Das Buch der Psalmen | Psalm 68

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Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Bücher der Dichtung im Alten Testament

Der Psalter:
Die Bücher der Psalmen

Psalm 68

 

Ps 68

 

 

150 Psalmen, aufgeteilt in fünf Büchern

 

Der Triumphzug des HERRN

 
Auswahlverzeichnis
Der Psalm 68 aus Luthers Biblia 1545
 

Der Pſalter.

 

LXVIII.

1Ein Pſalm Lied Dauids.
vor zu ſingen.

Dieſer Pſalm re­det durch­aus von Chri­ſto / Dar­umb mus man wol drauff merck­en / Denn er fü­ret ſel­tzame re­de vnd wort nach dem buch­ſtaben.

ES ſtehe Gott auff / das ſeine Feinde zur­ſtrew­et werden / Vnd die jn haſſen fur jm fliehen.

3Vertreibe ſie wie der Rauch vertrieben wird / Wie das Wachs zurſchmeltzt vom fewr / So müſſen vmbkomen die Gottloſen fur Gott.

4DIe Gerechten aber müſſen ſich frew­en vnd frölich ſein fur Gott / Vnd von hertzen ſich frewen.

5SInget Gott / lobſinget ſeinem Na­men / Macht ban dem der da ſanfft her feret / er heiſt HErr vnd frewet euch fur jm.

6Der ein Vater iſt der Waiſen / vnd ein Richter der Widwen / Er iſt Gott in ſeiner heiligen Wonunge.

7Ein Gott der den Einſamen das haus vol Kinder gibt / Der die Ge­fangen ausfüret zu rechter zeit / Vnd leſſt die Abtrinnigen bleiben in der dürre.

8GOtt / da du fur deinem Volck her zogeſt / Da du einher giengeſt in der wüſten / Sela.

9DA bebet die Erde / vnd die Himel troffen / fur dieſem Gott in Sinai / Fur dem Gott der Iſraels Gott iſt.

a
(Könige)

Sind die Apo­ſteln / die ein­trech­tig le­ren.

10NV aber gibſtu Gott einen gnedigen Regen / Vnd dein Erbe / das dürre iſt / erquickeſtu.

b
(Hausehre)

Heiſſt auff Ebre­iſch ei­ne Haus­fraw. Vnd re­det hie von der Kir­chen vnd Braut Chri­ſti.

11Das deine Thier drinnen wonen kön­nen / Gott du labeſt die Elenden mit deinen Gütern.

12DEr HERR gibt das Wort / Mit groſſen ſcharen Euangeliſten.

13DIe a Könige der Herrſcharen ſind vnternander freunde / Vnd die b Hausehre teilet den Raub aus.

c

(Silber vnd gold) Rot vnd weis / wie ein Heer von har­niſch vnd pani­ren ſchei­net.

14WEnn jr zu Felde ligt / ſo glentzets als der Tauben flügel / Die wie c ſil­ber vnd gold ſchimmern.

15Wenn der Allmechtige hin vnd wider vnter jnen Könige ſetzt / So wird es helle / wo es tunckel iſt.

d
(Fruchtbar)

Auff Ebreiſch fett / das iſt gut Land / nicht ka­le Ber­ge.

16DER berg Gottes iſt ein d fruchtbar Berg / Ein gros vnd fruchtbar Ge­birge.

e
(Hüpffet)

Rhümet / tro­tzet / po­chet auff ewr herr­lig­keit.

17Was e hüpffet jr groſſe Gebirge? Gott hat luſt auff dieſem Berge zu wo­nen / Vnd der HERR bleibt auch jmer daſelbſt.

18Der wagen Gottes iſt viel tauſent mal tauſent / Der HERR iſt vnter jnen im Heiligen Sinai.

Ephe.4.

Chriſtum mü­ſſen lei­den auch ſei­ne Fein­de.

19DV biſt in die Höhe gefaren / vnd haſt das Gefengnis gefangen / Du haſt Gaben empfangen fur die Menſchen / Auch die Abtrinnigen / das Gott der HERR dennoch daſelbs blei­ben wird.

Matth. 11.

20GElobet ſey der HErr teglich / Gott legt vns eine Laſt auff / Aber er hilfft vns auch / Sela.

21Wir haben einen Gott der da hilfft / Vnd den HERRN HErrn / der vom Tode errettet.

Harſcheddel)

Das König­reich vnd Prie­ſter­thum der Jü­den / Dar­umb das ſie blei­ben im vn­glau­ben.

22ABer Gott wird den Kopff ſeiner Feinde zuſchmeiſſen ſampt jrem Harſcheddel / Die da fort fahren in jrer Sünde.

f
(Fetten)

Aus dem volck Iſ­ra­el / das reich / herr­lich war von Got­tes we­gen.

23DOch ſpricht der HErr / Ich wil vn­ter den f Fetten etliche holen / Aus der Tieffe des meers wil ich etliche holen.

24Darumb wird dein fus in der Feinde blut geferbet werden / Vnd deine Hunde werdens lecken.

25MAn ſihet Gott wie du einher zeuchſt / Wie du mein Gott vnd König einher zeuchſt im Heiligthum.

26Die Senger gehen vorher / Darnach die Spielleute vnter den Megden die da paucken.

g
(Brun)

Das iſt / Fur das Reich Chri­ſti / das an­ge­fan­gen hat / quel­let vnd wechſt.

27Lobet Gott den HErrn in den ver­ſamlungen / Fur den g Brun Iſrael.

28DA herrſchet vnter jnen der kleine BenJamin / Die fürſten Juda mit jren hauffen / Die fürſten Sebulon / Die fürſten Naphthali.

29DEin Gott hat dein Reich auffge­richtet / Das ſelbe wolteſtu Gott vns ſtercken / Denn es iſt dein Werck.

30Vmb deines Tempels willen zu Jeru­ſalem / Werden dir die Könige Ge­ſchencke zu füren.

(Thier)

Falſche Lerer mit jrem Hau­ffen.
Iren Kel­bern) Das iſt / vn­ter jrem Volck.

 
a
(Zutretten)

Wie die Hengſt das waſ­ſer zu­tret­ten vnd trü­be ma­chen das nicht zu trin­cken iſt. Al­ſo zu­tret­ten / vnd ma­chen trü­be die Schrifft al­le Rot­ten­gei­ſter.

31Schilt das Thier im Rhor / Die Rot­te der ochſen vnter jren kelbern / Die da a zutretten vmb Gelts willen / Er zerſtrewet die Völcker die da gern kriegen.

32DIE Fürſten aus Egypten werden komen / Morenland wird ſeine hende ausſtrecken zu Gott.

