Die Offenbarung des Johannes | Kapitel 6

Sie sind hier: ⏵Home | ⏵Lutherbibel 1545 | ⏵Die Evangelien | ⏵Die Offenbarung des Johannes | Kapitel 6
Die Evangelien

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Evangelien und die Offenbarung

Die Offenbarung
des Johannes

Kapitel 6

 

Offb 6

 

Der Text in 22 Kapiteln

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

 

Gliederung Kapitel 6

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel VI.

 

 

4,1 - 22,5

 

III. DIE PROPHETISCHEN VISIONEN

 

 

 

6,1 - 8,5

 

III.2 DIE SIEBEN SIEGEL

 

1

6,1-17

→Die Öffnung der ersten sechs Siegel

 

 

 

 

Die Offenbarung
S. Johannis
des Theologen.

 

 
[400a]

 

VI.

 

 

III.2 DIE SIEBEN SIEGEL

 

 

6,1 - 8,5

 

 

Die Öffnung der erſten ſechs Siegel

C.

Holzschnitt, Bild C aus der Offenbarung des Johannes

 

C.

VND ich ſahe / das das Lamb der Siegel

eines auffthat / Vnd ich höret der vier Thierer eines ſagen / als mit einer donnerſtim / Kom vnd ſihe zu. 2Vnd ich ſahe / Vnd ſihe / ein weis Pferd / vnd der drauff ſaſs / hatte einen Bogen / vnd jm ward gegeben eine Krone / vnd er zoch aus zu vberwinden / vnd das er ſieget.

 

Dis iſt die er­ſte Pla­ge / die ver­fol­gun­ge der Ty­ran­nen.

 

VND da es das ander Siegel auffthet / höret ich das ander Thier ſagen / Kom vnd ſihe zu. 4Vnd es gieng er aus ein ander Pferd / das war rot / vnd dem der drauff ſaſs / ward gegeben den Friede zunemen von der Erden / vnd das ſie ſich vnternander erwürgeten / Vnd jm ward ein gros Schwert gegeben.

 

Dis iſt die 2. Pla­ge / krieg vnd blut.

 

VND da es das dritte Siegel auffthet / höret ich das dritte Thier ſagen / Kom vnd ſihe zu. Vnd ich ſahe / vnd ſihe / ein ſchwartz Pferd / vnd der drauff ſaſs / hatte eine Woge in ſeiner hand. 6Vnd ich höret eine ſtim vnter den vier Thieren ſagen / Ein maſs Weitzen vmb einen groſſchen / vnd drey maſs Gerſten vmb einen groſſchen / vnd dem Ole vnd Wein thu kein leid.

 

Dis iſt die 3. Pla­ge / Thew­rung.

 

(Chenix)

Dis mas Chenix ge­nant / helt bei vns ei­ne Kan­ne oder zwey Nöſ­ſel / das iſt eine hal­be Met­ze. Vnd ein Gro­ſche helt dreiſ­ſig law­en­pfen­nig.

 

VND da es das vierde Siegel auffthet / höret ich die ſtim des vierden Thiers ſagen / Kom vnd ſihe zu. 8Vnd ſihe / vnd ich ſahe ein falh Pferd / vnd der drauff ſaſs / des name hies Tod / vnd die Helle folgete jm nach. Vnd jnen ward macht gegeben zu tödten / das vierde teil auff der Erden / mit dem Schwert vnd Hunger / vnd mit dem Tod / vnd durch die Thiere auff Erden.

 

Die 4. Plage / Pe­ſti­lentz und ſter­ben.

D.

VND da es das fünffte Siegel auffthet / ſahe ich

vnter dem Altar die Seelen / dere die erwürget waren vmb des wort Gottes willen / vnd vmb des Zeugnis willen / das ſie hatten. 10Vnd ſie ſchrien mit groſſer ſtim / vnd ſprachen / HERr du heiliger vnd warhafftiger / wie lange richteſtu vnd recheſt nicht vnſer Blut an denen / die auff der Erden wonen? 11Vnd jnen wurden

 

Hie trö­ſtet er die Chri­ſten in jrem lei­den.

 

 
[400a | 400b]

 

 

Die Offenbárunǵ     C. VI.

 

D.

Holzschnitt, Bild D aus der Offenbarung des Johannes

 

gegeben / einem jglichen ein weis Kleid / vnd ward zu jnen geſagt / Das ſie rugeten noch eine kleine zeit / Bis das vollend dazu kemen jre Mitknechte vnd Brüder / die auch ſollen noch ertödtet werden / gleich wie ſie.

