Das erste Buch der Könige | Kapitel 18

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Die Geschichtsbücher des Alten Testaments

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Geschichtsbücher des Alten Testaments

Das 1. Buch der Könige

Kapitel 18

 

1Kon 18

 

Der Text in 22 Kapiteln

 
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Gliederung Kapitel 18

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel XVIII.

 

 

17 - 22

 

VI. KÖNIG AHAB UND DER PROPHET ELIA

 

1

18,1-2

→Gott kündigt das Ende der Dürre an

2

18,3-15

→Die Begegnung zwischen Elia und dem Hofmeister Obadja

3

18,16-20

→Elia legt Ahab den Baalskult zu Last

4

18,21-29

→Das Gottesurteil auf dem Berg Karmel

5

18,30-39

→Elia bereitet sein Brandopfer zu

6

18,40

→Elia tötet die Propheten des Baalskultes

6

18,41-46

→Das Ende der Dürre

 

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
von den Kònigen.

 

 
[198b]

 

XVIII.

 

 
[198b | 199a]

 

 

Koniǵen.     C. XVIII.

Elia.

CXCIX.

 

 

 

Gott kündigt das Ende der Dürre an

 

VND vber eine lange zeit / kam das wort

des HERRN zu Elia im dritten jar / vnd ſprach / Gehe hin vnd zeige dich Ahab / das ich regen laſſe auff Erden. 2Vnd Elia gieng hin das er ſich Ahab zeigete / Es war aber eine groſſe Tewrung zu Samaria.

 

Thew-

rung zu Elia zeiten.

 

 

Die Begegnung zwiſchen Elia und dem Hofmeiſter Obadja

 

VND Ahab rieff ObadJa ſeinem Hofmeiſter (ObadJa aber furchte den HERRN ſeer / 4Denn da Iſebel die Propheten des HERRN ausrottet / nam ObadJa hundert Propheten / vnd verſteckt ſie in der Hölen / hie funffzig / vnd da funffzig / vnd verſorget ſie mit brot vnd waſſer) 5So ſprach nu Ahab zu ObadJa / Zeuch durchs Land zu allen Waſſerbrunnen vnd Bechen / ob wir möchten hew finden / vnd die Roſs vnd Meuler erhalten / das nicht das Vieh alles vmbkome. 6Vnd ſie teileten ſich ins Land / das ſie es durchzogen / Ahab zoch allein auff einen weg / vnd ObadJa auch allein den andern weg.

 

Iſebel tödtet

die Propheten.

 

DA nu ObadJa auff dem wege war / Sihe / da begegenet jm Elia / Vnd da er jn kennet / fiel er auff ſein andlitz / vnd ſprach / Biſtu nicht mein Herr Elia? 8Er ſprach / Ja. Gehe hin vnd ſage deinem Herrn / Sihe / Elia iſt hie. 9Er aber ſprach / Was hab ich geſündiget / das du deinen Knecht wilt in die hende Ahab geben / das er mich tödte? 10So war der HERR dein Gott lebt / Es iſt kein Volck noch Königreich da hin mein Herr nicht geſand hat / dich zu ſuchen / Vnd wenn ſie ſprachen / Er iſt nicht hie / Nam er einen Eid von dem Königreich vnd Volck / das man dich nicht funden hette.

 

11VND du ſprichſt nu / Gehe hin / ſage deinem Herrn / Sihe / Elia iſt hie. 12Wenn ich nu hin gienge von dir / ſo würde dich der Geiſt des HERRN wegnemen / weis nicht wo hin / vnd ich denn keme vnd ſagets Ahab an / vnd fünde dich nicht / ſo erwürgete er mich. Aber dein Knecht fürcht den HERRN von ſeiner jugent auff. 13Iſts meinem Herrn nicht angeſagt / was ich gethan habe / da Iſebel die Propheten des HERRN erwürget? Das ich der Propheten des HERRN hundert verſteckt / hie funffzig vnd da funffzig / in der Höle / vnd verſorget ſie mit brot vnd waſſer? 14Vnd du ſprichſt / Nu gehe hin / ſage deinem Herrn / Elia iſt hie / das er mich erwürge. 15Elia ſprach / So war der HERR Zebaoth lebet / fur dem ich ſtehe / Ich wil mich jm heute zeigen.

