Das Buch der Psalmen | Psalm 80

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Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

Der Psalter:
Die Bücher der Psalmen

Psalm 80

Info

mit Worterklärungen
Luther-Deudſch | Deutsch

 

Ps 80

 

 

150 Psalmen, aufgeteilt in fünf Büchern

 

Laß Dein Antlitz leuchten und wir werden genesen!

Gebet für den »Weinstock Gottes«

 
Auswahl der Psalmen
 

 

Der Psalm 80 aus Luthers Biblia 1545

 

 

Psalm 80, 16

 

Im folgenden Text ist der bezeichnete Vers hervorgehoben.

Der Pſalter.

 

 

LXXX.

  (Spanroſen)
Ein kleinod wie eine Roſe. Vnd heiſſt hie das König­reich Iſrael.
    (Joſeph)
Das iſt / Das Königreich Iſrael.

1Ein Pſalm Aſſaph / von den
Spanroſen / vor zu ſingen.

DV Hirte Iſrael höre / der du Joſeph hütteſt wie der Schafe / Er­ſchei­ne / der du ſitzeſt vber Che­ru­bim.

 
 
(Ephraim)

Das iſt / Auff dem Gnaden­ſtuel / hinder welchem dieſe Stemme J­ſrael lagen /
Num.2.

3Erwecke deine Gewalt / der du fur Ephraim / BenJamin vnd Ma­naſſe biſt / Vnd kome vns zu hülffe.

4GOtt tröſte vns / vnd las leuchten dein Andlitz / So geneſen wir.

5HERR Gott Zebaoth / Wie lange wiltu zürnen vber dem Gebet deines Volcks?

6Du ſpeiſeſt ſie mit Threnen brot / Vnd trenckeſt ſie mit groſſem mas vol threnen.

a
(Zum zanck)

Das jederman zu vns vrſache ſucht / vns zwackt vnd fewr bey vns holet.


Jeſa. 5.
Matth. 21.

7Du ſetzeſt vns vnſern Nachbarn a zum zanck / Vnd vnſer Feinde ſpotten vnſer.

8Gott Zebaoth tröſte vns / Las leuch­ten dein Andlitz / ſo geneſen wir.

9DV haſt einen Weinſtock aus Egyp­ten geholet / vnd haſt vertrieben die Heiden / vnd den­ſel­ben gepflantzet.

10Du haſt fur jm die ban gemacht / Vnd haſt jn laſſen einwurtzeln / das er das Land erfüllet hat.

 
 
(Cedern Got­tes) Jd eſt / Regnum dila­tatum vſque ad Libanum.

11Berge ſind mit ſeinem Schatten be­deckt / Vnd mit ſeinen Reben die cedern Gottes.

(Waſſer)

Das iſt das waſſer Phrath.

12Du haſt ſein Gewechs ausgebreitet bis ans Meer / Vnd ſeine Zweige bis ans Waſſer.

13Warumb haſtu denn ſeinen Zaun zubrochen / Das jn zureiſſet alles das fur vber gehet?

14Es haben jn zuwület die wilden Sewen / Vnd die wilden Thier haben jn verderbet.

15GOtt Zebaoth wende dich doch / Schaw vom Himel / vnd ſihe an vnd ſuche heim dieſen Weinſtock.

16Vnd halt jn im baw / den deine Rechte gepflantzt hat / Vnd den du dir feſtiglich erwelet haſt.

17Sihe drein vnd ſchilt / Das des brennens vnd reiſſens ein ende wer­de.

18Deine Hand ſchütze das Volck deiner Rechten / Vnd die Leute die du dir feſtiglich erwelet haſt.

19SO wöllen wir nicht von dir weichen / Las vns leben / ſo wöllen wir deinen Namen anruffen.

20HERR Gott Zebaoth tröſte vns / Las dein Andlitz leuchten / ſo geneſen wir.

 

 
Aus dem Verzeichnis der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

Luthers Verweise auf biblische Bücher

 Kürzel

 Bezeichnung in Luthers Biblia 1545

 Moderne Bibel

 Kürzel

Num.
Nu.
Das vierte Buch Moſe.
Numeri.

Biblia Vulgata: Numeri

Das vierte Buch Mose (Numeri)

Numeri

4. Buch Mose

4. Mose

Num

4Mos

Jeſa.
Jeſai.
Jſa.
Iſai.
Eſa.

 

Der Prophet Jeſaja.

Biblia Vulgata: Isaias

Der Prophet Jesaja

Das Buch Jesaja

Jes

Jes

Jes

Is

Matth.
Matt.
Mat.
Math.
Euangelium S. Mattheus.

Biblia Vulgata:
Evangelium secundum Mattheum

Das Evangelium nach Matthäus

Matthäusevangelium

Mt

Mt

Mt

Erläuterungen siehe →Liste der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

 
 

Worterklärungen: Übersicht

Die folgenden Begriffe aus dem Text Ps 80 werden hier erläutert.

Versnummer: Luthers Wort

1: Aſſaph

1: Spanroſen

2: Iſrael

2: Joſeph

2: Cherubim

3: fur

3: Ephraim

3: BenJamin

3: Manaſſe

4: Andlitz

5: HERR

5: Zebaoth

5: wiltu

5: zürnen

6: Threnen

7: ſpotten

9: Heiden

10: ban

10: einwurtzeln

11: die cedern Gottes

13: haſtu

13: zubrochen

13: zureiſſet

13: fur vber

14: zuwület

14: Sewen

15: Schaw

16: baw

16: feſtiglich

16: erwelet

17: ſchilt

  

Klick auf ein Wort führt zum Eintrag mit den Erklärungen.

