Die Apostelgeschichte des Lukas | Kapitel 12

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Die Evangelien

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Evangelien und die Offenbarung

Die Apostelgeschichte
des Lukas

Kapitel 12

 

Apg 12

 

Der Text in 28 Kapiteln

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

 

Gliederung Kapitel 12

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel XII.

 

 

9,32 - 12,24

 

III. DIE TATEN DES PETRUS

BEGINN DER HEIDENMISSION

 

1

12,1-6

→Herodes lässt Jakobus töten und nimmt Petrus gefangen

2

12,7-17

→Die Befreiung des Petrus

3

12,18-23

→Der Tod des Königs Herodes Agrippa I.

4

12,24

→Barnabas, Saulus und Johannes Marcus kommen nach Antiochien

 

 

 

 

Das anderteil des Euangelij S. Lucas: Von der Apoſtel Geſcĥicĥte.

 

 
[319b]

 

XII.

 

 

Herodes läſſt Jakobus töten und nimmt Petrus gefangen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemei -

ne betet fur Petrum.

VMB dieſelbige zeit leget der König

Herodes die hende an etliche von der Gemeine zu peinigen. 2Er tödtet aber Jacobum Johannes bruder / mit dem ſchwert. 3Vnd da er ſahe / das den Jüden gefiel / fur er fort / vnd fieng Petrum auch. Es waren aber eben die tage der Süſſenbrot. 4Da er jn nu greiff / leget er jn ins Gefengnis / vnd vberantwortet jn vier vierteiln Kriegsknechten / jn zu bewaren / vnd gedacht jn nach den Oſtern dem Volck fur zu ſtellen. 5Vnd Petrus ward zwar im Gefengnis gehalten / Aber die Gemeine betet a on auffhören fur jn zu Gott. 6Vnd da jn Herodes wolt furſtellen / in der ſelbigen nacht / ſchlieff Petrus zwiſchen zween Kriegsknechten / gebunden mit zwo Ketten / vnd die Hüter fur der thür hüteten des Gefengnis.

Herodes töd-

tet Jacobum / vnd fehet Petrum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Vierteil)

Ein hauffe Kne­chte ward in vier teil geteilet / da ja ein teil muſte das vierde teil der nacht wachen / eins vmbs ander.

a

On auffhören)

Hielt an am Ge­ber / lies nicht ab / wie ein recht Ge­bet ſein ſol.

 

 

Die Befreiung des Petrus

 

VND ſihe / der Engel des HErrn kam daher / vnd ein Liecht ſchein in dem Gemach / vnd ſchlug Petrum an die ſeiten / vnd wecket jn auff / vnd ſprach / Stehe behends auff. Vnd die Ketten fielen jm von ſeinen Henden. 8Vnd der Engel ſprach zu jm / Gürte dich vnd thu deine Schuch an. Vnd er that alſo. Vnd er ſprach zu jm / Wirff deinen Mantel vmb dich / vnd folge mir nach. 9Vnd er gieng hinaus / vnd folgt jm / Vnd wuſte nicht / das jm warhafftig ſolches geſchehe durch den Engel / ſondern es dauchte jn / er ſehe ein Geſichte. 10Sie giengen aber durch die erſte vnd ander Hut / vnd kamen zu der eiſern thür / welche zur Stad füret / die that ſich jnen von jr ſelber auff. Vnd

 

 
[319b | 320a]

 

 

Geſcĥicĥte.     C. XII.

CCCXX.

 

 

tratten hin aus / vnd giengen hin / eine Gaſſe lang / vnd alſo bald ſchied der Engel von jm. 11Vnd da Petrus zu jm ſelber kam / ſprach er / Nu weis ich warhafftig / das der HErr ſeinen Engel geſand hat / vnd mich errettet aus der Hand Herodis / von allem warten des Jüdiſchen Volcks.

 

VND als er ſich beſinnet / kam er fur das haus Maria der mutter Johannis / der mit dem zunamen Marcus hies / da viel bey einander waren vnd beteten. 13Als aber Petrus an die thür klopffet des thores / trat erfur ein Magd zu horchen / mit namen Rode. 14Vnd als ſie Petrus ſtimme erkandte / that ſie das thor nicht auff fur freuden / lieff aber hin ein / vnd verkündigets jnen / Petrus ſtünde fur dem thor. 15Sie aber ſprachen zu jr / Du biſt vnſinnig. Sie aber beſtunde drauff / es were alſo. Sie ſprachen / Es iſt ſein Engel. 16Petrus aber klopffet weiter an. Da ſie aber auffthaten / ſahen ſie jn / vnd entſatzten ſich. 17Er aber wincket jnen mit der hand zu ſchweigen / Vnd erzelet jnen / wie jn der HErr hatte aus dem Gefengnis gefüret / vnd ſprach / Verkündiget dis Jacobo vnd den Brüdern. Vnd gieng hin aus / vnd zog an einen andern Ort.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hi credunt An­gelos eſſe mini­ſtros hominum.

→*1)

 

 

Der Tod des Königs Herodes Agrippa I.

 

DA es aber tag ward / ward nicht eine kleine bekümmernis vnter den Kriegsknechten / wie es doch mit Petro gangen were. 19Herodes aber da er jn foddert vnd nicht fand / lies er die Hüter rechtfertigen / vnd hies ſie weg füren. Vnd zog von Judea hinab gen Ceſarien / vnd hielt alda ſein weſen. 20Denn er gedacht wider die von Tyro vnd Sidon zu kriegen. Sie aber kamen einmütiglich zu jm / vnd vberredten des Königes kemerer Blaſtum / vnd baten vmb friede / darumb / das jre Lande ſich neeren muſten von des Königes land.

 

ABer auff einen beſtimpten tag / thet Herodes das königliche Kleid an / ſatzte ſich auff den Richtſtuel / vnd that eine rede zu jnen. 22Das Volck aber rieff zu / Das iſt Gottes ſtimme / vnd nicht eines Menſchen. 23Als bald ſchlug jn der Engel des HErrn / darumb / das er die ehre nicht Gott gab / Vnd ward gefreſſen von den Würmen / vnd gab den Geiſt auff.

 

 

Barnabas, Saulus und Johannes Marcus kommen nach Antiochien

 

24DAs wort Gottes aber wuchs vnd mehret ſich. 25Barnabas aber vnd Saulus kamen wider gen Jeruſalem / vnd vberantworten die Handreichung / vnd namen mit ſich Johannem / mit dem zunamen Marcus.

 

 

 

*1)lat.: Hi credunt Angelos esse ministros hominum.

dt.: »Sie glauben an Engel als Gehilfen der Menschen.«

Luther richtet sich mit seinen Anmerkungen in Latein vorrangig an Theologen, nachrangig an die Vertreter der römischen Kirche und an den gebildeten Adel, nicht aber an die deutschsprachige Leserschaft. Es sind Glossen, die eine Notwendigkeit der Reformation der römisch-katholischen Kirche mit dem Widerspruch zwischen kirchlicher Lehre und biblischem Wort unterstreichen.

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel auf dieser Seite ist in Anlehnung an das Druckbild des Ori­gi­nals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Typografie Lesehilfen be­reit­zu­stel­len, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 

Der Bibeltext im evangelischen Kirchenjahr

PREDIGTTEXT

→16. Sonntag nach Trinitatis 2017

Apg 12,1-11

IV

 
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