Das 2. Buch Mose (Exodus) | Kapitel 22

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Die Geschichtsbücher des Alten Testaments

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Geschichtsbücher des Alten Testaments

Das 2. Buch Mose
Exodus

Kapitel 22

 

2Mos 22

 

Der Text in 40 Kapiteln

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

 

Gliederung Kapitel 22

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel XXII.

 

 

19,3 - 24,18

 

IV. DIE STIFTUNG DES BUNDES

 

 

 

20,1 - 23,19

 

IV.2 DIE GESETZE DES BUNDES

 

 

 

20,22 - 23,19

 

B. Das Bundesbuch

 

1

21,37 - 22,3

→Gesetze über Eigentumsvergehen

2

22,4-14

→Gesetze über Vergehen, für die Entschädigung zu leisten ist

3

22,5-16

→Gesetz über die Verführung unverheirateter Frauen

4

22,17-18

→Gesetze über todeswürdige Vergehen

5

22,19

→Gesetz über fremde Götterkulte

6

22,20-26

→Gesetze über den Rechtsschutz für die Fremden und Schwachen in der Gesellschaft

7

22,27-30

→Gebote der Gottesfurcht

 

Anm: Kapiteleinteilung nach der Ausgabe von 1545, Angabe der Textstelle nach heutiger Zählweise.

 

 

 

 

Das Ander Bucĥ
Moſe.

 

 
[43b]

 

XXII.

 

2137

 

Der heutige Ver­s 21,37 bil­det in die­ser Aus­ga­be den An­fang des Ka­pi­tels XXII. (22).

 

 

Geſetze über Eigentumsvergehen

 

WEnn jemand einen Ochſen oder Schaf

ſtilet / vnd ſchlachts oder verkeuffts / Der ſol fünff ochſen fur einen ochſen wider geben / vnd vier ſchaf fur ein ſchaf.

 

 

22

 

 

 

 

Beginn des Ka­pi­tels 22 nach heu­ti­ger Zähl­wei­se!

 

WEnn ein Dieb ergrieffen wird / das er einbricht vnd wird drob geſchlagen / das er ſtirbt / So ſol man kein Blutgericht vber jenen laſſen gehen. 2Iſt aber die Sonne vber jn auffgangen / So ſol man das Blutgericht gehen laſſen.

 

ES ſol aber ein Dieb widerſtatten / Hat er nichts / ſo verkeuff man jn vmb ſeinen Diebſtal. 3Findet man aber bey jm den Diebſtal lebendig / es ſey ochſe / eſel oder ſchaf / ſo ſol ers zwifeltig wider geben.

 

 

Geſetze über Vergehen, für die Entſchädigung zu leiſten iſt

 

WEnn jemand einen Acker oder Weinberg beſchedigt / das er ſein Vieh leſſet ſchaden thun / in eines andern Acker / Der ſol von dem beſten auff ſeinem acker vnd weinberge widerſtatten.

 

WEnn ein Fewr auskompt / vnd ergreifft die dornen / vnd verbrend die garben oder Getreide das noch ſtehet / oder den Acker / Sol der widerſtatten / der das fewr angezündet hat.

 

WEnn jemand ſeinem Neheſten gelt oder gerete zu behalten thut / vnd wird dem ſelbigen aus ſeinem Hauſe geſtolen / Findet man den Dieb / So ſol ers zwifeltig wider geben. 7Findet man aber den Dieb nicht / So ſol man den Hauswirt fur die Götter bringen / ob er nicht ſeine hand hab an ſeines Neheſten habe gelegt.

 

WO einer den andern ſchüldigt vmb einicherley vnrecht / es ſey vmb ochſen oder eſel / oder ſchaf / oder kleider / oder allerley das verloren iſt / So ſollen beider ſache fur die Götter komen / Welchen die Götter verdamnen / Der ſols zwifeltig ſeinem Neheſten widergeben.

WEnn jemand ſeinem Neheſten ein eſel oder ochſen / oder ſchaf oder jrgend ein Vieh zu behalten thut / vnd ſtirbt jm / oder wird beſchedigt / oder wird jm weggetrieben / das niemand ſihet / 10So ſol mans vnter jnen auff einen Eid bey dem HERRN komen laſſen / ob er nicht habe ſeine hand / an ſeines Neheſten habe gelegt / Vnd des guts Herr ſols annemen / das jener nicht bezalen müſſe. 11Stilets jm aber ein Dieb / ſo ſol ers ſeinem Herrn bezalen. 12Wird es aber zuriſſen / ſol er zeugnis dauon bringen / vnd nicht bezalen.

WEnn jemand von ſeinem Neheſten entlehnet / vnd wird beſchedigt oder ſtirbt / das ſein Herr nicht da bey iſt / ſo ſol ers bezalen. 14Iſt aber ſein Herr da bey / ſol ers nicht bezalen / weil ers vmb ſein gelt gedingt hat.

 

 

 

 

 

 

(Götter)

Heiſſen die Rich­ter / dar­umb das ſie an Got­tes ſtat / nach Got­tes Ge­ſetz vnd wort / nicht nach ei­gen dünck­el rich­ten vnd re­girn mu­ſten / wie Chri­ſtus zeu­get /

→Joh. 10.

 

 

Geſetz über die Verführung unverheirateter Frauen

Deut. 24.