Das vollständige Verzeichnis findet sich hier: →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 
Aus dem Stilkunst.de-Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

Worterklärungen:
Seltene Namen, Wörter und Begriffe im Text Ps 80

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

Aſſaph

Asaf (Name)

Asaf war ein Gesangmeister Davids. Er lebte demnach um 1000 v. Chr., genaue Lebensdaten sind nicht bekannt.

Er war als Chorleiter und Leiter des Gottesdienstes mit Gesang im Tempel tätig.

 

Asaf schrieb mehrere Psalmen. Sein Name erscheint als Autorenvermerk in den Titelzeilen der Psalmen Psalm 50, Psalm 73, Psalm 74, Psalm 75, Psalm 76, Psalm 77, Psalm 78, Psalm 79, Psalm 80, Psalm 81, Psalm 82 und Psalm 83.

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

Spanroſen

 

ſpanroſen

Spanrose, die

ein als Spange gefertigtes Schmuckstück in der Gestalt einer Rose.

 

Aus dem Scholion zu →Psalm 80,1:

(Spanroſen) Ein kleinod wie eine Roſe. Vnd heiſſt hie das Königreich Jſrael.

 

Luther erklärt das Wort als wertvolles »Kleinod«, das hier als Symbol für Israel gemeint sei.

 

Der Titel ist aus dem Hebräischen nur schwer zu übersetzen. Die Wörter, die Luther zu »Spanrose« zusammengefügt hat, bedeuten einerseits Rose oder auch Lilie (Schoschana) und andererseits Zeugnis.

 

So erklärt sich in modernen Lutherbibeln die Übersetzung Ein Psalm Asaphs, vorzusingen, nach der Weise »Lilien des Zeugnisses«.

 

Die Elberfelder Bibel lässt das Wort Schoschana unübersetzt und reiht die Begriffe des Ausgangstexte auf: Dem Chorleiter. Nach Schoschannim. Ein Zeugnis. Von Asaf. Ein Psalm. Jetzt ist erkennbar: Die Überschrift bietet stark verdichtet alle nötigen Angaben zum eigentlichen Psalm, der in Vers 2 beginnt.

 

Vermutlich meint Luthers »Rose« (oder Lilie) eine damals bekannte Melodie oder Spielweise.

 

Der Begriff Zeugnis beschreibt den Typ des Psalms: ein Bekenntnis, das sich insbesondere in den Versen 4, 8 und 20 ausdrückt.

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

Iſrael

Israel (Name)

Iſrael
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2810 2552 184 74

Dort, wo Israel als Name einer Person verwendet wird, ist Jakob gemeint, der von Gott den Namen Israel bekam.

 

Israel bezeichnet daneben das Volk Israel, die Israeliten, sowie das historische Land Israel. Der heutige Staat Israel trägt offiziell eben diesen Namen: Medinat Jisra'el. (מדינת ישראל).

 

Der Name Israel

 

hebräisch: יִשְׂרָאֵל (Jisra'el)

lateinisch: Israhel

griechisch: Ἰσραὴλ

 

Es gibt unterschiedliche Deutungen für diesen Namen. Fest steht, dass die Endung אל (el) »Gott« bedeutet.

 

Der vordere Teil wird allgemein auf die semitische Wurzel שרה (sarah) mit der Bedeutung »ringen, kämpfen« zurückgeführt. Es scheint auch möglich, dass sich die Wurzel שרר (sarar) in der Bedeutung »herrschen« dahinter verbirgt. Die deutschen Entsprechung wären in etwa »Gott ringt (mit uns)« bzw. »Gott möge mit uns ringen« oder »Gott herrscht« bzw. »Gott möge herrschen«.

 

 

Luther erklärt den Namen Israel im Scholion zu →1Mos 32,28:

 

Luther: Iſrael kompt von Sara / das heiſſet kempffen oder vberweldigen / Da her auch Sar ein Fürſt oder Herr / vnd Sara ein Fürſtin oder Fraw heiſſt / vnd Iſrael ein Fürſt oder Kempffer Gottes / das iſt / der mit Gott ringet vnd angewinnet. Welchs geſchicht durch den glauben der ſo feſt an Gottes wort helt / bis er Gottes zorn vberwindet / vnd Gott zu eigen erlanget zum gnedigen Vater.

 

Jakob wurde Israel

 

Nach seinem nächtlichen Kampf mit Gott (→1Mos 32,25b-30) erhielt Jakob den Namen Israel.

 

 

→1Mos 32,28-29

 

Er ſprach / Wie heiſſeſtu? Er antwortet / Jacob. Er ſprach / Du ſolt nicht mehr Jacob heiſſen / ſondern IſraEl / Denn du haſt mit Gott vnd mit Menſchen gekempfft / vnd biſt obgelegen.

 

 

Die zwölf Stämme Israels

 

Jakob heiratete nacheinander Lea und Rahel. Von ihnen und von deren Sklavinnen Bilhas und Silpas, die ihm nach der Sitte dieser Zeit als Nebenfrauen gehörten, hatte Jakob insgesamt zwölf Söhne:

 

Ruben, Simeon, Levi, Juda, Issachar, Sebulon,

Joseph, Benjamin, Dan, Naftali, Gad, Ascher.

 

Mit Ausnahme Josephs, dessen Söhne Efraim und Manasse namentlich in der Stammesliste vertreten sind, gaben diese Söhne den zwölf Stämmen Israels ihre Namen.

 

Das Volk Israel

 

Vom Auszug aus Ägypten bis zum Tod Salomos und dann wieder nach der Zerstörung Samarias im Jahr 722 v. Chr. bezeichnet der Name Israel alle Israeliten.

 

In der Zeit zwischen dem Tod Salomos und dem Jahr 722 v. Chr. hießen nur die zehn Nordstämme Israel, die sich unter Jerobeam von Salomos Sohn Rehabeam getrennt und das Nordreich Israel gebildet hatten. Das Südreich mit der Hauptstadt Jerusalem hieß Juda.

