Sonntag Invokavit

Sonntag, 17. Februar 2002

evangelisches Kreuz
QuickInfo

Textordnung der Evangelischen Kirchen Deutschlands

Evangelium    Zum TextMt 4,1-11
Predigt Zum TextJak 1,12-18  
Lied EG 362, EG 347  
→Gottesdienstordnung

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett
17.2.2002 | Invokavit | 1. Sonntag der Passionszeit
Sonntag
 

Sonntag
Invokavit

1. Sonntag der Passionszeit

 
Symbol

Johann Heermann

(† 17. Februar 1647 in Lissa)

Symbol

Fastenzeit

Info

Ab Beginn der Vorpassionszeit (→3. Sonntag der Vorpassionszeit – Septuagesimae) bis zum Ende der Passionszeit (→Karsamstag) entfällt im →Proprium der Hallelujavers.

 

Die Passionszeit von →Aschermittwoch bis →Karsamstag wird in vielen Kirchen der Ökumene als Fastenzeit begangen.

 

Fällt der 1. Sonntag der Passionszeit (Invokavit) auf den 24. Februar (im Schaltjahr: 25. Februar), dann ist der →Tag des Apostels Matthias am Samstag vor dem Sonntag oder an einem Tag in der folgenden Woche zu feiern.

Dies tritt im 21. Jahrhundert in den Jahren 2075 und 2080 ein.

 

Wirkung im Kirchenjahr 2001/2002

- keine -

 

Bewegliches Datum
Invokavit zwischen dem 8. Februar und dem 14. März
 
  • 6. Sonntag vor →Ostern
  • 1. Sonntag der Passionszeit
  • Abhängig vom →Osterdatum
    Invokavit liegt zwischen dem 8. Februar und dem 14. März eines Jahres
 
Symbol: Abstand zum Osterfest
 
  • 42 Tage vor Ostern
  • gerechnet ab diesem Tag ist am 43. Tag Ostern
 

Der Name Invokavit

 

»Er wird (mich) anflehen!«

invocare: anrufen, anflehen
invocabit: er wird anrufen, er wird anflehen

 

Der Name Invokavit geht zurück auf die vorreformatorische Zeit und leitet sich ab vom ersten Wort des lateinischen Introitus (Messeingangs) der römisch-katholischen Messe für diesen Sonntag:

»Invocavit me, et ergo exaudiam eum«, »Er wird mich anflehen, und ich werde ihn erhören!«

Dieser Name hat sich in den evangelischen Kirchen als Name für den 1. Sonntag der Passionszeit bis heute erhalten.

Biblisch stützt sich die Bezeichnung Invokavit auf das erste Wort in →Psalm 91,15 (Vulgata: 90,15).

Hier der Text aus der lateinischen Biblia Sacra Vulgata (Ps 90,15; Text nach H) und aus Luthers Biblia von 1545 (Ps 91,15):

 

9015 invocabit me et exaudiam eum
cum ipso ero in tribulatione eruam eum et glorificabo

 

9115 Er rüffet mich an / ſo wil ich jn erhören /
Jch bin bey jm in der Not / Jch wil jn er aus reiſſen / vnd zu Ehren machen.

 

Die mittelalterlichen Bezeichnungen

 

Dominica quadragesime

Der Sonntag Invokavit trug diesen Namen bereits im Mittelalter: Dominica invokavit, wobei das lateinische Wort »Dominica« Sonntag bedeutet.

Der Sonntag Invokavit nahm von je her eine besondere Stellung ein: Mit ihm beginnt die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern. Dieses Datum erhielt entsprechend viele, z. T. sehr unterschiedliche Bezeichnungen. Exemplarisch seien hervorgehoben:

  • Dominica prima jejuniorum, Erster Sonntag der Fastenzeit, und
  • Dominica quadragesime, Sonntag der vierzig (Tage), was in etwa bedeutet: Der Sonntag, der die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern einleitet.

Mit der Bezeichnung Quadragesime fügt sich dieser Sonntag nahtlos an die Reihe der Sonntage in der Vorfastenzeit an (heute: Vorpassionszeit): Septuagesimae (siebzig), Sexagesimae (sechzig), Quinquagesimae (fünfzig; d. i. Estomihi), Quadragesimae (vierzig).

Versteht man die Zahlenwerte als Abstände, die ab dem jeweiligen Sonntag in die Zukunft weisen, dann zeigt

  • der Sonntag Septuagesimae auf den Samstag nach Ostern (70. Tag), auf das Ende der Osterwoche,
  • der Sonntag Sexagesimae auf den Mittwoch der Osterwoche (60. Tag), auf deren Mitte,
  • der Sonntag Quinquagesimae auf den Ostersonntag (50. Tag), auf den Beginn der Osterwoche,
  • der Sonntag Quadragesimae auf Gründonnerstag (40. Tag), auf den Beginn des Triduum Paschale, der drei österlichen Tage, mit der →Vesper am Abend des Gründonnerstag.

Die Namen drücken die Erwartung und die Annäherung an die Osterzeit aus, so, wie wir Tage im Kalender abstreichen. Gleichzeitig umfassen und spiegeln sie die Zeit zwischen Gründonnerstag und dem Sonntag Quasimodogeniti.