WEnn jemand eine Jungfraw beredt / die noch nicht vertrawet iſt / vnd beſchlefft ſie / Der ſol jr geben jre Morgengab / vnd ſie zum weibe haben. 16Wegert ſich aber jr Vater ſie jm zu geben / Sol er gelt dar wegen / wie viel einer Jungfrawen zur Morgengabe gebürt.

 

 
[43b | 44a]

 

 

Moſe.     C. XXIIXXIII.

Weltlicĥ

Rechte.

XLIIII.

 

 

 

Geſetze über todeswürdige Vergehen

 

DIE Zeuberinnen ſoltu nicht leben laſſen. 18Wer ein Vieh beſchlefft / der ſol des tods ſterben.

 

 

Geſetz über fremde Götterkulte

Leui. 20.

Deut. 27.

19Wer den Göttern opffert / on dem HERRN allein / der ſey verbannet.

 

 

Geſetze über den Rechtsſchutz für die Fremden und Schwachen in der Geſellſchaft

Le. 19.

Le. 29.

→Zach. 7.

Deut. 24.

DIE frembdlingen ſoltu nicht ſchinden / noch vnterdrücken / Denn jr ſeid auch frembdlinge in Egyptenlande geweſen.

 

IR ſolt kein Widwen vnd Waiſen beleidigen / 22Wirſtu ſie beleidigen / ſo werden ſie zu mir ſchreien / vnd ich werde jr ſchreien erhören. 23So wird mein zorn ergrimmen / das ich euch mit dem ſchwert tödte / vnd ewre weiber widwen / vnd ewre kinder Waiſen werden.

Leui. 25.

Deut. 23.

 

 

 

 

Deut. 42.

WEnn du Geld leiheſt meinem Volck das arm iſt bey dir / Soltu jn nicht zu ſchaden a dringen / vnd keinen Wucher auff jn treiben.

WEnn du von deinem Neheſten ein Kleid zum pfande nimpſt / Soltu es jm widergeben / ehe die Sonne vntergehet / 26Denn ſein Kleid iſt ſein einige decke ſeiner haut / darin er ſchlefft. Wird er aber zu mir ſchreien / So werde ich jn erhören / Denn ich bin gnedig.

 

a

(Dringen)

Dringen vnd wuch­ern ſind zwei­er­ley. Drin­gen iſt wenn du dei­nen Ne­he­ſten zwin­geſt zu be­za­len mit dei­nem vor­teil vnd ſei­nem nach­ten

Wuchern weis man wol was ſey

 

 

Gebote der Gottesfurcht

 

→Act. 23.

 

 

 

 

 

 

→Exod. 13.

 

 

 

 

 

 

Leui. 22.

Eze. 44.

DEn Göttern ſoltu nicht fluchen / 27bVnd den Oberſten in deinem Volck ſoltu nicht leſtern. 28Deine fülle b vnd c Threnen ſoltu nicht verziehen.

DEinen erſten Son ſoltu mir geben. 29So ſoltu auch thun mit deinem Ochſen vnd ſchafe / Sieben tag las es bey ſeiner Mutter ſein / Am achten tage / ſoltu mirs geben.

IR ſolt heilige Leute fur mir ſein / Darumb ſolt jr kein fleiſch eſſen / das auff dem felde von Thieren zuriſſen iſt / ſondern fur die Hunde werfen.

b

(Fülle)

Heiſſet er alle har­te Früch­te / Als da ſind / korn / ger­ſten / epf­fel / birn / da man ſpei­ſe von mach­et.

c

(Threnen)

Heiſſt er alle wei­che Früch­­te / da man ſafft vnd tranck von mach­et / Als da ſind / wein­drau­ben / öle.

 

 

 

 
Aus dem Verzeichnis der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

Luthers Verweise auf biblische Bücher

 Kürzel

 Bezeichnung in Luthers Biblia 1545

 Moderne Bibel

 Kürzel

Ex.
Exo.
Exod.
Das ander Buch Moſe.
Exodus.

Biblia Vulgata: Exodus

Das zweite Buch Mose (Exodus)

Exodus

2. Buch Mose

2. Mose

Ex

2Mos

Le.
Lev.
Leu.
Leui.
Leuit.
Das dritte Buch Moſe.
Leviticus.

Biblia Vulgata: Leviticus

Das dritte Buch Mose (Levitikus)

Levitikus

3. Buch Mose

3. Mose

Lev

3Mos

Deut.
Das fünfte Buch Moſe.
Deuteronomius.

Biblia Vulgata: Deuteronomium

Das fünfte Buch Moses (Deuteronomium)

Deuteronomium

5. Buch Mose

5. Mose

Dtn

5Mos

Ezech.
Heſek.
Der Prophet Heſekiel.

Biblia Vulgata: Hiezechiel

Der Prophet Hesekiel (Ezechiel)

Das Buch Ezechiel

Hes

Ez

Hes

Zach.
Der Prophet SacharJa.
Der Prophet Sacharja.

Biblia Vulgata: Zaccharias

Der Prophet Sacharja

Das Buch Sacharja

Sach

Sach

Sach

Joh.
Johan.
Joan.
Euangelium S. Johannis.

Biblia Vulgata:
Evangelium secundum Iohannem

Das Evangelium nach Johannes

Johannesevangelium

Joh

Joh

Joh

Ac.
Act.
Acto.
Der Apoſteln Geſchicht / beſchrieben von S. Lucas.

Biblia Vulgata: Actus Apostolorum

→Zum Text

Die Apostelgeschichte des Lukas

Apostelgeschichte

Apg

Apg

Apg

Erläuterungen siehe →Liste der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
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