 

 

 

SK Version 13.10.2019  

→Register

Joseph

Josef (Name)

Josef, Sohn Jakobs und Rahels

hebräisch: ‏יוֹסֵף

griechisch: Ἰωσήφ

lateinisch: Ioseph

 

Der hebräische Name Josef bedeutet »Gott möge hinzufügen« (nämlich noch weitere Kinder) und war beliebt als Name für den erstgeborenen Sohn einer Familie.

 

Josef war der erste Sohn Jakobs und Rahels.

 

Josefs Geschichte ist verbunden mit der Zeit, in der Ägypten unter der Fremdherrschaft der Hyksos steht. Die Josefsgeschichte erklärt, wie es zur Ansiedlung der Hebräer in Ägypten kam. Sie liefert die Vorgeschichte zum Auszug der Hebräer aus Ägypten unter Mose.

 

 

SK Version 06.10.2019  

→Register

Cherub
Cherubim

Cherub, der

Cherubim, die (Plural)

hebräisch: כְּרוּב, Cherub

Plural: כְּרֻבִים, Cherubim

 

Ein Cherub ist ein geflügeltes Mischwesen, meist mit einem Menschenkopf und mit einem Tierleib (mit Flügeln und Tierfüßen). Der Cherub ist ein himmlischer Wächter, der beispielsweise das Paradies bewacht.

 

Luther erklärt den Begriff in seinen Anmerkungen zu →Hesekiel 10,9:

 

Hie ſihet man / das Che­rub oder Che­ru­bim nicht ſey ein ſon­der­li­che Cre­a­tur / ſon­dern ein ge­flü­gel­te ge­ſtalt / oder bil­de ei­nes Vo­gels / Och­ſens / Le­wens / Men­ſchens / da­rin­nen die En­gel er­ſchei­nen / wie ſie wol­len. Dar­umb ſie auch Che­ru­bim heiſ­ſen / vnd durch Che­ru­bim be­deu­tet wer­den. Alſo auch die En­gel der Kir­chen / das iſt / Die Apo­ſtel / Pro­phe­ten / Biſſcho­ue oder Pre­di­ger etc.

 

 

→1Mos 3,24

 

Vnd treib Adam aus / vnd lagert fur den garten Eden den Cherubim mit einem bloſſen hawenden Schwert / zu bewaren den weg zu dem Bawm des Lebens.

 

Und er treibt Adam hinaus und postiert vor dem Garten Eden den Cherub, einen göttlichen Wächter, mit einem blanken, zum Schlag bereiten Schwert.

 

→Psalm 18,11

 

Vnd er fuhr auff dem Cherub vnd flog daher / Er ſchwebet auff den fittigen des winds.

 

Und er fuhr auf einem Cherub und flog daher. So schwebt er auf den Flügeln des Windes.

 

Luther erklärt

 

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

fur

a) vor (Präposition)

 

b) für (Präposition)

 

c) fuhr (Verb)

 

Die Präpositionen vor und für

 

Die beiden heutigen Wörter vor und für gehen sprachlich auf das selbe Wort zurück, was in der Lutherbibel noch gut verfolgt werden kann.

 

Überwiegend tritt fur in der Bedeutung vor auf und ist gleichbedeutend mit Luthers Schreibweise vor.

 

Die konkrete Bedeutung erschließt sich aus dem Textzusammenhang.

 

 

Das Verb fuhr

 

Das Wort fur kann auch das Verb fahren (Luther-Deutsch: →faren) in der 3. Person Singular Präteritum meinen.

 

 

fur in der Bedeutung »vor«: →Psalm 3,1

 

Ein Pſalm Dauids / Da er floh fur ſeinem ſon Abſalom.

 

Ein Psalm Davids, [gesungen,] als er vor seinem Sohn Aschalom floh.

 

 

fur in der Bedeutung »für«: →Psalm 40,18

 

Denn ich bin Arm vnd Elend / Der HERR aber ſorget fur mich

 

Denn ich bin arm und elend. Der HERR sorgt aber für mich.

 

 

fur in der Bedeutung »fuhr«: →Psalm 18,10

 

Er neigete den Himel vnd fur herab

 

Er neigte den Himmel und fuhr herab.

 

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

Ephraim

Efraim (Name)

Efraim, Sohn des Josef

Efraim war der Sohn Josefs und Asenats (Tochter eines ägyptischen Priesters, die der ägyptische Pharao dem Josef zur Frau gegeben hat; 1Mos 41,50-52). Bruder des Manasse.

 

Jakob, der Großvater von Efraim, adoptierte auf dem Sterbebett seinen Enkel Efraim, den er dabei dessen älteren Bruder Manasse vorzog (1Mos 48,1).

 

Efraim und Manasse gelten als die Ahnherren und Stammväter von Zweien der zwölf Stämme Israels.

 

Der Stamm Efraim besiedelte das Zentrum des Landes Kanaan zwischen der Hochebene von Judäa und dem Berg Garizim. Efraim wurde der mächtigste Stamm im Norden. Nach der Reichsteilung wird der Name Efraim oft für das gesamte Nordreich verwendet.

 

→Psalm 80,3

 

Erwecke deine Gewalt / der du fur Ephraim / BenJamin vnd Manaſſe biſt / Vnd kome vns zu hülffe.

 

Entfalte deine Macht, der du vor Efraim, Benjamin und Manasse stehst, und komme uns zu Hilfe!

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

BenJamin

Benjamin (Name)

Benjamin, Sohn des Jakobs

Benjamin war der zwölfte und letzte Sohn Jakobs, den er wie Josef von Rahel hat (1Mos 30,22-24; 35,16-18).

