligete ſie / vnd machte ſich des morgens früe auff / vnd opfferte Brandopffer / nach jrer aller zal / Denn Hiob gedachte / Meine Söne möchten geſündigt / vnd Gott geſegenet haben in jrem hertzen / Alſo thet Hiob alle tage.

 

 

Verse 6-12

Satans Vorſprache bei Gott und ihre Vereinbarung, Hiob auf die Probe ſtellen

 

 

 

 

 

 

 

→1.Pet. 5.

ES begab ſich aber auff einen tag / da die Kinder Gottes kamen vnd fur den HERRN tratten / Kam der Satan auch vnter jnen. 7Der HERR aber ſprach zu dem Satan / Wo kompſtu her? Satan antwortet dem HERRN / vnd ſprach / Ich hab das Land vmbher durchzogen. 8Der HERR ſprach zu Satan / Haſtu nicht acht gehabt auff meinen knecht Hiob? Denn es iſt ſein Gleiche nicht im Lande / ſchlecht vnd recht / Gottfürchtig / vnd meidet das böſe.

 

9SAtan antwortet dem HERRN / vnd ſprach / Meinſtu / das Hiob vmb ſonſt Gott fürchtet? 10Haſtu doch jn / ſein Haus vnd alles was er hat / rings vmb her verwaret / Du haſt das werck ſeiner hende geſegenet / vnd ſein Gut hat ſich ausgebreitet im Lande. 11Aber recke dein Hand aus / vnd taſte an alles was er hat / Was gilts / er wird dich ins angeſicht ſegenen? 12Der HERR ſprach zu Satan / Sihe / alles was er hat / ſey in deiner hand / on alleine an jn ſelbs lege deine hand nicht. Da gieng Satan aus von dem HERRN.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Segenen)

Das iſt fluchen vnd leſtern.

 

 

Verse 13-17

Das Unglück bricht über Hiob herein: Er verliert alles Vieh, viele Knechte kommen um

 

DES tages aber da ſeine Söne vnd Töchter aſſen vnd truncken wein in jres Bruders hauſe des erſtgebornen / 14kam ein Bote zu Hiob / vnd ſprach / Die Rinder pflügeten / vnd die Eſelinnen giengen neben jnen an der weide. 15Da fielen aus Reicharabia her ein / vnd namen ſie / vnd ſchlugen die Knaben mit der ſcherffe des ſchwerts / Vnd ich bin allein entrunnen / das ich dirs anſaget. 16Da der noch redet / kam ein ander / vnd ſprach / Das fewr Gottes fiel vom Himel / vnd verbrand Schaf vnd Knaben / vnd verzehret ſie / Vnd ich bin allein entrunnen / das ich dirs anſaget. 17Da der noch redet / kam einer / vnd ſprach / Die Chaldeer machten drey Spitzen / vnd vberfielen die Kamel / vnd namen ſie / vnd ſchlugen die Knaben mit der ſcherffe des ſchwerts / Vnd ich bin allein entrunnen / das ich dirs anſaget.

 

 

Verse 18-19

Hiobs Kinder kommen ums Leben

 

DA der noch redet / kam einer / vnd ſprach / Deine Söne vnd Töchter aſſen vnd truncken im hauſe jres Bruders des erſtgebornen / 19Vnd ſihe / da kam ein groſſer wind von der wüſten her / vnd ſties auff die vier ecken des Hauſes / vnd warffs auff die Knaben / das ſie ſtorben / Vnd ich bin allein entrunnen / das ich dirs anſaget.

 

 

Verse 20-22

Die Trauer und die Demut Hiobs

 

 

 

 

→Eccl. 5.

→1.Tim. 6.

DA ſtund Hiob auff vnd zureis ſein Kleid / vnd raufft ſein Heubt / vnd fiel auff die erden vnd betet an / 21vnd ſprach / Ich bin nacket von meiner Mutterleibe komen / nacket werde ich wider da hin faren. Der HERR hats gegeben / der HERR hats genomen / Der name des HERRN ſey gelobt. 22In dieſem allen ſündiget Hiob nicht / vnd thet nichts thörlichs wider Gott.

 

 

 

*1) Lat.: Hiob est lobab Rex Edom, Gen. 36. scilicet iuxta Arabiam felicem, in Petrea Arabia, quia irruunt in eum Sabei.

Dt.: »Hiob ist Jobab, König von Edom (siehe 1Mos 36), nämlich das glückliche Arabien in [ hier: Teil der Provinz] Petrea Arabia, weil dort die Bewohner von Saba einströmen.«

Luther verbindet hier Hiob mit dem in 1Mos 36,33 genannten König von Edom, Jobab, Sohn Serachs von Bozra., und das Land Uz unzweifelhaft mit Edom.

Das Gebiet der Edomiter wird zwischen dem Toten Meer und dem Golf von Akaba angenommen. Es ist Teil der größeren Provinz Arabia Petrea, die etwa den Sinai, die arabische Halbinsel und Jordanien umfasste. Die Edomiter betrieben Ackerbau und Viehzucht.

