Das Buch Jesus Sirach| Kapitel 18

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Die Apokryphen des Alten Testaments

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Apokryphen des Alten Testaments

Das Buch Jesus Sirach

Kapitel 18

 

Sir 18

 

Der Text in 50 Kapiteln
mit Vorrrede und Gebet Sirachs im Anhang (Kapitel 51)

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

Hinweis: Aus dem Buch Jesus Sirach sind derzeit nur sechs von 51 Kapiteln verfügbar!

 

Gliederung Kapitel 18

 

Nr.

Textstelle

alte Zählung

Textstelle

neue Zählung

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel XVIII.

 

 

5 - 23

 

 

II. WEISHEIT UND TORHEIT

 

1

17,29 - 18,14

 

→Lob der Barmherzigkeit Gottes

2

18,15-18

 

→Barmherzigkeit mit dem Nächsten

3

18,19-29

 

→Bedenke das Ende

 

Anm: Textfolge nach der Ausgabe von 1545, Angabe der Textstelle nach den Zählweisen bis 2016 und ab 2017.

Siehe dazu auch →Anmerkung 1 unten.

 

 

 

 

Das Bucĥ
Jeẛus Syracĥ.

 

 
[186b]

 

XVIII.

Zur Ka­pi­tel- und Vers­zäh­lung sie­he An­mer­kung →*1)

 

1729 [28]

 

Die heutigen Ver­se 17,29-32 [17,28-31] bil­den in die­ser Aus­ga­be den An­fang des Ka­pi­tels 18!

 

 

Lob der Barmherzigkeit Gottes

 

OWie iſt die barmhertzigkeit des HER

RN ſo gros / vnd leſſet ſich gnedig finden / denen ſo ſich zu jm bekeren. 30[29]Denn was kan doch ein Menſch ſein / Sintemal er nicht vnſterblich iſt? 31[30]Was iſt heller denn die Sonne? Noch mus ſie vergehen / Vnd was fleiſch vnd blut dichtet / das iſt ja böſe ding. 32[31]Er ſihet die vnmeſſige höhe des Himels / Aber alle Menſchen ſind erden vnd ſtaub.

 

 

 

18

 

 

 

 

Beginn des Ka­pi­tels 18 nach heu­ti­ger Zähl­wei­se!

 

1[1]DEr da aber ewig lebet / alles was der macht / das iſt volkomen. 2[2]Der HERR iſt allein Gerecht / 4[2]Niemand kan ſeine Werck ausſprechen / Wer kan

 

 
[186b | 187a]

 

 

Jeſus Syrácĥ     C. XVIII.

CLXXXVII.

 

 

ſein groſſe Wunder begreiffen? 5[3]Wer kan ſeine groſſe macht meſſen? [4]Wer kan ſeine groſſe barmhertzigkeit erzelen? 6[5]Man kan ſie weder wehren noch mehren / vnd kan ſeine groſſe Wunder nicht begreiffen.

 

7[6]ABer ein Menſch / wenn er gleich ſein beſtes gethan hat / ſo iſts noch kaum angefangen / Vnd wenn er meinet / er habs volendet / So feilet es noch weit. 8[7]Denn was iſt der Menſch? Wo zu taug er? Was kan er fromen oder ſchaden thun? 9[8]Wenn er lange lebet / ſo lebet er hundert jar. 10Gleich wie ein Tröpfflin waſſers gegen das Meer / vnd wie ein Körnlin / gegen dem ſand am Meer / So geringe ſind ſeine jare gegen die Ewigkeit.

 

11[9]DArumb hat Gott gedult mit jnen / vnd ſchüt ſeine Barmhertzigkeit aus vber ſie. 12[10]Er ſihet vnd weis wol / wie ſie alle des Todes ſein müſſen / [11]Darumb erbarmet er ſich deſte reichlicher vber ſie. 13[12]Eins Menſchen barmhertzigkeit / gehet allein vber ſeinen Neheſten / Aber Gottes barmhertzigkeit / gehet vber alle Welt. [13]Er ſtraffet vnd züchtiget / Er leret vnd pfleget / wie ein Hirte ſeiner herde. 14[14]Er erbarmet ſich aller / die ſich ziehen laſſen / vnd vleiſſig Gottes wort hören. 15

