Sonntag Estomihi | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
26.2.2017 | Estomihi | Sonntag vor der Passionszeit

Kirchenjahr 2016/2017

Sonntag
Estomihi

Quinquagesimae

Sonntag vor der Passionszeit

 
 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

Inhalt dieser Seite

 
 Sonntag Estomihi in den Jahren 2017 bis 2024
 
Bewegliches Datum
Sonntag Estomihi zwischen dem 1. Februar und dem 7. März
  • 7. Sonntag vor Ostern
  • Sonntag vor der Passionszeit
  • Abhängig vom Osterdatum
    Estomihi liegt zwischen dem 1. Februar und dem 7. März eines Jahres
 
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 49 Tage vor Ostern
  • gerechnet ab diesem Tag ist am 50. Tag Ostern

Der Name Estomihi

 

»Sei mir!«

esse: sein; esto: sei!
mihi: mir
esto mihi: sei mir!

 

Der Name Estomihi geht zurück auf die vorreformatorische Zeit und leitet sich ab von den ersten Worten des lateinischen Introitus der römisch-katholischen Messe für diesen Sonntag (»esto mihi in lapidem fortissimum et in domum munitam ut salves me«). Er hat sich sich in den evangelischen Kirchen als Bezeichnung für den Sonntag vor der Passionszeit bis heute erhalten.

Biblisch stützt sich die Bezeichnung Estomihi auf die ersten Worte in →Psalm 31,3b (das ist in der lateinischen Biblia Sacra Vulgata der Psalm 30,3).

Hier der Text aus der lateinischen Biblia Sacra Vulgata (Ps 30,3; Text nach H) und aus Luthers Biblia von 1545 ( Ps 31,3):

 

30 3a inclina ad me aurem tuam velociter libera me 3b esto mihi in lapidem fortissimum et in domum munitam ut salves me

 

313a Neige deine Ohren zu mir / eilend hilff mir / 3b Sey mir ein ſtarcker Fels vnd eine Burg / das du mir helffeſt.

 

Der Name Quinquagesimae

 

Der Sonntag vor der Passionszeit, Estomihi, trägt in Anlehnung an die beiden Sonntage davor (→Septuagesimae und →Sexagesimae) auch die Bezeichnung Quinquagesimae (lat. quinquagesima: fünfzig). Dieser Name zeigt an, dass die Osterwoche am 50. Tag ab diesem Sonntag beginnt (Ostersonntag).

Mit diesen Bezeichnungen spiegelt die Zeit zwischen den drei Sonntagen der Vorpassionszeit die gesamte Osterwoche zwischen →Ostersonntag und dem Samstag vor →Quasimodogeniti und richtet so den Blick auf die Freudenzeit nach der Passionszeit, die am →Aschermittwoch, dem Mittwoch nach Estomihi, beginnt.

  • Septuagesimae (lat. septuagesima: siebzig), 63 Tage vor Ostern, zeigt auf das Ende der Osterwoche, auf den Tag vor dem Sonntag Quasimodogeniti, den siebzigsten Tag ab Septuagesimae.
  • Sexagesimae (lat. sexagesima: sechzig), 56 Tage vor Ostern, zeigt auf die Mitte der Osterwoche (Mittwoch nach Ostersonntag), den sechzigsten Tag ab Sexagesimae.
  • Quinquagesimae (lat. quinquagesima: fünfzig), 49 Tage vor Ostern, zeigt auf den Beginn der Osterwoche, Ostersonntag, dem fünfzigsten Tag ab Quinquagesimae.
  • Zudem zeigt der Sonntag Quadragesimae (lat. quadragesima: vierzig), der Sonntag Invokavit, auf Gründonnerstag (den 40. Tag ab Invokavit), auf den Beginn des Triduum Paschale, der drei österlichen Tage, mit der Vesper am Abend des Gründonnerstag.
Titel Gottesdienstliche Ordnung

Der evangelische Sonntag

Estomihi

Sonntag vor der Passionszeit

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

1. Sonntag nach Epiphanias | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Estomihi ist der Sonntag vor der Passionszeit.
Die Zeit vor der Passionszeit umfasst drei Sonntage.
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

Estomihi

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Sehet / wir gehen hinauff gen Jeruſalem / vnd es wird alles volendet / das geſchrieben iſt durch die Propheten / von des menſchen Son.

