Das Buch der Psalmen | Psalm 92

Sie sind hier: ⏵Home | ⏵Lutherbibel 1545 | ⏵Bücher der Dichtung | ⏵Der Psalter | Psalm 92
Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

Der Psalter:
Die Bücher der Psalmen

Psalm 92

 

Ps 92

 

 

150 Psalmen, aufgeteilt in fünf Büchern

 

Lied des Gerechten

Die Freude am Lob Gottes

 
Auswahlverzeichnis
Der Psalm 92 aus Luthers Biblia 1545
 

Der Pſalter.

 

XCII.

1Ein Pſalmlied auff den
Sabbath tag.

 

DAs iſt ein köſtlich ding / dem HERRN dan­cken / Vnd lobſingen deinem Namen du Höheſter.

3Des morgens deine Gnade / Vnd des nachts deine Warheit verkündigen.

4Auff den zehen Seiten vnd Pſalter / Mit ſpielen auff der Harffen.

5DEnn HERR du leſſeſt mich frölich ſingen von deinen Wercken / Vnd ich rhüme die geſcheffte deiner Hende.

 
(Tieff)

Wünderlich / da mit er vns ſo hilffet / das kein menſch begreiffen / noch erdencken künde.

6HERR / wie ſind deine Werck ſo gros? Deine gedancken ſind ſo ſeer tieff.

7Ein Törichter gleubt das nicht / Vnd ein Narr achtet ſolchs nicht.

8DIe Gottloſen grünen wie das gras / Vnd die Vbelthetter blühen alle / Bis ſie vertilget werden jmer vnd ewiglich.

9ABer du HERR biſt der Höheſt / Vnd bleibeſt ewiglich.

10Denn ſihe / deine Feinde / HERR / ſihe / deine Feinde werden vmbkomen / Vnd alle Vbelthetter müſſen zuſtrewet werden.

 
 
 
(Geſalbet)

Das ich werde erfrewet.

11ABer mein Horn wird erhöhet werden / wie eines Einhorns / Vnd werde geſalbet mit friſchem Ole.

12Vnd meine auge wird ſein luſt ſehen an meinen Feinden / Vnd mein ohre wird ſeine luſt hören an den Boshafftigen / die ſich wider mich ſetzen.

13DEr Gerechte wird grunen wie ein Palmbawm / Er wird wachſſen wie ein Ceder auff Libanon.

14Die gepflantzt ſind in dem Hauſe des HERRN / Werden in den Vorhöfen vnſers Gottes grünen.

15Vnd wenn ſie gleich alt werden / Werden ſie dennoch blühen / fruchtbar vnd friſch ſein.

 
 
(Kein vnrecht)

Er ſihet keine Perſon an / vnd hilfft der Gottloſen ſache nicht / wie ſie doch meinen.

16Das ſie verkündigen das der HERr ſo from iſt / Mein Hort / vnd iſt kein vnrecht an jm.

 

 

Worterklärungen: Übersicht

Die folgenden Begriffe aus dem Text Ps 92 werden hier erläutert.

Versnummer: Luthers Wort

1: Sabbath

1: ding

1: HERRN

1: Höheſter

4: Seiten

4: Pſalter

5: Hende

8: Gottloſen

8: Vbelthetter

10: zuſtrewet

11: Einhorns

11: Ole

13: Gerechte

13: Ceder auff Libanon

16: from

 

Klick auf ein Wort führt zum Eintrag mit den Erklärungen.

Das vollständige Verzeichnis findet sich hier: →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 
Aus dem Stilkunst.de-Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

Worterklärungen: Seltene Namen, Wörter und Begriffe im Text

Vers

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

1

Sabbath

Sabbat, der

Plural bei Luther: Sabbath oder Sabbather

auch: Schabbat

 

hebräisch: ‏שבת‎ (šabbạṯ, Plural: Schabbatot, vom Verb šạbat, ausruhen)

deutsche Übersetzung: Ruhetag, Ruhepause

deutsche Bedeutung (Kalenderdatum): Samstag

christliches und deutsches Äquivalent im Kalender (Ruhetag): Sonntag

 

Name des siebten Wochentags im jüdischen Kalender.

