Der Brief des Paulus: An die Philipper | Kapitel 1

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Die Briefe des Paulus

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Briefe des Paulus

Der Brief des Paulus:
An die Philipper

Kapitel 1

 

Phil 1

 

Der Text in vier Kapiteln

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

 

Gliederung Kapitel 1

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel I

 

 

1,1-11

 

I. EINLEITUNG

 

1

1,1-2

→Gruß der Absender an die Empfänger

2

1,3-11

→Dank und Gebet

 

 

1,12-26

 

II. DIE SITUATION DES PAULUS

 

3

1,12-14

→Paulus versteht seine Gefangenschaft als Gewinn für die Verkündigung des Evangeliums

4

1,15-18

→Paulus unterscheidet die Beweggründe der Prediger

5

1,19-23

→Paulus hadert mit seinem Leben

6

1,24-26

→Paulus entscheidet sich, zum Nutzen der Gemeinde zu leben

 

 

1,27 - 2,18

 

III. AUFRUF ZUM CHRISTLICHEN LEBEN

 

7

1,27-30

→Aufruf zu einem würdigen Lebenswandel

 

 

 

 

 

 

 

[363b]

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Philipper.

I.

 

 

I. EINLEITUNG

 

 

1,1-11

 

 

Gruß der Abſender an die Empfänger

 

PAulus vnd Timotheus:

Knechte Jheſu Chriſti.

Allen Heilgen in Chriſto Jheſu zu Philippen / ſampt den Biſchouen vnd Dienern.

2GNade ſey mit euch vnd Friede / von Gott vnſerm Vater / vnd dem Errn Jheſu Chriſto.

Timotheus.

 

 

Dank und Gebet

 

ICH dancke meinem Gott / ſo offt ich ewer gedencke 4(welchs ich alle zeit thue / in alle meinem Gebet fur euch alle / vnd thu das gebet mit freuden) 5vber ewer gemeinſchafft am Euangelio / vom erſten tage an biſher / 6Vnd bin deſſelbigen in guter zuuerſicht / das / der in euch angefangen hat das gute werck / der wirds auch volfüren bis an den tag Jheſu Chriſti / 7Wie es denn mir billich iſt / das ich der maſſen von euch allen halte / darumb das ich euch in meinem hertzen habe / in dieſem meinem Gefengnis / darin ich das Euangelium verantworte vnd bekrefftige / als die jr alle mit mir der gnade teilhafftig ſeid.

 

8DEnn Gott iſt mein Zeuge / wie mich nach euch allen verlangt von hertzen grund in Jheſu Chriſto / 9Vnd daſelbs vmb bete ich / das ewre Liebe je mehr vnd mehr reich werde / in allerley Erkenntnis vnd Erfarung / 10das jr prüfen müget / was das Beſte ſey / Auff das jr ſeid lauter vnd vnanſtöſſig bis auff den tag Chriſti / 11erfüllet mit Früchten der gerechtigkeit / die durch Jheſum Chriſtum geſchehen (in euch) zu ehre vnd lobe Gottes.

 

 
[363b | 364a]

 

 

An die Philipper.     C. I.

CCCLXIIII.

 

 

 

II. DIE SITUATION DES PAULUS

 

 

1,12-26

 

 

Paulus verſteht ſeine Gefangenſchaft als Gewinn für die Verkündigung des Evangeliums

 

ICH laſſe euch aber wiſſen / lieben Brüder / das wie es vmb mich ſtehet / das iſt nur mehr zur forderung des Euangelij geraten / 13Alſo / das meine Band offenbar worden ſind in Chriſto / in dem gantzen Richthauſe / vnd bey den andern allen / 14Vnd viel Brüder in dem HErrn / aus meinen Banden zuuerſicht gewonnen / deſte dürſtiger worden ſind / das wort zu reden on ſchew.

 

 

Paulus unterſcheidet die Beweggründe der Prediger

 

15Etliche zwar predigen Chriſtum / auch vmb haſs vnd hadders willen / Etliche aber aus guter meinung. 16Jene verkündigen Chriſtum aus zanck vnd nicht lauter / Denn ſie meinen / ſie wollen ein trübſal zuwenden meinen banden / 17Dieſe aber aus liebe / Denn ſie wiſſen / das ich zur verantwortung des Euangelij hie liege.

 

18WAs iſt jm aber denn? das nur Chriſtus verkündiget werde allerley weiſe / es geſchehe zufalles / oder rechter weiſe / So frewe ich mich doch darinne / vnd wil mich auch frewen.

 

 

Paulus hadert mit ſeinem Leben

 

19Denn ich weis / das mir dasſelbige gelinget zur ſeligkeit / durch ewer gebet / vnd durch handreichung des geiſtes Jheſu Chriſti / 20Wie ich endlich warte vnd hoffe / das ich in keinerley ſtück zu ſchanden werde / ſondern das mit aller freidigkeit / gleich wie ſonſt alle zeit / alſo auch jtzt / Chriſtus hoch gepreiſet werde an meinem Leibe / es ſey durch leben oder durch tod / 21Denn Chriſtus iſt mein Leben / vnd ſterben iſt mein Gewin.

 

22SIntemal aber im Fleiſch leben / dienet mehr Frucht zuſchaffen / So weis ich nicht / welchs ich erwelen ſol. 23Denn es ligt mir beides hart an / Ich habe luſt abzuſcheiden / vnd bey Chriſto zu ſein / welchs auch viel beſſer were /

 

 

Paulus entſcheidet ſich, zum Nutzen der Gemeinde zu leben

 

24Aber es iſt nötlicher im Fleiſch bleiben / vmb ewren willen. 25Vnd in guter zuuerſicht weis ich / das ich bleiben vnd bey euch allen ſein werde / euch zur forderung vnd zur freude des glaubens / 26Auff das jr euch ſeer rhümen müget / in Chriſto Jheſu / an mir / durch meine zukunfft wider zu euch.

 

 

III. AUFRUF ZUM CHRISTLICHEN LEBEN

 

 

1,27 - 2,18

 

 

Aufruf zu einem würdigen Lebenswandel

 

WAndelt nur wirdiglich dem Euangelio Chriſti / auff das / ob ich kome vnd ſehe euch / oder abweſend von euch höre / das jr ſtehet in einem Geiſt vnd einer Seele / vnd ſampt vns kempffet fur den glauben des Euangelij. 28Vnd euch in keinem weg erſchrecken laſſet von den Widerſachern / welchs iſt ein anzeigen jnen der Verdamnis / Euch aber der ſeligkeit / vnd dasſelbige von Gott. 29Denn euch iſt gegeben / vmb Chriſtus willen / zu thun / das jr nicht allein an jn gleubet / ſondern auch vmb ſeinen willen leidet / 30Vnd habet den ſelbigen Kampff / welchen jr an mir geſehen habt / vnd nu von mir höret.

 

 

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel auf dieser Seite ist in Anlehnung an das Druckbild des Ori­gi­nals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Typografie Lesehilfen be­reit­zu­stel­len, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 
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