Sonntag Jubilate | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in Gold (Ersatz der liturgischen Farbe Weiß)
7.5.2017 | Jubilate | 3. Sonntag nach Ostern

Kirchenjahr 2016/2017

Sonntag
Jubilate

3. Sonntag nach Ostern

 
 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

Regeln

Fällt der Sonntag Jubilate auf den 25. April, den →Gedenktag des Evangelisten Markus, dann ist dieser Gedenktag in die folgende Woche zu verlegen.

Fällt der Sonntag Jubilate auf den 3. Mai, den →Gedenktag der Apostel Philippus und Jakobus, dann ist dieser Gedenktag in die folgende Woche zu verlegen.

Fällt der Sonntag Jubilate auf den 1. Mai, dann kann dort, wo es üblich ist, den Bitttag um gesegnete Arbeit zu begehen, dies im Vespergottesdienst am Vorabend oder in der Vesper dieses Sonntags berücksichtigt werden, jedoch nicht im Hauptgottesdienst.

 

Wirkung in 2017

- keine -

 
  Der Sonntag Jubilate in den Jahren 2017 bis 2024
Kalender

Der Sonntag Jubilate in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Sonntag Jubilate zwischen dem 12. April und dem 16. Mai
  • 3. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der Sonntag Jubilate liegt zwischen
    dem 12. April und dem 16. Mai eines Jahres
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 21 Tage nach Ostern
  • am 22. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
 
Alternativer Artikel zum Sonntag Jubilate

Allgemeine Informationen und Gedanken zu diesem Tag
finden Sie in diesem Artikel:  

Titel

Sonntag Jubilate 2017

Der Name leitet sich ab vom Lateinischen »Jubilate Deo«, zu Deutsch: »Bejubelt Gott«. Schöpfung und Neuschöpfung durch die Auferstehung Christi sind die Themen dieses Sonntags.

Mehr darüber in diesem Artikel.
 

Der Name Jubilate

 

»Jubelt!«

Der Name Jubilate geht zurück auf die vorreformatorische Zeit und leitet sich ab von den ersten Worten des lateinischen Introitus (Messeingangs) der römisch-katholischen Messe für diesen Sonntag:

»Jubilate Deo, omnis terra!«, »Bejubelt Gott, alle Länder der Welt!«

Dieser Name hat sich in den evangelischen Kirchen für den 3. Sonntag nach Ostern bis heute erhalten.

Biblisch stützt sich die Bezeichnung Jubilate auf den Text in Psalm 66, 1.

 

Hier der Text aus der lateinischen Biblia Sacra Vulgata ( Ps 65,1-2 ) und
der Text →Ps 66,1-2 aus Luthers Biblia von 1545:

 

651 VICTORI CANTICUM PSALMI
Iubilate Deo omnis terra
2 cantate gloriam nomini eius date gloriam laudi eius

 

661 Ein Pſalmlied / vor zu ſingen.
Jauchzet Gott alle Lande /
2 Lobſinget zu ehren ſeinem Namen / rhümet jn herrlich.

 

Die mittelalterlichen Bezeichnungen

 

Tercia Dominica post albas

Für den 3. Sonntag nach Ostern sind unterschiedliche Bezeichnungen bekannt. Die lateinische Bezeichnung tercia dominica post albas bedeutet genau dies: »Dritter Sonntag nach Ostern«.

Andere Bezeichnungen sind beispielsweise:

  • Dominica trium septimanarum pasche oder Dominica trium septimanarum paschatis
    Dies meint: »Sonntag drei von sieben der Osterzeit«
     
  • Dominica de modicum oder Dominica modicum.
    Das lateinische Wort modicum meint »kurze Zeit, kleine Weile«. Die Übersetzung bedeutet daher »Sonntag von der kurzen Zeit« (Sonntag, der vom Erscheinen Christi kurz nach seinem Tod und seiner Auferstehung handelt).

    Diese Namen werden zurückgeführt auf Joh 16,16-22 (Trost und Freude im Blick auf Jesu Abscheiden und Wiederkehr). Dort heißt es im Vers 16: »Noch eine kleine Weile (lat.: modicum), dann werdet ihr mich nicht mehr sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen«.
 

Unsere Kalender verwenden die vorreformatorischen Bezeichnungen bis zum Jahr 1530 (Verlesung der →Confessio Augustana, des Augsburgischen Bekenntnisses).