Das Land der Edomiter grenzte im südosten an der westlichen Küste der arabischen Halbinsel an das Königreich Saba. Zwischen den Ländern gab es regen Handel. Die Karawanenstraßen von Saba und Südarabien nach Ägypten (über den Sinai), nach Israel, Jordanien und Syrien führten durch das Gebiet Edoms. Die Bewohner von Saba strömten unentwegt in Edom ein, im Gepäck viele Waren und seltene Kostbarkeiten wie z. B. Weihrauch., auf der Einkaufsliste vor allem Nahrungsmittel für den weiteren Weg.

Luther versucht wohl den überschwänglichen Reichtum Hiobs zu begründen. Seine Notiz in lateinischer Sprache richtet sich an die gelehrten Leser. Er möchte hier offensichtlich einer Auffassung widersprechen, nach der die Wüstenbewohner durchweg Nomadenstämme waren, die ihre Schaf- und Ziegenherden durch den Sinai und die arabischen Felswüsten führten, und somit Hiobs Person fragwürdig erscheinen lässt.

 

Hinweis zur Abbildung in Hiob 1: : Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Erläuterungen zur Abbildung in Hiob 1

Das Kapitel 1 des Buchs Hiob wird mit einem Holzschnitt eingeleitet. Die Abbildung zeigt gleichzeitig mehrere Szenen aus Kapitel 1 und 2, die zeitlich nacheinander abgelaufen sind.

Zu sehen sind die Ereignisse, die Hiobs Herden, Knechte, und Kinder töteten, der aussätzige Hiob, seine Frau und seine Freunde:

  • Links brennt auf dem Hügel das Feuer Gottes und verzehrt die dort weidenden Schafe und Hirten. (Vers 1,16). Nur ein Hirte kann entkommen. Er läuft mit erhobenen Händen den Hügel hinab.
  • Im Hintergrund überfallen die Chaldäer die Kamelherden und treiben sie davon (Vers 1,17). Wieder kann nur ein Hirte entfliehen. Davor liegen am Boden bereits getötete Rinder und Esel, die von Arabern abgeschlachtet wurden (Vers 1,14f.).
  • Rechts stürzt gerade das Haus ein, in dem die Kinder Hiobs versammelt sind. Zwischen den Trümmern sind ein Sohn und eine Tochter Hiobs zu sehen, die es nicht mehr schaffen, den Unglücksort zu verlassen. Nur ein Diener kann sich retten (Verse 1,18-19).
  • Im Garten vor dem Haus, angedeutet durch die Gartenmauer, sitzt Hiob. Sein Körper ist mit dicken Pusteln übersät. Er ist vom Aussatz befallen (Verse 2,7-8).
  • Rechts steht Hiobs Frau, die dessen Festhalten an Gott nicht begreifen kann (Verse 2,9-10).
  • Auf der linken Seite stehen die drei Freunde Hiobs, die von seinem Schicksal gehört hatten und ihn besuchen, erkennbar an ihren herrschaftlichen Mänteln und Hüten (Vers 2,11).
  • Die vierte Person links außen, die jünger erscheint, ist Elihu, der erst in Kapitel 32 genannt wird (Vers 32,2ff.), aber von Anfang an dabei war. Er verfolgte die Gespräche und wendet sich nun mit einer Rede an die drei Freunde Hiobs.

 

CONTINUATEXT (C)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mk 14,17-26(27-31)

C2

 

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. XIIII.

 

 

Vers 17

Das heilige Abendmahl
Der Beginn des Paſchamahls

|| →Mt 26,20    || →Lk 22,14-18

 

17AM abend aber kam er mit den Zwelffen.

 

 

Vers 18-21

Das heilige Abendmahl
Die Bezeichnung des Verräters

|| →Mt 26,21-25    || →Lk 22,21-23

Mat. 26.

Luc. 22.

18Vnd als ſie zu tiſche ſaſſen vnd aſſen / ſprach Jheſus / Warlich / Ich ſage euch / Einer vnter euch / der mit mir iſſet / wird mich verrhaten. 19Vnd ſie wurden trawrig / vnd ſagten zu jm / einer nach dem andern / Bin ichs? Vnd der ander / Bin ichs? 20Er antwortet / vnd ſprach zu jnen / Einer aus den Zwelffen / der mit mir in die Schüſſel tauchet. 21Zwar des menſchen Son gehet hin / wie von jm geſchrieben ſtehet. Weh aber dem Menſchen / durch welchen des menſchen Son verrhaten wird / Es were dem ſelben Menſchen beſſer / das er nie geborn were.

 

 

Vers 22-25

Das heilige Abendmahl
Die Einſetzungsworte

|| →Mt 26,26-29    || →Lk 22,19-20    || →1Kor 11,23-25

Abend-

mal des

HERRN.