 

Der Sabbat ist ein Ruhetag, an dem keine Arbeit verrichtet werden soll. Er findet im 3. Gebot der Zehn Gebote (→2Mos 20,8-11) eine besondere Würdigung, die auf das Ruhen Gottes am siebten Schöpfungstag zurückgeführt wird.

 

Im Christentum hat sich als Ruhetag anstelle des Sabbats der Sonntag etabliert, einerseits auf der Grundlage des 3. Gebots (7. Wochentag), anderseits wegen des Ereignisses der Auferstehung Christi an einem Sonntag.

 

Gesetzliche Regelungen heute

 

Gesetzlich steht der Sonntag (wie Feiertage auch) in der Bundesrepublik Deutschland (so auch in vielen anderen christlich geprägten Staaten) unter einem besonderen Schutz: Unternehmen dürfen Arbeit nur in gut begründbaren Ausnahmefällen zulassen (beispielsweise Krankenhäuser, Pflegeheime, Rettungs- und Notdienste, Hotel- und Gaststättengewerbe, etc. ).

 

Allerdings begründen bereits weiche Wettbewerbsnachteile an normalen Wochentagen solche Ausnahmen oft hinreichend (so in der Floristik-Branche oder für Bäckereien, die an Sonn- und Feiertagen nicht selten die signifikanten Umsätze erzielen, die ihre Geschäftstätigkeit übers Jahr hinweg absichern).

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

1

Ding

Ding, das

 

die Sache, die Aufgabe

 

Umfassendes Wort, für vieles, was nicht näher bestimmbar ist oder bestimmt werden soll.

 

In der weitesten, unbegrenzten Bedeutung umfasst es das sinnlich Bemerkbare, aber auch das Übersinnliche, das Gedachte.

 

→Mt 5,34

 

Jch aber ſage euch / Das jr aller ding nicht ſchweren ſolt

 

a) Ich aber sage euch, dass ihr in allen Angelegenheiten nicht schwören sollt

b) Ich aber sage euch, dass ihr nicht schwören sollt, egal in welchen Angelegenheiten

 

→2Mos 20,9

 

Sechs tage ſoltu erbeiten / vnd alle dein ding beſchicken.

 

Ding meint hier alles, was den Angesprochenen umtreibt und beschäftigt: seine Aufgaben und Arbeiten, die zu erledigen sind; seine Verpflichtungen, denen er in diesem Zusammenhang nachkommen muss; seine Tätigkeiten, die er aus Spaß an der Freude betreibt, usw.

 

Wir verwenden im folgenden Übersetzungsbeispiel das Wort »Aufgaben«. Wir sind uns bewusst, dass dieser Begriff viel zu eng gefasst ist, um die Tragweite des Gebots in 2Mos 20,9 auszudrücken:

 

a) umschrieben: Sechs Tage hast du zu arbeiten und deine Aufgaben zu erledigen.

b) Imperativ: Arbeite sechs Tage und erledige deine Aufgaben!

 

Siehe auch: →Artikel ſoltu

 

Anmerkung:

 

Womöglich wäre die folgende Übersetzung sinnvoll. Umgangssprachlich ist sie wieder zeitgemäß:

 

Sechs Tage hast du Zeit, dein Ding zu machen.

 

Mach dein Ding!

 

Die Redensart »sein Ding machen« (und alle Ableitungen davon), ist keineswegs so modern, wie sie scheint.

 

Sie geht auf Luther zurück (2Mos 20,9). In gutem Luther-Deutsch hieße sie allerdings »seyn ding beſchicken«. Die Bedeutung beider Ausdrücke ist nahezu identisch.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

1

HERR

HERR, JHWH, Jahwe

Aussehen in unseren Frakturschriften:

HERR, HERR oder HERR

 

HERR im Alten Testament

 

hebräisch: יהוה (jhwh, das Tetragrammaton JHWH)

lateinisch (Biblia Sacra Vulgata): Dominus, Herr

 

Luthers Schreibweise HERR in Versalien (Großbuchstaben) folgt einer festen Regel. Sie weist darauf hin, dass im hebräischen Text an dieser Stelle das Tetragrammaton (das Vierfachzeichen) »JHWH« (hebr.: יהוה) steht. Es ist der unaussprechliche Name Gottes.

