Der Brief des Paulus: An die Römer
Kapitel XII.

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Die Briefe des Paulus

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Briefe des Paulus

Der Brief des Paulus:
An die Römer

 

C. XII.

 

Rom 12,1-21

 
Info

mit Worterklärungen
Luther-Deudſch | Deutsch

 

Der Text in 16 Kapiteln

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

Brief des Paulus: An die Römer

 

Gliederung Kapitel XII.

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel XII.

 

 

12,1 - 15,13

 

VI. ERMAHNUNGEN FÜR DIE LEBENSGESTALTUNG

 

1

12,1-2

→Das Leben eines Christen ist Gottesdienst

2

12,3-8

→Die Gnadengaben im Dienst der Gemeinde

3

12,9-21

→Ermahnung zur brüderlichen Gemeinschaft

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

 

 

 

[340b | 341a]

 

 

An die Römer.     C. XII.

CCCXLI.

 

 

 

VI.

ERMAHNUNGEN FÜR DIE LEBENSGESTALTUNG

 

12,1 - 15,13

 

 

 

XII.

 

 

Das Leben eines Chriſten iſt Gottesdienſt

 

ICH ermane euch / lieben Brüder / durch

die Barmhertzigkeit Gottes / Das jre ewre Leibe begebet zum Opffer / das da lebendig / heilig / vnd Gott wolgefellig ſey / welchs ſey ewer vernünfftiger Gottesdienſt. 2Vnd ſtellet euch nicht dieſer Welt gleich / ſondern verendert euch durch vernewerung ewers ſinnes / Auff das jr prüfen möget / welchs da ſey der gute / der wolgefellige / vnd der volkomene Gottes wille.

 

 

 

 

 

 

(Vernünfftig)

S. Paulus hei­ſſet hie al­le Op­ffer / Werck / Gottes­dienſt / vn­uer­nünff­tig / wenn ſie on glau­ben vnd Got­tes er­kent­nis ge­ſche­hen.

 

 

Die Gnadengaben im Dienſt der Gemeinde

 

 

 

 

 

 

 

→1.Cor. 12.

DEnn ich ſage durch die Gnade / die mir gegeben iſt / jederman vnter euch / Das niemand weiter von jm halte / denn ſichs gebürt zu halten / Sondern das er von jm meſſiglich halte / ein jglicher nach dem Gott ausgeteilet hat / das mas des glaubens. 4Denn gleicher weiſe als wir in einem Leibe viel Glieder haben / aber alle glieder nicht einerley Geſchefft haben / 5Alſo ſind wir viele ein Leib in Chriſto / Aber vnternander iſt einer des andern Glied / 6Vnd haben mancherley Gaben nach der gnade / die vns gegeben iſt. 7Hat jemand Weiſſagung / ſo ſey ſie dem glauben a ehnlich. Hat jemand ein Ampt / ſo warte er des ampts. b Leret jemand / ſo warte er der lere. 8Ermanet jemand / ſo warte er des ermanens. Gibt jemand / ſo gebe er einfeltiglich. Regieret jemand / ſo ſey er ſorgfeltig. Vbet jemand Barmhertzigkeit / ſo thu ers mit luſt.

 

a

(Ehnlich)

Alle Weiſſagung die auff werck / vnd nicht lau­ter auff Chri­ſtum fü­ret / als den ei­ni­gen Troſt / wie köſt­lich ſie iſt / ſo iſt ſie doch dem glau­ben nicht ehn­lich / Als da ſind die offen­ba­rung der Pol­ter­gei­ſter / die Meſ­ſen / Wal­far­ten / fa­ſten vnd Hei­li­gen dienſt ſu­chen.

b

(Leret) Man leret die es nicht wiſ­ſen vnd er­ma­net die es zu­uor wiſ­ſen.

 

 

 

Ermahnung zur brüderlichen Gemeinſchaft

 

DIe Liebe ſey nicht falſch. Haſſet das arge / Hanget dem guten an. 10Die brüderliche Liebe vnternander ſey hertzlich. Einer kome dem andern mit Ehrerbietung zuuor. 11Seid nicht trege / was jr thun ſolt. Seid brünſtig im geiſte. Schicket euch in die zeit. 12Seid frölich in hoffnung / Gedültig in trübſal / Haltet an am gebet. 13Nemet euch der Heiligen notdurfft an. Herberget gerne. 14Segenet die euch verfolgen / Segenet vnd fluchet nicht. 15Frewet euch mit den Frölichen / vnd weinet mit den Weinenden. 16Habt einerley ſinn vnternander. Trachtet nicht nach hohen dingen / ſondern haltet euch herunter zu den Nidrigen. 17Haltet euch nicht ſelbs fur Klug.

