Der Brief des Paulus: An die Philipper | Kapitel 3

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Die Briefe des Paulus

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Briefe des Paulus

Der Brief des Paulus:
An die Philipper

Kapitel 3

 

Phil 3

 

Der Text in vier Kapiteln

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

 

Gliederung Kapitel 3

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel III

 

 

3,1 - 3,21

 

V. DIE GEISTLICHE ZIELSETZUNG

 

1

3,1-4a

→Die Grundlage ist die Beschneidung im Geist, nicht die des Fleisches

2

3,4b-6

→Die religiöse und geistliche Herkunft des Paulus

3

3,7-11

→Die Neuausrichtung der Ziele des Paulus auf Christus

4

3,12-16

→Trotz vieler Unklarheiten gilt es, das Ziel zu verfolgen

5

3,17-21

→Aufruf zur Nachfolge und Nachahmung des Apostels

 

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Philipper.

 

 
[364b]

 

III.

 

 

V. DIE GEISTLICHE ZIELSETZUNG

 

 

3,1-21

 

 

Die Grundlage iſt die Beſchneidung im Geiſt, nicht die des Fleiſches

 

WEiter / lieben Brüder / Frewet euch in

dem HErrn. Das ich euch jmer einerley ſchreibe / verdreuſſt mich nicht / vnd machet euch deſte gewiſſer. 2Sehet auff die Hunde / ſehet auff die böſen Erbeiter / ſehet auff die Zurſchneitung. 3Denn wir ſind die Beſchneitung / die wir Gotte im geiſt dienen / vnd rhümen vns von Chriſto Jheſu / vnd verlaſſen vns nicht auff Fleiſch / 4wiewol ich auch habe / das ich mich Fleiſches rhümen möchte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurſchneitung)

Er nennet die falſchen Prediger die zurſchneitung darumb / das ſie die Beſchneitung als nötig zur ſeligkeit lereten / damit die hertzen von dem glauben abgeſchnitten werden.

 

 

Die religiöſe und geiſtliche Herkunft des Paulus

 

So ein ander ſich düncken leſſet / er müge ſich Fleiſches rhümen / Ich viel mehr / 5Der ich am achten tag beſchnitten bin / einer aus dem volck von Iſrael / des geſchlechts BenJamin / ein Ebreer aus den Ebreern / vnd nach dem Geſetz ein Phariſeer / 6nach dem eiuer ein Verfolger der Gemeine / nach der gerechtigkeit im Geſetz geweſen vnſtrefflich.

 

 

Die Neuausrichtung der Ziele des Paulus auf Chriſtus

 

7ABer was mir gewin war / Das hab ich / vmb Chriſtus willen fur Schaden geachtet. 8Denn ich achte alles fur Schaden / gegen der vberſchwenglichen erkenntnis Chriſti Jheſu meines HErrn / vmb welches willen ich alles habe fur Schaden gerechnet / vnd acht es fur Dreck / auff das ich Chriſtum gewinne / 9vnd in jm erfunden werde / das ich nicht habe meine Gerechtigkeit / die aus dem Geſetz / ſondern die durch den glauben an Chriſto kompt / nemlich / die Gerechtigkeit / die von Gott dem glauben zugerechnet wird / 10zu erkennen In vnd die krafft ſeiner Aufferſtehung / vnd die gemeinſchafft ſeiner Leiden / das ich ſeinem Tode ehnlich werde / 11da mit ich entgegen kome / zur aufferſtehung der Todten.

 

 
[364b | 365a]

 

 

An die Philipper.     C. III.

CCCLXV.

 

 

 

Trotz vieler Unklarheiten gilt es, das Ziel zu verfolgen

 

12NIcht das ichs ſchon ergriffen habe / oder ſchon volkomen ſey / Ich jage jm aber nach / ob ichs auch ergreiffen möchte / nach dem ich von Chriſto Jheſu ergriffen bin. 13Meine Brüder / Ich ſchetze mich ſelbs noch nicht / das ichs ergriffen habe. Eines aber ſage ich / Ich vergeſſe was da hinden iſt / vnd ſtrecke mich zu dem / das da fornen iſt / 14vnd jage nach dem furgeſteckten Ziel / nach dem Kleinod / welches furhelt die himliſche beruffunge Gottes in Chriſto Jheſu. 15Wie viel nu vnſer volkomen ſind / die laſſet vns alſo geſinnet ſein / Vnd ſolt jr ſonſt etwas halten / das laſſet euch Gott offenbaren. 16Doch ſo ferne / das wir nach * einer Regel / dar ein wir komen ſind / wandeln / vnd gleich geſinnet ſeien.

Das iſt / Chri­ſtus hat mich be­ruf­fen vnd al­ſo zu ſei­ner Gna­de bracht / Dem­ſel­ben wolt ich gern gnug­thun vnd auch er­greif­fen.

 

 

 

 

 

 

*

(Einer Regel)

Das ſolch offen­ba­rung ni­cht wi­der den glau­ben / vnd geiſt­li­che ei­nig­keit ſey.

 

 

Aufruf zur Nachfolge und Nachahmung des Apoſtels

 

FOlget mir / lieben Brüder / vnd ſehet auff die / die alſo wandeln / wie jr vns habt zum Furbilde. 18Denn viel wandeln / von welchen ich euch offt geſagt habe / Nu aber ſage ich auch mit weinen / Die Feinde des creutzes Chriſti / 19welcher Ende iſt das verdamnis / welchen der Bauch jr Gott iſt / vnd jre Ehre zu ſchanden wird / Dere / die jrdiſch geſinnet ſind. 20Vnſer wandel aber iſt im Himel / von dannen wir auch warten des Heilands Jheſu Chriſti des HErrn / 21Welcher vnſern nichtigen Leib verkleren wird / das er ehnlich werde ſeinem verklerten Leibe / Nach der wirckunge / da er mit kan auch alle ding jm vnterthenig machen.

 

 

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel auf dieser Seite ist in Anlehnung an das Druckbild des Ori­gi­nals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Typografie Lesehilfen be­reit­zu­stel­len, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 

Der Bibeltext im evangelischen Kirchenjahr

LESUNG AUS DEN BRIEFFEN DES PAULUS / PREDIGTTEXT

→9. Sonntag nach Trinitatis 2017

Phil 3,7-11(12-14)

EP
II

 
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