 

Benjamin war neben Josef der Lieblingssohn von Jakob (1Mos 44,20).

 

Benjamin gilt als der Ahnherr und Stammvater eines der zwölf Stämme Israels.

 

Der Stamm Benjamin besiedelte zunächst das Gebiet bei Jericho, danach das Gebiet um Jerusalem (Jos 18,11-28).

 

Der Apostel Paulus führt seine Abstammung auf den Stamm Benjamin zurück (Phil 3,5).

 

 

→Psalm 80,3

 

Erwecke deine Gewalt / der du fur Ephraim / BenJamin vnd Manaſſe biſt / Vnd kome vns zu hülffe.

 

Entfalte deine Macht, der du vor Efraim, Benjamin und Manasse stehst, und komme uns zu Hilfe!

 

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

Manaſſe

Manasse (Name)

Manasse, Sohn des Josef

Manasse war der Sohn Josefs und Asenats (Tochter eines ägyptischen Priesters, die der ägyptische Pharao dem Josef zur Frau gegeben hat; 1Mos 41,50-52). Bruder des Efraim.

 

Jakob, der Großvater von Efraim, adoptierte auf dem Sterbebett seinen Enkel Efraim, den er dabei dessen älteren Bruder Manasse vorzog (1Mos 48,1).

 

Efraim und Manasse gelten als die Ahnherren und Stammväter von Zweien der zwölf Stämme Israels.

 

Der Stamm Manasse besiedelte das das Gebiet auf beiden Seiten des Jordans, südlich des Sees Gennesaret.

 

→Psalm 80,3

 

Erwecke deine Gewalt / der du fur Ephraim / BenJamin vnd Manaſſe biſt / Vnd kome vns zu hülffe.

 

Entfalte deine Macht, der du vor Efraim, Benjamin und Manasse stehst, und komme uns zu Hilfe!

 

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

Andlitz

Antlitz, das

Gesicht, Angesicht

 

→Psalm 4,7

 

Aber HERR erhebe vber vns das Liecht deines andlitzs.

 

Luther: (Liecht des andlitzs) Jſt freundlich vnd gnedigs anſehen.

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

HERR

HERR, JHWH, Jahwe

Aussehen in unseren Frakturschriften:

HERR oder HERR

 

 

HERR im Alten Testament

 

hebräisch: יהוה (jhwh, das Tetragrammaton JHWH)

lateinisch (Biblia Sacra Vulgata): Dominus, Herr

 

Luthers Schreibweise HERR in Ver­sa­li­en (Groß­buch­sta­ben) folgt einer fes­ten Re­gel. Sie weist da­rauf hin, dass im he­brä­i­schen Text an die­ser Stel­le das Te­tra­gram­ma­ton (das Vier­fach­zei­chen) »JHWH« (hebr.: יהוה) steht. Es ist der un­aus­sprech­li­che Na­me Gottes.

 

 

Satztechnisch bedingte Varianten

 

Um beim Satz der Lettern Platz in einer Zei­le zu spa­ren, wo­durch über­mäßi­ger Sperr­druck oder un­güns­ti­ge Wort­um­brü­che ver­mie­den wer­den, sind in der Lu­ther­bi­bel von 1545 häu­fig auch die Va­ri­an­ten HERr oder HERRn oder HERrn zu fin­den. Da­bei sind min­des­tens die ers­ten drei Zei­chen in Ver­sa­li­en ge­setzt, wo­mit sie hin­rei­chend von HErr un­ter­scheid­bar sind.

 

An wenigen Stel­len im Text wur­de ei­ne für uns un­üb­li­che Tren­nung im Wort vor­ge­nom­men, um einen Zei­len­um­bruch zu re­a­li­sie­ren, hier bei­spiel­haft ge­zeigt:

 

[ ...] fur den HER-

RN bringen [...]

 

 

HERR HErr

 

Der Ausdruck HERR HErr steht dann, wenn im he­brä­i­schen Text »JHWH Adonaj« zu le­sen ist. (Siehe da­zu auch den Ar­tikel →HErr.)

 

Auch die um­ge­kehr­te Rei­hen­fol­ge HErr HERR ist mög­lich (»Adonaj JHWH«).

 

→Hes 2,4b-5a

 

4bSo ſpricht der HErr HERR / 5aſie gehorchen oder laſſens /

 

Die neuen Lutherbibeln übersetzen diesen Ausdruck stets mit »Gott der HERR«.

 

 

Die Aussprache des Namens Gottes

 

Das Wissen um die Aus­spra­che der vier Zei­chen, die den Got­tes­na­men aus­ma­chen, ist schon früh in der Ge­schich­te ver­lo­ren ge­gan­gen. Sie werden heute oft mit »Jahwe« (vo­ka­li­siert ge­schrie­ben יְהוָה nach der Aus­spra­che des he­brä­i­schen Adonaj, Herr) oder »Jehova« (יְהוָֹה eben­falls nach dem he­brä­i­schen Adonaj, Herr, je­doch un­ter Be­rück­sich­ti­gung aller Vo­ka­le) tran­s­k­ri­biert, aber auch mit »Jewah« (eben­falls יְהוָה aber nach dem he­brä­i­schen Sche­ma, der Name, zu le­sen) oder »Jehowih« (יְהוִה nach dem he­brä­i­schen Elo­him, Gott/Götter).