33Ir Königreiche auff Erden ſinget Gott / Lobſinget dem HERRN / Sela.

b
(Donner)

Seiner pre­digt.

34Dem der da feret im Himel allenthal­ben von anbegin / Sihe / er wird ſeinem b Donner krafft geben.

35Gebt Gott c die Macht / ſeine Herrlig­keit iſt in Iſrael / Vnd ſeine Macht in den wolcken.

c
(Macht)

Das iſt / das Reich / laſſt jn Herr ſein.

36Gott iſt wunderſam in ſeinem Heilig­thum / Er iſt Gott Iſrael / Er wird dem volck macht vnd krafft geben / Gelobt ſey Gott.

 
Aus dem Verzeichnis der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

Luthers Verweise auf biblische Bücher

 Kürzel

 Bezeichnung in Luthers Biblia 1545

 Moderne Bibel

 Kürzel

Matth.
Matt.
Mat.
Math.
Euangelium S. Mattheus.

Biblia Vulgata:
Evangelium secundum Mattheum

Das Evangelium nach Matthäus

Matthäusevangelium

Mt

Mt

Mt

Ephe.
Die Epiſtel S. Pauli: An die Epheſer.

Biblia Vulgata: Epistula Pauli ad Ephesios

Der Brief des Paulus an die Epheser

Epheserbrief

Eph

Eph

Eph

Erläuterungen siehe →Liste der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

 
 

Worterklärungen: Übersicht

Die folgenden Begriffe aus dem Text Ps 68 werden hier erläutert.

Versnummer: Luthers Wort

1: Pſalm Lied Dauids

1: vor zu ſingen

2: zurſtrewet

2: fur

3: zurſchmeltzt

3: fewr

3: vmbkomen

3: Gottloſen

4: ſich frewen

5: ban

5: feret

5: HErr

5: Widwen

6: heiligen

7: recht

8: Sela

9: troffen

9: Jſraels

10: gibſtu

10: erquickeſtu

12: HERR

13: Hausehre

14: ligt

15: Allmechtige

15: tunckel

16: berg Gottes

20: ſey

22: zuſchmeiſſen

22: Harſcheddel

22: Sünde

23: Fetten

25: zeuchſt

25: Heiligthum

26: Megden

28: BenJamin

28: Juda

29: wolteſtu

30: vmb

30: Tempels

31: Schilt

31: zutretten

31: Gelts

31: zerſtrewet

32: Morenland

32: Hende

   

Klick auf ein Wort führt zum Eintrag mit den Erklärungen.

Das vollständige Verzeichnis findet sich hier: →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 
Aus dem Stilkunst.de-Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

Worterklärungen: Seltene Namen, Wörter und Begriffe im Text

Vers

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

1

Pſalmlied Dauids

Psalmlied Davids

Angabe der Urheberschaft im Titel von →Psalm 68 und →Psalm 108.

 

Die Formulierung besagt nicht verlässlich, dass David selbst diese Psalmen verfasst hat. Sie bedeutet wohl nur, dass sie zu einer Sammlung von Psalmen gehören, die ihm gewidmet ist.

 

In der Lutherbibel von 1545 benennen 73 Psalmen in der Überschrift David als Urheber.

 

a) Psalm Davids: 50x

Ps 3, 4, 5, 6, 8, 9, 11, 12, 13, 14

Ps 15, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26

Ps 27, 28, 29, 30, 31, 34, 35, 36, 37, 38

Ps 39, 40, 41, 51, 61, 62, 63, 64, 65, 69

Ps 70, 101, 103, 109, 110, 139, 140, 141, 143, 144

 

b) gülden Kleinod Davids: 6x

Ps 16, 56, 57, 58, 59, 60

 

c) Unterweisung Davids: 6x

Ps 32, 52, 53, 54, 55, 142

 

d) Lied Davids: 4x

Ps 122, 124, 131, 133

 

e) Psalmlied Davids: 2x

Ps 68, 108

 

f) Gebet Davids: 2x

Ps 17, 86

 

g) Unschuld Davids: 1x

Ps 7

 

h) Lob Davids: 1x

Ps 145

 

i) Davids: 1x

Ps 138

 

Zur Person Davids

 

Historisch kreisen um die Person Davids viele ungeklärte Fragen. Nach der biblischen Überlieferung war David nach Saul der zweite König Israels und lebte von etwa 1000 bis 961 v. Chr. Genauere Lebensdaten sind unbekannt.

 

David war zunächst Musiker am Hof Sauls und wurde später Offizier in seinem Heer.

 

Die Geschichte Davids wird ausführlich erzählt in den beiden Samuel­büchern (1Sam, 2Sam), in 1Kön 1-2 und in 1Chr 11-29.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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1

vorſingen

vorsingen (Verb)

a) für jemandem etwas singen

b) vor jemanden etwas singen

c) als Solist etwas zuerst singen, andere (ein Chor) wiederholen es

d) als Solist einen Liedteil singen, andere (ein Chor) ergänzt weitere Liedteile

 

→Ps 4,1 ( u. a.)

 

Ein Pſalm Dauids / vor zu ſingen

 

Luther: (Vorſingen) Wie der Can­tor vnd Prieſ­ter einen Vers oder Epiſtel vor ſinget / Vnd der Chor hinnach ſinget ein Reſponſo­rium / Halelu­ia oder Amen.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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2

zurſtrewen

 

zuſtrewen

zerstreuen (Verb)

a) streuen, auseinanderstreuen,

b) auseinandertreiben, auseinanderjagen,

c) etwas (zusammenhängendes) auflösen,

d) von etwas absondern, teilen

 

Luther verwendet ohne Unterscheidung
zurſtrewen, zuſtrewen und →zerſstrewen.

 

zuſtrewen

 

→Ps 141,7

 

Vnſer gebeine ſind zuſtrewet bis zur Helle

 

Unsere Gebeine sind zerstreut bis zum Reich der Toten.

 

Anmerkung zu Ps 141,7:

 

Luther folgt hier dem hebräischen und lateinischen Textvorlagen. Etliche moderne Übersetzungen, so auch Luther-1964 und Luther-1984, schreiben statt »Unsere Gebeine« nun »Ihre Gebeine« und stützen sich dabei auf ältere Übersetzungen.

 

Durch diese Textglättung erscheint die Aussage passend zu den in Vers 6 genannten »Lehrern«, die gestürzt werden müssten.

 

Jedoch ist zwischen den Versen 6 und 7 ein gedanklicher Absatz zu sehen, der einen Themenwechsel bedeutet. Das Thema der Lehrer ist in Vers 6 abgeschlossen.