 

Unsere Kalender verwenden die vorreformatorischen Bezeichnungen bis zum Jahr 1530 (Verlesung der →Confessio Augustana, des Augsburgischen Bekenntnisses).

 

Gottesdienstliche Ordnung

Symbol Evangelisch

Der evangelische Sonntag

Invokavit

1. Sonntag der Passionszeit

gültig in den Kirchenjahren 1978/1979 bis 2017/2018

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett

Violett

 
 

Hallelujavers

 
 
 
        Der Hallelujavers entfällt im →Proprium dieses Gottesdienstes.
 

 
 

Spruch und Psalm

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Dazu iſt erſchienen der Son Gottes / das er die werck des Teufels zurſtöre.

→1Joh 3,8b

Pſalm
91
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Liedauswahl
EG 362 Ein feste Burg ist unser Gott
oder EG 347 Ach bleib mit deiner Gnade
 

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 

HERR thu meine Lippen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Textlesung und Predigt

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2002 - 2007 die folgenden biblischen Texte vorgesehen:

 

Die biblischen Texte für die Lesungen

 
Lesung Text für die Lesung
Evangelium Zum TextMt 4,1-11
Epistel Zum TextHebr 4,14-16
Altes Testament Zum Text1Mos 3,1-19(20-24)
   

 

 

Die biblischen Texte für die Predigt

Im Kirchenjahr 2001/2002 gilt die Reihe VI.

 
Kirchen-
jahr
Datum Reihe Texte für die Predigt Weitere Texte
2001/2002 17.2.2002 VI Zum TextJak 1,12-18 Zum TextHiob 1,(1-5)6-22
2002/2003 9.3.2003 I Zum TextMt 4,1-11 Zum TextMk 14,17-26(27-31)
2003/2004 29.2.2004 II Zum TextHebr 4,14-16 Zum TextRom 6,12-14
2004/2005 13.2.2005 III Zum Text1Mos 3,1-19(20-24)
2005/2006 5.3.2006 IV Zum Text2Kor 6,1-10
2006/2007 25.2.2007 V Zum TextLk 22,31-34
   
 

Kirchenjahr und Datum:
Unsere Sortierung stellt jeweils das gewählte Kirchenjahr nach oben. Die Spalte »Datum« zeigt das tatsächliche Datum des Tages, für den der Predigttext galt.

Reihen:
Die Perikopenordnung von 1978/1979 kennt drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen.
Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag.

Die Reihen galten nacheinander. Sie umfassten somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren.

Die Zählung der Reihen begann im Kirchenjahr 1978/1979 mit Reihe I und wurde kontinuierlich fortgeführt. Nach Reihe VI folgte wieder Reihe I.

Die Reihe VI galt für das Kirchenjahr 2001/2002, danach wieder für das Kirchenjahr 2007/2008.
Die Reihe I galt für das Kirchenjahr 2002/2003. Danach wieder für das Kirchenjahr 2008/2009.

Weitere Texte:
Für diesen Tag standen weitere Bibeltexte zur Auswahl, die thematisch gut zum Tag passten. Aus ihnen konnte die Gemeinde unabhängig von Reihe und Kirchenjahr einen Text für die Predigt wählen, der dann den vorgesehenen Predigtext der gültigen Reihe ersetzte.

<

 

Biblia 1545

Perikopen nach Luther 1545

Invokavit

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

Gültig für die Kirchenjahre 1978/1979 bis 2017/2018

 

Biblia
1545

Text nach der Lutherbibel von 1545.
Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG AUS DEM EVANGELIUM UND PREDIGTTEXT

Evangelium Nach Matthäus

Mt 4,1-11

REIHE

I

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. IIII.

 

 

Verse 1-11

Die Versuchung Jesu

|| →Mk 1,12-13    || →Lk 4,1-13

Marc. 1.

Luk. 4.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Deut. 8.

 

DA ward Jheſus vom Geiſt in die Wü­ſten gefürt / Auff das er von dem Teuffel verſucht würde. 2Vnd da er vierzig tag vnd vierzig nacht gefaſtet hatte / hungert jn. 3Vnd der Verſu­cher trat zu jm / vnd ſprach / Biſtu Gottes ſon / ſo ſprich / das dieſe ſtein brot werden. 4Vnd er antwortet / vnd ſprach / Es ſtehet geſchrieben / Der Menſch lebet nicht vom Brot alleine / Sondern von einem jg­li­chen wort / das durch den mund Gottes gehet.

 

 

 

 

 

→Pſal. 91.

 

 

 

 

 

 

→Deut. 6.

 

5DA füret jn der Teu­fel mit ſich / in die heilige Stad / vnd ſtellet jn auff die zinnen des Tempels / 6vnd ſprach zu jm / Biſtu Gottes ſon / ſo las dich hinab / Denn es ſtehet geſchrieben / Er wird ſeinen Engeln vber dir befelh thun / vnd ſie werden dich auff den henden tragen / Auff das du deinen fuſs nicht an einen ſtein ſtöſſeſt. 7Da ſprach Jheſus zu jm / Widerumb ſtehet auch geſchrieben / Du ſolt Gott deinen HER­RN nicht ver­ſu­chen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Deut. 6.