 

 

Luthers Namensersatz

 

Luther kannte die vo­ka­li­sier­ten Va­ri­an­ten und die tran­s­k­ri­bier­ten For­men und war wohl be­son­ders dem Wort »Je­ho­va« zu­ge­neigt. Es be­zieht alle drei Vo­ka­le aus dem Wort Adonaj, das »Herr« be­deu­tet. Den­noch hat­te er es ver­mie­den in sei­ner Über­setzung »Je­ho­va« zu ver­wen­den. Statt­des­sen nutz­te er wie die la­tei­ni­schen Bi­beln ei­nen Wort­er­satz. Er setzte das deut­sche Wort ein, das ge­mäß der jü­di­schen Tra­di­ti­on zu le­sen sei, wenn im Text das Vier­fach­zei­chen er­scheint, mach­te es aber durch die be­son­de­re Satz­wei­se in Groß­buch­sta­ben kennt­lich: HERR.

 

Luthers Schreibweise hat sich bis heute in et­li­chen Bi­bel­aus­ga­ben ge­hal­ten.

 

 

HERR im Neuen Testament

 

Im neuen Testament ver­wen­det Luther die Schreib­wei­se HERR in Ver­sa­li­en (Groß­buch­sta­ben) für Gott, den Va­ter, an Stel­len, wo sich Zi­ta­te aus dem Al­ten Tes­ta­ment auf »JHWH« be­ziehen.

 

 

Wichtig:

Davon zu unterscheiden sind die Schreibweisen

→»HErr« und →»Herr«.

 

 

SK Version 02.11.2019  

→Register

Zebaoth

 

HERR Zebaoth

Zebaot

 

HERR Zebaot

Das hebräische Wort Zebaot (צבאות) meint »Heere« oder »Heerscharen« und ist ein Attribut zum Gottesnamen JHWH (יהוה). Es beschreibt Gott entweder als denjenigen, der über der Armee seines Volkes steht, oder als Anführer einer Armee der Engel, als denjenigen, »der über den Cherubim thront« (2Sam 6,2; Jes 37,16).

 

HERR Zebaot

 

Martin Luther übersetzt JHWH Zebaot mit »HERR Zebaoth«, wobei die in Versalien gesetzte, deutsche Bezeichnung »HERR« angibt, dass sich dahinter das Tetragrammaton (das Vierfachzeichen) »JHWH«, der unaussprechliche Name Gottes, verbirgt.

 

Martin Luther belässt Zebaot unübersetzt und gibt dem Wort damit die Bedeutung eines Namensteils, ohne seinen Sinn aufzulösen oder zu werten. Hier steht Zebaoth wie ein Beiname, wie ein Ehrentitel und als Insigne seiner Macht. Diese Wiedergabe wurde in der Lutherbibel bis in die heutige Zeit beibehalten.

 

Andere moderne Übersetzungen schreiben beispielsweise »Herr der Heere« (Einheitsübersetzung), »Jehova der Heerscharen« (Neue-Welt-Übersetzung der Zeugen Jehovas), »Herr der Heerscharen« (Elberfelder Bibel) oder »Jahwe Zebaot «(Herder-Bibel, 1968).

 

 

SK Version 16.10.2019  

→Register

wiltu

willst du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von wollen (Verb)

 

Präsens:

wiltu: willst du

 

Die Fle­xi­on mit dem an­ge­häng­ten »u« ist ei­ne ei­gen­tüm­li­che Form, die sonst nur noch aus älte­ren Tex­ten be­kannt ist. Ge­bil­det wur­de sie aus der 2. Per­son, zu­sam­men­ge­zo­gen mit dem Per­so­nal­pro­no­men »du«, aus dem das »u« stammt. Die­se Form im­pli­ziert ei­ne ge­wis­se Dring­lich­keit und Di­rekt­heit der An­spra­che, die un­mit­tel­ba­re Hin­wen­dung zum Ge­gen­über. So kann es die un­zwei­fel­haf­te Fest­stel­lung des Han­delns, die dring­li­che An­spra­che oder die un­mit­tel­ba­re Auf­for­de­rung zum Han­deln be­deu­ten (In­di­ka­tiv in der Aus­sa­ge), die Er­fül­lung ein­for­dern, mut­maßen bzw. un­ter­stel­len (Kon­junk­tiv), oder zur Ant­wort und Er­klä­rung auf­for­dern (Verb in der Fra­ge).

 

Heute ist statt­des­sen das Verb in sei­ner ge­bräuch­li­chen Fle­xi­on ver­bun­den mit »du« zu ver­wen­den. Die Di­rekt­heit oder ei­ne Auf­for­de­rung kann besten­falls durch ei­ne Sinn tra­gen­de Bei­fü­gung um­schrie­ben wer­den ab­hän­gig vom Kon­text. Sie kann ggf. durch einen Im­pe­ra­tiv he­raus­ge­stellt werden.

 

wiltu: willst du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Psalm 13,2

 

wie lang wiltu mein ſo gar vergeſſen?

 

Wie lange willst du mich noch so ganz vergessen?!

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

zörnen

 

zürnen

zürnen (Verb)

a) der Zustand des Zorns

b) in Zorn geraten

c) heftig im Zorn handeln

d) häufig im Zusammenhang mit Gott: Gott zürnt

 

Luther verwendet die Schreibweisen zürnen und zörnen.

 

→Psalm 90,11

 

Wer gleubts aber / das du ſo ſeer zörneſt?

 

Wer glaubt es aber, dass du so sehr zürnst?

 

Aus dem Scholion zu Psalm 90,11:

 

Luther: (Zörneſt) Das iſt / Das ſolches dein Zorn iſt / vnd vnſer ſünde ſo gros iſt / die ſolchen zorn verdienet.

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

Threne

Träne, die

Plural: Threnen, auch Threne

 

→Psalm 42,4

 

Meine Threne ſind meine Speiſe tag vnd nacht

 

Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht

 

→Psalm 126,5

 

Die mit Threnen ſeen / Werden mit freuden erndten.

 

Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

ſpotten

spotten (Verb)

Spott treiben, Hohn äußern in Worten, Gebärden und Verhalten.