 

Satztechnisch bedingte Varianten

Um beim Satz der Lettern Platz in einer Zeile zu sparen, wodurch übermäßgiger Sperrdruck oder ungünstige Wortumbrüche vermieden werden, sind in der Lutherbibel von 1545 häufig auch die Varianten HERr oder HERrn zu finden. Dabei sind mindestens die ersten drei Zeichen in Versalien gesetzt, womit sie hinreichend von HErr unterscheidbar sind.

 

HERR HErr:

Der Ausdruck HERR HErr steht dann, wenn im hebräischen Text »JHWH Adonaj« zu lesen ist. (Siehe dazu auch den Artikel →HErr.)

 

Auch die umgekehrte Reihenfolge HErr HERR ist möglich (»Adonaj JHWH«).

 

→Hes 2,4b-5a

4bSo ſpricht der HErr HERR / 5aſie gehorchen oder laſſens /

 

Die neuen Lutherbibeln übersetzen diesen Ausdruck stets mit »Gott der HERR«.

 

Das Wissen um die Aussprache der vier Zeichen, die den Gottesnamen ausmachen, ist schon früh in der Geschichte verloren gegangen. Sie werden heute oft mit »Jahwe« (vokalisiert geschrieben יְהוָה nach der Aussprache des hebräischen Adonaj, Herr) oder »Jehova« (יְהוָֹה ebenfalls nach dem hebräischen Adonaj, Herr, jedoch unter Berücksichtigung aller Vokale) transkribiert, aber auch mit »Jewah« (ebenfalls יְהוָה aber nach dem hebräischen Schema, der Name, zu lesen) oder »Jehowih« (יְהוִה nach dem hebräischen Elohim, Gott/Götter).

 

Luther kannte die vokalisierten Varianten und die transkribierten Formen und war wohl besonders dem Wort »Jehova« zugeneigt. Es bezieht alle drei Vokale aus dem Wort Adonaj, das »Herr« bedeutet. Dennoch hatte er es vermieden in seiner Übersetzung »Jehova« zu verwenden. Stattdessen nutzte er wie die lateinischen Bibeln einen Wortersatz. Er setzte das deutsche Wort ein, das gemäß der jüdischen Tradition zu lesen sei, wenn im Text das Vierfachzeichen erscheint, machte es aber durch die besondere Satzweise in Großbuchstaben kenntlich: HERR.

 

Luthers Schreibweise hat sich bis heute in etlichen Bibelausgaben gehalten.

 

 

HERR im Neuen Testament

 

Im neuen Testament verwendet Luther die Schreibweise HERR in Versalien (Großbuchstaben) für Gott, den Vater, an Stellen, wo sich Zitate aus dem Alten Testament auf »JHWH« beziehen.

 

Wichtig:

Davon zu unterscheiden sind die Schreibweisen

→»HErr« und →»Herr«.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

1

Höheſte

 

Höhest

Höchste, der

Substantivierung von: höchst (weit oben, sehr hoch)

 

Als Rangbezeichnung und Ehrenbezeichnung besonders für Gott, aber auch für Könige gebraucht.

 

hebräisch: עליון (ʿäljôn), Oberer, Höchster

abgeleitet von עָלָה (ʿalāh), hinaufgehen, aufsteigen

 

→Ps 18,14

 

Vnd der HERR donnerte im Himel / Vnd der Höheſt lies ſeinen donner aus

 

Und der HERR donnnerte im Himmel, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

4

Seiten

Saiteninstrumente, die

nicht näher bezeichnete Saiteninstrumente, wie Zithern.

 

→Ps 150,4

 

Lobet jn mit Seiten vnd Pfeiffen.

 

Lobt ihn mit Saiten- und Pfeifenspiel.

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

4

Pſalter

Psalter, der

Pſalter
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
57 56 1 0

Nicht mitgezählt ist das Wort Psalter in den Titeln und Seitenüberschriften des Buchs der Psalmen.

1) ein Saiteninstrument von harfenähnlicher Gestalt

 

2) das biblische Buch der Psalmen

 

→Ps 33,2

 

lobſinget jm auff dem Pſalter von zehen ſeiten.

