Der Prophet Daniel| Kapitel 10

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Die Prophetenbücher

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Bücher der Propheten

Der Prophet Daniel

Kapitel 10

 

Dan 10

 

Der Text in zwölf Kapiteln

 
Auswahl der Abschnitte in der Vorrede, der Bilder und der Kapitel im Text

 

Gliederung Kapitel 10

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel X

 

 

7 - 12

 

II. DANIEL SCHAUT IN DIE ZUKUNFT

 

 

 

10,1 - 12,13

 

II.4 DIE LETZTE OFFENBARUNG UND DIE VERSIEGELUNG DES BUCHES

 

1

10,1-3

→Daniels Einleitung zur großen Offenbarung des künftigen Geschehens

2

10,4-9

→Der Beginn der Geschehnisse: Die Begegnung mit dem himmlischen Wesen am Fluss Hidekel

3

10,10-19

→Ein himmlisches Wesen spricht mit Daniel

4

10,20 - 11,2a

→Daniel wird die Deutung der Zukunft angekündigt

 

Anm: Kapiteleinteilung nach der Ausgabe von 1545, Angabe der Textstelle nach heutiger Zählweise

 

 

 

 

Der Prophet Daniel.

 

 
[121b]

 

X.

 

 

II.4
DIE LETZTE OFFENBARUNG UND DIE VERSIEGELUNG DES BUCHES

 

 

10,1 - 12,13

 

 

Daniels Einleitung zur großen Offenbarung des künftigen Geſchehens

3. jar Cores.

IM dritten jar des königes Cores aus

Perſen / ward dem Daniel / der Beltſazer heiſſt / etwas offenbart / das gewis iſt / vnd von groſſen Sachen / vnd er merckt darauff / vnd verſtund das Geſichte wol. 2Zur ſelbigen zeit / war ich Daniel trawrig drey wochen lang / 3Ich aſs keine niedliche ſpeiſe / fleiſch vnd wein kam in meinen mund nicht / vnd ſalbet mich auch nie / bis die drey wochen vmb waren.

 

 

Der Beginn der Geſchehniſſe: Die Begegnung mit dem himmliſchen Weſen am Fluſs Hidekel

 

AM vier vnd zwenzigſten tage des erſten monden / war ich bey dem groſſen waſſer Hidekel. 5Vnd hub meine Augen auff / vnd ſahe / vnd ſihe / Da ſtund ein Man in Linwad / vnd hatte einen gülden Gürtel vmb ſeine Lenden / 6Sein Leib war wie ein Turckis / ſein Andlitz ſahe wie ein Blitz / ſeine Augen wie ein fewrige Fackel / ſeine Arm vnd Füſſe / wie ein gluu Ertz / vnd ſeine Rede war wie ein gros gedöne. 7Ich Daniel aber ſahe ſolch Geſicht allein / vnd die Menner / ſo bey mir waren / ſahens nicht / Doch fiel ein gros ſchrecken vber ſie / das ſie flohen vnd ſich verkrochen. 8Vnd ich bleib alleine / vnd ſahe dis groſſe Geſichte / Es bleib aber keine Krafft in mir / vnd ich ward ſeer vngeſtalt / vnd hatte keine krafft mehr. 9Vnd ich höret ſeine Rede / vnd in dem ich ſie höret / ſanck ich nider auff mein angeſicht zur erden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Gluu)

Hell / klar / polirt.

 

 

Ein himmliſches Weſen ſpricht mit Daniel

 

10VND ſihe, Eine Hand rüret mich an, vnd halff mir auff die knie vnd auff die hende / 11vnd ſprach zu mir / Du lieber Daniel / merck auff die wort / die ich mit dir rede / vnd richte dich auff / denn ich bin jtzt zu dir geſand. Vnd da er ſolchs mit mir redet / richtet ich mich auff / vnd zittert. 12Vnd er ſprach zu mir / Fürchte dich nicht Daniel / Denn von dem erſten tage an / da du von hertzen begerteſt zu verſtehen / vnd dich caſteieteſt fur deinem Gott / ſind deine wort erhöret / vnd ich bin komen vmb deinen willen. 13Aber der Fürſt des Königreichs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Fürſt)

Ein Königlicher Hofeteufel.

 

 
[121b | 122a]

 

 

Daniel.     C. X.

CXXII.

 

 

in Perſenland / hat mir ein vnd zwenzig tage widerſtanden / Vnd ſihe / Michael der furnemeſten Fürſten einer / kam mir zu hülffe / Da behielt ich den Sieg bey den Königen in Perſen. 14Nu aber kome ich / das ich dich berichte / wie es deinem Volck hernach gehen wird / Denn das Geſicht wird nach etlicher zeit geſchehen. 15Vnd als er ſolchs mit mir redet / ſchlug ich mein angeſicht nider zur Erden / vnd ſchweig ſtille.

 

VND ſihe / einer / gleich einem Menſchen / rüret meine Lippen an. Da thet ich meinen mund auff vnd redet / vnd ſprach zu dem / der fur mir ſtund / Mein Herr / meine gelencke beben mir vber dem Geſicht / vnd ich habe keine Krafft mehr. 17Vnd wie kan der Knecht meins Herrn / mit meinem Herrn reden / weil nu keine Krafft mehr in mir iſt / vnd habe auch keinen Odem mehr? 18Da rüret mich abermal an Einer / gleich wie ein Menſch geſtalt / vnd ſtercket mich / 19vnd ſprach / Fürcht dich nicht / du lieber Man / Friede ſey mit dir / vnd ſey getroſt / Sey geſtroſt. Vnd als er mit mir redet / ermannet ich mich / vnd ſprach / Mein Herr rede / denn du haſt mich geſterckt.

 

 

Daniel wird die Deutung der Zukunft angekündigt

 

20VND er ſprach / Weiſſeſtu auch / warumb ich zu dir komen bin? Itzt wil ich wider hin / vnd mit dem Fürſten in Perſenland ſtreiten. Aber wenn ich weg ziehe / Sihe / ſo wird der Fürſt aus Griechenland komen. 21Doch wil ich dir anzeigen / was geſchrieben iſt / das gewislich geſchehen wird. Vnd iſt keiner der mir hilfft wider jene / denn ewr Fürſt Michael /

 

 

Sihe / wie die En­gel fur vns han­deln / bey den groſ­ſen Herrn.

 

 

111-2a

 

 

 

Beginn des Ka­pi­tels 11 nach heu­ti­ger Zähl­wei­se!

 

1Denn ich ſtund auch bey jm / im erſten jar Darius des Meden / das ich jm hülffe vnd ſtercket. 2aVnd nu wil ich dir anzeigen / was gewis geſchehen ſol.

 

 

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel auf dieser Seite ist in Anlehnung an das Druckbild des Ori­gi­nals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Typografie Lesehilfen be­reit­zu­stel­len, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 
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