 

→Psalm 2,4

 

Aber der im Himel wonet lachet jr / Vnd der HERR ſpottet jr.

 

Gemeint ist hier die Verhöhnung derer (jr, ihr), die sich gegen den HERRN und seinen Gesalbten auflehnen (siehe Vers 2), durch Gott, der im Himmel wohnt und lacht. – Ein sehr plastisches, trotz allem Ernstes auch humorvoll gezeichnetes Bild.

 

 

SK Version 22.10.2019  

→Register

Heiden

Heiden, die

Heide, der

Heiden
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
684 412 120 152

Im Alten Testament nur im Plural gebräuchlich.

 

(eigtl. Völker). Im religiösen Sinn sind Heiden Menschen, die nicht an Gott glauben bzw. angehörige fremder Religionen.

 

Gemeint sind (allumfassend) Völker mit fremden Religionen und fremden Gotteskulten aus der Sicht des Sprechenden in Abgrenzung zum Volk Gottes.

 

Im Neuen Testament verwendet Luther das Wort auch im Singular:

 

→Mt 18, 17

 

Höret er die Gemeine nicht / So halt jn als einen Heiden vnd Zölner.

 

Hört er nicht auf die Gemeinde, dann halte ihn für einen Heiden und Zöllner.

 

 

SK Version 06.10.2019  

→Register

ban

Ban, die (veraltet)

 

Bahn, die

ban oder bahn bezeichnet einen Weg oder Pfad, der durch eine unbegehbare oder unbefahrbare Gegend führt, und der über schwierige, rauhe Stellen getreten oder angelegt wurde.

 

→Psalm 68,5:

 

Macht ban dem der da ſanfft her feret

 

a) Macht Bahn dem, der da sanft her fährt.

b) Schüttet (einen Weg) auf dem, der durch die Wüste1 fährt.

c) Legt einen Weg an für den, der durch die Wüste fährt.

 

1Anmerkung zu Psalm 68,5:

Luther übersetzt hier mit »der da sanfft her fähret« den Text einer lateinischen Biblia Vulgata, die sich auf den Text der griechischen Septuaginta stützt, ziemlich geglättet. Nach den hebräischen Quellen geht die Fahrt durch Wüsten (hebräisch: עֲרָבָה, ʽărābāh, Steppe, Wüste, karge Ebene). Entsprechend haben auch die neuen Luther-Ausgaben (1964, 1984) den Text korrigiert.

 

 

SK Version 22.10.2019  

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einwurtzeln

einwurzeln (Verb, veraltet)

meint das Anwachsen durch Wurzelbildung nach dem Pflanzen von Gewächsen (der Baum wurzelt ein: der Baum wächst an).

 

→Psalm 80,10

 

Du haſt fur jm die ban gemacht / Vnd haſt jn laſſen einwurtzeln

 

a) Du hast vor ihm die Bahn gemacht und hast ihn anwachsen lassen

b) Du hast ihm den Boden bereitet und hast ihn anwachsen lassen

 

 

SK Version 22.10.2019  

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Ceder

 

cedern Libanon

 

cedern Gottes

 

Bewme des HERRN

Libanon-Zeder, die

Immergrüner Baum mit Wuchshöhen zwischen 30 bis 50 Meter, kann bis zu 1.000 Jahre alt werden.

 

In Palästina gibt es keine Zedern. Die Bibel nennt sie fast immer im Zusammenhang mit dem Libanon. Dort gab es große Zedernhaine, die sehr alt waren und wertvolles Holz für teure Bauwerke lieferten. So nutze König Salomo das Holz der Libanon-Zeder für den Bau des Tempels und seiner Paläste.

 

Dem Holz haftet das Göttliche an, die cedern Libanon sind nach Psalm 104 die Bewme des HERRN.

 

→Psalm 104,16

 

DAs die Bewme des HERRN vol ſaffts ſtehen / Die cedern Libanon die er gepflantzt hat.

 

Dazu Luther im Scholion zu Psalm 104,16:

Bewme des HERRN / heiſſt er die im wald ſtehen / die nicht durch Menſchen ge­flantzet ſind.

 

Luther versteht »die Bewme des HERRN« als Bäume des Waldes, die nicht von Menschenhand gepflanzt wurden.

 

Tatsächlich beschreibt der Autor des Psalms, dass »die Bewme des HERRN« die cedern Libanon sind, die durchaus von Menschen gepflanzt sein können. Die Beifügung die er gepflantzt hat, bezieht sich auf Gott als Lebensspender und Schöpfer, wie er bereits in den Versen davor beschrieben wurde: So wie alles Leben stammen auch die Libanon-Zedern aus der Hand Gottes.

 

 

→Psalm 80,11

 

Berge ſind mit ſeinem Schatten bedeckt / Vnd mit ſeinen Reben die cedern Gottes.

 

Luther erklärt im Scholion zu Psalm 80,11, dass die cedern Gottes die Libanon-Zedern sind, in dem er sie für die Ortsangabe benutzt:

 

(Cedern Gottes) Jd eſt / Regnum dilatatum vſque ad Li­ba­num. (Zedern Gottes) Das meint: Das Königreich er­streck­te sich bis zum Libanon.

 

 

→Psalm 92,13

 

Er wird wachſſen wie ein Ceder auff Libanon.