 

In den Versen 6 bis 10 geht es nun um das Leiden und das Schicksal der Gerechten (zu denen sich der Autor des Psalms zählt), die immer wieder in die Stricke und Fallen der Übeltäter geraten.

 

Hintergrund des Bildes ist eine Kriegsszene: Die Soldaten Davids stürzen in Fallen und sterben im Kampf. Der Boden des Schlachtfelds ist aufgerissen und durchwühlt. Die toten Leiber und Knochen sind weit über die Erde verstreut, bis an den Rand der Welt, so scheint es, bis zum Beginn des Reichs der Toten. Die Schlacht endete für König David und sein Heer in einer Katastrophe, doch der nächste Angriff steht bevor.

 

Mit »Unsere Gebeine« schreibt David über seine Soldaten, die der gerechten Sache folgten, und doch in Fallen der üblen Feinde fielen. Nun bittet er Gott darum, ihn nicht zu verdammen, und darum, dass er ihn (und sein Heer) vor den Fallen der Feinde bewahren möge.

 

→Ps 92,10

 

deine Feinde werden vmbkomen / Vnd alle Vbelthetter müſſen zuſtrewet werden.

 

deine Feinde werden umkommen, und alle Übeltäter müssen zerstreut werden

 

→Apg 8,1

 

... vnd ſie zurſtreweten ſich alle in die lender Judea vnd Samaria ...

 

... und sie zerstreuten sich alle in die Länder Judäa und Samaria ...

 

 

SK Rev 10.08.2017  

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2

fur

a) vor (Präposition)

 

b) für (Präposition)

 

c) fuhr (Verb)

Die Präpositionen vor und für

 

Die beiden heutigen Wörter vor und für gehen sprachlich auf das selbe Wort zurück, was in der Lutherbibel noch gut verfolgt werden kann.

 

Überwiegend tritt fur in der Bedeutung vor auf und ist gleichbedeutend mit Luthers Schreibweise vor.

 

Die konkrete Bedeutung erschließt sich aus dem Textzusammenhang.

 

Das Verb fuhr

 

Das Wort fur kann auch das Verb fahren (Luther-Deutsch: faren) in der 3. Person Singular Präteritum meinen.

 

Beispiel der Bedeutung »vor«:

 

→Ps 3,1

 

Ein Pſalm Dauids / Da er floh fur ſeinem ſon Abſalom.

 

Ein Psalm Davids, [gesungen,] als er vor seinem Sohn Aschalom floh.

 

Beispiel der Bedeutung »für«:

 

→Ps 40,18

 

Denn ich bin Arm vnd Elend / Der HERR aber ſorget fur mich

 

Denn ich bin arm und elend. Der HERR sorgt aber für mich.

 

Beispiel der Bedeutung »fuhr«:

 

→Ps 18,10

 

Er neigete den Himel vnd fur herab

 

Er neigte den Himmel und fuhr herab.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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3

zuſchmeltzen

 

zurſchmeltzen

zerschmelzen (Verb)

von: schmelzen (Verb)

 

in der Hitze oder im Wasser zergehen, flüssig werden, zerfließen

 

Häufig bildhaft gebraucht: etwas verläuft, verbrennt, zergeht (usw.) als würde es es schmelzen

 

→Ps 97,5

 

Berge zuſchmeltzen wie wachs fur dem HERRN

 

Berge schmelzen wie Wachs vor dem HERRN

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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3

fewr

 

fewer

Feuer, das

 

Luther benutzt beide Schreibweisen, sowohl fewr wie auch fewer.

 

→Ps 21,10

 

Der HERR wird ſie verſchlingen in ſeinem zorn / Fewr wird ſie freſſen.

 

Der HERR wird sie verschlingen in seinem Zorn. Feuer wird sie fressen.

 

 

SK Rev 10.08.2017  

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3

vmbkomen

umkommen (Verb)

 

→Ps 83,18

 

Schemen müſſen ſie ſich vnd erſchrecken jmer mehr vnd mehr / Vnd zu ſchanden werden vnd vmbkomen.

 

Schämen müssen sie sich und immer mehr und mehr erschrecken. Sie müssen zuschanden werden und umkommen.

 

 

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3

Gottloſe
Gotloſe

Gottlose, der

Substantivierung von: →gottlos (Adjektiv)

 

Religiöser Begriff, der die Existenz Gottes voraussetzt:

 

a) Zustand: los von Gott; von Gott verlassen; ohne Gott.

b) religiöse Grundhaltung: Gott nicht dienend; die Ehre, den Willen, die Gebote Gottes missachtend

 

 

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4

frewen

 

ſich frewen

freuen (Verb)

 

sich freuen (Verb)

Luther verwendet in seiner Bibelübersetzung ausschließlich das reflexive »sich freuen«.

 

→Ps 14,7

 

So würde Jacob frölich ſein / vnd Jſrael ſich frewen.

 

 

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5

ban

Ban, die (veraltet)

 

Bahn, die

ban oder bahn bezeichnet einen Weg oder Pfad, der durch eine unbegehbare oder unbefahrbare Gegend führt, und der über schwierige, rauhe Stellen getreten oder angelegt wurde.

 

→Ps 68,5:

 

Macht ban dem der da ſanfft her feret

 

a) Macht Bahn dem, der da sanft her fährt.

b) Schüttet (einen Weg) auf dem, der durch die Wüste1 fährt.

c) Legt einen Weg an für den, der durch die Wüste fährt.

 

1Anmerkung zu Ps 68,5:

Luther übersetzt hier mit »der da sanfft her fähret« den Text einer lateinischen Biblia Vulgata, die sich auf den Text der griechischen Septuaginta stützt, ziemlich geglättet. Nach den hebräischen Quellen geht die Fahrt durch Wüsten (hebräisch: עֲרָבָה, ʽărābāh, Steppe, Wüste, karge Ebene). Entsprechend haben auch die neuen Luther-Ausgaben (1964, 1984) den Text korrigiert.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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5

faren

fahren (Verb)

die rasche, schnelle Bewegung im Unterschied zur sanften Bewegung des Gehens.

 

Formen

 

  Luther-Deutsch Deutsch
Infinitiv faren fahren
Präsens ich fare ich fare
  du fereſt du fährst
  er feret er fährt
Präteritum er fur er fuhr
  wir furen wir fuhren
  sie furen sie fuhren
  ich bin gefaren ich bin gefahren
Perfekt du biſt gefaren du bist gefahren
  er iſt gefaren er ist gefahren
Plusquamperfekt ſie waren gefaren sie waren gefahren
Imperative fare! fahre!
  fereſtu fährst du!