 

 

 

 

8WIderumb füret jn der Teu­fel mit ſich / auff einen ſeer hohen Berg / vnd zeiget jm alle Reich der Welt / vnd jre Herrligkeit / 9Vnd ſprach zum jm / Das alles wil ich dir geben / So du niderfelleſt / vnd mich anbeteſt. 10Da ſprach Jheſus zu jm / Heb dich weg von mir Sa­tan / Denn es ſtehet geſchrieben / Du ſolt anbeten Gott deinen HER­RN / vnd jm allein dienen. 11Da verlies jn der Teu­fel / Vnd ſihe / da tratten die Engel zu jm vnd dieneten jm.

 

 

 

LESUNG AUS DEN EPISTELN UND PREDIGTTEXT

Brief an die Hebräer

Hebr 4,14-16

REIHE

II

 

Biblia

 

 

 

 

Die Epiſtel:
An die Ebreer.

 

C. V.

 

414

 

Die heutigen Ver­se 4,14-16 bil­den in die­ser Aus­ga­be den An­fang des Ka­pi­tels V. (5).

 

 

Verse 14-16

Das Wort Gottes und der Priester Christus

 

 

Paulus schreibt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DIEweil wir denn einen groſſen Ho­hen­prie­ſter haben / Jheſum den Son Gottes / der gen Himel gefaren iſt / So laſſet vns halten an dem bekentnis. 15Denn wir haben nicht einen Ho­hen­prie­ſter / der nicht künde mitleiden haben mit vnſer ſchwacheit / Sondern der verſucht iſt al­lent­hal­ben / gleich wie wir / Doch / on ſünde. 16Darumb laſſet vns hinzu tretten / mit freidigkeit zu dem Gna­den­ſtuel / Auff das wir barm­her­tzig­keit empfahen / vnd gnade finden / auff die zeit / wenn vns Hülffe not ſein wird.

 

 

 

LESUNG AUS DEM ALTEN TESTAMENT UND PREDIGTTEXT

Erstes Buch Mose | Genesis

1Mos 3,1-19(20-24)

REIHE

III

 

Biblia

 

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. III.

 

 

Holzschnitt aus: 1Mos 3, Adam und Eva

 

 

Verse 1-7

Der Sündenfall

DIE Schlange war liſtiger denn alle Thier auff dem felde / die Gott der HERR gemacht hatte / vnd ſprach zu dem Weibe / Ja / ſolt Gott geſagt haben / Ir ſolt nicht eſſen von al­ler­ley Bewme im Garten?

Schlange ver­fü­ret He­uam.

→2.Cor. 11.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2DA ſprach das Weib zu der Schlangen / Wir eſſen von den früchten der bewme im Garten. 3Aber von den früchten des Bawms mitten im Garten hat Gott geſagt / Eſſet nicht da von / rürets auch nicht an / Das jr nicht ſterbet. 4Da ſprach die Schlang zum Weibe / Ir werdet mit nicht des tods ſterben / 5Son­dern Gott weis / das / welchs tags jr da von eſſet / ſo werden ewre augen auff ge­than / vnd werdet ſein wie Gott / vnd wiſſen was gut vnd böſe iſt.

Fall Heue vnd Ade.

→1.Tim. 2.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6VND das Weib ſchawet an / das von dem Bawm gut zu eſſen were / vnd lieblich anzuſehen / das ein lüſtiger Bawm were / weil er klug mechte / Vnd nam von der Frucht / vnd aſs / vnd gab jrem Man auch da von / Vnd er aſs. 7Da wurden jr beider Augen auff­ge­than / vnd wurden gewar / das ſie nacket waren / Vnd flochten Feigenbletter zuſamen / vnd machten jnen Schürtze.

 

 

 

 

 

 

Vers 8-13

Gott stellt Adam zur Rede

Adam vnd Heua flie-hen fur Gott etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

→Gen. 2.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND ſie höreten die ſtimme Gottes des HER­RN / der im Garten gieng / da der a tag küle worden war. Vnd b Adam verſteckt ſich mit ſeinem Weibe / fur dem angeſicht Gottes des HER­RN vnter die bewme im Garten. 9Vnd Gott der HERR rieff Adam / vnd ſprach zu jm / Wo biſtu? Vnd er ſprach / 10Ich hörete deine ſtimme im Garten / vnd furchte mich / Denn ich bin nacket / darumb verſtecket ich mich. 11Vnd er ſprach / Wer hat dirs geſagt / das du nacket biſt? Haſtu nicht geſſen von dem Bawm / da von ich dir gebot / Du ſolteſt nicht da von eſſen? 12Da ſprach Adam / Das Weib / das du mir zugeſellet haſt / gab mir von dem Bawm / vnd ich aſs. 13Da ſprach Gott der HERR zum Weibe / warumb haſtu das ge­than? Das Weib ſprach / Die Schlang betrog mich alſo / das ich aſs.

a

(Tag küle war)

Das war vmb den abend / wenn die hit­ze ver­gan­gen iſt. Be­deut / das nach ge­tha­ner Sün­de / das Ge­wiſ­ſen angſt lei­det. Bis das Got­tes gne­di­ge ſtim kome vnd wi­der kü­le vnd er­qui­cke das her­tze. Wie wol ſich auch die blö­de Na­tur ent­ſetzt vnd fleucht fur dem Euan­ge­lio / weil es das creutz vnd ſter­ben le­ret.

b

(Adam) Adam heiſſt auf Ebre­iſch Men­ſch / dar­umb mag man men­ſch ſa­gen / wo Adam ſte­het / vnd wi­der­umb.