 

a) Lobsinget ihm auf dem Psalter mit zehn Saiten

b) Lobsinget ihm, begleitet mit der zehnsaitigen Harfe.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

5

Hand

Hand, die

 

Plural: Hende

 

→Ps 141,2

 

Mein Gebet müſſe fur dir tügen / wie ein Reuchopffer / Meine hende auffheben / wie ein Abendopffer.

 

Mein Gebet soll dir erscheinen wie ein Rauchopfer, das Erheben meiner Hände wie ein Abendopfer.

 

Oder kurz: Nimm mein Gebet als Rauchopfer und das Erheben meiner Hände als Abendopfer.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

8

Gottloſe
Gotloſe

Gottlose, der

Substantivierung von: →gottlos (Adjektiv)

 

Religiöser Begriff, der die Existenz Gottes voraussetzt:

 

a) Zustand: los von Gott; von Gott verlassen; ohne Gott.

b) religiöse Grundhaltung: Gott nicht dienend; die Ehre, den Willen, die Gebote Gottes missachtend

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

8

Vbelthetter

 

Vbeltheter

Übeltäter, der

jemand, der Übel anrichtet, der etwas Schlechtes getan hat, der gegen ein Gesetz oder Gebot (hier: die Gesetze und Gebote Gottes) handelt.

 

→Ps 28,3

 

Zeuch mich nicht hin / vnter den Gottloſen / vnd vnter den Vbelthetern / Die freundlich reden mit jrem Neheſten / Vnd haben böſes im hertzen.

 

Ziehe mich nicht weg gemeinsam mit den Gottlosen und den Übertätern, die mit ihrem Nächsten freundlich reden, aber Böses im Sinn haben.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

10

zurſtrewen

 

zuſtrewen

zerstreuen (Verb)

a) streuen, auseinanderstreuen,

b) auseinandertreiben, auseinanderjagen,

c) etwas (zusammenhängendes) auflösen,

d) von etwas absondern, teilen

 

Luther verwendet ohne Unterscheidung
zurſtrewen, zuſtrewen und →zerſstrewen.

 

zuſtrewen

 

→Ps 141,7

 

Vnſer gebeine ſind zuſtrewet bis zur Helle

 

Unsere Gebeine sind zerstreut bis zum Reich der Toten.

 

Anmerkung zu Ps 141,7:

 

Luther folgt hier dem hebräischen und lateinischen Textvorlagen. Etliche moderne Übersetzungen, so auch Luther-1964 und Luther-1984, schreiben statt »Unsere Gebeine« nun »Ihre Gebeine« und stützen sich dabei auf ältere Übersetzungen.

 

Durch diese Textglättung erscheint die Aussage passend zu den in Vers 6 genannten »Lehrern«, die gestürzt werden müssten.

 

Jedoch ist zwischen den Versen 6 und 7 ein gedanklicher Absatz zu sehen, der einen Themenwechsel bedeutet. Das Thema der Lehrer ist in Vers 6 abgeschlossen.

 

In den Versen 6 bis 10 geht es nun um das Leiden und das Schicksal der Gerechten (zu denen sich der Autor des Psalms zählt), die immer wieder in die Stricke und Fallen der Übeltäter geraten.

 

Hintergrund des Bildes ist eine Kriegsszene: Die Soldaten Davids stürzen in Fallen und sterben im Kampf. Der Boden des Schlachtfelds ist aufgerissen und durchwühlt. Die toten Leiber und Knochen sind weit über die Erde verstreut, bis an den Rand der Welt, so scheint es, bis zum Beginn des Reichs der Toten. Die Schlacht endete für König David und sein Heer in einer Katastrophe, doch der nächste Angriff steht bevor.

 

Mit »Unsere Gebeine« schreibt David über seine Soldaten, die der gerechten Sache folgten, und doch in Fallen der üblen Feinde fielen. Nun bittet er Gott darum, ihn nicht zu verdammen, und darum, dass er ihn (und sein Heer) vor den Fallen der Feinde bewahren möge.

 

→Ps 92,10

 

deine Feinde werden vmbkomen / Vnd alle Vbelthetter müſſen zuſtrewet werden.

 

deine Feinde werden umkommen, und alle Übeltäter müssen zerstreut werden

 

→Apg 8,1

 

... vnd ſie zurſtreweten ſich alle in die lender Judea vnd Samaria ...