 

 

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5

HErr

HErr, Adonaj

HErr, Kyrios

Aussehen in unseren Frakturschriften: HErr oder HErr

 

Feststehende, besondere Schreibweise Luthers (zwei Großbuchstaben, gefolgt von zwei Kleinbuchstaben), um anzuzeigen, dass sich dahinter eine Bezeichnung Gottes (im Alten Testament) oder Jesu (im Neuen Testament) befindet.

 

HErr im Alten Testament

 

Luther verwendet im Alten Testament die Schreibweise HErr, wenn im hebräischen Text das Wort Adonaj (hebr. ‏אֲדֹנָי‎, pl. von Adon, Herr) anstelle des Gottesnamens steht.

 

HErr im Neuen Testament

 

Im Neuen Testament steht HErr dort, wo in den griechischen Quellen mit dem Wort kyrios (Herr, Besitzer, Gebieter) Jesus Christus als Sohn Gottes gemeint ist.

 

Wichtig:

Davon zu unterscheiden sind die Schreibweisen →»HERR« (in Groß­buch­staben) und →»Herr« (in Kleinbuchstaben bzw. mit Großbuchstaben »H« am Anfang.

 

 

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5

Widwe

Witwe, die

Verheiratete Frau, deren Ehemann gestorben ist

 

→Ps 78,64

 

Jre Prieſter fielen durchs Schwert / Vnd waren keine Widwen / die da weinen ſolten

 

a) Ihre Priester fielen durch das Schwert. Und es gab keine Witwen, die darüber weinten.

b) Ihre Priester fielen durch das Schwert. Und die Witwen weinten nicht.

 

 

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6

heilig

heilig (Adjektiv)

(In Abgrenzung zum Irdischen:) göttlich vollkommen und verehrungswürdig.

 

 

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7

recht

recht (Adverb und Adjektiv)

Die ursprüngliche Bedeutung von recht ist das Gegenteil von krumm bzw. von link (Adjektiv).

 

Damit lässt sich mit recht alles beschreiben, was sich im Gegensatz zu einer krummen, linken, schrägen, unliebsamen, ungehörigen, nicht offensichtlichen Sache usw. (bzw. einem Zustand) abhebt bzw. was davon abgehoben werden soll.

 

Daraus ergeben sich viele Bedeutungen, die wir hier nicht alle auflisten können.

 

Die Verwendung bei Luther

 

wahr, eigentlich (von Personen im Gegensatz zu denen, die sich sonst nur so nennen):

 

→Ps 7,12: Gott iſt ein rechter Richter: Gott ist ein wahrer Richter (im Gegensatz zu den irdischen Richtern)

 

richtig, passend (im Gegensatz zu falsch, unpassend)

 

→Ps 68,7: Der die Gefangen ausfüret zu rechter zeit: Der die Gefangenen herausführt sobald die Zeit dafür reif ist.

 

wahr, richtig (im Gegensatz zu unwahr, falsch, unrichtig)

 

→Ps 93,5: Dein wort iſt eine rechte Lere: Dein Wort ist die wahre Lehre

 

 

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8

Sela

Sela

In den Psalmen: ein Tonzeichen

 

Sela (hebr. סֶלָה) ist die transkribierte Form des hebräischen Wortes, dessen Bedeutung und Herkunft unklar sind.

 

Es kommt in den Psalmen 71 mal vor und wird als Tonzeichen verstanden, und somit als musikalischer Fachbegriff. Es zeigt vermutlich eine Pause oder einen Ruhepunkt im Gesang, bzw. den Abschluss eines Absatzes (einer Strophe) an.

 

Es kann aber auch als Wiederholungszeichen (Refrain) verstanden werden. Dann könnte es auch die Textzeile abschließen, die als Wechselgesang von einem Chor gegen den Vorsänger wiederholt wird.

 

 

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9

triefen

 

troff

triefen (Verb)

starkes Verb: triefen, troff

 

in Tropfen fallen, Tropfen fallen lassen

a) von Flüssigkeiten

b) bildlich, von göttlichem Zorn und Strafen

 

→Ps 68,9

Da bebet die Erde / vnd die Himel troffen.

Da bebte die Erde und die Himmel troffen.

Da bebte die Erde und vom Himmel regnete es in Strömen.

 

 

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9

Jſrael

Israel (Name)

Jſrael
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2810 2552 184 74
 

Dort, wo Israel als Name einer Person verwendet wird, ist Jakob gemeint, der von Gott den Namen Israel bekam.

 

Israel bezeichnet daneben das Volk Israel, die Israeliten, sowie das historische Land Israel. Der heutige Staat Israel trägt offiziell eben diesen Namen: Medinat Jisra'el. (מדינת ישראל).

 

Der Name Israel

 

hebräisch: יִשְׂרָאֵל (Jisra'el)

lateinisch: Israhel

griechisch: Ἰσραὴλ

 

Es gibt unterschiedliche Deutungen für diesen Namen. Fest steht, dass die Endung אל (el) »Gott« bedeutet.

 

Der vordere Teil wird allgemein auf die semitische Wurzel שרה (sarah) mit der Bedeutung »ringen, kämpfen« zurückgeführt. Es scheint auch möglich, dass sich die Wurzel שרר (sarar) in der Bedeutung »herrschen« dahinter verbirgt. Die deutschen Entsprechung wären in etwa »Gott ringt (mit uns)« bzw. »Gott möge mit uns ringen« oder »Gott herrscht« bzw. »Gott möge herrschen«.

 

Luther erklärt den Namen Israel im Scholion zu 1Mos 32,28:

 

Luther: Jſrael kompt von Sara / das heiſſet kempffen oder vberweldigen / Da her auch Sar ein Fürſt oder Herr / vnd Sara ein Fürſtin oder Fraw heiſſt / vnd Jſrael ein Fürſt oder Kempffer Gottes / das iſt / der mit Gott ringet vnd angewinnet. Welchs geſchicht durch den glauben der ſo feſt an Gottes wort helt / bis er Gottes zorn vberwindet / vnd Gott zu eigen erlanget zum gnedigen Vater.

 

Jakob wurde Israel

 

Nach seinem nächtlichen Kampf mit Gott (1Mos 32,24-30) erhielt Jakob den Namen Israel.

 

1Mos 32,27-28:

Er ſprach / Wie heiſſeſtu? Er antwortet / Jacob. Er ſprach / Du ſolt nicht mehr Jacob heiſſen / ſondern JſraEl / Denn du haſt mit Gott vnd mit Menſchen gekempfft / vnd biſt obgelegen.