→Lk 18,31b

Pſalm
31
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 31,2-6

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Sehet / wir gehen hinauff gen Jeruſalem / vnd es wird alles volendet / das geſchrieben iſt durch die Propheten / von des menſchen Son.

→Lk 18,31b

Pſalm
31
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 413
oder:
Ein wahrer Glaube Gotts Zorn stillt A EG 384 Lasset uns mit Jesus ziehen
EG 384 Lasset uns mit Jesus ziehen B EG 401 Liebe, die du mich zum Bilde
    C DHuT 332 Da berühren sich Himmel und Erde
   

EG: Evangelisches Gesangbuch
DHuT: Durch Hohes und Tiefes. Gesangbuch der Evangelischen Studierendengemeinden in Deutschland

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

Estomihi

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextMk 8,31-38 Mk 8,31-38
Epistel Zum Text1Kor 13,1-13 1Kor 13,1-13
Altes Testament Zum TextAmos 5,21-24 Amos 5,21-24
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 26.2.2017 Zum TextLk 10,38-42
IV 11.2.2018 Zum TextAmos 5,21-24
V 3.3.2019 1Kor 13,1-13
VI 23.2.2020 Jes 58,1-9a
I 14.2.2021 Lk 10,38-42
II 27.2.2022 Lk 18,31-43
   

 

 

Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
MZum TextSpr 1,20-28MSpr 1,20-28
MZum TextLk 8,16-18MLk 8,16-18
MZum TextLk 13,31-35MLk 13,31-35
MZum TextEph 6,18-20MLk 23,26-31
MEph 6,18-20
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Mk 8,31-38

EV
I

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. VIII.

 

Verse 31-33

Die erſte Leidensankündigung

|| →Mt 16,21-23    || →Lk 9,22

Mat. 16.

Luc. 9.

Joh. 12.

VND hub an ſie zu leren / Des menſchen Son mus

viel leiden / vnd verworffen werden von den Elteſten vnd Hohenprieſtern vnd Schrifftgelerten / vnd getödtet werden / Vnd vber drey tage aufferſtehen. 32Vnd er redet das wort frey offenbar. Vnd Petrus nam jn zu ſich / fieng an jm zu weren. 33Er aber wand ſich vmb / vnd ſahe ſeine Jünger an / vnd bedrawet Petrum / vnd ſprach / Gehe hinder mich du Satan / Denn du meineſt nicht das Göttlich / ſondern das menſchlich iſt.

 

 

Verse 34-38

Die Bedingungen der Nachfolge Jheſu

|| →Mt 10,38-39    || →Mt 16,24-28    || →Lk 9,23-27    
|| →Lk 14,26-27

Mat.10.

VND er rieff zu ſich dem Volck ſampt ſeinen Jüngern / vnd ſprach zu jnen / Wer mir wil nachfolgen / der verleugne ſich ſelbs / vnd neme ſein Creutz auff ſich / vnd folge mir nach. 35Denn wer ſein Leben wil behalten / der wirds verlieren / Vnd wer ſein Leben verleuret / vmb meinen vnd des Euangelij willen / der wirds behalten. 36Was hülffs den Menſchen / wenn er die gantze Welt gewünne / vnd neme an ſeiner Seelen ſchaden? 37Oder was kan der Menſch geben / da mit er ſeine Seele löſe? 38Wer ſich aber mein vnd meiner wort ſchemet / vnter dieſem ehebrecheriſchen vnd ſündigem Geſchlecht / Des wird ſich auch des menſchen Son ſchemen / wenn er komen wird in der Herrligkeit ſeines Vaters / mit den heiligen Engeln.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
1Kor 13,1-13

EP
II

 

 

 

 

Die Erſte Epiſtel
S. Páuli:
An die Córinther.