 

Verse 14-15

Das Urteil für die Schlange

Schlange wird ver­flucht.

 

 

 

 

Chri­ſ­tus ver­hei­ſſen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Straffe und Creuz vber Heua vnd Adam.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA ſprach Gott der HERR zu der Schlangen / Weil du ſolches ge­than haſt / Seiſtu verflucht fur allem Vieh vnd fur allen Thieren auff dem felde / Auff deinem Bauch ſoltu gehen / vnd erden eſſen dein leben lang / 15Vnd Ich will Feindſchaft ſetzen zwi­ſchen Dir vnd dem Weibe / vnd zwi­ſchen deinem Samen vnd jrem Samen / c Der ſelb ſol dir den Kopff zutretten / Vnd Du wirſt In in die Verſchen d ſtechen.

 

Vers 16

Das Urteil für Eva

VND zum Weibe ſprach er / Ich wil dir viel ſchmertzen ſchaffen wenn du ſchwanger wirſt / Du ſolt mit ſchmertzen Kinder geberen / Vnd dein wille ſol deinem Man vnterworffen ſein / Vnd Er ſol dein Herr ſein.

 

Verse 17-19

Das Urteil für Adam und für alle Menschen

VND zu Adam ſprach er / Die weil du haſt gehorchet der ſtimme deines Weibes / Vnd geſſen von dem Bawm da von ich dir gebot / vnd ſprach / Du ſolt nicht da von eſſen / Verflucht ſey der Acker vmb deinen willen / mit kummer ſoltu dich drauff neeren dein Leben lang / 18Dorn vnd Diſteln ſol er dir tragen / vnd ſolt das Kraut auff dem felde eſſen. 19Im ſchweis deines Angeſichts ſoltu dein Brot eſſen / Bis das du wider zu Erden werdeſt / da von du genomen biſt / Denn du biſt Erden / vnd ſolt zu Erden werden.

c

(Der ſelb) Dis iſt das erſt Euan­ge­li­um vnd Ver­hei­ſſung von Chri­ſto ge­ſche­hen auff Er­den / Das er ſolt / Sünd / Tod vnd Hel­le vber­win­den vnd vns von der Schlan­gen ge­walt ſe­lig ma­chen. Dar­an Adam gleu­bet mit al­len ſei­nen Nach­komen / Da­uon er Chri­ſten vnd ſe­lig wor­den iſt von ſei­nem Fall.

d

(Stechen) Pla­gen creu­tzi­gen vnd mar­tern. Denn ſo ge­hets auch Chri­ſtus zu­tritt dem Teu­fel ſei­nen Kopff (das iſt / ſein Reich des To­des / Sünd vnd Hel­le) So ſticht jn der Teu­fel in die Ver­ſchen (das iſt / er töd­tet vnd mar­tert jn vnd die ſei­nen leib­lich.)

 

 

 

 

 

Fakultativ: Verse 20-21

Adam gibt Eva ihren Namen. Gott bekleidet die Menschen

 

 

 

 

 

 

VND Adam hieſ ſein Weib e Heua / darumb / das ſie eine Mutter iſt aller Lebendigen. 21Vnd Gott der HERR machet Adam vnd ſeinem weibe Röcke von Fellen / vnd zog ſie an.

e

(Heua) →*1) Hai / heiſſt Le­ben / Da her kompt He­ua oder Ha­ua / le­ben oder le­ben­di­ge.

 

 

 

 

 

 

Fakultativ: Vers 22-24

Die Vertreibung aus dem Paradies

Adam

vnd Heua aus dem Paradis getrie­ben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND Gott der HERR ſprach / Sihe / Adam iſt worden als vnſer einer / vnd weis was gut vnd böſe iſt / Nu aber / das er nicht ausſtrecke ſeine hand / vnd breche auch von dem Bawm des Lebens / vnd eſſe vnd lebe ewiglich.

23DA lies jn Gott der HERR aus dem garten Eden / das er das Feld bawet / da von er genomen iſt / 24Vnd treib Adam aus / vnd lagert fur den garten Eden den Cherubim mit einem bloſſen hawenden Schwert / zu bewaren den weg zu dem Bawm des Lebens.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*1) Hinweis zur Schreibweise Heua:

a) Das u ist getrennt vom »e« und als »v« zu lesen: He-va.

b) Das H ist ein stimmloser Anlaut: (H)eva, was dann in der deutschen Aussprache »Eva« ergibt.

 

 

 

Holzschnitte der Bibel

Die Holzschnitte der Bibel

Hinweis zur Abbildung in 1Mos 3

»Adam und Eva im Paradies«

Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Erläuterungen zur Abbildung in 1Mos 3

Das Kapitel 3 des 1. Buch Mose wird mit einem Holzschnitt eingeleitet. Die Abbildung zeigt gleichzeitig mehrere Szenen aus Kapitel 3, die zeitlich nacheinander abgelaufen sind.

