Das Buch der Psalmen | Psalm 107

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Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

Der Psalter:
Die Bücher der Psalmen

Psalm 107

 

Ps 107

 

 

150 Psalmen, aufgeteilt in fünf Büchern

 

Gott rettet den Menschen aus jeder Gefahr

Ein Danklied

 
Auswahlverzeichnis
Der Psalm 107 aus Luthers Biblia 1545
 

Der Pſalter.

 

CVII.

  Dieſer Pſalm iſt ein gemein Danck / wie Gott allerley Menſchen aus allerley Not hilffet / Wie Paulus ſaget i.Tim.2. Er iſt ein Heiland al­ler Menſchen.

DAncket dem HERRN / Denn er iſt freundlich / Vnd ſeine Güte weret ewiglich.
2Saget / die jr erlöſet ſeid durch den HERRN / Die er aus der Not erlöſet hat.

3Vnd die er aus den Lendern zuſamen bracht hat / Vom Auffgang / vom Nidergang / von Mitternacht / vnd vom Meer.

      I.
Die erſten ſind ſo arm / elend / weder Haus noch Hof haben / vnd nichts an zu fahen wiſſen.

DIE jrre giengen in der Wüſten / in vngebentem wege / Vnd funden keine Stad / da ſie wonen kundten / 5Hungerig vnd durſtig / vnd jre Seele verſchmachtet.

6Vnd ſie zum HERRN rieffen in jrer Not / Vnd er ſie errettet aus jren engſten.

7Vnd füret ſie einen richtigen weg / Das ſie giengen zur Stad / da ſie wonen kundten.

8Die ſollen dem HERRN dancken vmb ſeine Güte / Vnd vmb ſeine Wunder / die er an den Menſchen kindern thut.

9Das er ſettiget die dürſtige Seele / Vnd füllet die hungerige Seele mit gutem.

      II.
   Die andern / ſind die mit Gefengnis vmb jrer Mi­ſſethat willen geplagt / Vnd durch Gotteſ hülffe ledig werden.

DIe da ſitzen muſten im finſternis vnd tunckel / Gefangen im zwang vnd eiſen.

11Darumb das ſie Gottes geboten vn­gehorſam geweſt waren / Vnd das Geſetz des Höheſten geſchendet hatten.

12Darumb muſte jr Hertz mit vnglück geplagt werden / Das ſie da lagen vnd jnen niemand halff.

13Vnd ſie zum HERRN rieffen in jrer Not / Vnd er jnen halff aus jren engſten.

14Vnd ſie aus dem finſternis vnd tunckel fürete / Vnd jr Band zureiſs.

15Die ſollen dem HERRN dancken vmb ſeine Güte / Vnd vmb ſeine Wunder / die er an den Menſchen kindern thut.

16Das er zubricht ehrne Thür / Vnd zuſchleget eiſene Rigel.

     III.
   Die dritten / ſind Narren / das iſt / So Gott nicht fürchten / vnd ſündlich leben / Die werden mit Kranckheit geplaget / Vnd geneſen doch etliche / das ſie nicht ſterben.

DIE Narren ſo geplagt waren vmb jrer vbertrettung willen / Vnd vmb jrer Sünde willen.

18Das jnen ekelt fur aller Speiſe / Vnd wurden Todkranck.

19Vnd ſie zum HERRN rieffen in jrer Not / Vnd er jnen halff aus jren engſten.

20Er ſandte ſein Wort / vnd machte ſie geſund / Vnd errettet ſie / das ſie nicht ſturben.

21Die ſollen dem HERRN dancken vmb ſeine Güte / Vnd vmb ſeine Wunder / die er an den Menſchen kindern thut.

22Vnd Danck opffern / Vnd erzelen ſeine Werck mit freuden.

    IIII.
   Die vierden / So auff dem Meer not leiden / Vnd errettet werden.

DIe mit Schiffen auff dem Meer furen / Vnd trieben jren Handel in groſſen Waſſern.

24Die des HERRN werck erfaren haben / Vnd ſeine Wunder im Meer.

25Wenn er ſprach / vnd einen Sturmwind erregt / Der die Wellen erhub.

26Vnd ſie gen Himel furen / vnd in Abgrund furen / Das jre Seele fur angſt verzagte.

27Das ſie daumelten vnd wancketen / wie ein Trunckener / Vnd wuſten keinen Rat mehr.

28Vnd ſie zum HERRN ſchrien in jrer Not / Vnd er ſie aus jren engſten füret.

29Vnd ſtillet das vngewitter / Das die Wellen ſich legeten.

30Vnd ſie fro worden / das ſtille worden war / Vnd er ſie zu Land brachte nach jrem wundſch.

31Die ſollen dem HERRN dancken vmb ſeine Güte / Vnd vmb ſeine Wunder / die er an den Menſchen kindern thut.

32Vnd jn bey der Gemeine preiſen / Vnd bey den Alten rhümen.

      V.
Die fünfften / So mit vn fruchtbar wetter geplagt / Vnd widerumb Regen vnd Frucht kriegen.

DIe / welchen jre Beche vertrockent / Vnd die Waſſerquelle verſiegen waren.

34Das ein fruchtbar Land nichts trug / Vmb der Bosheit willen / dere / die drinnen woneten.

35Vnd er das Trocken widerumb waſſerreich machte / Vnd im dürren Lande Waſſerquellen.

36Vnd die Hungerigen da hin geſetzt hat / Das ſie eine Stad zurichten / da ſie wonen kundten.

37Vnd Acker beſeen / vnd Weinberge pflantzen möchten / Vnd die jerlichen früchte kriegeten.

38Vnd er ſie ſegenete / das ſie ſich faſt mehreten / Vnd jnen viel Vihes gab.

     VI.
Die ſechſten / So mit Tyrannen oder Auffruhr geplagt / vnd widerumb friede vnd einigkeit kriegen.

DIe / welche nider gedrückt vnd ge­ſchwecht waren / Von dem Bö­ſen / der ſie gezwungen vnd gedrun­gen hatte.

40Da verachtung auff die Fürſten geſchüttet war / Das alles jrrig vnd wüſte ſtund.

41Vnd er den Armen ſchützete fur elende / Vnd ſein Geſchlecht / wie eine herd mehrete.

42Solchs werden die Fromen ſehen vnd ſich frewen / Vnd aller Bosheit wird das maul geſtopfft werden.

(Behelt)

Daran geden­cket / vnd da­mit vmbgehet.

43WER iſt Weiſe / vnd behelt dis? So werden ſie mercken / wie viel Wolthat der HERR erzeigt.

 

 
Aus dem Verzeichnis der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

Luthers Verweise auf biblische Bücher

 Kürzel

 Bezeichnung in Luthers Biblia 1545

 Moderne Bibel

 Kürzel

1.Tim.
1.Thimoth.
Die erſte Epiſtel S. Pauli: An Timotheum.

Biblia Vulgata: Epistula Pauli ad Timotheum I

Der erste Brief des Paulus an Timotheus

1. Timotheusbrief

1. Tim

1 Tim

1Tim

Erläuterungen siehe →Liste der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel auf dieser Seite ist in Anlehnung an das Druckbild des Ori­gi­nals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Typografie Lesehilfen be­reit­zu­stel­len, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 
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