Titel Gottesdienstliche Ordnung

Der evangelische Sonntag

Jubilate

3. Sonntag nach Ostern

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in Gold (Ersatz der liturgischen Farbe Weiß)

Weiß

Jubilate | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Der Sonntag Jubilate im Kirchenkalender
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

Jubilate

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Iſt jemand in Chriſto / ſo iſt er eine newe Creatur / Das alte iſt vergangen / ſihe / es iſt alles new worden.

→2Kor 5,17

Pſalm
66
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 66,1-9

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Iſt jemand in Chriſto / ſo iſt er eine newe Creatur / Das alte iſt vergangen / ſihe / es iſt alles new worden.

→2Kor 5,17

Pſalm
66
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 108 Mit Freuden zart zu dieser Fahrt A EG 316/317 Lobe den Herren, den mächtigen König
B EG 432 Gott gab uns Atem
   

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

Jubilate

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextJoh 15,1-8 Joh 15,1-8
Epistel Zum Text1Joh 5,1-4 Apg 17,22-34
Altes Testament Zum Text1Mos 1,1-4a.26-31a; 2,1-4a 1Mos 1,1-4a(4b-25)26-28(29-30)31a(31b); 2,1-4a
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 7.5.2017 Zum TextJoh 16,16(17-19)20-23a
IV 22.4.2018 Zum Text2Kor 4,16-18
V 12.5.2019 Apg 17,22-34
VI 3.5.2020 1Mos 1,1-4a(4b-25)26-28(29-30)31a(31b); 2,1-4a
I 25.4.2021 Joh 16,16-23a
II 8.5.2022 2Kor 4,14-18
   

 

 

Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
MZum TextSpr 8,22-36MJes 43,14-21
M1Joh 5,1-4
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Joh 15,1-8

EV
I

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. XV.

 

Verse 1-8

Abschiedsreden:
Der rechte Weinſtock

 

ICH bin ein rechter Weinſtock / vnd mein

Vater ein Weingartner. 2Einen jglichen Reben an mir / der nicht Frucht bringet / wird er wegnemen / Vnd einen jglichen der da Frucht bringet / wird er reinigen / das er mehr frucht bringe. 3Ir ſeid jtzt rein / vmb des Worts willen / das ich zu euch geredt habe. 4Bleibt in mir / vnd ich in euch. Gleich wie der Rebe kan keine Frucht bringen von jm ſelber / er bleibe denn am Weinſtock / Alſo auch jr nicht / jr bleibet denn an mir.

 

5ICh bin der Weinſtock / Ir ſeid die Reben / Wer in mir bleibet / vnd ich in jm / der bringet viel frucht / Denn on mich künd jr nichts thun. 6Wer nicht in mir bleibet / Der wird weggeworffen / wie ein Rebe / vnd verdorret / Vnd man ſamlet ſie / vnd wirfft ſie ins fewer / vnd mus brennen. 7So jr in mir bleibet / vnd meine wort in euch bleiben / werdet jr bitten was jr wolt / vnd es wird euch widerfaren. 8Darinnen wird mein Vater geehret / das jr viel Frucht bringet / vnd werdet meine Jünger.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
1Joh 5,1-4

EP
II

 

 

 

Die erſte Epiſtel
S. Johánnis.

 

C. V.

 

Verse 1-4 aus dem Abschnitt:

Die Kraft des Glaubens

 

WER da gleubet / das Jheſus ſey der

Chriſt / der iſt von Gott geboren. Vnd wer da liebet den / der jn geborn hat / der liebet auch den / der von jm geborn iſt. 2Daran erkennen wir / das wir Gottes kinder lieben / wenn wir Gott lieben / vnd ſeine Gebot halten. 3Denn das iſt die liebe zu Gotte / das wir ſeine Gebot halten / vnd ſeine Gebot ſind nicht ſchweer.

 

4DEnn alles was von Gott geborn iſt / vberwindet die Welt / vnd vnſer Glaube iſt der Sieg / der die welt vberwunden hat.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
1Mos 1,1-4a.26-31a; 2,1-4a

AT
V

 

 

 

 

Holzschnitt, Titelbild zum 1. Buch Mose

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. I.

 

Verse 1-2

Der Anbeginn: Die lebloſe Materie

AM anfáng ẛcĥuff

Gott Himel und vnd

Erden. 2Vnd die Erde war wüſt vnd leer / vnd es war finſter auff der Tieffe / Vnd der Geiſt Gottes ſchwebet auff dem Waſſer.

 

 

 

 

 

 

(Geiſt)

Wind iſt da zu­mal noch nicht ge­weſt / dar­umb mus es den hei­li­gen Geiſt deu­ten.

 

 

Verse 3-4a aus dem Abschnitt:

Der erſte Schöpfungstag: Zeit

Liecht.