Zu sehen ist der Sündenfall, das Gespräch Gottes mit den Menschen und die Vertreibung aus dem Paradies:

  • Im Vordergrund ist der Sündenfall zu sehen: Adam und Eva, noch immer nackt und unbekleidet, essen die Früchte vom verbotenen Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (Vers 6).
  • Um diesen Baum (vorn rechts) windet sich die Schlange.
  • Links im Hintergrund stellt Gott Adam zur Rede (Verse 8-11), der sich wegen seiner Nacktheit schämt und sich im Gebüsch versteckt hatte. Hinter dem palmenartigen Gewächs ist nur andeutungsweise Eva zu sehen.
  • Vorn links ruht ein Lamm. Es ist das Symbol Christi und der Christenheit. Es steht für die verheißene Nachkommenschaft Evas. Das Lamm wartet auf seine Stunde, die kommen wird, um der Schlange den Kopf zu zertreten (Vers 15).
  • Rechts im Hintergrund steht ein Engel, ein Cherubim, mit gezogenem Schwert, der den Eingang zum Paradies bewacht (Vers 24).
  • Adam und Eva, jetzt bekleidet (Vers 21), ziehen weg vom Paradies und können nicht mehr zurück (Vers 23).

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Zweiter Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth

2Kor 6,1-10

REIHE

IV

 

Biblia

 

 

 

 

Die Ander Epiſtel:
An die Córinther.

 

C. VI.

 

 

Verse 1-2

Botschafter der Versöhnung

 

 

Paulus schreibt:

 

 

 

 

 

→Jeſa. 43.

→*1)

WIR ermanen aber euch als Mit­hel­f­f­er / das jr nicht vergeblich die gnade Gottes empfahet. 2Denn er ſpricht / Ich habe dich in der angenemen zeit erhöret / vnd habe dir am tage des Heils geholffen. Sehet / jtzt iſt die angeneme zeit / jtzt iſt der tag des Heils.

 

 

 

 

 

 

Verse 3-10

Die Bewährung des Apostels in seinem Dienst

 

 

 

 

 

 

3Laſſet vns aber niemand jrgent eine Ergernis geben / Auff das vnſer Ampt nicht verleſtert werde / 4Sondern in allen dingen laſſet vns beweiſen / als die diener Gottes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IN groſſer gedult / in trübſaln / in nöten / in engſten / 5in ſchlegen / in gefengniſſen / in auffrhuren / in erbeit / in wachen / in faſten / 6in keuſcheit / in erkentnis / in langmut / in freundligkeit / in dem heiligen Geiſt / in vngeferbeter liebe / 7in dem wort der warheit / in der krafft Gottes / durch waffen der Gerechtigkeit / zur rechten vnd zur lincken / 8durch ehre vnd ſchande / durch böſe gerüchte / vnd gute gerüchte. Als die verfürer / vnd doch warhafftig. 9Als die vnbekandten / vnd doch bekand. Als die ſterbenden / vnd ſihe / wir leben. Als die gezüchtigeten / vnd doch nicht ertödtet. 10Als die traurigen / aber alle zeit frölich. Als die armen aber die doch viel reich machen. Als die nichts inne haben / vnd doch alles haben.

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Evangelium nach Lukas

Lk 22,31-34

REIHE

V

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XXII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus

|| →Mt 26,30-35    || →Mk14,26-31
|| →Joh 13,36-38    || →Joh 18,1-2

Verse 31-34

Mat. 26.

Mar. 14.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DEr HErr aber ſprach / Simon / Simon / ſihe / Der Sa­ta­nas hat ewer begert / das er euch möcht ſichten / wie den weitzen / 32Ich aber hab fur dich gebeten / Das dein Glaube nicht auffhöre / Vnd wenn du der mal eins dich bekereſt / ſo ſtercke deine Brüder. 33Er ſprach aber zu jm / HErr / ich bin bereit mit dir ins Gefengnis vnd in den Tod zugehen. 34Er aber ſprach / Petre / Ich ſage dir / Der Han wird heute nicht krehen / ehe denn du drey mal verleugnet haſt / das du mich kenneſt.

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Brief des Jakobus

Jak 1,12-18

REIHE

VI

 

Biblia

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Jacobi.

 

C. I.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der Christ in der Anfechtung

Vers 12

 

 

Jakobus schreibt:

 

SElig iſt der Man / der die an­fech­tung erduldet / Denn nach dem er beweret iſt / wird er die Krone des Lebens empfahen / welche Gott ver­hei­ſſen hat denen / die jn lieb­ha­ben.

 

 

 

 

 

 

Verse 13-18

Der Ursprung der Versuchung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

13Niemand ſage / wenn er verſucht wird / das er Gott verſucht werde / Denn Gott iſt nicht ein Verſu­cher zum böſen / er ver­ſu­chet niemand. 14Sondern ein jg­li­cher wird verſucht / wenn er von ſeiner eigen Luſt gereitzet vnd gelocket wird / 15Darnach wenn die Luſt empfangen hat / gebiert ſie die Sünde / die ſünde aber wenn ſie volendet iſt / gebiert ſie den Tod.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IRret nicht / lieben Brüder / 17Alle gute Gabe / vnd alle vol­ko­me­ne gabe kompt von oben herab / von dem Vater des liechts / Bey welchem iſt keine verenderung noch wechſel des Liechts vnd Finſternis. 18Er hat vns gezeuget nach ſeinem willen / durch das wort der Warheit / Auff das wir weren Erſtlinge ſeiner Creaturen.