 

 

C. XIII.

 

Verse 1-13

Das Hohelied der Liebe

 

WEnn ich mit Menſchen vnd mit Engel

zungen redet / vnd hette der Liebe nicht / So were ich ein donend Ertz oder eine klingende Schelle. 2Vnd wenn ich weiſſagen kündte / vnd wüſte alle Geheimnis / vnd alle Erkentnis / vnd hette a allen Glauben / alſo / das ich Berge verſetzte / vnd hette der Liebe nicht / So were ich nichts. 3Vnd wenn ich alle meine Habe den Armen gebe / vnd lieſſe meinen Leib brennen / vnd hette der Liebe nicht / So were mirs nichts nütze.

a

(Allen glauben)

Wiewol allein der Glau­be ge­recht machet / als S. Pau­lus al­lent­hal­ben trei­bet / Doch wo die Lie­be nicht fol­get / we­re der glaube ge­wis­lich nicht recht / ob er gleich Wun­der thete.

 

4DJe Liebe iſt langmütig vnd freundlich / die liebe eiuert nicht / die liebe treibt nicht mutwillen / ſie blehet ſich nicht / 5ſie ſtellet nicht b vngeberdig / ſie ſüchet nicht das jre / ſie leſſet ſich nicht erbittern / ſie tracht nicht nach ſchaden / 6ſie frewet ſich nicht der vngerechtigkeit / ſie frewet ſich aber der warheit / 7Sie vertreget alles / ſie gleubet alles / ſie hoffet alles / ſie duldet alles. 8Die Liebe wird c nicht müde / Es müſſen auffhören die Weiſſagungen / vnd auffhören die Sprachen / vnd das Erkentnis wird auch auffhören.

b

(Vngeberdig)

Wie die zor­ni­gen ſtör­ri­gen / vn­ge­dül­ti­gen Köpf­fe thun.

c

(Nicht müde)

Das iſt / Sie leſſt nicht abe guts zu thun / man thue jr lieb oder leid / Son­dern helt feſt an mit wol­thun / vnd wird nicht an­ders.

 

9DEnn vnſer wiſſen iſt d ſtückwerck / vnd vnſer Weiſſagen iſt ſtückwerck. 10Wenn aber komen wird das volkomen / ſo wird das ſtückwerck auffhören. 11Da ich ein Kind war / da redet ich wie ein kind / vnd war klug wie ein kind / vnd hatte kindiſche anſchlege. Da ich aber ein Man ward / that ich abe was kindiſch war. 12Wir ſehen jtzt durch einen Spiegel in einem tunckeln wort / Denn aber von angeſicht zu angeſichte. Jtzt erkenne ichs ſtücksweiſe / Denn aber werde ich erkennen gleich wie ich erkennet bin. 13Nu aber bleibt Glaube / Hoffnung / Liebe / dieſe drey / Aber die Liebe iſt e die gröſſeſt vnter jnen.

d

(Stückwerck)

Wiewol wir im glau­ben al­les ha­ben / vnd er­ken­nen was Gott iſt / vnd vns gibt / So iſt doch daſ­ſel­bi­ge er­ken­nen noch ſtück­werck / vnd vn­uol­ko­men ge­gen der zu­künff­ti­gen klar­heit.

e

(Die gröſſeſt)

Liebe macht nicht ge­recht / ſon­dern der glau­be / Ro. j. Weil aber glau­be vnd hof­fnung ge­gen Gott han­deln vnd nur gu­tes empfa­hen / da­zu auff­hören müſ­ſen / Die Lie­be aber ge­gen dem Ne­he­ſten han­delt / vnd nur gu­tes thut / da zu ewig blei­bet / iſt ſie gröſſ­er / das iſt wei­ter / thett­iger vnd war­haff­ti­ger.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
Amos 5,21-24

AT
IV

 

 

 

 

Der Prophet Amós.

 

 

C. V.

 

Verse 21-24

Das Recht ſtröme wie Waſſer

Jeſa. 1.

Jere. 7.

ICH bin ewrn Feiertagen gram / vnd verachte ſie / vnd mag a nicht riechen / in ewr Verſamlung. 22Vnd ob jr mir gleich Brandopffer vnd Speiſopffer opffert / So hab ich keinen gefallen dran / So mag ich auch ewr feiſte Danckopffer nicht anſehen. 23Thu nur weg von mir das geplerr deiner Lieder / Denn / Ich mag deines Pſalterſpiles nicht hören. 24Es ſol aber das Recht offenbart werden / wie Waſſer / vnd die Gerechtigkeit / wie ein ſtarcker Strom.