VND Gott ſprach / Es werde Liecht / Vnd es ward Liecht. 4Vnd Gott ſahe / das das Liecht gut war /

 

 

 

(Gut)

Das iſt / nütz / fein / köſtlich.

 

 

Verse 26-31a

Der ſechſte Schöpfungstag: Menſchen

Menſch

VND Gott ſprach / Laſſt vns Menſchen machen / ein Bild / das vns gleich ſey / Die da herrſchen vber die Fiſch im Meer / vnd vber die Vogel vnter dem Himel / vnd vber das Vieh / vnd vber die gantzen Erde / vnd vber alles Gewürm das auff Erden kreucht.

27VND Gott ſchuff den Menſchen Im zum Bilde / zum Bilde Gottes ſchuff er jn / Vnd ſchuff ſie ein Menlin vnd Frewlin.28Vnd Gott ſegenet ſie / vnd ſprach zu jnen / Seid fruchtbar vnd mehret euch vnd füllet die Erden / vnd macht ſie euch * vnterthan. Vnd herrſchet vber Fiſch im Meer / vnd vber Vogel vnter dem Himel / vnd vber alles Thier das auff Erden kreucht.

 

*

(Vnterthan)

Was jr baw­et vnd er­bei­tet auff dem Lan­de / das ſol ewr ei­gen ſein / vnd die Er­de ſol euch hie­rin die­nen / tra­gen vnd ge­ben.

Speiſe

fur den Men­ſchen vnd Thier etc.

29VND Gott ſprach / Sehet da / Ich hab euch gegeben allerley Kraut / das ſich beſamet auff der gantzen Erden / vnd allerley fruchtbare Bewme / vnd Bewme die ſich beſamen / zu ewr Speiſe / 30vnd aller Thiere auff Erden / vnd allen Vogeln vnter dem Himel / vnd allem Gewürm das das Leben hat auff Erden / das ſie allerley grün Kraut eſſen / Vnd es geſchach alſo 31Vnd Gott ſahe an alles was er gemacht hatte / Vnd ſihe da / es war ſeer gut.

 

 

C. II.

 

Verse 1-4a

Der ſiebente Schöpfungstag: Vollendung und Ruhe

 

 

 

 

 

 

Sab-

bath.

→Ebre. 3.

→*1)

ALſo ward volendet Himel vnd Erden mit

jrem gantzen Heer. 2Vnd alſo volendet Gott am ſiebenden tage ſeine Werck die er machet / vnd rugete am ſiebenden tage / von allen ſeinen Wercken die er machet. 3Vnd ſegnete den ſiebenden Tag vnd heiliget jn / darumb / das er an dem ſelben geruget hatte von allen ſeinen Wercken / die Gott ſchuff vnd machet.

4aALſo iſt Himel vnd Erden worden / da ſie geſchaffen ſind.

 

 

 

*1) Verweis auf Hebr. 3:

Luther verweist auf den Abschnitt Hebr 3,7 - 4,10. Dort heißt es in Hebr 3,11: »Das ich auch ſchwur in meinem zorn / Sie ſolten zu meiner Ruge nicht komen.« Das Wort Ruge (Ruhe) bezieht sich dort auf den siebenten Schöpfungetag, den Tag der Ruhe Gottes. Der Hebräerbrief greift die Formulierung mehrfach auf und erklärt sie schließlich unmißverständlich in Hebr 4,4 mit dem Ruhetag Gottes aus 1Mos 2,3.

 

 

Hinweis zur Abbildung in 1Mos 1: : Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Das Bild ist auch als Poster verfügbar:

Titelbild zum 1. Buch Mose

→Poster: Das Titelbild zum 1. Buch Mose

Das Titelbild des 1. Buchs Mose zeigt die Schöpfungsgeschichte. Das Poster liegt vor im PDF-Format, optimiert für den Druck in DIN A3, ist aber auch für andere Druckgrößen geeignet.

Format: PDF, Dateigröße: 2 MB

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Joh 16,16(17-19)20-23a

III

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. XVI.

 

Aus dem Abschnitt:

Abschiedsreden:
Jeſu Ankündigung ſeiner Wiederkehr

Vers 16

 

VBer ein kleines / ſo werdet jr mich nicht ſehen / vnd aber vber ein kleines / ſo werdet jr mich ſehen / denn ich gehe zum Vater.