 

 

 

 

 

 

 

 

→Deut. 32.

 

 

 

 

Prou. 21.

 

VErgeltet niemand böſes mit böſem. Vleiſſiget euch der ehrbarkeit gegen jederman / 18Iſt es müglich / ſo viel an euch iſt / ſo habt mit allen Menſchen friede. 19Rechet euch ſelber nicht / meine Liebeſten / ſondern gebet raum dem zorn (Gottes) Denn es ſtehet geſchrieben / Die Rache iſt mein / Ich wil vergelten / ſpricht der HERR.20So nu deinen Feind hungert / ſo ſpeiſe jn / Dürſtet jn / ſo trencke jn / Wenn du das thuſt / ſo wirſtu fewrige c Kolen auff ſein Heubt ſamlen. 21Las dich nicht das böſe vberwinden / Sondern vberwinde das böſe mit gutem.

 

 

 

 

 

 

c

(Kolen)

Fewer auff das Heubt le­gen iſt / das der Feind durch Wol­that / vber ſich ſelbs er­zür­net / das er vns ſo vbel ge­than hat.

 

 

 

 

 

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Aus dem Verzeichnis der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

Luthers Verweise auf biblische Bücher

 Kürzel

 Bezeichnung in Luthers Biblia 1545

 Moderne Bibel

 Kürzel

Rom.
Ro.
Epiſtel S. Paul an die Römer.

Biblia Vulgata: Epistula Pauli ad Romanos

Der Brief des Paulus an die Römer

Römerbrief

Röm

Röm

Rom

Deut.
Das fünfte Buch Moſe.
Deuteronomius.

Biblia Vulgata: Deuteronomium

Das fünfte Buch Moses (Deuteronomium)

Deuteronomium

5. Buch Mose

5. Mose

Dtn

5Mos

Pro.
Prou.
Prouer.
Die Sprüche Salomo.
Sprüche Salominis.
Prouerbiorum.

Biblia Vulgata: Libri salomonis: Proverbia

Die Sprüche Salomos (Sprichwörter)

Das Buch der Sprichwörter

Das Buch der Sprüche

Spr

Spr

Spr

1.Cor.
1. Corin.
1. Corinth.
Die j. Epiſtel S. Paul an die Corinther.

Biblia Vulgata: Epistula Pauli ad Corinthios I

Der erste Brief des Paulus an die Korinther

1. Korintherbrief

1. Kor

1 Kor

1Kor

Erläuterungen siehe →Liste der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

 
 

Worterklärungen: Übersicht

Die folgenden Begriffe aus dem Text Rom 12 werden hier erläutert.

Versnummer: Luthers Wort

1: Opffer

1: heilig

3: jglicher

3: glaubens

8: thu

8: luſt

9: arge

10: zuuor

20: wirſtu

Klick auf ein Wort führt zum Eintrag mit den Erklärungen.

Das vollständige Verzeichnis findet sich hier: →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 
Aus dem Stilkunst.de-Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

Worterklärungen:
Seltene Namen, Wörter und Begriffe im Text Rom 12

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

Opffer

Opfer, das

Opfergabe, die

rituelle Opfergabe

 

→1Mos 4,3-4

 

Es begab ſich aber nach etlichen tagen / das Kain dem HERRN Opffer bracht von den Früchten deſ feldes / Vnd Habel bracht auch von den Erſtlingen ſeiner Herde vnd von jrem fetten.

 

 

Die beiden Brüder Kain und Abel sind die ersten Menschen, die Gott Opfergaben darbringen. Abel, der Schäfer war, opferte aus seiner Herde Erstlinge, erstgeborene Lämmer.

 

Erstlinge und Lämmer spielen von nun an eine besondere Rolle in der religiösen Praxis.

 

Das Motiv kehrt insbesondere wieder in der zehnten Plage Gottes für Ägypten, verbunden mit dem Pascha-Mahl: Alle Erstlinge in Ägypten waren dem Tode geweiht. Nur die Familien jener Hebräer blieben verschont, die als Ersatz ein erstgeborenes Lamm opferten und mit seinem Blut die Türschwellen und -einfassungen bestrichen.