 

 

 

CONTINUATEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Buch des Hiob

Hiob 1,(1-5)6-22

POOL

C
1

Achtung!

Die Reihe der Continua-Texte (kontinuierliche Predigt) aus dem Buch Hiob beginnt am Sonntag Invokavit und endet am Palmsonntag. Es empfiehlt sich, die Reihe vollständig über alle sechs Sonntage zu nutzen, wenn sich die Gemeinde für den Hiob-Text anstelle der in der Reihe vorgeschlagenen Predigtperikope entscheidet.

Invokavit: Hiob 1,(1-5)6-22
Reminiszere: Hiob 2,1-10
Okuli: Hiob 7,11-21
Lätare: Hiob 9,14-23.32-35
Judika: Hiob 19,21-27
Palmsonntag: Hiob 38,1-11; 42,1-2

 

 

 

 

Das Bucĥ Hiob.

 

 

 

Holzschnitt, Bild zu Kapitel 1 aus dem Buch Hiob, Hiobs Leiden

 

I.

 

 

I. EINLEITUNG:
GOTT STELLT HIOB AUF DIE PROBE

 

 

1 - 2

 

 

Fakultativ: Verse 1-5

Der Mensch Hiob

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ES war ein Man im

lande Vz / der hies Hiob / Der­ſelb war ſchlecht vnd recht / Gott­fürch­tig / vnd mei­det das böſe. 2Vnd zeu­get ſie­ben Sö­ne vnd drey Töch­ter / 3vnd ſeins Viehs war ſie­ben tau­ſent ſchaf / drey tau­ſent kamel / fünff hun­dert joch rinder / vnd fünff hun­dert eſe­lin / vnd ſeer viel G­eſinds / Vnd er war a herr­li­cher / denn alle die ge­gen Mor­gen wo­ne­ten.

Hiob eſt lo­bab Rex Edom, Gen. 36. ſci­li­cet iux­ta Ara­bi­am fe­li­cem, in Pe­trea Ara­bia, quia ir­ruunt in eum Sa­bei.

→*1)

a

Nicht das er ſo Reich vnd ge­wal­tig ſey ge­we­ſen / Son­dern vmb ſei­ner weis­heit / ver­ſtand vnd Gott­ſe­lig­keit wil­len / iſt er herr­li­cher ge­hal­ten denn an­de­re.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND ſeine Söne giengen hin vnd machten Wolleben / ein jg­li­cher in ſeinem Hau­ſe auff ſeinen tag / vnd ſandten hin vnd luden jr drey Schweſtern mit jnen zu eſſen vnd zu trin­cken. 5Vnd wenn ein tag des Wollebens vmb war / ſandte Hiob hin vnd heiligete ſie / vnd machte ſich des mor­gens früe auff / vnd opfferte Brand­op­f­fer / nach jrer aller zal / Denn Hiob gedachte / Meine Söne möchten geſündigt / vnd Gott geſegenet haben in jrem hertzen / Alſo thet Hiob alle tage.

 

 

 

 

 

 

 

Verse 6-12

Satans Vorsprache bei Gott und ihre Vereinbarung, Hiob auf die Probe stellen

 

 

 

 

 

 

 

→1.Pet. 5.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ES begab ſich aber auff einen tag / da die Kinder Gottes kamen vnd fur den HER­RN tratten / Kam der Sa­tan auch vnter jnen. 7Der HERR aber ſprach zu dem Sa­tan / Wo kompſtu her? Sa­tan antwortet dem HER­RN / vnd ſprach / Ich hab das Land vmbher durchzogen. 8Der HERR ſprach zu Sa­tan / Haſtu nicht acht gehabt auff meinen knecht Hiob? Denn es iſt ſein Gleiche nicht im Lande / ſchlecht vnd recht / Gottfürchtig / vnd meidet das böſe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9SAtan antwortet dem HER­RN / vnd ſprach / Meinſtu / das Hiob vmb ſonſt Gott fürchtet? 10Haſtu doch jn / ſein Haus vnd alles was er hat / rings vmb her verwaret / Du haſt das werck ſeiner hende geſegenet / vnd ſein Gut hat ſich ausgebreitet im Lande. 11Aber recke dein Hand aus / vnd taſte an alles was er hat / Was gilts / er wird dich ins angeſicht ſegenen? 12Der HERR ſprach zu Sa­tan / Sihe / alles was er hat / ſey in deiner hand / on alleine an jn ſelbs lege deine hand nicht. Da gieng Sa­tan aus von dem HER­RN.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Segenen)

Das iſt fluchen vnd leſtern.

 

 

 

 

 

 

 

Verse 13-17

Das Unglück bricht über Hiob herein: Er verliert alles Vieh, viele Knechte kommen um

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DES tages aber da ſeine Söne vnd Töchter aſſen vnd truncken wein in jres Bruders hauſe des erſtgebornen / 14kam ein Bote zu Hiob / vnd ſprach / Die Rinder pflügeten / vnd die Eſelinnen giengen neben jnen an der weide. 15Da fielen aus Reicharabia her ein / vnd namen ſie / vnd ſchlu­gen die Knaben mit der ſcherffe des ſchwerts / Vnd ich bin allein entrunnen / das ich dirs anſaget. 16Da der noch redet / kam ein ander / vnd ſprach / Das fewr Gottes fiel vom Himel / vnd verbrand Schaf vnd Knaben / vnd verzehret ſie / Vnd ich bin allein entrunnen / das ich dirs anſaget. 17Da der noch redet / kam einer / vnd ſprach / Die Chaldeer machten drey Spitzen / vnd vberfielen die Kamel / vnd namen ſie / vnd ſchlu­gen die Knaben mit der ſcherffe des ſchwerts / Vnd ich bin allein entrunnen / das ich dirs anſaget.