 

 

Verse 17-19

 

VBer ein kleines / ſo werdet jr mich nicht ſehen / vnd aber vber ein kleines / ſo werdet jr mich ſehen / denn ich gehe zum Vater. 17Da ſprachen etliche vnter ſeinen Jüngern vnternander / Was iſt das / das er ſaget zu vns / Vber ein kleines / ſo werdet jr mich nicht ſehen / vnd aber vber ein kleines / ſo werdet jr mich ſehen / Vnd das ich zum Vater gehe? 18Da ſprachen ſie / Was iſt das / das er ſaget / Vber ein kleines? Wir wiſſen nicht / was er redet. 19Da mercket Jheſus / das ſie jn fragen wolten / vnd ſprach zu jnen / Dauon fraget jr vnternander / das ich geſagt hab / Vber ein kleines / ſo werdet jr mich nicht ſehen / vnd aber vber ein kleines / ſo werdet jr mich ſehen.

 

 

Verse 20-23a

 

20Warlich / warlich / ich ſage euch / Ir werdet weinen vnd heulen / Aber die welt wird ſich frewen / Ir aber werdet trawrig ſein / Doch ewer trawrigkeit ſol in freude verkeret werden.

 

21EIn Weib wenn ſie gebirt / ſo hat ſie trawrigkeit / Denn jre ſtunde iſt komen. Wenn ſie aber das Kind geboren hat / dencket ſie nicht mehr an die angſt / vmb der freude willen / das der Menſch zur welt geboren iſt. 22Vnd jr habt auch nu trawrigkeit / Aber ich wil euch wider ſehen / vnd ewer Hertz ſol ſich frewen / vnd ewer freude ſol niemand von euch nemen. 23Vnd an dem ſelbigen tage werdet jr mich nichts fragen.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
2Kor 4,16-18

IV

 

 

 

Die Ander Epiſtel:
An die Córinther.

 

C. IIII.

 

Verse 16-18 aus dem Abschnitt:

Leidensgemeinſchaft mit Chriſtus

 

16DArumb werden wir nicht müde / ſondern ob vnſer euſſerlicher Menſch verweſet / So wird doch der innerliche von tage zu tage vernewert. 17Denn vnſer Trübſal / die zeitlich vnd leichte iſt / ſchaffet eine ewige vnd vber alle mas wichtige Herrligkeit / 18vns / die wir nicht ſehen auff das ſichtbare / ſondern auff das vnſichtbare. Denn was ſichtbar iſt / das iſt zeitlich / Was aber vnſichtbar iſt / das iſt ewig.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Apg 17,22-28a(28b-34)

VI

 

 

 

Das anderteil des Euangelij S. Lucas: Von der Apoſtel Geſcĥicĥte.

 

C. XVII.

 

 

Die Rede des Paulus vor dem Areopag

Vers 22-28a

 

22PAulus aber ſtund mitten auff dem Richtsplatz / vnd ſprach / Jr Menner von Athene / Jch ſehe euch / das jr in allen ſtücken allzu Abergleubig ſeid. 23Jch bin her durch gegangen / vnd hab geſehen ewre Gottesdienſte / Vnd fand einen Altar / dar auff war geſchrieben / Dem vnbekanten Gott. Nu verkündige ich euch den ſelbigen / dem jr vnwiſſend Gottesdienſt thut.

 

GOtt der die Welt gemacht hat / vnd alles was drinnen iſt / Sintemal er ein HERR iſt Himels vnd der Erden / wonet er nicht in Tempeln mit henden gemacht / 25Sein wird auch nicht von Menſchen henden gepfleget / als der jemands bedürffe / So er ſelber jederman Leben vnd Adem allenthalben gibt. 26Vnd hat gemacht / das von einem Blut aller Menſchen geſchlecht auff dem gantzen Erdboden wonen / Vnd hat Ziel geſetzt zuuor verſehen / wie lang vnd weit ſie wonen ſollen / 27Das ſie den HErrn ſuchen ſolten / ob ſie doch jn fülen vnd finden möchten. Vnd zwar / Er iſt nicht ferne von einem jglichen vnter vns / 28Denn in jm leben / weben / vnd ſind wir.

Predigt S.

Pauli zu Athene.

 

 

Vers 28b-34

 

Als auch etliche Poeten bey euch geſagt haben / Wir ſind ſeines Geſchlechts. 29So wir denn göttlichs Geſchlechts ſind / Sollen wir nicht meinen / die Gottheit ſey gleich den gülden / ſilbern / ſteinern / Bilden / durch menſchliche gedancken gemacht.

 

(Geſchlechts)

Das iſt / wir ſind von jm her komen als vom Vater oder Schepffer.