 

Das Pascha-Fest wiederholt alljährlich in Erinnerung an den Auszug aus Ägypten dieses Opfermahl.

 

Die christliche Religion kennt Jesus als Erstling und Lamm Gottes (Agnus Dei), den Gott selbst als Ersatz für alle Opfer anbot, die die jüdische Religion vorschrieb, nun aber nicht mehr nötig sind. Insofern ist Jesus die christliche Entsprechung der Opfergabe Abels.

 

 

SK Version 06.10.2019  

→Register

heilig

heilig (Adjektiv)

(In Abgrenzung zum Irdischen:) göttlich vollkommen und verehrungswürdig.

 

 

Ort, Boden: →2Mos 3,5:

 

Er ſprach / Trit nicht herzu / zeuch deine ſchuch aus von deinen Füſſen / Denn der Ort / da du auffſteheſt / iſt ein heilig land.

 

Er [GOTT] sprach: »Komme nicht näher! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen! Denn der Boden, auf dem du stehst, ist heiliges Land.«

 

 

Tätigkeiten: →2Mos 16,23:

 

Das iſts / das der HERR geſagt hat / Morgen iſt der Sabbath der heiligen ruge des HERRN /

 

Das ist es, was der HERR gesagt hat: »Morgen ist der Sabbat der heiligen Ruhe des HERRN

 

Gegenstände: →2Mos 28,2:

 

Vnd ſolt Aaron deinem Bruder heilige Kleider machen / die herrlich vnd ſchön ſeien.

 

Und [ihr] sollt Aaron, deinem Bruder, heilige Kleider machen, die herrlich und schön seien.

 

 

Menschen: →2Mos 19,6:

 

Vnd jr ſolt mir ein prieſterlich Königreich / vnd ein heiliges Volck ſein.

 

Und ihr sollt mir ein priesterliches Königreich und ein heiliges Volk sein.

 

 

GOTT: →Offb 4,8:

 

[...] vnd ſprachen / Heilig / heilig / heilig iſt der Gott der HERR / der Allmechtige / der da war / vnd der da iſt / vnd der da kompt.

 

[...] und sprachen: Heilig, heilig, heilig ist der Gott, der HERR, der Allmächtige, der da war, und der da ist, und kommt und da sein wird.

 

 

 

SK Version 19.11.2019  

→Register

jglicher

 

jgliche

 

jglichs

jeglicher, jegliche, jegliches (Pronomen)

veraltet für: jeder, jede, jedes

 

→Jes 28,25

 

.. ſo ſtrewet er Wicken / vnd wirfft Kümel / vnd ſeet Weitzen vnd Gerſten / jglichs wo ers hin haben wil /

 

...so streut er Wicken und wirft Kümmel und sät Weizen und Gerste, jegliches [dahin], wo er es hin haben will.

 

 

 

SK Version 06.10.2019  

→Register

Glaube

Glaube, der

Glauben, der

Glaube(n)
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
552 94 28 430
Mhd.: geloube, gloube, f., m.

Gegenstück: →Unglaube(n).

 

In der Bibel tritt der Begriff bevorzugt in seiner religiösen Bedeutung auf:

 

Glaube bezeichnet allgemein sowohl das auf Gott gerichtete hingebende Vertrauen religiöser Menschen, sowie eine innere Bejahung, Aneignung und Bewahrung der offenbarten Gotteserkenntnis, mit der sich Gehorsam, Treue u. s. w. gegenüber den göttlichen Geboten und religiösen Lehren verbinden.

 

Ein zentraler Begriff reformatorischer Lehre

 

Sowohl die neutestamentlichen Schriften selbst, wie auch die Theologen der christlichen Konfessionen definieren den Begriff Glaube im einzelnen verschieden. Für Luther ist es der zentrale Begriff, der das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen begründet. Dabei stützt er sich insbesondere auf die Erläuterungen des Paulus im Römerbrief.

 

Das Wort Glaube(n) kommt im Neuen Testament sehr häufig vor (430 mal), bevorzugt in den Paulusbriefen. Dabei finde sich das Wort allein im relativ kurzgehaltenen Römerbrief an 130 Stellen.