 

 

Elia legt Ahab den Baalskult zu Laſt

 

DA gieng ObadJa hin Ahab entgegen / vnd ſagts jm an / Vnd Ahab gieng hin Elia entgegen. 17Vnd da Ahab Elia ſahe / ſprach Ahab zu jm / Biſtu der Iſrael verwirret? 18Er aber ſprach / Ich verwirre Iſrael nicht / Sondern du vnd deins vaters Haus / da mit / das jr des HERRN Gebot verlaſſen habt / vnd wandelt Baalim nach. 19Wolan / So ſende nu hin / vnd verſamle zu mir das gantze Iſrael auff den berg Carmel / vnd die vier hundert vnd funffzig Propheten Baal / Auch die vier hundert Propheten des Hayns / die vom tiſch Iſebel eſſen. 20Alſo ſandte Ahab hin vnter alle kinder Iſrael / vnd verſamlet die Propheten auff dem berg Carmel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Propheten

Baal vnd des Hayns.

 

 

Das Gottesurteil auf dem Berg Karmel

 

DA trat Elia zu allem volck / vnd ſprach / Wie lange hincket jr auff beiden ſeiten? Iſt der HERR Gott / ſo wandelt jm nach / Iſts aber Baal / ſo wandelt jm nach / Vnd das Volck antwortet jm nichts. 22Da ſprach Elia zum volck / Ich bin allein vberblieben ein Prophet des HERRN / Aber der Propheten Baal ſind vier hundert vnd funffzig man. 23So gebt vns nu zween Farren / vnd laſſt ſie erwelen einen Farren / vnd jn zuſtücken vnd auffs holtz legen / vnd kein fewr dran legen / So wil ich den andern Farren nemen / vnd auffs holtz legen / vnd auch kein fewr dran legen. 24So ruffet jr an den namen ewrs Gottes / vnd ich wil den Namen des HERRN anruffen / Welcher Gott nu mit fewr antworten wird / der ſey Gott. Vnd das gantze volck antwortet / vnd ſprach / Das iſt recht.

 

25VND Elia ſprach zu den Propheten Baal / Erwelet jr einen Farren / vnd

 

 
[199a | 199b]

 

 

I. Bucĥ von den    C. XVIII.

Elia.

 

 

 

→Gen. 32.

macht am erſten / Denn ewr iſt viel / vnd ruffet ewrs Gottes namen an / vnd legt kein fewr dran. 26Vnd ſie namen den Farren / den er jnen gab / vnd richten zu / vnd rieffen an den namen Baal / von morgen an bis an den mittag / vnd ſprachen / Baal erhöre vns. Aber es war da kein ſtimme noch antwort / Vnd ſie a hincketen vmb den Altar den ſie gemacht hatten. 27Da es nu mittag ward / ſpottet jr Elia / vnd ſprach / Rufft laut / denn er iſt ein Gott / Er tichtet oder hat zu ſchaffen / oder iſt vber feld / oder ſchlefft vieleicht / das er auffwache. 28Vnd ſie rieffen laut / vnd ritzeten ſich mit Meſſern vnd Pfrümen / nach jrer weiſe / bis das jr blut her nach gieng. 29Da aber der mittag vergangen war / weiſſagten ſie / bis das man das Speisopffer thun ſolt / vnd war da keine ſtimme / noch antwort / noch Auffmercker.