 

... und sie zerstreuten sich alle in die Länder Judäa und Samaria ...

 

 

SK Rev 10.08.2017  

→Register

11

Einhorn

Einhorn, das (veraltet)

 

junger Stier

Einhorn
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
8 8 0 0

Mhd.: einhürne, m.

hebräisch: רְאֵם  (rəʼem), Plural: רְאֵמִים (rəʼemiym), wildes, unzähmbares Tier mit Hörnern

griechisch (Septuaginta): μονόχερως (monocheros), das Einhorn

lateinisch: unicornis, das Einhorn

Das hebräische Wort bezeichnet ein wildes, unzähmbares Tier mit kräftigen Hörnern (Antilope, Oryx-Antilope, Wildrind, Wildochsen, Büffel,o. ä.)

 

Luther waren ganz sicher derartige Tiere unbekannt. Obwohl er selbst nie ein Einhorn gesehen hatte, stützte er sich bei seiner Übersetzung auf die gängigen Begriffe der Septuaginta und der lateinischen Bibeln.

 

Das Einhorn ist ein Fabelwesen, dessen Gestalt oft mit der einer Ziege oder eine Pferdes gleichgesetzt wird. Es trägt mittig auf der Stirn nur ein einziges Horn. Es taucht erstmals schon in der Antike auf und wird u. a. von Aristoteles erwähnt.

 

Welches Tier damit tatsächlich gemeint ist, ist umstritten. Heute geht man allgemein davon aus, dass es sich um einen Wildstier handelt. Alte Abbildungen von Stieren zeigen das Tier stets im Profil, wobei dann nur ein Horn zu sehen ist, das hintere ist vom vorderen wegen der symmetrischen Anlage verdeckt.

 

→Hi 39,9

 

MEinſtu das Einhorn werde dir dienen / vnd werde bleiben an deiner krippen?

 

a) Meinst du, das Einhorn werde dir dienen und an deiner Krippe bleiben?

b) Meinst du <etwa<, der Wildstier wird dir dienen wollen und in deinem Stall bleiben?!

 

→Ps 22,22

 

Vnd errette mich von den Einhörnern.

 

a) Und rette mich vor den Einhörnern.

b) Und rette mich vor den Wildstieren.

 

 

→Ps 29,6

 

Vnd machet ſie lecken wie ein Kalb / Libanon vnd Sirion / wie ein junges Einhorn.

 

a) Und lässt sie lecken wie ein Kalb, Libanon und Sirjon, wie ein junges Einhorn.

b) Er lässt sie hüpfen wie ein Kalb, den Libanon und den Sirjon, wie einen jungen Wildstier.

 

 

→Ps 92,11

 

ABer mein Horn wird erhöhet werden / wie eines Einhorns /

 

a) Mein Horn wird erhöht werden, wie das eines Einhorns.

b) Mein Horn wird erhöht werden, wie das eines Wildstieres.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

11

Ole

Öl, das

speziell das Öl, das zur Salbung benutzt wird, das Salböl.

 

Bedeutung gleich wie öle, jedoch entfällt das hochgestellte Umlaut-e auf dem Buchstaben O, wenn das Wort am Anfang mit Großbuchstaben gesetzt ist.

 

→Ps 89,21

 

Jch hab jn geſalbet mit meinem heiligen Ole.

 

Ich habe ihn gesalbt mit meinem heiligen Öl.

 

→Ps 92,11

 

ABer mein Horn wird erhöhet werden / wie eines Einhorns / Vnd werde geſalbet mit friſchem Ole

 

Aber meine Macht und mein mein Ansehen werden werden wachsen, und ich werde gesalbt mit frischem Öl.

 

→Ps 55,22

 

Jr wort ſind gelinder denn Ole

 

Ihre Worte sind milder als Öl.

 

→Ps 104,15

 

VND das der Wein erfrewe des Menſchen hertz / vnd ſeine geſtalt ſchön werde von Ole

 

Dass der Wein erfreue des Menschen Herz und seine Gestalt schön werde vom Öl.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

13

Gerechte

Gerechte, der

Mensch, der den Pflichten des menschlichen und göttlichen Rechts gemäß lebt, denkt und handelt.