 

a

Das iſt / Ewer Reuchopffer ge­felt mir nicht / ich hab die Schnup­pen.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Lk 10,38-42

III

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. X.

 

Verse 38-42

Maria und Martha

 

ES begab ſich aber / da ſie wandelten / gieng er in einen Marckt / da war ein Weib / mit namen Martha / die nam jn auff in jr Haus / 39Vnd ſie hatte eine Schweſter / die hies Maria / die ſatzte ſich zu Jheſus füſſen / vnd höret ſeiner Rede zu. 40Martha aber machet jr viel zu ſchaffen jm zu dienen / Vnd ſie trat hin zu / vnd ſprach / HErr / frageſtu nicht darnach / das mich meine Schweſter leſſt alleine dienen? Sage jr doch / das ſie es auch angreiffe. 41Jheſus aber antwortet / vnd ſprach zu jr / Martha / Martha / du haſt viel ſorge vnd mühe. 42Eines aber iſt not. Maria hat das gute Teil erwelet / das ſol nicht von ir genomen werden.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Lk 18,31-43

V

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XVIII.

 

Verse 31-34

Die dritte Leidensankündigung

|| →Mt 20,17-19    || →Mk 10,32-34

Mat. 20.

Mar. 10.

ER nam aber zu ſich die Zwelffe / vnd ſprach zu jnen / Sehet / wir gehen hinauff gen Jeruſalem / vnd es wird alles volendet / das geſchrieben iſt durch die Propheten / von des menſchen Son. 32Denn er wird vberantwortet werden den Heiden / vnd er wird verſpottet vnd geſchmehet vnd verſpeiet werden / 33vnd ſie werden jn geiſſeln vnd tödten / Vnd am dritten tage wird er wider aufferſtehen. 34Sie aber vernamen der keines / Vnh* die Rede war jnen verborgen / Vnd wuſten nicht / was das geſagt war.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*[ Vnh ]

Korr.: Und

 

 

Verse 35-43

Der Blinde von Jericho

|| →Mt 20,29-34    || →Mk 10,46-52

 

ES geſchach aber / da er nahe zu Jericho kam / ſaſs ein Blinder am wege / vnd bettelt. 36Da er aber höret das Volck / das durch hin gieng / forſchet er was das were? 37Da verkündigeten ſie jm / Jheſus von Nazareth gienge fur vber. 38Vnd er rieff / vnd ſprach / Jheſu du Son Dauid / Erbarme dich mein. 39Die aber forne an giengen / bedraweten jn / er ſolt ſchweigen. Er aber ſchrey viel mehr / Du Son Dauid / erbarme dich mein. 40Jheſus aber ſtund ſtille / vnd hies jn zu ſich füren. Da ſie jn aber nahe bey jn brachten / fraget er jn 41vnd ſprach / Was wiltu / das ich dir thun ſol? Er ſprach / HErr / das ich ſehen müge. 42Vnd Jheſus ſprach zu jm / Sey ſehend / Dein glaube hat dir geholffen / 43Vnd alſo bald ward er ſehend / vnd folget jm nach vnd preiſete Gott. Vnd alles Volck / das ſolchs ſahe / lobet Gott.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jes 58,1-9a

VI

 

 

 

Der Prophet Jeſáia.

 

C. LVIII.

 

 

Falſches und rechtes Faſten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Math. 6.

RVffe getroſt / ſchone nicht / Erhebe deine

ſtim wie eine Poſaune / vnd verkündige meinem Volck jr vbertretten / vnd dem hauſe Jacob jre ſunde. 2Sie ſuchen mich teglich vnd wollen meine Wege wiſſen / als ein Volck das Gerechtigkeit ſchon gethan / vnd das Recht jres Gottes nicht verlaſſen hette. Sie foddern mich zu Recht / vnd wollen mit jrem Gott rechten. 3Warumb faſten wir / Vnd du ſiheſt es nicht an? Warumb thun wir vnſerm Leibe wehe / Vnd du wilts nicht wiſſen?