 

 

Die zwölf Stämme Israels

 

Jakob heiratete nacheinander Lea und Rahel. Von ihnen und von deren Sklavinnen Bilhas und Silpas, die ihm nach der Sitte dieser Zeit als Nebenfrauen gehörten, hatte Jakob insgesamt zwölf Söhne:

 

Ruben, Simeon, Levi, Juda, Issachar, Sebulon,

Joseph, Benjamin, Dan, Naftali, Gad, Ascher.

 

Mit Ausnahme Josephs, dessen Söhne Efraim und Manasse namentlich in der Stammesliste vertreten sind, gaben diese Söhne den zwölf Stämmen Israels ihre Namen.

 

Das Volk Israel

 

Vom Auszug aus Ägypten bis zum Tod Salomos und dann wieder nach der Zerstörung Samarias im Jahr 722 v. Chr. bezeichnet der Name Israel alle Israeliten.

 

In der Zeit zwischen dem Tod Salomos und dem Jahr 722 v. Chr. hießen nur die zehn Nordstämme Israel, die sich unter Jerobeam von Salomos Sohn Rehabeam getrennt und das Nordreich Israel gebildet hatten. Das Südreich mit der Hauptstadt Jerusalem hieß Juda.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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10

gibſtu

gibst du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von geben (Verb)

 

Präsens:

gibſtu: gibst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

gibſtu: gibst du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Ps 68,10

 

Nu aber gibſtu Gott einen gnedigen Regen / Vnd dein Erbe / das dürre iſt / erquickeſtu.

 

a) Nun aber lässt Du, Gott, es (ganz sicher) regnen! Und dein Erbe, das verdorrt ist, erfrischt du wieder!

b) Nun aber lässt Du, Gott, es regnen! Du erfrischt so dein Erbland, das vertrocknet daliegt!

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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10

erquickeſtu

erquickst du (Verb, veraltet)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von erquicken (Verb, veraltet)

neu beleben, stärken, erfrischen

 

Präsens:

erquickeſtu: erquickst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

erquickeſtu: erquickst du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Ps 138,7

 

Wenn ich mitten in der angſt wandele / ſo erquickeſtu mich

 

Wenn mich große Angst erfasst, dann weiß ich: Du stärkst mich!

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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12

HERR

HERR, JHWH, Jahwe

Aussehen in unseren Frakturschriften:

HERR, HERR oder HERR

 

HERR im Alten Testament

 

hebräisch: יהוה (jhwh, das Tetragrammaton JHWH)

lateinisch (Biblia Sacra Vulgata): Dominus, Herr

 

Luthers Schreibweise HERR in Versalien (Großbuchstaben) folgt einer festen Regel. Sie weist darauf hin, dass im hebräischen Text an dieser Stelle das Tetragrammaton (das Vierfachzeichen) »JHWH« (hebr.: יהוה) steht. Es ist der unaussprechliche Name Gottes.

 

Satztechnisch bedingte Varianten

Um beim Satz der Lettern Platz in einer Zeile zu sparen, wodurch übermäßgiger Sperrdruck oder ungünstige Wortumbrüche vermieden werden, sind in der Lutherbibel von 1545 häufig auch die Varianten HERr oder HERrn zu finden. Dabei sind mindestens die ersten drei Zeichen in Versalien gesetzt, womit sie hinreichend von HErr unterscheidbar sind.

 

HERR HErr:

Der Ausdruck HERR HErr steht dann, wenn im hebräischen Text »JHWH Adonaj« zu lesen ist. (Siehe dazu auch den Artikel →HErr.)

 

Auch die umgekehrte Reihenfolge HErr HERR ist möglich (»Adonaj JHWH«).

 

→Hes 2,4b-5a

4bSo ſpricht der HErr HERR / 5aſie gehorchen oder laſſens /

 

Die neuen Lutherbibeln übersetzen diesen Ausdruck stets mit »Gott der HERR«.

 

Das Wissen um die Aussprache der vier Zeichen, die den Gottesnamen ausmachen, ist schon früh in der Geschichte verloren gegangen. Sie werden heute oft mit »Jahwe« (vokalisiert geschrieben יְהוָה nach der Aussprache des hebräischen Adonaj, Herr) oder »Jehova« (יְהוָֹה ebenfalls nach dem hebräischen Adonaj, Herr, jedoch unter Berücksichtigung aller Vokale) transkribiert, aber auch mit »Jewah« (ebenfalls יְהוָה aber nach dem hebräischen Schema, der Name, zu lesen) oder »Jehowih« (יְהוִה nach dem hebräischen Elohim, Gott/Götter).

 

Luther kannte die vokalisierten Varianten und die transkribierten Formen und war wohl besonders dem Wort »Jehova« zugeneigt. Es bezieht alle drei Vokale aus dem Wort Adonaj, das »Herr« bedeutet. Dennoch hatte er es vermieden in seiner Übersetzung »Jehova« zu verwenden. Stattdessen nutzte er wie die lateinischen Bibeln einen Wortersatz. Er setzte das deutsche Wort ein, das gemäß der jüdischen Tradition zu lesen sei, wenn im Text das Vierfachzeichen erscheint, machte es aber durch die besondere Satzweise in Großbuchstaben kenntlich: HERR.

 

Luthers Schreibweise hat sich bis heute in etlichen Bibelausgaben gehalten.

 

 

HERR im Neuen Testament

 

Im neuen Testament verwendet Luther die Schreibweise HERR in Versalien (Großbuchstaben) für Gott, den Vater, an Stellen, wo sich Zitate aus dem Alten Testament auf »JHWH« beziehen.

 

Wichtig:

Davon zu unterscheiden sind die Schreibweisen

→»HErr« und →»Herr«.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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13

Hausehre

Hausehre, die (veraltet)

 

Hausfrau, die

Ehefrau, die

a) eigentlich: Ansehen, Glanz, Ehre des Hauswesens

b) das Ansehen eines Hauswesens, sofern es durch die Frau wirtschaftlich und sittlich gestützt wird.

c) die Hausfrau, die Frau des Hauses, die Ehefrau

 

Die Frau des Hauses, die das Haus wirschaftlich und sittlich führt, wird u. a. genannt: Hausehre, Haustrew, Hauszfrewd, Hauszierd (usw.). Hausehre wird ab dem 16. Jahrhundert geradezu als Titel für die Gattin benutzt, wohl wegen Luthers Verwendung in der Bibel.

 

Luther erklärt den Begriff im Scholion zu →Ps 68,13:

 

Luther: (Hausehre) Heiſſt auff Ebreiſch eine Hausfraw.

Das hebräische Wort für Hausfrau heißt wörtlich übersetzt: Hausehre.«)

 

 

SK Rev 08.08.2017  

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14

ligen

liegen (Verb)

 

eine flache, ausgestreckte, ruhige oder waagerechte Position oder Körperhaltung einnehmen.