1.Cor. 11.

VND in dem ſie aſſen / Nam Jheſus das Brot / dancket / vnd brachs / vnd gabs jnen / vnd ſprach / Nemet / eſſet / Das iſt mein Leib. 23Vnd nam den Kelch / vnd dancket / vnd gab jnen den / Vnd ſie truncken alle draus / 24Vnd er ſprach zu jnen / Das iſt mein Blut / des newen Teſtaments / das fur viele vergoſſen wird. 25Warlich / Ich ſage euch / das ich hinfurt nicht trincken werde vom gewechſe des Weinſtocks / bis auff den tag / da ichs newe trincke / in dem reich Gottes.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus

|| →Mt 26,30-35    || →Lk 22,31-34
|| →Joh 13,36-38    || →Joh 18,1-2

Vers 26

II.

Oleberg

Mat. 26.

Luc. 22.

Joh. 18.

Vnd da ſie den Lobgeſang geſprochen hatten / giengen ſie hin aus an den Oleberg.

 

 

Fakultativ: Vers 27-31

 

 

 

 

→Zach. 13.

27Vnd Jheſus ſprach zu jnen / Ir werdet euch in dieſer nacht alle an mir ergern / Denn es ſtehet geſchrieben / Ich werde den Hirten ſchlahen / vnd die Schafe werden ſich zurſtrewen. 28Aber nach dem ich aufferſtehe / wil ich fur euch hin gehen in Galilean. 29Petrus aber ſaget zu jm / Vnd wenn ſie ſich alle ergerten / So wolte doch ich mich nicht ergern. 30Vnd Jheſus ſprach zu jm / Warlich ich ſage dir / Heute / in dieſer nacht / ehe denn der Hane zweymal krehet / wirſtu mich drey mal verleugnen. 31Er aber redete noch weiter / Ja wenn ich mit dir auch ſterben müſte / wolt ich dich nicht verleugnen. Desſelbigen gleichen ſagten ſie alle.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Rom 6,12-14

M1

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. VI.

 

 

Aus dem Abschnitt

Das neue Leben

Verse 12-14

 

SO laſſet nu die Sünde nicht herrſchen in ewrem ſterblichen Leibe / jm gehorſam zu leiſten in ſeinen a lüſten. 13Auch begebet nicht der ſünden ewre Glieder zu Waffen der vngerechtigkeit / Sondern begebet euch ſelbs Gotte / als die da aus den Todten lebendig ſind / vnd ewre glieder Gotte zu Waffen der gerechtigkeit. 14Denn die ſünde wird nicht herrſchen können vber euch / Sintemal jr nicht vnter dem Geſetze ſeid / Sondern vnter der Gnade.

a

Mercke / die Hei­li­gen ha­ben noch bö­ſe lü­ſte im flei­ſch / den ſie nicht fol­gen.
So lan­ge die gna­de re­giert / blei­bet das Ge­wiſ­ſen frey vnd zwingt die ſün­de im fleiſch. Aber on gna­de re­giert ſie / vnd das Ge­ſetz ver­dampt das Ge­wiſ­ſen.

 

 

 

 
Text: Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Habt mit allen Menschen Friede. (Römer 12, 15.18)

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlägt die Ordnung der evangelischen Kirchen biblische Texte vor.

Sie sind jedoch nicht nur für den Vortrag im Gottesdienst gedacht. Es sind gleichzeitig Leseempfehlungen für alle Gemeinde­mit­glie­der, für Christen, die sich nicht in der Gemeindearbeit engagieren können oder wollen, und für jeden, der sich für die christliche Religion oder für die Bibel in der praktischen Anwendung interessiert.

Wir möchten Sie daher ausdrücklich dazu ermuntern, die Textstellen einmal in Ihrer Bibel zu lesen.

Über das Jahr betrachtet und im Verlauf der Jahre werden Sie auf diese Weise in kleinen Einheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, die wesentlichen Textzeugnisse kennenlernen, auf die sich die christliche Religion stützt.

Text der Lutherbibel von 1545

Eine Besonderheit weisen unsere Seiten auf: Etliche biblische Texte (wie beispielsweise den Wochenspruch, die Psalmen und die Perikopen) geben wir nicht in der modernen, von der evangelischen Kirche vorgege­be­nen Textgestalt wieder, sondern in der Schreibweise und in der Sprache der Lutherbibel aus dem Jahr 1545.

Es ist der Text, den Martin Luther selbst aus den Quellen übersetzt und formuliert hatte. Er führt uns zurück in die Anfänge der Reformation, als die Bibel populär wurde und es Laien erstmals möglich war, biblische Texte zu lesen und über ihren Inhalt und Sinn nachzudenken.

Diese Texte sind gut geeignet für den Vergleich mit modernen Übersetzungen, vor allem aber für sehr private Medita­tio­nen über ihre Botschaften und über ihre gewaltige, sprachliche Aussagekraft.

 
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