 

 

 

 

 

 

Verse 18-19

Hiobs Kinder kommen ums Leben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA der noch redet / kam einer / vnd ſprach / Deine Söne vnd Töchter aſſen vnd truncken im hauſe jres Bruders des erſtgebornen / 19Vnd ſihe / da kam ein groſſer wind von der wüſten her / vnd ſties auff die vier ecken des Hau­ſes / vnd warffs auff die Knaben / das ſie ſtorben / Vnd ich bin allein entrunnen / das ich dirs anſaget.

 

 

 

 

 

Verse 20-22

Die Trauer und die Demut Hiobs

 

 

 

 

→Eccl. 5.

→1.Tim. 6.

 

 

 

 

 

 

DA ſtund Hiob auff vnd zureis ſein Kleid / vnd raufft ſein Heubt / vnd fiel auff die erden vnd betet an / 21vnd ſprach / Ich bin nacket von meiner Mutterleibe komen / nacket werde ich wider da hin faren. Der HERR hats gegeben / der HERR hats genomen / Der name des HER­RN ſey gelobt. 22In dieſem allen ſündiget Hiob nicht / vnd thet nichts thörlichs wider Gott.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*1) Lat.: Hiob est lobab Rex Edom, Gen. 36. scilicet iuxta Arabiam felicem, in Petrea Arabia, quia irruunt in eum Sabei.

Dt.: »Hiob ist Jobab, König von Edom (siehe 1Mos 36), nämlich das glückliche Arabien in [ hier: Teil der Provinz] Petrea Arabia, weil dort die Bewohner von Saba einströmen.«

Luther verbindet hier Hiob mit dem in 1Mos 36,33 genannten König von Edom, Jobab, Sohn Serachs von Bozra., und das Land Uz unzweifelhaft mit Edom.

Das Gebiet der Edo­mi­ter wird zwischen dem Toten Meer und dem Golf von Akaba angenommen. Es ist Teil der größeren Provinz Arabia Petrea, die etwa den Sinai, die arabische Halbinsel und Jordanien umfasste. Die Edo­mi­ter betrieben Ackerbau und Viehzucht.

Das Land der Edo­mi­ter grenzte im südosten an der westlichen Küste der arabischen Halbinsel an das Königreich Saba. Zwischen den Ländern gab es regen Handel. Die Karawanenstraßen von Saba und Südarabien nach Ägypten (über den Sinai), nach Israel, Jordanien und Syrien führten durch das Gebiet Edoms. Die Bewohner von Saba strömten unentwegt in Edom ein, im Gepäck viele Waren und seltene Kostbarkeiten wie z. B. Weihrauch., auf der Einkaufsliste vor allem Nahrungsmittel für den weiteren Weg.

Luther versucht wohl den überschwänglichen Reichtum Hiobs zu begründen. Seine Notiz in lateinischer Sprache richtet sich an die gelehrten Leser. Er möchte hier offensichtlich einer Auffassung widersprechen, nach der die Wüstenbewohner durchweg Nomadenstämme waren, die ihre Schaf- und Ziegenherden durch den Sinai und die arabischen Felswüsten führten, und somit Hiobs Person fragwürdig erscheinen lässt.

 

 

 

Holzschnitte der Bibel

Die Holzschnitte der Bibel

Holzschnitt in Hiob 1

»Das Leiden Hiobs«

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Die Bildsprechung finden Sie in diesem Artikel:

Titelbild zu Hiob

→»Das Leiden Hiobs« (Hiob 1)

Das Bild zeigt meh­re­re Sze­nen aus den Ka­pi­teln 1 und 2 des Buchs Hiob: die Er­eig­nis­se, die Hiobs Her­den, Knech­te und Kin­der tö­te­ten, die Dis­kus­si­on Hi­obs mit Frau und Freun­den.

 

CONTINUATEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Evangelium nach Markus

Mk 14,17-26(27-31)

POOL

C
2

Achtung!

Die Reihe der Continua-Texte (kontinuierliche Predigt) aus dem Markus-Evangelium beginnt am Sonntag Invokavit und endet am Karfreitag. Es empfiehlt sich, die Reihe vollständig über alle sechs Sonntage und am Karfreitag zu nutzen, wenn sich die Gemeinde für den Continua-Text anstelle der in der Reihe vorgeschlagenen Predigtperikope entscheidet.

Invokavit: Markus 14,17-26(27-31)
Reminiszere: Markus 14,(27-31)32-42
Okuli: Markus 14,43-50(51-52)
Lätare: Markus 14,53-65
Judika: Markus 14,66-72
Palmsonntag: Markus 15,1-15
Karfreitag: Markus 15,20-39

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. XIIII.