Mensch, der im Gegensatz zum Gottlosen gut, fromm, rechtschaffen und gottesfürchtig ist.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

13

ceder
cedern
cedern Libanon

 

cedern Gottes

 

Bewme des HERRN

 

Libanon-Zeder, die

Immergrüner Baum mit Wuchshöhen zwischen 30 bis 50 Meter, kann bis zu 1.000 Jahre alt werden.

 

In Palästina gibt es keine Zedern. Die Bibel nennt sie fast immer im Zusammenhang mit dem Libanon. Dort gab es große Zedernhaine, die sehr alt waren und wertvolles Holz für teure Bauwerke lieferten. So nutze König Salomo das Holz der Libanon-Zeder für den Bau des Tempels und seiner Paläste. Dem Holz haftet das Göttliche an, die »cedern Libanon« sind nach Ps 104 die »Bewme des HERRN«.

 

→Ps 104,16

 

DAs die Bewme des HERRN vol ſaffts ſtehen / Die cedern Libanon die er gepflantzt hat.

 

Dazu Luther im Scholion zu Ps 104,16:

Bewme des HERRN / heiſſt er die im wald ſtehen / die nicht durch Menſchen ge­flantzet ſind.

 

Luther versteht »die Bewme des HERRN« als Bäume des Waldes, die nicht von Menschenhand gepflanzt wurden.

Tatsächlich beschreibt der Autor des Psalms, dass »die Bewme des HERRN« die cedern Libanon sind, die durchaus von Menschen gepflanzt sein können. Die Beifügung die er gepflantzt hat, bezieht sich auf Gott als Lebensspender und Schöpfer, wie er bereits in den Versen davor beschrieben wurde: So wie alles Leben stammen auch die Libanon-Zedern aus der Hand Gottes.

 

→Ps 80,11

 

Berge ſind mit ſeinem Schatten bedeckt / Vnd mit ſeinen Reben die cedern Gottes.

 

Luther erklärt im Scholion zu Ps 80,11, dass die cedern Gottes die Libanon-Zedern sind, in dem er sie für die Ortsangabe benutzt:

(Cedern Gottes) Jd eſt / Regnum dilatatum vſque ad Libanum. (Zedern Gottes) Das meint: Das Königreich erstreckte sich bis zum Libanon.

 

→Ps 92,13

 

Er wird wachſſen wie ein Ceder auff Libanon.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

16

from

fromm (Adjektiv)

a) brav, tüchtig, tapfer

b) nützlich, gut

c) ordentlich, ehrlich

d) unschuldig, unsträflich

e) gewissenhaft, liebevoll, pflichtgetreu (gegenüber Gott)

f) fromm, verehrend

 

 

Eine anhaltende (tüchtige), die Göttlichkeit pflichtgetreu verehrende Eigenschaft, die von Tapferkeit gegen alle Anfechtungen getragen wird.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

Erläuterungen siehe →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
Der Psalm 92 im evangelischen Kirchenjahr

Tag der Geburt Johannes des Täufers

Der Psalm 92,2-11 ist der Psalm
für den Tag der Geburt Johannes des Täufers.

Nach dem Entwurf der neuen Ordnung ist der Psalm 92,2-6.13-16 der Psalm für den Tag der Geburt Johannes des Täufers.

Zum Artikel

Geburt Johannes des Täufers 2017

24. Juni

Spruch, Psalm und die Textstellen für Bibellesungen und Predigten nach der Kirchenordnung in der Übersicht.

Mehr dazu in diesem Artikel.

 

Tag des Apostels und Evangelisten Johannes

Der Psalm 92 ist der Psalm
für den Tag des Apostels und Evangelisten Johannes.

Zum Artikel

Apostel und Evangelist Johannes 2017

27. Dezember

Spruch, Psalm und die Textstellen für Bibellesungen und Predigten nach der Kirchenordnung in der Übersicht.

Mehr dazu in diesem Artikel.

Sabrina

Text | Grafik | Webdesign | Layout:

©by Reiner Makohl | Stilkunst.de
©by Sabrina | SABRINA CREATIVE DESIGN™

 
 
Biblia
1545
Ps
92