 

Elia bereitet ſein Brandopfer zu

DA ſprach Elia zu allem volck / Kompt her alles volck zu mir / Vnd da alles Volck zu jm trat / heilet er den Altar des HERRN der zubrochen war. 31Vnd nam zwelff Steine / nach der zal der Stemme der kinder Jacob (zu welchem das wort des HERRN redet / vnd ſprach / Du ſolt Iſrael heiſſen) 32vnd bawet von den ſteinen einen Altar im Namen des HERRN / Vnd macht vmb den Altar her eine gruben / zwey Kornmas weit. 33Vnd richtet das holtz zu / vnd zuſtücket den Farren / vnd legt jn auffs holtz. 34Vnd ſprach / Holet vier Cad waſſer vol / vnd gieſſet es auff das Brandopffer vnd auffs holtz. Vnd ſprach / Thuts noch ein mal / Vnd ſie thetens noch ein mal. Vnd er ſprach / Thuts zum dritten mal / Vnd ſie thetens zum dritten mal / 35Vnd das Waſſer lieff vmb den Altar her / vnd die grube ward auch vol waſſers.

a

(Hincketen)

Die falſchen Heiligen wenn ſie andechtig ſein wöllen / werffen ſie den Kopff zu beiden ſeiten / wie eine Gans gehet / das es ſcheinet / wie ein Hinckender zu beiden ſeiten hin vnd her wackelt. Da her auch das Paſſah kompt / Exo. 12. Da Gott in Egypten durchgieng vnd hincket / das er ſchlug tod zu beiden ſeiten hie vnd da / wie ein truncken man gehet. Sic ſupra / Vt quid claudicatis in duas partes? Significat impios eſſe vagos et duplices animo / nihil certi habere / Eph. 4. Inde etiam ſaltare dicuntur tales / quia motu capitum ſimiles ſunt ſaltantibus et vere capitibus ſaltant. →*1)

 

Holzschnitt, Bild zu: Das 1. Buch der Könige, Kapitel 18

 

36VND da die zeit war Speisopffer zu opffern / trat Elia der Prophet erzu / vnd ſprach / HERR Gott Abraham / Iſaac vnd Iſrael / Las heute kund werden / das du Gott in Iſrael biſt / vnd ich dein Knecht / vnd das ich ſolchs alles nach deinem wort gethan habe. 37Erhöre mich HERR / erhöre mich / Das dis Volck wiſſe / das du HERR Gott biſt / das du jr hertz darnach bekereſt. 38Da fiel das fewr des HERRN erab / vnd fraſs / Brandopffer / holtz / ſtein vnd erden / vnd lecket das waſſer auff jn der gruben. 39Da das alles Volck ſahe / fiel es auff ſein angeſicht / vnd ſprachen / Der HERR iſt Gott / Der HERR iſt Gott.

 

 

Elia tötet die Propheten des Baalskultes

 

ELia aber ſprach zu jnen / Greifft die Propheten Baal / das jr keiner entrinne /

 

 
[199b | 200a]

 

 

Koniǵen.     C. XVIII.

Elia.

CC.

 

 

Vnd ſie griffen ſie. Vnd Elia füret ſie hin ab an den bach Kiſon / vnd ſchlachtet ſie daſelbs.

 

 

Das Ende der Dürre

 

VND Elia ſprach zu Ahab / Zeuch hin auff / iſs vnd trinck / denn es rauſſchet als wolts ſeer regen. 42Vnd da Ahab hin auff zoch zu eſſen vnd zu trincken / gieng Elia auff des Carmels ſpitzen / vnd bücket ſich zur erden / vnd thet ſein Heubt zwiſſchen ſeine knie. 43Vnd ſprach zu ſeinem Knaben / Gehe hin auff / vnd ſchawe zum Meer zu. Er gieng hin auff vnd ſchawet / vnd ſprach Es iſt nichts da. Er ſprach / Gehe wider hin ſieben mal. 44Vnd im ſiebenden mal ſprach er / Sihe / Es gehet eine kleine Wolcke auff aus dem Meer / wie eins Mans hand. Er ſprach / Gehe hin auff vnd ſage Ahab / Span an / vnd fahre hin ab / das dich der Regen nicht ergreiffe. 45Vnd ehe man zuſahe / ward der Himel ſchwartz von wolcken vnd wind / vnd kam ein groſſer regen / Ahab aber fuhr vnd zoch gen Jeſreel. 46Vnd die hand des HERRN kam vber Elia / vnd er gürtet ſeine Lenden vnd lieff fur Ahab hin / bis er kam gen Jeſreel.