 

 

Vers 17

Das heilige Abendmahl
Der Beginn des Paschamahls

|| →Mt 26,20    || →Lk 22,14-18

 

AM abend aber kam Jheſus mit den Zwelffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verse 18-21

Das heilige Abendmahl
Die Bezeichnung des Verräters

|| →Mt 26,21-25    || →Lk 22,21-23

Mat. 26.

Luc. 22.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

18Vnd als ſie zu tiſche ſaſſen vnd aſſen / ſprach Jheſus / Warlich / Ich ſage euch / Einer vnter euch / der mit mir iſſet / wird mich verrhaten. 19Vnd ſie wurden trawrig / vnd ſagten zu jm / einer nach dem andern / Bin ichs? Vnd der ander / Bin ichs? 20Er antwortet / vnd ſprach zu jnen / Einer aus den Zwelffen / der mit mir in die Schüſſel tauchet. 21Zwar des menſchen Son gehet hin / wie von jm geſchrieben ſtehet. Weh aber dem Men­ſchen / durch welchen des menſchen Son verrhaten wird / Es were dem ſelben Men­ſchen beſſer / das er nie geborn were.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verse 22-25

Das heilige Abendmahl
Die Einsetzungsworte

|| →Mt 26,26-29    || →Lk 22,19-20    || →1Kor 11,23-25

Abend-

mal des

HER­RN.

1.Cor. 11.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND in dem ſie aſſen / Nam Jheſus das Brot / dancket / vnd brachs / vnd gabs jnen / vnd ſprach / Nemet / eſſet / Das iſt mein Leib. 23Vnd nam den Kelch / vnd dancket / vnd gab jnen den / Vnd ſie truncken alle draus / 24Vnd er ſprach zu jnen / Das iſt mein Blut / des newen Teſtaments / das fur viele vergoſſen wird. 25Warlich / Ich ſage euch / das ich hinfurt nicht trin­cken werde vom gewechſe des Weinſtocks / bis auff den tag / da ichs newe trin­cke / in dem reich Gottes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus

|| →Mt 26,30-35    || →Lk 22,31-34
|| →Joh 13,36-38    || →Joh 18,1-2

Vers 26

II.

Oleberg

Mat. 26.

Luc. 22.

Joh. 18.

Vnd da ſie den Lobgeſang geſprochen hatten / gien­gen ſie hin aus an den Oleberg.

 

 

 

 

Fakultativ: Vers 27-31

 

 

 

 

→Zach. 13.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

27Vnd Jheſus ſprach zu jnen / Ir werdet euch in dieſer nacht alle an mir ergern / Denn es ſtehet geſchrieben / Ich werde den Hirten ſchlahen / vnd die Schafe werden ſich zurſtrewen. 28Aber nach dem ich aufferſtehe / wil ich fur euch hin gehen in Ga­li­lean. 29Petrus aber ſaget zu jm / Vnd wenn ſie ſich alle ergerten / So wolte doch ich mich nicht ergern. 30Vnd Jheſus ſprach zu jm / Warlich ich ſage dir / Heute / in dieſer nacht / ehe denn der Hane zweymal krehet / wirſtu mich drey mal verleugnen. 31Er aber redete noch weiter / Ja wenn ich mit dir auch ſterben müſte / wolt ich dich nicht verleugnen. Desſelbigen gleichen ſagten ſie alle.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom

Rom 6,12-14

POOL

M
1

 

Biblia

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. VI.

 

 

Aus dem Abschnitt

Das neue Leben

Verse 12-14

 

 

Paulus schreibt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SO laſſet nu die Sünde nicht herr­ſchen in ewrem ſterblichen Lei­be / jm gehorſam zu leiſten in ſei­nen a lüſten. 13Auch begebet nicht der ſünden ewre Glieder zu Waffen der vn­ge­rech­tig­keit / Sondern begebet euch ſelbs Gotte / als die da aus den Todten lebendig ſind / vnd ewre glieder Gotte zu Waffen der gerechtigkeit. 14Denn die ſünde wird nicht herrſchen können vber euch / Sin­te­mal jr nicht vnter dem Ge­ſe­tze ſeid / Sondern vnter der Gnade.

a

Mercke / die Hei­li­gen ha­ben noch bö­ſe lü­ſte im flei­ſch / den ſie nicht fol­gen.
So lan­ge die gna­de re­giert / blei­bet das Ge­wiſ­ſen frey vnd zwingt die ſün­de im fleiſch. Aber on gna­de re­giert ſie / vnd das Ge­ſetz ver­dampt das Ge­wiſ­ſen.

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Men­ſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Für die in­halt­li­che und the­ma­ti­sche Ge­stal­tung der Got­tes­dien­ste schla­gen die Ord­nun­gen der evan­ge­li­schen Kir­chen seit Jahr­hun­der­ten bib­li­sche Tex­te vor.

Die hier ge­bo­te­nen Tex­te fol­gen ei­ner Kir­chen­ord­nung, die heu­te nicht mehr gül­tig ist!

Bit­te ru­fen Sie den Kir­chen­tag im ak­tu­el­len Jahr auf, wenn Sie wis­sen möch­ten, wel­che Bi­bel­stel­len für Le­sun­gen und Pre­digt nach der gül­ti­gen Kir­chen­ord­nung für den Got­tes­dienst emp­foh­len wer­den.

 

Biblia 1545

   Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 

 

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