 

Luthers Übersetzung von →Rom 3,28, alleine durch den Glauben, führte zu heftigen Disputen zwischen Luther und seinen Gegenspielern, weil in den griechischen Quellen das Wort »allein« nicht vorkommt. Man versuchte Luther als stümperhaften Übersetzer zu entlarven, der Bibeltexte verfälscht. Doch Luther pariert, dass dies auch in den Quellen absolut gemeint sei und in solchen Fällen die Verwendung des Wortes allein die Anforderungen eines guten deutschen Sprachgebrauchs erfüllt. Es käme nicht darauf an, einzelne Wörter zu übersetzen und blank aneinanderzureihen, sondern darauf, den Inhalt möglichst wortgetreu in die deutsche Sprache und deren üblichen Gebrauch zu übertragen.

 

Aus Rom 3,28 hat sich ein wesentlicher Lehrsatz der Reformation und der Kirchen, die aus ihr entstanden sind, entwickelt: Allein aus Glauben! bzw. Allein durch Glauben!, lateinisch: sola fide!

 

Dies schmälert die Bedeutung der Gesetze und Gebote nicht. Doch der Glauben ist ihr tragendes Fundament, der ihre Einhaltung und Erfüllung bestimmt und in konkreten Situationen überzeichnet. Nur so ist (christliche) Eigen­verant­wortung gewährleistet. Nur das Handeln aus dem Glauben heraus macht den Menschen vor Gott gerecht. Diese Gerechtigkeit wird aus Gnade anerkannt, nicht aus Erfüllung der Gesetze. Die Gesetzeswerke sind nicht länger erforderlich, weil der glaubende Mensch sie ihrem Inhalt nach eigenverantwortlich erfüllt. Ähnlich wie das Gebot »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst« einerseits die entsprechenden Gebote aus den Zehn Geboten enthält, andererseits darüber weit hinausgeht. So umfasst das Handeln aus Glauben an Gott alle Gebote und Gesetze, geht aber weit darüber hinaus. Umgekehrt: Die Erfüllung der Gebote und Gesetze ohne Glauben an Gott macht zwar vor dem Gesetz gerecht, erfüllt aber nicht Gottes Anspruch auf Eigen­verant­wortlichkeit des Menschen in der Beziehung der Menschen zu Gott und in der Beziehung der Menschen zueinander.

 

Damit rückte der Glaubensbegriff und seine Interpretation in den Mittelpunkt reformatorischer Lehren.

 

 

→Rom 3,28

 

So halten wir es nu / Das der Menſch gerecht werde / on des Geſetzes werck / alleine durch den Glauben.

 

a) So halten wir es nun: Der Mensch wird gerecht ohne die Gesetzeswerke, allein durch den Glauben.

b) So halten wir fest: Der Mensch wird allein durch Glauben gerecht. Die Vorgaben der Gesetze und ihre Erfüllung haben dabei keine Bedeutung.

 

 

SK Version 06.10.2019  

→Register

thun

tun (Verb)

Mhd.: tuon (erweitert tuogen, tuonen)

allgemein machen, schaffen, verrichten, handeln in unterschiedlichsten Varianten und Bedeutungen

 

Formen

 

  Luther-Deutsch Deutsch
Infinitiv thun tun
Präsens ich thu ich tue
  du thuſt du tust
  er thut er tut
Präteritum ich thet ich tat
  er thet er tat
  wir theten wir taten
  jr thetet ihr tatet
  sie theten sie taten
Perfekt du haſt gethan du hast getan
  er hat gethan er hat getan
Plusquamperfekt er hatte gethan er hatte getan
  er hette gethan er hätte getan
Imperative thu (es)! tue (es)!
  haſtu gethan du hast getan!
 

 

→Psalm 78,12

 

FVr jren Vetern thet er Wunder in Egyptenland

 

Vor ihren Vätern tat er Wunder in Ägypten

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

Luſt

Lust, die/der

heftiges Verlangen, Begierde

 

Luther verwendet das Wort häufig in der maskulinen Form.

 

→Psalm 30,6

 

Vnd er hat luſt zum Leben

 

a) Und er hat Verlangen nach Leben

b) Doch das Leben ist seine Passion

 

Wendungen

 

Eine feste Wendung in der Lutherbibel von 1545 ist der Ausdruck:

 

ein Luſt büſſen - ein Verlangen stillen, befriedigen

 

→Psalm 78,29-31

 

Da aſſen ſie vnd wurden all zuſat / Er lies ſie jren Luſt büſſen. Da ſie nu jren luſt gebüſſet hatten / Vnd ſie noch dauon aſſen. Da kam der zorn Gottes vber ſie

 

Da aßen sie und wurden allzu satt. Er lies sie ihr Verlangen stillen. Als sie nun ihr Verlangen gestillt hatten, und sie noch davon aßen, da kam der Zorn Gottes über sie.