 

SIhe / wenn jr faſtet / So vbet jr ewern willen / vnd treibet aile ewer Schüldiger. 4Sihe / jr faſtet / das jr haddert vnd zanckt / vnd ſchlahet mit der fauſt vngöttlich. Faſtet nicht alſo / wie jr jtzt thut / das ein geſchrey von euch in der Höhe gehöret wird. 5Solt das ein Faſten ſein / das ich erwelen ſol / Das ein Menſch ſeinem Leibe des tages vbel thut / oder ſeinen Kopff henge wie ein Schilff / oder auff eim Sack vnd in der Aſſchen liege? wolt jr das eine Faſte nennen vnd ein tag dem HERRN angeneme?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alſo hen­gen die Heuch­ler den kopff / ſe­hen ſawr / vnd ſtel­len ſich elen­de /

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zach. 7.

Ezech. 18.

Mat. 25.

DAS iſt aber ein Faſten das ich erwele / Las los / welche du mit vnrecht verbunden haſt / Las ledig / welche du beſchwereſt / Gib frey / welche du drengeſt / Reis weg allerley laſt. 7Brich dem Hungerigen dein Brot / vnd die ſo im elend ſind / füre ins Haus. So du einen Nacket ſiheſt / ſo kleide jn / vnd entzeuch dich nicht von deinem Fleiſch. 8Als denn wird dein Liecht erfur brechen wie die Morgenröte / vnd deine Beſſerunge wird ſchnell wachſen / vnd deine Gerechtigkeit wird fur dir her gehen / vnd die Herrligkeit des HERRN wird dich zu ſich nemen. 9aDenn wirſtu ruffen / So wird dir der HERR antworten / Wenn du wirſt ſchreien / wird er ſagen / Sihe / hie bin ich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Beſſerung)

Das du rei­cher wirſt vnd zu­nimpſt an Gut vnd Se­lig­keit.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Spr 1,20-28

M1

 

 

 

 

Die Sprücĥe Salomo.

 

 

C. I.

 

Verse 20-28 aus dem Abschnitt

Die Bußpredigt der Weisheit

 

DIe Weisheit klagt drauſſen / vnd leſſt ſich hören auff den gaſſen. 21Sie rufft in der thür am thor fornen vnter dem Volck / Sie redet jre wort in der Stad. 22Wie lange wolt jr Albern alber ſein / vnd die Spötter luſt zu ſpötterey haben / vnd die Ruchloſen die Lere haſſen? 23Keret euch zu meiner ſtraffe. Sihe / Ich wil euch eraus ſagen meinen Geiſt / vnd euch meine wort kund thun.

 

24WEil ich denn ruffe / Vnd jr wegert euch / Ich recke meine Hand aus / Vnd niemand achtet drauff / 25vnd laſſt faren allen meinen Rat / vnd wöllet meiner Straffe nicht. 26So wil ich auch lachen in ewrem Vnfal / vnd ewer ſpotten / wenn da kompt das jr fürchtet. 27Wenn vber euch kompt / wie ein Sturm / das jr fürchtet / vnd ewer vnfal als ein Wetter / wenn vber euch Angſt vnd Not kompt. 28Denn werden ſie mir ruffen / Aber ich werde nicht antworten / Sie werden mich früe ſuchen / vnd nicht finden.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Lk 8,16-18

M2

 

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

 

C. VIII.

 

Verse 16-18

Das Gleichnis vom Licht

|| →Mt 5,15    || →Mk 4,21-25

Mat.5.

Mar.4.

 

 

 

Mat.10.

Mat.13.

25.

Mar.4.