E.

Holzschnitt, Bild E aus der Offenbarung des Johannes

E.

VND ich ſahe / das es das ſechſte Siegel auffthet /

vnd ſihe / da ward ein groſſes Erdbeben / vnd die Sonne ward ſchwartz wie ein harin Sack / vnd der Mond ward wie Blut / 13vnd die Sterne des Himels fielen auff die Erden / Gleich wie ein Feigenbawm ſeine feigen abwirfft / wenn er von groſſem wind bewegt wird. 14Vnd der Himel entweich / wie ein eingewickelt Buch / vnd alle Berge vnd Inſulen wurden bewegt aus jren ortern / 15Vnd die Könige auff erden / vnd die Oberſten / vnd die Reichen / vnd die Heubtleute / vnd die Ge-

 

Dis ſind aller­ley Pla­gen / ſo mit auff­ruhr vnd zwi­tracht ſich Land vnd Leu­te ver­endern bis an Jüng­ſten tag.

 

 
[400b | 401a]

 

 

S.Jóhannis.     C. VI.

CCCCI.

 

 

waltigen / vnd alle Knechte vnd alle Freien / verborgen ſich in den Klüfften vnd Felſen an den Bergen / 16vnd ſprachen zu den bergen vnd felſen / Fallet auff vns / vnd verberget vns fur dem Angeſichte des / der auff dem ſtuel ſitzt / vnd fur dem zorn des Lambs / 17Denn es iſt komen der groſſe tag ſeines zorns / vnd wer kan beſtehen?

 

 

 

Hinweis zu den Abbildung in Offb 6: : Klicken Sie auf das jeweilige Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Erläuterungen zu den Abbildungen in Offb 6

Das Kapitel 6 der Offenbarung des Johannes enthält drei Holzschnitte, die mit den Buchstaben C, D und E gezeichnet sind. Im Textteil verweisen die selben Buchstaben auf den Beginn des Abschnitts, der szenisch im Bild wiedergegeben ist.

Bild »C«

Zu sehen sind die vier apokalyptischen Reiter (Offb 6,2-8):

  • Links außen befindet der erste Reiter mit Krone und Bogen (Vers 2).
  • Dahinter ist der zweite Reiter mit dem großen Schwert abgebildet (Vers 4).
  • Halb verdeckt folgt der dritte Reiter mit der Waage in seiner Hand (Verse 5-6).
  • Im Vordergrund rechts reitet der vierte Reiter, der Tod (Vers 8), dem der Künstler als Symbol des Todes die Sense mitgegeben hat.
  • Dem vierten Reiter folgt ein riesiger, dämonischer Kopf mit großen Augen und aufgerissenem Mund. Zwischen den Zähnen sind Leiber und der gekrönte Kopf eines Herrschers zu sehen. Hier hat der Künstler aus Vers 8 die »Hölle« angedeutet, die dem Tod folgt.

Bild »D«

Zu sehen ist die Trostvision für die leidenden Christen (Verse 9-11):

  • Die Engel geben im Himmel an die Christen, die in der Verfolgung getötet wurden, weiße Kleider aus.

Bild »E«

Zu sehen ist die Katastrophenvision (Verse 12-17):

  • Links oben scheint die verfinsterte, schwarze Sonne, rechts der Mond (Vers 12).
  • Dazwischen stürzen die Sterne zu Boden (Vers 13). Der Künstler deutet die stürzende Bewegung mit feurigen Schweifen an.
  • Die Landschaft ist chaotisch: Von allen Seiten schieben sich Felsen und Berge ins Land (Vers 14), sogar bis hin zur Stadt, die im Hintergrund mit einem typisch mittelalterlichen Panorama wiedergeben ist.
  • Die Oberschicht aus Herrschern, Mächtigen und Reichen hat sich vor den Felsen versammelt und fleht darum, dass der Boden sie verschlingen möge, um sich dem Gericht zu entziehen (Verse 15-17).

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
Empfehlungen: Das könnte Sie auch interessieren
Vorrede auf das Neue Testament

→Vorrede auf das Neue Testament

Luthers Vorrede zum Neuen Testament ist in neuen Bibelausgaben nicht mehr enthalten. Lesen Sie, was Luther seinen Lesern 1545 mit auf den Weg gegeben hatte.

 

Sabrina

Text | Grafik | Webdesign | Layout:

©by Reiner Makohl | Stilkunst.de
©by Sabrina | SABRINA CREATIVE DESIGN™

 
 
Biblia
1545
Offb
6