 

Anmerkung:

 

Das Luther-Wort ligen (liegen) sollte nicht mit liegen (lügen) verwechselt werden.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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15

Allmechtige

Allmächtige, der

Substantivierung von: allmächtig (Adverb; von/mit umfassender, gewaltiger Macht)

 

Als Rangbezeichnung und Ehrenbezeichnung besonders für Gott gebraucht.

 

 

 

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15

tunckel

dunkel (Adjektiv und Adverb)

finster, ohne Licht, des Lichts beraubt

 

a) nicht hell, dämmernd, düster, trübe, schwärzlich, finster

b) wo der Sinn nicht offen liegt: unklar, ungewiß, unverständlich, verhüllt, geheimnisvoll

 

→Ps 68,15

 

Wenn der Allmechtige hin vnd wider vnter jnen Könige ſetzt / So wird es helle / wo es tunckel iſt.

 

Wenn der Allmächtige hin und wieder unter ihnen Könige beruft, dann wird es hell, wo es dunkel ist.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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16

Zion

 

berg Zion

 

berg Gottes

 

des HERRN Berg

 

der heilige Berg

Zion, der

Berg Zion, der

Der in der Bibel genannte Berg Zion ist der Tempelberg in Jerusalem. Er steht als Synonym für den Wohnsitz des Gottes JHWH.

 

König David eroberte Jerusalem sowie den Berg Zion südlich der Stadt (Südosthügel) mit der Burg Zion und machte Jerusalem zu seinem Königssitz. Salomo hatte das Stadtgebiet auf den angrenzenden Nordosthügel ausgeweitet, in dem er dort (wo sich heute der Felsendom befindet) einen Tempel errichtete. Der Name Zion bezeichnet nun diesen Hügel, den Tempelberg.

 

 

Karte: Lage des Tempelbergs in Jerusalem

 

Die Bezeichnung »Zion« ist allerdings in der Bibel unterschiedlich verwendet: In der am engsten gefassten Vorstellung bezeichnet Zion den Tempelberg. Das Wort kann aber auch für ganz Jerusalem, die heilige Stadt Jahwes, stehen. An einigen Stellen in den biblischen Texten können damit auch die Bewohner Jerusalems, bzw. das gesamte Volk oder alle Städte Judäas gemeint sein.

 

Der in Jerusalem heute sogenannte »Mount Zion«, südwestlich der alten Stadtmauer gelegen, erhielt diesem Namen, nachdem der kleine Berg im Mittelalter irrtümlich als Berg Zion identifiziert wurde. Neuere Forschungen bestätigen jedoch: Er ist nicht mit dem biblischen Berg Zion identisch. Der Berg behielt aber diesen offiziellen Namen.

 

Jerusalem, der Tempelberg und der Berg Zion
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Jerusalem, der Tempelberg und der Berg Zion

Foto: 2015, © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

 

 

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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20

ſey

er/sie/es sei (Verb)

von: sein (Verb)

 

Das »ei« am Wortende wird nach den Regeln des Luther-Deutsch zu »ey«.

 

→1Mos 1,6

 

Es werde eine Feſte zwiſchen den Waſſern / vnd die ſey ein Vnterſcheid zwiſchen den Waſſern.

 

Es werde ein Himmelsgewölbe zwischen den Gewässern, und das sei die Trennung zwischen den Gewässern.

 

 

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22

zeſchmeiſſen

 

zuſchmeiſſen

zerschmeißen (Verb)

a) schmeißen

b) durch Wurf aus der Ferne, durch Niederwerfen auf den Erdboden oder durch gewaltsamen Schlag in Stücke werfen

 

Luther verwendet ohne Unterscheidung zeſchmeiſſen und zuſchmeiſſen.

 

→Ps 2,9

 

Wie Töpffen ſoltu ſie zeſchmeiſſen.

 

Schlag sie in Stücke, als wären es Tontöpfe!

 

 

→Ps 68,22:

Aber Gott wird den Kopff ſeiner Feinde zuſchmeiſſen ſampt jrem Harſcheddel.

 

Aber Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmettern mitsamt ihrem Haarschopf.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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22

Harſcheddel

Haarschädel, der (veraltet)

a) behaarter Schädel

b) oberer, behaarter Teil des Kopfes, die behaarte Kopfhaut

 

→Ps 68,22:

Aber Gott wird den Kopff ſeiner Feinde zuſchmeiſſen ſampt jrem Harſcheddel.

 

Aber Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmettern mitsamt ihrem Haarschopf.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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22

Sünde
 
ſunde

Sünde, die

Handlung, die den Tatbestand einer religiösen oder kirchlichen Verfehlung erfüllt, insbesondere der Verstoß gegen ein religiöses (göttliches) oder kirchliches Gebot.

 

So war in der katholisch-kirchlichen Praxis bereits das Unterlassen des Zehntenzahlens (Kirchensteuer) ein Vergehen gegen die Kirche und somit eine Sünde.

 

 

→Jes 27,9

 

Darumb wird da durch die ſunde Jacob auffhören /

 

Darum wird dadurch die Sünde Jakobs ein Ende haben

 

 

 

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23

Fette

Fette, der oder die

Plural: die Fetten

 

Substantiviertes Adjektiv fett

 

Luther führt mit seiner Bibelübersetzung das Wort fett anstelle von feist (feiſzt) allgemein gebräuchlich ein.

 

→Ps 17,10

 

Jre Fetten halten zuſamen / Sie reden mit jrem munde ſtoltz.

 

a) Ihre Fetten halten zusammen. Sie reden stolz mit ihrem Mund.

 

Luther erklärt den Begriff Fetten im Scholion:

 

Luther: (Fetten) Das iſt / Die groſſen vnd gewaltigen.

 

Demnach will es Luther in etwa so verstanden wissen:

 

b) Ihre wohlhabenden Anführer halten zusammen. Sie reden stolz mit ihrem Mund.

 

Anmerkungen zu Ps 17,10

 

Dieser Vers ist schwierig. Die Übersetzungen der modernen Bibeln laufen hier auseinander.

 

c) Luther-1984: Ihr Herz haben sie verschlossen, mit ihrem Mund reden sie stolz.

d) Elberfelder: Mit ihrem Fett verschließen sie <sich>, mit ihrem Mund reden sie Anmaßungen.

