Der Prophet Hosea | Kapitel 7

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Die Prophetenbücher

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Bücher der Propheten

Der Prophet Hosea

Kapitel 7

 

Hos 7

 

Der Text in 14 Kapiteln

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

 

Gliederung Kapitel 7

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel VII.

 

 

4,1 - 10,15

 

II. GEGEN PRIESTER UND KÖNIGE

 

1

7,1-16

→Umkehr und Untreue (2)

 

Anm: Kapiteleinteilung nach der Ausgabe von 1545, Angabe der Textstelle nach heutiger Zählweise

 

 

 

 

 

Der Prophet Hoſea.

 

 
[126a]

 

VII.

 

 

Umkehr und Untreue (2)

 

WEnn ich Iſrael heilen wil / So findet

ſich erſt die ſünde Ephraim / vnd die bosheit Samarie / wie ſie Abgötterey treiben. Denn wie wol ſie vnter ſich ſelbs mit Dieben / vnd auswendig mit Reubern geplagt ſind / 2Dennoch wöllen ſie nicht mercken / das ich alle jre Bosheit mercke. Ich ſehe aber jr weſen wol / das ſie allenthalben treiben.

(Find ſich)

Je mehr man recht le­ret / je er­ger die welt wird.

c

Abgötterey.

3SIe vertröſten den König durch jre c Bosheit / vnd die Fürſten durch jre lügen. 4Vnd ſind alle ſampt Ehebrecher / Gleich wie ein Backofen den der Becker heitzet / wenn er hat ausgeknetet / vnd leſſt den Teig durchſeuren vnd auffgehen.

 

 

5HEute iſt vnſers Königes Feſt / Da fahen die Fürſten an vom wein toll zu werden / So zeucht er die Spötter zu ſich. 6Denn jr hertz iſt in heiſſer andacht / wie ein Backofen / wenn ſie opffern vnd die Leute betriegen / Aber a jr Becker ſchlefft die gantze nacht / vnd des morgens brennet er liechter lohe. 7Noch ſind ſie ſo heiſſer andacht / wie ein Backofen / Ob gleich jre Richter auffgefreſſen werden / vnd alle jre Könige fallen / Noch iſt keiner vnter jnen / der mich anruffe.

a

(Ir Becker)

Das iſt / jr Kö­nig. Wil al­ſo ſa­gen / Sie bren­nen ſo heis in Ab­göt­te­rey das ſie mit kei­ner Pla­ge da­uon zu brin­gen ſind. Ja ſie mach­en Mar­te­rer aus de­nen / ſo Gott ſtraf­fet / als lei­den ſie es vmb Got­tes wil­len / vnd Ca­no­ni­ſiern jr ei­gen Hei­li­gen.

 

8EPhraim menget ſich vnter die Völcker / Ephraim iſt / wie ein Kuche / den niemand b vmbwendet. 9Sondern frembde freſſen ſeine krafft / Noch wil ers nicht mercken / Er hat auch grawe har krieget / Noch wil ers nicht mercken. 10Vnd die hoffart Iſrael wird fur jren augen gedemütiget / Noch bekeren ſie ſich nicht zum HERRN jrem Gott / Fragen auch nicht nach jm in dieſem allen.

 

 

b

(Vmbwendet)

Leſſt ſich jmer bra­ten auff ei­ner ſei­ten.

 

 
[126a | 126b]

 

 

Der Prophet    C. VII.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

c

Abgötterey.

11Denn Ephraim iſt / wie eine verlockte Taube / die nichts mercken wil / Itzt ruffen ſie Egypten an / Denn lauffen ſie zu Aſſur. 12Aber in dem ſie hin vnd her lauffen / wil ich mein Netze vber ſie werffen / vnd herunter rücken / wie die Vogel vnter dem Himel / Ich wil ſie ſtraffen / wie man predigt in jrer Samlung.

13WEh jnen / das ſie von mir weichen / ſie müſſen verſtöret werden / Denn ſie ſind abtrünnig von mir worden / Ich wolt ſie wol erlöſen / Wenn ſie nicht wider mich c lügen lereten. 14So ruffen ſie auch mich nicht an von hertzen / Sondern lören auff jren d Lagern. e Sie verſamlen ſich vmb Korn vnd Moſts willen / vnd ſind mir vngehorſam. 15Ich lere ſie / vnd ſtercke jren Arm / Aber ſie dencken böſes von mir. 16Sie bekeren ſich / Aber nicht recht / Sondern ſind wie ein falſcher Boge / Darumb werden jre Fürſten durchs Schwert fallen / Ir f drewen ſol in Egyptenland zum ſpot werden.

 

(Wie man pre­digt) Das iſt / ſie drew­en vnd ban­nen die rech­ten Pro­phe­ten / als Ke­tzer fur Gott etc. Das­ſelb ſol auff jren Kopff fal­len / vnd ſol­len die ſtraf­fe die ſie pre­di­gen vber an­de­re in jren Schu­len etc. ſelbs tra­gen.

 

d

(Lagern)

Das iſt / In jren Kir­chen vnd Schu­len da ſie mit den Götzen bu­len.

 

e

Das iſt / Sie ge­hen zu Chor vmb eſ­ſen vnd trin­cken wil­len.

f

Scilicet →*1)wi­der die Pro­phe­ten.

 

 

 

 

*1) lat.: scilicet

dt.: »nämlich«

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel auf dieser Seite ist in Anlehnung an das Druckbild des Ori­gi­nals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Typografie Lesehilfen be­reit­zu­stel­len, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 
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