 

 

 

SK Version 22.10.2019  

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haſtu

hast du (Verb)

haſtu
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
231 169 28 34

2. Person Singular Indikativ Aktiv von haben (Verb)

 

Präsens:

haſtu: hast du

 

Die Fle­xi­on mit dem an­ge­häng­ten »u« ist ei­ne ei­gen­tüm­li­che Form, die sonst nur noch aus älte­ren Tex­ten be­kannt ist. Ge­bil­det wur­de sie aus der 2. Per­son, zu­sam­men­ge­zo­gen mit dem Per­so­nal­pro­no­men »du«, aus dem das »u« stammt. Die­se Form im­pli­ziert ei­ne ge­wis­se Dring­lich­keit und Di­rekt­heit der An­spra­che, die un­mit­tel­ba­re Hin­wen­dung zum Ge­gen­über. So kann es die un­zwei­fel­haf­te Fest­stel­lung des Han­delns, die dring­li­che An­spra­che oder die un­mit­tel­ba­re Auf­for­de­rung zum Han­deln be­deu­ten (In­di­ka­tiv in der Aus­sa­ge), die Er­fül­lung ein­for­dern, mut­maßen bzw. un­ter­stel­len (Kon­junk­tiv), oder zur Ant­wort und Er­klä­rung auf­for­dern (Verb in der Fra­ge).

 

Heute ist statt­des­sen das Verb in sei­ner ge­bräuch­li­chen Fle­xi­on ver­bun­den mit »du« zu ver­wen­den. Die Di­rekt­heit oder ei­ne Auf­for­de­rung kann besten­falls durch ei­ne Sinn tra­gen­de Bei­fü­gung um­schrie­ben wer­den ab­hän­gig vom Kon­text. Sie kann ggf. durch einen Im­pe­ra­tiv he­raus­ge­stellt werden.

 

haſtu?: (antworte mir!) hast du?

haſtu: hast du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→1Mos 4,10

 

Er aber ſprach / Was haſtu gethan?

 

Er aber sprach: Was hast Du getan!?

 

Der Text 1Mos 12,18-19 enthält eine ganze Reihe Verben mit der Endung -tu, die eindrücklich Vorwurf, Entrüstung und Befehlston des Pharaos ausdrücken:

 

1Mos 12,18-19:

 

18DA rieff Pharao Abram zu ſich / vnd ſprach zu jm / Warumb haſtu mir das gethan? Warumb ſageſtu mirs nicht / das dein Weib were? 19Warumb ſprachſtu denn / ſie were deine Schweſter? Derhalben ich ſie mir zum Weibe nemen wolt. Vnd nu ſihe / Da haſtu dein weib / nim ſie vnd zeuch hin.

 

a) 18Da rief der Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: »Warum <nur> hast du mir das angetan?! Warum <nur> sagtest du nicht, dass sie deine Frau sei?! 19Warum <nur> sprachst du denn, sie wäre deine Schwester?! Wegen all dem wollte ich sie mir zur Frau nehmen! Nun denn, hier hast du deine Frau! Nimm sie und verzieh dich!«

 

b) 18Da rief der Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: »Sag, warum nur hast du mir das angetan?! Wieso hast du mir verschwiegen, dass sie deine Frau ist?! 19Wie konnstest du nur behaupten, sie wäre deine Schwester?! Allein wegen dieser Behauptungen wollte ich sie doch zur Frau nehmen! Nun denn, hier hast du deine Frau zurück! Nimm sie und verzieh dich!«

 

 

 

SK Version 04.11.2019  

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zerbrechen

 

zebrechen

 

zubrechen

zerbrechen (Verb)

etwas vollständig, gänzlich brechen

 

1) Gegenstände, Gerätschaften: in Stücke brechen

2) Speisen (wie z. B. Brot): brechen

3) Steine, Erze: in Stücke brechen, zerstoßen

4) Gebäude, Bauten, Anlagen: niederreißen, einreißen, zum Einsturz bringen

5) Körper und Glieder von Menschen oder Tieren: in Stücke teilen

5) Menschlicher Geist, Wille: den Willen brechen

 

 

Hinweis: Luther verwendet ohne Unterscheidung:

 

  • zerbrechen
  • zebrechen
  • zubrechen.

 

Die Vorsilben »ze(r)-« und »zu(r)-«

 

Zur Verwendung der Vorsilben »zer«, »ze«, »zur« und »zu« in der Lutherbibel von 1545 siehe den Artikel:

 

→zer- | zer- (Vorsilbe).

 

 

→Psalm 28,5

 

Denn ſie wöllen nicht achten auff das Thun des HERRN / noch auff die werck ſeiner Hende / Darumb wird er ſie zebrechen vnd nicht bawen.

 

Denn sie wollen weder die Taten des HERRN respektieren noch die Werke seiner Hände. Deshalb wird er sie [ihren Geist, ihre Absichten] brechen und nicht aufbauen [gedeihen lassen, bestärken, fördern].

 

 

→Psalm 10,15

 

Zubrich den arm des Gottloſen

 

Zerbrich den Arm der Gottlosen

 

 

SK Version 22.10.2019  

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zureiſſen

 

zureis

zerreißen (Verb)

 

zerriß (3. Pers. sing. Imperf.)

→Psalm 2,3

 

Laſſet vns zureiſſen jre Bande / Vnd von vns werffen jre Seile.

 

Lasst uns ihre Bande zerreissen und ihre Seile von uns werfen.

 

 

→Psalm 119,126

 

Sie haben dein Geſetze zuriſſen.

 

Sie haben dein Gesetz zerrissen.

 

 

 

SK Version 22.10.2019  

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fur vber

vorüber (Adverb)

fur vber
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
36 23 3 10

vorüber, vorbei

 

vorüber sein: fur vber iſt, →Weish 5,10

 

Komposita:

 

vorüberfahren: fur vber feret, →Weish 5,9

vorübergehen: fur vber gehen, →Psalm 141,10

vorübergehen: fur vbergehen, →Hiob 11,16

vorüberkommen: fur vber kam, →Hld 3,4

vorüberziehen: fur vber gezogen, →Psalm 48,5

 

 

vorüberziehen: →Psalm 48,5

 

DEnn ſihe / Könige ſind verſamlet / Vnd miteinander fur vber gezogen

 

Denn siehe: Könige sind versammelt und sind miteinander vorüber gezogen.