 

Die Elberfelder benutzt das Substantiv »das Fett« und erklärt dazu: »Fett bedeckt die inneren Organe, mit denen die Empfindungen des Erbarmens und des Mitgefühls in Verbindung gebracht werden.« Das versucht im Wesentlichen wohl auch die Luther-1984 auszudrücken, wenn sie Herz statt Fett verwendet, um deutlicher auf den Sitz des Fühlens hinzuweisen (der verschlossen ist wegen des Fettes).

 

Wir verstehen den Begriff Fett, wie ihn die Quellen benutzen, als Symbol für Wohlgenährt, Wohlstand und Dekadenz. Diese Äußerlichkeiten sind sehr leicht an Menschen zu erkennen. Der Vers wird allgemein verständlicher, wenn dieses Symbol aufgelöst wird, z. B. so:

 

e) Ihr Wohlstand verschließt sie, sie reden Anmaßungen mit ihrem Mund.

f) Ihr dekadenter Wohlstand macht sie unzugänglich, sie reden anmaßend mit ihrem Mund.

g) Ihr Wohlstand macht sie herzlos, sie reden anmaßend mit ihrem Mund.

 

 

 

 

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25

zeuchen

zeuchen (Verb; veraltet)

zeucheln (Verb; veraltet)

ziehen (Verb)

ziehen (in jeglichem Sinn), zerren, raffen.

 

er zoch: er zog (3.Pers. Prä.)

 

→Ps 40,3

 

Vnd zoch mich aus der grawſamen Gruben

 

Und zog mich aus der grausamen Grube

 

 

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25

Heiligthum

Heiligtum, das

gewöhnlich bedeutet Heiligthum einen heiligen Ort oder ein heiliges Ding. Dabei meint heilig in Abgrenzung zum Irdischen »göttlich vollkommen und verehrungswürdig«.


In der Bibelsprache ist das Heiligtum das Gotteshaus, der Tempel (lat: : sanctuarium dei).

 

 

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26

Magd

Magd, die

a) eine erwachsene, noch unverheiratete Frau

b) eine unverheiratete, junge Frau, ein Mädchen

b) eine Frau in dienender Anstellung (Mann: Knecht), Ersatz für Dienerin

 

→Ps 68,26

 

Die Senger gehen vorher / Darnach die Spielleute vnter den Megden die da paucken.

 

Die Sänger gehen voran. Es folgten die Spielleute inmitten Tamburin schlagender Mädchen.

 

 

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28

BenJamin

Benjamin (Name)

Benjamin, Sohn des Jakobs

Benjamin war der zwölfte und letzte Sohn Jakobs, den er wie Josef von Rahel hat (1Mos 30,22-24; 35,16-18).

 

Benjamin war neben Josef der Lieblingssohn von Jakob (1Mos 44,20).

 

Benjamin gilt als der Ahnherr und Stammvater eines der zwölf Stämme Israels.

 

Der Stamm Benjamin besiedelte zunächst das Gebiet bei Jericho, danach das Gebiet um Jerusalem (Jos 18,11-28).

 

Der Apostel Paulus führt seine Abstammung auf den Stamm Benjamin zurück (Phil 3,5).

 

 

→Ps 80,3

 

Erwecke deine Gewalt / der du fur Ephraim / BenJamin vnd Manaſſe biſt / Vnd kome vns zu hülffe.

 

Entfalte deine Macht, der du vor Efraim, Benjamin und Manasse stehst, und komme uns zu Hilfe!

 

 

 

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28

Juda

Juda (Name)

Gräzisierte Form von Judäa, zur Zeit Jesu Gebiet in Palästina mit der Hauptstadt Jerusalem.

 

Judäa (Name)

 

hebräisch:יְהוּדָה (Jehūdāh), Juda

griechisch: Ιουδαία

lateinisch: Iudaea

 

Das westlich vom Jordan gelegene Judäa umfasste im Wesentlichen das ehemalige Stammesgebiet Juda, einem der zwölf Stämme Israels. Das Königreich Juda wurde nach biblischer Erzählung von König David gegründet und umfasst zunächst nur ein sehr kleines Gebiet rund um Jerusalem in den judäischen Hügeln.

 

Der Name Judäa ist die hellenistische (alt-griechisch) und römische (Latein) Bezeichnung für den Teil Palästinas, der von Juden bewohnt wurde.

 

Von 37 v. Chr. bis 4 v. Chr. gehörte Judäa zum Reich von Herodes dem Großen. Nach seinem Tod wurde Herodes Archelaos als Gebietsfürst eingesetzt, aber nach vielen Unruhen auf Drängen der Bevölkerung bereits 6 n. Chr. wieder abgesetzt und des Landes verwiesen. Judäa unterstand ab da direkt der römischen Verwaltung, vertreten durch einen römischen Statthalter, der an den Legaten von Syrien berichtete. In Judäa herrschte mit der Duldung Roms bezüglich aller Fragen der jüdischen Religion und damit des jüdischen Lebens, sofern es sich nicht um Verwaltungsfragen der Obrigkeit Roms handelte, der Hohepriester.

 

In den Geschichten der Evangelien sind insbesondere die beiden judäischen Städte Jerusalem und Bethlehem genannt.

 

Vgl. dazu unsere Karten

a) Palästina zwischen 20 v. Chr. und 4 v. Chr.

b) Palästina zwischen 4 v. Chr. und 6 n. Chr.

 

→Lk 1,39

 

zu der ſtad Jude

 

Luther stützt sich bei seiner Übersetzung auf die Biblia Vulgata (Latein), die da schreibt: in civitatem Iuda, wobei Iuda (alt-griechisch: Ίούδα) die gräzisierte Form von Judäa (hebräisch:יְהוּדָה (Jehūdāh), Juda) ist.

 

Gleichzeitig benutzt Luther Juda im Genitiv und schreibt daher: Stadt Jude.

 

Die Textstelle meint demnach im modernen Deutsch: zu der Stadt Judäas.

 

Dieses Konstrukt (so auch in der Biblia Vulgata und in den griechischen Texten des neuen Testaments) lässt vermuten, dass der Urheber des Textes die Hauptstadt Judäas meint, Jerusalem, ohne sie direkt zu benennen.

 

Das macht in diesem Zusammenhang Sinn. Zacharias, der Ehemann von Elisabeth, die von Maria in jener Stadt besucht wird, war Priester in Jerusalem. Mit hoher Wahrscheinlichkeit lebten Zacharias und Elisabeth in Jerusalem.

 

Korrekte Übersetzungen, die dem Sinn entsprechen, wären dann u.a.:

 

a) zur Hauptstadt Judäas, oder eindeutiger und auf den Punkt gebracht:

b) nach Jerusalem

 

 

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29

wolteſtu

wolltest du (Verb)

wolteſtu
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
22 19 2 1

2. Person Singular Indikativ Aktiv von wollen (Verb)

 

Präteritum:

wolteſtu: wolltest du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

wolteſtu: wolltest du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Ps 5,4

 

HERR früe wolteſtu meine ſtim hören

 

HERR, am Morgen hast Du mein Gebet erwartet!