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

Arge
arge

Arge, das (veraltet)

Substantiv zu arg (Adjektiv).

 

Zu unterscheiden sind zwei Bedeutungen:

 

1a) das Schlechte, das Niederträchtige, das Böse

1b) das Übel, das Üble, das Schlimme, das Unangenehme

 

und

 

2) das Karge im Sinne von zurückhaltend im Geben, nicht freigiebig, haushälterisch

 

zu 1) →Psalm 97,10

 

DJe jr den HERRN liebet / haſſet das arge

 

a) Die ihr den HERRN liebt: Hasst das Arge!

b) Die ihr den HERRN liebt: Hasst das Böse!

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

zuuor

 

zuvor

zuvor (Adverb)

zeitlich vorhergehend, davor

 

 

Hinweis: Luther verwendet ohne Unterscheidung:

 

  • zuuor
  • zuvor

 

Allerding taucht die Form zuvor wesentlich seltener auf. Die in Luthers Sprachgebrauch übliche Form ist zuuor.

 

zuuor
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
239 84 56 99

zuvor
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
4 2 1 1

 

 

→Psalm 119,152

 

Zuuor weis ich aber

 

a) Zuvor weiß ich aber,

b) Ich weiß bereits,

 

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

wirſtu

wirst du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von werden (Verb)

 

Präsens:

wirſtu: wirst du

 

Die Fle­xi­on mit dem an­ge­häng­ten »u« ist ei­ne ei­gen­tüm­li­che Form, die sonst nur noch aus älte­ren Tex­ten be­kannt ist. Ge­bil­det wur­de sie aus der 2. Per­son, zu­sam­men­ge­zo­gen mit dem Per­so­nal­pro­no­men »du«, aus dem das »u« stammt. Die­se Form im­pli­ziert ei­ne ge­wis­se Dring­lich­keit und Di­rekt­heit der An­spra­che, die un­mit­tel­ba­re Hin­wen­dung zum Ge­gen­über. So kann es die un­zwei­fel­haf­te Fest­stel­lung des Han­delns, die dring­li­che An­spra­che oder die un­mit­tel­ba­re Auf­for­de­rung zum Han­deln be­deu­ten (In­di­ka­tiv in der Aus­sa­ge), die Er­fül­lung ein­for­dern, mut­maßen bzw. un­ter­stel­len (Kon­junk­tiv), oder zur Ant­wort und Er­klä­rung auf­for­dern (Verb in der Fra­ge).

 

Heute ist statt­des­sen das Verb in sei­ner ge­bräuch­li­chen Fle­xi­on ver­bun­den mit »du« zu ver­wen­den. Die Di­rekt­heit oder ei­ne Auf­for­de­rung kann besten­falls durch ei­ne Sinn tra­gen­de Bei­fü­gung um­schrie­ben wer­den ab­hän­gig vom Kon­text. Sie kann ggf. durch einen Im­pe­ra­tiv he­raus­ge­stellt werden.

 

wirſtu: wirst du (ganz bestimmt, ohne Zweifel) !

 

→Psalm 8,6

 

Du wirſt jn laſſen eine kleine zeit von Gott verlaſſen ſein / Aber mit ehren vnd ſchmuck wirstu jn krönen.

 

Du wirst ihn kurze Zeit von Gott verlassen sein, doch dann krönst du ihn mit Ehren und Schmuck!

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

Erläuterungen siehe →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 

 

Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe der Lutherbibel von 1545

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 

 

Der Bibeltext im evangelischen Kirchenjahr

In den Kirchenjahren ab 1978/1979 bis 2017/2018

WOCHENSPRUCH AB DEM SONNTAG

→21. Sonntag nach Trinitatis

 

→Rom 12,21

 

Las dich nicht das böſe vberwinden / Sondern vberwinde das böſe mit gutem.

 

SP

LESUNG AUS DEN BRIEFEN DER APOSTEL UND PREDIGTTEXT

→1. Sonntag nach Epiphanias

→Rom 12,1-3(4-8)

EP
II

LESUNG AUS DEN BRIEFEN DER APOSTEL UND PREDIGTTEXT

→2. Sonntag nach Epiphanias

→Rom 12,(4-8)9-16

EP
II

 
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1545
Rom
12