Das 4. Buch Mose (Numeri)

Kapitel XXXV.

Symbol Biblia 1545

Die Lutherbibel von 1545

 

Die Texte der Lutherbibel von 1545 in Frakturschrift

Das Alte Testament

Die Geschichtsbücher

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Das 4. Buch Mose
Numeri

 

C. XXXV.

 

4Mos 35,1-34

 

Der Text in 36 Kapiteln

 

Gliederung Kapitel XXXV.

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel XXXV.

 

 

33,1 - 36,13

 

VI. NACHTRÄGE

 

 

 

35,1-34

 

VI.3 Die Städte der Leviten und die Zufluchtsstädte

 

1

35,1-8

→Die Zuteilung der Städte für die Leviten einschließlich der Freistädte

2

35,9-15

→Die Verteilung von sechs Freistädten im Land

3

35,16-32

→Der Umgang mit Mord und Totschlag und die Bedeutung der Freistädte

4

35,33-34

→Ermahnung, das Land Gottes nicht mit Mord und Totschlag zu schänden

 

 

4Mos 35,6-29%2C

 

Im folgenden Text sind die bezeichneten Verse hervorgehoben.

 

Biblia

 

 

 

Das Vierde Bucĥ
Moſe.

 

 

 

 

[95a]

 

 

XXXV.

 

 

VI.3

Die Städte der Leviten
und die Zufluchtsstädte

 

35,1-34

 

 

Die Zuteilung der Städte für die Leviten einschließlich der Freistädte

VND der HERR redet mit Moſe auff dem gefilde der Moabiter / am Jordan gegen Jeriho / vnd ſprach. 2Gebeut den kindern Iſrael / das ſie den Leuiten ſtedte geben von jren Erbgütern / das ſie wonen mügen / 3Dazu die vorſtedte vmb die ſtedte her ſolt jr den Leuiten auch geben / Das ſie in den Stedten wonen / vnd in den Vorſtedten jr vieh / vnd gut vnd allerley thier haben.

Stedte

der Leuiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frey-

ſtedte.

→Deut. 4.

→Joſu. 22.

4DIe weite aber der Vorſtedten / die ſie den Leuiten geben / ſol tauſent ellen auſſer der Stadmauren vmb her haben. 5So ſolt jr nu meſſen auſſen an der Stad von der ecken gegen dem Morgen zwey tauſent ellen / Vnd von der ecken gegen Mittag zwey tauſent ellen / Vnd von der ecken gegen dem Abend zwey tauſent ellen / Vnd von der ecken gegen Mitternacht zwey tauſent ellen / das die Stad im mittel ſey / Das ſollen jre Vorſtedten ſein.

6VND vnter den Stedten / die jr den Leuiten geben werdet / ſollet jr ſechs Freiſtedte geben / das da hin ein fliehe / wer einen Todſchlag gethan hat. Vber dieſelben ſolt jr noch zwo vnd vierzig Stedte geben / 7Das alle ſtedte / die jr den Leuiten gebt / ſeien acht vnd vierzig mit jren Vorſtedten. 8Vnd ſolt der ſelben deſte mehr geben / von denen / die viel beſitzen vnter den kindern Iſrael / vnd deſte weniger von denen / die wenig beſitzen / Ein jglicher nach ſeinem Erbteil / das jm zugeteilet wird / ſol ſtedte den Leuiten geben.

(Meſſen)

Das iſt Geometrica proportione geredt / nemlich / Die Vorſtad / ſol rings vmb her an der Stad / tauſent ellen weit ſein / vnd eine jgliche ſeite der Stad / zwey tauſent ellen lang. Das heiſſt auff Deudſch / die Vorſtad ſol halb ſo weit ſein / als eine ſeite der ſtad lang iſt / Sie ſey vierecket / rund / dreyecket oder wie ſie kan / So ſol man ſie meſſen vnd in vier ſeiten teilen / Vnd darnach ſie gros oder klein iſt / wird die Vorſtad auch gros oder klein / vt ſic.

→*1)

Zechnung der Stadtgeometrie mit Vorstadt

 

 

Die Verteilung von sechs Freistädten im Land

VND der HERR redet mit Moſe / vnd ſprach / 10Rede mit den kindern Iſrael / vnd ſprich zu jnen / Wenn jr vber den Jordan ins land Canaan kompt / 11ſolt jr Stedte auswelen / das Freiſtedte ſeien / da hin fliehe / der einen Todſchlag vnuerſehens thut. 12Vnd ſollen vnter euch ſolche Freiſtedte ſein fur dem Blutrecher / das der nicht ſterben müſſe / der einen Todſchlag gethan hat / Bis das er fur der Gemeine fur gericht geſtanden ſey. 13Vnd der Stedte / die jr geben werdet / ſollen ſechs Freiſtedte ſein / 14Drey ſolt jr geben diſſeid des Jordans / vnd drey im lande Canaan. 15Das ſind die ſechs Freiſtedte / beide den kindern Iſrael vnd den Frembdlingen vnd den Hausgenoſſen vnter euch / das da hin fliehe / wer einen Todſchlag gethan hat vnuerſehens.