 

30VND zwar hat Gott die zeit der vnwiſſenheit vberſehen / Nu aber gebeut er allen Menſchen / an allen Enden / buſſe zu thun / 31Darumb / das er einen tag geſetzt hat / auff welchen er richten wil den kreis des Erdboden / mit gerechtigkeit / Durch einen Man / in welchem ers beſchloſſen hat / vnd jederman furhelt den glauben / nach dem er jn hat von den Todten aufferweckt.

 

DA ſie höreten die aufferſtehung der Todten / Da hattens etliche jren ſpot / Etliche aber ſprachen / Wir wollen dich dauon weiter hören. 33Alſo gieng Paulus von jnen. 34Etliche Menner aber hiengen jm an / vnd wurden gleubig / Vnter welchen war Dionyſius / einer aus dem Rat / vnd ein weib mit namen Damaris / vnd andere mit jnen.

 

 

 

 

 

 

(Gleubig)

On Geſetz vnd werck / Denn ſie waren ja Heiden.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Spr 8,22-36

M1

 

 

 

Die Sprücĥe Salomo.

 

C. VIII.

 

Verse 22-36

Weisheit und Schöpfung

Sap. 3.

DER HERR hat mich gehabt im anfang ſeiner wege / Ehe er was machet / war ich da. 23Ich bin eingeſetzt von ewigkeit / von anfang vor der Erden. 24Da die Tieffen noch nicht waren / da war ich ſchon bereit / Da die Brunne noch nicht mit waſſer quollen. 25Ehe denn die Berge eingeſenckt waren / vor den Hügeln war ich bereit. 26Er hatte die Erden noch nicht gemacht / vnd was dran iſt / noch die Berge des Erdbodens. 27Da er die Himel bereitet / war ich daſelbs / da er die Tieffen mit ſeim ziel verfaſſet. 28Da er die Wolcken droben feſtet / da er feſtiget die Brünnen der tieffen. 29Da er dem Meer das ziel ſetzet / vnd den Waſſern / das ſie nicht vbergehen ſeinen Befelh. Da er den grund der Erden legt / 30da war ich der Werckmeiſter bey jm / vnd hatte meine luſt teglich / vnd ſpielet fur jm allezeit. 31Vnd ſpielet auff ſeinem Erdboden / Vnd meine luſt iſt bey den Menſchenkindern.

 

SO gehorcht mir nu meine Kinder / Wol denen / die meine wege behalten. 33Höret die Zucht vnd werdet Weiſe / vnd laſſet ſie nicht faren. 34Wol dem Menſchen der mir gehorchet / das er wache an meiner Thür teglich / das er warte an den pfoſten meiner thür. 35Wer mich findet / der findet das Leben / vnd wird wolgefallen vom HERRN bekomen. 36Wer aber an mir ſündiget / Der verletzt ſeine Seele / Alle die mich haſſen / lieben den Tod.

 

 

 

 
Text: Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Habt mit allen Menschen Friede. (Römer 12, 15.18)

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlägt die Ordnung der evangelischen Kirchen biblische Texte vor.

Sie sind jedoch nicht nur für den Vortrag im Gottesdienst gedacht. Es sind gleichzeitig Leseempfehlungen für alle Gemeinde­mit­glie­der, für Christen, die sich nicht in der Gemeindearbeit engagieren können oder wollen, und für jeden, der sich für die christliche Religion oder für die Bibel in der praktischen Anwendung interessiert.

Wir möchten Sie daher ausdrücklich dazu ermuntern, die Textstellen einmal in Ihrer Bibel zu lesen.

Über das Jahr betrachtet und im Verlauf der Jahre werden Sie auf diese Weise in kleinen Einheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, die wesentlichen Textzeugnisse kennenlernen, auf die sich die christliche Religion stützt.

Text der Lutherbibel von 1545

Eine Besonderheit weisen unsere Seiten auf: Etliche biblische Texte (wie beispielsweise den Wochenspruch, die Psalmen und die Perikopen) geben wir nicht in der modernen, von der evangelischen Kirche vorgege­be­nen Textgestalt wieder, sondern in der Schreibweise und in der Sprache der Lutherbibel aus dem Jahr 1545.

Es ist der Text, den Martin Luther selbst aus den Quellen übersetzt und formuliert hatte. Er führt uns zurück in die Anfänge der Reformation, als die Bibel populär wurde und es Laien erstmals möglich war, biblische Texte zu lesen und über ihren Inhalt und Sinn nachzudenken.

Diese Texte sind gut geeignet für den Vergleich mit modernen Übersetzungen, vor allem aber für sehr private Medita­tio­nen über ihre Botschaften und über ihre gewaltige, sprachliche Aussagekraft.

 
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