Das Buch Hiob (Ijob) | Kapitel 7

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Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

Das Buch Hiob
Ijob

Kapitel 7

 

Hiob 7

 

Der Text in 42 Kapiteln

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

Hinweis: Aus dem Buch Hiob sind derzeit nur zehn von 42 Kapiteln verfügbar!

 

Gliederung Kapitel 7

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel VII.

 

 

3 - 14

 

II. DER DIALOG: ERSTER GESPRÄCHSGANG

 

1

7,1-6

→Hiobs Klage über das menschliche Dasein

2

7,7-16A

→Hiobs Verzweiflung über sein Schicksal

3

7,16B-21

→Hiobs Verzweiflung über die Beziehung Gottes zu ihm

 

 

 

 

Das Bucĥ Hiob.

 

 
[276b]

 

VII.

 

 

Hiobs Klage über das menſchliche Daſein

 

MVS nicht der Menſch jmer im Streit

ſein auff Erden / vnd ſeine tage ſind / wie eines Taglöners? 2Wie ein Knecht ſehnet ſich nach dem ſchatten / vnd ein Taglöner / das ſein erbeit aus ſey. 3Alſo hab ich wol gantze monden vergeblich geerbeitet / vnd elender nacht ſind mir viel worden. 4Wenn ich mich legt / ſprach ich / Wenn werde ich auffſtehen? Vnd darnach rechent ich / wens abend wolt werden / Denn ich war gantz ein Schewſal jederman bis finſter ward. 5Mein fleiſch iſt vmb vnd vmb / wörmicht vnd kötticht / Meine Haut iſt verſchrumpffen vnd zu nicht worden. 6Meine tage ſind leichter dahin geflogen denn ein Weberſpuel / vnd ſind vergangen / das kein auffhalten da geweſen iſt.

 

 

 

 

 

 

 

 

(Vergeblich)

Das iſt / Ich ha­be ru­ge vnd der er­beit ein en­de ge­ſucht / Aber das iſt vmb ſonſt / es bleibt noch jmer vn­ru­ge.

 

 

Hiobs Verzweiflung über ſein Schickſal

 

7GEdenck das mein Leben ein wind iſt / vnd meine augen nicht widerkomen zu ſehen das Gute. 8Vnd kein lebendig auge wird mich mehr ſehen. Deine augen ſehen mich an / darüber vergehe ich. 9Eine wolcken vergehet vnd feret da hin / Alſo / wer in die Helle hinunter feret / kompt nicht wider er auff. 10Vnd kompt nicht wider in ſein Haus / vnd ſein ort kennet jn nicht mehr. 11Darumb wil auch ich meinem munde nicht weren / Ich wil reden von der angſt meines hertzens / vnd wil er aus ſagen vom betrübnis meiner ſeelen. 12Bin ich denn ein Meer oder Walfiſch / das du mich ſo verwareſt? 13Wenn ich gedacht / mein Bette ſol mich tröſten / mein Lager ſol mirs leichtern. Wenn ich mit mir ſelbs rede / 14So erſchreckeſtu mich mit trewmen / vnd machſt mir grawen. 15Das meine Seele wündſchet erhangen zu ſein / vnd meine gebeine den tod / 16Ich begere nicht mehr zu leben.

 

 

Hiobs Verzweiflung über die Beziehung Gottes zu ihm

 

16bHOre auff von mir / denn meine tage ſind vergeblich geweſt. 17Was iſt ein Menſch das du jn gros achteſt? vnd bekümerſt dich mit jm? 18Du ſucheſt jn teglich heim / vnd verſucheſt jn alle ſtund. 19Warumb thuſtu dich nicht von mir / vnd leſſeſt nicht abe / bis ich meinen ſpeichel ſchlinge? 20Hab ich geſündigt / was ſol ich dir thun / o du Menſchenhüter? Warumb machſtu mich / das ich auff dich ſtoſſe / vnd bin mir ſelbs eine Laſt? 21Vnd warumb vergibſtu mir meine miſſethat nicht / vnd nimpſt nicht weg meine ſünde? Denn nu werde ich mich in die erden legen / vnd wenn man mich morgen ſuchet / werde ich nicht da ſein.

 

 

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel auf dieser Seite ist in Anlehnung an das Druckbild des Ori­gi­nals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Typografie Lesehilfen be­reit­zu­stel­len, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 
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