Das Buch der Richter

Kapitel XXI.

Symbol Biblia 1545

Die Lutherbibel von 1545

 

Die Texte der Lutherbibel von 1545 in Frakturschrift

Das Alte Testament

Die Geschichtsbücher

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Das Buch der Richter

 

C. XXI.

 

Ri 21,1-25

 

Der Text in 21 Kapiteln

 

Gliederung Kapitel XXI.

 

Nr.

Text 1545

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel II.

 

 

17,1 - 21,24

 

IV. ANHÄNGE:
SCHLIMME ZUSTÄNDE IN KÖNIGLOSER ZEIT

 

 

 

19,1 - 21,24

 

IV.2. Das Verbrechen von Gibea
und der
Krieg gegen Benjamin

 

1

21,1-7

→Die Reue der Israeliten

2

21,8-15

→Die Mädchen von Jabesch werden geraubt und den Benjaminiten gegeben

3

21,16-24

→Der Mädchenraub von Silo

 

 

21,25

 

IV.3. Abschluss des Buchs der Richter

 

4

21,25

→Abschlussnotiz zur königlosen Zeit

 

  Ende des Buchs der Richter.

 

 

 

 

 

 

Das Bucĥ
der Ricĥter.

 

 

 

 

[146a]

 

 

XXI.

 

 

Die Reue der Israeliten

 

DIe Menner aber Iſ­ra­el hatten zu Miz­pa ge­ſchwo­ren vnd geſagt / Niemand ſol ſeine Tochter den BenJamitern zum Weibe geben. 2Vnd das Volck kam zu dem hauſe Gottes / vnd bleib da bis zu abend fur Gott / vnd huben auff jre ſtimme / vnd weineten ſeer / 3vnd ſpra­chen / O HERR Gott von Iſ­ra­el / Warumb iſt das geſchehen in Iſ­ra­el / das heute eines Stams von Iſ­ra­el weniger worden iſt? 4Des andern mor­gens machte ſich das Volck früe auff / vnd baw­e­te da einen Altar / vnd op­f­fer­ten Brand­op­f­fer vnd Danck­op­f­fer.

 

VND die kin­der Iſ­ra­el ſpra­chen / Wer iſt jrgent von den ſtemmen Iſ­ra­el / der nicht mit der Gemeine iſt er auff komen zum HER­RN? Denn es war ein groſſer Eid geſchehen / das / wer nicht hin auff keme zum HER­RN gen Mizpa / der ſolt des tods ſterben. 6Vnd es rewete die kin­der Iſ­ra­el vber BenJamin jre brüdere / vnd ſpra­chen / Heute iſt ein Stam von Iſ­ra­el abgebrochen / 7Wie wollen wir jnen thun / das die vbrigen Wei­ber kriegen? Denn wir haben ge­ſchwo­ren bey dem HER­RN / das wir jnen von vnſern Töchtern nicht Wei­ber geben.

 

 

Die Mädchen von Jabesch werden geraubt und den Benjaminiten gegeben

 

VND ſpra­chen / Wer iſt jrgent von den ſtemmen Iſ­ra­el / die nicht hin auff komen ſind zum HER­RN gen Mizpa? Vnd ſihe / da war niemand ge­we­ſen im Lager der gemeine / von Jabes in Gilead / 9Denn ſie zeleten das volck / vnd ſihe / da war kein Bürger da von Jabes in Gilead. 10DA ſandte die Gemeine zwelff tau­ſent Man dahin / von ſtreitbarn mennern / vnd geboten jnen / vnd ſpra­chen / Gehet hin vnd ſchlagt mit der ſchwerff des ſchwerts / die Bürger zu Jabes in Gilead / mit Weib vnd Kind. 11Doch alſo ſolt jr thun / Alles was Menlich iſt / vnd alle Wei­ber die beim man gelegen ſind verbannet. 12Vnd ſie funden bey den Bürgern zu Jabes in Gilead / vier hundert Dirnen / die Jung­fraw­en / vnd bey keinem man gelegen waren / die brachten ſie ins Lager gen Silo die da ligt im lande Ca­na­an.

 

DA ſandte die gantze Gemeine hin / vnd lies reden mit den kin­dern BenJamin / die im fels Rimmon waren / vnd rieffen jnen friedlich. 14Alſo kamen die kin­der BenJamin wider zu der­ſel­bi­gen zeit / Vnd gaben jnen die Wei­ber / die ſie hatten erhalten von den weibern Jabes zu Gilead / vnd fun-

 

 

 

 

 

[146a | 146b]

 

 

Das Bucĥ    ․C. XXI.

Wie die

Vbrigen aus dem ſtam BenJamin weiber bekomen etc.

 

 

den keine mehr alſo. 15Da rewet es das volck vber BenJamin das der HERR ein Riſs / gemacht hatte / in den ſtemmen Iſ­ra­el.

 

 

Der Mädchenraub von Silo

 

VNd die El­te­ſten der Gemeine ſpra­chen / Was wollen wir thun / das die vbrigen auch weiber kriegen? Denn die weiber in BenJamin ſind vertilget. 17Vnd ſpra­chen / Die vbrigen von BenJamin müſſen ja jr Erbe behalten / das nicht ein Stam ausgetilget werde von Iſ­ra­el. 18Vnd wir können jnen vnſere Töchter nicht zu weibern geben / Denn die kin­der Iſ­ra­el haben ge­ſchwo­ren vnd geſagt / Verflucht ſey / der den BenJamitern ein weib gibt.

 

19VND ſie ſpra­chen / Sihe / Es iſt ein Jarfeſt des HER­RN zu Silo / die zur Mitternacht werts ligt BethEl / gegen der Sonnen auffgang / auff der ſtraſſen / da man hin auff gehet von BethEl gen Sichem / vnd von mittag werts ligt ſie gegen Libona. 20Vnd ſie geboten den kin­dern BenJamin / vnd ſpra­chen / Gehet hin / vnd lauret in den Wein­ber­gen / 21Wenn jr denn ſehet / das die töchter Silo er aus mit Reigen zum Tantz gehen / ſo faret erfür aus den Wein­ber­gen / vnd neme ein jg­li­cher jm ein Weib von den töchtern Silo / vnd gehet hin ins land BenJamin. 22Wenn aber jre Ve­ter oder Brüder komen mit vns zu rechten / wollen wir zu jnen ſagen / Seid jnen gnedig / denn wir haben ſie nicht genomen mit ſtreit / Sondern jr wolt ſie jnen nicht geben / Die ſchuld iſt jtzt ewer.

 

23DIe kin­der BenJamin thaten alſo / vnd namen Wei­ber nach jrer zal / von den Reigen / die ſie raubten / Vnd zogen hin / vnd woneten in jrem Erbteil vnd baw­e­ten Stedte vnd woneten drinne. 24Auch die kin­der Iſ­ra­el machten ſich von dannen zu der zeit / ein jg­li­cher zu ſeinem Stam vnd zu ſei-

nem Ge­ſchlecht / Vnd zogen von dannen aus / ein
jg­li­cher zu ſeinem Erbteil
.

 

 

IV.3.

Abschluss des Buchs der Richter

 

21,25

 

 

Abschlussnotiz zur königlosen Zeit

 

25Zu der zeit war
kein König in Iſ­ra­el / Ein jg­li­cher thet was
jn recht dauchte.

 

 

Ende des Buchs der Richter.

 

 

❦❧

 

 
 

 

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