 

 

vörübergehen: →Psalm 141,10

 

Die Gottloſen müſſen in jr eigen Netze fallen mit einander / Jch aber jmer fur vber gehen.

 

Die Gottlosen sollen gemeinsam in ihre eigenen Netze fallen, ich aber gehe immer daran vorbei.

 

 

vorübergehen: →Hiob 11,16

 

Denn würdeſtu der mühe vergeſſen / vnd ſo wenig gedencken / als des waſſers das fur vbergehet.

 

Dann würdest Du alle Mühe vergessen und so wenig gedenken, wie des Wassers, das vorüber geht.

 

 

 

SK Version 22.10.2019  

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zuwülen

zerwühlen (Verb)

auseinanderwühlen, aufwühlen, umwühlen

 

Beispielsweise: Den Erdboden mit Spaten und Hacken zerwühlen

 

zuwülen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
4 4 0 0

 

 

→Psalm 80,14

 

Es haben jn zuwület die wilden Sewen /

 

Es haben ihn zerwült die Wildsauen.

 

 

 

SK Version 20.10.2019  

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Saw

 

ſaw

 

Sew

 

ſew

Sau, die

 

Plural: Sew, Säue

Schwein,

das zahme, ausgewachsene Hausschwein

 

 

 

SK Version 07.10.2019  

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ſchawen

schauen (Verb)

blicken, hinsehen nach etwas, erblicken, sehen, zusehen

 

 

SK Version 06.10.2019  

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Baw
baw

Bau, der

a) der Bau (als Unterschlupf oder Nisthöhle, beispielsweise von Tieren wie Füchsen oder Dachsen)

b) das Gebäude

c) die Konstruktion, die Form eines Gebäudes oder Festkörpers

d) die Gestalt, die Form des körperlichen Aufbaus von Pflanzen und Tieren

 

 

Umlaut aw

Die Zeichenfolge »aw« entspricht neben »au« (z. B. in haus) unserem heutigen Umlaut »au«.

 

 

→Psalm 80,16

 

Vnd halt jn im baw / den deine Rechte gepflantzt hat

 

a) Und forme, den deine Rechte gepflanzt hat

b) Und bringe in Form, den deine Rechte gepflanzt hat

 

 

 

SK Version 23.10.2019  

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feſtiglich

festiglich (Adverb, veraltet)

fest, stark, standhaft, unumstößlich

 

Das Wort festiglich ist vollständig und ersatzlos aus dem deutschen Wortschatz verschwunden.

 

In der Lutherbibel von 1545 kommt das Wort dreimal vor:

 

→Psalm 80,16

 

Vnd halt jn im baw / den deine Rechte gepflantzt hat / Vnd den du dir feſtiglich erwelet haſt.

 

a) Und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzt hat, und den du dir festiglich erwählt hast.

b)Und beschütze den, den deine Hand gepflanzt hat, und den du dir unumstößlich erwählt hast.

 

 

→Psalm 80,18

 

Deine Hand ſchütze das Volck deiner Rechten / Vnd die Leute die du dir feſtiglich erwelet haſt.

 

a) Deine Hand schütze das Volk deiner Rechten, und die Leute, die du dir festiglich erwählt hast.

b) Deine Hand schütze das Volk an deiner Seite, und die Leute, die du dir unumstößlich erwählt hast.

 

 

→Psalm 119,38

 

Las deinen Knecht dein Gebot feſtiglich fur dein Wort halten / Das ich dich fürchte.

 

a) Lasse deinen Knecht deine Gebote festiglich für dein Wort halten, damit ich dich fürchte.

b) Lasse deinem Knecht deine Gebote als feste Zusagen verstehen, damit ich dich fürchte.

 

 

 

SK Version 22.10.2019  

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erwelen

erwählen (Verb)

auslesen, auswählen, wählen

 

→Psalm 119,173

 

Denn ich habe erwelet deine Befelh.

 

Denn ich habe deine Anordnungen gewählt.

 

 

SK Version 22.10.2019  

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ſchelten

 

ſchilt

 

ſchiltest

schelten (Verb)

starkes Verb: schelten, schilte, schalt, schulten, gescholten

 

Präsens: ich schelte, du schiltst, er schilt

Imperfekt: ich schalt, du schiltest

 

a) jemanden schimpfen, schmähen, lästern, seinen Ruf beflecken

b) jemanden einen Schimpf- oder Spottnamen zulegen

c) (stark) tadeln, anklagen

d) Vorwürfe machen ( im Ggs. zu loben).

 

 

SK Version 06.10.2019  

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Erläuterungen siehe →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 

 

Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe der Lutherbibel von 1545

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
 
Anhang

Der Psalm 80 im evangelischen Kirchenjahr

Ordnung der Predigtexte und Lesungen 1978/1979 - 2017/2018

3. Sonntag im Advent | Psalm 80,2-7.15-20

Zum Artikel

Dritter Sonntag im Advent 2017/2018

Der Wochenspruch, der Wochenpsalm und die Textstellen für Bibellesungen und Predigten nach der Kirchenordnung in der Übersicht.

Mehr dazu in diesem Artikel.
 

Ordnung der Predigtexte und Lesungen ab 2018/2019

3. Sonntag im Advent | Psalm 80,2.3b.5-6.15-16.19-20

Zum Artikel

Dritter Sonntag im Advent 2018/2019

Der Wochenspruch, der Wochenpsalm und die Textstellen für Bibellesungen und Predigten nach der Kirchenordnung in der Übersicht.

Mehr dazu in diesem Artikel.
 
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Biblia
1545
Ps
80