 

→Ps 31,4

 

Vnd vmb deines Namens willen wolteſtu mich leiten vnd füren.

 

Um Deines Namens willen wolltest Du mich <doch> leiten und führen!

 

 

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30

vmb

um (Partikel)

a) Präpostion: um vieles, um alles, usw.

b) Adverb: um sein, usw.

c) Konjunktion: um zu

 

Die Schreibweise im Luther-Deutsch ist in allen Fällen vmb, auch als Präfix in Verbindung mit Verben.

 

 

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30

Tempel

Tempel, der

Tempel
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
341 129 91 121

Gotteshaus, Heiligtum

 

Gebäude für öffentliche Gottesdienste

 

übertragen, biblisch:

der Himmel als Gottes Wohnung

 

der heilige Tempel

 

feststehender Begriff für das Heiligtum des Gottes JHWH auf dem →Tempelberg (Berg Zion) bei Jerusalem:

 

der Tempel in Jerusalem.

 

 

 

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31

ſchelten

 

ſchilt
ſchiltest

schelten (Verb)

starkes Verb: schelten, schilte, schalt, schulten, gescholten

 

Präsens: ich schelte, du schiltst, er schilt

Imperfekt: ich schalt, du schiltest

 

a) jemanden schimpfen, schmähen, lästern, seinen Ruf beflecken

b) jemanden einen Schimpf- oder Spottnamen zulegen

c) (stark) tadeln, anklagen

d) Vorwürfe machen ( im Ggs. zu loben).

 

 

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31

zutretten

zertreten (Verb)

 

→Ps 119,118

 

Du zutritteſt alle die deiner Rechte feilen

 

Du zertrittst alle, die von deiner Ordnung abirren.

 

 

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31

Gelt

Geld, das

Die Schreibweise Gelt (das oder der) ist eine ältere Form von Geld (das).

 

Es ist das substantivierte Verb gelten und meint:

 

Lohn, Vergeltung, Zahlung,

dann auch Zahlungsmittel

 

→Ps 15,5

 

Wer ſein Gelt nicht auff Wucher gibt

 

Wer sein Geld nicht gegen Zinsen verleiht

 

→Ps 68,31

 

Die da a zutretten vmb Gelts willen

 

Die da wegen des Geldes hinzutreten

 

 

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31

zerſtrewen

zerstreuen (Verb)

a) streuen, auseinanderstreuen,

b) auseinandertreiben, auseinanderjagen,

c) etwas (zusammenhängendes) auflösen,

d) von etwas absondern, teilen

 

Luther verwendet ohne Unterscheidung

zerſtrewen und →zurſstrewen.

 

→Ps 68,31

 

Er zerſtrewet die Völcker die da gern kriegen.

 

Er zerstreut die Völker, die gerne Krieg führen.

 

 

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32

Morenland

Mohrenland, das (Gebietsname; veraltet)

 

das Land Kusch

das Land Nubien

das Land Äthiopien

eigentlich: Das Land, in dem die Mohren wohnen.

 

Der Begriff »Mohr« (Mor) meint ursprünglich den Bewohner Mauretaniens, (lat. Mauri), den Mauren, er wurde aber auch auf alle dunkelfarbigen Bewohner Nordafrikas übertragen und verwendet. So ist er die Bezeichnung für Maure, aber auch beispielsweise für Äthiopier.

 

Luther übersetzt das Land Kusch, Nubien, das sich südlich von Ägypten befand, und im griechisch-römischen Sprachraum Äthiopien genannt wurde, mit Morenland.

 

Empfehlung:

 

Dem Begriff Mohr haftet außerhalb seiner historischen oder literarischen Verwendung oft ein diskriminierender Charakter an. In der praktischen Gemeindearbeit lässt sich die literarische Verwendung kaum herausstellen. Um jedes Missverständnis auszuschließen, empfehlen wir, Luthers Worte Mor und Morenland in Textlesungen, Predigten, usw. nicht zu verwenden. Es kann stattdessen, je nach Intention des Vorhabens, als Landesbezeichnung Land Kusch (biblisch-historisch), Nubien (ägyptisch-historisch), Äthiopien (griechisch-römisch-historisch), nördliches Ostafrika, o. ä. verwendet werden.

 

→1Mos 2,13

 

Das ander waſſer heiſſt Gihon / das fleuſſt vmb das gantze Morenland.

 

Die Bezeichnung »Morenland« meint auch in 1Mos 2,13 nicht Mauretanien, sondern das Land Kusch (Nubien, Äthiopien), ggf. Arabien.

 

Der Fluss Gihon, der das gesamte »Morenland« umfließt, wird mit dem Nil gleichgesetzt.

 

→Apg 8,27

 

Vnd ſihe / ein Man aus Morenland ein Kemerer vnd gewaltiger der Königin Candakes in Morenland / welcher war vber alle jre Schatzkamer / der war komen gen Jeruſalem anzubeten

 

Und siehe: Ein Mann aus Athiophien, ein Kämmerer aus dem Führungsstaab der Kandake (das ist der Hoheitstitel der Königin Äthiopiens), der Herr über alle Schatzkammern der Königin, der war nach Jerusalem gekommen, um anzubeten

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

32

Hand

Hand, die

 

Plural: Hende

 

→Ps 141,2

 

Mein Gebet müſſe fur dir tügen / wie ein Reuchopffer / Meine hende auffheben / wie ein Abendopffer.

 

Mein Gebet soll dir erscheinen wie ein Rauchopfer, das Erheben meiner Hände wie ein Abendopfer.

 

Oder kurz: Nimm mein Gebet als Rauchopfer und das Erheben meiner Hände als Abendopfer.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

Erläuterungen siehe →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
Der Psalm 68 im evangelischen Kirchenjahr

16. Sonntag nach Trinitatis

Der Psalm 68,4-7a.20-21 ist der Wochenpsalm
ab dem 16. Sonntag nach Trinitatis.

Nach dem Entwurf der neuen Ordnung ist der Psalm 68,4-7.20-21.35-36 der Wochenpsalm ab dem 16. Sonntag nach Trinitatis.

Zum Artikel

16. Sonntag nach Trinitatis 2017

Der Wochenspruch, der Wochenpsalm und die Textstellen für Bibellesungen und Predigten nach der Kirchenordnung in der Übersicht.

Mehr dazu in diesem Artikel.

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