 

 

Barmherzigkeit mit dem Nächſten

 

MEin Kind / Wenn du jemand guts thuſt / So mache dich nicht vnnütz / Vnd wenn du etwas gibſt / So betrübe jn nicht mit harten worten. 16Der Thaw kület die Hitze / Alſo iſt ein gut wort beſſer denn die Gabe / 17Ja ein wort iſt offt angenemer / denn ein groſſe gabe / Vnd ein holdſeliger Menſch gibt ſie alle beide. 18Ein Narr aber rückts einem vnhöflich auff / Vnd ein vnfreundliche Gabe iſt verdrieſlich.

 

 

Bedenke das Ende

 

19LErne vor ſelbs / ehe du ander lereſt. [20]Hilff dir vor ſelber / ehe du andere artzneieſt. 20[21]Straffe dich vor ſelbs / ehe du andere vrteilſt / So wirſtu gnad finden / wenn andere geſtrafft werden.

 

21[22]SPare deine Buſſe nicht / bis du kranck werdeſt / Sondern beſſere dich / weil du noch ſündigen kanſt. 22Verzeuch nicht from zu werden / vnd harre nicht mit beſſerung deines Lebens / bis in den Tod.

 

23[23]VNd wiltu Gott dienen / ſo las dirs ernſt ſein / auff das du Gott nicht verſucheſt / 24Gedenck an den zorn / der am ende komen wird / vnd an die rache / wenn du dauon muſt. 25Denn wenn man ſat iſt / Sol man gleich wol dencken / das man wider hungern kan / Vnd wenn man reich iſt / Sol man dencken / das man wider arm werden kan. 26Denn es kan vor abends wol anders werden / weder es am morgen war / Vnd ſolchs alles geſchicht bald fur Gott.

 

27EIn weiſer Menſch / iſt in dieſem allem ſorgfeltig / vnd hütet ſich fur ſünden / weil er noch ſündigen kan. 28Wer verſtendig iſt / der nimpt ſolche Weisheit an / Vnd wer ſie kriegt / der lobet ſie. 29Wer ſolche Lere gelernet hat / der kan ſich weiſlich halten / vnd wol dauon reden zur beſſerung.

 

 

 

*1)

Kapitelzählung

In neuen Ausgaben folgen die Kapitel einer anderen Einteilung.

 

Verszählung

Es liegen zwei verschiedene Verszählungen vor:

Die Zählung, in grüner Schrift und (wie in der Lutherbibel von 2017) in eckigen Klammern gesetzt, bezieht sich auf die Ausgaben der Lutherbibel bis 2017. Die Übersetzung der älteren Lutherbibeln seit 1534 stützt sich überwiegend auf die lateinische Übersetzung, die der Kirchenvater Hieronymus vorgenommen hatte, und die in der katholischen Kirche im 16. Jahrhundert weit verbreitet war.

Die Zählung (wie bei uns üblich) in roter Schrift gesetzt, folgt nun der Lutherbibel von 2017, die sich mit ihrer völlig neu besorgten Übersetzung nun auf den griechischen Quelltext der Septuaginta stützt und deren Zählung zugrunde legt.

Diese Zählung wird in allen künftigen Publikationen der evangelischen Kirchen maßgeblich sein.

 

Hinweis zum Gebrauch und zur Lutherbibel von 2017

Die Texte des Buchs Sirach in der Lutherbibel 2017 weichen wegen der Neuübersetzung basierend auf der Septuaginta stellenweise erheblich von der hier gezeigten Textform und von den Ausgaben bis 2017 ab.

Die Versangaben in allen älteren Ausgaben sowie in Dritttexten, z. B. in den Gottesdienstordnungen, beziehen sich derzeit noch durchweg auf die ältere Notation, wie wir sie in Klammern wiedergegeben haben.

 

Die heu­ti­gen Ver­se 18,30-33 ge­hö­ren in die­ser Aus­ga­be zu Ka­pi­tel 19!

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel auf dieser Seite ist in Anlehnung an das Druckbild des Ori­gi­nals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Typografie Lesehilfen be­reit­zu­stel­len, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 
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