NJemand aber zündet ein Liecht an / vnd bedeckts mit einem Gefeſs / oder ſetzts vnter eine Banck / Sondern er ſetzts auff einen Leuchter / Auff das / wer hin ein gehet / das liecht ſehe. 17Denn es iſt nichts verborgen / das nicht offenbar werde / Auch nichts heimlichs / das nicht kund werde / vnd an tag kome. 18So ſehet nu drauff / wie jr zuhöret. Denn wer da hat / dem wird gegeben / Wer aber nicht hat / Von dem wird genomen auch das er meinet zu haben.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Lk 13,31-35

M3

 

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

 

C. XIII.

 

Vesre 31-33

Die Feindſchaft des Herodes

 

AN dem ſelbigen tage kamen etliche Phariſeer / vnd ſprachen zu jm / Heb dich hin aus / vnd gehe von hinnen / Denn Herodes wil dich tödten. 32Vnd er ſprach zu jnen / Gehet hin vnd ſaget demſelben Fuchs / Sihe / Jch treibe Teufel aus / vnd mache geſund heut vnd morgen / Vnd am dritten tage werde ich ein ende nemen. 33b Doch mus ich heute vnd morgen / vnd am tage darnach wandeln / Denn es thuts nicht / das ein Prophet vmbkome auſſer Jeruſalem.

 

 

 

 

 

 

b

(Doch)

Nicht fliehe ich vmb Herodes wil­len / Sondern ich mus ſonst wan­deln / mein Ampt auszurichten.

 

 

Verse 34-35

Die Klage über Jeruſalem

|| →Mt 23,37-39    ↑ →Lk 19,41-44

 

Mat.23.

34JEruſalem / Jeruſalem / die du tödteſt Propheten / vnd ſteinigeſt die zu dir geſand werden / Wie offt habe ich wollen deine Kinder verſamlen / wie eine Henne jr neſt vnter jre flügel / Vnd jr habt nicht gewolt? 35Sehet ewer Haus ſol euch wüſte gelaſſen werden / Denn ich ſage euch / Jr werdet mich nicht ſehen / bis das es kome / das jr ſagen werdet / Gelobet iſt / der da kompt in dem Namen des HERRN.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Eph 6,18-20

M4

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Páuli:
An die Epheſer.

 

 

C. VI.

 

18Vnd betet ſtets in allem anligen mit bitten vnd flehen / im geiſt / Vnd wachet dazu mit allem anhalten vnd flehen / fur alle Heiligen / 19vnd fur mich / Auff das mir gegeben werde das wort / mit freidigem auffthun meines mnndes*1) / Das ich möge kund machen das geheimnis des Euangelij / 20welches Bote ich bin in der Ketten / Auff das ich darinnen freidig handeln möge / vnd reden wie ſichs gebürt.

 

 

 

 

 

 

*1)Korr: Mundes

 

 

 

 
Text: Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Habt mit allen Menschen Friede. (Römer 12, 15.18)

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlägt die Ordnung der evangelischen Kirchen biblische Texte vor.

Sie sind jedoch nicht nur für den Vortrag im Gottesdienst gedacht. Es sind gleichzeitig Leseempfehlungen für alle Gemeinde­mit­glie­der, für Christen, die sich nicht in der Gemeindearbeit engagieren können oder wollen, und für jeden, der sich für die christliche Religion oder für die Bibel in der praktischen Anwendung interessiert.

Wir möchten Sie daher ausdrücklich dazu ermuntern, die Textstellen einmal in Ihrer Bibel zu lesen.

Über das Jahr betrachtet und im Verlauf der Jahre werden Sie auf diese Weise in kleinen Einheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, die wesentlichen Textzeugnisse kennenlernen, auf die sich die christliche Religion stützt.

Text der Lutherbibel von 1545

Eine Besonderheit weisen unsere Seiten auf: Etliche biblische Texte (wie beispielsweise den Wochenspruch, die Psalmen und die Perikopen) geben wir nicht in der modernen, von der evangelischen Kirche vorgege­be­nen Textgestalt wieder, sondern in der Schreibweise und in der Sprache der Lutherbibel aus dem Jahr 1545.

Es ist der Text, den Martin Luther selbst aus den Quellen übersetzt und formuliert hatte. Er führt uns zurück in die Anfänge der Reformation, als die Bibel populär wurde und es Laien erstmals möglich war, biblische Texte zu lesen und über ihren Inhalt und Sinn nachzudenken.

Diese Texte sind gut geeignet für den Vergleich mit modernen Übersetzungen, vor allem aber für sehr private Medita­tio­nen über ihre Botschaften und über ihre gewaltige, sprachliche Aussagekraft.

 
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