 

 

 

*1) lat: Sic supra / Vt quid claudicatis in duas partes? Significat impios esse vagos et duplices animo / nihil certi habere / Eph. 4. Inde etiam saltare dicuntur tales / quia motu capitum similes sunt saltantibus et vere capitibus saltant.

dt.: »Wie oben: Warum hinken sie nach beiden Seiten? Es bedeutet frevelhaft sein, wankelmütig und verschlagen im Geist, nichts zu haben, was sicher ist (Eph 4). Zudem bewegen sie sich derartig / weil sie mit der Bewegung der Köpfe Tänzern ähnlich sind und sie wirklich mit den Köpfen tanzen.«

Luther wendet sich gegen Rituale in der religiösen Praxis, die durch besondere Körperbewegungen in Form von zyklischen Tänzen, Körperbiegungen, regelmäßigem Kopfnicken usw. Ausdruck finden. Dies alles dient dazu, die Betenden in eine Art Trance zu versetzen, wodurch die Wirksamkeit des Gebets erreicht werden solle. Das zeige, dass sie einen zwiespältigen (doppelten) und frevelhaften Geist besitzen, der nichts anderes hat, als an solchen Ritualen festzuhalten gemäß Eph 4: in der Eitelkeit ihres Sinnes, mit verfinstertem Verstand, entfremdet von dem Leben, das aus Gott ist.

 

 

Hinweis zur Abbildung in 1Kon 18: : Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Erläuterungen zur Abbildung in 1Kon 18

Das Kapitel 18 des 1. Buchs der Könige erzählt die Geschichte des Gottesurteils auf dem Berg Karmel..

Die Abbildung zeigt:

  • Im Vordergrund steht Elia vor dem Altar, den er aus zwölf Steinen erbaut hat (Verse 31-32).
  • Um den Altar herum ist eine Grube ausgehoben (Vers 32), in der sich Wasser befindet (Vers 35).
  • Auf dem Altar liegt der für der Brandopfer geschlachtete und zerteilte Jungbulle auf einem Scheiterhaufen aus Holz (Vers 33).
  • Feuer tritt aus den Wolken und entzündet den gesamten Altar, das Opferfleisch, das Holz und die Steine (Vers 38).
  • Links im Bild stehen Krüge. Ein Mann hält noch einen Krug in der Hand. Mit diesen Krügen wurde das Wasser herbeigeholt, das über den Altar gegossen wurde bis das überschüssige Wasser die Grube vollständig gefüllt hatte (Verse 34-35).
  • Rechts im Bild, am äußeren Rand, ist noch ein Stück des Altars der Baalspriester zu sehen, darauf Teile eine zerlegten Rindes. Einige wenige Priester (Propheten) laufen mit erhobenen Händen um diesen Altar herum, ein schräg im Schritt gezeichneter Fuß deutet die Bewegung des Hinkens an (Vers 26).
  • Links im Hintergrund schlängelt sich ein Bach. An seinem Ufer steht Elia, der eigenhändig die Propheten des Baal tötet (Vers 40).
 
Aus dem Verzeichnis der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

Luthers Verweise auf biblische Bücher

 Kürzel

 Bezeichnung in Luthers Biblia 1545

 Moderne Bibel

 Kürzel

3. Reg.
1. Buch von den Königen.
Regum iij.

Biblia Vulgata: Malachim seu Regum, III Regum

Das erste Buch der Könige

Das 1. Buch der Könige

1. Kön

1 Kön

1Kon

Gen.
Ge.
Gene.
Das erste Buch Moſe.
Geneſis.

Biblia Vulgata: Genesis

Das erste Buch Mose (Genesis)

Genesis

1. Buch Mose

1. Mose

Gen

1Mos

Erläuterungen siehe →Liste der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel auf dieser Seite ist in Anlehnung an das Druckbild des Ori­gi­nals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Typografie Lesehilfen be­reit­zu­stel­len, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 

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M

 
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