 

 

Der Umgang mit Mord und Totschlag und die Bedeutung der Freistädte

Tod-

ſchleger.

→Exod. 21.

WEr jemand mit einem Eiſen ſchlecht das er ſtirbt / der iſt ein Todſchleger / vnd ſol des tods ſterben. 17Wirfft er jn mit einem Stein (da mit jemand mag getödtet werden) das er dauon ſtirbt / ſo iſt er ein Todſchleger / vnd ſol des tods ſterben. 18Schlegt er jn aber mit einem Holtz (damit jemand mag tod geſchlagen werden) das er ſtirbet / ſo iſt er ein Todſchleger / vnd ſol des tods ſterben. 19Der Recher des bluts ſol den Todſchleger zum tod bringen / Wie er geſchlagen hat / ſol man jn wider tödten. 20Stöſſet er jn aus haſs / Oder wirfft etwas auff jn aus liſt / das er ſtirbet / 21Oder ſchlegt jn durch feindſchafft mit ſeiner hand / das er ſtirbt / So ſol er des tods ſterben der jn geſchlagen hat / denn er iſt ein Todſchleger / Der Recher des bluts ſol jn zum tod bringen.

22WEnn er jn aber on gefehr ſtöſſet on feindſchafft / Oder wirffet jrgend etwas auff jn vnuerſehens / 23Oder jrgend einen Stein (dauon man ſterben mag / vnd hats nicht geſehen) auff jn wirfft das er ſtirbt / vnd er iſt nicht ſein feind / hat jm auch kein vbels gewolt / 24So ſol die Gemeine richten zwiſchen dem der geſchlagen hat / vnd dem Recher des bluts in dieſem gericht. 25Vnd die Ge-

 

 

 

 

[95a | 95b]

 

 

IIII. Bucĥ     C․ XXXVXXXVI.

Freyſedte.

 

 

meine ſol den Todſchleger erretten von der hand des Blutrechers / vnd ſol jn widerkomen laſſen zu der Freiſtad / dahin er geflohen war / Vnd ſol daſelbs bleiben bis das der Hoheprieſter ſterbe / den man mit dem heiligen Ole geſalbet hat.

 

26WIrd aber der Todſchleger aus ſeiner Freienſtad grentze gehen / da hin er geflohen iſt / 27vnd der Blutrecher findet jn auſſer der grentzen ſeiner Freienſtad / vnd ſchlecht jn tod / der ſol des bluts nicht ſchüldig ſein. 28Denn er ſolt in ſeiner Freienſtad bleiben / Bis an den tod des Hohenprieſters / vnd nach des Hohenprieſters tod wider zum Lande ſeines Erbguts komen. 29Das ſol euch ein Recht ſein bey ewren Nachkomen / wo jr wonet.

DEn Todſchleger ſol man tödten nach dem mund zweier Zeugen / Ein Zeuge ſol nicht antworten vber eine Seele zum tode. 31Vnd jr ſolt keine verſünung nemen vber die ſeele des Todſchlegers / denn er iſt des tods ſchüldig / vnd er ſol des tods ſterben. 32Vnd ſolt keine verſünung nemen vber dem / der zur Freiſtad geflohen iſt / das er widerkome zu wonen im Lande / Bis der Prieſter ſterbe.

 

 

Ermahnung, das Land Gottes nicht mit Mord und Totschlag zu schänden

 

33VND ſchendet das Land nicht / darinnen jr wonet / Denn wer blut ſchüldig iſt / der ſchendet das Land / vnd das Land kan vom blut nicht verſünet werden / das drinnen vergoſſen wird / On durch das blut des / der es vergoſſen hat. 34Verunreiniget das Land nicht / darinnen jr wonet / darinnen ich auch wone / Denn ich bin der HERR / der vnter den kindern Iſrael wonet.

 

 

 

 

1) »Das iſt Geometrica proportione geredt«

»Hier sind geometrische Proportionen gemeint«

vt ſic. lat.: ut sic.

dt. hier wohl: »wie [jene] beschaffen [ist]« (die Vorstadt ist entsprechend der eigentlichen Stadt errichtet).

 

 

 
 

 

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